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Kindersicherheit auf Spielplätzen und Eltern

Da ich beruflich leider immer wieder mit dem Thema konfrontiert bin und hier ja doch auch einige Eltern oder welche die es noch werden wollen im Forum herumlaufen würde mich brennend mal eure Meinung zu dem Thema interessieren.

Folgende Situation als Beispiel:

Ein Elternteil mit Kind geht auf einen öffentlichen Spielplatz. Das Kind spielt herum kommt aber irgendwann auf die Idee mit der Randbepflanzung zu spielen.
Ein paar Minuten später findet das Elternteil heraus, dass eine der Pflanzen eine Rose war und sich das Kind an den Stacheln gepikst hat. Vielleicht blutet das Kind sogar oder die Anziehsachen wurden lädiert, weil das Kind hängen geblieben ist.
Frage 1: Was würdet ihr nun an dieser Stelle als dieses Elternteil tun?

Nun eines dieser Elternteile kommt auf die Idee erst einmal die Stadt oder die Kommune zu verklagen, weil sie “gefährliche” Pflanzen in die Nähe des Kinderspielplatzes pflanzt.
Wie diese Klagen am Ende fürs Kind ausgehen weiß ich nicht.
Aber die Stadt zieht daraus die Konsequenz keine “gefährlichen” Pflanzen mehr in die Nähe von Kinderspielplätzen zu pflanzen. Und diese Vorgabe muss zu 100% durchgezogen werden.
Das Dumme ist nur, dass eben nicht nur diese eine Rosenart als “gefährlich” eingestuft wird, sondern ALLE Rosen, weil Rosen nun einmal Stacheln haben.
Letztendlich zieht der Planer daraus die Konsequenz nur noch einen hohen Zaun um diesen Spielplatz zu ziehen und ganz auf Bepflanzung zu verzichten.
Und so wird es dann auch gebaut. Kinder werden zum Spielen von der Pflanzung der Umgebung durch Zäune zu ihrer Sicherheit abgeschottet.
Frage 2: Was haltet ihr davon?


Meine Meinung zu den Fragen:

Frage 1: Ich bin damals zwischen Goldregen und Eibe groß geworden. Beide hochgiftig, aber meine Eltern haben mir damals gesagt ich dürfe da nicht dran. Da ich noch immer lebe gehe ich davon aus, dass ich nicht da dran war.
Und wenn meine Kleidung damals kaputt gegangen ist beim Spielen oder irgendwas blutig oder blau war, dann war das eben so.
Mein Opa hat immer gesagt “Wenn Kinder nicht dreckig vom Spielen rein kommen, dann hatten se keinen Spaß”
Und genau so würde auch ich das bei meinen Kindern wohl auch umsetzen. Kinder müssen schließlich lernen mit ihrer Umwelt um zu gehen. Wie sollen sie denn sonst lernen wie man mit der Natur umgeht, wenn nicht gerade während der Jugend beim Spielen? Als Elternteil sehe ich mich sogar eher in der Pflicht mich darum zu kümmern, dass das Kind so viele Erfahrungen wie möglich macht. Dazu gehören nun mal auch schlechte Erfahrungen.

Frage 2: Ich befinde mich in der Situation der Planer und gucke immer wieder von neuem dumm aus der Wäsche, wenn mir jemand erzählt wegen was Eltern versuchen die Städte zu verklagen. Da reicht es aus, wenn das Kind heimkommt und leichten Durchfall hat. Am nächsten Tag rennt der Vater übern Spielplatz und googelt via Handy welche der Pflanzen giftig sein könnte. Da reicht auch nur minimale Giftigkeit! Die kann sogar so gering sein, dass nicht jeder, der einen Steckbrief zur Pflanze online stellt dies überhaupt mit hinein schreibt. (oder dass dies überhaupt wahr ist…)
Aber wenn es einer tut, dann reicht es dem Elternteil zur Klage.
Nur mal so als Hinweis: Gänseblümchen sind auch giftig! - es kommt zwar auf die Menge an, aber zur Klage reichts. Und damit leider auch, dass bald Herbizide auf unseren Wiesen ausgebracht werden wo die Kinder drauf spielen sollten…
Es gibt eine feste Regelung von tatsächlich gefährlichen Pflanzen, die wirklich nicht in die Reichweite von Kindern sollten wie eben zB Goldregen, Eibe und Co. aus meiner Sicht ist dies völlig ausreichend.

