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Preise für Karten?

Mir ist beim Durchlesen gerade eine Frage eingefallen, die ich schon vor einer Weile stellen wollte:
Ich könnte wetten, hier gibt es auch viele, die Steuererklärungen machen müssen. Wenn ihr jetzt Karten verkauft, schreibt ihr da Rechnungen? Schließlich müssen die Einnahmen ja auch angegeben werden – aber wo? Sonstige Einkünfte?

(Da ich selber Azubi bin, muss ich keine Steuerklärung machen, gerade weil ich auch keine Nebeneinkünfte habe. Ich habe also nicht wirklich eine Ahnung von der Steuererklärung. Warum macht man so was eigtl. nicht im Unterricht? >__<)

Jein, es kommt darauf an, wieviel Reinverdienst der Verkauf bringt.

Wer ab und an mal eine Karte verkauft, brauch nichts zu fürchten, der liegt unter dem steuerlichen Freibetrag. Meine Steuerfachschnalle hat mir gesagt, wenn ich unter 730 bzw. 410 (gilt wenn man andere Einkünfte wie Miete hat) € liege, Reingewinn, ist alles paletti und ich muss nichts fürchten. Ist aber schon eine Weile her, von daher kann ich keine Garantie für die Zahlen geben.
Alles drüber muss versteuert werden und dann sind nummerierte Rechnungen bzw. deren Belege notwendig.

Eine ganz andere Hausnummer ist das, wenn man ALGI bzw. II bezieht. Da gelten wohl andere Sätze. Im Zweifelsfall bei der Agentur fragen.

Also für die 3 Karten im Jahr die ich verkaufe, mache ich mir keine Mühe.

bei ALG I gilt grundsätzlich, dass man monatlich 165 Euro zusätzlich verdienen darf. (Werbungskosten dürfen angerechnet werden). Alles weitere wird vom ALG I abgezogen.

bei ALG II gilt, dass alles was man einnimmt, vom ALG II abgezogen wird - da dies direkte Hilfe vom Staat ist, keine Versicherungsleistung wie ALG I.


So viel ich weiß, muss eine explizite Gewinnerzielungsabsicht dahinter stehen (also Einnahmen - Ausgaben) und da gibt es eine Grenze für den Reingewinn, die … naja… sehr hoch liegt. (aber da ich nicht mehr genau weiß wie hoch, mache ich dazu keine Angabe)
Solange ihr das Zeichnen als euer Hobby betreibt, und von den Einkünften euren Lebensunterhalt noch nicht bestreiten könnt, interessiert es das Amt eigentlich kaum bis gar nicht.
Ich werfe mal den Begriff “Liebhaberei” in den Raum. Hier nochmal nachzulesen:
http://www.steuerberaten.de/tag/liebhaberei/

Und an einem Beispiel: Ihr habt ein Pferd und lasst ab und an das Nachbarkind für ein paar Euronen darauf reiten : )
Das dadurch “erwirtschaftete” Geld, steckt ihr sowieso wieder in Futter, Unterkunft, Pflege etc. Auf lange Sicht macht man damit also keinen Gewinn, sondern investiert das Geld wieder zurück in das Hobby.

Bei den meisten Zeichnern hier, wird das nicht anders sein! Ihr kauft Farben, Pinsel, Zubehör, Papier und was nicht noch alles… Unter diesem Gesichtspunkt werden die wenigsten eine so hohe Gewinnstufe erreichen, als dass das FA anklopft.

Gewinne und Einkünfte, die aufgrund eures Hobbys erzielt werden (ohne konkrete Absicht davon leben zu wollen/oder zu können) spielen in die Steuererklärung daher -höchstwahrscheinlich- nicht mit ein.

Zwar keine Gewähr, aber das sind Informationen, die mir in einem halben Jahr Steuerrecht während des Studiums zugetragen worden sind : )
(Anmerkung: für Freiberufler, die einer künstlerischen Tätigkeit nachgehen, gelten andere steuerrechtliche Richtlinien.)

Grundsätzlich kann ich Pamina beipflichten. Wird das Gewerbe mal als regelmäßige, wirtschaftliche Tätigkeit angesehen. Das mit “auf Gewinn” ausgelegt, das Pamina anspricht, stimmt auch, aber das ist ziemlich relativ. Ich war vor kurzem erst bei einem Gründerworkshop, da ich nebenbei als freiberufliche Illustratorin tätig werden will und wenn ich dabei eins gelernt habe:
man kann sich nicht auf den Regelfall (also das Schlafen der Behörden hust) verlassen.

