Also mal ganz ehrlich: Mit dem, was wir hier mit unseren Fanarts machen bewegen wir uns rein rechtlich gesehen jetzt schon hart an der Grenze. Schließlich werden urheberrechtlich (und wahrscheinlich auch noch mit Trademark und allen Schikanen) geschützte Charaktere gezeichnet und auf dieser Seite veröffentlicht. Die Veröffentlichung ist dabei der springende Punkt (boing), denn wenn sowas veröffentlicht wird, ist es eigentlich schon nicht mehr privat. Im Prinzip würde das schon für eine Klage reichen, wenn die Rechteinhaber das wirklich wollten.
Allerdings, wer verklagt schon seine Fans? Das wäre echt kontraproduktiv.
Ich habe mal gelesen, dass es von einigen großen Konzernen öffentliche Stellungnahmen gibt, die Fanarts ausdrücklich erlauben (den Verkauf aber wohl eher nicht). Wenn man so eine hat, dann kann nichts passieren. Aber trotzdem sind Fanarts weder nach deutschem noch nach amerikanischem Recht erlaubt, sie sind immer nur vom Rechteinhaber geduldet.
Es gibt auch Gegenbeispiele. Anne McCaffrey (Drachenreiter von Pern, interessanter Stoff) ist zum Beispiel dafür bekannt, dass sie auf Fanarts generell extrem empfindlich reagiert und diese nur unter ganz bestimmten, strengen Auflagen erlaubt. Und dabei hadelt es sich da ja in der Regel um Illustrationen und die sind eigentlich weit unbedenklicher als zum Beispiel Pokemon Fanart oder sowas.
Wie das in Japan aussieht, davon habe ich allerdings wirklich keine Ahnung. Das wäre sicher interessant. Weiß da jemand genau bescheid?
Was in den USA schön ist, ist, dass es die Möglichkeit gibt, sein Copyright registrieren zu lassen. Das kostet zwar Geld, aber man hat die Beweislast damit umgekehrt, was gerade für kleine Künstler wirklich eine gute Sache ist.
Normalerweise hat ja so ein kleiner Fisch schlechte Karten, wenn ein milliardenschwerer Konzern beschließt, sein Zeug zu klauen und einfach zu behaupten, ein anderer hätte das gemacht. Da muss man dann erstmal ein Verfahren anstrengen, einen Anwalt bezahlen und beweisen, dass man wirklich der Urheber ist. Wenn ein Künstler in den USA sein Copyright registriert hat, müsste der Konzern das Verfahren anstrengen und wäre in der Beweispflicht.
Dafür ist, wie schon gesagt wurde, die Möglichkeit, das gesamte Copyright zu verkaufen, da ziemlich problematisch.
Allerdings sind, weil es diese Möglichkeit hier nicht gibt, “open source” Bilder nach deutschem Recht “illegal”, selbst wenn der Künstler sie selbst freigegeben hat, was doch auch wiederum schade ist. Damit hätte man nämlich wirklich unbedenkliches Material für Collagen…
Ist halt irgendwie alles nicht so dolle mit dem Recht, egal, welches man betrachtet. Das Beste wäre es doch, wenn einfach alle vernünftig und nett zueinander sein könnten, dann bräuchte man solche Gesetze gar nicht vor Selbstmitleid trief :hehe: