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Blutspenden gegen Entgeld

Da hier einiges an geballter Kompetenz erschienen ist, vielleicht weiß einer Antwort, der sich damit auskennt:

Menschen mit Autoimmunkrankheiten sind von Blut- und Knochenmarkspende ausgeschlossen, heißt es in einigen Broschüren. Bei der Knochenmarkspende kann ich das gut verstehen, aber beim Blut verstehe ich es nicht wirklich. Das Blut wird aus dem Knochenmark gebildet und kann sich ohne Mark nicht weiter vermehren. Und es wird filtriert. Aber wird es so gut filtriert, dass wirklich alle Antikörper raus sind? Oder greift mein Blut dann das Organ des Bedürftigen an, so wie es auch meines angreift?

Und was passiert mit meinen Organen, wenn ich tot bin? Ich habe einen Organspendeausweis und möchte meine Organe nach meinem Tod gerne spenden. Aber werden meine Organe damit wertlos, dass ich diese Krankheit habe? Ich sag mir immer: Besser ein neues Herz und diese Krankheit als kein neues Herz! So schlimm ist das nämlich nicht, man nimmt morgens eine Tablette und ist abens etwas müder als normal. Aber wenigens hat man dann ein funktionierendes Organ.

@Major

Zur Blutspende kann ich nicht viel sagen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es zum Einen darum geht, möglichst einfach zu verarbeitendes Blut zu erhalten; sprich “gesundes” Blut. Menschen mit Autoimmunerkrankungen nehmen vermutlich in der Regel auch Medikamente. Wer kann gewährleisten, dass das Blut am Ende tatsächlich “rein” ist?

Zum anderen kann ich mir vorstellen, dass es auch um das Wohl des Spenders geht. Autoimmunerkrankung bedeutet ja nicht einfach nur “komisches Blut” zu haben, sondern könnte zum Beispiel mit einer Wundheilungsstörung und Entzündungsreaktionen einhergehen und so weiter. Und sind manche Autoimmunerkrankte nicht selbst auf Spenden angewiesen?

Was deinen Wunsch nach Organspende nach deinem Tod betrifft: Deine Organe werden nach deinem Tod wertlos sein. Wie die aller Menschen. Was du vermutlich meinst, ist die Hirntod-Diagnose .

Eine Transplantation ist ein schwerer Eingriff, der nicht einfach mit einem Tablettchen kuriert werden kann. Der Patient ist, falls er denn die OP überlebt, extrem geschwächt danach und wird sein ganzes restliches Leben lang Immunsuppressiva und Sonstiges nehmen müssen. Mit etwas Pech stößt der Körper es trotzdem ab. Oder der Patient stirbt an Nebenwirkungen/Nachwirkungen. Umso wichtiger ist es, dass er ein gesundes, kompatibles Organ erhält, um das Risiko zu senken.

Es ist auch nicht so, dass man alle paar Wochen mal eben ein Organ austauschen kann. Nicht nur, weil nicht genug (kompatible) Spenderorgane vorhanden sind, sondern weil die Transplantation, wie gesagt, ein schwerer Eingriff ist.

Danke, Kageko, für die ausführliche Antwort. Dann werde ich meinen Ausweis wohl mal ändern und das als Vermerk raufschreiben.

@Major

Falls du deinen Organspendeausweis meinst und trotz meines Hinweises bezüglich der Hirntod-Diagnose spenden möchtest, solltest du vielleicht mal eine Organspendeorganisation anschreiben und konkret nachfragen, ob du nicht doch im Fall der Fälle vielleicht als potentieller Spender in Frage kämest. Es könnte ja sein, dass du dann trotzdem brauchbare Organe haben könntest und nicht grundsätzlich ausgeschlossen bist.

Schwule sind als Organspender ja auch herzlich willkommen, obwohl sie von der Blut- und Knochenmarkspende ausgeschlossen sind.

Du kannst auf dem Organspendeausweiß unter ‘Sonstiges’ einfach den Namen der Krankheit vermerken. Hashimoto ist auch eine Autoimmunkrankheit und schließt nur die Schilddrüse von den Organen, die gespendet werden können, aus.

Btw, Kageko, man kann einen toten Menschen ziemlich lange am Leben erhalten, um die Organe entnehmen zu können. Wenn es sich lohnt und keine weiteren Verletzten am Unfallort die Hilfe dringender benötigen, werden richtig tote Menschen auch gerne ins Krankenhaus gefahren, um ausgeschlachtet zu werden.

Naja, aber Hashimoto sitzt ja in meinem Erbgut. Nachdem ich dann direkt herumgefragt habe, habe ich unglaublich viele Familienmitglieder gefunden, die das auch haben. Sie hatten bisher nur nie drüber gesprochen.
Wenn mein Organ dann die Schilddrüse des Empfängers bombardiert und sein Immunsystem das irgendwie tagserfüllend findet, macht es das weiter und schwupps hat er das auch.

