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Granulation (Aquarell)

Hi!

wie man vermutlich an einigen meiner Karten erkennt bin ich ein großer Fan von Granulation in Aquarell und da ich gelesen hatte dass einige damit Probleme haben dachte ich ich eröffne mal einen Thread darüber :D
Hier können wir unsere Tipps posten um Granulation zu erzeugen oder zu unterdrücken und natürlich Fragen stellen, beantworten und diskutieren :D

Zuerst einmal eine Erklärung was Granulation überhaupt ist:
Granulation ist hauptsächlich vom Pigment abhängig, wenn die Pigmentpartikel größer sind (oder von fein bis sehr grob alles dabei ist) sinken die gröbere Partikel in die Täler der Papierstruktur während die feinen Partikel sich auch auf die Berge legen. Dadurch entsteht eine sichtbare Textur mit abwechselnd hellen und dunklen Stellen.

Ein Beispielfoto:
https://picload.org/image/rlocdgpw/20170305_222kopieklein.jpg
(hier der Link zur hochauflösenden Version: https://img2.picload.org/image/rlocdgrl/20170305_222kopie.jpg)

Links oben sieht man “UMB” (Ultramarine deep PB29 von Shinhan). Ultramarinblau BP29 ist allgemein eine der bekanntesten granulierenden Farben und mit Ausnahme von Schminckes “Ultramarin feinst” und ggf. Winsor & Newtons Ultramarin sollten alle Versionen dieses Pigments granulieren. Schminckes neues “French Ultramarine” ist ebenfalls granulierend. Ansonsten habe ich für dieses Blatt Phthalo Turquoise PB16 (nicht granulierend wie alle Phthalos: PB15, PB16, PG7), Burnt Sienna (nicht/wenig granulierend) und Shadow Violet (Effektfarbe aus mehreren Pigmenten, granuliert und teilt sich dabei in mehrere Farben auf) verwendet.

Hier meine Tipps für das Erzeugen von Granulation:
1. Die richtigen Pigmente wählen : Wie man oben hoffentlich erkennt granuliert Ultramarin meistens, während Phthalo Turquoise zwar leichte Effekte zeigt wenn man Wasser reintropft, aber sonst keine Granulation zeigt. Wenn man Granulation will sollte man granulierende Pigmente wählen, wenn man sie nicht will sollte man auf nicht granulierende Pigmente zurückgreifen ;)

Allgemein gibt es viele granulierende Blau- & Brauntöne sowie einige Grün- und Violetttöne. Um ein wenigstens leicht granulierendes Rot oder Orange zu finden muss man schon sehr genau suchen und Gelb ist beinahe unmöglich. Heißt auch andersherum: wenn man Granulation nicht mag sollte man bei Blau und Braun sowie bei Grün und Violett aufpassen was man kauft :)

Liste eindeutig granulierender Pigmente
  • PB29: Ultramarinblau
  • PR233: Potter’s Pink
  • PG18: Viridian
  • PB35/36: Kobalt Azur/Cerulean Blau
  • PR259: Ultramarine Pink/Red
  • PV49/PV14: Cobalt Violet (/light)
  • PB33: Manganblau (nur noch von Old Holland erhältlich)
  • PR287: Mayan Red (DS)
  • PV58: Mayan Violet (DS)
  • PBk11: Lunar Black (DS)/Magnetite von Kremer
  • Caput Mortuum PR101 (DS)
  • Transparent Red Oxide PR101 (DS)
  • Transparent Brown Oxide PR101 (DS)
  • PBr33: Walnussbraun (Schmincke, wird nicht mehr hergestellt)
  • PBr33: Mahagonibraun (Schmincke)
  • PBr11: Lunar Earth (DS)
  • sämtliche andere Lunar-Farben (DS)
    (- DS Moonglow, DS Shadow Violet)
  • DS Cascade Green
  • DS Undersea Green
  • DS Rose of Ultramarine
  • alle DS Hematite Farben
  • DS Green Apatite
  • DS Jadeite
  • DS Sodalite
  • DS Piemontite
  • DS Zoisite
  • DS Goethite PY42
  • DS Bronzite

2. die korrekte Wasser- & Pigmentmenge : Das ist sehr wichtig! Wenn man nicht genug Wasser nimmt können die Pigmente nicht frei genug fließen um zu granulieren und es wird auch keine hübsche Granulation entstehen (siehe den Swatch links unter UMB, dort habe ich zuviel Farbe und zu wenig Wasser für Granulation verwendet, genauso beim obersten Swatch Shadow Violet). Der zweite Fehler den man machen kann ist zu wenig Pigment - wenn nicht genug Pigmentpartikel im Wasser sind ist der Effekt zu schwach um gut sichtbar zu sein (siehe zweiter Swatch Shadow Violet).
Merke: viel Wasser und viel Farbe!

