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Geschlechterrollen und Labels? - Nicht jeder will sich festlegen

@StarChild93

Der Test erinnert mich an den Selbstbewusstsein Test für Tiere. Man klebe den Tieren einen roten Punkt auf und wenn sie sich im Spiegel sehen und den Fleck entfernen, erkennen Sie dich selbst darin.
Blöd nur dass man dafür “eitel” sein muss. :woman_facepalming:
Das Prinzip eines Spiegel haben alle unsere Katzen und Hunde verstanden (nur eine Katze nicht, aber er ist blind). Von diesen 5 Tieren hat nur eine den Spiegel genutzt um sich zu putzen, alle anderen haben über diesen Spiegel “kommuniziert” oder uns über Eck beobachtet. Mein Hund weiß genau wo ich stehe und was mein Spiegelbild ist. Der Test ist halt sehr menschlich. Ab wann entwickeln Kinder ein Selbstbewusstsein und erkennen sich selbst? Das wurde dann 1 zu 1 auf Tiere übertragen und sehr viele Arten sind durchgefallen.
Es ist zwar OT aber ich bin kritisch gegenüber Tests zum Beispiel intelligents Tests. Sie bemessen nur die logische denkfähigkeit von Menschen. Sie können zum Beispiel keine Schwarmintelligenz messen, weil wir Menschen sie nicht besitzen. (Vögel oder Fische schon)
Es gibt übrigens angepasste Tests für Tiere. Man hat beobachtet, dass Hunde nicht über ihre eigene Markierung Makieren, erst wenn ein fremder Hund markiert hat. Das bedeutet Hunde erkennen ihren eigenen Geruch und damit sich selbst. Ab wann ein Welpe sich also selbst erkennt, wird jetzt über einen Geruchstest ermittelt. :'D

Ich habe Hoffnungen, dass Mensch dazu lernt und angepasste, neutrale Tests entwickelt…

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@GruenerTee: Genau aus solchen Gründen vertraue ich solche Tests auch nicht. Dein Beispiel hatte zwar etwas mit Tieren zu tun, aber der Sinn dahinter ist ähnlich. Bloß blöd, dass es doch recht viele Menschen gibt, die solchen Tests blind glauben bzw. vertrauen, ohne irgendwas daran zu hinterfragen. Und so bildet sich auch wieder die Meinung der Menschen gegenüber Männern und Frauen bzw. Geschlechterrollen, auch wenn der Test vielleicht gar nicht aussagekräftig genug war, weil er leider aus vielen verschiedenen Gründen fehlerhaft war…
EDIT: Aber zum Glück entwickeln die Menschen schon angepasste Tests.