Nun wie seht ihr das? Würdet ihr es besser finden, wenn es eben tatsächlich “Zonen” gibt, die von allen nur denkbaren Gefahren befreit sind. Wo Kinder eben spielen können auch ganz ohne Aufsicht?
Oder würdet ihr eher das Risiko vorziehen, dass das Kind eben mal etwas nicht Bekömmliches isst, oder sich an Stacheln oder splitterndem Holz der Klettergerüste verletzt?

Das erinnert mich an eine Geschichte aus Toxikologie. Ich bin neben einem Goldregenbaum aufgewachsen und lebe immer noch.
In der Geschichte gab es eine Gruppe Jugendliche, die eines schönen Sommertages an einem Baum mit Bohne vorbei kamen und die Bohnen erst einmal probieren mussten. Dann traten die typischen Vergiftungserscheinungen ein. Ob jemand von denen starb oder nicht, hab ich leider vergessen. Jedenfalls ließ die Stadt darauf alle Goldregenbäume in der Region fällen.

Was ich davon halte? Ich finde das sehr trumpig.
Wenn eine Gefahr da ist, bringt es nichts, die Gefahr an einem Ort zu eliminieren, sondern die Kinder müssen aufgeklärt werden und mit der Gefahr umgehen lernen. In Watte packen verdummt, mit Gefahren leben lernen, macht schlau und aufmerksam.

Ich bin zwischen Goldregen, Eibe, Efeu und diversen anderen Dingen aufgewachsen. Das wuchs alles in der Nachbarschaft und in unserem Garten. Meine Mutter hat mir früh erklärt, dass ich davon sterbe, wenn ichs esse. Also habe ichs nicht gegessen.

Denn was ist, wenn man den sicheren Ort eines Tages verlassen muss? Das dumme Rosenkind wird sich überall dran aufschlitzen. Die Jugendlichen fressen in der nächsten Stadt den Goldregen leer. Das verlagert Probleme, löst sie aber keinesfalls.

Oh, einen hab ich noch! Frauentausch. Wohnung der Tauschfamilie ist super eklig und dreckig. Tauschmutter will putzen, es gibt aber keine Putzmittel im Haus. Geht welche kaufen und putzt. Mann kommt zu ihr und schreit sie zusammen, was sie denn da mache, Putzzeug ist super gefährlich! Seine Frau hat sich damit schließlich die Hände verätzt! Also wird nur noch mit Wasser und Lappen geputzt.
Escherichia Coli feiert unterdessen mit Pseudomonas eine pathogene Keimparty in jeder Ecke.

Und zu absolut gefahrlosen Zonen… Es gibt da so Bodenbakterien ;) Ein Spielplatz kann nicht sicher sein.
Und wenn wir die Kinder jetzt in einem sterilen S3 Labor spielen lassen nach einer schönen Desidusche? Nun, dann ist der Boden immer noch hart und die Bauklötze, die sie sich an die Köpfe schmeißen auch.

Ich bin damals auch ohne Aufsicht den ganzen Sommer über durch Wälder und Wiesen gestreift oder im Garten und total überwucherten, bestimmt seit Jahren nicht mehr überprüften, ranzigen Spielplätzen herumgetollt und bei mir hat auch familiäre Aufklärung gereicht. (Fingerhut ist giftig, Fliegenpilz ist giftig, keine Beeren einfach so essen, da eventuell Füchse drangepieselt haben, etc…und natürlich, dass Rosen Dornen haben)
Okay…einmal hab ich mir ziemlich fies an Brennnesseln wehgetan (auf dem Spielplatz unseres Kindergartens!!! :P) aber danach wusste ich ganz genau, dass man das Zeug vermeiden sollte.
Vor allem fand ich es als Kind verdammt interessant, so viel über die Natur zu lernen und zu erfahren, dass es auch bööööhse Pflanzen gibt…ich fand das ziemlich cool :D

Irgendwie gehören solche Dinge ja zum Allgemeinwissen…und zumindest in den letzten Kindergartenjahren würde ich schätzen, dass da die Kinder schon mehr auf Zack sind, als man so denken könnte ;-) Und dann ist in dem Alter auch alles noch so schön neu, toll und interessant ^^

