kakao-karten.de Forum

Blutspenden gegen Entgeld

@Lufia

Dein Vater hat immer noch gesundheitliche Probleme? Oder hatte er sie? Wenn er sie immer noch hat, hat Blutspenden offenbar nicht geholfen … Möglicherweise hat es temporär den Leidensdruck verringert, bedeutet aber nicht, dass das Blutspenden auf Dauer positiv für ihn ist.
Es gibt aber Studien, die momentan versuchen herauszufinden, ob regelmäßiges Blutspenden als Therapie gegen leichten Bluthochdruck eingesetzt werden kann. Für die Teilnahme an dieser Studie gibt es übrigens Geld.

Habe ich es richtig verstanden, dass du Ängste und Sorgen von Nicht-Spendern als Unsinn abtust, solange sie nicht durch eine Spende bewiesen haben, dass die Ängste und Sorgen unbegründet sind? Falls das der Fall ist, müsstest du einer ganzen Reihe von Leuten “Ausprobieren” ans Herz legen.

@rainy_day
Du hast recht. Andererseits verletzt dich das natürliche Licht in der Regel nicht. Es ist etwas, das von außen auf dich einwirkt. Bestenfalls vergleichbar mit dem Setzen einer Kanüle (ohne Blutabnahme). Du verlierst dabei nichts.
Beim Blutspenden hingegen wandert das Blut nicht per Telekinese aus deinem Körper, es interagiert nicht von sich aus wie deine Augen mit seiner Umwelt, es wird nicht direkt in der Menge neu produziert, sondern tritt erst einmal fleißig durch eine Verletzung aus. Das bedeutet: Du verlierst etwas.

Ok, ich habe das Gefühl der Ton verrutscht hier langsam etwas.
Ich fasse Lufias Äußerungen nicht als Abtun der Ängste und Sorgen von andere als Unsinn, sie hat das sehr vorsichtig und diplomatisch formuliert.
Dass du, Kageko, Blutspenden nicht befürwortest, ist nun sehr deutlich geworden, vielen Dank für deinen Input.

Was bezeichnest du bitte als “der Ton verrutscht”, nur weil jemand etwas anders interpretiert und freundlicherweise nachhakt? Wenn du keine anderen Meinungen lesen möchtest außer die Deine, rainy_day, dann eröffne doch bitte nicht solche Diskussionsthreads!
Abgesehen davon befürworte ich Blutspenden weder, noch lehne ich es ab. Jeder muss selbst wissen, was er tun oder lassen möchte. Pro-Argumente wurden schon zuhauf von anderen Leuten genannt.

“Aber ich vertrete da die bös radikale schlimme Position, dass mans einfach mal ausprobieren soll.” (Lufia)
Für mich liest sich das nun mal, wie es da steht: Man soll es ausprobieren, außer wenn man vorher sicher weiß, dass man gesundheitliche Probleme bekommt. Einverstanden. Gleichzeitig denke ich aber an viele andere Dinge, die man unbedingt ausprobieren könnte, die andere Menschen glücklich machen und einen selbst vielleicht auch, die aber Leute aus persönlichen Gründen nicht tun wollen. Ich glaube, nicht alle dieser Leute wären danach glücklich, moralisch(?) zu etwas gezwungen worden sein, was meiner persönlichen Meinung nach unbedingt ausprobiert werden musste.

Warum ist es ein Problem, wenn Leute für sich persönlich irgendwas von vornherein ausschließen? Gibt es dafür ein Argument? Warum ist es ein Problem, wenn Leute Blutspende ablehnen, wenn sie kein Geld dafür bekommen?
Das würde ich doch mal gern wissen.

Ich persönlich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand hier seine Meinung sagt und vl auch den ein oder anderen Link als Hin/Beweis dazu postet. Es ist interessant zu sehen, wer was zum Thema denkt und es ist sogar besser, wenn viele voneinander abweichende Meinungen aufkommen. So sieht man die Sache von verschiedenen Perspektiven und das hilft seine eigene Meinung weiter zu bilden.

Wie Kageko schon sagt: Jeder muss wissen, was er tun oder lassen will.
Hier können die Leute, die sich schon Gedanken darüber gemacht haben, warum sie für oder gegen das Spenden sind, nur ihre Meinung weiter geben. Einige können auch Erfahrungen anbieten, was ganz hilfreich ist. Lest einfach diese Sachen und entscheidet dann für euch selber, wie ihr zum Blutspenden steht.
Um mehr gehts hier nicht. Niemand soll sich genötigt fühlen, Blut spenden zu MÜSSEN. Wenn jemand sich nicht wohl fühlt damit, dann passt das so.

