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Widerspruchslösung in der Organspende

Bestimmt habt ihr gehört von dem neuen Vorschlag von Spahn - der Widerspruchslösung in der Organspende.

Aktuell ist es bei uns in Deutschland so geregelt, dass man von vorn herein kein Spender ist, wenn man nicht einen Ausweis ausfüllt, der darüber informiert ob und was man spenden möchte (oder wenn Angehörige nach dem Tod das entscheiden. Im besten Falle hat man es vorher mit ihnen besprochen).
Mit der neuen Regelung wäre es so, das jeder automatisch Spender IST, außer man widerspricht indem man so einen Ausweis ausfüllt. Also genau umgekehrt im Prinzip. In einigen anderen Ländern ist das so schon Gang und Gäbe, wie Österreich und Frankreich, wenn ich mich nicht irre.

Meine Frage an euch: Wie würdet ihr die neue Regelung finden?

Ich persönlich bin überrascht von dem teils heftigen Widerspruch. Von Argumenten, die behaupten, man würde die Menschen bevormunden oder sogar entmündigen, dass man Menschen in Deutschland Rechte nehmen würde.

Mit einer neuen Regelung wäre man immer noch nicht gezwungen zu spenden, man müsste nur - anders als bisher - aktiv werden.
Ich persönlich denke, dass sich viele Menschen zu wenig auseinander setzen mit der Thematik und allein deswegen keinen Ausweis ausfüllen, oder aber weil sie zu bequem um sich einen zu besorgen. Vermutlich haben sogar viele gar kein Problem damit oder würden spenden. Zumindest ist es das, was ich häufig in meinem Umfeld zu hören bekommen habe, wenn das Thema auf dem Tisch kam. Viele kennen diese Ausweise nicht einmal und wissen gar nicht, wie wenig Aufwand es macht sie auszufüllen.

Daher finde ich persönlich die neue Regelung besser. Wie steht ihr dazu?

Ich nenne als Hauptgrund die Bequemlichkeit. Die Idee ist gut und wirkt dem Spenderorgandefizit entgegen. Und wie du sagst, man MUSS es nicht. Und bevormundet wird man so oder so.
Da man immer noch die Wahl hat finde ich die Lösung gut. Außerdem haben die Angehörigen doch sicher noch die Möglichkeit zu widersprechen, oder wurde darüber noch nichts gesagt?

Ich hab mir schon überlegt Organspender zu werden (meine Oma hatte wegen ihrer neuen Lunge noch ein paar sehr schöne Jahre :)), hab aber weder Ahnung wo man den Ausweis herbekommt, noch wo ich ihn holen soll.

In der Schule hab ich mal einen bekommen, aber meine Eltern waren dagegen, dass ich ihn ausfülle. Ich würde übel angefahren, als ich den mit heim gebracht habe. Fand ich nicht okay. Hab ihn ja nicht von selbst mit nach Hause gebracht =-=
Danach hab ich mich von dem Thema erst mal fern gehalten, weil ich damit viel unangenehmes verbunden habe.

Hey,

Ich persönlich habe seit meinem 16. Lebensjahr einen Organspendeausweis und habe dort genau angegeben welchen Teil ich spenden möchte wenn dazu es kommen sollte das ich in Frage komme.

Aus Bequemlichkeit werden sich viele gegen die Widerspruchslösung aussprechen. Einfach nur aus Faulheit sich einen Organspendeausweis zuzulegen und ein Kreuzchen beim “Nein” zu machen.

Ich spreche mich ganz klar für die Organspende aus und bin Befürworter der Widerspruchslösung. Am Ende unseres Lebens können wir nichts mitnehmen, keinen Reichtum und keine Organe. Warum also keinem anderen die Chance geben mit dem was man eh nicht mehr braucht noch schöne Jahre zu erleben.

@fire: https://www.organspende-info.de/organspendeausweis/bestellen
Hier kann man kostenfrei einen Ausweis bekommen.

1 Like

@Fire:

Viele Ärzte und Apotheken bieten auch kostenlose Exemplare.

Schade das deine Eltern da so stark dagegen waren…hatten sie eine Begründung dafür?

Soweit ich weiß kann man entsprechende Ausweise sogar einfach irgendwo ausdrucken, man muss da nichtmal extra Vordrucke nutzen.

Es zwingt die Leute, sich aktiv damit auseinander zu setzen und das finde ich richtig und wichtig. Wer darauf keine Lust hat, dem wird die Entscheidung abgenommen, das war aber vorher auch schon so, nur eben in eine andere Richtung.
Ich finde diese Richtung besser, weil Bequemlichkeit dann Hilfe bedeutet.
Ich empfinde es auch nicht als Entmündigung oder so, denn man hat immer noch eine Wahl, nur muss man dann eben aktiv werden, aktiv nein sagen. Wer das nicht tut ist für mich dann quasi “Selbst schuld”, wobei das wohl dann eh nur noch die Hinterbliebenen interessieren dürfte /D

Ich habe zwar keinen Ausweis, tatsächlich aufgrund einer Mischung aus Bequemlichkeit und Verpeiltheit (wenn ich tatsächlich Zeit und Musse hätte, mir einen zuzulegen vergess ich es :‘D Das Thema ist in meinem Alltag halt nicht so präsent ^^’), aber mein Mann weiß, wie zu verfahren ist. Und anders herum eben auch :3
Wir sind einfach beide der Meinung, wenn wir Tod sind, brauchen wir sie nicht mehr und wenn wir mit einer Organspende dafür sorgen können, das jemand anderes noch ein paar schöne Jahre hat, dann ist es das doch allemal wert.

An sich finde ich die Widerspruchslösung gut. Ich verstehe auch vollkommen eure Argumente, dass man sich dann von selber mal Informieren und mit dem Thema beschäftigen muss, trotzden fände ich es nicht gut wenn man nicht mindestens einmal die Frage gestellt bekommen würde, ob man widersprechen will oder nicht. Was ich meine ist z.B. einen Schrieb der Krankenkasse mit einem Ausweis und einer kurzen Info, dass die Regelung jetzt neu ist und man sich am Besten gleich entscheiden soll. Oder, dass es zumindest eine öffentliche Aufklärungkampagne gibt. Aber wenn, sagen wir, ab 01.10. die neue Regelung gilt und dann, hoppla, alle Spender sind, ohne zu wissen, DASS sie es sind, das fänd ich nicht ok. Information und Kommunikation ist für mich das Stichwort.

Ich hatte auch mal einen Organspendeausweis, ich glaube nach einer entsprechenden Aktion in der Berufschule. Daraufhin hat sich auch meine Mutter ganz entsetzt gezeigt, warum ich das zulasse. Da meinte ich auch, dass ich meine Organe ja nicht mehr bräuchte, wenn ich tot bin, also warum sollte ich sie nicht spenden, um jemanden zu retten. Ihre Antwort: “Ja, aber deine Augen oder das Herz, das bist DU.” Für sie war das offenbar wohl eher ein ethisches Problem?

Übrigens ist mein Organspendeausweis weg. Ich hatte damals auch einen selbst ausgedruckten und der ist offensichtlich mal verloren gegangen, weggeworfen worden oder hinter irgendeine Schrankwand gerutscht. Gibt’s denn keine Plattform, auf der man sich registrieren und seine Entscheidung hinterlegen kann?

Ich wäre auch für die neue Lösung, eben, weil ich von mir selbst weiß, wie unglaublich bequem, faul und verpeilt man sein kann :P

Ich hab das erste mal gehört, dass es sowas überhaupt gibt, als im Rhetorik-urs an der Hochschule jemand ein Plädoyer für Organspende gehalten hat, und gleich für jeden Teilnehmer einen Ausweis dabei hatte. :D
(Andere Leute hatten als Vortragsthemen nur so Sachen wie “Warum ist mein Haustierkaninchen das beste Kaninchen der Welt?”, oder “Warum sind Pokémon pädagogisch wertvoll?” hust schäm)

Ein paar Jahre später hat meine Krankenkasse eine hübsche Plastikkarten-Version davon an all ihre Mitglieder verschickt, was ne super Aktion war. x3~

Sollte also die neue Regelung von zu vielen Leuten abgelehnt werden, fände ich es super, wenn wenigstens Krankenkassen dazu gezwungen würden, jedem Mitglied eine Karte und Informationen zu schicken :P (selbst wenn wahrscheinlich doch viel einfach ungelesen im Müll landet)

Ich habe gerade fasziniert festgestellt, dass in Österreich tatsächlich die Widerspruchslösung gilt. War mir nicht bewusst (ich muss auch etwas beschämt zugeben, dass ich mich viel zu wenig mit dem Thema auseinander gesetzt habe…), aber ich finde es gut. Gerade wegen der Bequemlichkeitsgeschichte. Ich kenne mich selbst gut genug um zu wissen, dass, obwohl ich spenden würde, mir wohl nie den Ausweis besorgt hätte. Von daher finde ich es gut, jetzt automatisch Spender zu sein.

