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Bin ich ein guter Zeichner?

Und genau das ist halt der “Casus Knaxus”. Herzblut ist absolut subjektiv und jeder hat andere Empfindungen. Daher gibt es ja auch so viele verschiedene Stilrichtungen/ Künstler. Jeder mag was anderes.
An sich kann man die Frage “Bin ich ein guter Zeichner/ Künstler?” nur aus 2 Blickwinkeln betrachten und zwar, wie man es aus der eigenen Sicht heraus sieht und wie die Person, die man fragt es sieht. Denn selbst die größten und anerkanntesten Künstler werden immer auch “Gegner” haben, die über deren “Geschmiere” hetzen. Eine ultimativ gültige Meinung wird es wohl nie geben, denke ich.

Also ich persönlich würde die Frage sofort mit “ja” beantworten. Aber für sich selbst. Ich möchte besser werden, weil ich es will und nicht, weil ich möchte, dass Gott und die Welt mich toll finden und anhimmeln. Klar ist es schön, wenn anderen meine Sachen gefallen und ich freu mich wie Oskar über jedes Kompliment, aber ich zeichne aus der Lust am Zeichnen, dem Prozess an sich und weil ich es total genial finde zu sehen, wie sich aus einzelnen Strichen Stück für Stück Bilder zusammensetzen.
Richtig bewusst geworden ist mir das, als ich vor langer Zeit mal das Cover meiner Warcraft II Packung als Lineart abgezeichnet hab. Erst waren es nur die Linien, dann hab ich einige Linien mehr gezeichnet um die Schatten darzustellen, dann hab ich die Schatten mit Schraffuren angedeutet und dann hab ich sie doch komplett ausgearbeitet. Im Endeffekt hab ich zum Schluss also das Bild eins zu eins abgezeichnet nur halt mit Bleistift und war total glücklich und stolz übers Endergebnis. Und da ist es mir egal, was andere drüber denken. Ich finds auch heute noch geil. lach

Da geb ich dir nur bedingt recht. Die Mittel zur Ausführung sind zwar in der Anwendung sehr unterschiedlich, aber es kommt in meinen Augen trotzdem bei beidem auf dieselben grundsätzlichen Fertigkeiten/ Fähigkeiten an. Du brauchst Gefühl für Farben, ein gutes Auge, deine Hand muss das umsetzen können, was du willst, etc. Du gehst grundsätzlich mit einer Idee an ein Bild und überlegst dir, wie du die Farben auftragen musst, damit das herauskommst was du willst oder du testest es durch rumprobieren. Ob du das mit nem Bleistift oder Aquarell machst unterscheidet sich in meinen Augen da nicht mehr soviel. Deswegen denke ich auch, dass jemand, der in einem Medium gut ist, andere ebenfalls beherrschen kann, wenn er es versucht, eben weil die Grundprinzipien gleich bleiben.

Es geht in meinen Augen nicht darum, dass du alle Medien gleich gut beherrschen können musst. Das hatte ich ja schon geschrieben. Für mich macht einen guten Zeichner aus, dass er es probiert. Sei es um sich weiterzuentwickeln, neue Bildstimmungen zu testen, etc.
Also ja, wenn der begnadete Bleistiftzeichner auch andere Medien, wie Kohle, probiert und sei es nicht so gut wie seine Bleistifteichnungen -jeder hat nun mal seine Steckenpferde- dann ist er ein guter Zeichner. Und wenn er es eine Weile übt, wird er auch mit Kohle gut, denn ich bin der Meinung, dass Übung den Meister macht. Man kann immer etwas dazulernen. Perfektion existiert nicht. ;o)

Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Ich persönlich brauche es um mich selbst auszudrücken und meiner Phantasie eine Spielfläche zu lassen.
Aber es gibt sicher viele, die die Bestätigung brauchen und um ihres Egos willen zeichnen. Das äußert sich oft (aber weiß Gott nicht immer) in Sätzen wie: “Ach es ist schon wieder so schrecklich geworden…”. Und dann warten sie auf Sätze wie “Gar nicht, das hast du doch toll hingekriegt…”
Ich denke, das liegt oft an der Angst vor der Abstempelung als arrogant. Es ist leider viel zu oft der Fall, dass gesundes Selbstbewusstsein und realistische Selbsteinschätzung von anderen mit diesem Stempel geprägt werden. Das finde ich immer sehr schade. Denn ein Bild, was der Künstler anhand seiner Worte nicht selbst gut findet, verliert bei mir immer sofort an Wert. Sachen, die mir im Ganzen nicht gefallen, veröffentliche ich nicht. Wenn es mal nur eine kleine Stelle ist, mir aber der Rest gefällt, ist ja nicht das ganze Bild im Eimer.

Also ein Aufruf an alle: ** Steht zu eurem Können und sagt, worauf ihr stolz seit und was ihr toll findet.** smile

An sich kann man die Frage "Bin ich ein guter Zeichner/ Künstler?" nur aus 2 Blickwinkeln betrachten
Du wirfst Zeichner (also Handwerker) und Künstler in einen Topf. Ist ein Technischer Zeichner ebenfalls Künstler? Wie äußert sich beim Technischen Zeichner die Qualität seines Handwerks? Herzblut? Die Strichführung ist weitgehend genormt und die Arbeitgeber wissen genau, was sie von einem guten Technischen Zeichner erwarten und was sie nicht wollen.
Also ich persönlich würde die Frage sofort mit "ja" beantworten. Aber für sich selbst. Ich möchte besser werden, weil ich es will und nicht, weil ich möchte, dass Gott und die Welt mich toll finden und anhimmeln.
Wenn du merkst, dass du "gut" bist, also irgendein Bild mit Herzblut und in zweiter Linie mit gewissen Fähigkeiten gezeichnet hast, kann es dann etwas besseres geben? Etwas herzblutigeres?

Wenn man das Gutsein im Vergleich auf einen anderen Bereich überträgt, zum Beispiel Sprachen: Woran erkennt man einen guten Schriftsteller? Allein an den Ideen? Nein, er verfügt über einen großen Wortschatz wie ein guter Zeichner über die Fähigkeit besitzt, verschiedene Dinge zu zeichnen. Er beherrscht die Grammatik wie ein Zeichner sein Material. Er beherrscht Rhetorik wie ein Zeichner seine Strichführung. Und dramaturgische Fähigkeiten wie ein Zeichner die Komposition.
Wo sind die guten Ideen? Braucht man die zur Beurteilung von Fähigkeiten?

Wenn jemand eine gute Idee hat, selbst aber nicht zeichnen kann, und einen Zeichner sucht, der ihm seine Idee so umsetzt, wie er es sich vorstellt, sucht er dann einen Zeichner, der mit viel Herzblut seinen eigenen Kram durchzieht (à Künstler), oder sucht er jemanden, der so zeichnet, wie er selbst gern zeichnen können würde, ganz unabhängig von dessen Ideen?

Hmm, also ich dachte, dass ich klar gemacht hatte, dass für mich eine Idee, also kreative Eigenleistung, und die Umsetzung dessen definitiv dazu gehört. Wenn ein technischer Zeichner nur nach Vorgaben etwas ausführt, dann zählt er für mich nicht als Künstler. Wenn er aber ein Problem gestellt bekommt und dieses selbst lösen und dass dann in einer technischen Zeichnung umsetzt, dann hat das in meinen Augen auch einen künstlerischen Aspekt.
Für mich fallen in die Kategorie Künstler eine Menge Leute. Das fängt bei Zeichnern, Malern an und geht über Bildhauerei, Glaskünstler, Schriftsteller, Clowns bis hin zum Programmierer um es jetzt mal ganz krass zu sagen. Im Endeffekt ist Künstler, wer seiner Kreativität Ausdruck verleiht, bzw. sie zu nutzen weiß - auf welchem Weg auch immer. In welcher Ausprägung ist mir dabei egal - ich bin da recht pragmatisch. Dass das nicht viele so sehen, ist mir bewusst, aber ziemlich egal. smile
Herzblut bei technischen Zeichnern ist natürlich nicht so einfach zu sehen. Aber glaub mir, wenn du zwei Zeichnungen zum selben Objekt bekommst und eine von einem ist, der seinen Job mit Herzblut macht und der andere, weil ers halt muss, dann sieht man das an Details, Ausführung, Sauberkeit, etc.

