kakao-karten.de Forum

Widerspruchslösung in der Organspende

Mir ist noch eingefallen: Ich wäre übrigens für eine “Ausschlussliste”. Ich habe zwar Organspenderausweis bei, aber würde nie wollen, dass jemand der Alkoholiker ist oder Raucher meine Organe bekommen. Die schaufeln sich ja praktisch selbst das eigene Grab ._. Kommen die eigentlich ganz weit unten in der Liste oder wie wird das mit den Listen gehandhabt?
Nach Dringlichkeit habe ich verstanden, aber wenn jemand dringend eine neue Leber braucht und trotzdem den ganzen Tag lang nur trinkt, fände ich das mehr als unfair gegenüber denen, bei denen vielleicht Krebs gestreut hat und deshalb auf ein neues Organ angewiesen sind.
Was ich auch unfair fände ist, wenn jemand ein Organ gespendet bekommt, er kurze Zeit nach der OP stirbt, selber Nichtspender ist und somit das Organ von dem Spender “verschwendet” wird, ode rhat man das Recht darauf, dass dieses eine Organ dann wieder entnommen wird? Immerhin ist dieses eine Organ ja von einem Spender und hat der zweiten Person nie “gehört”. Gibt es da auch Regelungen zu solchen Fällen?
Wir hatten das übrigens auch nie in der Schule. Ich finde es sehr wichtig, dass auch schon früh darüber aufgeklärt wird. Wir haben den Ausweis nur Beiläufig mal zugeschickt bekommen nach erhalt des Führerscheins. Habe meinen dann auch ausgefüllt und der ist sogar schneller zu finden als mein Perso :’)

@Muukster: ich finde den Thread sehr schön, weil er auch zum Nachdenken anregt, sowohl für die, die bereits den Ausweis haben, als auch für jene, die vielleicht nicht so wirklich damit konfrontiert wurden :3

@Mellymiew

So wie ich das mitbekommen habe, wird jeder erstmal geprüft ob eine Spende bei der Person überhaupt infrage kommt. Alkoholiker müssen spezielle Anforderungen erfüllen, die ich mal übernommen habe dabei geht es um eine Leber:

,… Patienten erst dann auf die Warteliste für eine Leber­transplantation aufzunehmen, wenn sie anamnestisch für mindestens sechs Monate völlige Alkoholabstinenz eingehalten haben. Verschiedene Laborwerte sollen die Absti­nenz belegen, unter anderem Ethylglucuronid im Urin (uEtG) und entsprechend den im Haar (hETG).

Diese Laboruntersuchungen sollten mindestens alle drei Monate erfolgen, während die Patienten auf der Warteliste stehe.“

Finde ich gut so, aber ob der Patient danach trocken bleibt… ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass viele Rückfällig werden auch wenn sie vielleicht ein Jahr trocken waren. Die Sucht ist besonders bei alten Menschen größer als der Verstand v.v

Bei dem anderen Fall, dass jemand nach der Spende stirbt. Kommt auf die Todesursache an. Wurde das Organ abgelehnt vom Körper ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit unbrauchbar, da sich dieses ggf. durch die Immunreaktion entzündet hat oder einzelne Stellen abgestorben/beschädigt sind. Ansonsten habe ich dazu noch nichts gelesen.

Mellymiew:
Ich kenne einen Fall wo eine Person kurz nach einer Organspende verstorben ist. Seine Organe konnten dann nicht “weiterverwendet” werden, ich weiss aber nicht, ob das daran lag, das die zu geschädigt waren oder an den verabreichten Medikamenten. Jedenfalls kann es in jedem Fall dazu kommen, das ein Organ leider “verschwendet” wird, selbst wenn der Empfänger selbst auch Organspender wäre. (das klingt irgendwie so mies, aber mit fällt auch kein besseres Wort ein /D)

Das ist selbstverständlich etwas anderes, genau wie z.B. bei Minderjährigen oder älteren Leuten die als Spender nicht in Frage kommen etc.
Ein ethisches Problem würde ich nur sehen, wenn man sagt “der bekommt aus Prinzip gar kein Organ”, was ich auch für moralisch nicht vertretbar halte. Auch aus meiner Sicht kann und soll jeder über seinen eigenen Körper entscheiden. Doch ich sehe keinen Grund, warum diese Entscheidung über den eigenen toten Körper nicht Einfluss auf einen möglichen Listenplatz haben soll. Ich will etwas haben, was ich anderen nicht geben möchte, obwohl es mein Leben nicht mal beeinflusst. Ich denke eher eine solche Regelung zwingt die Leute nicht Spender zu werden, aber es zwingt sie über ihre Entscheidung nachzudenken statt einfach nur aus dem Bauch raus ein Kreuzchen zu machen.
Warum will ich nicht spenden?

  • “Der Körper ist auch nach dem Tod eine Gesamtheit und sollte nicht getrennt werden.” - Aber bei anderen ist mir das egal?
  • “Die Ärzte lassen mich dann absichtlich sterben!!!111!” - Sie sollen lieber jemanden für mich sterben lassen?
  • “Mein Organ landet bei einem “schlechten” Menschen der zufällig ganz oben auf der Liste ist.” - Aber vielleicht ist der zweite auf der Liste ein “guter” Mensch, das könnte ich sein, und dieser stirbt weil zu wenig Organe da sind?
  • Religiöse Gründe.
    etc

Letztendlich sprechen die meisten Gründe die die Leute gegen eine Organspende aussprechen dafür, dass sie auch selbst keines annehmen wollen. Von daher: Kein Ethik Problem aus meiner Sicht.

Ich verstehe den Ansatz aber das ist wirklich schwer.
Spinne das mal weiter, dann möchte ein Rassist nicht, dass ein Dunkelhäutiger seine Organe bekommt oder der Homophob stellt sicher, dass der Empfänger hetero und cis ist.

Ansonsten danke, ich finde es gut und wichtig das drüber gesprochen wird, egal wie man sich dann entscheidet.

@Muukster: ja darübe rhabe ich dann auch nachgedacht, dass Rassisten dann dunkelhäutige Menschen ausschließen könnten, aber das ist dann ähnlich wie mit dem Hausrecht in Bars/Restaurants: du darfst ein Hausverbot aussprechen, sofern es nicht diskriminierend ist. Ich finde jemandem mit fremden Wurzeln das Organ zu verwehren, ist etwas vollkommen anderes, als jemanden der raucht und somit sein eigenes Leben eh nicht genug wertschätzt.

@fenshu:
Dankeschön, das wusste ich zum, Beispiel gar nicht :) Finde es auch richtig, dass da wenigstens gesagt wird, dass er mindestens 6 Monate nichts getrunken haben darf. Klar viele werden rückfällig, aber es könnte auch eine Chance für einen Neuanfang sein, wenn es an diese Bedingung gebunden wird :)

Okay, aber es geht ja auch in einem kleineren “Rahmen”.
Angenommen jemand, der 5x die Woche je eine Stunde Sport betreibt und der sich ausgewogen und gesund ernährt, verstirbt.
Darf der entscheiden dass jemand, der vllt 90kg wiegt auf 1,70m, zu ungesund gelebt hat und deswegen seine Organe nicht verdient?

Oh, was für ein interessantes Thema. Ich habe mich schon gleich nach meinem 18 Geburtstag damit auseinander gesetzt (vorher auch schon, aber ab dem Zeitpunkt darf der Ausweis ja berücksichtigt werden, soweit ich weiß.).
Eure Beiträge habe ich mir auch alle aufmerksam durchgelesen. Ehrlich gesagt habe ich mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht, dass ja auch ein ‘schlechter’ Mensch meine Organe bekommen könnte (In meinem Fall z. B. homophobe Menschen, Nazis, Rassisten) – das wäre dann natürlich schade. Aber trotzdem kein Grund nicht zu spenden. Irgendwer hat ja schon gesagt; Es kann ja genauso gut ein Mensch mit Familie, gleichen Ansichten o. Ä. meine Organe bekommen und das wäre für mich wirklich etwas, was mir den Gedanken an den Tod verschönert. Das mit den Rauchern ist auch ein gute Punkt. Ich finde da müsste man dann aber auch noch mit einfließen was für ein Drogenkonsum einen denn da nach unten schießt auf der Liste. Ist ein Jugendlicher der gelegentlich auf Partys raucht oder andere Drogen konsumiert (Cannabis, viel Alkohol – ist ja grade so im Studienalter bei vielen so) denn dann automatisch auch abzustufen…? Man kann da ja die Tendenzen gar nicht feststellen… oder wie macht man da aus, dass jemand seine eigenen Organe ‘verschwendet’ hat? Ansonsten müsste man ja schon in der Jugend die Finger von sämtlichen Drogen lassen und überhaupt noch Chancen zu haben.

