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Malen mit Öl

Hallo und Willkommen zum ersten Thread über Ölfarben .

Ich mache den Thread auf, weil es 1. noch keinen gibt und ich 2. überhaupt keine Ahnung von Ölfarben habe. Ich habe mir aber überlegt, mich mal mit Öl zu beschäftigen. Deswegen würde ich als erstes gerne folgende Fragen in den Raum stellen:

  • wer hat Erfahrungen mit Ölfarben?
  • wie ist das malen mit Ölfarben so? Im Vergleich zu Techniken wie Acryl oder Aquarell?
  • was braucht ein Anfänger alles, um sein erstes Ölbild zu malen? Wieviele Farben, welches Papier, welches andere Material…?
  • Ich lese immer was von Leinöl, Terpentin, Firnis… es gibt scheinbar Unmengen an Material, aber was davon braucht man wirklich und auf was kann man verzichten?
  • welche Firma könnt ihr besonders empfehlen? Tun es auch die billigen Farben oder sollte man Markenfarben nehmen?
  • wie praktikabel sind die Farben wirklich? Wie ist das mit Gestank, Flecken, scannen etc.?
  • habt ihr sonstige Tipps und Tricks für einen Anfänger?

Ich hoffe, dass in diesem Thread einiges an Wissen zusammenkommen wird und das Laien wie ich viel lernen können, =D

Also meine Erfahrung mit Ölmalerei beschränkt sich auf 3 Bilder, die ich vor 3 Jahren bei ner Freundin gebastelt habe, die aber nichtmal sooooo schlecht waren, wenn man bedenkt wie ich im Regelfall mit Pinseln faile. XD

Und viel braucht man als Anfänger eigentlich nicht, zumindest nicht nach meiner Erfahrung. D:

Ich hatte damals ein mittelteures Pinselset gekauft, billige Ölfarbe, und billige Leinwände.

Die Ölfarbe habe ich dann mit Leinöl, das zufällig im Haus meiner Freundin zur Verfügung stand verdünnt und schichtweise angefangen auf die Leinwand aufzutragen, dabei hab ich von hell nach dunkel gearbeitet und eine 50 x 50cm Leinwand an einem Abend gefüllt. /:

Das ganze wurde dann an die Wand gehängt und ein halbes Jahr später bekam ich die Nachricht dass es jetzt wohl endlich durchgetrocknet wäre. XD

In dem Sinne hab ich wahrscheinlich alles falsch gemacht was ein Noob alles falsch machen kann und ich bin mir sicher dass alle, die das regelmäßig machen die Hände überm Kopf zusammen schlagen werden, aber hey:

Für den Anfang hats gereicht und ich denke wenn man einfach mal testen möchte ob einem das liegt, dann reicht das auch völlig aus, aufstocken kann man immerwieder, wenn man merkt es gefällt. :D

Unterschiede zu Aquarell und Acryl waren recht eindeutig: Es ist deckender als Aquarell, aber nicht so deckend wie Acryl [weil ich es ja mit Öl verdünnt hatte] und man konnte mit einem sauberen Pinsel schön feinere Übergänge zwischen zwei Farben herstellen, weil es nicht so schnell eintrocknet wie Aquarell.

Ich hab vor Jahren mal Bilder mit Acryl gemalt und das war bei mir immer ein ziemliches Desaster. Ich hab einfach keine schönen weichen Übergänge hinbekommen! Alles sah am Ende immer mehr nach Geschmier als nach Gemale aus… >o< (Mal ganz davon abgesehen dass ich damals eh noch der totale Schattierungs-Fail war…XD)

Bei Öl befürchte ich dasselbe…

Kann man denn mit Leinöl auch noch Farbe wieder von der Leinwand runterkriegen? Wie bei Aquarell mit Wasser? Ersetzt das Öl quasi das Wasser? Kann ich mir das so vorstellen, dass man sich sein Glas mit Öl statt mit Wasser füllt? o_o

Aber wie ich dich verstehe, muss man auf jeden Fall mit sehr viel mehr Trocknungszeit rechnen. Das heisst aber auch, dass man einen Platz braucht, wo man das Bild lagern kann…

Und wie war das bei dir mit der Reinigung des Materials? Die Ölfarbe darf ja nicht ins Wasser, ne? Kriegt man das alles wieder sauber?