Zeig mir einen großartigen Schriftsteller, der nur durch dramaturgische Fähigkeiten, Grammatik und Rhetorik berühmt geworden ist und nicht durch die Kombination aus all diesen handwerklichen Fähigkeiten in Kombination mit einer Geschichte, die den Leser anspricht, verzaubert, fesselt oder rätseln lässt.
EIn Bild, dass mit Herzblut gemalt wurde, kann nicht durch “mehr Herzblut” getoppt werden. Das ist Quatsch, davon gibts keine Steigerung. Es können sich höchstens die qualitativen Fähigkeiten verbessern, wodurch das Bild/ Kunstwerk vom Niveau her einen anderen Stellenwert einnimmt.

Das kommt immer darauf an, was er will. Möchte er, dass seine Idee genau so umgesetzt wird, wie er es sich vorstellt, geht er besser zu zweiterem. Wenn er aber der Idee Freiraum lassen will und auch den Beauftragten in kein zu enges Korsett schnüren will um vielleicht neue Aspekte entstehen zu lassen, dann eher zum ersteren. Obwohl sich beides nicht ausschließt. Denn auch einer, der genauso zeichnet, wie man es will kann ja auch mit sehr viel Herzblut dabei sein. ^^

In meiner Meinung gibt es keine “guten” und “schlechten” Künstler. Kunst ist Kunst, dem einen gefällt dieses und dem anderen jenes. Ich finde Picassos Kubismus http://www.wallpapers3000.com/wallpapersen/Art/P/Picasso/images/Picasso_1.jpg einfach toll aber Botticellis Venus http://www.ibiblio.org/wm/paint/auth/botticelli/botticelli.venus.jpg mit ihrem gebrochenen Hals finde ich scheußlich. Dementsprechend könnte ich sagen, sie seien beide Künstler, während Picasso der bessere Zeichner ist, weil er sein Ziel erreicht hat und Botticelli diesen Anatomiefehler in seiner Nachahmung der Natur hat.

Mir fällt spontan kein großer Schriftsteller ein, der “nur durch dramaturgische Fähigkeiten, Grammatik und Rhetorik berühmt geworden ist”, aber sehr wohl ein Filmemacher - James Cameron. Seine beiden erfolgreichsten Eigenleistungen, “Titanic” und “Avatar”, beruhen auf genau dem Prinzip, denn weder die Geschichten, Spannungsbögen oder Charakterentwicklungen sind neu. Und trotz allem sind die Filme erfolgreich und sie gefallen mir persönlich, bei allem Pathos.

Oh, und spontan ein Schriftsteller…Sir Arthur Conan Doyle hat zugegeben, dass Sherlock Holmes quasi komplett von Edgar Allan Poe abgeschrieben hat. Also macht Sherlock auch eher die Dramaturgie und Rhetorik aus und die Bücher sind immer noch toll! :)

Ich finde, einen guten Zeichner macht nicht nur die Technik aus, sondern auch dass er Leute anspricht mit dem was er tut.
Die Zeichner die ich bewundere haben ihre ganz eigene Sichtweise auf die Welt, sind wirklich kreativ bei ihren Bildern und erzählen Geschichten.
Natürlich ist die richtige Technik auch wichtig, man sieht schon ob jemand sich ausgiebeig mit dem Zeichnen beschäftigt oder eher nicht aber mir persönlich bleiben die Bilder mit “Hintergrund” mehr im Gedächtnis als die technisch perfekten. Wobei das natürlich auch der Unterschied zwischen zeichner und künstler sein könnte.