Klar, (ohne jemanden zum Schwarzverdienst auffordern zu wollen) in 99% der Fälle wird das auch das Finanzamt nicht jucken.
Ein nettes Beispiel, das der Vortragenden gebracht hat war:

Ich hatte den Fall einer älteren Dame, in Pension, die einmal im Jahr ihre Häkelarbeiten am Weihnachtmarkt verkauft hat. Und ja, sie hat dafür Gewerbe anmelden müssen.

Nett, nicht wahr?

So, hier noch ein paar Infos für Österreicher (inwiefern, die in Deutschland anders sind, müsste man nachsehen. Gravierende Unterschiede gibt es meines Wissens nach nicht, aber Kleinigkeiten variieren sicher. Liebhaberei ist mir kein Begriff zum Beispiel.
Vielleicht hilft es euch aber als Anhaltspunkt, wonach man das deutsche Recht durchsucht. Also: österreichisches Recht! )

Bevor ich jetzt jemanden mit den Beträgen zuschwafel, hier der wichtigste für die meisten hier: ~4200 € . Soviel darf der Gewinn (also Erlös minus Aufwände) maximal betragen, damit ihr:

  • keine Steuer zahlt
  • nur 8,60 (? ca.) € Unfallversicherung im Monat bezahlt (sofern ihr bei einem Arbeitgeber oder euren Eltern versichert seid)
  • keine weiteren Versicherungen bezahlen müsst.

Es darf dabei der jährliche Erlös außerdem 30.000 Euro nicht überschreiten, aber ich glaube, das hat mich Kakao-Karten eh niemand vor, ne? ;-)

Welche Aufwände und Pflichten hat man:
1) Gewerbe anmelden für diese regelmäßig Tätigkeit: grundsätzlich gibt es freie Gewerbe (z.B. eben Mediengestaltung), die lässt man eintragen. (Kostet bei der Bezirkshauptmannschaft etwa 60 €, bei WK momentan nichts) Für diese freien Gewerbe ist keine Ausbildung nötig.
Darüber hinaus gibt es noch das Kunstgewerbe und Künstler. Die Abgrenzung ist mehr als schwammig. Sagen kann man so, dass ein “Künstler”, welcher übrigens kein Gewerbe anmelden muss, freischaffend ist. Er macht, was er will und keine (!) Aufträge. Somit wäre genau genommen für die meisten hier, welche ihre Karten verkaufen, ein Gewerbeschein vonnöten. Kostenpunkt sind zusätzlich rund 50 € als Kammerbeitrag und eventuelle Versicherung und Steuer.
Ein Gewerbe muss dem Arbeitgeber ebenfalls gemeldet werden!

2) Aufzeichnungen führen. Dafür reicht die Einnahmen-Ausgabenrechnung. Die ist recht einfach und dafür braucht man keinen Steuerberater.
**
3) Steuer, Abgaben, Umsatzsteuer. **

  • Bis zu obigen Ertrag liegt man unter der Grenze für die Einkommensteuer. Angeführt muss es werden.
  • Es gibt keine sonstigen Abgaben, die mir bisher bekannt geworden sind.
  • Man kann sich bis Umsatz 30.000 Euro von der Umsatzsteuer befreien lassen und rechnet Brutto für Netto.

**
Kurz und bündig:**
Es hat auch der Workshopleiter bereits angesprochen: wenn man verpetzt wird, wird’s doof. Die Formulierungen auf dem Bereich sind absolut schwammig und laut der Erfahrung, die dieser WK-Arbeiter hatte, hing es immer stark vom Richter ab, wie das Urteil nun fiel, wenn es zum Ernsten kam.

(ohne jemanden zum Schwarzmarkt drängen zu wollen:) Allein für ein paar KaKAO-Karten wird ein Gewerbe *nicht nötig * sein. Wenn es aber mal über “ein paar” hinausgeht und ihr womöglich auch noch andere Produkte oder Dienstleistungen anbietet, solltet ihr euch unbedingt informieren!
(Nicht zuletzt, weil es für größere Anschaffungen tolle Förderungen für Jungunternehmer gibt. Das ist aber nur für jene interessant, die mehr als Kärtchen machen wollen.)
Die rechtliche Absicherung ist … dünn.