So viele Fragen… tut mir leid, >o<

Koin Stress, koin Stress. XD

Übergänge zu machen war einfach, wie gesagt, die Farbe war verdünnt, also nicht extrem deckend und ich hatte saubere Pinsel zur Hand, mit denen ich im Notfall einen unsauberen Übergang auf der Leinwand “durchmischen” konnte, so dass es weicher wirkte.

Irgendwas wieder auszuwaschen oder wieder von der Leinwand zu bekommen, hab ich nicht versucht, ich bin sehr langsam vorgegangen und hab jede Farbe und jeden Strich überlegt, daher gabs nicht so die großen Fehler die ausgebügelt werden mussten.

  • Und wenn es wirklich gravierend war, dann hab ich mit dickerer, also unverdünnter Farbe nochmal drübergeschmiert. XD

Ich hatte ein Glas mit Öl neben mir stehen, das stimmt. XD

Zudem drei große weisse Porzellanteller, auf die ich einmal helle, einmal dunkle und einmal gemischte Farben geklatscht habe. Also aus der Tube raus auf den teller quetschen und dann mit einem sauberen Pinsel Öl aus dem Glas auf den Teller tropfen, mit dem Farbklecks vermischen und je nachdem wie deckend das werden sollte, aufhören oder weiter verdünnen.
Und das Gemisch hab ich dann vom Teller auf die Leinwand geschaufelt.

Zum Trocknen braucht das zeug wirklich lange, aber ich glaube mich zu erinnern dass es Materialien gibt, die das Trocknen beschleunigen. Ob dsie dann aber auf die Leinwand, in die Farbe oder über das fertige Bild gestrichen werden müssen, weiß ich nicht. /:
Aber Platz zum Trocknen sollte schon vorhanden sein, das stimmt.
Bei meiner Freundin hingen zum Glück leere Nägel an den Wänden, da hatte sich das gleich erledigt.

Gereinigt haben wir die Pinsel… Mit Spüli und Nagellackentferner, glaub ich. XD
Wahrscheinlich für jeden Maler einGraus, aber da die Pinsel eh nicht soooo teuer waren und wir nichts anderes da hatten, haben wir uns eben so beholfen. XD

lach

Das klingt ein wenig abenteuerlich, aber wenns klappt, XD

Vielen Dank jedenfals für deine Schilderung, besonders was das Mischen etc. angeht!

(Der Gerstaecker hat Ölfarben reduziert, mal sehen… ich hab nächste Woche Geburtstag… <D)

Wichtig: Immer auf grundierter Leinwand oder einem anderen nicht-saugenden Untergrund malen! (Papier geht auf keinen Fall.) Ansonsten saugt sich der Öl-Anteil der Farbe da nämlich ein und die eigentliche Farbe hat dann nicht mehr genug Bindemittel und platzt ab.

Ansonsten verhält sich Öl beim Malen eigentlich fast genauso wie Acryl, bis auf die Tatsachen, dass man keine Strukturpasten benutzen kann, die Farbe (und die dazugehörigen Verdünner natürlich auch) bestialisch stinkt und eeeewig zum Trocknen braucht. XD Dafür ist allerdings die Lasierfähigkeit besser - was aber nur dann interessant wird, wenn man vorhat, in mehreren komplett durchgetrockneten Schichten zu malen. (Was halt eine enorme Geduld voraussetzen würde.)

Wenn man getrocknete Ölfarbe wieder anlösen möchte (ob nun von Pinseln oder von der Leinwand), braucht man Terpentin bzw. Terpentinersatz. (Vorsicht, feuergefährlich - die benutzten Lappen dürfen NICHT in den Hausmüll, da sie bei Fäulnis-Wärmeentwicklung zu spontaner Selbstentzündung neigen. Man darf se auch nicht zu lange in der geschlossenen Faust halten wegen Körperwärme. Und nicht in die Sonne legen. Am Besten, man hat einen Sondermüll-Behälter parat. Braucht man sowieso für die Reste einiger Farben. Einige Pigmente sind scheißgiftig. Deswegen kann man bei Ölfarben auch nicht so gut mit den Händen malen, leider.)