Das ist jetzt wieder allgemein: Mir sind im Nachhinein noch ein paar Dinge in den Sinn gekommen. Zum Beispiel: Welche Berufe hatten wohl die Kandidaten sowie Kandidatinnen des Geschlechter-Testes und welche Aufgaben demnach Frauen und Männer besser können als das andere Geschlecht? Soweit wie ich mich daran erinnern kann, wurde gesagt, dass eine Frau von den Frauen einen Beruf im Maschinenbau betreibt und einer der Männer von den Männern Erzieher war…aber was die anderen Kandidaten/Kandidatinnen für Berufe hatten, wurde nicht verraten. Das macht mich auch ein bisschen stutzig :/…Denn vielleicht wurden die Kandidaten sowie Kandidatinnen absichtlich so ausgewählt, dass sie die Aufgaben ihrer Geschlechterrolle gut können, eben weil sie einen Beruf ausüben, der in diesem Bereich liegt und nur jeweils eine Person der beiden Parteien hatte einen geschlechteruntypischen Beruf, damit man behaupten konnte, dass es auch Ausnahmen gibt, die nicht in ihr Geschlecht passen. Ich weiß, das ist jetzt sehr weit hergeholt und kann auch totaler Quatsch sein, weil ich mich eh auch schon nicht mehr hunderprozentig an den Test erinnern kann. Aber es war mal so eine Überlegung von mir, denn es wird ja gerne mal rumgetrickst um Dinge anders erscheinen zu lassen, als es die Wirklichkeit ist.
Auch kam mir in den Sinn, dass Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungen schon von Kindheit an in bestimmte Richtungen sowie Aufgaben geschult werden, die in ihre Geschlechterrollen unterteilt sind, was natürlich nicht nur bewusst stattfinden kann, sondern auch unterbewusst (mir ist schon klar, dass nicht jedes Kind bewusst in eine Geschlechterrolle erzogen wird, war ja bei mir auch nicht so. Aber das Umfeld an sich sowie die Medien und Vorbilder der Kinder erzieht ein Kind ja quasi auch unterbewusst, ganz unabhängig von den Eltern, eben weil es die Gesellschaft schon seid vielen vielen Jahren gewohnt ist, dass Frauen und Männer unterschiedliche Aufgaben machen/haben). Also ich meine damit jetzt, dass Mädchen und Jungen schon von kleinauf bewusst oder unterbewusst Dinge tun, die in ihren Geschlechterrollen liegen. Und wenn sich demnach die Mädchen und Jungen in diese geschlechterrollenspezifischen Richtungen bilden, braucht man sich auch nicht wundern, warum Frauen und Männer dann auch im Endeffekt unterschiedliche Dinge gut können, eben weil sie sich in diese Richtungen schon von Kindheit an gebildet haben, bewusst oder unterbewusst. Das schreibe ich alles aus dem Grund, weil ich mal darüber nachgedacht habe, wie es bei mir war, als ich noch ein Kind war und auch was mir Freunde sowie Freundinnen berichtet haben, wie es bei ihnen war, als sie noch klein waren. Auch wenn man es nicht bewusst wargenommen hat, tat man meist doch die Dinge, die in Geschlechterrollen aufgeteilt waren (also Mädchen haben meist Mädchensachen gemacht und die Jungs meist Jungssachen). Nicht, weil man es musste, sondern weil es gesellschaftlich als richtig angesehen war und wenn man sich nicht typisch mädchenhaft oder typisch jungshaft verhalten hatte, war man Außenseiter und wurde oft auch nicht von anderen Mädchen sowie Jungen respektiert/akzeptiert. Ich weiß noch ganz genau wie andere Mädchen über mich hergezogen haben, weil ich Videospiele gespielt habe und mich weder hübsch angezogen noch geschminkt habe (zu meiner Zeit als Kind und Jugentliche war es noch typischer Jungskram Videospiele zu spielen, das ist ja mittlerweile zum Glück nicht mehr ganz so krass). Ich war sogar eine richtige Außenseiterin, weil ich mir keine sexy Kleidung angezogen habe, weil ich mich nicht geschminkt hatte und weil ich allgemein wenig mädchenhafte Sachen gemacht hatte.

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Ich bin gerade regelrecht geschockt. Auch wenn es humorvoll sein sollte… So wirklich lustig finde ich das nicht. :confused:

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„Etwas überspitzt und lustig”…
Was ist an dem Video bitte lustig? Ist schon merkwürdig wie unterschiedlich die Einschätzungen sein können wenn es um etwas vermeintlich „Lustiges” geht…
Passiert ja erstaunlich oft wenn jemand behauptet „das war doch nur Spaß”.
Hatte weder Werbespot noch Artikel vorher mal gesehen; ein interessanter Beitrag…

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Woa, was für ein Werbespot. Als ich den Artikel gelesen habe, fragte ich mich, was sie dann zum Vatertag machen? Väter die super beim Fußball spielen sind, Spielzeugautos reparieren oder mit Junior im Schlamm spielen, und Mutti bringt allen am Ende des Tages Essen an Tisch während Vater und Sohn sich anlächeln und verschmitzte Blicke zuwerfen als würden sie sich über einen Insider-Witz amüsieren? :woman_facepalming: Also echt, manchmal habe ich den Eindruck, dass wir in SM zwar über Gleichberechtigung sprechen und sich Leute bessern, aber in der Medienlandschaft außerhalb herrschen immer noch steinzeitliche Rollenbilder.