Von daher…wäre ich auch für mehr Aufklärung und Naturbücher mit bunten Bildern <3

Mir tun die ganzen Kinder leid, die so in Watte gepackt werden und sich nicht auch mal weh tun und im Dreck rumwühlen dürfen :/ (Ich persönlich bin stolz auf die ganzen Narben an meinen Beinen, da sie mich an meine spannende tolle Kindheit erinnern xD)

Ganz ehrlich… da kann ich nichts zu sagen… einfach ohne Worte…

:böse:

(Warum verbietet eigentlich niemand Autos? Ich wage mal zu behaupten, dass im Straßenverkehr mehr Kinder verletzt werden oder sterben als durch böse Killerrosen.)

Ich finde, die Eltern werden viel zu übervorsichtig, also die “heutige Generation”.
Meine Mutter hatte mir auch früher gesagt, was ich meiden sollte, also tat ich es.

Mein Spielplatz war von so einer Art “Kleiner Wald, eher Unterholz” umgeben. Ich weiß nicht wieso, aber ich bin als Kind gerne mit meinen Freunden zwischen irgendwelchen Büschen durch. Gerne haben wir uns dort versteckt. Wir hatten viele Kratzer durch Äste oder Dornengestrüpp. Ich kann mich noch erinnern, es wuchsen sehr viele Vogelbeeren…

Auf jeden Fall habe ich seeehr viele Splitter auf dem Spielplatz + Kindergarten bekommen und aufgeschürfte Knie.
Meine Knie bestehen praktisch aus Narben xD
Ich bin auch als Kind wirklich sehr oft hingefallen. (Ich hatte meistens da diese Sandalen an und mein Vater sagte immer: Das sind Unfallschuhe!)

Ich mochte meine Kindheit. ^-^
(Jedoch, diese Splitter waren einfach am schlimmsten! Mein Vater musste meistens mit einer Nähnadel rein. Oder ich hatte mal einen kleinen Kieselstein in meinem Knie…der war so klein…ich wollte ihn nicht raus haben. Warscheinlich ist er abgekapselt irgendwo noch in mir…oder auch nicht? Kein Plan. )

Mir ist nochwas eingefallen. Bei uns am Spielplatz steht seit nicht all zu langer Zeit ein Schild, das darauf hinweist, dass auf dem Spielplatz das Tragen von Fahrradhelmen verboten ist, weil man sich damit in den Seilen verheddert und erwürgt.
… Kein Kind trägt freiwillig Fahrradhelm… Klar, wer das wieder verbockt hat.

Die Stadt wegen ein paar Rosen zu verklagen… dazu fällt mir auch nichts ein.

Details

http://www.theprospect.net/wp-content/uploads/2013/08/headdesk1.gif

Klar, hochgiftige Pflanzen haben auf Spielplätzen nichts zu suchen, aber ansonsten… wie wäre es, dem Kind zu sagen, warum etwas gefährlich ist und damit hat es sich. Hat bei mir auch geklappt.
Mein jüngster Cousin ist jetzt 4 und der meinte letztens zu meiner Oma “Nein Oma, du kannst doch nicht die Schneeglöckchen pflücken, die sind giftig!” Der würde sich auch nicht einfach so ne Beere in den Mund stecken, weil man ihm das einfach erklärt hat. Eine schauriger Exkurs zum Thema Fuchsbandwurm und das Kind hat’s kapiert.
Dasselbe bei Gewässern… der Fluss bei uns im Dorf sieht am Ufer sehr flach und einladend aus. Mir wurd erzählt, es gibt tiefere Stellen und Stromschnellen, die sieht man nicht auf Anhieb, da sind schon Leute ertrunken.

Und mir tun auch die Kinder Leid, deren Sachen nicht dreckig werden oder kaputt gehen sollen… ich hatte dafür eine extra Garnitur Spielklamotten, die waren dann halt löchrig und wurden auch nicht nach jedem Tag gewaschen, weil ich die immer draußen auf den Feldern anhatte. Da bleibt man eben mal im Gestrüpp hängen und holt sich Kratzer und Splitter, ich finde, das gehört dazu…

Wie viele anderen hier, sind meine Freunde und ich damals auch den ganzen Tag draußen gewesen und sind durch Wälder und Co gestreunt. Wenn es dunkel wurde, mussten wir wieder zu Hause sein. Diese Regel wurde dann von Alter zu Alter immer wieder angepasst. Da war es noch so, dass ich mit 5 Jahren meinen 3 jährigen Bruder alleine nach Hause gebracht habe nach dem Kindergarten und Muttern stand am Fenster und hat gewartet. Und wo wir damals alles durch gerannt sind, will ich wahrscheinlich gar nicht sooo genau wissen :-) Und ich lebe auch noch.