Ich habe noch einen Blankoausweis in meinen Unterlagen gefunden und habe nein angekreuzt und die Krankheit dazu geschrieben. Wenn ich mich sozial engagieren möchte, kann ich das ja auch über andere Dinge machen.

Dein Erbgut gibst du ja aber nicht weiter.

Eine kurze Recherche hat ergeben, dass es da sehr unterschiedliche Meinungen dazu gibt. An deiner Stelle würde ich einfach mal das nächste Mal den Endokrinologen fragen, der wird das wohl am besten wissen. Angeblich ist sogar Blutspenden kein Problem mit Hashimoto.
Ich habe eine Freundin mit einer sehr schlimmen Autoimmunerkrankung (CVID), die dürfte verunreinigtes Blut wohl nicht bekommen, aber jemand gesundes, der nur durch einen Unfall viel Blut verloren hat, kommt mit den Antikörpern wahrscheinlich klar (die bilden sich ja, weil die Krankheit Zellen zerstört, nicht die Antikörper zerstören die Zellen).

Was ist denn die Steigerung von tot? Tot, töter, am tötesten? Lebt man gar noch, wenn man tot ist? Ab wann lebt man nicht mehr? Oder was wolltest du damit sagen?

Im Übrigen habe ich letztens gelesen, dass man wohl noch bis zu 30 Minuten nach dem Tod (aka, wenn der Mensch “am tötesten” ist) Organe entnehmen kann, die Organe aber mit jeder verstrichenen Minute im “Jenseits” schlechter zu verwerten seien. Dank der Hirntoddiagnostik werde aber leider nicht sonderlich engagiert daran geforscht, wo genau das Mindesthaltbarkeitsdatum je Organ im Leichnam liegt.

Ich frage mich oft, ob es, wenn es menschliche Organ- und Blutspende nicht gäbe, heute künstliche Organe und künstliches Blut gäbe, die gleichwertig mit menschlichen sind. Was wohl aus dem Kunstblut MP4 geworden ist?

Diesen Thread gerade erst entdeckt…

Ich habe vor ein paar Monaten ein sehr interessantes Buch gelesen. In erster Linie geht es darin um eine dystopische Zukunftsversion. Weniger ums Blut oder Organe spenden als um die Frage der Abtreibung.

In dem Buch “Vollendet” steht am Anfang ein Krieg von zwei verschiedenen Einstellungen zum Thema Abtreibung. Die Befürworter und die Gegner. Beide kommen aber irgendwann zu einem Abkommen, die “Carta des Lebens”. Dort heißt es, dass das Leben eines Kindes von der Zeugung bis zum 13. Lebensjahr geschützt ist. Zwischen 13 und dem erreichen des 18. Geburtstags können die Kinder “umgewandelt” werden. Dafür werden sie, wie im Buch in einem Kapitel sehr deutlich beschrieben, zu 98 % wiederverwertet. Knochen, Organe, Blut, Augen, Gliedmaßen und Haut werden dem Kind unter einer örtlichen Betäubung entnommen, bis am Ende auch das Gehirn Stück für Stück auseinander genommen wird.

Eine Charaktere in diesem Buch sagt dazu: Es wäre nie zur Umwandlung gekommen, hätten sich mehr Leute dazu bereit erklärt, Organe zu spenden.

So, ich glaube das war jetzt irgendwie Off-Topic :D

Danke, auch grad erst gefunden.

Wenn ich fürs Blut spenden Geld kriegen würd, würd ich nicht nein sagen. Wenn nciht, wärs mir auch egal, da ich aus anderen Gründen hingehe.
Kann leider kein Blut spenden, also renn ich mit Organspendeausweis und DKMS-Karte rum.

Finde aber eine geringe Aufwandsentschädigung fürs Spenden legitim. Da heiligt der Zweck in meinen Augen ein wenig die Mittel. Spenden darf eh nur, wer gesund ist bzw nur gesundes Blut verwendet werden, wenn sich bedürftige, aber gesunde Menschen damit ein paar Euro “verdienen” und gleichzeitig Leben retten…why not? Gibt in meinen Augen schlimmeres.

Blutspendeausweis (ich geh auch hin, allerdings hab ich grad ne Sperre… zu viel Tinte im Blut…)
Organspendeausweis (was meinen Mann etwas stört, aber hey, ich fahre täglich 80 Kilometer auf der Autobahn, es kann so schnell was passieren, da möchte ich dann doch noch helfen können, auch wenn es für mich zu spät ist)
DKMS-Karte (gerade für mich mit seltener Blutgruppe ist es wichtig, dass Menschen geholfen wird, für die es eben nicht so viele Spender gibt. Wenn mit mir mal was ist, möchte ich doch auch Hilfe bekommen, oder?)

