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Widerspruchslösung in der Organspende

Eines lebenden fremden Menschens? Nein, ich denke nicht. Nicht wenn es ihn tötet. Genau das hatte ich gemeint, ich würde einen Teil einer fremden Seele mit meiner verbinden, ich wäre nicht mehr ich. Und ich wäre daran Schuld, dass diese fremde Seele, nicht die Hülle, verletzt wird. Diese Schuld kann und will ich nicht tragen.
Wenn der Mensch wirklich tot wäre, dann ja, das wäre okay. Wenn die Organe entnommen werden sobald ich tot bin, hätte ich auch kein Problem damit welche herzugeben oder anzunehmen. Aber genau das ist der Punkt. Das werden sie nicht. Die Leute leben noch. Sie sind noch nicht weiter gegangen wenn es getan wird. Das ist zu früh. Ich denke es kann sie kaputt machen, vielleicht sogar so sehr, dass sie nicht mehr in der Lage wären weiter zu gehen.

@Sockenzombie: Ich interpretiere das mal als ein Nein.
Hab ich schon öfter gehört, dass Leute keine Blut- oder Organspenden annehmen möchten, aus Glaubensgründen. Deshalb hats mich interessiert.

Meinen Körper spenden würde ich nicht. Hab lange drüber nachgedacht, aber das ist mir dann doch zu viel. Immerhin wird den Angehörigen so die Möglichkeit genommen den Tod zu betrauern. Und das ist einigen in meiner Familie sehr wichtig. Das möchte ich ihnen nicht nehmen. Da ist mir meine eigenen Familie wichtiger, als die Allgemeinheit.

Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber ich bin für diese Regelung. Zum einen habe ich einen Spenderauweis und zum anderen, weiß ich das viele spenden würden, aber aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit keinen Ausweis hatten.
Ich muss auch sagen, was will ich nach dem Tod mit meinen Organen? Ich will eh eine Feuerbestattung und wenn nicht, dann gammelt und verwest alles vor sich hin. So oder so, die Organe sind weg und brauchen tu ich’s nicht.

Meine Körper hergeben für Museum und Ausstellungen? Nein xD ich will lieber eingeäschert werden im Friedwald beerdigt werden, wo ich oft mit Hund unterwegs bin. Am liebsten mit der Asche von meinen Hund/Hunde, aber das ist aus unerfindlichen Gründen verboten…

Ich bin auch für die Widerspruchslösung. Ich habe zwar schon ziemlich lange einen Ausweis, aber tatsächlich wurde ich von meiner Krankenkasse nie informiert. Meinen Ausweis habe ich aus irgendeiner Schule, ich weiß aber nicht mehr von welcher :wtf:
Im Grunde ändert sich ja wirklich nichts. Jeder kann immernoch frei darüber entscheiden ob er Spender wird oder nicht. Einziger Unterschied ist, dass man dann aktiv “Nein” sagen müsste.
Ich muss auch ehrlich zugeben dass ich es schon etwas traurig finde, wenn Menschen sich darüber ärgern dass sie jetzt “gezwungen” werden sich damit auseinander zu setzen. Wenn man kein Spender sein möchte respektiere ich das, und ich bin auch absolut dagegen jemanden dafür zu veruteilen der sich dagegen entscheidet. Es ist nun mal der eigene Körper um den es dabei geht.
Aber nicht darüber nachdenken wollen weil ein “Nein” das eigene Gewissen belasten würde? Ich empfinde das als einfach wegschauen und ignorieren, und das bereitet mir im Gegensatz zu einem klaren Nein eher Bauchschmerzen.
Wer diese Entscheidung trifft, kann und darf auch dazu stehen. Und wie Taku schon angemerkt hat, eine Entscheidung gegen eine Spende ist ja auch nicht endgültig. Im Übrigen genauso wenig wie eine dafür.

Ich finde den Punkt der Aufklärung über Organspende interessant.
Ich weiß gar nicht, wann ich zum ersten mal vom Organspendeausweis gehört habe, aber im Unterricht war es auf jeden Fall nicht. Da wären Infoveranstaltungen jedoch mMn angemessen.
In meinem Freundeskreis hatten wir schon ein paar interessante Gespräche über Organspenden.
Eins, das mir gerade in den Sinn kommt, war in der Schule bei der GSA. Wir haben uns an dem Tag auch über Blutspenden unterhalten, vor allem über diskriminierende Ausschlusskriterien. Soweit ich weiß, ist Homosekualität o. Ä. kein Grund, von der Organspende gänzlich ausgeschlossen zu werden. Warum sollten dann beim Blutspenden andere Maßstäbe gelten? Außerdem sehe ich es als sehr kritisch an, das Organe dann nur mit dem Verweis auf die Homosexualität des Spenders angeboten werden. Das klingt für mich irgendwie nach B-Ware…