In dem Fall mit dem Spielplatz sehe ich das so: Sowas passiert. Kratzer verheilen und Kleidung kann man entweder waschen oder entsorgen und neu besorgen. Auf den Spielplatz geht man eh nicht im besten Hofstaat.

Ich habe drei Kinder und alle haben gelernt, dass sie keine Blumen auszureißen haben, erst recht nicht, wenn sie nicht uns gehören. An fremdes Eigentum geht man einfach nicht. Hört sich jetzt vielleicht hart an: aber wenn sie es dennoch tun, müssen sie mit den Konsequenzen leben. In diesem Fall wären das halt ein paar Kartzer und schmutzige Klamotten. Aber mir würde dabei nicht einfallen, die Stadt zu verklagen. Vor allem nicht, wenn ich daneben sitze und quasi zuschaue.

Vor allem, wo hört man da auf? Nur bei dem Spielplatz? Bei allen? Beim Nachbar nebenan? Wir haben hinterm Haus einen großen Garten der in einzelne Parzellen für die Mieter eingeteilt ist. Und da haben meine Jungs auch von Anfang an gelernt, dass sie auf den anderen Grundstücken nichts zu suchen haben. Ob Kinder oder nicht, manche Nachbarn möchten das halt nicht.

… puh, ich glaub ich hab den Faden verloren… lassen wir’s also bei diesen zwei Cent :-)

Das klingt alles sehr nach Dornröschen - nur, dass es in Märchen keine Anwälte gab. Es stimmt schon dass manche Eltern wirklich ne kleine Meise haben wenn es um ihre Kinder geht und ich stimme zu, dass die Tendenz steigend ist (was soll man da auch sagen, wenn man in Berlin in der Nähe vom Prenzlauer Berg wohnt, wo die Fahrradklingel am Kinderwagen nicht mehr wegzudenken ist?). Natürlich will man nicht, dass den Kindern Schlimmes zustößt (das ist mit der Meise auch gar nicht gemeint), aber sich mal das Knie aufschürfen, die Hose zerreißen… das ist doch kein Drama, das ist normal! Da stimme ich allen Vorrednern zu. Hier gleich den Anwalt auszupacken aus irgendwelchen skurrilen Gründen einfach weil man es KANN… dafür habe ich Null Verständnis (da haben die Gerichte echt besseres zu tun). Für mich klingt das schon nach amerikanischen Verhältnissen wo man einen Cafébesitzer verklagen kann wenn man sich die Zunge am Kaffee verbrennt weil er heiß ist. Dass die Gerichte solchen Eltern in diesen Fällen dann vielleicht auch noch Recht oder sich die Städte zu solchen Zäunen statt Pflanzen entscheiden, ist auch traurig, zumal ALLES in der falschen Dosierung giftig ist bzw. tödlich sein kann. Ich hätte jedenfalls lieber, dass mein Kind auf einer Gänseblümchenwiese spielt (irgendwo liegt dann wohl sicher auch der obligatorische Hundehaufen rum den das dämliche Herrchen von schräg gegenüber nicht weggeräumt hat, aber… naja. Ist halt ne Wiese, kann man drumherum laufen… oder mit nem Stöckchen reinpoken XD), als auch einem mit Herbiziden vergifteten “Rasen”, der mehr tot als lebendig vor sich hin vegetiert und das Gift dann noch auf meinen Kindern verteilt, irgendwann geht die Hand IMMER an/in den Mund, da fühle ich mich beim Gift viel unwohler als beim Hundehaufen. In beiden Fällen wird das Kind das nur 1x machen, beim Hundehaufen hat es (ab einer gewissen Dosierung) aber noch die Chance auf weitere Erfahrungen (und wird einfach lernen, dass Mama/Papa Recht hatten und dass das Bäh ist). Bei ganz blöden Unfällen auf frisch gespritzten Wiesen… vielleicht nicht mehr. Aber gut, das ist ein sehr spezieller Fall. ^^; Was ich damit sagen will: Manchmal macht man durch das Ausschalten aller möglicher Eventualitäten die Sache einfach nur (noch) schlimmer…