3. in Ruhe lassen: Damit sich die Partikel gut separieren können sollte man den Swatch in Ruhe trocknen lassen und weder mit Pinsel noch mit z.B. einem Fön dabei stören (was dann passiert sieht man im untersten mittleren Swatch Ultramarin - es ist ein leichter Effekt aufgetreten weil das Papier zuviel beansprucht wurde, aber keine natürliche Granulation).

Weitere Tipps: Um den Effekt zu verstärken kann man das Papier vorher nass machen (habe ich bei den meisten “guten” Swatches gemacht), klares Wasser reintupfen/reintröpfeln (die Swatches wo “Blossom” dransteht, Vorsicht: man erzeugt damit teilweise eher zufällige Texturen) und das Papier leicht kippen/schwenken während es nass ist, dadurch verfangen sich die Partikel besser in den Mulden.

Besondere Farben:

Effektfarben: Shadow Violet (wie auch einige andere Farben von Daniel Smith) ist eine der Effektfarben die aus granulierenden und nicht-granulierenden Farben gemischt ist und sich bei Granulation wieder “entmischt” was sehr hübsche Effekte hervorrufen kann (siehe Swatch rechts unten). Der granulierende Teil dieser Farbe setzt sich in die Mulden des Papiers, der nicht-granulierende Teil verteilt sich gleichmäßig über die Oberfläche, dadurch haben die Mulden beide Farben, die Höhen aber nur eine und der Farbeffekt entsteht. Sowas kann man auch leicht selbst mischen wie man im Swatch links unten sieht: dort habe ich Ultramarin und Phthalo Turquoise gemischt und granulieren lassen.

Extrem granulierende Farben: Daniel Smith hat einige Farben in der Linie die eine sehr extreme Art der Granulation zeigen (bestes Beispiel dafür: Lunar Black das ich hier auf dem Drachen eingesetzt habe: https://www.kakao-karten.de/karten/285877?sort=benutzer). Diese Farben granulieren praktisch immer und es ist sehr schwer die Granulation zu unterdrücken, dafür kann man auch einzigartige Effekte damit erzeugen. Einige sind auch magnetisch und können während der Swatch nass ist mit einem Magneten beeinflusst werden wie ich es bei der Drachenkarte getan habe.
Zu diesen Farben zählen alle Lunar-Farbtöne sowie Transparent Red Oxide und Transparent Brown Oxide von Daniel Smith.

Zur Wahl des Papieres: Rauhes und kaltgepresstes (Feinkorn) Papier soll Granulation besser zeigen, da das Pigment tiefere Mulden zum Setzen hat. Für die Swatches habe ich Canson Montval benutzt. Allerdings ist Granulation auch auf glattem Papier gut zu erzeugen und dort manchmal leichter zu erkennen da man die Papierstruktur nicht sieht. Ich selbst benutze lieber glattes Papier und habe dort auch schon wunderschöne Granulation gehabt :)

Zu guter Letzt gibt es natürlich auch die Möglichkeit eins der Granulationsmedien zu benutzen, aktuell gibt es dafür das von W&N in Flaschenform und das von Schmincke in Sprayform. Ich kann euch aber gleich verraten dass man mit den Medien nicht dieselbe Art der Granulation erzeugen kann wie mit den natürlich granulierenden Farben!

Hier meine Tests und Empfehlungen bzgl. der Granulationsmedien:

Erste Tests mit Ultramarin:
https://picload.org/image/rlocdwwr/20170304_216kopie.jpg
Links oben nach unten: Ultramarin und Burnt Sienna ohne Medium, darunter Ultramarin nass-in-nass aufgetragen und mit klarem Wasser reingetropft. Die Reihe rechts daneben ist mit Winsor & Newtons Granulationsmedium, was genau ich getan habe steht immer dran :)
Rechts oben ist mit Schminckes Granulationsmedium bearbeitet und unten noch ein Test mit Ultramarin + WNs Medium und Burnt Sienna.