In meinem Ausweis ist tatsächlich angekreuzt, dass ich alles spenden würde. Inkl. Haut und Haar. Nachdem meine Großmutter verstorben ist, als meine Mutter noch unter 20 war, ist es mir sowieso wichtig, dass nicht ständig jemand meine Angehörigen anruft und fragt ob ‘noch dies und das entnommen werden kann’. Leider war das bei meiner Mutter so und war wohl sehr belastend. Ich nehme den Ausweis auch mit auf Festivals oder auf Partys, wenn ich sonst keine Geldbörse dabei habe.

Wie sieht es bei euch eigentlich damit aus den Körper bei nichttauglichkeit zur Organspende der Forschung zur Verfügung zu stellen? Kann man ja auch machen.

@Muukster: Sport und gesunde Ernährung war mein nächster Gedanke. Und ich muss ehrlich zugeben: da wüsste ich nicht, ob ich es fair oder unfair finden sollte. Manche können für Fettleibigkeit ja nichts. Müsste ich es aber ankreuzen, würde ich es gerne einer Person geben, die sich für ein gesundes und langes Leben einsetzt, je nachdem, wie die körperlichen Vorraussetzungen es zulassen. Mir wäre es auch lieber, wenn genug Spender (somit auch genug Organe) da wären, damit die Liste der Patienten schnell kürzer wird und man nicht darüber nachdenken muss, dass vielleicht jemand ein Organ bekommt, obwohl man es einer anderen Person (zB mit einem gesünderen Lebensstil) mehr “gegönnt” hätte. Gar nicht spenden, weil es eventuell bei einer (aus meiner Sicht) “falschen” Person landen könnte, halte ich allerdings für keine Option, wenn das der einzige Grund ist, der von einer möglichen Spende abhält. Es ist an sich ein sehr schwieriges Thema, weil jeder anders denkt und auch ein anderes Rechtsempfinden hat.

@Daria: der Forschung zur Verfügung zu stellen kann ich mir auch vorstellen, ich brauche meinen Körper ja nach dem Tod nicht mehr :’) Hauptsache ich mache danach noch etwas “nützliches” :’)

Bereits gebrauchte Organe sind, meines Wissens nach, unbrauchbar, da sie zu sehr mit Medikatmenten belastet sind. Wenn man eine Transplantation bekommt, nimmt man im Anschluss Immunschwächende Medikamente. Je nach Organ nicht gerade wenige.
Deshalb halte ich auch eine Transplantation bei streuendem Krebs (kam als Beispiel vor) für völligen Unsinn. Chemo und immunschwächende Medikamente sind einfach zu viel. Meiner Oma hat man damals auch davon abgeraten nochmal mit einer Chemo anzufangen, da sie ja schon die Medikamente nahm und in dementsprechendem Zustand war. Bei Krebs, der völlig entfernt werden konnte ist es aber okay.
Übrigens ist es nicht selten, dass Transplantationspatienten Tumore u.ä. bekommen. Meine Schwiegermutter (ehemalige Palliativkrankenschwester) meinte mal, dass es bei den meisten irgendwann kommt, wenn sie nicht daran sterben, dass der Körper das Organ abstößt.
Meine Oma hatte mit ihrer Lunge noch 6 schöne Jahre. Für sie hatte es sich gelohnt, aber es sind auch viele kurz nach der Transplantation gestorben, die damals mit ihr gewartet haben. Aber Lungen sind wohl irgendwie besonders schwer zu transplantieren.

Ehrlich gesagt bin ich erschrocken darüber, wie Menschen hier in Klassen eingeteilt werden, wie einfach mal so entschieden wird, welches Leben mehr Wert ist als ein anderes. Euch ist schon klar, dass ihr über Menschen sprecht? Und euch ist schon klar, dass es euch genauso treffen kann?

