Ich nutze 2 Sushiteller mit jeweils 3 Mulden als Aquarellpalette, ursprünglich wurden die für Sojasoße,
Wasabi und eingelegten Ingwer genutzt.
Ich nutze Stadtler Aquarellstifte. Sind ganz gut.
Auf Seite 52 - und wahrscheinlich noch an anderer Stelle in diesem Thread - ging es um Aquarellpinsel aus Marderhaar. Ich bin zwar weder Veganer noch Vegetarier, doch moralisch ist die Freude beim Malen mit dem Kolinsky-Pinsel ein wenig getrübt. Jetzt hat Boesner seit Jahresanfang einen synthetischen Ersatz für die Marderhaar-Pinsel mit Namen “Kolintik” im Programm. Meine letzten Karten (62-64) hab ich damit gemacht und für mich mit amateurhaften Ansprüchen möchte ich die hier einfach mal mit dem Prädikat “empfehlenswert” erwähnen.
Gibt es hier noch wen, der damit Erfahrungen macht bzw. bereits gemacht hat?
Playgo hat mir ein Tester von **Qor Aquarellfarben ** zukommen lassen. Daher möchte ich jetzt meine Eindrücke schildern.
Qor Aquarellfarben kommen von der Firma Golden und haben ein anderes Emulsionsmittel. In klassischen Aquarellfarben ist das leicht gelblich, bei Qor ist es farblos. Das neue Emulsionsmittel soll zudem die Brillianz der Farben deutlich mehr hervorheben und eine bessere Fließeigenschaft machen.
Zu der Farbe des Emulsionsmittels… also ich habe noch nie einen Gelbstich bei meinen Bildern gesehen. Und hinsichtlich dieses Punktes konnte ich dann natürlich bei den Qorfarben auch keinen Fortschritt sehen.
Die Farben sollen mehr leuchten. Nun, das ist schwierig, ich habe nämlich das Erdfarbenset, das sowieso nicht leuchtet.
Die Farben sollen von ungeahnter Transparenz sein. Aaaha!
Meine Farben sind:
Indigo, Ardoise Gray, Nepales Yellow, Transparent Brown Oxide, Venetian Red, Sap Green.
Transparenz sehe ich bei Nepalgelb und Venetianisch rot leider nicht, sie sind so deckend wie ihre Kollegen aus den klassischen Farbbereichen. Ich steh ja mehr auf transparente Farben, da ist mir das leider negativ aufgefallen.
Das Löseverhalten von Grau und Transparentbraun ist leider unter aller Kanone. Man schrubbt sich geradezu einen ab, um dann leider sehr blasse Farben zu bekommen. Besonders das grau hat mir farblich in allen Bereichen sehr missfallen.
Das Löseverhalten der übrigen war gut, da gab es nichts zu meckern.
Die Farben… ja, die Farben. Also Indigo von Schmincke und von Rohrer + Klingner hat ja mehr diesen violetten Stich, dagegen ist das Indigo von Qor doch sehr preußischblau. Ein grau abgetöntes Preußischblau sozusagen. Und dabei noch grünstichiger als W+N Paynes Grey. Für mich als Farbe nicht zu gebrauchen.
http://i581.photobucket.com/albums/ss252/Majorkoryu/qorindigo_zps22cxjear.jpg
Sap Green ist im Vergleich zu W+N Sap Green extrem verwittert. W+N Sap Green sticht einem geradezu das Auge aus mit der Farbkraft, wohingegen Qor Sap Green eher Komposthaufengrün ist.
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=YSm1GFZcr78 Minute 5:08
Für mich hat es sich ausgeqort. Das ganze Gepose aus deren Werbung lässt sich leider nicht nachvollziehen. Es sind gute bis schlechte Aquarellfarben und dadurch, dass ich bei diesen 6 Pröbchen jetzt schon so eine starke Qualitätsvariation hatte, traue ich mich nicht mehr, Farben davon zu bestellen. Da kauf ich dann doch lieber W+N oder Schmincke, da habe ich deutlich weniger Ärger bisher gehabt. Auch da gab es hier und da ein unglückliches Erlebnis, vor allem was Farbkarten anging. Aber solche schlimmen Löslichkeitsprobleme kenne ich nicht einmal von meinen Van Gogh Näpfchen. Und das sind bekanntermaßen dumme Steine.