Was passiert mit natürlich granulierenden Farben?:
https://picload.org/image/rlocdwpw/20170304_215kopie.jpg
Das meiste ist selbsterklärend oder steht dran :D Hier sieht man gut das Problem des WN-Mediums bei manchen Farben - es zieht die Partikel zusammen und dadurch wirkt die Farbe weniger leuchtend. Vor allem der Effekt bei Goethite ist aber super hübsch!

Und mit nicht granulierenden Farben?:
https://picload.org/image/rlocdwpi/20170304_214kopie.jpg
Hier hatte ich einige Durchbrüche: man kann mit WNs Medium und Elfenbeinschwarz von Schmincke tatsächlich Lunar Black imitieren! (ohne die magnetische Wirkung natürlich)
Außerdem ist es möglich ein granulierendes Gelb zu erzeugen indem man ein deckendes Gelb benutzt. Mit normalen transparenten Farben passiert allerdings gar nichts.
Allgemein hatte ich hier den Aha-Effekt dass das Medium sehr gut mit opaken Farben arbeitet und dort eine lunar-ähnliche Granulation erzeugen kann.

Weitere Tests auf kleinerer Fläche die ich zuvor mit MGraham Farben gemacht hatte:
https://picload.org/image/rlocdwpa/20170304_212kopie.jpg
https://picload.org/image/rlocdwpr/20170304_211.jpg

Und wie sieht das auf glattem Papier aus?:
https://picload.org/image/rlocaggl/20170304_209.jpg
https://picload.org/image/rlocaggi/20170304_210.jpg
(auf der Vorder- & Rückseite von Arches 300gsm satiniert entstanden)

Zusammenfassung:

  • Das WN-Medium kommt echter Granulation näher als das Spray von Schmincke und ist tatsächlich leichter anzuwenden, da man mit dem Spray oft auch andere Bereiche erwischt oder zuviel sprüht.
  • Das WN-Medium funktioniert sehr gut mit deckenden Farben und je nach Geschmack auch mit granulierenden gut, auf transparente, nicht granulierende Farben hat es kaum bis keine Wirkung.
  • Das Schmincke Spray funktioniert mit allen Farben, erzeugt aber eher seltsame Texturen und kann einem das Bild versauen.

Noch eine kleine Zusammenfassung was ich versuchen würde wenn ihr versucht Granulation zu vermeiden :

Keine Granulation erwünscht?

Das Offensichtliche natürlich zuerst: keine granulierenden Pigmente wählen ;) Wenn das aber ausscheidet weil ihr z.B. exakt diesen Farbton gerade braucht und er nunmal normalerweise granuliert könnt ihr das hier versuchen:

  • wenig Wasser verwenden : wenn die Partikel sich nicht genug bewegen können können sie auch nicht ordentlich granulieren. Bei sehr dunklen Flächen ist das einfacher umzusetzen, vor allem bei hellen Flächen solltet ihr auf jeden Fall nass auf trocken malen und den “Körper” eures Pinsels auf ein Stück Taschentuch o.Ä. tupfen um überschüssiges Wasser zu entfernen .
  • das Papier bis es trocken ist möglichst nicht zuviel bewegen
  • falls doch Granulation auftaucht: mit dem nur leicht feuchten Pinsel über die Fläche gehen um die Granulation zu stören. Vorsicht, es kann sein dass das Papier das gar nicht mag!
  • destilliertes Wasser zum Malen soll die Granulation auch verringern

Jetzt bin ich sehr gespannt auf eure Erfahrungen und Tipps bezüglich Granulation :D Auch Einsatzgebiete für granulierende Farben sind sehr willkommen!

LG, Cynea

1 Like

Ich bin ja zu geizig für die Medien, mich würde brennend interessieren, welche Chemikalien da drin sind.
Aber das wird mir mit Sicherheit keiner sagen…

Früher hat mich Granulation verzweifelt, heute kann ich damit umgehen und es gezielt eingesetzt schön zur Geltung bringen. Aber gelb granulieren, das wärs!

Vielen Dank Cynea für die ausführliche Beschreibung rund um Granulation.
Seit ich wieder aktiv auf kakao-karten.de bin, da bin ich auf das Thema Granulation gestoßen. Ich wusste z.B. vorher garnicht, dass es von DS diese stark granulierenden Farben gibt.
Also Lunar Black steht definitiv auf meiner Kaufliste und werde warscheinlich noch ein paar aus der Liste der granulierenden Farben raussuchen. Super, jetzt habe ich mal einen Überblick, welche Farben sehr granulieren und die Mal-Mittel zur Granulation finde ich auch sehr interessant. :D
Werde ich mir mal genauer angucken.

Was würde eigendlich passieren, wenn man ein Granulationsmittel zusätzlich zu Lunar Black anwendet? Wird der Effekt eher ‘zerstört’ oder wird er sozusagen ‘extremer’?

Viele meiner Aquarellfarben “granulieren” auf Steinpapier mit einer bestimmten Menge an Wasser. Naja, ich weiß nicht ob man es granulieren nennen kann. Die Farbe bricht richtig auf beim Trocknen, in kleine Stücke. Ich mag den Effekt total gerne. Aber das tut sie nicht immer. Sobald ich wieder mehr Zeit habe, wollte ich damit ein paar Experimente machen. Vielleicht hat das ja jemand von euch schon genauer ausprobiert?

Das “aufbrechen” sind ganz viele ganz kleine trockenränder. Die entstehen meistens dann, wenn das Papier beim trocknen nicht 100%ig gerade liegt, weil das Papier so extrem glatt ist, dass die Farbe auch schon bei minimal schiefem Papier davonläuft.
Die Farbe trocknet am Rand also schon fest, während der Teil der noch nass ist sich weiterbewegt und dann irgendwann weiter weg festtrocknet.
wenn du das Papier also leicht (also wirklich leicht, die Farbe sollte nicht sichtbar wegschwimmen, sonst wird’s wahrscheinlich eher nix, weil dann gar keine Farbe mehr da ist am Ende ^^) schräg legst beim trocknen, wird der Effekt sehr viel stärker. Wenn das Papier gerade liegt, trocknet die Farbe mehr oder weniger glatt.

@Major jap, leider nicht :/ Auch wenn ich beim Schmincke Medium größtenteils Alkohol vermute - zumindest kann ich mir vorstellen dass man einen ähnlichen Effekt mit reingesprühtem Alkohol hinkriegt…
Ich bin nur mal an Granulation verzweifelt als ich partout Haut mit Walnussbraun schattieren wollte XD

@Silberblume der Effekt dürfte leicht extremer werden, allerdings mMn nicht unbedingt hübscher - du kriegst dann halt sowas wie man es bei einigen Stellen auf dem Green Apatite Swatch sieht, dunkle weit auseinanderliegende Pünktchen auf beinahe weißem Papier. Lunar Black würde ich ohne das Medium nutzen :)

@Sockenzombie & Wüstenpfeil Den Effekt kenne ich und liebe ihn total <3 Aber Granulation ist es nicht, passiert auch mit nicht-granulierenden Farben. Ich weiß nur dass er bei recht viel Wasser auftritt, vielen Dank für die Erklärung wie ichs verstärken kann @Wüstenpfeil :D

@Cynea
Schönes Thema! :)
Ich weiß leider original erst seit ein paar Tagen, das Granulation ein “Ding” ist. Also auch als bewusste Eigenschaft und Effekt.

Ich hatte, bei meinem Versuch das zu googeln, auch einen recht interessanten Effekt gesehen, wo granulierende Farbe dick aus der Tube in eine nasse Farbfläche getupft wurde. Der Effekt da war natürlich nicht nur die Granulation, aber das gab dem Ganzen einen sehr interessanten sedimentären (?) Charakter.

Bzgl Alkohol, ich hatte das gestern mal damit probiert. https://goo.gl/photos/uH1sdKCy1JDkhLvK7
Der Effekt zwischen dem Rot, Grün und Braun sind natürlich sehr unterschiedlich.
Das weichere, seltsame rote Fleckchen unten links, ist mEn mit etwas Alkohol auf dem Pinsel statt Spray.

Ja, man kann mit granulierenden Farben einige spannende Dinge machen - es gibt auch eine Technik mit “Rivulets” wo sehr dicke Tubenfarbe aufgetragen wird und dann weitere Washes gemacht werden während das Papier sehr schräg liegt - dadurch entsteht der Effekt den man manchmal im Sand am Strand beobachten kann wenn das Wasser abläuft.

Okay, zumindest das Grün ist tatsächlich ziemlich ähnlich zu den Effekten die ich mit dem Spray erzeugen konnte :D

Im sicherheitsdatenblatt der sprühgranulation steht ca 90% ethanol. Dazu noch 4% wasser wegen azeotrop, bleiben bis zu 6% von einem Additiv, das relativ hydrophob sein muss und die ionische bindung zwischen partikel und kösevermittler aufheben muss. Und da steckt wahrscheinlich das große geheimnis.