Und wenn es jemandem wirklich wichtig ist, nicht zu spenden, dann muss man eben in Aktion treten. Ist meiner Ansicht nach besser als anders herum (wobei ich Hopes zustimme, Information ist schon wichtig. Siehe “Ich hatte bis eben keine Ahnung, dass wir diese Regelung schon haben” x’D).

Eine umfassende Aufklärungskampagne fände ich besser als der angedachte radikale Schritt, jeden zum Organspender zu machen, gepaart mit der üblichen Nichtinformation seitens derer, die dazu verpflichtet wären richtig aufzuklären. Offizielle Nichtinformation gibt’s ja jetzt schon. Sollten sie lieber dafür mal TV-Werbung schalten >___> (ja, man findet genügend Infos, aber nur, wenn man schon mal davon gehört hat und danach aktiv sucht. Schon mal was dazu im Briefkasten gehabt? Ich noch nie.)

Eine Lösung wie von Hopes vorgeschlagen, dass jeder persönlich angesprochen und informiert wird, fände ich wesentlich besser als die Widerspruchslösung. Mag sein, dass das in anderen Ländern ganz toll funktioniert, aber das hier ist Deutschland und hier hasst man nichts mehr, als wenn einem etwas weggenommen wird, und wenn es nur um Organe geht, die ein Toter für sich nicht mehr braucht.

@Muukster: Naja, einerseit natürlich die Angst, dass man mich “sterben lässt” in einem Notfall, weil ich ja Organspender bin (die Angst scheinen wohl viele zu haben) und ich denke meine Mutter hält es zudem für Leichenschändung. Keine Ahnung ob sie nach der Sache mit meiner Oma immer noch so denkt. Sie selbst will jedenfalls immer noch nicht, weil sie den Gedanken unangenehm findet.
Und natürlich hätten sie damals für mich unterschreiben müssen und das ging ihnen auch gegen den Strich. Meine Mutter meinte mal es wäre meine Entscheidung und ich könnte sie für mich alleine treffen, aber ihre Unterschrift hätte sie da nie draufgesetzt.
Jedenfalls haben sie damals ziemlich emotional auf die Sache reagiert und das hat bei mir einen schlechten Eindruck hinterlassen. Dabei war es sicher nicht die Absicht der Lehrerin da so ne Reaktion auszulösen. Ihr ging es eher darum, dass man sich mit den Eltern mal darüber unterhält, sich informiert und dann ne Entscheidung trifft.
Am nächsten Tag wurden wir natürlich gefragt war bei dem Gespräch mit den Eltern rauskam (war schließlich ne Art Hausaufgabe) und mir war es ziemlich unangenehm darüber zu sprechen. Zum Glück ist die Lehrerin dann nicht näher drauf eingegangen und hat mich in Ruhe gelassen. So viel Feingefühl hatte sie dann doch.

Mit meinem Mann habe ich über das Thema auch schon gesprochen. Aber in Ruhe. Er weiß auch, dass ich pro Spende bin, für den Fall, dass mir etwas passiert und ist damit auch einverstanden.

DAS ist eine sehr gute Idee! Jeder sollte so ein Schreiben bekommen, wenn er/sie 18 ist (also auch alt genug zum wählen) und davor entscheiden die Eltern.

Ich hätte wahrscheinlich auch nie von einem Organspenderausweis erfahren, wäre an meiner Schule darüber nicht informiert worden. Sowas könnte man doch auch als Pflicht einführen, oder? Einmal ein Informationstag im Jahr für die Schüler der so und so vielten Klasse an jeder Schule im Land. Kann auch nur über ein bis zwei Schulstunden gehen. Hauptsache die Leute wissen davon.

Informationsmangel ist wirklich so ein Ding in Deutschland. “Ja, das sollten sie eigentlich wissen!”. Wie oft ich den Mist schon gehört habe. Woher denn überhaupt?!
Wenn die Eltern schon nichts wissen, oder Dinge nicht für wichtig erachten? Und das ist ja nicht nur beim Organspenden so.

Ich dachte das war eh schon so, dass man von der Krankenkasse da mal was zugesandt bekam? Kann mir nicht vorstellen, dass man da drum rum kam, sich damit zu beschäftigen, bei uns in der Schule gab es damals jede Menge Vorträge (einseitige leider -_-) und ich bekam sogar mehrmals etwas zugesandt von verschiedenen Krankenkassen, in denen ich nicht mal war. Als wollen es einem alle aufdrängen. Und jetzt mit dieser Regelung erst recht. Da komme ich mir wirklich bevormundet vor. Was allein schon den Rebell in mir weckt, der sagen will: Nein.