Also ehrlich gesagt: Wer Blutspenden will, sollte es ernsthaft wollen und sich schon Gedanken drüber gemacht haben o_O Ich finde nicht unbedingt, dass es etwas ist, was man ‘einfach so mal ausprobieren’ sollte. Risiken und Nebenwirkungen sind eine Sache und moralische Aspekte eine andere. Auch wenn ich z.B. meine Fahrgemeinschaft gerne zum Spenden locke, akzeptiere ich es, wenn einer nicht kann/will (btw: 2 von 4 sind dann doch gegangen :D). Und wenn jmd. wie mein Vater Angst vor Blut oder meine Mutter Abneigung gegen Klinikpraktiken hat, würd ich sie auch nicht zwingen, es doch mal zu probieren…
Also die menschliche Moral spielt schon eine große Rolle, ob man das Spenden ‘versucht’. Wenn jemand sich unsicher ist, sollte er es lieber lassen oder zumindest mit jemandem darüber reden, bevor er gleich zum nächsten Krankenhaus rennt.

w> Ich erinner mich noch an mein erstes Mal… Spenden ;-) Direkt vor dem Hörsaal haben die vom BRK es aufgebaut und da ich mich schon etwas dafür interessiert habe (und die Verlockung einer Sachprämie und eines Mensagutscheins doch recht groß war XD), hab ich mich mal hingesetzt und ne Viertelstunde lang das ganze Papierkram durchgelesen! Junge, da steht extrem viel drin! Also ob man gesundheitliche Probleme hat, ob man Medikamente nimmt, ob man irgwann im Ausland war, ob man dieunddie Krankheit hatte… (also heutzutage überflieg ichs nur - habs ja schon 4mal hinter mir ^^) Tjoa… da hatte ich wohl zuviel Freizeit :D
Und beim vorletzten Mal bin ich gleich am Morgen gegangen, um dem Andrang vor Mittag zu umgehen. Als die Dame mich gefragt hat, ob ich schon gefrühstückt hatte und ich das verneint hab, hat sie mich gleich zur Tür raus geschickt >.> Also die Leut dort nehmen es schon ernst, ob die Spender fit sind… wird alles vorher gemessen, Blutdruck, Temperatur, etc. Einmal hatte ich einen etwas niedrigeren Blutdruck und da hat sie mich schon noch drauf angesprochen und dass ich dann vorsichtig sein soll öwö
Also was bei mir immer eeeeewig dauert, ist wo das Blut gesammelt wird XD Einer aus meiner Fahrgemeinschaft ging gleichzeitig mit mir auf die Liege und war ca. 5min vor mir fertig! Ich hab irgwie dauernd das Gefühl bei mir kommt zu wenig raus ;____; Naja, dafür dass er früher fertig war, war ich eher wieder auf den Beinen, also hats sich ausgeglichen :D
Also ich persönlich finde die Atmosphäre da immer ganz beruhigend und fröhlich. Manchmal hat man einen netten Liegenachbarn zum Labern, manchmal ist es einfach nur lustig, dass der halbe Raum mit Leuten voll liegt, die aus deinem Lehrgang sind XD und meist ist es einfach nur diese… Atmosphäre, dass man etwas für andere tut :-)
Naja, das eine Mal wo es eher trüb war, war als es draußen geschüttet hat wie sonst was und man nur mit 2 anderen Leuten beim Spenden war, weil es irgwie grad so leer war o_O da war es doch etwas… betrübed… und als ich fertig war, hat die Schwester rüber zu dem Anmeldeschalter gesehen und gemeint: “Oh, da kommt einer und bringt gleich seinen ganzen Harem mit” (es waren so ca. 5 Mädels bei ihm XD) Tja…

Öhm… ich weiß nicht, ob die Geschichte viel geholfen hat, bei der Frage zu Blutspenden gegen Entgeld, aber ich hoffe mal, sie hat die Stimmung hier etwas entschärft ^_~

star-behind-the-moon, das was du willst, ist also eine Aneinanderreihung von Meinungen. Du möchtest, dass niemand auf die Meinung des anderen eingeht, ihm eventuell Anreize gibt, sich zu informieren oder versucht etwas aus einer anderen Perspektive zu sehen. Dann solltest du eventuell nicht in ein Disskussions forum gehen. Diskutieren bedeutet nämlich auch ein bisschen höflich streiten.

Kageko, ich verstehe durchaus deine Abneigung gegen den DRK, allerdings muss ich sagen, als ehrenamtliche Rettungssanitäterin des BRK, dass wir uns so auch finanzieren. Es ist bestimmt net alles koscher, was hinter den Gardinen läuft, aber es ist notwendig und nur so funktioniert es. Wenn jemand versucht, den Rettungsdiensten rein zu reden, dann hören die ggf einfach auf, der Markt wird frei für private Unternehmen und du darfst bei einem Autounfall ggf erstmal die Kreditkarte zücken, bevor sie dich ins nächst gelegene Krankenhaus schaffen. Weißt du eigentlich, wie viele Fahrten wir machen, die nie bezahlt werden, zB weil es sich um einen geringen Notfall handelt, der nicht ins KH muss oder weil es ein Fehlruf war? Wir haben keine Geräte im Auto, mit denen man die Krankenkassenkarte auslesen kann ;)

Lufia, du hast kein Problem damit zu spenden, das ist großartig, das bedeutet unter anderem, dass du gesund bist und einen stabilen Blutdruck hast. Ich hab keinen geilen Blutdruck, ich geh trotzdem regelmäßig spenden und lieg dann halt ne halbe Stunde hysterisch lachend am Boden, bis meine Freunde mich wieder rausschaffen können. Ein Freund von mir, geht regelmäßig spenden, spendet fast doppelt so viel wie ich, und dem gehts hinterher prächtig. Jeder ist da anders.
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass man es nicht verteufeln sollte, wenn man es noch nie ausprobiert hat. Manche argumentieren da mit ‘Gutmensch’ und dergleichen, ich persönlich bin einfach der Überzeugung, dass ich es irgendwann brauchen werde, und das wär ziemlich blöd, wenn dann niemand mehr bereit wäre, ohne Endgeld zu spenden.

Die privaten Unternehmen, die tatsächlich Geld bieten, verkaufen das Blut ohne Umwege weiter. Organisationen wie der DRK finanzieren sich aber ganz stark durch Blutspenden und zum Beispiel Sanitätsdienste. Es gibt kaum Organisationen, bei denen ‘Ehrenamt’ wirklich bedeutet, dass man keine Kohle bekommt. Wenn ich bei einem Eishockey Spiel Sanitätsdienst mache, bekommt zwar der BRK einen gewissen Betrag pro Stunde, ich persönlich bekomme (seit mein Papa Bereitschaftsleiter ist, vorher gabs gar nix) ein kleines Abendessen.

Ich war bislang immer bei einem privaten Blutspendedienst, wo es auch ein ordentliches Entgeld gibt und kann daher leider nicht viel über andere Spendeorganisationen sagen.

Im Vergleich zu den DRK-Spendeaktionen in der Mensa fühl ich mich beim privaten Unternehmen weitaus besser aufgehoben. Die Mitarbeiter wirken allesamt sehr professionell, bei jeder Spende kommt ein Arzt vorbei, der nochmal nach einem sieht und man wird auch regelmäßig untersucht, ob man körperlich fit ist- damit mein ich nicht nur, dass der Arzt einen abhört und befragt, sondern auch, dass bei jeder Spende die Blut-/Plasmawerte analytisch erfasst werden. Außerdem wird vor jeder Spende nochmal der Eisenwert des Blutes überprüft, bevor man überhaupt spenden darf.
Allein von der ärztlichen Vorsorge her würde ich es auf jeden Fall empfehlen, spenden zu gehen.

Allerdings muss ich auch sagen, dass grade Blutspenden sehr anstrengend für den Körper ist, egal, welche Statur man hat. Hab schon von so manchem stattlichen Kerl gehört, wie es ihm nach der Spende schwarz vor Augen geworden ist Oo Auch ich kippe danach gern mal um, man sollte sich also bewusst sein, dass man evtl. den Rest des Tages keine Bäume mehr ausreißen kann.
Ich geh daher lieber Plasma spenden, dass dauert zwar etwas länger, aber ist im Allgemeinen besser verträglich. Außerdem wurde mir gesagt, dass Plasma besonders für die pharmazeutische Industrie mehr benötigt wird als Blut.
Btw: Was ist so schlimm daran, dass das Blut in die Industrie geht? Letzten Endes brauchen wir doch alle Kosmetika oder Medikamente. Dass natürlich die Verteilung nie zu Ungunsten des Krankenhausbetriebes sein sollte, versteht sich von selbst.

Letzten Endes ist aber sicher Geld das Hauptargument sich als Spender eintragen zu lassen. Wenn man es wirklich durchzieht und jede Woche Plasma spendet, macht das am Monatsende schon über 60€ aus.

Ich seh das ähnlich wie Lanzelotta - wir brauchen funktionierende Medikamente (und Kosmetika, obwohl wir darauf noch eher verzichten könnten), und wenn die Labore dafür Blut zum Testen brauchen, bitte, meins können sie haben.
Da seh ich persönlich nichts schlimmes dran.

Alle drei Monate (also so oft ich bei uns an der Uniklinik darf) geh ich Blut spenden und krieg dafür 25 Tacken und ein Bomben-Frühstück (mit Würstchen!). Und um ehrlich zu sein hab ich da keine moralischen Bedenken; das Krankenhaus braucht mein Blut, ich brauch das Geld, also tauschen wir. ;)

Die Leute auf irgendeine Weise zum Spenden zu verpflichten (ob mit dem “Gutmensch”-Argument oder dem “einfach mal ausprobieren”-Vorschlag), halte ich für falsch; jeder soll selbst entscheiden dürfen, ob er spenden möchte. Und es ist völlig in Ordnung, gar nicht zu wollen, oder sich nach einem Mal dagegen zu entscheiden.

Ich persönlich habe halt festgestellt, dass ich keine gesundheitlichen Probleme habe, die Schwestern mag, die sich dort um uns Spender kümmern, und mich im Spenderaum wohl fühle (trotz der riesigen Nadeln O.O) - also komm ich immer wieder. Und zwar nicht nur wegen der freundlichen Belegschaft, sondern auch wegen meiner selbstgesetzten moralischen Verpflichtung (ich bin Universalblutgruppe 0 negativ, das brauchen sie immer), und auch wegen des Taschengeldes, das dabei rausspringt.

Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich den Thread für so eine Frage nutze:
Lanzelotta, wie läuft eine Plasmaspende ab? Und wie lang dauert so eine Spende etwa?
Danke im Voraus für die Infos!

Ich war früher regelmäßig Blut spenden, habe es aber in den letzten Jahren kaum noch gemacht, weil immer etwas war, was mich davon abgehalten hat. Ich muss auch sagen, dass ich persönlich häufig mal gedacht habe: Wofür mach ich das eigentlich? Ohne den Gedanken, vielleicht einem Menschen damit zu helfen, zu vertiefen.

Heute bin ich Mutter eines 4 Monate alten Babys und plötzlich überdenkt man so viele Dinge, hat Ängste, ob es mal zu einer Situation kommt, in der mein Sohn auf die Hilfe eines anderen Menschen angewiesen ist. Mittlerweile bin ich im Register der DKMS aufgenommen und werde , wenn sich die doofen Hormone endlich mal wieder normalisiert haben, auch wieder Blut spenden gehen und ich habe dabei noch nie darüber nachgedacht, ob ich dafür jetzt Geld bekomme oder nicht, ich hab mich früher einfach über das Brötchen und den Kaffee gefreut.

Interessante Diskussion. Leider habe ich zuwenig Ahnung, richtig mitzudiskutieren.
Ich finde es aber vollkommen in Ordnung, wenn man eine Aufwandsentschädigung für’s Blutspenden bekommt.
Selber werde ich nicht Spenden gehen. Ich habe schreckliche Angst vor Nadeln und war deswegen auch noch nie beim Blutabnehmen. (Ja, ich weiß, leichtsinnig… wahrscheinlich bin ich längst todkrank und weiß es nicht…trotzdem traue ich mich nicht und springe dem Arzt eher wieder von der Liege, als mein Blut untersuchen zu lassen.)

Was mich allerdings sehr ärgert ist die Tatsache, dass mein bester Freund nichtmal Spenden darf, obwohl er gerne möchte. Sie haben ihn einfach von vorne herein auf die Sperrliste gesetzt, weil er auf Kerle steht.
Es geht hierbei um die Gefahr von mit HIV infizierten Spenden, da man zu mindest direkt nach der Ansteckung die Viren im Blut nicht nachweisen kann. (Wie lange das genau dauert, weiß ich nicht mehr. Ich meine, es war zwischen 4-6 Wochen, aber nagelt mich nicht drauf fest.)
Obwohl ich die gesundheitlichen Bedenken, die dahinter stehen durchaus nachvollziehen kann, ist das absolut diskriminierend einer kompletten Bevölkerungsgruppe gegenüber, die hier undiffereziert als potentiell “krank” eingestuft wird, ohne die jeweiligen Lebensumstände zu berücksichtigen.
Der Großteil Homosexueller passt doch genauso auf sich und seine Gesundheit auf, wie es Heterosexuelle auch tun sollten. (Vielleicht sogar noch besser, weil sie sich des Risikos noch bewusster sind.) Zudem leben doch viele auch in monogamen Beziehungen oder sind genauso ewig Single wie andere Menschen.
So hat mein Freund z.B. noch nicht mit anderen Männern geschlafen, was aber nicht als Argument zählte.
Mein Bruder hingegen, der gefühlt, jede Woche drei verschiedene Mädels am Start hat, dürfte ohne hinterfragt zu werden Blut spenden…

Leider hab ich auch etliche Bekannte, die wollen, aber leider nicht spenden dürfen (allerdings aus gesundheitlichen Gründen: Leichtgewicht, Medikamente, etc.) :-( Ist natürlich komplett verständlich, dass man da nicht spenden kann, aber doch auch schade.

@Calyses: o_o Ich hoffe mal, sobald er nach den xxx Wochen testet und nicht infiziert ist, dass er dann zum Spenden zugelassen wird? Weil wenn Ikubationszeit vorbei ist, man gesund ist und in der Zeit auch nur mit gesunden Personen was hatte, sollte es doch wohl ok sein? (wobei das bei ihm dann eher weniger ein Problem sein sollte, wenn er Mr. Right noch nicht gefunden hat…)
Wobei ich anmerken möchte, dass das nicht nur bei Homosexuellen der Fall ist. In dem Fragebogen vom Spenden steht auch, ob man in letzter Zeit mit mehreren verschiedenen Partnern was hatte (oder mit jmd. was hatte, der mehrere Partner hatte) → wenn jmd. z.B. leidenschaftlicher Swinger ist, kanns schon sein, dass er auch nicht spenden darf. Wobei das hier natürlich alles nur auf eigener Ehrlichkeit beruht. Wer hingeht, beim Fragebogen tut als wär alles ok um dem Gespräch mit dem Arzt zu entgehen, obwohl er mit Hinz und Kunz und wer weiß wem alles rummacht, und dann auch noch spendet, ist echt verantwortungslos.
Spendet dein Bruder? Wenn, dann frag ich mich, ob er die wechselnden Beziehungen da erwähnt…

Fazit: Ich weiß nicht genau, was passiert, wenn man beim Spenden bekennt, in die Risikogruppen zu gehören… Klar dass das nach einer Zeit testbar ist und ich hoffe eben, dass man später zugelassen wird, wenn sicher ist, dass man clean ist.