Ich bin der Meinung, da wir medizinisch soweit sind, Menschen das Leben zu retten, das auch ausschöpfen sollten. Dazu gehört für mich auch die Widerspruchslösung. Natürlich gehört da ein Rahmen darum, also Regelungen damit da nicht plötzlich eine Wild-West-Schlacht um Organe entsteht. Andererseits ist der Organhandel auf dem Schwarzmarkt jetzt schon nicht zu verachten und schädigt jährlich Menschenleben. Eine Widerspruchslösung könnte auch das Problem abmildern oder gar vielleicht beenden. Was die Bevormundung angeht: Ist es nicht bevormundend, dass niemand Spender ist und ich als Spendenwilliger das Problem habe, mich darum zu kümmern, dass mein Willen durchgesetzt wird? Oder dass Menschen sterben, nur weil andere zu ignorant waren? Wie man sich also denken kann: Ich finde, hier steht das Wohl der Allgemeinheit über dem Wohl des Einzelnen. Zumal man ja nicht zum Spenden gezwungen wird. Wer das nicht will, kann das immer noch so entscheiden. Was die aufklärung angeht: Als erwachsener Mensch muss man auch mal sich bequemen und selbst herausfinden, wie die Dinge laufen und welche Rechte und Pflichten man hat. Also, neugierig sein und dann stößt man, früher oder später, selbst auf das Thema und informiert sich selbst. Man kann doch den Leuten nicht immer alles an Informationen hinterher tragen. Und ich finde, in Sachen Organspende wird schon was getan. Ich meine, wir hätten Schulveranstaltungen gehabt/ im Unterricht drüber gesprochen oder Veranstaltungen in der Uni gehabt, und einen Brief von der Krankenkasse mit Papierausweis hatte ich auch schon bekommen.

Noch was zum Testament: Das ist nicht hilfreich. Das Testament wird nach dem Tod des gesamten Körpers geöffnet, und dazu auch Tage später. Da sind die Organe schon nicht mehr brauchbar, weil der Verwesungsprozess längst eingesetzt hat. Organe werden hirntoten Patienten entnommen. Die Feststellung, wann ein Patient hirntot ist, wird auch durch verschiedene Tests festgestellt und nicht leichtfertig getroffen.

Sollte, Müsste, Könnte. Prinzipiell gebe ich dir damit zwar recht, aber es bring nun mal nichts solche Dinge vorauszusetzen / von ihnen auszugehen, wenn sie völlig an der Realität vorbei gehen. Wären alle so gewillt sich weiterzubilden und sich mit unangenehmen Dingen zu beschäftigen (und nichts weiter ist für die meisten der Tod), dann wäre es garnicht nötig über Widerspruchslösung nachzudenken.

Das stimmt, aber niemand hat etwas von einem Testament geschrieben.

Wo ging es denn um Testamente?
Irgendwer hatte eine, vom Notar beglaubigte Patientenverfügung erwähnt, aber das ist ja was anderes :3

Und wie gesagt, bei mir gab es nix in der Schule, nix vom Arzt, nix von Krankenkassen. Es wird also definitiv nicht deutschlandweit was getan, sondern wenn dann eher regional. Vielleicht sogar in den meisten regionen, aber definitiv nicht überall. Da besteht eindeutig Handlungsbedarf…

Ich find’s btw. auch bedenklich, das Leute mit schlechten lebensstil offenbar weniger wert zu sein scheinen…

Ehrlich gesagt bin ich erschrocken darüber, wie Menschen hier in Klassen eingeteilt werden, wie einfach mal so entschieden wird, welches Leben mehr Wert ist als ein anderes.
Selbstverständlich gilt im allgemeinen Gleichberechtigung. Aber es ist eben kein Sack Kartoffeln den man Mal eben im Supermarkt erwerben kann: es sind Organe, die leider nur in begrenzter Form zur Verfügung stehen (deshalb ja Warteliste) es ist somit auch wichtig, dass gewisse Lebensumstände (und somit "Klassen") berücksichtigt werden. Da es mich selbst interessiert und ich mir die Frage gestellt habe, wie es mit Rauchern und Alkoholikern aussieht, habe ich jetzt auch ein wenig recherchiert, was die "Klassifizerung" von Menschen betrifft. Ich zitiere kurz (Zitat von morgenpost.de): "[...]So haben etwa starke Raucher, Alkoholiker oder Drogenabhängige nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Chance, auf die Warteliste aufgenommen zu werden. Aber auch Krebsleiden oder Herz- und Gefäßerkrankungen können Ausschlusskriterien sein" Es mag für manche falsch aussehen und für andere richtig: es ist eben nur eine Empfindung und man versucht scheinbar auch in der Medizin, alle Bedenken und Kriterien zu berücksichtigen. Hätten wir keine Kriterien müsste man nach dem Prinzip "wer zuerst kommt mahlt zuerst" vorgehen, was bedeutet, dass jeder ein Organ bekommt, der theoretisch eins braucht (Also auch Alkoholiker ohne Bedinungen eine Leber) und jeder der zuerst "fragt" auch als erster in der Liste steht. Ich finde es gut, dass dort auch nach wichtigen Faktoren geschaut wird. Es läuft praktisch darauf hinaus, dass es gewissermaßen "Klassen" gibt. Und niemand braucht sich schelcht zu fühlen, weil er anders denkt, es ist völlig normal, dass jeder anders auf das Thema reagiert.

