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Kunst im Job?

Vielleicht solltet ihr erstmal versuchen den Kunstbegriff zu definieren. ‘Kunst im Job’ gibt es meiner Meinung nach nicht. Punkt. Meine Meinung.
Man kann durchaus mit Kunst Geld verdienen, aber nicht in einem herkömmlichen Beruf. Außerdem ist nicht jeder, der kreativ mit Stift und Pinsel arbeitet gleich ein Künstler. Von über 4000 Usern auf dieser Seite kann man vielleicht einen oder maximal zwei als Künstler bezeichnen. Design ist meiner Meinung nach auch keine Kunst. Portraits ebenfalls in den seltensten Fällen.

Was also soll dieses ‘Kunst im Job’ bedeuten? ‘Kunst im Job’ bekommst du garantiert als Galerist, vielleicht als Restaurator. Aber sonst? Kunst ist einfach nicht so wie Brot oder Medizin, es ist nichts festes, nichts definitives. Man kann da keinen ‘Job’ drauf aufbauen, keinen ‘Beruf’ draus machen. Denn sobald du ein Werk nach Bestellung malst ist es eigentlich vielleicht schon keine Kunst mehr.

Wenn du ‘Kunst im Job’ als ‘Ich möchte mich in meinem Job kreativ mit den bildenden Künsten beschäftigen und damit Geld verdienen’ dann solltest du darüber nachdenken, ob dein Platz nicht vielleicht an irgend einer geilen Sehenswürdigkeit ist, wo du für kleines Geld deine Aquarelle verkaufst. Vielleicht bist du am ehesten noch als Maltherapeutin für behinderte Kinder geeignet. Oder dein Platz ist im Möbel- und Modedesign.
Wenn Logos deinen Ansprüchen an Kreativität nicht gerecht werden setzt du vielleicht einfach zu strenge Maßstäbe?

Da muss ich mieze zum Teil zustimmen, darauf nen Beruf aufzubauen ist schwierig, einerseits ist es gut wenn man davon abhänig ist, denn dann muss man immer wieder was zu produzieren und man setzt sich permanent mit der Kunst auseinander, andererseits ist es auch wieder schlecht, weil es einem den Spaß verderben kann und vielleicht die Qulität darunter leidet.

Aber nehmen wir z.B. Schiele ein großer Künstler des 19. Jhd. Ér malte viele Auftragsbilder und ist jetzt trotzdem oder vielleicht auch gerade desswegen berühmt.
Wäre er einem ,anständigen" Beruf nachgegangen, dann hätten wir niemals so viele Werke von ihm.

Aber wann Kunst Kunst ist und was Kunst nun eignetlich ist, wird wohl ewig eine (Streit)Frage bleiben.

Und wegen den Logos sehe ich es wie Noriko, aber egal ob Logo, Comic, Dadaismus, Fotorealismus oder Bildhauerei, alles ist für mic gleichwertig, es gibt ein paar Vorlieben, aber desswegen sehe ich andere Dinge nicht als weniger künstlerisch wertvoll an, weil ich mir dessen bewusst bin, dass ich gar nicht in der Lage bin alles zu erfassen.

Man muss zwischen Kunt und Handwerk unterscheiden,
wenn z.B. Jemand sagt: ,Das kann meine 4 jährige Tochter auch, dass ist doch keine Kunst.",
dann ist das handwerklich gemeint, nicht aber künstlerisch, da hinter Kunst, meiner Meinung nach ein gewisser Gedanke steckt und den hätte das 4 jährige Kind nicht so umsetzen können.
Und wenn es der beste Weg für den Künstler ist, die Ungerechtigkeit der Welt mit einem zerknüllten Papier darzustellen, dann ist es Kunst.

Aber ich kann aus Erfahrung sprechen das ein Logo länger dauernd kann als eine Illustration.
Und der Grund warum ich nie Grafik Designer oder Web Designer werden wollte ist der, dass ich es einfach nicht kann, ich habe kein Talent dafür, ich tue mir wahnsinnig schwer gute Logos zu erstellen, was man alles bachten muss ist unglaublich und ein passendes Idee zu finden ist für mich das schwierigste.