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Oh Gott! Würde man solch einen Werbespot machen, nur mit dem gegenteiligen Geschlecht und dazugehörender Handlung, dann kann Edeka dicht machen °XD (warum kann man sich denken).
Aber mal ehrlich…das ist so Väterfeindlich/Männerfeindlich, dass man sich nicht wundern braucht, wenn es Hass bekommt. Das war eine miese Aktion und das ist noch viel zu nett gesagt, ich will nur nicht mit Schimpfwörtern um mich schmeißen.
Über den Werbespot kann ich nicht lachen, aber über die Aussage, dass es nur humorvoll sein soll schon. Solange es Väterfeindlich ist und nicht Mütterfeindlich geht das klar oder was? Als ob die echt geglaubt hatten, dass der Spot gut ankommt…

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Ich habe mir den Clip eben zum ersten Mal angeguckt und wünschte jetzt, ich hätte es nicht :roll_eyes:
Ernsthaft, das ist doch ein Schlag ins Gesicht für all die Papas da draußen, die sich täglich bemühen und ihren Kindern exakt die gleiche Liebe und Aufmerksamkeit zukommen lassen wie die Mamas.
So ein richtig toller Stammkneipenhumor, absolut nicht meins.

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Ich finde diesen Artikel sehr interessant, weil er mal von einem Mann geschrieben wurde, der nicht gleich in die Verteidigung geht, sondern auch die Vorteile fürs eigene Geschlecht bei solchen Debatten erkennt.
Ist ja eher selten. Normalerweise ließt man immer nur von diesen Flachpfeifen, die selbst nichts auf die Reihe kriegen und mega unzufrieden sind, es aber nicht zugeben wollen. Zum Thema Mut steht auch was im Artikel.

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Bezüglich Kleidung
da ich mit 1,80m relativ groß für mein agab (assigned gender at birth) bin, vor allem die Schuhgröße, mittlerweile bin ich bei 42 angekommen, hatte in der letzten Dekade nochmal 2 Größen zugelegt), passte mir Kleidung oft ohnehin nicht, vor allem Hosen, ich war sehr lange eher dünner, damals passte mir nichts feminines so richtig, vor allem bei breiten Hüften und breiten Schultern und zu langem Oberkörper und ich war immer unzufrieden. Heute hätte ich gern meine Figur von damals zurück, ich arbeite dran sigh was Schuhe betrifft, gibt es mittlerweile mehr Auswahl in größeren Größen als früher, und ich kann mir eher aussuchen, ob ich was maskulines, sportliches oder feminineres tragen will. :)

Anderes
Pro Unisex-Toiletten. Ganz klar, alles andere wäre trans- und interfeindlich. Zudem wurde diese Trennung aus patriarchalen Beweggründen etabliert und wird heute von TERFs aufrecht erhalten (kann Quellen zu dem Thema nachreichen, falls wer darüber mehr lesen mag, will das hier nicht zu unübersichtlich)

Ich persönlich
…bin davon gleich mehrfach betroffen (eigene und Elternperspektive). Ich war nie so wie die anderen Mädchen, aber ein Junge sein wollte ich auch nicht. Ich dachte, es habe mehr mit meinen Interessen zu tun, die in den 80ern noch sehr männlich assoiziiert wurden, wie Videospiele, Konsolen, Computer, SciFi, Comics, Pen & Paper… Da ich später noch ganz andere Sorgen hatte, hab ich das zum Teil weggeschoben und hab auch gedacht, das wäre normal. Ich hatte keine Ahnung, dass es noch was anderes als binäre Geschlechter gibt. Das hat sich durch mehrere Dinge in der letzten Zeit geändert. Ich habe Menschen kennengelernt, die trans sind, und so mehr über das Thema gelernt. Gleichzeitig ist es auch sonst in den Medien und in der Popkultur immer präsenter geworden. Und als sich mein Sohn dann letztes Jahr als trans männlich geoutet hat, etwas später auch in der Familie und in der Schule, habe ich mehr über mich selbst nachgedacht und festgestellt, dass sich mein Anderssein nicht nur auf Neurodivergenz (ADHS/Autismus) beschränkt, sondern dass ich nichtbinär bin.
Manchmal mache ich mir noch Vorwürfe, wenn ich darüber nachdenke, wenn ich schon früher mehr über das Thema gewusst hätte, ob ich ihn besser, also genderneutraler erzogen hätte - er hat so typisch weiblich assoiziierte Kleidung von der Oma ausgesucht zB immer gehasst und die landete immer hinten im Schrank bzw. Flohgmarkt/Altkleidung irgendwann - ob es mein Sohn dann auch früher gemerkt hätte - dann wäre ihm zum Beispiel die Mastektomie (Brustreduktion) erspart geblieben, und die Dysphorie jetzt, bis er mit der HRT (Testosteroneinnahme) beginnen darf, wäre auch durch Pubertätsblocker verhinderbar gewesen - ich hätte ihn besser unterstützen, ihm besser helfen können, obwohl mir oft gesagt wird, dass er Glück hat, Verständnis zu bekommen und auch kein transfeindliches, sondern ein positives Umfeld zu haben; es belastet mich, dass ich nicht mehr tun kann, auch weil die Gesetzeslage so schlecht und die Schritte zur Änderung des Vornamens und Geschlechtseintrages wegen der geforderten Gutachten auch sehr viel Geld kosten.

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Hmm, ich steige hier mal etwas unpassend direkt in der Quasselecke ein…
aber das Thema ist mir wichtig und ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich dazu öfter mal was sagen sollte. Weil mir bei dieser Art von Diskussionen fast immer Aspekte fehlen, die im Moment meine Realität sind und die ich vielleicht früher hätte wissen sollen (vor fünf Jahren hätte ich sehr ähnlich argumentiert wie die meisten hier):
Zuallererst das Thema Geschlechterprägung bei Kindern: ich bin der Überzeugung, dass wir unsere Kinder grundsätzlich nicht formen, sondern kennenlernen sollten. Natürlich muss man ihnen beibringen wie man sich so verhält, dass das gesellschaftliche Zusammenleben funktioniert, z.B. nicht schlagen, Dinge teilen etc., aber grundsätzlich sollte man an die Kinder mit Neugier statt mit Vorstellungen und Ansprüchen herangehen. Mein Sohn liebt aber eben Autos, Motorräder und Dinosaurier über alles (verkleidet sich aber auch gerne als Fee-Prinzessin…mit Schwert!) und meine Tochter hasst Technikspielzeug und liebt Glitzer. Das weiß ich, weil ich sie beobachte und kennenlerne, nicht weil ihnen das vorgegeben wurde.

Und das ist der Punkt, den ich bei Feminismusdebatten vermisse: Frauen und Männer sind NICHT gleich. Gleichwertig, ja, aber nicht gleich. Unser großes Problem ist, dass den „Frauenaufgaben“ ein geringerer Wert zugeteilt wird, als den Männeraufgaben. „Du bist also nur zuhause bei den Kindern während dein Mann arbeitet?“ Wie bitte, „NUR“???
Eine Frau ist in diesem Denken erst dann gleichwertig, wenn sie sich wie ein Mann verhält. Ihren Mann steht. Damit verstärken wir das eigentliche Problem, nämlich, dass weibliche Arbeit nichts wert ist. Je mehr „Emanzipation“ stattfindet, desto weniger ist das typisch weibliche Wert. Wir entwerten uns selbst, indem wir krampfhaft versuchen endlich genauso viel wert zu sein wie die Männer. Das KÖNNEN Frauen zweifellos, daran liegt es nicht. Die Frage ist, ob sie es sollten.