Blutspenden gehe ich persönlich nicht, da ich mein Blut für meinen Freund immer bereit haben möchte. Klingt seltsam, aber er ist krank und es kann passieren, dass er spontan mal eine Bluttransfusion braucht und dann kann ich mein Blut anbieten.
Aber generell mache ich das auch nur, weil es so wenige Blutreserven gibt. Ich denke würde es ein Entgeld für jede Spende geben, würden sich auch mehr dafür interessieren Blut zu spenden. Möglicherweise klingt das makaber, aber so würde das auch bei Organen funktionieren. Würde die Familie eines Verstorbenen für jedes Organ ein Entgeld bekommen, würden denke ich auch viel mehr Menschen Organe spenden um den Hinterbliebenen kosten wie z.B. die Beerdigung abzunehmen.

Huhu :)
Dann schreibe ich hier auch mal was :)

Wenn ich könnte, würde ich Blut spenden, allerdings nicht gegen Entgeld und nur an den Annahmestellen, wo man weiß, wofür das Blut verwendet wird und alles hygienisch, sicher und professionell gemacht wird.

Ich habe auch Schilddrüse, also meine Schilddrüse arbeitet nicht und da hätte ich schon spenden können/ passendes Blut empfangen können.

Bei den Organspenden ist das ganze schon relativ schwierig. Zwar verliert man bei der Transplantation immer noch viel Blut, allerdings wird oftmals /größtenteils versucht auf Blutinfusionen zu verzichten. Das kommt daher , dass das Organ vom Körper als Fremdorgan "erkannt " wird und der Körper natürlich versucht das Organ abzustoßen. Während der OP ist diese Gefahr am größten, (und auch wegen der generellen Gefahr ) werden daher nur passende Organe transplantiert. Käme dann auch noch Fremdblut dazu wird die OP nochmal riskanter.

Also ich habe nichts dagegen, wenn andere gegen Geld zur Blutspende gehen. Es gibt zwar Leute, die es auch kostenlos machen würden, aber wenn leute dafür geld bekommen, “spricht” man halt auch die Gruppe an, die Geld wollen oder gar brauchen. Jeder hat einen Nutzen davon.

was mich angeht: ich kann nicht spenden, weil ich seit Jahren Kreislaufprobleme habe und habe seit ein paar Jahren auch eine Blutanämie (zu wenig rote Blutkörperchen)…

Großes Lob an die Leute, die dort öfters hingehen und ihre wertvolle Zeit dafür hergeben :)

Ich persönlich wollte längere Zeit nicht spenden (Nadeln und so) allerdings geht es jetzt und ich werde wohl auch regelmäßig spenden gehen.
Gegen Entgelt hätte ich nichts allerdings fände ich das übertrieben. Schließlich wird essen/trinken zur Verfügung gestellt werden. Und das ist auch schon viel. Dabei geht viel Geld drauf. … und dann für jede Spender nochmal etwas wegtun? Das würde zu viel kosten. Dementsprechend würde ich dankend ablehnen.

Ich glaube, ich würde aus dem Raum raus gehen und einfach umfallen, wenn man mir Blut abzapfen würde xD
Schade eigentlich, das Geld dafür könnte ich gut gebrauchen, weil ich für Urlaub spare.
Theoretisch wäre es möglich, wenn ich 2 Wochen vorher täglich Eisentabletten nehmen würde.
Hm…ich überleg es mir noch, ob ich das mache xD

@Nanami
Geh am besten vorher mal zu der Beratung/ Ärztlichen Untersuchung. Ich hab da sogar Eisentabletten gestellt bekommen, leider haben sie nicht genug gebracht v___v würde gerne wieder
Weiß jemand von euch, wie es aussieht mit Plasmaspenden und Eisenmangel? Das hatte ich auch mal ins Auge gefasst…

Mit Eisenmangel darfst du nicht Plasma spenden.

Ich gehe regelmäßig spenden und das wird vor jeder Spende gemessen

Soweit ich weiß, liegt der Grenzwert, ab dem du abgeleht wirst wegen Eisenmangel, beim Plasmaspenden aber ein bisschen niedriger als beim Vollblutspenden - hatte mich mal informiert, weil meine Mama immer Blut gespendet hat, und dann aber nicht mehr durfte wegen Eisenmangels… und du darft (zumindest hier bei mir in der Klinik) mit einem Eisenwert, der fürs Vollblutspenden ein bisschen zu niedrig ist, trotzdem noch Plasma spenden. :)

Aaaah, das ist interessant, weil mein Eisenwert wirklich nur knapp unter der Grenze zum Blutspenden zu sein scheint. Vielleicht frage ich einfach nochmal bei uns im Blutspendezentrum nach :)