Nein, er darf generell nicht, weil er halt in eine Risikogruppe (homosexuelle Männer) gehört. Egal, ob gesund oder nicht, mit festem Partner oder komplett ohne.
Wenn sie allerdings die Frage nach häufig wechselnden Geschlechtspartnern drin haben, macht es die Frage nach der Sexualität meines Erachtens erst recht absurd, weil es ja am persönlichen verhalten der jeweiligen Person liegt und nicht an der Zugehörigkeit zu einer Gruppe.
Und wie du schon sagst, man könnte ja auch lügen. (Das möchten einige Menschen aber nicht, weil sie sich dann diskriminiert fühlen und sich nicht als vollwertig akzeptierte Mitgleider der Gesellschaft fühlen.)
Bei Menschen, die von vorneherein die Wahrheit sagen sehe ich generell weniger das Problem, als bei denen, die Lügen.
Ich meine, primär geht es beim Blutspenden doch um Hilfe anderen Menschen gegenüber. Es müssen z. B. wirklich schlimme Menschen sein, die wissentlich andere Menschen mit einer unheilbaren Krankheit anstecken möchten.
Und für den fall dass, kann man ja immer noch eine Karenzzeit einrichten. (Ich habe den Fragebogen nicht gesehen, ich weiß nicht, ob da nicht sowieso drin steht, dass man im Optimalfall eine Wartezeit einhalten muss, nachdem man häufig mit verschiedenen Leuten Verkehr hatte.)
Mein Bruder spendet nicht. Er hat das gleiche Spritzenproblem wie ich. Wir sind da echte Weicheier. Er war nur als Beispiel gewählt.

Warum gehört man zu einer Risikogruppe, wenn man homosexuell ist? In welchem Jahrhundert leben wir denn?
Man kann auch als Frau “wechseln Partner” haben und z.B. mit Pille verhüten und sich dann ebenfalls mit Krankheiten infizieren. Ich finde es unmöglich, dass homosexuelle in solch eine Schublade gesteckt werden, bloß weil sie nicht schwanger werden könnten und deswegen kein Kondom benutzen müssten o__O
Nur mal so am Rande.

Ich habe mir nun aber auch überlegt Blutspenden zu gehen. Sei es gegen Geld oder nicht.
Habe auch schon einen Organspendeausweis ausgefüllt und möchte nun auch mit der Blutspende Menschen helfen.

Muss mich nur noch erkundigen wo ich dies machen lassen kann und ob ich das überhaupt dürfte.
Aber ich finde, dass jeder der Blut spenden kann, dies auch machen sollte (falls er das mit seiner Gesundheit und seinem Gewissen vereinbaren kann).
^^

Irgendwie ergibt das keinen Sinn. Erst einmal stehen da nur homosexuelle Männer auf der Liste, nicht Frauen. Also stimmt das mit dem “wenn man homosexuell ist” nicht.
Eine homosexuelle Frau kann schwanger werden, denn ihre Gebärmutter löst sich nicht in Luft auf, wenn sie sich lieber mit Frauen statt mit Männern das Bett teilt. Die Fähigkeit/Möglichkeit, schwanger zu werden, hat also nichts mit Blutspendendürfen oder -nichtdürfen zu tun.
Weiterhin sind Kondome nicht nur gegen eine ungewollte Schwangerschaft gut, sondern auch gegen sexuell übertragbare Krankheiten!

Homosexuelle (Männer) werden nicht einer Risikogruppe zugerechnet, weil sie kein Kondom benutzen müssen , sondern weil es viele gibt, die es nicht benutzen, wenn sie spontanen Sex mit Wildfremden praktizieren. (Weil sie zu unaufgeklärt oder risikofreudig sind. Oder Scheißegalhaltung. Schwangerschaft ist ja das geringste Übel. Da kannst du zur Not abtreiben. Mit Aids und Co. geht das leider nicht. – Was meinst du, warum in vielen Schwulensaunen und -clubs Aufklärungsplakate herumhängen? Um die Sexfreudigen daran zu erinnern.)

Falls du denkst, dass das mit der Verhütungsaufklärung Diskriminierung von Homosexuellen wäre: In Swingerclubs darf man auch nicht ohne Kondom rummachen.

Als Hetero, der häufig wechselnde Sexpartner hat, gehört man übrigens auch zur Risikogruppe.

Aber mal ehrlich, wer will nachweisen, ob man schwul ist oder generell oft mit vielen Leuten Sex hat? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Ich denke allerdings, jetzt da wo sich Homosexuelle trauen können, wird diese pauschale Regelung über kurz oder lang auch gelockert werden. Vielleicht kann man dann als Schwuler mit Trauschein oder Aids-Test Blutspenden gehen.

Immerhin steht unter der “Zeitweiligen Rückstellung vom Blutspenden”:
“Um das Risiko von Infektionskrankheiten wie HIV zu vermindern, gilt bei neuen oder einmaligen Geschlechtspartnern eine Sperrfrist von 6 Monaten.”
(Was eigentlich Quark ist, da man sich ja trotzdem anstecken kann und in den 6 Monaten i.d.R. sowieso keinen AIDS-Test macht, wenn man nicht gerade einen konkreten Verdacht hat. Aber das Ganze muss ja bezahlbar bleiben. Schließlich kann man nicht alles von Altkleidern, die man in Afrika verkauft und dort die Wirtschaft zerstört, finanzieren.)

Doch, es ist diskriminierend, da es, wie TentenHime sagt, genauso Frauen gibt, die herumhuren, und homosexuelle Männer in festen Partnerschaften. Ich hab da letztens heftig mit meinem Vater diskutiert und finde, dass GRUNDSÄTZLICH gelten sollte, dass man zum Spenden einen Aidstest mitbringen sollte, der drei Monate nach dem letzten Partnerwechsel gemacht sein muss. (versteht man den Satz jetzt)
Alle Menschen MÜSSEN UNBEDINGT gleich behandelt werden. Nicht, damit homosexuelle bevorzugt werden, sondern damit es einfach egal ist, mit wem man in die Kiste springt.