Ich habe noch nie darüber nachgedacht aber ich denke, dass ich damit auch kein Problem hätte!

Ich würde alles spenden, sollte etwas noch benötigt werden und passen, und fänd es auch spannend wenn ich so etwas aushelfen könnte, sollte es mich nicht mehr geben.
Vermutlich ist meine Grenze erreicht bei der Ausstellung von irgendetwas von mir, also so a la von Hagen oder so. Das würde mir nicht gefallen XD

So, nun kann ich hier auch endlich schreiben.

Wieso gab es den Thread nicht schon, als der Vorschlag letztes Mal oder davor und davor zur Diskussion stand?
Keine Sorge, das ist kein Vorwurf. Mich stört es gerade nur massiv, dass der Vorschlag schon SO oft im Bundestag im Gespräch war, oder zumindest in politischen und medialen Kreisen und immer mit dümmsten Argumenten abgeschmettert wurde, und jetzt kommt die Spahnplatte daher und will sich das durchsetzen als Erfolg verbuchen. Denn wenn es nun endlich geändert wird, darf der sich das auf die Liste schreiben -_-

Nichtsdestotrotz, ich bin schon lange dafür.Für mich gibt es keine Bevormundung Seitens des Staates ggü. dem Bürger in der Frage. Die Entscheidung bleibt einem weiterhin.
Nur müssen jetzt die faulen Affen, die mit fadenscheinigen Verschwörungstheorien und Anti-Staat-Parolen argumentiert haben, einmal eineinhalb bis 2 Minuten Zeit investieren, und klar niederschreiben, dass sie NICHT spenden wollen. Könnse ja machen. So ändert sich für sie nix, sind weiterhin keine Spender. Und die, die sich bisher unschlüssig waren, sind gezwungen sich mit dem Thema auseinander zu setzen.
Denn das sollte meiner Meinung nach Grundvoraussetzung sein: Dass man für sich die Pros und Contras abgewogen hat.

Ich hab n Spenderausweis (meine Krankenkasse hat damals so schicke Karten rausgeschick) und bin DKMS-Registriert, inzwischen weiß ich, dass ich und meine Geschwister einen recht seltenen Genmarker in uns tragen, der unsere Spende besonders wertvoll macht (also eine hohe Erfolgschance mit sich bringt. Kein Materieller wert). Hat sich für mich also schon gelohnt.
Und was sollen meine Organe unter der Erde verschimmeln oder geröstet werden, wenn ich damit vielleicht 1-x Leben retten kann? Wenn ich tot bin, brauche ich sie eh nicht mehr. Ich hänge da emotional nicht dran, für mich gibts auch kein Leben nach dem Tod. Da soll sich doch lieber eine Familie noch über ein paar Jahre mehr Zeit mit ihrem/r Liebsten freuen.

Ich habe mich auch schon mit dem gedanken befasst, was passiert, wenn meine Organe z.B. einem Nazi gegeben werden.
Zu Lebzeiten der Horror.
Aber genau das ist der Knackpunkt: Ich bin tot. Vielleicht lässt das Erlebnis den Menschen umdenken. Vielleicht auch nicht.
Aber ich möchte nicht die Menschen zum Tode verurteilen, die nichts dafür können, gegen die nichts von MEINER moralischen Erwartungsliste spricht, aber auf Grund meienr Angst ausgeschlossen werden würden.
Versteht ihr, wie ichs meine?
Entweder sage ich “ich spende nciht, könnte ja ein Nazi bekommen” oder ich sage “ich spende und nehme das Risiko in kauf, dass es ein Nazi bekommt, wenn dafür die Chance bestehen bleibt, dass es einen guten trifft”.