Und um mal auf die Frage von barmy zurückzukommen: die meisten hier regeln das völlig informell. Ich werde später die Einkünfte als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit angeben, die Unfallversicherung zahlen und den WK-Beitrag.
An und für sich, muss man dann auch Rechnung legen. Es gibt aber glaube ich Regelungen für Kleinerträge, Messen etc., die ich mir noch nicht angesehen habe.

EDIT:
Nach Gewerbeanmeldung bin ich schlauer:

  • ** es gibt kein Gewerbe, das das KaKAO-Geschäft völlig abdeckt** . Vielmehr gibt es kleine Handwerksgewerbe, die Auflagen, Postkarten und Gebasteltes abdecken würden. Die Originale ohne Auftrag sind Kunst und damit gewerbefrei, die Auftragsoriginale sind wieder etwas eigenes. (Tut mir leid, ich hab habe den Namen vergessen).
  • ** Liebhaberei ** , also die 700 € jährlich gelten laut der Mitarbeiterin der WKO für bereits Erwerbstätige als freier Nebenverdienst.
  • Wer schon ein Gewerbe angemeldet hat und Verdienste unter 700 € aus anderen Bereichen der Liebhaberei zieht, kann die in der gleichen Buchhaltung verbuchen.
  • Und hust inoffizielles Statement ihrerseits: “Ein Gewerbe dafür anzumelden wär jetzt schon etwas spießig.” XD

Woow… was für eine Informationsflut ;o; Danke dir Dora!
Ich bin froh, dass mich selbst damit weitgehendst nicht befassen muss.
Meine Einnahmen werden grundsätzlich immer weit unter meinen Ausgaben liegen.

Ich hätte da schon wieder eine Frage an euch, weil ich es einfach nicht einschätzen kann und ich im Preisberatungszirkel bei Animexx seit über ner Woche darauf warte, freigeschaltet zu werden.

Was könnte man für so eine FIMOkarte verlangen?

Das ist schwierig, weil ich von Fimo absolut keinen Plan habe…
Wie viel hat das Material in etwa gekostet? Und wie schaut es mit dem Zeitaufwand aus?

Der Detailgrad ist ja schon relativ hoch… würd auch gerne wissen wie lang Du dran gesessen hast, dann kann ich das besser abschätzen. Aber mal so ganz grob ab 20 aufwärts.

@Chian
Also die Karte hat ja schon einen ziemlich hohen Detailgrad und gerade Fimo ist ja auch schwieriger auf so eine Karte zu bringen, als Farbe. Da das Medium auch total rar ist, würde ich sagen, dass sie genausoviel, wenn nicht auch mehr wert ist, als eine gezeichnete. Nebenbei erwähnt, sie die Karte ja auch echt richtig gut aus ^.^
Also ich würde sagen, dass du dafür schon mindestens 15€ aufwärts verlangen kannst ;)

Danke schonmal für eure ersten Einschätzungen.

Wegen dem Zeitaufwand:
Ich habe 3 verschiedene Canes benutzt, in denen jeweils mehrere Stunden Arbeit stecken (jeweils 2-3 Stunden). Für das Arrangieren und Modellieren habe ich glaube ich auch knapp 3 Stunden gebraucht. Dann gings noch für ne halbe Stunde in den Ofen. Die Vertiefungen habe ich mit Acrylfarbe akzentuiert, dann noch schleifen und polieren - zusammen sicher auch ne Stunde.

Material ist an sich nicht viel bei drauf gegangen, wenn man bedenkt, dass ich für Reste und die Canes an sich immer noch Verwendung finde. Ich zahl aber für nen Großblock FIMO (350 g) so um die 9 € (ohne Versand). Die reine Karte hat nur ein Bruchteil dessen an Gewicht. Wenn man aber bedenkt, dass ich viel FIMO für die Canes verwendet habe, sind sicherlich insgesamt 1-2 Großblöcke drauf gegangen, damit die Karte so entstehen konnte.

Ich würde dafür frech bis 35 Euro verlangen glaub ich. Also, eigentlich ist die viel mehr wert, aber das würde glaube ich niemand mehr bezahlen…

Danke Räblein, aber ich kann mir irgendwie beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand bereit ist schon über 30 € für eine meiner Karten auszugeben. Auch wenn sie aus FIMO ist.

