@MiseryInk: Wie ich schon im Kommentar zu eine deiner Karten geschrieben habe, beschäftigt und interessiert mich das Thema Geschlechterrollen auch sehr. Daher möchte ich gerne etwas dazu schreiben. Und noch mal vielen Dank, dass du mir den Link zu dem Thread geschickt hast, ich finde ja so selten selbst zu solchen Themen °xD. In meinem Text wird auch einiges drinstehen, was ich bereits schon in deinem Kommentar geschrieben habe, daher wunder dich bitte nicht, falls dir etwas bekannt vorkommen sollte, da dieser Text hier für die Allgemeinheit gedacht ist.
Bevor ich anfange über das Thema zu schreiben, möchte ich darauf hinweisen, dass alles, was ich hier verfassen werden, nur meine Persönliche Meinung ist und sich NIEMAND angegriffen fühlen brauch! Ich habe weder gegen Frauen noch gegen Männer etwas und alles, was ich hier schreibe, ist weder Frauenfeindlich noch Männerfeindlich gemeint (auch wenn man es teilweise so auffassen mag, aber es ist tatsächlich nicht so)!
Zum Thema Geschlechterrollen:
Bei mir ist das ganz ähnlich, ich finde Geschlechterrollen auch störend und nervig und hinterfrage viel, was damit zusammenhängt. Ich persönlich kann mit Geschlechterrollen auch nichts anfangen, weil ich selber eine Person bin, die sich weder weiblich noch männlich fühlt oder wenn sogar beides (wobei man hier auf kk.de vermutlich mehr meine weibliche Seite sieht, weil ich diese hier mehr auslebe. Aber im privaten Leben interessiere ich mich auch für viele Sachen, die Männer hautsächlich gerne machen). Ich stoße auch immer wieder auf Geschlechterklischees, egal ob im Privaten oder auf Arbeit.
Ich selber bin ein sehr freiheitsliebender Mensch und ich finde, dass Geschlechterrollen einen Menschen sehr in seiner Freiheit einschränken, denn je nach Geschlecht werden bestimmte Dinge von einem abverlangt, die man vielleicht gar nicht möchte oder für die man sich selber gar nicht fähig fühlt und das nur, weil es die Gesellschaft gerne so sehen/haben möchte. Beispiele wäre dafür, dass Frauen gut im Haushalt und in der Kindererziehung sein sollen, Männer hingegen sollen das starke Geschlecht repräsentieren und der Beschützer der Familie sein. Natürlich gäbe es noch viele andere Beispiele, dies waren nur ein paar Genannte. Aber Frauen wollen gar nicht immer gut im Haushalt sein und Männer wollen vielleicht auch nicht immer das starke Geschlecht sein müssen. Ich selber kann mit Kindern auch nicht so gut umgehen und empfinde auch keine Mutterinstinkte, wenn ich ein Baby oder Kleinkind sehe, so wie es bei manchen der Fall ist.
Ich persönlich kann damit auch nicht umgehen, wenn mich jemand in eine Rolle drängen möchte, da ich mich dadurch in meiner Freiheit und eigenen Persönlichkeit angegriffen sowie verletzt fühle. Außerdem ist jeder Mensch ein individuelles Wesen, weswegen es nicht gut ist jemanden eine Rolle aufzuzwingen, nur weil es die Gesellschaft nicht anders akzeptieren möchte. Dadurch, dass jeder individuell ist, sollte man lieber den Menschen selbst entscheiden lassen, wie er wirklich sein möchte bzw. wie er sich auch selber fühlt. Außerdem ist doch eh jeder von uns etwas weiblich und männlich zugleich, weil Frauen sowie Männer auch Hormone des anderen Geschlechts in sich tragen, auch wenn meist etwas unterschiedlich verteilt.