Ich habe vor einem halben Jahr mein drittes Kind geboren. Meine gesamte Bauch/Beckenregion ist völlig im Eimer. Weil ich immer der Typ „ich stell mich nicht an wie ein Mädchen, ich kann das genausogut wie ein Mann“ war. Zuviele Schwere Sachen durch die Gegend geschleppt, zu schnell wieder voll ins Leben und die Arbeit eingestiegen nach den vorherigen Geburten. Die Folge sind Organabsenkungen, Inkontinenz, Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen.
Was mich jetzt aber wirklich entsetzt hat: das ist normal!!! Damit hat weit über die Hälfte aller Frauen zu kämpfen (selbst Kinderlose). Das weibliche Becken hält der männlichen Lebensart nicht stand.
Und ich als studierte Ingenieurin, mit Kindern, Arbeit, Haushalt, Selbstbewusstsein , Unabhängigkeit und allem, was eine Emanzipierte Frau ausmacht, erlebe, wie SCHUTZBEDÜRFTIG Frauen eigentlich sind. Ich hätte verdammt nochmal beschützt werden sollen davor, meinen Mann zu stehen. Dafür sind die Männer da! Kinder kriegen können sie nämlich nicht! Diese bescheuerten alten Rollenklischees hatten einfach deutlich mehr Sinn, als ich mir das vorstellen konnte.
…übrigens klappt das mit „der Mann kann doch genausogut auf die Kinder aufpassen, wenn sie dann mal geboren sind“ auch nur in der Theorie. Babys wissen nämlich noch nichts von Emanzipation. Diese kleinen Monster drängen die Frau erbarmungslos in die Mutterrolle. Sie sind nicht nur total fixiert auf Mama (sie kennen sie schließlich schon gut als Geborgenheitsspender im Bauch), sie sind auch ernährungstechnisch komplett abhängig. Klar gibts auch Flaschennahrung, aber wer mal kurz die gesundheitlichen Vorzüge des Stillens überfliegt, erkennt, dass man sich da die Emanzipation teuer beim Kind erkauft.
Ok, gestillt wird nur so ca. ein Jahr, aber dann kann ja wohl endlich der Papa ran! …theoretisch, ja, wenn man denn das auf die Mama geprägte, antifeministische Monsterchen dazu bekommt den Papa als Mamaersatz zu akzeptieren. Irgendwie bekommt man es natürlich dazu, sogar bei völlig fremden Leuten in der Krippe zu bleiben, wenn denn beide Elternteile emanzipiert sein wollen (schließlich will sich auch der Papa nicht anhängen lassen „nur“ bei den Kindern zu Hause zu sein während die Frau allein das Geld verdient), aber ehrlich gesagt hat das Kind ja wohl auch keine andere Wahl.
Die negativen Folgen von ausufernder Fremdbetreuung in der DDR können inzwischen aufgearbeitet werden, auf die aktuelle Situation bezieht das aber niemand, weil zur Gleichberechtigung halt dazugehört, dass die Frau „was Richtiges“ arbeitet. Weil Gleichberechtigt und Gleichwertig nicht möglich ist, solange man nur minderwertige „Frauenarbeit“ leistet, die nichtmal durch unser Wertbemessungsmittel Geld entlohnt wird.

…übrigens kann man aktuell gut sehen, dass es daran liegt, wer die Arbeit hauptsächlich ausführt, ob sie viel oder wenig wert ist. Der Herr Oberlehrer war mal viel Wert, inzwischen sind Lehrer unterbezahlt. Sind jetzt ja auch zu einem großen Teil Frauen. Der Wandel vollzieht sich nach und nach auch bei Ärzten, bei bestimmten Zweigen der Naturwissenschaften (z. B. Biologie), einige Meisterberufe (Schneider, Konditor, Friseur…), Designberufe, etc. Solange die Frau versucht den Wert des Mannes zu erreichen indem sie ihn nachahmt, kann sie das Spiel nur verlieren. Emanzipation sollte erreichen, dass Frauenarbeit gleich viel Wert ist… da das aber ein weltweites Problem zu sein scheint, ist das sehr viel schwieriger.
Vielleicht, ganz vielleicht, machen es die völlig unemanzipierten Frauen in vielen Kulturen auch gar nicht so verkehrt. Die Männer glauben lassen, dass sie der Chef sind, Männer eh alles besser und toller und viiiiel wertvoller machen, und unter sich darüber lachen und ihr eigenes Ding machen. Nur leider ufert das oft so aus, dass einige auf die Idee kommen, es wäre tatsächlich so und Männer dürften mit wertlosen Frauen verfahren wie sie wollen… tja, alles ziemlich verzwickt und verfahren.