Ich mache mich wahrscheinlich unbeliebt, aber mag die neue Lösung gar nicht. Und ja, unter anderem aus diesem Grund:

Von Argumenten, die behaupten, man würde die Menschen bevormunden oder sogar entmündigen, dass man Menschen in Deutschland Rechte nehmen würde.

Doch der Hauptgrund ist meine Ansicht zum Leben und Tod und wie das Sein funktioniert. Ich denke nicht, dass es nach dem Tod vorbei ist. Ich denke das Leben ist eine Art Klasse die man wie in einer Schule durchläuft. Man durchläuft viele dieser Klassen und ich denke, dass man sich verändert, wenn man Körperteile von anderen annimmt. Das macht das Ich des anderen kaputt, reißt es auseinander und verändert auch das eigene. Die Persönlichkeiten verändern sich und verlieren sich, durchbrechen damit den Lernprozess… Das genauer zu erklären würde hier am Thema vorbeiführen. Ich habe mich jedenfalls sehr lange damit beschäftigt, von Bequemlichkeit kann man also nicht reden. Die angedachte Regelung finde ich einfach nur richtig mies.

Ausweise gehen “verloren”, werden zufällig fallen gelassen, verschwinden absichtlich in fremden Taschen… Da ist dieses angekreuzte “Nein” schnell weg.

Die Idee mit der Fernsehwerbung, die Nelia erwähnt hat, fände ich auch sehr hilfreich. Manche bekommen soetwas einfach nicht mit und befassen sich auch damit gar nicht.
Ich bin für die Widerspruchslösung. Viele Leute füllen den Ausweis nämlich nicht aus, obwohl es vielen egal wäre, was nach dem Tod mit dem Körper passiert. Ich glaube nur ein kleiner Teil der Menschen möchte nicht seine Organe hergeben. Wem es wirklich wichtig ist, auch nach dem Tod alles zu “behalten” (was schade ist, weil es eh verbrannt wird oder verwest), der kann ja immer noch einen Widerspruch einlegen. Ich finde nicht, dass das eine Bevormundung darstellt. Die Information, dass man ab Datum X Organspender wird, wenn man nicht widerspricht, finde ich aber sehr wichtig. Jeder einzelne Bürger sollte einen Brief bekommen. Darüber hinaus wäre es schön, wenn die Personen die das irgendwie verpasst haben oder sich umentscheiden, weil sie sich damit unwohl fühlen, noch im danach jederzeit die automatische “Zustimmung” widerrufen können.
Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, was manche Leute für Horrorszenarien im Kopf haben müssen, dass sie so vehement dagegen sind. Es wird sicher niemand gezielt auf die Jagd gehen nach Leuten, wo man die Organe gebrauchen könnte <__< Zumindest stelle ich mir vor, dass viele einfach Angst haben, dass bei Komapatienten zu schnell “aufgegeben” wird, um an die Organe zu gelangen.
@Sockenzombie: das mit der Pappkarte kann ich verstehen. Ich habe mir auch schon oft vorgestellt in einem Autounfall verwickelt zu sein, wo dann der Schein kaputt geht oder verbrennt und meine Organe doch nicht gespendet werden können. Ebenso andersherum: was ist, wenn man die Pappkarte “verliert” wo man mit “nein” angekreuzt hat? Ich finde jeder sollte in einem System stehen, wo man über Kranbkenkasse (oder anderes System) abfragen kann, ob widersprochen wurde. Da hast du recht, das finde ich auch sehr unsicher.

@Sockenzombie: Wenn es dir so wichtig ist halte es doch in einer Patientenverfügung fest. Und zwar beim Notar. Das ist im Moment, soweit ich informiert bin, die beste Lösung.
Es ist auch absolut okay, dass du dagegen bist und das so siehst. Aber aus Interesse mal ne Frage: Würdest du denn das Organ eines anderen Menschen als Spende akzeptieren? Es gibt ja auch Leute, die das nicht wollen.