Die Medien und Erziehung der Kinder:
Vieles wird uns Menschen auch durch die Medien anerzogen. Egal ob man im Internet unterwegs ist, Fernsehen schaut, eine Zeitschrift liest oder Radio hört, überall wird davon erzählt und Bilder gezeigt, wie man als Mann oder Frau zu sein hat. Demnach erziehen einen nicht nur die eigenen Eltern eine Geschlechterrolle an, sondern auch die Medien. In den Medien gibt es auch viele mehr oder weniger gute Vorbilder für Kinder und Teenager, sowie auch für Erwachsene, die einen vormachen, wie man sich als Frau oder Mann zu geben und zu kleiden hat. Und wie eben schon erwähnt gibt es da noch die Eltern, die auch oft dafür zuständig sind, dass sie einem Kind quasi eine Geschlechterrolle anerziehen. Klar mag es sein, dass bei Männern und Frauen die Hormone etwas unterschiedlich sind, aber einem kleinen Kind schon von Anfang an einzureden, wie es als Mädchen oder Junge zu sein hat und mit welchen Spielsachen es demnach spielen darf und mit welchem nicht, finde ich absolut nicht korrekt. Ich finde damit unterdrückt man als Elternteil sogar die Charakterentwicklung des Kindes, weil es selber nicht entscheiden darf, wie es sein möchte. Ich erlebe es auch öfters in der Öffentlichkeit, wie manche Eltern mit ihren Kindern umgehen. Einmal stand eine Mutter mit ihren kleinen Jungen vor mir an der Kasse im Laden und der kleine Junge wollte ein rosa Überraschungs-Ei haben (halt dieses Überraschungs-Ei für Mädchen. Dass Überraschungs-Eier überhaupt ein Lable bekommen haben ist schon ziemlich fragwürdig). Die Mutter hatte ihrem Jungen nicht erlaubt, dass Überraschungs-Ei haben zu dürfen, mit der Begründung: „Das ist für Mädchen, damit spielen Jungs doch nicht!“ Der Junge hatte so geweint, weil er das rosa Ei nicht haben durfte. Allgemein finde ich auch, dass Spielsachen gar kein Lable haben sollten, sondern einfach für jeden gemacht sein sollten, egal ob es eine Puppe, ein Auto oder sonst der Gleichen ist. Dann würde es auch gar nicht erst das Problem geben, dass man einem Mädchen oder Jungen vorschreibt, mit was es oder er zu spielen hat.
Ich habe mal vor längerer Zeit einen Artikel im Internet gelesen, der auch um Geschlechterrollen sowie Emanzipation ging, der mir teilweise die Sprache verschlagen hat. Warum brauche ich nicht erklären, ich schreibe einfach mal worum es in diesem Artikel ging, das ist schon Erklärung genug.
Und zwar ging es darum, dass der Schreiber dieses Artikels meinte, dass die Emanzipation der Frau etwas ganz Schlechtes sei. Er meinte, indem sich eine Frau dem Mann gegenüber emanzipiert, entzieht sie sich selbst dem natürlichen Schutz des Mannes, da sie versucht dem Mann gleich zu sein. Er meinte eine Frau ist zwar gleichwert wie ein Mann, aber ihn im Allgemeinen nicht gleich, weswegen sie den Schutz und die Obhut des Mannes benötigt. Dies sei von der Natur so vorgesehen und indem eine Frau versucht nicht mehr in ihrer weiblichen Rolle zu sein, würde sie zur Dekadenz bzw. Entartung neigen. Dies bedeutet sozusagen, dass wenn eine Frau nicht mehr das schwache Geschlecht und nicht mehr klassisch weiblich sein möchte, dass sie dann auch quasi keine Frau mehr wäre und ihrem Geschlecht entartet. Außerdem erklärte der Schreiber des Artikels weiter, dass eine Frau lieber ihren Pflichten nachgehen sollte, beispielsweise solle sie Kinder bekommen und diese erziehen, um den Fortbestand der Menschheit abzusichern. Auch schrieb der Artikelschreiber, dass eine Frau für einen Mann nicht mehr anziehend und attraktiv ist, wenn sie sich nicht mehr wie eine Frau verhält und versucht dem Mann gleich zu sein. Denn dadurch, dass Männer und Frauen angeblich so unterschiedlich seien, ziehen sie sich an und wenn es diese Unterschiede nicht mehr gibt, ziehen sich angeblich beide Geschlechter nicht mehr an und lieben sich demnach auch nicht mehr.
Das war eigentlich noch nicht das Ende des Artikels, aber mehr weiß ich von dem Artikel leider nicht mehr, weil es schon so lange her ist, seitdem ich ihn gelesen hatte. Das waren aber die Hauptbestandteile des Artikels, die ich hier geschrieben habe.