Ich schätze mal, dass meine Großeltern als Kind ne Backpfeife gekriegt haben, wenn sie mit zerrissenen Klamotten nach Hause gekommen sind, denn die Kleidung musste dann ja geflickt werden, was wieder Arbeit gemacht hat. Heute ist das natürlich nicht das Mittel der Wahl. Aber heute habe ich auch das Gefühl, dass manche Eltern kein rechtes Vertrauen in ihre Kinder haben. Denn “früher” hat es doch auch funktioniert wenn man gesagt hat “Fass das nicht an/Iss das nicht, das macht dich krank/davon kann man sterben.” etc. Warum sollte das heute nicht mehr funktionieren? Kinder sind doch nicht dümmer als noch vor 20, 30 Jahren. Aber ich habe manchmal wirklich das Gefühl, dass Kinder unterschätzt werden, die sind manchmal cleverer als man denkt!
Ich würde (um die 1. Frage endlich mal zu beantworten) das sicher heulende Kind erst mal trösten, mir anhören wie das passiert ist und (falls nötig) zu Hause verarzten. Wenn das wirklich ein dummer Unfall war: abhaken. Falls mein Kind doof war: ernstes Wort reden. Falls an den Geräten was nicht in Ordnung war (da hängt irgendwo ein rostiger Nagel raus den ich selber nicht gesehen habe als wir ankamen oder die Schaukelkette ist beim Schaukeln gerissen): Hier würde ich mich wirklich böse bei der Stadt melden und schauen, was man tun kann, weil die Schuld bei der Stadt liegt, die den Spielplatz offensichtlich nicht antändig hat prüfen lassen (oder zuletzt vor zu langer Zeit). Ich denke auch, dass das in diesen Fällen angebracht ist. Aber nicht, wenn ich oder mein Kind was verbockt haben oder ich keine Lust habe, anständig auf das Kind aufzupassen und es angemessen auf Gefahren hinzuweisen… oder ich es nicht auch mal aushalten kann wenn es sich halt weh tut. Das kann man nicht komplett verhindern, auch, wenn das Kind auf meine Warnungen hört. Wenn mein Kind auf meine Warnungen gar nicht erst hört, ist an anderer Stelle was falsch gelaufen, aber da kann die Stadt auch nix für.

Ich finde es auf jeden Fall schade (um auf die 2. Frage zurückzukommen), wenn auch das letzte Bisschen “Natur” in Form von schön bepflanzten Spielplätzen genormten, eingezäunten (und demnächst vielleicht sogar schallgedämten?) 0815-Spielplätzen weichen müssen. Wir sind durch das Leben in Städten heute doch schon meist so weit von der Natur entfernt, dass ich mich frage, wo das noch hinführen soll? Diese Zaun"lösung" ist auf jeden Fall ein trauriges Beispiel wie ich es mir gerade NICHT wünschen würde, denn jedes bisschen Grün in der Nähe von Spielplätzen und überhaupt in Städten (sofern nicht eindeutig sehr gefährlich wie z.B. Ambrosia) ist wertvoll! Generationen von Kindern sind in Gärten mit Eibe, Goldregen, Fingerhut, Bohnen (roh auch giftig, uuuuuh!), Tomaten (Blätter!! grüne Früchte!!), Obstbäumen (unreifes Obst!!!) Rosen, Brombeeren (die Kaiserin der Stacheln!), Brennnesseln und Co. aufgewachsen und leben auch heute noch. Das sollten sich manche Eltern einfach mal bewusst machen… Aber ich hab ja auch einfach reden, ich hab ja keine Kinder. :'D

Das war jetzt ein, möglicherweise verwirrender, Monsterpost. Macht trotzdem hoffentlich irgendwie Sinn! ^^;

Achsoja…zu Frage 1:

In einem ähnlichen Fall hat mich unsere Nachbarin getröstet und mir dann nochmal die Rosen vom Nahen gezeigt und erklärt, wie man sie richtig anfasst…Die gleiche Frau hat mich auch von dem weißen Zeug im Löwenzahn gewarnt…
Oh mein Gott, wie konnte ich nur jahrelang auf einer Wiese voller Gänseblümchen und Pusteblumen überleben? Diese Gewächse des Bösen? Ö_____Ö :P