Ich finde das verblüffend, ich habe neulich noch wie irre ein Kinderbilderbuch gewälzt und darüber nachgedacht, wie der Künstler wohl die Struktur in den Bildern immer so hinbekommen hat. Ich kam dann einfach zum Schluss, dass es wohl auch an der Papierstruktur liegen wird. Da sieht nämlich das komplette Bild granuliert aus, also auch die Figuren oder die Objekte, die im Bild drin sind. Wobei ich von Aquarell irgendwann total die Hände gelassen habe, da es mir unheimlich schwer fiel damit “genau” und gleichmäßig zu colorieren. Aber das ist wahrscheinlich auch Übung.

Finde die Technik jedenfalls sehr interessant, aber ich weiß noch nicht ob ich in nächster Zeit darauf zurückgreifen kann, werde es aber im Hinterkopf behalten. Jedenfalls ein großes Danke für die ausführliche Erklärung :)

Genau, solche vollständig strukturierten Bilder sind dann vermutlich auf rauhem Papier entstanden :)

Aquarell ist definitiv Übungssache (es ist einfach damit zu malen, aber sehr schwer es zu meistern) und das Papier spielt eine große Rolle - vermutlich sogar die größte von Papier, Farbe und Pinsel. Auf billigem Zellulosepapier ist es tatsächlich deutlich schwerer gleichmäßige Flächen zu erzeugen da sie zu schnell trocknen, das schafft man meistens nur mit viel Wasser.

Lustigerweise bekomme ich mit Aquarell von allen Techniken (Bleistift und Feder/Liner mal ausgenommen) die feinsten Details hin, deutlich feiner als z.B. mit Buntstift.

Lustig, ich hätte Papier als die letzt(!)wichtigste dieser drei Komponenten eingestuft… Am wichtigsten sind für mich eindeutig die Pinsel. lach

Aber ja, wenn ein Bild komplett strukturiert erscheint, liegt das höchstwahrscheinlich an der Papierstruktur an sich und nicht zwangsläufig (nur) an den Pigmenten.

Liegt an deiner eher trockenen Technik und fortgeschrittenem Niveau :P hier zb: http://www.wetcanvas.com/forums/showthread.php?t=1423535
geht es exakt darum wie man Flächen gleichmäßig hinbekommt und ich könnte dir noch diverse weitere Threads zeigen in denen definitiv die meisten sagen dass das Papier das A und O ist - zumindest für Anfänger.
(Edit: das klingt jetzt so rechthaberisch, sollte es gar nicht >.< Aber ich glaube trotzdem dass Anfänger mit einem 2€ halbwegs spitzem Synthetikpinsel und Arches/Fabriano 300gsm CP es deutlich einfacher haben gleichmäßige Flächen zu malen als mit einem High End Kolinsky mit perfekter Spitze und beliebigem Zellulosepapier)

Pinsel sind natürlich auch nicht komplett unwichtig (vor allem auf Kakao-Größe für Details), aber solange man einen halbwegs spitzen Pinsel hat der nicht alle 5 Sekunden ein Haar verliert kommen auch Anfänger klar.

Ich mal mit Aquarell eigentlich auch auf so gut wie alles xD Eines meiner Skizzenbücher war dieses schwarze von Hahnemühle und ich mochte das total gerne für Aquarellskizzen. Das Papier hat sich zwar leicht gewellt, aber ich mochte den zerknitterten Stil im Skizzenbuch ^^
Also auf 80 g/m² Kopierpapier sollen wir immer im Kunstunterricht (Kunst-Additum!) malen, ich nimm immer selber Papier mit, da das Kopierpapier ab ner bestimmten Wassermenge sich anfängt aufzulösen und Löcher bekommt xD Und wenn ich mal trockener mal dann kann man ZUR NOT drauf malen, aber die Farben werden nur matt und bekommen iwie nen Graustich. Ist aber nur auf Kopierpapier so, im Hahnemühle Skizzenbuch war das nicht der Fall.