@Kageko

Du hast Recht mti deiner Einstellung bzw. Erleuterung.
Und ich weiß auch das Grafikdesign kaum freiraum für Kunst lässt.
Oder eher wie Kampfmieze meint das man im Beruf kaum oder eher nicht künstlerisch tätig sein kann
weil die Arbeit von jemandem bewertet wird der in den meisten fällen keinen Wert auf die künstlerischen Aspekte legt.
Ich habe nie gesagt das es keine Guten Logos gibt, aber ich könnte in dem Beruf nicht leben.
Bzw. mit der Richtung weil sie mir zu wenig Freiheit lässt. Ich habe mich im Endeffekt auch gegen eine Kunstakademie entschieden
und auch gegen ein reines Kunststudium.
Das Logo mit dem Fuchs ist gut aber es kommt nicht oft vor das ein solches Logo von Großen Unternehmen in
Auftrag gegeben wird. Wo wir wieder bei der Freiheit sind für mich hat Kunst etwas mit Freiheit zu tun,
ich denke das jeder Kunst machen kann solange er es aus sich heraus tut.
Meine Meinung zum Thema Logo kommt nicht daher das ich Logos nicht mag sondern von meinem verständnis von Kunst.
Solange ich für jemanden etwas tue und nach seinen Maßstäben handle nur weil er die technik nicht kann dann ist das für mich keine Kunst.
Das bezieht sich aber auf alle Kommerziellen “Kunst”-berufe.
Solange ich nicht frei bin das zu malen was ich möchte sondern mich andern Regeln unterwerfen( …übertrieben)
muss ist das nicht Kunst in dem Sinne wie ich es machen möchte.
Aber wie Kampfmieze richitg sagt ist das ein streitbares Thema.

^^ Wenn ich ehrlich bin ich habe als ich das Thema gelesen hab als erstes gar nicht an Kunstberufe an sich gedacht
sondern an die art beides in einem “Normalen” Beruf zu verbinden.

Man macht ein Logo nicht nur weil der Auftraggeber die Technik nicht kann, der Auftraggeber sagt ja nicht haar genau was er will, er gibt voraben z.B.:
,Ich will einen roten Fuchs und einen roten Schriftzug"
Er sagt nicht wiewas genau sein soll in welchem Winkel usw.
Das ist eine Vorgabe die man hat und man arbeitet daran bespricht mit dem Kunden ob ihm die Zwischenschritte gefallen ect.
In meinem Interdisziplinärkurs an einer Kunstschule vor vielen Jahren war es genau so, wir bekamen Themen als vorgaben an denen wir arbeiten mussten.

Das Thema war es einmal etwas mitzubringen das in einen 4cm Würfel reinpassen würde.
Die Leute dachten kaum nach und brachten teilweise Würfel oder Aluiolienkugeln mit (weil sie vergessen hatte etwas zu besorgen),
eben nu rum die Aufgabe zu erfüllen.
Doch der Lehrer schimpfte mit uns, auch wenn dies eine von ihm gestellte Aufgabe war, ging es darum nachzudenken und etwas daraus zu machen, so hätten wir auch sagen können das unser ,Gegestand" die Luft ist. Er wollte nicht das wir einfach nur die Aufgabe erfüllen, weil wir halt müssen, sondern das wir wirklich übere unsere grenzen gehen und uns wirklich beschäftigen und uns etwas sinnvolles überlegen.

Insofern kann man aus Aufträgen auch Kunst machen.

Sie Computerspiele,
viele Spieleschmieden wollen ihre eigenen Spiele machen, dann bekommen sie jedoch nur ein Projekt zu irgendeinem Kinofilm, sie haben keine Lust, tun es weil sie es müssen und was kommt raus? Schrott.
Man merkt wenn jemand wirklich mit vollem Herzblut dabei ist oder nicht.