Vor allem verteilen sich die Sporen ja überall…weil…naja…Natur o__o und wenn dann noch ein Kind draufpustet…ojeoje…
Will man jetzt täglich prüfen, ob irgendwo auf dem Platz evt. ein kleines Löwenzähnchen sprießt? Ö___Ö

EDIT: oh…ich lese gerade von Herbiziden…noch besser…

Headdesk |D

Und zu Frage 2…
Eltern haften für ihre Kinder :P

Tschuldigung, ich krieg mich grad nicht mehr ein…diese böse böse Natur |D |D

Das ist soooo… ohne Worte…
Der Spielplatz bei mir im Dorf grenzt an einem Garten. Was wollten solche Eltern denn genau tun, wenn der Besitzer beschließt, jetzt die komplette Seite mit Rosen zu bepflanzen? Die Gemeinde kann dem guten Leuten ja schlecht verbieten, im eigenen Garten Rosen anzupflanzen…

Bei mir gab es auch Spielkleidung. Die durfte aussehen wie Sau und keinen hats gestört, warum auch? Und das man beim toben auch mal ein paar Kratzer abbekommt, ist irgendwie auch klar. Als Kind hab ich mich bevorzugt durch irgendwelche Gebüsche gequetscht, entsprechend sah ich halt auch aus.
Und bei uns galt schlicht, das nichts, was draußen wild wächst, gegessen wird, wegen Fuchsbandwürmern. Hat völlig ausgereicht, das ich kein Interesse daran hatte, draußen irgendwelche Pflanzen zu essen.
Genauso werde ich das auch bei meiner Tochter handhaben.

@DasClownteil:
Dann müssten die armen Kinder ja tatsächlich den Bus nehmen. Oder sogar laufen. Das kann man denen doch nicht antun xD

@Silberblume:
Jupp, ist mir auch aufgefallen. Ich glaube, das liegt daran, das sich die Familien verändert haben. Wenn das Wunschkind nach Jahren des Wartens (weil es nicht klappt, weil die Umstände nicht passen, weil ein Partner fehlt, kann viele Gründe haben) dann doch endlich da ist, dann kann ich mir vorstellen, das man da schnell das Bedürfnis entwickelt, dieses Kind vor allem Schlechten zu bewahren und man da halt auch schnell mal übertreibt. Dass man immer öfter von schrecklichen Dingen in den Nachrichten liest, macht es auch nicht eben besser…

@Grim:
Wie das mit den Blüten ist, weiß ich nicht, aber die Blätter vom Löwenzahn kann man essen :3 Eine Klassenkameradin hat nach der Schule öfter welche auf dem Schulweg gepflückt und die gabs bei ihr dann im Salat :D

Aber im Bus gibts doch so viele Bakterien, weil alle die Stangen andatschen! :o

Ich meinte übrigens die Löwenzahnmilch im Stängel ;-)
Wenn man pflückt, ist die besonders faszinierend :D :D
(Sehe aber gerade, das gilt wohl auch nur für größere Mengen :P)

Dumme Spontanidee:
Malt ein paar hübsche bunte Schilder, auf dem interessante Fakten zur Pflanzenwelt rund um den Spielplatz erklärt werden und auf denen auch steht, was giftig oder sonstwie gefährlich ist…vielleicht lernen die Eltern ja auch was xD
Knuddelige Rosen mit Gesicht, die sagen, Vorsichtig, ich bin wunderhübsch aber gefährlich…und so.

Als jemand der als Kind selbst ständig alle pflanzen gefuttert hat, außer die, von denen ich wusste das sie ganz klar giftig sind (“Das Gestrüpp vorm Haus”, Vogelbeeren (die inzwischen bei uns als Konfitüre rumstehen, hm xD), Tollkirschen (vor denen hatte/hab ich besonders Angst! Da haben wir voll die Horrorstory in der Schule erzählt bekommen XD)). Muss ich sagen: Ich steh ja überhaupt nicht drauf wie die Spielplatze von Jahr zu Jahr “sicherer” werden. Wir hatten hier einen da konntest du den Verfall regelrecht sehen. (Wir hatten auch einen mit Kletterwand auf diesem… Gummiboden? Das hab ich ja gehasst.). Und mit Verfall meine ich, wie erst gewisse “Gefahrenstellen” wie Gebüsche und dann der ganze Spielplatz verschwand.