Ich weiß nicht ganz was ich davon halten soll.
Wenn dann Briefe rumgehen wo man dann registriert wird, dass man „Nein“ oder „Ja“ angekreuzt hat, wäre für mich in Ordnung. Ansonsten wie sonst mit dem Pappausweis seh ich kritisch. Nachher möchte ich gar nicht und es wird einfach entschieden ohne das jemand aus der Familie oder so Mitsprache hätte, weil man mein „Nein“ oder „Ja“ nicht finden konnte.

Ich hatte bis jetzt keinen Ausweis, da ich doch ein bisschen Sorge habe und ich mir gar nicht sicher bin, ob ich spenden würde.

Deshalb pro Aufklärung.

@Socke:
Ich hatte das Thema weder in der Schule, noch jemals von einem Arzt oder der Krankenkasse da irgendwelches Infomaterial bekommen.
Tatsächlich hab ich sämtliche Infos aus dem Fernsehen.
Wobei du natürlich recht hast, das solche Zettel verschwinden. Aber eben auch in beide Richtung, da wäre eine Datenbank wie Hopes (?) erwähnte echt sinnvoll.
Ich finde es auch vollkommen okay, wenn jemand sagt, das er nicht möchte und alles.

Ich bin dennoch dafür, aber mit vernünfter Aufklärung und mit Datenbank.

Gleichwie, ich finde es auf jeden Fall gut, das es diese Diskussion grundsätzlich gibt, weil es viele Menschen einfach dazu zwingt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Persönlich finde ich die Überlegung zu der neuen Regelung sehr gut, da ich es für wichtig halte, dass Menschen sich wenigstens kurz einmal mit der Thematik näher auseinandersetzen. Bevormundung sehe ich darin nicht, da im Endeffekt durch den Widerspruch niemand zur Spende gezwungen wird. Bedenken, was einen etwaigen Verlust einer mit “Nein” markierten Karten angeht, kann ich aber nachvollziehen und würde hier eventuell auch eine Art Registrierungs-Datenbank (meinetwegen auch durch die Krankenkassen) als Zusatz als sinnvoll empfinden.

Dann noch kurz ein paar Worte zu meiner ganz persönlichen Einstellung zu dem Thema Organspende:
Sicherlich ist die Beschäftigung mit dem Tod kein unbedingt angenehmes Thema, aber es kann jeden ganz unverhofft treffen - wie auch jeder ganz unverhofft in eine Situation geraten kann, wo er/sie auf einmal auf ein Spenderorgan angewiesen ist. Ich selbst besitze seit mehr als zwei Jahren einen Organspendeausweis, den ich auch allzeit mit mir führe. Der ausschlaggebende Grund für das Ausfüllen war der plötzliche Tod meines Vaters und die Erkenntnis, dass alles ohnehin von heute auf morgen vorbei sein kann - wozu brauche ich meine Organe, wenn ich unter der Erde liege/mich verbrennen lasse? Mir nützen sie dann nichts mehr, anderen Menschen kann ich damit eventuell helfen, ihr Leben weiterzuführen. Ich bin da also ganz pragmatisch.

Aufklärung gab es dazu zu meiner Schulzeit übrigens nicht, da das Thema damals wohl noch nicht so up to date war. Schön, wenn das heute anders ist.

Absolut pro neue Widerspruchslösung ohne wenn und aber.

Die Leute sind einfach zu bequem, selbst wenn sie dafür sind. Wenn man gegen etwas ist und so sehr an seinen Organen hängt wird man eher aktiv. Das Mimimi bezüglich weiß ja keiner kann ich nur eingeschränkt nachvollziehen. Die meisten Leute müssten nur einmal das Wort in eine Suchmaschine ihrer Wahl eingeben und bekommen tausend Vorlagen um die Ohren geschmissen. Eine Bevormundung der Bürger sehe ich nicht, minderjährig muss man eh nicht und dann ist es immer noch weniger Arbeit als sich bei der GEZ anzumelden oder befreien zu lassen (bwahahaha! XD).

Natürlich sollte die neue Lösung im Rahmen einer vernünftigen, umfassenden Aufklärung geschehen und eine Datenbank/ Vermerk bei der Krankenkasse wäre sowieso überfällig. Ach ja. Und Leute die ihre Organe nicht spenden wollen, kommen selbstverständlich auf der Liste ganz nach unten sollten sie mal selbst welche benötigen. Ist nur fair.

Ich glaube das wäre ethisch nicht zu vereinbaren. Jeder hat einen eigenen Körper über den er entscheiden darf.
Wenn das System dann sowas beim ausfüllen berücksichtigen würde, käme es schnell zu den Eindruck: ich werde gezwungen ein Spender zu sein.
Was fair und nicht fair ist in der Lage ist schwer zu sagen.

Ich glaube die Sache wird positiv für mehr Spenderwillige führen, aber so ein System mit du spendest und wirst bevorzugt sehe ich sehr kritisch. Manche dürfen auch gar nicht spenden wegen Krankheiten…

Das jetzige Prozedere mt der Rangliste nach Dringlichkeit und Berücksichtigung ob jemand alkoholiker ist ect., dass diese nicht direkt ganz oben stehen finde ich schon gut so.

Sind sie auch, soweit ich weiß. Jedenfalls Infomaterial, aber ich kann mich auch nicht erinnern je was dazu gehabt zu haben…

Wenn man so eine Ansicht vertritt, finde ich es auch vollkommen legitim und respektabel wenn man sich dagegen entscheidet - es sind natürlich auch nicht alle, die nur aus Bequemlichkeit aktuell keinen Ausweis haben, natürlich entscheiden sich auch einige bewusst dagegen. Und das ist natürlich in Ordnung.
Ich finde den Einwurf auch gut dass es schwierig ist wenn man seinen Widerruf dann verloren hat, das wäre für mich auch der einzige Grund irgendwie, über den ich stolpern würde wenn ich nicht spenden wollte und diese neue Lösung umgesetzt wird.
Ich weiß allerdings nicht genau wie der Herr Spahn das regeln möchte, vielleicht wird bei Ablehnung der Spende auch etwas anderes in Betracht gezogen als dieser Zettel in der Geldbörse. Bisher hat er ja nicht einmal einen Gesetzesentwurf dafür vorgelegt also wer weiß wie konkret das alles schon ist.

Ich bin aber auch absolut dafür, dass man umfangreich darüber informiert werden sollte, SOLLTE es zu dieser neuen Lösung kommen. Man sollte schon wissen wie es geregelt ist oder ob und was sich ändert.

Soweit ich weiß, gibt es das leider nicht.

Ich kenne übrigens auch einige Spender, die sowas wie Herz und Netzhaut eben einfach nicht spenden , möchten weil sie es zu ihrer Persönlichkeit zählen oder sich nicht wohl damit fühlen.
Finde ich auch absolut nicht schlimm, jeder darf seine Gründe haben und sich dafür entscheiden, nicht alles oder gar nicht zu spenden. Wichtig ist für mich das man sich auseinander gesetzt hat mit dem Thema und ich denke, das tun die meisten eher nicht.

Ich habe bisher nur so am Rande von der Organspendepflicht mitbekommen und wäre auch erstmal so weit dafür.
Habe mich aber auch noch nicht so intensiv damit auseinander gesetzt…

Ich selbst besitze einen Organspendeausweis. Aber auch nur, weil mir der mal von der Krankenkasse zugeschickt wurde und mit ein paar Worten erklärt.
Sonst wurde ich nie mit dem Thema konfrontiert.

Für mich habe ich entschieden, alles nach meinem Tod her zu geben, was gebraucht wird, kann aber auch die Leute verstehen, die das nicht wollen.
Das Argument, dass die Ärzte aufgrund von Organmangel mal ein wenig schneller den Stecker ziehen, habe ich auch schon gehört und manchmal kommt mir auch der Gedanke “was wäre, wenn doch…?”.
An sich versuche ich ja immer an das Gute im Menschen zu glauben aber wir alle haben ja schon oft genug bewiesen bekommen, dass das leider zu oft nicht der Fall ist. :(
Trotz allem habe ich bis jetzt an meinen Ausweis festgehalten, würde es aber auch bevorzugen, wenn es eine Datenbank gäbe, wo man angeben muss ob man Spender sein will oder nicht.
Wie bereits hier schon erwähnt: so ein Zettelchen ist schnell mal verloren gegangen oder “verloren gegangen”.

Sollte die Pflicht eingeführt werden, müssen meiner Meinung nach auch alle persönlich angesprochen werden und es müssen vernünftige Aufklärungsaktionen laufen.

An sich bin ich dafür, dass eine Spendepflicht eingeführt werden soll, da man ja dennoch immer Nein sagen kann, trotzdem ist da immer noch ein kleiner Part in mir, der dagegen ist.
Man kann auch Aufklären und dann die Möglichkeit geben, Spender zu werden, denn die Aufklärung zu dem Thema fehlt so oder so.

Ich werde mich in den kommenden Tagen sicher noch mehr mit dem Thema auseinander setzen und mich dann fest für eine Seite entscheiden können.