@Kampfmieze

Hast du meinen Beitrag überhaupt (vollständig) gelesen? Ich sagte nicht, dass es nicht diskriminierend gegenüber homosexuellen Männern sei, sondern dass da nichts von Homosexuellen im Allgemeinen steht. Immerhin gibt’s auch homosexuelle Frauen, nicht nur Männer. TentenHime, falls du es gelesen hast, hat aber verallgemeinert, was faktisch falsch ist!

Ja, ich würde es auch gerecht finden, würde man immer und zu jeder Zeit einen Aids-Test dabei haben müssen, wenn man Blutspenden will. Aber so einfach ist es leider nicht, sonst hätte ich mir auch schon längst selbstgerecht auf die Schulter geklopft für meinen Weitblick in diesem empörten Kampf gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt.

Diese Tests haben leider relativ wenig Aussagekraft in Bezug auf “Jetzt”.
Soweit ich weiß, können die Viren erst nach ca. 3 Monaten sicher(!) nachgewiesen werden. Sprich: Bringst du heute einen aktuellen Test zum Blutspenden mit, sagt das nur, dass du vor 3 Monaten mit 95%iger Wahrscheinlichkeit positiv oder negativ warst. Inzwischen könnte aber sonstwas passiert sein. Soll man jetzt also seine Lebensgeschichte der letzten 3 Monate der Blutbank darlegen?

Oder soll man einfach alle spenden lassen und das Unbrauchbare hinterher aussortieren? Diese HIV-Tests sind superteuer. Je mehr Blutspenden unbrauchbar sind, desto höher der Verlust. Und desto höher der Verkaufspreis für brauchbare Blutspenden. Ein Rattenschwanz.
Darüberhinaus ist das Risiko für den Patienten umso größer, weil diese PCR-Tests auch erst 15 Tage NACH potentieller Infektion ein relativ sicheres Ergebnis liefern.

Vergleich es einfach mit der Milch im Supermarkt. Viele Menschen wollen billig Milch trinken und heulen herum, wenn sie auch nur 5 Cent teurer wird. Entsprechende Kühe stehen in entsprechenden Anlagen. Nicht jede Kuh wird “genommen”. Den meisten Menschen ist es egal, solange sie ihre Milch für 56 Cent bekommen.

Genauso verhält es sich mit Blut. Viele Menschen wollen medizinische Versorgung für lau und heulen herum, wenn die Krankenkasse mal wieder die Beiträge erhöht. Bessere Kontrollen und Einzelkontrollen sind teurer als aussieben. Was ist also “besser”: Gleichbehandlung aller Blutspender und dafür Sparmaßnahmen bei den Kranken? (Denn die Krankenhäuser und Krankenkassen müssen diese Blutkonserven bezahlen.)
Oder “einfach gemachte” Lösungen und dafür relativ kostengünstige medizinische Versorgung?

(Bei deiner Antwort bedenke bitte die chronisch Kranken und Behinderten, die eher weniger einen Beitrag zum (solidarischen) Gesundheitssystem leisten, z.B. weil sie nicht arbeiten (können), aber trotzdem davon profitieren. Je teurer das System, desto weniger Leute können es sich leisten. Rate, bei wem als erstes gespart wird, wenn das Geld knapp wird! Natürlich kannst du jetzt argumentieren, dass chronisch kranke, sterbenskranke und behinderte Leute das Gesundheitssystem dringender brauchen als Gesunde und deshalb am meisten davon profitieren sollten, aber wenn Gesunde krank werden und dafür kein Geld mehr da ist und dadurch Beiträge wegfallen, zerfällt nach und nach das ganze System zugunsten der gutgemeinten Gleichbehandlung. Aber erstmal wird es immer teurer.

Was ich meine, kannst du auch gut am Rentensystem sehen. So genannte pauschale Gleichbehandlung geht immer auf Kosten von anderen, weil Menschen eben nicht alle gleich (im Sinne von gleich gesund/krank, gleich sexbedürftig, gleich treu, gleich risikofreudig, gleich abstinent) sind, sondern individuell. Es gibt immer einen, der mehr nimmt/bekommt als ein anderer.

Ich finde es fair, dass Menschen mit ständig wechselnden Sexualpartnern ebenfalls zur Risikogruppe gehören, aber ich finde es generell UNFAIR, dass homosexuelle auch dann nicht spenden dürfen, wenn sie in einer Langzeitbeziehung sind. Auf dem Formular wird man ausdrücklich gefragt, ob man homosexuell ist.

Und hast du meinen Post gelesen? Ich habe geschrieben, dass man einen Test machen soll, diesen mitbringen und bestätigen, dass man seit 3 Monate vor dem Test, keinen ungeschützten Verkehr oder keinen Partnerwechsel hatte. Ich finde nicht, dass das zuviel verlangt ist.

Wie läuft das eigentlich bei Organspendern? Ich mein, man kann die Organe ja net drei Monate auf Eis legen, bis man das Virus nachweisen kann.

Ach so. Das mit dem “keinen ungeschützten Verkehr” habe ich so nicht verstanden, tut mir leid. Nur etwas von Partnerwechsel, aber das heißt ja nichts, weil der neue Partner ja HIV positiv sein könnte.

