Uff, wo fang ich an …
Papier kann man durchaus für Ölmalerei verwenden. Man muss es nur vorher großzügig mit Öl vollsaugen lassen, sodass das Papier von der Farbe kein Öl mehr saugt. Wir haben unsere Übungen immer auf etwas festeres, braunes Packpapier gemalt und es vorher mit nem dicken Pinsel kräftig mit einer Mischung aus Firnis und Öl bepinselt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen:
http://fc09.deviantart.net/fs29/f/2008/059/0/e/paper_cranes_and_ginkgo_leafs_by_destroy_the_limits.jpg
Primamalerei heißt einfach nur, dass Du Farbe aus der Tube nimmst und losmalst. Es ist eigentlich so die übliche Art und Weise, wie man sich das Malen vorstellt.
Lasurmalerei hingegen heißt, dass Du viele dünne, durchsichtige (lasierende) Farbschichten übereinanderlegst. Das ist sehr zeitaufwendig, die Ergebnisse sind jedoch phänomenal. Die meisten alten Meister (Albrecht Dürer, Rembrandt,) haben lasierend gemalt.
Tja nun ist die Frage, ob Du jetzt einfach nur so malen willst, oder ob Du die traditionelle Ölmalerei der alten Meister lernen willst?
Einfach drauflos malen kann jeder. Man braucht nur ein mit Öl bepinseltes Papier oder eine Leinwand, ein paar Pinsel, Farbe aus der Tube, eine Palette oder Folie, auf der man die Farben ausdrücken und mit dem Pinsel aufnehmen kann, und los geht’s!
Darüber hinaus gibt’s noch mehr:
Man kann die Farben verdünnen:
Das geht mit Öl - aber Achtung, jedes Öl härtet anders lange! Es gibt Öle, die in ein paar Tagen aushärten, und welche, die Wochen brauchen. Sogenanntes “Pflanzenöl” härtet nie! Also damit ein Bild malen wollen wäre äußerst kontraproduktiv.
Die Öle aus der Tube brauchen meistens eher lange. Man kann Farben auch mit Terpentin verdünnen, das stinkt jedoch bestialisch und das Ergebnis ist die Stinkerei definitiv nicht wert. Außerdem löst man damit die unteren Malschichten mit auf.
Farben selbst anmischen:
Ich habe Farben meistens selbst gemischt, weil die aus der Tube einfach schon fertig sind und man dann nicht mehr viel Spielraum hat, sie so zu verändern wie man sie gerade braucht. Ein kleines Häufchen Pigment auf die Palette und mit einer Pipette etwas Firnis und Öl dazu.
Firnis??
Eine Mischung aus Harz und Terpentin, die zum Verdünnen von Farben verwendet wird. Ich habe meine Farben immer aus Pigmenten, Firnis und etwas Öl gemischt, weil das Bild dadurch einfach etwas schneller trocknet. Bei Farben aus der Tube kann es sein, dass Du eine Woche warten musst, bis Du endlich drübermalen kannst bei dem Malen mit Firnis beschleunigt sich das, sodass ich an einem Tag schon viel schaffen, und schon am nächsten Tag weitermachen konnte.
Pinsel - Auswahl, Reinigung …
Du brauchst dringend gute Pinsel! Sie sollten nicht unbedingt ein Vermögen gekostet haben, aber die 1-Euro-Wassermalkastenpinsel Deiner kleinen Schwester taugen absolut gar nichts. Warum?
Pinsel sind bei Ölmalerei etwas mehr strapaziert als bei Akryl- oder Aquarell-Malerei. Sie haben mit scharfen Mitteln zu tun (Firnis, Terpentin) und zum Schluss müssen sie auch noch ausgewaschen werden, was logischerweise nicht mit ein bisschen Wasser geht. Viele Leute reinigen ihre Pinsel nach dem Malen mit Terpentin. Ich habe es anders gelernt: Seife . :haha: Yu, der Oberhammertipp des Jahrhunderts, aber mein voller Ernst.
Außerdem kann man den Pinseln auch was gutes tun, wenn man sie ab und zu mit Shampoo wäscht.
Ich benutze immer synthetische Pinsel, da die viel weicher und angenehmer sind als herkömmliche Haarpinsel. Sie haben meistens gelbe Haare, daran lassen sie sich leicht erkennen. Normale Pinsel sind meist etwas widerspenstiger und sie scheinen auch schneller Haare zu verlieren.
Achte darauf, dass der Pinsel nicht haart.
Malgrund:
Man kann auch selbst aus Kartoffelsäcken und Holzstäben Keilrahmen bauen und diese mit einer Mischung aus Knochenleim, Kreide und Firnis grundieren. Das Gepantsche macht einen Riesenspaß. :wiiii:
Harzöl, Lasur und Grisaille, und Farbübergänge …
Das Geheimnis, wieso die Bilder der alten Meister von vor 500 Jahren so perfekt aussehen, ist die Tatsache, dass sie nicht alles in einem Rutsch gemalt haben, sondern eine sehr aufwendige Technik hatten. Ich glaube, es wäre jetzt ein bisschen viel, alles zu erklären, aber ich versuch mal mich kurz zu halten:
Erstmal wird alles in Schwarz, Weiß und Graustufen aufgemalt. Dann, wenn das gehärtet ist, beginnt man damit, Schicht für Schicht abwechselnd Farbe - und Schatten/Licht aufzutragen. Farbschicht. Lichtschicht. Farbschicht. Lichtschicht. Und so weiter. Auf diese Weise entstehen auch diese wahnsinnig weichen, perfekten Übergänge. Man malt einfach nur immer wieder ein Stückchen mehr - anstatt es sofort in einem Rutsch mit dem Pinsel schmieren zu wollen.
Außerdem sehen Schatten oft total unnatürlich aus, wenn man versucht, sie farblich zusammenzumischen (so wie man es in Primamalerei macht)
Aber seid gewarnt: Sich das allein beibringen ist … schwierig. Ich hab das damals bei einem Maler, der noch wie die alten Meister malte, beigebracht bekommen. Und allein in den viel zu kurzen sechs Wochen habe ich höchstens die Grundlagen mitbekommen. Er hatte viele Jahre lang einen Meister, und er brauchte 5 Jahre um diese Technik einigermaßen gut zu beherrschen. Also wenn ihr jetzt aufgrund meiner Erklärungen irgendwas versucht: Nicht geknickt sein, wenns überhaupt nicht so aussieht wie es soll :wiiii:
Ich hab jetzt endgültig den Faden verloren und weiß auch nicht, was davon jetzt wirklich hilfreich war. Ich bin jetz auch nich der Oberexperte oder so, aber falls noch Fragen sind, oder falls ich jetz irgendwas total bescheuert erklärt hab, einfach nachhaken. Is immer schwierig, da nen Überblick zu vermitteln.