Ich muss jetzt leider meinen Dampf ablassen, den ich die letzten Tage durch diesen Thread bekommen habe.
Absolut jedem steht es frei, was er mit seiner Kunst macht. Wenn jemand nur verkaufen möchte oder nur Aufträge annimmt, dann ist das seine Entscheidung.
Man muss auch nicht ständig hinterfragen warum sich jemand dafür entscheidet.
„Schnelles Geld durch Kakaos“. Wenn ich solche und ähnliche Floskeln schon höre. Damit unterstellt man gleich mal allen Verkäufern Habgier.
Ich hatte früher auch eine andere Einstellung zu Kakaokarten. Bestimmt könnte man diesen Thread auch zurückblättern und meine engstirnige Meinung nachlesen, aber in den acht Jahren, in welchen ich Kontakt zu anderen Künstlern hatte (sei es Kakaoler oder nicht, Deutsche oder Ausländer) kriegt man durchaus mit, wie es gerade im Bereich von freischaffenden Künstlern abgeht.
Eine Tauschkarte bezahlt einem kein Essen, eine Teilnahme an einer STA nicht die Miete.
Nicht jeder der hier angemeldet ist, ist Schüler mit zu viel Freizeit. Manche müssen Rechnungen bezahlen, manche wollen Rechnungen bezahlen. Es ist absolut nicht verwerflich, dass jemand z.B. durch seine Kunst seine Zeichenmaterialien finanzieren möchte.
Manche machen ein Studium in Richtung Kunst und sehen Aufträge als Übung für den späteren Arbeitsmarkt, können/wollen aber keine Energie in Täusche stecken, weil sie durch die Uni genug wichtigere Arbeit haben.
Wenn man eine Galerie/ein Profil sieht, welche/s nur auf Geldbasis arbeitet, dann macht die Seite zu und geht zum Nächsten. Kein Grund verwerfliche oder arrogante Meinungen über die Person zu äußern (oder zu denken). Man ist einfach nicht die Zielgruppe. Basta.
Und bezüglich zu hoher Preis. Oder „30Euro für ne Karte, wo nach weniger aussieht.“
Hier muss ich einfach mal einen Dozenten von der Kunstuni zitieren, bzw seine Erklärung erläutern, welche mir auch die Augen geöffnet hatte.
Einige Künstler stecken Herzblut in ihre Karten. Energie, Gedanken, Gefühle. Dinge, die ihnen wichtig sind. Sie möchten nicht, dass es für „billiges“ Geld an jemanden geht, der das Bild einfach nur „hübsch“ findet.
Sie wollen, dass das Bild an jemanden geht, bei dem der Anblick des Motivs Gefühle auslöst. Gefühle die der Maler selbst hatte.
Und wenn ein Käufer so ein Bild gefunden hat, ein Bild, welches zu seiner Seele spricht, dann ist er auf gewillt mehr Geld auszugeben. Weil er genau DAS Bild für sich gefunden hat.
Durch die hohen Preise werden Leute die „einfach nur“ sammeln ausgesiebt und zurück bleiben die Personen, welche wirklich etwas mit dem Motiv verbinden.
Und gerade bei so einer Person, möchten manche ihre Karten/Bilder viel lieber haben.
Edit: Und die Preispolitik von 2007 kann man unmöglich auf die heutige Zeit anwenden. Mittlerweile ist der Euro einiges weniger Wert, gerade wenn es um Freizeitangebote geht. Vergleicht alleine die Preise für Kinotickets von damals zu heute. Und wenn Leute mit Kakaos ihre anderen Hobbies finanzieren, können sie das schlecht 1 zu 1 so wie früher machen.