Bei der Umfrage habe ich “ich bin unzufrieden und übe” gewählt. Das passt zwar nicht so hundertprozentig weil ich auch nicht immer und nicht mit allem unzufireden bin, aber ich finde ich muss noch sehr viel lernen. Mir fehlt die nötige Kreativität für ein wirklich geniales Motiv und ich bin zu faul und unordentlich um sauber zu arbeiten. xD Ich arbeite an beidem, jedenfalls versuche ich es. :)

Ich selbst bin nie zufrieden mit mir und war es auch noch nie. Niemand ist perfekt und die meisten die sich selbst als super toll hinstellen, sind es meist nicht.
Ich finde einen guten Künstler macht die Erfahrung aus. Die Erfahrung an Technik sowohl auch die Erfahrung im Leben allgemein. Man kann nie aufhören zu üben und sich zu verbessern. Es wird eh immer jemanden geben der besser ist als man selbst. Gerade das spornt einen doch so richtig an :)

Übrigens wird man immer Leute finden die sich durch deine Kunst angesprochen fühlen, jedoch gibt es auch Gegner deiner Kunst.
Meiner Meinung nach hat das null mit Qualität zu tun.

Ich finde, es ist am allerwichtigsten, dass das Bild eine Seele hat. Ein Bild, das technisch total gut ist, aber absolut keine Aussage, keine Gefühle wiederspiegelt, empfinde ich immer als schlecht.
Klar ist es auf dauer langweilig, wenn eine Person immer und immer wieder dasselbe Motiv zeichnet, wenn sie es dabei aber schafft, dem Bild immer wieder leben einzuhauchen, ist es mir persönlich letzen Endes völlig egal.
Somit ist ein guter Zeichner für mich der, der einem Bild leben einhauchen kann.

Gute Definition Schatten.;-)
Ich sehe das auch so, die Kunst besteht im Lebenschaffen.

Ich bin persönlich recht zufrieden mit mir, da ich oft zu hören Krieg das die Bilder leben und
Empathie auslösen.
An dein Technik lässt sich auch nicht mehr viel machen aber ich probiere gerne aus.
Vielleicht geht doch noch ein bisschen besser:-D

Also ich bin zufrieden mir dem, wie ich male, möchte aber besser werden :)
(mir egal, ob jemand was anderes sagt) >_>
Üben tue ich auch ^^
zum Beispiel versuche ich Menschen zu malen, womit ich große Probleme habe oder ich versuche wieder reale Tiere zu zeichnen, was ich nicht mehr kann :D
Gut ist, dass ich nicht so viel Zeit dafür habe(denkt nicht, ich habe sie nicht mehr alle), denn nach einiger Zeit “Zeichenpause”, bin ich OFT besser, als vorher ^-^
Unlogisch, aber Wahr!
grins
Aber in letzter Zeit male ich oft

Ich persönlich finde nicht, dass Zeiochnen ein reines Handwerk ist. Zu einem großen Teil schon, aber man muss auch etwas aussagen können. Der beste Zeichner kann Bilder malen, die mir nicht gefallen, weil die Idee einfach schelcht ist. Aber auch Kreativität kann man zu einem gewissen Grad lernen.
Ich persönlcih finde es gut, wenn Zeichern auch mal ein Experiment machen. das ist eine gute Art sich weiterzuentwickeln.