So, nun steht hier in einem viel zu langen Beitrag mal das, was mir bei den ganzen Feminismussachen immer fehlt.
Abschließend möchte ich anmerken, dass ich hier natürlich extrem stereotypisch in Mann und Frau geteilt habe (um meine Sichtweise einigermaßen verständlich rüber zu bringen); ich glaube im ersten Absatz über Kinder ist aber erkennbar, dass
ich jeden das sein lasse, was er/sie/es sein möchte. Und zwar gleichwertig.

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Ich verstehe beide Standpunkte. Pro Unisex-Toiletten und auch das Contra. Das Problem was ich bei Unisex-Toiletten sehe, ist das Verhalten mancher Männer. Ich hab generell ein wenig Angst vor Männern und bin ihnen misstrauischer als Frauen, weil ich weiß, wie sie drauf sein können und mir körperlich überlegen sind (ich bin sehr schwach). Ich fühle mich irgendwie unwohl, auf eine Bahnhofstoilette mit fremden Männern zu gehen.
Unisex-Toilettem tagsüber bei kontrollierten, nicht-alkoholisierten Publikum (Konferenzen, etc.) fände ich gut, aber komplett unkontrollierte Plätze, da hab ich zu viel Angst.
Bei Transgender würde ich aber sagen, mir ist es egal, auf welche Toilette sie gehen. Ob auf die Frauen oder auf die Männer-Toilette. Wichtig ist, dass Menstruations-Produkte in allen Toiletten beiliegen und beide genau gleich ausgestattet sind.
Wenn sich aber die Mehrheit der Personen mit Unisex-Toiletten wohlfühlt bzw. die Mehrheit der Transgender-Leute (die es ja auch primär betrifft), es sich wünschen, dann stell ich mich nicht dagegen, sondern geh dann gar nicht mehr auf öffentliche Toiletten, außer es sind Einzel-Toiletten (wie Flugzeug, Bahn, o.ä.). Ist in dem Fall mein Pech und ich pass mich der Mehrheit an.

Was mir noch einfällt, dass es dringend mal einer Abstimmung bzgl. dem Gendern seitens Duden bedarf. Derzeit gibt es * und :-Schreibweisen. Ich dachte lange, dass “:” inklusiver sei als “*”, weil ich davon ausgegangen bin, dass Screenreader “:” als Pause vorlesen, aber scheinbar gibt es beides und Nutzer und Nutzerinnen können das “:”-Vorlesen auch anschalten. Der dt. Blinden- und Sehbehinderten-Verband findet beides nicht wirklich inklusiv und es gibt derzeit keine wirkliche Empfehlung (Gendern - Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.). Das finde ich sehr schade und hoffe, dass bald eine Einigung getroffen wird, sodass die Software entsprechend programmiert werden kann.
Derzeit ist es ja ein Mix aus mehreren Varianten. Ich nehm grad trotzdem den “:” (da die Tagesschau und viele öffentlichen Medien es nutzen) und versuche meistens andere, alternative, neutrale Wörter zu nehmen, aber manchmal geht es nur schwer und man ist doch wieder bei der Entscheidung Stern oder Doppelpunkt.

