Oh oh … Hermes. Bin gespannt, die kreuzen hier meistens mitten in der Nacht auf, aber solange sie anhalten und das Paket dabei haben, will ich nicht meckern.
Während wir warten, präsentiere ich euch meine letzte Hermes Horrorstory ...
Ich habe mir eine Tafel bestellt, eine richtig große für meine Wand. Obwohl sie aus Deutschland kam, war sie nach 4 Wochen immer noch unterwegs. Der Verkäufer wollte schon eine zweite losschicken, doch einen Tag später hieß es dann endlich „In Zustellung“, sogar mit einem Zeitrahmen, wann das Ding ankommen sollte.
- Zustellversuch.
Ich mache es mir mit Zeichensachen vorm Fenster bequem, damit ich alles mitbekomme. Seit die hier die Straße aufgerissen, eine neue Leitung gelegt und ziemlich stümperhaft wieder zugemacht haben, hört man nicht nur jedes Auto vorbeifahren, das größer gleich Lieferwagengröße hat, man fühlt es sogar. Weil nämlich dann das ganze Haus wackelt und meine Stifte klappern dann immer in den Plesxiglasbehältern. Ich bekomme also nicht nur jeden Wagen mit, der vorm Fenster auf den Parkplatz fährt, sondern auch jeden, der nur vorbeifährt. Und das Klingeln an der Tür sowieso. Btw. sind noch acht neugierige Nachbarn, die Hälfte davon Rentner, im Haus, die immer draußen oder im Gang herumwuseln und denen auch absolut nichts entgeht. Allerdings kam an diesem Tag kein Hermeswagen und kein Klingeln. Zustellversuch gescheitert stand da im Internet. Toll.
- Zustellversuch.
Ich sitze wieder vorm Fenster (Hatte in der Zeit Urlaub) und warte malend auf den Hermes Boten. Gespannt blicke ich bei jedem Hauswalckeln auf. Und da, tatsächlich, da fährt er! Ein Hermeswagen! Und wamm, vorbei war er. Kein Anhalten, nicht mal ein Ansatz davon. Zustellversuch gescheitert.
- Zustellversuch.
Ich sitze wieder vorm Fenster. Langsam bin ich genervt. Ich kann mich ja nicht stundenlang auf die Straße stellen und jeden Wagen anhalten, der vorbeifährt. Doch dieses Mal passiert etwas! Da fährt tatsächlich ein Hermeswagen auf den Parkplatz. Woho! Gleich wird er aussteigen und klingeln, ich freu mich voll. Tja, Pech gehabt. Dieser Mensch sitzt nur im Wagen und steigt nicht aus. Ich werde unruhig. Ich entschließe mich, nach unten zu gehen. Gerade als ich den Parkplatz erreiche, fährt mir der Typ vor der Nase weg. Kein Klingeln, kein Zettel im Briefkasten, nichts. Er hat den Wagen nicht mal verlassen. Zustellversuch 3 gescheitert.
Das bedeutet dann wohl, dass das Paket zurückgeht. Ich tausche mich mit dem Verkäufer aus, der beruhigt mich, meint, er hat eine Nachricht bekommen, dass das Paket in der nächsten Hermes Zentrale noch eine Woche liegen wird und ich es dort abholen könnte. Aha und wo ist die? Weiß er nicht, das steht normal auf dem Zettel in meinem Briefkasten. Haha. Ha. Zettel.
Es war schon spät und ich weiß, ich hab keinen Zettel bekommen, weil der Kerl ja nicht mal ausgestiegen ist, geh trotzdem um 10 Uhr Abends noch mal nach unten und sehe in den Briefkasten, nur zur Sicherheit. Da liegt nix drin. Ich entschließe, dass ich den Verkäufer jetzt nicht noch mal nerve und mich erst am nächsten Tag wieder zu melden.
Fünf Uhr Morgens am nächsten Tag werde ich von Briefkastenrascheln geweckt. Ich denk mir erst, die Zeitung. Ne, kann nicht sein, heute kommt doch keine. Und der normale Briefträger kommt immer erst kurz nach Mittag. Mag schlafen, aber Briefkasten! Ein paar Minuten später gehe ich dann doch nach unten und finde … Tada, einen Hermeszettel! WTF. Und geklingelt hat der Mensch wieder nicht.
Aber gut. Ich hab den Zettel. Endlich dachte ich, noch nicht wissend, was noch alles folgen würde, denn jetzt ging es aber erst los. Unter der – Leider war zum Zeitpunkt der Lieferung niemand zu Hause – Blabla - Lüge stand eine Adresse. Okay, das war nicht meine Postleitzahl. Wo ist denn das? Ich gab es beim Gockel ein. Woa, mitndestens zwei Städte weiter, irgendwo in einem winzigen Dorf von dem ich noch nie gehört habe! Da hätte ich mir das Ding ja fast selbst beim Verkäufer abholen können. Super. Nicht.
Wir fahren also am nächsten Tag (einen Tag soll man ja immer warten) über eine Stunde lang da hin. Es handelte sich um eine minikleines Geschäft, eine Art Tante Emma Laden in dem Dorf, das absolut jeden Krimskram verkauft und anscheinend nebenbei auch Post ausgibt. Hoffnungsvoll lege ich der Frau meinen Hermeszettel auf die Theke. Sie ist verwirrt. Geht ein paar Mal im Laden herum. Verschwindet kurz hinter einer Tür. Entschuldigt sich mehrmals. Nach zehn Minuten der Suche meinte sie, sie hat nichts bekommen. Kein Paket für mich. Und in Ihrem alten Computerurzeitkasten aus der Steinzeit steht auch nichts. Ich bin langsam richtig sauer, versuche mich zurückzuhalten, weil ich ja weiß, dass die Frau in dem Laden nichts dafür kann. Ich bestehe aber darauf, ihr meine Telefonnummer da zu lassen, nur für den Fall dass die Hermensmenschlein doch noch etwas bei ihr abgeben, auch wenn sie meint, sie kann da leider nicht viel machen und dass das unwahrscheinlich ist, die waren heute morgen schon bei ihr und es tut ihr so leid. Ja. Gnah.
Enttäuscht wieder zu Hause, melde ich mich beim Verkäufer. Der versucht Hermes zu kontaktieren, kann allerdings auch nicht recht viel machen und meint, er schickt in einer Woche eine neue Ersatz-Tafel los.
Das ganze findet ein vorläufiges Happy End, als zwei Tage später plötzlich die Frau aus dem Laden ziemlich aufgeregt bei mir anruft, sie hat es geschafft, sie hat sich mehrmals bei Hermes beschwert und den Wagen dann abgepasst und den Boten überredet, das Ding da zu lassen und Paket liegt jetzt bei ihr. Woa! Super cool! Wir fahren also noch mal eine Stunde in diese weit von der Zivilisation abgelegene Filiale und tatsächlich, ich darf endlich meine Tafel in Empfang nehmen. Die Frau war mein Held :D und das Ding passte gerade mal so ins Auto.
Ach ja, die Tafel selbst war sehr schön. Anfangs. Nach bereits zwei Wochen hat sie angefangen zu rosten, war nach 4 Wochen komplett braun und ich musste sie entsorgen.
Lasst euch dadurch aber nicht beunruhigen, normal kommen Pakete hier gut an, das oben geschilderte war hoffentlich nur eine Ausnahme. Für den Fall, dass es doch wieder zu so einem Abenteuer wird, verspreche ich, dass ich darum kämpfen werde, damit mich das Paket erreicht … ^_^’