Ich hab auch ein bisschen Vorarbeit geleistet - falls jemanden die Geschichte interessiert, die ich illustrieren will, bitteschön:
Die Kräuterhexe
Rosa war sieben, als sie mit ihrer Familie umzog. Statt in der großen Stadt lebte sie nun auf dem Land, in einem Haus ganz nach am Rand des Waldes.
Hinter dem Haus lag ein großer Garten, in dem Rosa gerne spielte. Dabei fand sie ein Tor im Zaun. Gespannt, was sie im Wald erwarten würde, lief sie hindurch, sprang über Pilze, rannte durch Hecken, und fand sich irgendwann mitten im Wald wieder.
Sie wusste überhaupt nicht mehr wo sie war. Alles um sie herum sah so fremd aus, die umgestürzten Bäume, die dichten Farne, die viele Pilze…
Nicht weit von sich nahm sie eine Gestalt war. Als sie näher trat erkannte sie, dass es eine alte Frau war, die auf dem Boden kniete, und etwas pflückte.
„Was tust du da?“, fragte sie.
Die Alte sah lächelnd auf, „Ich sammle Kräuter, Beeren, Pilze und andere Pflanzen, aus denen ich Medizin mache. Ich bin eine Hexe.“
Rosa war erstaunt. Die Frau sah gar nicht aus wie die Hexen, die sie aus ihren Märchenbüchern kannte. Sie war alt, aber sie hatte keinen Buckel, keine große Nase, keine Warzen, und auch keine schwarze Katze.
Als hätte sie ihre Gedanken gelesen lachte die Hexe. „Keine Angst,“ sagte sie „ich bin keine böse Knusperhexe. Ich heiße Cordelia. Komm, ich bringe dich wieder aus dem Wald heraus. Du weißt doch bestimmt nicht mehr, wie du zurück kommst?“
Nein, das wusste Rosa nicht mehr. Aber sie wollte noch nicht gehen. „Was für Medizin machst du denn?“, fragte sie. „Soso.“, Cordelia lächelte. „Interessierst du dich also für Hexenkunst. Na, dann will ich dir einmal zeigen, welche Kräuter man hier finden kann, und für was sie gut sind.“
Sie und Rosa spazierten eine Weile unter den Bäumen umher. Immer wieder zeigte die Hexe auf Pflanzen, „Siehst du das, was dort lila blüht? Das ist Storchschnabel. Der stinkt zwar, aber er hilft gegen Durchfall.“
Nachdem sie eine Zeit gelaufen waren, in der Rosa sehr viele Pflanzen kennenlernte, die sie noch nie zuvor gesehen hatte, kamen sie an eine Hütte im Wald. War das das Hexenhaus?
Ja, tatsächlich öffnete Cordelia die Tür. Als Rosa nach ihr eingetreten war staunte sie. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Überall standen glitzernde Steine, Flaschen voll bunter Flüssigkeiten, bunte Tücher hingen an den Wänden, und auf dem Kissen eines Stuhls in einer Ecke lag eine Katze. Sie war jedoch nicht schwarz, sondern strahlend weiß, und blinzelte Rosa verschlafen aus blauen Augen an.
Es roch wunderbar nach den Kräutern, die in dicken Bündeln unter der Decke hingen, und nach dem Feuer, das in einem steinernen Herd brannte. Cordelia kochte Tee aus der Minze, die sie gesammelt hatten, und sie banden die frischen Kräuter zu Bündeln.
Als es spät wurde brachte die Hexe Rosa wie versprochen nach Hause. „Wenn du möchtest,“ sagte sie zum Abschied, „kannst du gerne wieder kommen. Ich bringe dir gerne alles bei, was ich weiß, dann wirst auch du einmal eine Kräuterhexe.“
Rosa wusste, dass sie auf jeden Fall noch ganz oft in die Hütte im Wald kommen wollte.