Für geschützten GV bin ich übrigens grundsätzlich, egal ob Mann mit Frau oder Mann mit Mann (oder Frau mit Frau). Aber obwohl ich es nicht zu viel verlangt finde, wenn ALLE Leute einen solchen praktizieren würden, greifen die meisten Frauen, die ich kenne, doch lieber zur Pille. Eigentlich sollte man alle Menschen vom Blutspenden ausschließen, das wäre gerecht.

Wie läuft das eigentlich bei Organspendern? Ich mein, man kann die Organe ja net drei Monate auf Eis legen, bis man das Virus nachweisen kann.
Wozu auch? Du wirst einfach am Leben gehalten, bist ja keineswegs tot, wenn dir die Organe entnommen werden, sondern nur noch eine Art Wirt. Inzwischen wirst du [umfangreich getestet](http://www.aerzteblatt.de/archiv/45580/Infektionen-durch-Organspende-Ein-geringes-Restrisiko-bleibt-bestehen). Du stirbst während der Explantation.

Auch wenn gleich wieder rumgeschrien wird, Beleidigung! Gemein! Denk doch mal an den Menschen dahinter!
Aber das:

Eigentlich sollte man alle Menschen vom Blutspenden ausschließen, das wäre gerecht.

Ist der unintelligenteste, unempathischste und unüberlegteste Satz des Tages.

Ups, da hätte ich wohl [glow=red,2,300]Ironiezeichen[/glow] setzen müssen, was? [Hier kommt übrigens auch eines hin!]

Der Satz bezog sich darauf, was eine Einzelperson forderte. In dem Fall äußerte Kampfmieze ihre Meinung, was gerecht sei: Nämlich, dass grundsätzlich jeder Mensch spenden dürfen sollte. Während ihre Forderung von den meisten bedenkenlos mit einem guten Gefühl im Herzen abgenickt wird, fallen den meisten bei meiner die Konsequenzen als erstes ein.

Ich halte dagegen, dass es nur Gerechtigkeit und Gleichbehandlung geben kann, wenn es grundsätzlich für alle verboten wäre. Niemand würde ausgeschlossen vom Nicht-Spenden-Dürfen. Dafür braucht man keine besondere “Qualifikation” wie einen negativen AIDS-Test.
Niemand muss seine Privatsphäre (z.B. Sexualverhalten, Krankengeschichte, Süchte, Hobbys) offenlegen. Man kann sich die ganzen teuren Tests an Blutkonserven, Lagerungen und Transporte sparen. Kein verseuchtes Blut gelangt mehr zum Patienten. Das Risiko sinkt auf unglaubliche 0%. Das DRK könnte endlich die Altkleider"spenden" auf den Afrikanischen Markt unterlassen. Und, und, und.

Lediglich die Forschung wird teuer, wenn man jetzt plötzlich verstärkt an adäquatem Blutersatz forschen muss. Inzwischen sterben zwar ein paar Menschen, aber für die Gleichbehandlung auf dem einfachsten Weg tu ich alles! hüstelironiehüstel

Es geht bei meiner Kritik darum, dass es nicht so sinnvoll ist, einfach “Diskriminierung” zu rufen und die Regeln einzureißen, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Aber letzteres macht man so ungern, weil es wohl die euphorische Aufbruchsstimmung trübt. Bezahlen will den vermeintlichen Forschritt am Ende aber niemand. Das ist das Problem. Nicht Homosexualität oder sonstwas.

[Edit:]
Da ich nach wie vor der Meinung bin, dass es sich bei den Blutsammlern um wirtschaftlich orientierte Unternehmen handelt, bin ich mir 100% sicher, dass sie als erstes mit ihren Bussen Schwulentreffs und Demos abklappern würden, wenn der Nutzen plötzlich die Kosten überwiegen würde. Schließlich gelten Schwule als sehr spendabel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich alle Blutsammler aufgrund einer Schwulenphobie gegen männerliebende Männer verschworen haben. Immerhin geht es hier um potentielle neue Spender und damit (viel) Geld. Die Konkurrenz schläft auch nicht.

Auch wenn hier schon ein Weilchen nichts mehr geschrieben wurde, muss ich jetzt hier mal was dazu schreiben, weil es einfach ein Thema ist, das mir unheimlich am Herzen liegt.

Ich bin Kinderkrankenschwester und arbeite seid 8 Jahren auf einer Kinderkrebs- und Knochenmarkstransplantationsstation. Ich kann gar nicht sagen wieviel Blutprodukte wir jeden Tag brauchen/benutzen. Ich bin jedem super dankbar der Spenden geht, denn es rettet viele Leben! Und nein, das ist jetzt kein abgedroschener Satz, ich sehe es schließlich jeden Tag.

Blutspenden ist eine freiwillige Sache, das sollte es auch immer bleiben. Es ist ok, wenn man sich dagegen entscheidet. Allerdings sollte man sich, bevor mal irgendwelche Gerüchte oder Halbwissen streut erstmal mehr Gedanken machen/ sich mit dem Thema genauer beschäftigen.