Hm. Danke für den super interessanten Bericht! :D Die Qor sind also nicht das “Wundermittel”, als das die Firma sich gern selbst hyped… Interessant zu wissen. Wobei ich das auch schon stark vermutet habe, nachdem ich den “materialwissenschaftlichen” Teil auf der Firmenhomepage äußerst amüsiert zur Kenntnis genommen hatte. (Nein, normales Aquarell-Bindemittel auf Gummi-Arabicum-Basis ist NICHT die Katastrophe, als die es dargestellt wird. Weder ist das gelblich noch bildet es Trockenrisse, wenn man Aquarellfarbe nicht gerade zentimeterdick aufs Bild klatscht - was mit Aquarell sowieso niemand macht. Wissenschaftlich kriegt das Ganze von mir ein großes “WTF”.) Ich hab das für mich persönlich als Marketing-Bullshit eingestuft - wobei es mich halt trotzdem interessiert hat, ob die Farben, die so beworben werden, zumindest gut sind. (Mit den Acrylfarben von GOLDEN hatte ich ja sehr gute Erfahrungen gemacht, die sind einwandfrei.) Hätte ja sein können…
Eine kleine Frage habe ich aber doch noch: Das “Löslichkeitsverhalten” bezieht sich doch nicht auf Näpfchen, sondern nur aufs WIEDER-Anlösen bereits getrockneter Tubenfarben, oder nicht? Wäre es nicht in manchen Fällen sogar von Vorteil, wenn sich auf dem Papier erst mal getrocknete Farben nicht so leicht wieder lösen? Ich sehe da den Qualitätsmangel nicht so recht…
Aber angetrocknete Tubenfarben auf einem Kunststoffuntergrund ist das Äquivalent zu Näpfchenfarben. Somit kann man durchaus sagen, dass sich dies auf Näpfchen bezieht. Es gibt von Qor keine Näpfchen, sondern nur Tuben, aber meistens trocknen die Tuben bei mir im Mischdeckel und dann muss ich die nach Tagen wieder anlösen. So habe ich kein Spaß an den Farben, wenn ich dann nach Tagen im Deckel ewig drauf herumschrubben muss.
Na ja. Nee. Das Bindemittel ist anders zusammengesetzt - das findest du schon raus, wenn du z.B. mal Näpfchen von Schmincke oder W&N mit ihrem jeweis angetrockneten und wieder-angelösten Tubenfarben-Äquivalent vergleichst. Absolut nicht das Gleiche! Und das ist auch von den Herstellern so beabsichtigt.
Wenn sich eine angetrocknete Tubenfarbe so gar nicht mehr recht anlösen lässt, ist das natürlich trotzdem eher unschön. o_o Bei mir bleibt auch immer was übrig und muss dann neu angelöst werden.
Das bezieht sich aber eher auf die Pressverfahren-Näpfchen.
Schmincke schreibt dazu:
Schließlich wählen einige andere Hersteller unterschiedliche
Rezepturen für ihre Näpfchen- bzw. Tubenfarbe.
Dies erscheint uns wenig sinnvoll, da der Künstler die
Möglichkeit haben muß, mit der Tubenfarbe auch seine
Näpfchen auffüllen zu können. Unsere Aquarellfarben
sind auch in dieser Hinsicht auf die Bedürfnisse des
Anwenders zugeschnitten und haben
sowohl im Näpfchen wie auch in der
Tube die gleichen optimalen Rezepturen
und eine Qualität, die auch den höchsten
Ansprüchen gerecht wird.
