Eure Beiträge zu dem Thema sind wirklich interessant, ich habe großen Respekt davor, dass sich viele die Mühe machen, weiter entfernte Unverpackt-Läden aufzusuchen. Ich bin leider auch niemand, der gänzlich auf Müll verzichtet. Ich beschäftige mich viel mit dem Thema, gerade wenn man überall Müll sieht, der umher fliegt, wird man ja eigentlich täglich daran erinnert, wie schlecht es für die Umwelt sein muss…
Wenn ich etwas zugeschickt bekomme, versuche ich alles davon noch zu verwenden: Plastiktüten die um ein Objekt gewickelt waren, dienen nochmal der Aufbewahrung, wo ich z.B. Buttons reinmachen und somit sortieren kann, Luftpolsterumschläge werden aufgehoben und für weiteren Versand verwendet und bei großen Briefumschlägen benutze ich die unbeschriftete Seite für schnelle Skizzen. Geschenkpapier wird von mir auch immer ganz sauber gesammelt und wieder verbraucht. Mein Partner und ich haben hier ein Stück Papier, welches wir seit 4 Jahren immer wieder hin und her schenken zum Geburtstag, es lebt immer noch :’)
Nochmal zum Thema Unverpackt-Läden: ich finde das Geschäftsmodell sollte es nicht nur in bestimmten Läden geben, die vielleicht sogar 30 Minuten Fahrtweg benötigen (was wirklich weit ist, weil man da ja auch wieder irgendwie halbwegs umweltfreundlich hinkommen muss), sondern es sollte Bestandteil von größeren Läden sein. Es wäre schön, wenn alle Läden so aufgebaut wären, oder zumindest die Hälfte aller Läden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es viele Produkte gibt, bei denen das gut klappt, wo man dann einfach seine Behälter mitnimmt.
Beim Einkaufen gehe ich auch lieber in zwei Läden, wenn der eine das nur verpackt hat: Aldi Nord hatte bei uns z.B. immer nur Ingwer der sowohl in einer Plastikschale, als auch in Plastik gehüllt war: da bin ich eben zu Netto gegangen… Seit ein paar Wochen hat Aldi das aber zum Glück abgeschafft, die haben den Ingwer jetzt auch lose, was auch sinnvoller ist :) Ansonsten lege ich auch alles an Obst/Gemüse auf das Band.
Ich denke nicht einmal, dass man die Menschen erreichen muss (denn wem Umwelt egal ist, dem wird es egal bleiben), sondern eher die Industrie. Praktisch an dem Punkt ansetzen, wo das Problem ursprünglich entsteht. Und die Regierung macht das viel zu langsam finde ich. Wann wollten die Plastiktüten verbieten? Ich glaube irgendwas in den 2020ern. Warum nicht schon jetzt? Alternativen wie zB Stofftragetaschen gibt es doch schon seit Jahren.
Ich habe auch manchmal so widerliche Menschen in der Umgebung, denen ich einfach nur an die Kehle gehen wollen würde, wenn man an der Kasse Sätze hört “So erstmal eine Plastiktüte holen - scheiß auf die Umwelt, das landet heute Abend in der Feuertonne”. Oder eine andere hat was auf den Boden geworfen, ich habe ihr gesagt, dass man das nicht macht, habe darum gebeten, dass sie es wieder aufhebt und es ordentlich entsorgt. Die hat mich nur doof angeguckt und ist dann weiter gegangen, was soll das? Warum existieren solche Menschen überhaupt…
Ich rege mich immer viel zu sehr auf, eigentlich stört mich jeder kleine Schnipsel den ich irgendwo außerhalb von Mülleimern sehe. Was ich auch schlimm finde: McDonalds auf der einen Straßenseite - McDonalds-Müll auf der anderen Straßenseite. Sogar da wo ich ursprünglich herkomme hatten wir Müll von besagter Marke, obwohl der nächste Laden 40 Minuten entfernt war ö__ö Die Fastfood-Restaurants wie KFC, Burgerking, und McDonalds stellen zwar immer die Frage “Möchten Sie hier essen” - aber es ist egal ob man mit ja oder nein antwortet, denn in beiden Fällen bekommt man Wegwerf-Verpackungen D: ich gehe aus diesem Grund auch nicht mehr in solche Geschäfte. Sollte auch per Gesetz verboten werden, immerhin kann man ja auch Geschirr nutzen, so wie die meisten billigen Imbiss-Buden es auch tun. Und für die To-Go-Lösung: ich finde die sollten normalen Trinkbecher “verleihen” (gegen Pfandgebühr) falls die Person nichts hat, um es zu transportieren. So können die es zumindest wieder zurück bringen. Ich selbst habe mir damals dafür extra so einen To-Go Becher aus Bambus geholt, der ist wirklich gut un d passt auch mal in meinen Rucksack.
Interessant finde ich übrigens auch Waschmittelherstellung: hat da jemand Erfahrungen gesammelt? Habe gehört, dass man das mit Kastanien machen kann.
Zum Thema Menstasse: die nutze ich auch seit mittlerweile 2 Jahren, das reduziert auch viel Müll. Ich sehe so viele Werbungen für Damehygieneartikel aber noch kein einziges Mal, war die Tasse Teil der Werbung, obwohl es besser für Gesundheit und Umwelt ist. Klar: die Industrie verdient nunmal nicht so viel an Dingen, die ein Mal gekauft werden und dann eine ganze Weile verwendet werden. An die, die es noch nicht ausprobiert haben weil sie vielleicht bedenken wegen der Kompatibilität mit der Arbeit haben: man kann es ja zumindest für die Nacht nutzen oder auch an freien Tagen daheim, dann kann man auch schon Müll reduzieren und kann das Produkt zumindest mal kennen lernen. Sogar unser Rossmann hatte die im Sortiment, da fiel es dann noch leichter, das mal zu kaufen und eine Chance zu geben :)
Noch ein großes Thema ist für mich Händewaschen: ich würde ja auch gerne auf Seifenstücke umsteigen, aber meine Hände reißen schon so immer wieder auf und kann die manchmal nichtmal zur Faust machen, weil das so unglaublich weh tut. Und das trotz Spezialseife, die extra für Unverträglichkeit gedacht ist. Vielleicht ist ja Seife auf Olivenölbasis gut verträglich (enthält zumindest keine Tenside, die aus Erdöl gewonnen wurden, hat man mir gesagt). Ich muss unbedingt das nächste Mal, wenn ich in der Nähe vom Bio-Laden bin schauen, ob die sowas haben. Oder vielleicht hat ja jemand ähnliche Probleme und hat eine Empfehlung für mich? :3
Es gibt so viel was mir zu diesem Thread einfällt und ich hätte noch viel mehr schreiben können, aber mir fällt es generell schwer, meine Beiträge kurzzuhalten, weshalb ich mir die wichtigsten Sachen rausgesucht habe. Ich hoffe niemand wurde von dem Text erschlagen und falls doch, komme ich persönlich mit einem Pflaster vorbei :'D