Mein erstes Tattoo hab ich mir mit 21 stechen lassen, die erste Hälfte meines “großen” Tattoos bei den Hüftknochen abwärts. Es ist ein verspieltes Rankenmuster mit einer großen lila eingefärbten Amaryllis. Die Blume bedeutet Stolz und genau das hat man versucht mir zu brechen, die Betonung liegt auf versucht (!!!). Man ist gescheitert und deswegen bedeutet mir die Blume so viel. Ich bin stolz auf das was ich bis jetzt erreicht habe, auch wenn es für andere nicht viel ist, aber wenn man in der Familie von den anderen immer als schwarzes Schaf angesehen wurde (also von den Schwestern der Uroma und deren Nachwuchs), dann ist das, was aus mir geworden ist echt super. Zudem bin ich nicht nur stolz auf mich, sondern auch auf meine Mama, denn als alleinerziehende Vollzeit-arbeitende Frau hat sie super Arbeit geleistet!!!
Dann kam ein halbes Jahr später ungefähr die zweite Hälfte des Tattoos, das erste auf die andere Hüftseite gespiegelt und weiter unten die Verbindung mit einer Akelei (meiner zweitliebsten Blume). Die Akelei bedeutet Verwirrtheit und steht für einen Abschnitt in meinem Leben, der mich sehr ins wanken gebracht hat und ich eigentlich nur komplett verwirrt (meist gefühlstechnisch) durch die Gegend gelaufen bin. Sie ist nun mal ein Teil von mir diese Zeit und deswegen gehört sie zu mir wie alles andere.
Mein sozusagen drittes Tattoo ist ein Zeichen für meine Familie! Es befindet sich auf meinem linken Unterarm und überdeckt zudem eine böse Narbe, die ich aus Leichtsinn und Traurigkeit mal verursacht hatte. Die zwei wichtigsten Frauen in meinem Leben (bis jetzt, weil vielleicht bekomm ich ja irgendwann ne Tochter, dann gehört sie da ja auch dazu) sind meine Mutter und meine Schwester! Deren Anfangsbuchstaben des Vornamens “Y” und “H” stehen ineinander verrankt in einer Art Band. In dem Band stehen die beiden Geburtsjahre der zwei. Für meine Mama '70 und für meine Schwester '07.
Die zwei sind meine Familie und werden es auch immer bleiben. Egal, ob wir uns je zerstreiten oder irgendwas anderes passiert, sie gehören immer zu mir.
Ein zukünftiges Tattoo hat auch schon einen Platz reserviert bekommen. Ähnlich wie das von meiner Mama und meiner Schwester möchte ich auf der anderen Seite, also auf dem rechten Unterarm das gleiche Tattoo nur mit dem Anfangsbuchstaben meines Kindes und dessen Geburtsjahr haben. Denn auch mein Kind wird immer zu mir gehören.
Da fällt mir der Spruch eines Kollegen ein, der auch die Namen seiner Kinder auf dem Körper trägt: “Meine Frau kann irgendwann weg sein, aber meine Kinder gehören immer zu mir.”
Ich würde mir auch nie den Namen oder ähnliches von meinem Partner tätowieren lassen, auch, wenn wir jetzt heiraten, aber es kann immer in die Brüche gehen, auch wenn man es sich nie vorstellen könnte.
Mein Traumtattoo hab ich noch nicht gefunden. Dadurch, dass ich meine Tattoos alle selbst gezeichnet habe, muss das Traumtattoo natürlich irgendwie was besonderes werden und da bin ich noch nicht soweit.
Das wichtigste bei einem Tattoomotiv: Wenn du ein Motiv hast, dann lass es noch ein Jahr liegen und wenn es dir dann immer noch gefällt und du es auf der Haut haben willst, dann ist es das Richtige!
Piercings habe ich auch - also einen. Den habe ich von meinem Mann zum 21 Geburtstag bekommen. Ich habe ein Labret-Piercing auf der rechten Seite und wollte mir eigentlich mit Erhalt der Urkunde des Beamten auf Lebenszeit mir dann das Piercing erweitern auf Snake-Bites, aber mittlerweile hab ich nicht mehr das Gefühl, es könnte mir stehen. Aber ich bin ganz glücklich damit. So sehe ich nicht ganz so aus, wie das Mädchen von Nebenan :D