Wobei ich Van Gogh pink als getrockneten Tubenklecks auch ein bisschen schwerer zu lösen fand als schmincke und W+N. Bei dem Gelb geht mir das aber genau so, das winsor yellow. Trotzdem noch deutlich besser als besagtes grau und braun.
o_o Das erklärt natürlich einige “Merkwürdigkeiten” von Schminckes Tubenfarbe, zum Beispiel die eher gedämpfte Farbigkeit und die Tendenz des Bindemittels, sich zu separieren, wenn die Tube älter als ein Jahr wird. Bin mir nicht sicher, ob diese Firmenphilosophie wirklich so sinnvoll ist. Übrigens empfinde ich das Malverhalten von Näpfen und Tuben dennoch als sehr unterschiedlich. Fragt sich nur, woran das liegt…
…MOMENT, dein Winsor Yellow lässt sich schwer wieder anlösen? Ich benutze das sehr oft, ich hab hier noch einen Klecks auf meiner Palette, der ließ sich gestern butterig-weich wieder anlösen, gar kein Ding… Also da muss es dann ja ne ziemliche Produktionsschwankung geben. Das hatte ich noch nicht! (Und ich muss das Zeug OFT nachkaufen.)
Ignorieren wir mal die Van Gogh - Farben. Die sind ja nicht als Profimaterial gedacht. Da sind die Maßstäbe anders. Und für Studienfarben sind sie (zumindest was die Tuben angeht) ein echtes Spitzenprodukt.
also nachdem ich meinen Aquarellkasten (ruhe er in friden) nach dem Umzug verloren habe und extrem viel Indigo benutze habe ich mir beim Neukauf gleich eine Tube Schmincke Indigo geholt, von der ich die Farbe ich absichtlich in der Mischpalette austrocknen ließ
Ich muss zugeben, dass der Tuben-Ton um eine spur bläulicher ist, als der aus dem Näpfchen (im direkten vergleich einer alten Farbprobe von der Näpfchenfarbe) aber dennoch bin ich zufrieden, vor allem mit der Anlösbarkeit die zwar logischerweise vl zwei drei Pinselstriche mehr erfordert, aber ausgezeichnet ist wenn man einen Tropfen Wasser darauf einweichen lässt
Daher begrüße ich es, dass die Schminckefarben scheinbar wirklich dafür gedacht sind, Farben “wieder aufzufüllen”
Übrigens eine verdammt interessante Diskussion & ich liebe deine (Major) sarkastischen Bemerkungen über die Qor-Farben (zu herrlich!) :D
ich habe gerade meine erste Aquarellzeichnung begonnen, ein Tigergesicht.
Hat jemand einen Tipp wie ich nachher das kuschelige im Fell am besten hinbekommen kann?
Ich hab nicht viel Zeit zum Schreiben daher:
https://www.youtube.com/watch?v=J6AHnWr5t7Q
https://www.google.de/search?q=watercolor+fur+tutorial&rlz=1C1GIWA_enDE634DE634&espv=2&biw=1360&bih=683&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=2uY_VZ_3IsGuUsLzg6gD&ved=0CCAQsAQ
Google hilft eigentlich immer…
http://fc07.deviantart.net/fs70/i/2013/023/1/9/watercolor_fur_detail_tutorials_by_xmisae_bee94x-d50hh7x.png
http://watercolour-artist.blogspot.de/2006/10/painting-hairfur-in-watercolour.html
https://www.pinterest.com/whimsicalmolly/painting-fur/
Um auf ein Thema zurückzukommen, dass hier vor Kurzem sehr aktuell war: ich war jetzt endlich dazu gekommen, das Hahnemühle Cezanne in satiniert zu testen.
Damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt, hier ein Beispielkarte:
http://animexx.onlinewelten.com/fanart/zeichner/31674/2489729/
…eigentlich waren noch mehr Farbschichten geplant, aber an diesem Punkt musste ich abbrechen.
Der erste Eindruck war eigentlich recht gut: die Bleistift-Vorzeichnung ließ sich einwandfrei anlegen (auch wenn radieren nicht wirklich geht, aber das ist ja normal für satinierte Papiere) und die erste coelinblaue Farbschicht wurde herrlich gleichmäßig. Die Farbe hat sich super auf dem Papier verteilen lassen und trocknete sehr gleichmäßig auf.Ich legte also einige dünne Schichten mit Coelinblauton und Elfenbeinschwarz an. So weit, so gut.
Die Probleme gingen los, als ich beschloss, die Colo zu vereinheitlichen, indem ich eine stark verdünnte coelinblaue Schicht über das gesamte Bild lege. Da hatte ich wohl etwas viel Wasser erwischt - und prompt fing das Papier (wie viele Produkte von Hahnemühle, ich frage mich ja, warum sie das nicht in den Griff kriegen) an, sich zu wellen. Nach dem Trocknen der Schicht war das Papier wieder halbwegs (halbwegs!) glatt, aaaaber die Oberfläche war vollkommen aufgeraut und die nächsten schwarzen Schichten wurden hoffnungslos fleckig. Ich musste also das Bild abbrechen und mit Deckweiß und sinnlosem Sparkle retten, was zu retten war.
Mein Fazit: es ist ein benutzbares Papier für Aquarell, wenn man mit wenig Wasser und wenig Farbschichten arbeitet. Allerdings gilt DAS auch für die meisten handelsüblichen Zeichenkartons… Also um diese Qualität zu bekommen, müsste man eigentlich nicht das Geld für spezielles “Aquarellpapier” ausgeben. seufz Unter den satinierten Aquarellpapieren landet es mMn qualitativ etwas unterm Durchschnitt - und mit den echten Spitzenprodukten (ARCHES, Saunders Waterford oder Fabriano) kann es nicht mal ansatzweise mithalten. Wenns ein Drittel von dem kosten würde, was es kostet, könnte ich es eventuell empfehlen… :/
Aaaaaaaah verdammt und ich hatte mich so drauf gefreut q.q
Dito. Gut, dass du es getestet hast!
Ja, ich hatte mich eigentlich auch auf das Papier gefreut. Bloß ist es halt… ein schlechter Abklatsch des ARCHES satiniert, mehr nicht. Für Leute, die mit Tusche/Liner vorzeichnen und dann nur zwei oder drei Farbschichten anlegen, dürfte das Papier immer noch super benutzbar sein. Das, was ich habe, werde ich selbstverständlich weiter benutzen bis es aufgebraucht ist.
Fragt sich nur, wie sich der hohe Preis rechtfertigt, weil man halt fürs gleiche Geld anderswo BESSERES satiniertes Papier kriegt. seufz Immerhin: es ist keine Katastrophe. Für Hahnemühle-Verhältnisse ist es sogar ziemlich repräsentativ: es ist halt genauso schlecht vorgedehnt wie alle anderen Produkte aus dem Hause. Man bekommt ein solides Studienpapier zum Preis von Profimaterial.
Hat jemand Erfahrung mit dem hier gemacht?
Jep, hab ich ja auch in meinem letzten Post erwähnt. g Das ist eins der besseren satinierten Aquarellpapiere. Teuer, bleibt aber dafür beim Malen glatt und verträgt mehr als drei Farbschichten. Ich kanns jedenfalls uneingeschränkt empfehlen.
Ich war mir nicht sicher, weil es davon zwei verschiedene gibt - aber vermutlich unterscheiden sie sich dann wirklich nur in der Blattanzahl. Danke für die Rückmeldung.
Genau, es gibt einmal so einen A4-Block mit 12 Blättern, der oben nur an einer Seite geleimt ist wie normales Zeichenpapier, und dann gibts die rundum geleimten Blöcke mit je 20 Blatt in verschiedenen Formaten. (Oh, und früher war das Cover so orange, nicht pink.) Das ist aber das gleiche Papier, nur anders vermarktet.