Karten auch außerhalb der LBM zu verkaufen hatte ich ja eigentlich bisher nie vor, aber dieses Jahr muss ich aus gegebenem Anlass mal ne Ausnahme machen. Und da ich ja möchte, dass sie auch wirklich verkauft wird und nicht in meinem Ordner ihr Dasein fristet, werde ich wahrscheinlich eher nicht ganz so hoch einsteigen. Vielleicht gibt es ja noch die ein oder andere Meinung dazu. Würde mir sehr weiterhelfen.

Danke im Voraus. ^^

35 Euro und mehr wären angemessen, aber ich glaube am realistischsten wären so 20 Euro. Nicht, weil die Karten nicht mehr wert wären, sondern weil mir das ein Betrag wäre, den die Leute am ehesten bezahlen würden- und auch könnten.
Wenn man sie auf der Messe verkaufen will muss man sich ja auch darüber klar sein, dass man ne harte Konkurrenz hat, weil man sich mit vielen anderen Künstlern einen Ordner teilt und die Leute ja auch an mehreren Ständen gucken, usw. Und da glaube ich halt nicht, dass sie gleich 35 Euro für eine Kakao ausgeben würden.
Und nochmal: die Karte wäre locker den Betrag wert, den grauesRäblein genannt hat, sogar mehr, sie ist wirklich schön und wie immer technisch super, aber ich denke einfach, dass 20 Euro die Grenze dessen ist, was die Leute ausgeben würden.

Danke dir für deine ausführliche Meinung erinys. Ich denke da ganz ähnlich wie du.
Es ist bei unserem Hobby immer schwierig den Grad zu finden zwischen “unter Wert verkaufen” und “nicht losbekommen, weil die meisten für Kunst eher nicht so viel zahlen wollen”.

Ich seh das ja auch nicht anders, aber wenn wir bei den Kunden nicht ein Gefühl dafür schaffen wieviel die Sachen, die wir produzieren wert sind, wer dann? Klar, man muss den Kunden auch entgegenkommen, deswegen hab ich auch “bis 35” geschrieben, aber so mindestens 25 wäre ich mir an Deiner Stelle schon wert. Keiner von den Menschen, die das kaufen, wären bereit für den Hungerlohn zu arbeiten, den Du Dir damit selber gibst. Aber ja, ich kenn den Zwispalt ja selbst… Ist also schwierig.

Man kann es ja als Verhandlungsbasis angeben, (macht man bei Autos ja auch…>.<)
Ich meine auch, dass man eine Vorstellung vom Wert einer echten Handarbeit vermitteln sollte! Man kann dann mit dem Preis ja immer noch runtergehen…
Und die Karte ist halt einfach wunderschön, man hat das Gefühl nur die Tür aufmachen zu müssen, und schon steht man mitten in einem Märchen…, von der handwerklichen Qualität mal ganz abgesehen, die bei dir wie immer excellent ist.

Hallöchen Zusammen~
ich habe ein paar Karten in Planung für zum Verkaufen. Bzw. bei den ersten fehlt nur noch die Colo. Allerdigns dauert es noch bis ich die in Angriff nehme da ich zuerst einige andere Karten fertig machen muss.
Allerdings hab ich keine Ahnung wie viel ich da verlangen soll :traurig:
Daher wollte ich hier mal nachfragen ob jemand bereit wäre mir bei den ersten Karten mit Beratung beizustehen was ich da verlangen könnte.
Kann gerne mehr als eine Person sein.
Würde mich über Hilfe freuen.

Gruß Zoe

P.S.: wenn jemand mir helfen möchte mit der Beratung bitte per Perönliche Mitteilung anschreiben. Danke!

Hallo dann will ich hier auch mal mein Glück versuchen.

Es handelt sich um diese Karte hier->

http://www.kakao-karten.de/karten/188859?sort=benutzer

Die Karte ist auf einem Canson Illustration Papier draufgezeichnet. Das Papier ist 290 g/m² stark.
Coloriert wurde sie mit Polychromos Buntstiften und nahm eine Arbeitszeit von ca. 8 Stunden in Anspurch.
So nun weiß ich aber nicht wv ich für Sie verlangen könnte.
Auf euer Hilfe wäre ich dankbar.

Mfg

Alva Seneca