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Gegen Unisex-Toiletten, ganz klar. Und gegen das vorgeschobene Argument mit den “Intersexuellen”, die angeblich durch die Toiletten-Trennung diskriminiert würden. Die wenigen tatsächlich Betroffenen? Suchen sich halt ein Klo aus. Wie es Trans- und Inter-Personen jetzt schon tun, ohne dass es dagegen irgendwelchen nennenswerten Widerstand gäbe.

Übrigens habe ich auch ganz massiv was gegen den frauenfeindlichen Kampfbegriff “TERF”. Es ist nämlich keinesfalls zwangsläufig transfeindlich, bei allem Verständnis für die Belange von Transgender-Personen auch die Belange von cis-Frauen nicht komplett aus den Augen zu verlieren.

Es gab diese ganzen Unisex-Experimente ja schon. Man sieht, dass sie scheitern. (Und nur zur Klarstellung: Transpersonen sind überhaupt nicht das Problem. Das Problem sind, statistisch betrachtet, cis-Männer, die den erleichterten Zugang zu cis-Frauen in vulnerablen Situationen missbrauchen!)

Ich würde meinen, das Bedürfnis, keine sexuellen Übergriffe erleiden zu wollen - was der Hauptgrund für getrennte Einrichtungen ist - pauschal als “transfeindlich” abzustempeln, ist… zutiefst frauenverachtend. Die entsprechenden Aktivisten (die übrigens keinesfalls für 100% der Trans- und Intersexuellen sprechen!) sagen damit doch faktisch nichts weiter als “uns ist sch***egal wenn ihr belästigt und vergewaltigt werdet, unsere Gender-Befindlichkeiten sind viel wichtiger als eure körperliche Sicherheit” - und, nein. Einfach nein. Ich hab viel Verständnis dafür, dass Gender-Dysphorie scheiße ist, und die Betroffenen haben mein herzliches Mitgefühl, aber das ist eben trotzdem kein guter Grund, andere Leute in Gefahr zu bringen, und jede (bewusst nicht “gegendert”: es sind nun mal fast ausschließlich cis-Frauen, die unter diesen Unisex-Experimenten leiden), die es wagt, aufzumucken, mit dem Begriff “TERF” mundtot zu machen.

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Ich möchte zu meinem damaligen Post noch etwas hinzufügen: Auch wenn ich mich bei Unisex Toiletten nicht so wohl fühlen würde habe ich kein Problem damit wenn Trans-Frauen die Damentoilette benutzen. Das sind für mich Frauen.

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Da möchte ich hinzufügen: die sind nicht nur für dich Frauen, die sind Frauen - auch juristisch - und benutzen ganz selbstverständlich bei Bedarf die Damentoilette. (Sprich: dafür brauchts keine neue Regelung oder Unisex-Einrichtungen.)

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Ich bin auch gegen Unisex-Toiletten in der breiten Fläche. Bei Einzelkabinen ist es mir auch egal, aber in größeren Räumen, in denen mehrere Leute unterwegs sind, will ich auch keine Männer. Ich finde den Vorschlag Tampons etc. in die Herrentoiletten zu packen besser. Außerdem würde ich mich auch freuen, wenn es auf allen Herrentoiletten standardmäßig Wickeltische gäbe. Die werden vielleicht nicht so oft genutzt, aber es ist auch blöd wenn Männer dafür extra auf die Frauentoilette müssen bzw. dann doch immer die Frau wickeln muss, wenn man gemeinsam unterwegs ist.

Es ist natürlich blöd und unfair, aber die Trennung hat leider ihre Gründe. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich einige Trans-Frauen auf reinen Frauentoiletten wohler fühlen.
Etwas doof ist es für Leute, die sich nicht richtig einordnen können. Aber ich hätte keine Probleme damit diese Personen auf der Frauentoilette zu haben.

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Tampons in die Herrentoiletten? Wie viele Damentoiletten haben denn Tampons ausliegen? Ich hab das erst ein oder zweimal in meinem ganzen Leben gesehen. (Mal ganz abgesehen von hygienischen Erwägungen.) Ich kenne es so, dass menstruierende Menschen egal welchen sozialen Geschlechts ihren jeweiligen Bedarf sowieso dabei haben.