Ein Beispiel dafür wäre bei mir diese Karte: http://www.kakao-karten.de/karten/122751
Ich hab nie wirklich schraffieren können, ich war mir nicht sicher ob dieses Papier Auqarellfarbe wirklich gut übersteht. Und Splatter-Technick fand ich zwar immer interessant hatte ich aber noch nie gemacht. Und ich hatte Angst die Karte anzuzünden (aber das ist doch verständlich, oder?) Und jetzt finde ich, dass es eine meiner tollen Karten ist.
Das hätte aber auch voll in die Hose gehen können.

Ich finde es gut, wenn andere Zeichner das auch machen. Man kann auch aus den Experimenten anderer Leute lernen. Man fragt nach un bekommt eine Antwort oder vielleicht soagr Tipps.

Ich bin auch oft nach einer Zeichenpase besser als vorher. Warum weiß ich allerdings auch nicht.

P.S. Ich kann übringens oben nicht abstimmen. Meine Antwort wäre:
Ich bin unzufrieden, möchte aber besser werden und übe fleißig. (Und sehe auch, dass ich mich schon verbessert habe)

Mich muss eine zeichnerische Arbeit berühren.
Ich stellte schon häufiger fest das perfekte Zeichnungen nicht immer berühren, keine Emotionen vermitteln also schlichtweg nicht mitreißend sind.

Models sind auch schön bleiben aber nicht im Gedächtnis, weil sie nichts prägnantes an sich haben.

Eine gute Idee und die Vermittlung von Emotionen bevorzuge ich eher.
Grafische Werke müssen in den Bann ziehen, Neugierde wecken.

Hmmmm, ich finde das ist ein schwieriges Thema.
Ich zeichne noch nicht so lange Manga, bin ich deshalb ein schlechter Zeichner, weil mir die nötige Erfahrung fehlt?
Für mich setzt sich ein guter Zeichner aus vielen Faktoren zusammen:

  • persönliche Vorlieben
  • Einfallsreichtum
  • Umgang mit den Materialien und Medien
  • Sauberkeit

Ich denke das sind ein paar gute Stichpunkte, zumindest für mich, was einen guten Zeichner ausmacht.
Ich denke das ist oft subjektiv, dem einen gefällt zum Beispiel Picasso und der wird auch als total toller Künstler dargestellt, ich persönlich mag seine Werke eher weniger.
Also kann man glaub ich gute Zeichner nicht pauschalisieren :)

Ob ich ein guter Zeichner bin, weiß ich nicht.
Wie gesagt, mir fehlt die nötige Erfahrung, aber ich geb mir sehr viel Mühe bei meinen Bildern und hänge auch sehr daran, deshalb gefällt mir das was ich tue, auch wenn da noch sehr viel Entwicklungsbedarf ist :D

Ich finde das kann man so nicht verallgemeinern. Auch bin ich der Meinung, dass man eigentlich nicht von ‘guter’ und ‘schlechter’ Zeichner sprechen kann, sondern eher ‘erfahrener’ und ‘nicht so erfahren’. Was jetzt natürlich nicht heißt, dass unerfahrenere Zeichner automatisch schlechter sind, aber es ist ganz natürlich, dass Zeichentechnik und Stil erst durch Erfahrung gefestigt werden. Da gibt es dann auch nicht den Punkt, an den man sagt ‘Jetzt bin ich erfahren’, denn der Lernprozess hört nie auf.
Ich finde allerdings nicht, dass zu einem guten Zeichner nur technische Perfektion gehören, sondern eben auch wie schon erwähnt Kreativität. Ich hatte da mal ein gutes Beispiel mit einem alten Zeichenlehrer von mir, der zwar perfekt realistische Portraits zeichnen konnte, aber keinen Funken Einfallsreichtum hatte und somit auch wenig Verständnis für Kunst und die ganzen künstlerischen Freiheiten, die diese herausnimmt. Ich finde Kreativität ist eben der Punkt, der Künstler von Handwerker unterscheidet.
Ich finde es immer besonders schlimm, wenn gerade jüngere Zeichner den Mut zu zeichnen verlieren, weil sie denken, dass ihre Bilder im Vergleich zu einigen älteren zu ‘schlecht’ sind. Man sollte sich meiner Meinung nach nicht immer mit anderen Zeichnern vergleichen. Diese als Vorbild zu nehmen finde ich selbst auch immer hilfreich, aber nicht in dem Ausmaß, dass man verzweifelt wenn das eigene Bild nicht so wird. Ich kenne das Problem selbst, dass man sich für manche Dinge stundenlang abplagt, die anderen so locker von der Hand gehen zu scheinen, aber meist vergess ich dabei dann, dass diese oft schon viel länger zeichnen und es bei ihnen am Anfang sicher auch nicht immer schon so ausgesehen hat.

Ich selbst bin momentan eigentlich recht zufrieden mit meinen Bildern, weil ich mit jedem Bild was dazulerne. Ich hatte seit 3 Jahren überhaupt nichts mehr gezeichnet und experimentier im Moment nur herum. Ich finde das ist auch die beste Methode um zu Lernen, ich hab in der kurzen Zeit wo ich Kakaos zeichne, schon so einiges an neuen Techniken herausgefunden und das ist dann wieder ein Ansporn weiter zu machen.

Ich sehs wie die meisten User hier. Ich bin zufrieden mit dem was ich tue, sehe aber noch viele Steigerungsmöglichkeiten und übe daher fleißig. Als “guten Zeichner” würd ich mich nicht unbedingt bezeichnen. Ich krieg zwar aufs Blatt skizziert was ich will, aber beim Umgang mit verschiedensten Materialien tun sich echt Schwierigkeiten mangels Erfahrung und auch Angst auf. Ich bleib am liebsten bei den Techniken mit denen ich klarkomme und baue höchstens ähnliche Techniken darauf auf. Ich bewundere hier viele Mitglieder für ihre Kunstwerke und bezweifle, dass ich ihnen das Wasser irgendwann mal reichen kann. Aber da Zeichnen nun doch einfach auch nur ein Hobby ist keine Existenzgrundlage mache ich mir da auch nichts draus.

Ich finde, egal wie gut man ist, man hat immer noch viel zu lernen.
Glaubt mir, sogar ARINA TANEMURA hatte mal erwähnt, dass sie immer noch im Lernprozess befindet (steht im ihren Buch “Manga-Zeichnen mit Arina Tanemura”, auch wenn sie im Bereich Analog zeichnen meint, sie hat es tatsächlich geschrieben! Ihr könnt gerne selber nachlesen^^)
Daher steigere ich auch jedes Mal, wenn ich ein neues Bild oder Kakao zeichne!
Vergleicht doch mal eure alte Bilder und eure heutigen Bilder, ihr seht bestimmt, wie sehr ihr gesteigert seid, auch wenn ihr immer noch nicht gut zeichnen könnt!

Also ich denke auch, dass man von mehr oder weniger erfahren oder ausgebautem Stil als “guten oder schlechten” Zeichnungen sprechen sollte.
Ohne jetzt irgendwelchen Mangaka/Künstlernamen zu nennen, kann man doch eigentlich sagen, dass jeder im Lernprozess ist, so langee lebt, oder?

Also bei mir ist es so, wenn ich etwas skizziere, bin ich meist ganz zufrieden, aber wenn ich das fertige Ergebnis sehe, dann hab ich so viel zu kritisieren, dass ich sogar manchmal richtig frustriert bin

Ich weiß dass ich gut bin. Was nicht heißt, dass andere mich gut finden. Ich bin voll und ganz davon überzeugt, dass meine Bilder perfekt sind, in dem Moment, wenn ich sie vollende. Andere denken das natürlich nicht. Später denke ich das auch nicht mehr. Trotzdem bin ich von jedem Bild das ich hier hochlade überzeugt.
Ich weiß, dass ich noch einiges lernen kann. Andere wissen wahrscheinlich, dass ich noch viel mehr lernen muss. Aber will ich das? Ich versuche ja sowieso alles perfekt zu machen und wie ihr sagt, es gibt immer was zu lernen. Doch wenn es darum geht eine technisch perfekt gezeichnetes Portrait mit einem nicht ganz so perfektem Bild zu vergleichen, das eine Geschichte beinhaltet, entscheide ich mich klar für die Geschichte. Einfach weil meine Priorität nicht auf der perfekten Darstellung liegt, sondern darauf Geschichten zu erzählen und zu erträumen.

Meine Anforderungen an mich sind hoch, aber ich erfülle sie und ja, ich richte mich eher nach eigenen Zielen, weil mir das mehr Spaß macht, als etwas für jemand anderen zu zeichnen, mit was ich nichts anfangen kann. Wenn jemandem gefällt, was ich zeichne ist das schön. Wenn nicht, macht mir das nichts aus. Ich kann auch mit vielen Zeichnungen nichts anfangen von Zeichnern die von anderern vergöttert werden. Ich verstehe ihre Bilder nicht. Ist eben so. Alles Geschmackssache.

Was macht für mich einen guten Zeichner aus?
Ein guter Zeichner versteht es ein Bild perfekt wiederzugeben ob real oder aus seinem Kopf. Er kann wirklich alles zu Papier bringen. Er kann also Dinge darstellen. Schön. Entscheiden ist was er zu Papier bringt. So lange seine Bilder kalt sind, bedeuten sie mir nichts. Bedeutung gewinnen sie für mich, sobald aus dem Zeichner ein Geschichtenerzähler wird. Jemand, der es versteht Inhalt in ein Bild zu bringen, Komposition, Dynamik und Geschen mit Hintergründen zu verbinden. Daraus entstehen Bilder, die in Erinnerung bleiben.

Ein Bild kann einen Vordergrund und einen Hintergrund haben. Aber richtig gut wird es für mich, wenn man nicht mehr sagen kann, was genau im Vordergrund oder im Hintergrund steht. Ein Bild das einfach ist. Ein Bild ohne Ebenen, ohne Grenzen. Eine Zeichnung, die nicht am Papierrand endet, sondern im Kopf einfach weiter geht.

Bin ich ein guter Zeichner? Ja, im Prinzip schon, ich kann alles, was ich will so zeichnen, dass ich zufrieden damit bin.
Bin ich ein guter Künstler? Nein. ich kann mir tolle Bilder aus Fotos zusammenphotoshoppen und die dann abzeichnen, mit neuen Kompositionen, mit neuem Lichteinfall, neuen Effekten und so weiter. (gerade bei Aquarell hat man fast unbegrenzte Möglichkeiten) Wenns sein muss auch so, dass niemand mehr die Originalfotos wiedererkennt. Aber dann ist auch schon Ende der Fahnenstange. Ich kann nichts zeichnen, ohne mich zumindest ein bisschen an einem Foto zu Orientieren, auch wenn ich hinterher was völlig neues draus mache. Als Grundlage muss immer ein Foto da sein.

Natürlich würde ich es gerne besser können, aber das große Problem ist, dass ich immer den Vergleich hab, was ich mit Foto kann und dann das, was ich ohne Foto kann, was dagegen einfach lächerlich aussieht und dann fehlt mir total die Motivation, weiterzuüben.
Ich versuchs immer wieder, aber verlier zu schnell die Geduld. Ich hab einfach schon viel zu lange fotorealistisch gezeichnet, um davon wieder wegzukommen.

Daher würde wahrscheinlich wirklich sagen, ich würde gerne besser werden, tue aber nichts dafür. Traurig aber wahr.