Dieser Internetartikel wurde übrigens in der NEUZEIT verfasst! Das ist NICHTS aus dem Mittelalter oder der Gleichen! Ich habe SO gelacht, als ich das gelesen hatte XDD! Ich war teilweise sprachlos und gleichzeitig konnte ich einfach nur darüber lachen! Diese Person, die das geschrieben hat, ist absolut nicht auf die Individualität des Menschen eingegangen. Er hat es nämlich so geschrieben, als ob dies auf alle Männer und Frauen der Welt zutreffen müsste. Klar gibt es auch Menschen, auf die dieses Rollenklischee zutrifft, wie es der Schreiber des Artikels beschrieben hat. Aber es gibt auch viele Männer, die auf starke Frauen stehen und viele Frauen, die sanfte sowie feminine Männer attraktiv finden. Und wie ich weiter oben schon erwähnte will gar nicht jeder Mann der starke Beschützer der Familie bzw. der Frau sein. Außerdem war der ganze Artikel von oben bis unten sexistisch und ich glaube der Schreiber hatte sich auch keine Gedanken darum gemacht, warum manche Frauen überhaupt emanzipiert sein wollen und für Gleichberechtigung kämpfen. Viele Frauen wollen nämlich gar nicht mehr das schwache Geschlecht darstellen müssen, weswegen sie ja auch für die Gleichheit gegenüber dem Mann kämpfen! Einfach damit sie sich frei fühlen können und nicht mehr vom Mann abhängig sind, ist doch eigentlich völlig logisch! Außerdem bin ich SEHR WOHL der Meinung, dass Frauen sich auch selbst verteidigen können sollten! Zum einen hat eine Frau nicht immer einen Mann um sich, der sie beschützt. Zum anderen ist es ein Klischee, dass Männer grundlegend das starke Geschlecht sind. Außerdem kann man heutzutage eh niemanden mehr vertrauen (eigentlich konnte man das noch nie, auch nicht in vergangenen Zeiten). Wer garantiert einen denn bitte, dass der Mann, der verspricht er wird die Frau beschützen, nicht in Wirklichkeit derjenige ist, der eigentlich vor hat sie zu vergewaltigen? In dem Fall MUSS man sich als Frau wehren und verteidigen können!
Eine mögliche Lösung für das Problem der Geschlechterrollen?
Ich glaube das Problem ist, weswegen es mit den Geschlechterrollen in unserer heutigen Zeit immer noch so ausgeprägt ist, weil sich die Menschen allgemein nicht davon lösen wollen. Viele Männer möchten sich immer noch über die Frau stellen, weswegen sie ihr “Podest“ als starkes Geschlecht nicht aufgeben wollen (auch wenn sie vielleicht innerlich gar nicht immer das starke Geschlecht sein wollen). Immerhin haben sie somit die Macht über die Frau und wer möchte schon gerne seine Macht hergeben? Und gleichzeitig haben viele Frauen noch zu wenig Selbstvertrauen um sich gegen die Männer richtig zu wehren, weil ihnen schon seit Jahrtausenden eingeredet wurde, dass sie das schwache Geschlecht sind, was sich selbst noch bis in die Neuzeit gut gehalten hat, auch wenn dieses Klischee mittlerweile schon abgeschwächter ist. Ich denke der einzige Weg ist es, damit diese Rollenklischees abgeschafft werden, dass Männer lernen ihre Macht abzugeben und sie mit den Frauen teilen. Gleichzeitig müssten auch die Frauen mehr an Selbstvertrauen gewinnen, damit sie gegenüber dem Mann bestehen können. Also müssten Männer auch lernen etwas sanfter und feinfühlender zu werden, während Frauen charakterlich etwas härter und stärker werden müssten, damit sich beide Geschlechter lernen auszugleichen und somit auch anzugleichen. Jedenfalls ist das mein Einfall, um Geschlechterrollen aufzulösen. Es kann auch sein, dass ich hier kompletten Schwachsinn schreibe und das ist natürlich auch nur meine persönliche Ansicht.
EDIT: Hier noch eine Ergänzung zu dem Thema: Natürlich beziehen sich diese Aussagen nur auf die Personen, die sich in ihrer weiblichen oder männlichen Geschlechterrolle unwohl fühlen und etwas daran ändern möchten. Es geht nicht darum, Frauen aufzuzwingen männlicher zu werden und Männer aufzuzwingen weiblicher zu werden, wenn sie sich in ihrer Rolle wohlfühlen.
Ich könnte noch ewig über Geschlechterrollen und dessen Klischees weiterschreiben, aber ich glaube ich beende das einfach mal hier, weil der Text schon so lang ist °XD. Vermutlich wird sich das eh kaum einer bis zum Schluss durchlesen :‘D. Entschuldigt bitte den langen Text, aber es war mir wichtig, all dies zu schreiben.
LG. das Sternchen