Uuh, dieses Thema ist mir so unheimlich…
Für mich ist es gerade recht aktuell, weil ich bisher in meinem Organspendeausweis stehen hatte, dass ich aus medizinischen Gründen keine geeignete Spenderin bin. Das war (glücklicherweise) nicht richtig, wie ich seit Kurzem weiß. Aber nun muss ich neu drüber nachdenken und davor graut es mir ^^"

Es wird den meisten sicher sehr altmodisch vorkommen, aber ich habe tatsächlich religiöse Gründe, die mich von einem Ja abhalten.
Gleichzeitig habe ich deshalb ein sehr schlechtes Gewissen, denn es ist ein GLAUBE, kein WISSEN. Wenn ich mir vorstelle, dass jemand stirbt, der mit einem meiner Organe hätte leben können, dann ist das eine schreckliche Vorstellung für mich.

Die Entscheidung ist für mich leider nicht so einfach wie für Menschen, die was anderes (oder gar nichts) glauben.
Deshalb stehe ich auch der Widerspruchslösung skeptisch gegenüber. Einserseits denke ich an all die Menschen, die auf Wartelisten stehen und denen ich von Herzen gönnen würde, dass sie Hilfe bekommen.
Andererseits fände ich es unangenehm, plötzlich zu einer Entscheidung gezwungen zu werden, die mir tatsächlich sehr schwer fällt. Ich brauche definitiv etwas mehr Zeit für die Entscheidung. (Ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes bisher erst einen Tag zum Nachdenken.)

Was anderes wäre eine Registrierung bei der DKMS. Da bin ich definitiv sehr dafür.

Wie sieht es bei euch eigentlich damit aus den Körper bei nichttauglichkeit zur Organspende der Forschung zur Verfügung zu stellen? Kann man ja auch machen.
Uh, das würde mich gruseln... Das könnte ich nicht.
Vermutlich ist meine Grenze erreicht bei der Ausstellung von irgendetwas von mir, also so a la von Hagen oder so. Das würde mir nicht gefallen XD
Das heißt, ich werde niemals das Gehirn der fabulösen Künstlerin Muukster in einem Museum sehen können? Oooh, schade! xD

Einfache Lösung: Erstmal dagegen entscheiden. Dann überlegen. Wenn umentschieden, im Ausweis aktualisieren.

Bei uns ist’s ja eh schon so und ich find’s auch eigentlich gut, zumal ja immernoch die Option besteht dass wenn man es wirklich nicht will das auch geht.

Bestimmte Leute ausschließen find ich kritisch, auch wenn die Begründung “der lebt nicht gesund/schätzt sein Leben nicht” sinnvoll klingt das endet schnell in Haarspalterei. Wer bestimmt denn dann was “gesund genug” leben ist?
Darf ich dann auch sagen meine Organe gehen nur an Leute die arbeitslos sind und nicht an irgendwelche Reichen die schon bei Herz Numero 6 sind weil ich finde letztere verdienen es nicht?

Ich kann zwar nachvollziehen dass man nicht jemandem ein Organ geben möchte der seines bereits mutwillig zerstört hat, aber das ist wiederum ein Thema für sich und ich denke solche Leute verdienen trotzdem Chance, wer schon am Boden liegt dem muss man nicht noch auf die Finger treten. Ist ja nicht so als wären sich die Leute nicht bewußt dass sie sich Schaden zufügen und ich glaub auch nicht das das als Nachlässigkeit gesehen werden kann.
Würd doch auch keiner sagen “der war nicht angeschnallt also issers selber schuld, kriegt kein Organ”

Körper für die Forschung hergeben? HELLYEAH! Find ich cool und sinnvoll, besser als teure Beerdigung/Einäscherung usw.

Im Grunde kann es mir ja eigtl. egal sein was mit meinem Körpe nach dem Tod passiert, ich kann mich dann je eh nicht mehr beschweren/nix dran ändern und dann isses mir lieber es kann noch irgendein Nutzen daraus gezogen werden, von mir aus verbrennt mich und düngt eure Blumen damit.

Hahah Sorry, vielleicht im nächsten Leben!XD