Aber ich bin für Wickeltische in der Herrentoilette. Die Vorstellung, dass nur Frauen Babys wickeln, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

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Ich denke da hauptsächlich an die Mülleimer neben den Toiletten. Es wäre schon fair, wenn es solche auch in Herrentoiletten geben würde. Wickeltische wären natürlich auch cool. Wobei ich es auch kenne, dass zum Wickeln ein seperater Raum angeboten wird, was ich auch sinnvoll finde :)

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Ich muss hier mal gegenreden: TERF bezieht sich auf eine bestimmte Ideologie, die ganz explizit (oder zumindest bei allen Lippenbekenntnissen de facto) Transpersonen ausschließt. Der Begriff ist schlicht eine akkurate Bezeichnung.

Was ich mit Transpersonen ausschließen meine sind Dinge wie:

  • Transpersonen bewusst misgendern oder Deadnamen weil “sex is real!”
  • Forderungen von Trans-Aktivisten verweigern/blockieren weil “sie könnten cis-Frauen schaden!” (Standard ist hier die strikte Weigerung, Trans-Frauen Damentoiletten benutzen lassen zu wollen, weil "Oh mein Gott, was ist, wenn cis-Männer das ausnutzen?) ohne selbst jemals irgendeine alternative Option zu geben
  • die Exitstenz/Legitimität/Identität von Transpersonen in Frage zu stellen/nicht anzuerkennen. Oder nur mit massiven Hürden anzuerkennen (z.B. du musst fully transitioned sein, damit ich auch nur darüber nachdenke, das richtige Pronomen zu verwenden) und dementsprechend z.B. Trans Frauen als Männer in Kostümen zu bezeichnen.

Es gibt sicher noch andere Ausprägungen, aber das sind jetzt mal die, die mir einfallen. Und ja, bei jedem potentiellen Problem zuerst auf cis-Frauen und dann, viel später, vielleicht irgendwann mal auf Trans-Personen zu schauen ist nun mal Trans-Exclusionary, das hat nix mit Frauenfeindlichkeit zu tun.

Zum Thema unisex-Toiletten: wo liegt das Problem darin, eine dritte Option anzubieten? Dann muss sich niemand beschweren. Und bei den Einzel-Räumen die praktisch absperrbare Mini-Badezimmer für eine Person sind, halte ich es persönlich für komplett sinnlos, sie nach Geschlechtern zu trennen.
(Und zu deinem Artikel: changing rooms und öffentliche Toiletten sind nicht dasselbe und sind sehr unterschiedliche Umgebungen.)
Edit: Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass ich persönlich pro Unisex-Toiletten bin und auch in Unisex-Umkleiden noch nie Probleme erlebt habe (die btw nix mit Inklusivität und sehr viel mit “Wir haben nur Platz für eine Umkleide” zu tun hatten).

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Das Problem bei den Unisex Toiletten ist, dass sie oft nicht als dritte Alternative angeboten werden, sondern die anderen beiden ersetzen sollen. Meinetwegen darf es gerne drei geben.

Ich will nicht sagen, dass Unisex-Toiletten (oder Umkleiden) grundsätzlich zu Problemen führen, aber sie haben schon ein gewisses Potential. Besonders an Orten, an denen Tag und Nacht Zugang herrscht und einfach keiner kontrolliert.

Selbst habe ich bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, aber es gibt viele Leute, denen es anders geht und die dürfen nicht vergessen werden, sonst ist eine Debatte über Gerechtigkeit nämlich gleich hinfällig.

Prinzipiell finde ich es aber gut, dass wir uns darüber unterhalten. Das zeigt doch, dass Menschen, die sich in unserem binären Geschlechtersystem nicht aufgehoben fühlen, inzwischen auch mit einbezogen werden. Auch wenn noch kaum was umgesetzt wurde, aber das wird sich hoffentlich noch ändern.

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