1.) Es wird nicht das Blut 1:1 an den Patienten weitergegeben
Natürlich wird es das nicht, denn Vollbluttransfusionen werden schon lange nur noch in bestimmten Ausnahmefällen gemacht, denn es ist ein erhebliches Risiko einer Reaktion damit verbunden. Warum? Ganz einfach, Blut besteht nicht nur aus Blutkörperchen. Es schwirren noch tausend andere Stoffe drin, gute wie schlechte (Abfallprodukte die zb über die Niere rausgefiltert werden und dann im Urin landen). Das will man den Patienten natürlich nicht geben, diese sind schließlich krank und würden mit sowas schlecht zurecht kommen. Außerdem ist das Blut auch voll von Antikörpern, welche bei der Person die das Blut erhält eine allergische Reaktion verursachen können (wie auch einige andere Stoffe im Blut).
Das heißt, Blut wird gefiltert. Es wird in verschiedene Bestandteile getrennt, zb rote Blukörperchen für Menschen mit Blutarmut, Blutplättchen oder Plasma für Leute mit Gerinnungsproblemen… Blut ist eine großartige Sache mit wahnsinnig vielen Anwendungsgebieten.
Sicher werden auch Bestandteile an die Pharmaindustrie verkauft, auf die man verzichten kann. Was damit gemacht wird? Zum Teil brauchen die das für die Forschung, neue Medikamente müssen ja auch auf unterschiedlicheste Wirkungen und Nebenwirkungen getestet werden um nur ein Beispiel zu nennen. Andererseits werden zb Antikörper gefiltert und in Infusionsflaschen gepackt, die man dann wiederum Leuten verabreicht, die davon zu wenig haben.

  1. Die Sache mit dem Geld
    Ich möchte mal zu bedenken geben, für alle die ein “Problem” damit haben das eine Organisation Blut abnimmt und an eine Blubank verkäuft:

-Menschen die Blut abnehmen/ Blut untersuchen (zb auf HIV, Hepatitis…)/ Blut filtern und verarbeiten/ die das ganze organisieren und verwalten wollen auch bezahlt werden, schließlich können die nicht von Luft und Liebe leben

-Material das zur Abnahme/Verarbeitung des Blutes benutzt wird finanziert sich nicht von alleine und kostet viel Geld

-Maschinen die man zur Filtrierung/Untersuchung etc braucht sind verdammt teuer. Einzelne Geräte kosten mehrere hundert tausende Euro, so viel Geld muss ich erst mal verdienen, das die bezahlt sind, denn die Firmen verschenken die schließlich nicht, zudem kosten die auch Wartung und Unterhalt (Zubehör muss regelmäßig ersetzt werden, manchmal geht auch was kaputt etc)

  1. Der nutzen von Blut
    Wie schon gesagt gibt es unheimlich viele Menschen die vom gespendeten Blut prfitieren, weil sie darauf angewiesen sind.
    Darunter gehören zb alle Menschen die an irgendeiner Art von Krebs erkrankt ist, denn (zumindest bei Kindern, bei Erwachsenen ist das sicher auch nicht anders) 95% von diesen Menschen braucht mindestens einmal irgendeine Art von Blutprodukten. Aber auch Menschen mit Bluterkrankungen wie zb Thalassämie (rote Blutkörperchen werden zu wenig und fehlerhaft gebildet) die zb alle 3-4 Wochen Blut brauchen um Leben zu können. Niemand von uns hat das Recht, diesen Menschen das Leben zu verweigern. Niemand von diesen Menschen kann etwas dafür das er krank ist, aber alle sind dankbar das es Menschen gibt, die ihnen durch Blutspenden das Leben ermöglichen.
    Jedes Jahr würden Millionen von Menschen sterben ohne Blutprodukte, darunter der Großteil der Krebspatienten! Blut ist also wahnsinnig wichtig! Was nützt mir die beste Chemotherapie, wenn ich wegen zu wenig Blutplättchen innerlich verblute oder mein Körper wegen zu wenig roter Blutkörperchen den Organtod stirbt, weil die Organe zu wenig Sauerstoff bekommen um leben/arbeiten zu können?

Für ein eiziges Thrombozytenkonzentrat (Blutplättchen) müssen im übrigen 4! Menschen Blut spenden.
Nur allzu oft haben wir Mangel an Blutprodukten und müssen mit uns ringen wem es am schlechtesten geht und dann Blutprodukte bekommen darf, tausende OPs jedes Jahr werden verschoben, weil nicht genug Blut da ist.

4.)Geld für meine Spende
Ich finde das völlig in Ordnung wenn Leute die ihre Zeit opfern und ihr Blut geben etwas Geld bekommen.
Je nachdem was ich spende, verbringe ich auch viel Zeit. Spende ich zum Beispiel Granulozyten (spezielle Art weißer Blutkörperchen, in der Krebstherapie öfters gebraucht) sitze ich mehrere Stunden da.
Es ist ja auch keine direkte Bezahlung meines gespendeten Blutes (dazu ist es zuwenig Geld) sondern eher eine Entschädigung der Zeit die ich opfere und kleines Dankeschön.
Zudem muss man mal ehrlich sagen, wer würde sich freiwillig 5 Stunden an eine Filteranlage setzten nur für ein Danke? Leider ist es in unserer Gesellschaft mit Hilfbereitschaft und Nächstenliebe oft nicht weit und wenn man nicht ein paar Euro bezahlen würde, würden sicher verdammt viele nicht mehr spenden, was mit dem Tod vieler anderer enden würde. Daran sollte man auch denken, bevor man das verteufelt.