Naja, ich denk wer mit Aquarell anfängt kann in den Laden gehen, nach Aquarellpapier fragen und am Ende mit der Eigenmarke des Ladens rausgehen. Ich mein hier gelesen zu haben, dass manche mit dem Rossmann Aquarellpapier arbeiten und es gar nicht soo schlecht finden - ich mein es ist überhaupt Aquarellpapier :D

Wegen Pinsel: Ja, sind wichtig, aber es ist leider ne finanzielle Frage. Wer kein Geld hat um über 10 Euro für nen Pinsel auszugeben und das ist noch SEHR gut gerechnet, mein Kolinsky glaub ich war um die 30 rum (Größe 6), der ist auch mit Synthetikpinseln gut bedient. Ein blutiger Anfänger kann ruhig zum Müller gehen, sich Vernissage kaufen, die sind echt nicht schlecht für den Anfang und damit mal paar Pinselstriche probieren. (Ich verwend die für große Flächen, für Grundierung z.B. noch heute^^) So Unmengen Geld ausgeben muss man nicht um bisschen das Aquarellfeeling zu bekommen. Wichtig ist v.a. es muss wirklich Aquarellfarbe sein und wenns nur Akademie ist, das was die von Pelikan als Aquarellfarbe verkaufen ist ja ein Witz. Wer nur mit Deckfarben gemalt hat, der hat vllt. ein leichtes Feeling für Gouache, nicht aber für Aquarell.

Ich male auch auf diversen Papieren (und muss bei manchen ganz schön kämpfen, da bin ich froh wenn mal wieder ein einfaches dabei ist…) :D Kopierpapier hab ich noch nicht versucht, aber ich bezweifle dass jemand der das ernsthaft (!) machen will und nicht nur “irgendwie Farbe zwischen die Linien kriegen” will mit Kopierpapier anfängt.

Ehrlich gesagt - ich besitze nicht einen einzigen Pinsel der über 25€ gekostet hat (und habe einige sehr gute Kolinskys) und komme wunderbar zurecht ;) Mein absoluter Lieblingspinsel für feinere Dinge ist ein #6er Escoda Reserva (Kolinsky Tajmyr) mit perfekter Spitze und hat 12€ gekostet. Und bei größeren Pinseln reichen mir meist auch die synthetischen/Eichhörnchenhaar/Verwaschpinsel.

Ich glaube wir weichen hier aber leicht vom Thema ab und sollten das eher in den richtigen Aquarellthread verlegen xD

@Cynea,
Vielen Dank für die Antwort:)
& Sorry, dass ich so spät antworte.

Uh. So heißt das also. Effekt war bekannt und wurde immer versucht zu vermeiden :D
Vielen Dank - wenn ich die Tipps einfach umkehren, weiß ich schonmal worauf ich zu achten habe um es zu vermeiden :)

Jap, dafür hab ich extra den unteren Abschnitt eingebaut weil es sicher einige gibt die Granulation lieber vermeiden als zu erzeugen XD

(die Karte an der ich aktuell arbeite besteht iwie zu 90% aus Granulation XD Holz und Samt eignen sich so perfekt dafür…)

Mein Hauptproblem ist immer dass ich dann eig. keine Schatten mehr setzen will weil die Granulation so hübsch ist und ich sie nicht kaputt machen will. Vielleicht muss ich mal anfangen z.B. mit Lila die Schatten erst zu setzen und dann die granulierende Schicht aufzutragen…

Das Schatten zuerst setzen habe ich bei meiner letzten Karte für die Unusual Dragon Hoards ausprobiert und es gab finde ich einen ganz guten Effekt. Obwohl ich sie nachher trotzdem noch mit Buntstift verstärken musste x’D Aber es war nachher noch erkennbar, wo sie hätten sein sollen.

Ich male bei Nachtbildern immer die Schatten zuerst. Das funktioniert aber nur, wenn man lasierende Farben hat, oder auch bei halblasierenden. Bei deckenden Farben kann man es sich sparen.

Zum Thema Granulation. Ich hab mir Magnetit besorgt. Und zwar von Kremer. Ich hatte nie eine Farbe, die stärker granuliert. Für Effekte finde ich sie echt super.
Bei diesem Bild habe ich es im Hintergrund benutzt:http://veolu.deviantart.com/art/On-the-battlefield-660545032
Und auch noch bei einer KaKAO-Karte, aber da fällt es nicht so stark auf, weil der Hintergrund schon ziemlich dunkel war und ich nur noch ein wenig Struktur mit reinbringen wollte.

Meine granulierenden Farben stammen fast alle entweder von Kremer Pigmente oder von Daniel Smith.
Schmincke hat da nicht so viele im Angebot, glaube ich. Das French Ultramarin granuliert etwas, aber im Vergleich zu den DS Farben und dem Ultramarin von Mijello Mission Gold ist das eher dezent.
Kennt einer von euch Schmincke Farben, die stark granulieren?