Woah, das klingt gefährlich… und bei sowas stellt sich mir auch die Frage, ob der Aufwand und die Nachteile die Möglichkeiten der Ölmalerei wohl ausgleichen…?

Steht auf den Tuben eigentlich drauf, welche man in den Sondermüll geben muss und welche nicht?

Und kann ich das so verstehen, dass Leinöl zum Verdünnen noch flüssiger Farbe ist und Terpentin für getrocknete Farbe?

Mh, die Farben, die ich aufbrauche, sind aber schon älter - ich glaube, einige dürften heutzutage gar nicht mehr verkauft werden. XD Bleiweiß… Böse, böse. Die meisten Tuben werden aber mit entsprechenden Umwelt-Warnungen versehen, ist ja sowieso inzwischen Pflicht.

Weißt du, Öl-Fans werden dir sagen, dass Ölbilder ALLE Unannehmlichkeiten wert sind. ;) Ich male bevorzugt mit Acryl - das kannst du als meine Antwort werten.

Und nein, nicht ganz. Das mit dem Öl und dem Terpentin ist wichtig, wenn man mehrere Farbschichten übereinander legt. Es gibt den Grundsatz “fett über mager”, damit die unteren Schichten von neuen Farbschichten nicht wieder angelöst werden. Das bedeutet, beim Verdünnen nimmt man für die unteren Schichten mehr Terpentin und für die späteren Schichten einen immer höheren Öl-Anteil. Eben weil getrocknete Farbe von Öl nicht mehr angelöst wird.

Uff, wo fang ich an …

Papier kann man durchaus für Ölmalerei verwenden. Man muss es nur vorher großzügig mit Öl vollsaugen lassen, sodass das Papier von der Farbe kein Öl mehr saugt. Wir haben unsere Übungen immer auf etwas festeres, braunes Packpapier gemalt und es vorher mit nem dicken Pinsel kräftig mit einer Mischung aus Firnis und Öl bepinselt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen:

http://fc09.deviantart.net/fs29/f/2008/059/0/e/paper_cranes_and_ginkgo_leafs_by_destroy_the_limits.jpg

Primamalerei heißt einfach nur, dass Du Farbe aus der Tube nimmst und losmalst. Es ist eigentlich so die übliche Art und Weise, wie man sich das Malen vorstellt.
Lasurmalerei hingegen heißt, dass Du viele dünne, durchsichtige (lasierende) Farbschichten übereinanderlegst. Das ist sehr zeitaufwendig, die Ergebnisse sind jedoch phänomenal. Die meisten alten Meister (Albrecht Dürer, Rembrandt,) haben lasierend gemalt.

Tja nun ist die Frage, ob Du jetzt einfach nur so malen willst, oder ob Du die traditionelle Ölmalerei der alten Meister lernen willst?

Einfach drauflos malen kann jeder. Man braucht nur ein mit Öl bepinseltes Papier oder eine Leinwand, ein paar Pinsel, Farbe aus der Tube, eine Palette oder Folie, auf der man die Farben ausdrücken und mit dem Pinsel aufnehmen kann, und los geht’s!

Darüber hinaus gibt’s noch mehr:

Man kann die Farben verdünnen:
Das geht mit Öl - aber Achtung, jedes Öl härtet anders lange! Es gibt Öle, die in ein paar Tagen aushärten, und welche, die Wochen brauchen. Sogenanntes “Pflanzenöl” härtet nie! Also damit ein Bild malen wollen wäre äußerst kontraproduktiv.
Die Öle aus der Tube brauchen meistens eher lange. Man kann Farben auch mit Terpentin verdünnen, das stinkt jedoch bestialisch und das Ergebnis ist die Stinkerei definitiv nicht wert. Außerdem löst man damit die unteren Malschichten mit auf.

Farben selbst anmischen:
Ich habe Farben meistens selbst gemischt, weil die aus der Tube einfach schon fertig sind und man dann nicht mehr viel Spielraum hat, sie so zu verändern wie man sie gerade braucht. Ein kleines Häufchen Pigment auf die Palette und mit einer Pipette etwas Firnis und Öl dazu.