Vor einigen Jahren saß ich in einem Kalligraphieseminar an der Hochschule und verbrachte einen Abend damit, höchst angestrengt meinen Pinsel loszulassen. Das Thema nannte sich “freie Kalligraphie” und ehrlich, das hat mein Hirn zum Bluten gebracht. Mir wurde letztendlich vom Professor angedroht, dass man mir solange Rotwein einflößen würde, bis ich endlich meinen Pinsel loslassen würde. Das klingt jetzt relativ… schräg.

Aber dieser Abend war für mich so ziemlich die wichtigste Lektion in meinem kreativen Werdegang überhaupt: Du musst nicht gut sein, um ein guter Gestalter zu sein. Manchmal ist der perfekte Strich der erste, den du ziehst und manchmal hast du ihn auch nach zehntausend Strichen noch nicht. Aber der zwölftausendste ist es dann vielleicht. Wichtig ist einzig, dass man weitermacht. Dass man ab und zu mal den Pinsel los- und laufenlässt, wohin er will. So schön das perfekte Ergebnis eines perfekt durchgeplanten Bildes ist, so viel Freude macht aber auch mal ein Klecks an einer Stelle, an der man ihn nicht erwartet. Ich habe aufgehört, mir vorher ein akkurates Ergebnis vorzustellen.
Sicher habe ich eine Idee, wo es hingehen soll, aber bei der Umsetzung ist sehr viel “Flow” mit dabei.

Das gibt mir eine gute Distanz zu meiner Arbeit. Wenn ich irgendetwas als “fertig” deklariere, dann habe ich in den wenigsten Fällen ein “Gutes” oder “Nicht so Gutes” Bild. Schwer zu beschreiben, meistens muss ich mich erst einmal an das gewöhnen, was aus meiner Idee geworden ist. Manchmal gefällt es dann anderen besser als mir. Aber irgendwas dran ist immer anders als vorher, irgendwas Neues hab ich immer gelernt.
Ich bin wahrscheinlich kein “fleissiger” Gestalter, der täglich Hände oder Stofftexturen übt, aber mein Schaffen bereitet mir Freude und tut mir gut - und wenn sich jemand anderes noch drüber freuen kann: Umso besser.

Ein “professioneller”/“guter” Maßstab ist das wahrscheinlich nicht, aber… vom Hinschmeißen hat er mich bisher bewahrt. Und das zählt, finde ich.

Ich glaube ich hab hier noch nichts gepostet, also mach ich das auch mal. Hab ja auch ne Meinung :wiiii:

Bin ich ein guter Zeichner?
→ Nein!! Es gibt immer welche die besser sind und das ist mir mehr als bewusst. Ich kritisiere mich ständig selbst und das ist wahrscheinlich auch gut so. Wenn ich meinen würde, bei mir gäbe es nichts zu verbessern, würd ich es auch nicht tun und so schätze ich mich nicht ein. Solang es Zeichner gibt, die besser sind als ich, will ich mich verbessern.
Aber eigentlich haben das ja auch schon viele genauso gesagt :D

Bin ich ein guter Gestalter?
->Niemals. Ich habe persönlich ein Problem damit Dinge nach den Maßstäben anderer zu gestalten. gestaltung ist für mich etwas mainstreames. Es hat immer den Gedanken etwas für andere zu tun und einen Nutzen damit zu erfüllen.
Auch wenn ich als Kommunikationsdesignerin in Richtung Gestaltung denken sollte, tu ichs irgendwie bis heute nicht :hmm: Im Job gefailt.

Bin ich eine gute Künstlerin?
->Ansichtssache? Kunst kommt aus dem freien Denken und hat an sich keinen Nutzen. Kunst kann sogesehen alles sein, man muss es nicht verstehen. Tu ich bei den meisten erfolgreichen Sachen auch nicht oô Aber meine Art von Kunst kommt bei manchen eben an und bei manchen nicht. Da kann man viel herumprobieren und testen.

Wollte nochmal Unterschiede darstellen ^^