Du hast Recht aber für mich ist das halt nichts ich möchte mein eigenes Ding machen nicht das von anderen.
Es stimmt das Leherer auch themen vorgeben aber ich arbeite nicht mit so viel Elan daran wie an eigenen Ideen.

Wie du es am ende gesagt hast ist dann keine Herzblut in der Arbeit. Man sieht das halt nicht selten das Auftragsarbeiten
weniger gut ausgeführt sind.
Das heißt nicht das es nicht leute gibt die in dem Beruf und diesem Aufgabegebiet aufgehen aber es sind meiner Meinung nach wenige.
Es ist einfach für mich nichts ich brauche die Freiheit selbst zu entscheiden.
Vorallem in der Kunst bzw. beim zeichnen kann ich keinen Druck von außen gebrauchen.
Die Kunst ist für mich Freiheit und lässt sich für mich (heißt ich kann und will es nicht) nicht mit einem Beruf verbinden.
Allein der Leistungsdruck wäre mir dabei zu viel. Es langt wenn man edn Überall anders hat.

@Yrael

Ein guter Designer bringt natürlich auch einen Teil von sich selbst, seiner “Kunst”, mit in die Aufträge ein. Dafür bekommt er Geld. Es sei denn, er ist ein kleiner Krebser, der sowieso nur mal schnell ein Plakat mit Comic Sans setzen soll.
Abgesehen davon ist es so, dass ein guter Designer neben den Aufträgen natürlich auch eigene Interessen verfolgt und sich ausprobiert, herumexperimentiert, um sich weiterzuentwickeln. Handwerk ist nicht alles.

Sobald du Geld verdienen willst, musst du IMMER auch anderen gefallen. Von Künstlern wird erwartet, dass sie nächstes Jahr etwas anderes machen, die Leute neu begeistern. Wenn sie sich einen Namen gemacht haben in diesem Jahr und anschließend nichts neues zustande bekommen (“Kreatief”), interessiert sich im nächsten Jahr schon keiner mehr für sie.
Und wenn er etwas macht, was andere nicht interessiert, kann er “Kunst” produzieren wie er will: Er wird nicht anerkannt, noch bekommt er Geld dafür.
Wovon will er also leben?
Ist ein “wahrer” Künstler deiner Meinung nach Sozialhilfeempfänger, der sich, sofern er nicht beim Amt hockt, ansonsten frei entfaltet?

Der Kunstbegriff ist übrigens noch relativ jung. Früher gab es keine Künstler, sondern nur Handwerker. Das, was wir an Statuen und an Wandmalereien in Kirchengewölben bewundern, wurde damals nicht als “Kunst” verstanden.
Auch da Vinci und Michelangelo waren alles mögliche, nur keine Künstler (was man heute unter Künstler versteht). Und trotzdem haben sie (zumindest da Vinci mit seinen SciFi-Zeichnungen) neben den Aufträgen ihre Ideen entwickelt.

Insofern verstehe ich nicht, warum das eine das andere ausschließen sollte. Woher soll ein Künstler Inspiration für seine Kunst beziehen, wenn nicht aus seiner Umgebung, zu der natürlich auch der Broterwerb zählt?

@ Kageko Genau das hab ich gemeint ^-^ Sehe ich genauso.

@Yrael Ja, es kann auch defintiv nicht jeder Kunst zum Beruf machen, es ist schwer und einige unterschätzen das sehr. Manchmal sollte Hobby lieber Hobby, bzw. bei einigen gaaanz wenigen sogar zum Beruf. Aber ohne Aufträge leben zu können, ist leider sehr schwer, momentan mache ich es auch so, ich gehe ganz brav einer ,anständigen" Tätigkeit nach und zeichen nebenbei.

Aber Kunst ist eben auch Kunst auch wenn sie vielleicht von einem Auftrag stammt, denn sonst wären die meisten der alten Meister nicht bekannt.