Firnis??
Eine Mischung aus Harz und Terpentin, die zum Verdünnen von Farben verwendet wird. Ich habe meine Farben immer aus Pigmenten, Firnis und etwas Öl gemischt, weil das Bild dadurch einfach etwas schneller trocknet. Bei Farben aus der Tube kann es sein, dass Du eine Woche warten musst, bis Du endlich drübermalen kannst bei dem Malen mit Firnis beschleunigt sich das, sodass ich an einem Tag schon viel schaffen, und schon am nächsten Tag weitermachen konnte.

Pinsel - Auswahl, Reinigung …
Du brauchst dringend gute Pinsel! Sie sollten nicht unbedingt ein Vermögen gekostet haben, aber die 1-Euro-Wassermalkastenpinsel Deiner kleinen Schwester taugen absolut gar nichts. Warum?
Pinsel sind bei Ölmalerei etwas mehr strapaziert als bei Akryl- oder Aquarell-Malerei. Sie haben mit scharfen Mitteln zu tun (Firnis, Terpentin) und zum Schluss müssen sie auch noch ausgewaschen werden, was logischerweise nicht mit ein bisschen Wasser geht. Viele Leute reinigen ihre Pinsel nach dem Malen mit Terpentin. Ich habe es anders gelernt: Seife . :haha: Yu, der Oberhammertipp des Jahrhunderts, aber mein voller Ernst.
Außerdem kann man den Pinseln auch was gutes tun, wenn man sie ab und zu mit Shampoo wäscht.
Ich benutze immer synthetische Pinsel, da die viel weicher und angenehmer sind als herkömmliche Haarpinsel. Sie haben meistens gelbe Haare, daran lassen sie sich leicht erkennen. Normale Pinsel sind meist etwas widerspenstiger und sie scheinen auch schneller Haare zu verlieren.
Achte darauf, dass der Pinsel nicht haart.

Malgrund:
Man kann auch selbst aus Kartoffelsäcken und Holzstäben Keilrahmen bauen und diese mit einer Mischung aus Knochenleim, Kreide und Firnis grundieren. Das Gepantsche macht einen Riesenspaß. :wiiii:

Harzöl, Lasur und Grisaille, und Farbübergänge …
Das Geheimnis, wieso die Bilder der alten Meister von vor 500 Jahren so perfekt aussehen, ist die Tatsache, dass sie nicht alles in einem Rutsch gemalt haben, sondern eine sehr aufwendige Technik hatten. Ich glaube, es wäre jetzt ein bisschen viel, alles zu erklären, aber ich versuch mal mich kurz zu halten:
Erstmal wird alles in Schwarz, Weiß und Graustufen aufgemalt. Dann, wenn das gehärtet ist, beginnt man damit, Schicht für Schicht abwechselnd Farbe - und Schatten/Licht aufzutragen. Farbschicht. Lichtschicht. Farbschicht. Lichtschicht. Und so weiter. Auf diese Weise entstehen auch diese wahnsinnig weichen, perfekten Übergänge. Man malt einfach nur immer wieder ein Stückchen mehr - anstatt es sofort in einem Rutsch mit dem Pinsel schmieren zu wollen.
Außerdem sehen Schatten oft total unnatürlich aus, wenn man versucht, sie farblich zusammenzumischen (so wie man es in Primamalerei macht)

Aber seid gewarnt: Sich das allein beibringen ist … schwierig. Ich hab das damals bei einem Maler, der noch wie die alten Meister malte, beigebracht bekommen. Und allein in den viel zu kurzen sechs Wochen habe ich höchstens die Grundlagen mitbekommen. Er hatte viele Jahre lang einen Meister, und er brauchte 5 Jahre um diese Technik einigermaßen gut zu beherrschen. Also wenn ihr jetzt aufgrund meiner Erklärungen irgendwas versucht: Nicht geknickt sein, wenns überhaupt nicht so aussieht wie es soll :wiiii:

Ich hab jetzt endgültig den Faden verloren und weiß auch nicht, was davon jetzt wirklich hilfreich war. Ich bin jetz auch nich der Oberexperte oder so, aber falls noch Fragen sind, oder falls ich jetz irgendwas total bescheuert erklärt hab, einfach nachhaken. Is immer schwierig, da nen Überblick zu vermitteln.

Eigentlich hat Menschwerdung schon alles gesagt, was man über Ölfarben wissen wollen könnte ^^ Aber ich will meinen Senf trotzdem noch dazumischen.

Wie Menschwerdung schon sagte, ist es viel einfacher und schöner, sich Farben selbst zu mischen. Malpigment ist allerdings sehr sehr teuer und ich habe bisher noch kein ganzes Fässchen aufgebraucht, also könnte man fast meinen, es lohnt sich ^^. Man kann sich die Pigmente allerdings auch aus hochwertiger Kreide abreiben. Das Ergebnis ist nicht professionell, aber trotzdem sehr schön. Statt Firnis kann man auch Leinöl geben, damit bewahrt das Bild immer einen leicht glänzenden, fettig anmutenden Schein, der die Farben leuchten lässt. Allerdings hat Firnis den absolut enormen Vorteil, dass man für ein normal großes Bild keine paar Monate braucht. Ich persönlich habe meine Bilder teilweise mit Firnis, teilweise mit Leinöl gemalt und nach einem halben Jahr bis Jahr, also wenn man erwarten kann, dass wirklich alles durchgetrocknet ist mit Leinöl eingerieben. Damit kann man Ölgemälde sehr lange haltbar machen. Auch Restauratoren verwenden diese Technik um das Bild geschmeidig zu halten oder zu machen.
Wenn man sich die Pigmentarbeiterei nicht antun will, kann man auch einfach direkt aus der Tube malen. Jeder muss seine eigene Technik finden, ich persönlich bin viel zu ungeduldig für Lasuren. Das tu ich mir nur an, wenn ich direkt mit Pigment arbeite, weil es dann einfach einen besonderen Reiz hat.

Wenn man ein Bild malt sollte man sich immer eine Frage vorne weg stellen: Ist der Weg das Ziel oder das Bild?
Will man einfach ein bestimmtes Bild malen, dann muss ich sagen, hat Öl keine Vorteile gegenüber Acryl (Achtung, Erfahrungswert, keine Richtlinie). Acryl hat viel mehr Auswahl an Farben, ist viel billiger bei gleicher Qualität, lässt sich viel angenehmer Verarbeiten und für Übergänge gibt es Acrylverzögerer. Außerdem ist Acryl Wasserlöslich was sowohl die Leinwand betrifft, die sich bei Fehlern waschen lässt, als auch die Pinsel.
Malt man allerdings ein Bild, weil man den Entstehungsprozess genießen will, weil man neue Erfahrungen auf ganz anderen Gebieten sehen will. Weil man die Ruhe und die Entspannung lange genießen will, dann eignet sich Ölfarbe. Wenn man sich einmal an Ölfarbe gewöhnt hat, geht es einem immer leichter von der Hand. Man muss nicht malen, wie die großen Meister, um ein kleines Meisterwerk zu erreichen. Allerdings sollte man viel viel Geduld haben und sehr detailliert arbeiten, um alle Vorteile von Ölfarbe genießen zu können.

Zum Pinsel auswaschen: Man sollte Ölpinsel NIE im Wasser stehen lassen. Das Öl bindet schneller ab, wenn es die ganze Zeit im Wasser steht und Wasser eignet sich absolut nicht als Lösungsmittel. Ein heißer Tipp, der vielleicht etwas komisch aussieht: Wodka oder Strohrum. Ich persönlich fülle, wenn ich mit Ölfarben arbeite, meinen Pinselhalter mit Strohrum 80. Den kann danach keiner mehr trinken (xD) aber er enthält sehr viel Ethanol. Ein kleiner Exkurs in die Chemie:
Wasser, H2O ist polar. Ein Alkanol ist grundsätzlich unpolar, kann aber in seinen kurzen Ketten auch Verbindungen mit H2O eingehen, weil es Wasserstoffbrückenbindungen eingeht. Mit zunehmender Kettenlänge, Pentanol aufwärts, nimmt die Wasserlöslichkeit ab. Während also Trinkalkohol, Ethanol noch Wasserlöslich ist, ist es Octanol nicht mehr. Octanol und Hexanol sind die Hauptbestandteile aus denen sich die Verbindung von Leinöl zusammen setzt. Allerdings lösen sich alle Alkanol gegenseitig, deswegen eignet sich Ethanol gut, weil man hats ja im Haus (Und Rum stinkt nicht so wie Terpentin und Spiritus).
Das Auswaschen selbst funktioniert gut mit Seife, wie Menschwerdung schon sagte. Einfach aus dem Grund, das Seife ALLES löst. Ist Ölfarbe einmal trocken, kriegt man sie nicht mehr Rückstandslos runter. Die Pigmente hinterlassen hässliche Flecken. Schwarz zum Beispiel hinterlässt Rostflecken, weil das Eisen nicht mehr gebunden ist und oxidiert.

Und damit schließe ich mich Menschwerdung auf der Suche nach dem Faden an …
wo ist der nur hingekommen? >.<

Okay…

Also heute war ich im Großmarkt und habe mir ein günstiges Ölfarbeset ausgesucht. Terpentin hat der Freund meiner Ma im Keller, sicher würde er mir was davon geben.
Allerdings muss ich sagen, dass ich nach euren Posts doch eher zu Ethanol tendiere, XD Zumal ich davon noch was im Haus hab.

Also kann ich die Farbe auch mit Leinöl verdünnen? Ich hab gelesen, dass das die Trocknungszeit verlängert. Aber wenn das angenehmer und gesünder als Terpentin ist, kann ich damit leben, hust Dann würde ich auf Terpentin nämlich ganz verzichten.

Ich hab mir heute außerdem mal Ölmalblöcke angesehen und mir ein Probeblatt mitgenommen.

Zu der Frage, ob das Bild oder der Weg das Ziel ist… ich würde natürlich schon gerne irgendwann ein fertiges Bild haben. Aber ich male grundsätzlich sehr lahm, also komme ich mit Öl ja vielleicht sogar klar, hehe.
Das mit dem fett auf mager muss ich dann allerdings noch lernen, denn normalerweise fange ich nie hinten an, o_o

ich habe einige meiner kakao-karten mit öl gemalt, siehe meine gallery (karten nr. 7-22, karte nr. 39)

ich habe selber keine grosse ahnung vom ölmalen… mit ausdrücken wie fett auf mager kann ich zB gar nix anfangen oO ist mir alles zu kompliziert…
mein zeichnungslehrer in der kunstschule hat uns mal eine sehr einfache methode gezeigt, wie man mit öl malt… man nehme leinöl und terpentin (bzw. terpentinersatz, das gibts auch in versionen die nicht stinken!) und mische es (ca. 1 zu 1). mit dieser lösung arbeitet man dann ähnlich wie mit wasser.
also pinsel zwischendrin auswaschen, farben etwas verdünnen (nicht zu fest, mit ölfarben malt man nicht wie mit aquarell ;))
mit der methode bin ich bis jetzt immer gut gefahren.
die bilder trocknen auch innerhalb weniger tage, wenn man nicht grad dicke schichten aufmalt.

ausserdem benutze ich so leinwandpapier, das ist gerade für kakaokarten praktisch, da kann man ja keine leinwände benutzen ^^

Wie lange halten Ölfarben in Tuben?

Recht einfache Antwort: Ewig.

Gute Ölfarben halten bis in alle Ewigkeiten, wenn sie von Luft und Sonnenlicht abgeschnitten sind. Ich habe vor kurzem einen alten Malkasten von meinem Urgroßvater gefunden. Der hat sowas ähnliches wie Malen nach Zahlen gemacht … +schwelg+
Jedenfalls funktionieren die Farben auch noch ganz prima. Sie sind etwas hart geworden, aber man kann sie mit einem ordentlichen Schuss Leinöl gut wieder in Schuss bringen.

Und selbst wenn die Ölfarben komplett austrocknen würden, was sie wie gesagt, eigentlich nicht tun, kannst du sie immer noch in einem Stößel pulverisieren und wieder in Leinöl lösen.

Hey,
ich belebe das Thema mal wieder, weil ich vor kurzem auf einer Ausstellung mit Ölgemälden war und selbst Lust hätte damit anzufangen.

Ich habe mir schon einiges über die Farben durchgelesen und es wurde ja oben auch schon geschrieben, dass sie eine enorm lange Trocknungszeit haben. Das stört mich etwas und ich habe mich dann über Acrylfarbe informiert, diese wiederum trocknet mir aber zu schnell :D
So, nun gibt es aber trocknungsverzögerer für Acrylfarbe, sodass sie auch mehrere Stunden bis einen Tag braucht, um zu trocknen, was zeittechnisch für mich perfekt wäre. Leider sind sie nicht ganz so haltbar und strahlend wie Ölfarben und DA habe ich etwas entdeckt!!

Alkydfarben ^-^/ Tada
Ich weiß nicht, ob das für euch ein Begriff ist? Das sind Ölfarben, die einen Anteil Alkydharz haben und daher viel schneller trocknen (ca. 1 Tag) als normale Ölfarben. Zudem kann man sie mit den normalen Mitteln für Ölfarben verdünnen und dadurch die Trocknungszeit noch ein wenig verkürzen oder gegebenenfalls auch verlängern :)

Das hört sich jetzt nach der ultimativen Lösung für mein Dilemma an und ich würde gerne wissen, ob jemand von euch schon Erfahrungen damit hat? Verspreche ich mir zu viel?

Zudem hatte ich die Idee auf Holz zu malen, wie muss ich das denn behandeln? Und meint ihr dünne Holzplättchen würden sich für Kakaos eignen?

LG Nara

noch nie gehört, aber erzähl doch mal, wenn dus ausprobiert hast.

wa ich schon probiert habe ist dieses mittel, welches die acrylfarben langsamer trocknen lässt. davon war ich aber nicht übermässig begeistert. dann lieber ölfarbe und halt ein, zwei wochen warten bis das ganze trocken ist.

da gehen die meinungen sicher auseinander, aber ich persönlich finde, solange es noch problemlos in eine tradingcardhülle passt (und die üblichen masse erfüllt), sind kakaos auf holz vollkommen ok.
die frage ist, ob du so dünnes holz findest.

GIbt es,nennt sich Balsa Sperr Holz Bretchen wird gerne im Modellbau benutzt, weil es sehr dünn,leicht und verhältnismäßig robust ist.Brauchst aber Feinblatt Laubsäge zum zuschneiden oder Stichsäge.

Wenn ichs ausprobiert hab werde ich auf jeden Fall mal meine Erfahrungen posten :)

Ne Stichsäge hab ich daheim und danke für den Tipp mit den Balsabrettchen :3

Hallo, nun grabe ich den alten Thread mal wieder aus.

Ich habe in letzter Zeit hin und wieder mit Öl gemalt und obwohl ich es jahrelang gehasst habe, hat es plötzlich ziemlich viel Spaß gemacht. Gearbeitet habe ich bisher aber nur mit meinem alten Ölfarbenset, das ich irgendwann mal um zwei, drei Euro bei Kik (oder NKD) erstanden habe. Ich möchte mir nun also etwas hust bessere Farben zulegen.

Nun mal die grundsätzliche Frage: hat jemand von euch Erfahrungen mit wasservermalbaren Ölfarben? Ich bin erst kürzlich darüber gestolpert und bin etwas skeptisch. Natürlich wäre es auch sehr verlockend, schließlich kann ich nicht mit Terpentin arbeiten, da ich im gleichen Raum schlafen muss. Mein einziges Malmittel war bisher Leinöl und das drängt die Trocknungszeiten natürlich nach oben.

Außerdem wollte ich generell in die Runde fragen, welche Marken ihr bei traditioneller Ölfarbe empfehlen könntet und ob es ungefährliche Terpentinersatzprodukte gibt, die auch halten, was sie versprechen.

Die Artisan Ölfarben hören sich nach cooler Chemie an. Wahrscheinlich sind einige Teile der Öle verseift und fungieren so als Tensid, was die Mischbarkeit mit Wasser bedingt. Auf jeden Fall hast du mich gerade damit angesteckt. Nun will ich die Artisan haben, ärgere mich aber über die blöde Zusammenstellung des 6er Sets ohne Cyan und Magenta.
Im Einsteigerset sind 6 Farben a 20€, einzeln kosten die 5€. Man bekommt im Set also 2 Farben gratis, aber was nützt mir das, wenn die zum Großteil blöde sind? Ich müsste Cyan, Magenta und schwarz noch dazu kaufen. Ist etwas teuer für jemanden, der das noch nie benutzt hat.