Ich verfolge diesen Thread jetzt seit gestern Abend und hatte zwischendurch den Eindruck, dass der wesentliche Punkt komplett außer Acht gelassen wurde.
Auf die Gefahr hin, mich in meinen Satzbauten zu verirren und abzuschweifen und am Thema vorbei zu schreiben, hier meine Meinung dazu:
Ich kann persönlich nur aus eigener Erfahrung sprechen, da ich bereits zwei riesige Wanderpakete geleitet habe und mich zudem jetzt hauptsächlich nur noch um WaPas kümmern will. Deswegen gehe ich auch nur darauf ein und auf keine andere Art von Aktionen.
Der grundlegende Knackpunkt, den Ari hier wohl auch so “auf die Palme bringt”, ist doch folgender:
Ein Aktionsleiter lässt zunächst alle Teilnehmer zu, sagt aber im nächsten Atemzug: “Sorry, falls sich hier niemand findet, der Auslandsporto bezahlen will, dann sind Teilnehmer X, Y und Z leider ausgeschlossen.”
Natürlich liegt die Entscheidung allein beim Aktionsleiter, wie er verfahren will, aber aus eigener Erfahrung heraus, weiß ich, dass es
- immer jemanden geben wird, der bereit dazu ist das erhöhte Porto zu bezahlen
- diese Community so sozial ist, dass sollte es tatsächlich niemanden geben, der allein dazu bereit wäre, gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann.
(Ich erinnere mich an mein erstes WaPa, wo ich als Leiter den Teilnehmern Extras schicken wollte, weil ich nicht hinterherkam und dann feststellen musste, dass das Porto mir tatsächlich ein riesen Loch in den Geldbeutel reißen würde und tadaa: Ich habe es offen gelegt und habe von den Teilnehmern dankenswerterweise fast 2/3 des Portos gespendet bekommen. So what, anderes Thema.)
Die Formulierung des Ausschlussgrundes für ausländische Teilnehmer ist hier viel mehr der Störfaktor. So empfinde ich.
Ich bin per se nicht für ein generelles Gebot von Opt-in oder Opt-out (Gott, ich musste erst mal Googlen was das heißt, Schande über mein Haupt). Ich persönlich handhabe es in meinen WaPas wie folgt:
Im Anmeldetext frage ich nach, wer keinen Auslandsversand übernehmen möchte. Gründe sind mir egal. Hätte es sich herausgestellt, dass kein einziger Teilnehmer im Stande ist, diesen erhöhten Obolus zu zahlen, dann hätte ich dies mit dem Teilnehmer, der ins Ausland versenden müsste persönlich geklärt und ja, das verlange ich von keiner meiner Aktionsleiter-Kolleginnen, hätte die Differenz tatsächlich selbst getragen, denn ich sehe es in meiner Aufgabe als Aktionsleiter als (nur für mich) selbstverständlich an, jedem Teilnehmer die Chance und die Möglichkeit zu geben, an meinen Aktionen teilzunehmen.
Wie gesagt, es ist nur meine persönliche Einstellung und nichts, was ich von anderen erwarte oder verlange.
Ich kann Ari sehr gut verstehen. Wenn sich kein einziger Teilnehmer bereiterklärt einen höheren Portobeitrag zu leisten kann es unter Umständen dazu führen, dass einer bis mehrere Teilnehmer nicht teilnehmen könnten. Das ist natürlich unfair den potenziellen Teilnehmern gegenüber.
(Wir dürfen auch nicht vergessen, die Teilnehmer tragen die Aktionen, wir Leiter sind nur die kleinen Organisatoren und Aufpasser, dass nichts schief läuft und alles seine Richtigkeit hat. Auch wieder nur meine persönliche Einstellung.)
Ich sehe es auch nicht als sehr großen Mehraufwand, die Teilnehmer darum zu bitten in der Anmeldung eben diese eine Frage wertungsfrei vor mir zu beantworten. Wie gesagt, es ist kein Grund erforderlich und ich werte niemanden anhand der Antwort auf oder ab.
Die Formulierung des besagten Passus in der betreffenden Aktion ist mMn einfach sehr unglücklich gewählt und hätte mit der freiwilligen Angabe in der Anmeldung und dem nicht grundsätzlichen Ausschluss von Teilnehmern, sollte die Frage durchweg negativ beantwortet worden sein, nicht zu diesem “Aufreger” geführt.
Trotzdem finde ich es wichtig, dass wir in unserer Community auch dieses Thema besprechen und diskutieren.
Als Lösung sehe ich hier kein Schwarz oder Weiß. Der Mittelweg mit einer für die anderen Teilnehmer anonymen Abfrage, unter der Voraussetzung der neutralen und wertungsfreien Entgegennahme und Behandlung der Information des entsprechenden Leiters, sowie eine situationsabhängige Entscheidung des Leiters, wie in eben jenem Fall bei kompletter “Verweigerung” zu verfahren ist. (Sorry für diese bürokratische Beamten-Schreibweise und die vielen verschachtelten Sätze.)
Soll heißen, es sollte grundsätzlich niemand von vorneherein durch eine Aussage im Aktionstext ausgeschlossen werden bzw. man macht es von vorneherein klar und deutlich, wer sich anmelden darf und wer nicht. Aber eine im Nachhinein korrekt angemeldete Person nur aufgrund der nicht-existenten Bereitschaft der anderen Teilnehmer auszuschließen, würde ich vermeiden wollen.
Wie gesagt, ich empfinde diese Community als so unbeschreiblich sozial und kann mir nicht vorstellen, dass es niemanden gibt, der nicht bereit wäre mehr zu bezahlen, damit auch andere Teilnehmer an der entsprechenden Aktion teilnehmen können.
Der Mehraufwand des Führens einer Liste ist meines Erachtens so gering, dass es kaum erwähnenswert wäre. Das ganze drum herum um ein WaPa ist deutlich mehr Arbeit, da kommt es auf die kurze Liste nicht mehr an. Besonders, da es nach dem ersten Teilnehmer, der bereit wäre, es eh egal wäre, was die anderen sagen, denn dieser eine Teilnehmer öffnet für die ausländischen Teilnehmer die Tür zur Aktion.
Abschließend bin ich für kein generelles Opt-In/Opt-out sondern für die neutrale, wertungsfreie Abfrage in der Anmeldung, dem kleinen Mehraufwand für den Leiter und die damit verbundene fairste Variante jedem Teilnehmer die Chance an der Teilnahme zu ermöglichen.
Sollte es dann doch zu dem Fall kommen, dass kein einziger Teilnehmer bereit wäre, die Mehrkosten zu tragen, ist in meinen Augen der Aktionsleiter zur Findung einer gerechten Lösung verantwortlich. Sei es nun die öffentliche Abfrage nach einem Spendenpuffer für den Auslandsversand, die eigene Brieftasche oder eine andere Möglichkeit, wie zum Beispiel die Absprache zwischen ausländischem Teilnehmer und dem vorherigen Teilnehmer zur Teilung der Kosten, der Differenzübernahme etc.
Nur das generelle Ausschließen nach regelkonformer Anmeldung eines ausländischen Teilnehmers würde ich so nicht mehr im Aktionstext aufführen (es gibt wie oben beschreiben galantere Möglichkeiten ohne faden Beigeschmack).