Klar, Kinder futtern Zeug (manchmal auch trotz Warnung, wie meine kleine Cousine die fröhlich Kartoffelknollen gegessen hat - ein Anruf in der Giftzentrale hat gelehrt, wenn es nur eine Knolle war passiert auch bei nem Kind nichts.) Und ja, Kinder fallen von Dingen. Kinder stehen aber auch viel eher einfach wieder auf und laufen weiter als wäre NIE was gewesen.
Dazu eine Geschichte:
Mama hat beobachtet wie auf dem Spielplatz vorm Haus zwei Eltern wie Geier beobachtet haben, das ihr Kind nicht vom Schaukeltier fällt. Als sie beide zufällig genau im selben Augenblick wegschauten fiel das Kind runter, war kurz verwirrt, stand auf und ging einfach zu 'nem anderen Tier. Als die Eltern wieder guckten war die Situation schon vorbei.

Wenn ich jetzt die Schwägerin einer Freundin sehe, wo das Kind nicht weinen DARF. Ehrlich nicht. Es kam sogar die Aussage “Ich habe in einem Elternratgeber gelesen man soll Kinder nicht weinen lassen, weil sie sonst die Eltern hassen können.” (Weil nicht sogar Kinder die von ihren Eltern schlecht behandelt werden die noch lieben, ne?) . Da kannste wissen, dass das der Frau spätestens in der Pubertät auf die Nase fallen wird. (Wobei ich finde es ist jetzt schon zu spät, das Kind weint solange bis es Mama tröstet und bekommt was es will. Auch wenn Mama weg ist.)

Ich bin mir auch nicht ganz sicher ob es “an unserer Generation” liegt. Schon als ich ein Kind war durften wir die Matschanlage im Kindergarten nicht behalten weil sie selbstgebaut war und nicht gekauft. Ich glaube einfach das viel von den wirklichen wichtigen Zeug schon in den Gesetzen steht, aber die Sicherheitsfanatiker brauchen halt trotzdem was, was ihnen Sorgen macht. Sagrotan. Und so.

Ich weiß nicht was ich machen würde, wenn ich Mama wäre, weil ich keine Mama bin und ich weiß, das mit dem Mutter werden ein Schalter umgelegt wird und man plötzlich auf Mauern balancierende Kinder gefährlicher findet als vorher. Aber jetzt würde ich das Kind halt tröstend dass das nur ein kleiner Piekser ist und Rosen gerne pieksen (weil sie auch nicht ständig angefasst werden wollen). Und ich glaube danach wärs das auch. Kein großes Gewusel drum machen.

Ok das ist echt mehr als nur “Ohne Worte” O.o

Ich bin als Kind ebenfalls durch Wald und Wiesen getigert, habe diverse Pflanzen berührt, damit gespielt, gegessen etc. und natürlich hat das sicher auch ein Risiko mit sich gebracht. Hier aber mit Anwälten die Stadt verklagen, fällt für mich wieder klar in die Kategorie der überbesorgten Helikopter-Eltern, die einfach nichts besseres zu tun haben, als mit den dicken SUVs den selbst auferlegten Freizeitstress zu bewältigen, und nicht wissen wohin mit der Zeit, wenn die Kleinen einfach nur auf einem Spielplatz spielen. Da muß man sich dann eben einfach etwas suchen, an dem man sich hochschaukeln kann.

Ich bin selber Mutter eines 3 1/2 jährigen Jungen, und wenn ich mich jedes Mal über schmutzige und kaputte Kleidung aufregen müsste, dann würde ich den ganzen Tag nichts anderes tun. Kinder spielen, Kinder machen sich dreckig, Kinder lieben es sogar im größten Dreck und Matsch zu spielen, und oh je Kinder verletzen sich sogar mal. That’s life!! Kinder die Abends nicht aussehen wie kleine Schweinchen, die haben nicht richtig gespielt ^^.
Ja ich schließe mich da an, hochgiftige Pflanzen sollten nicht in unmittelbarer Nähe zu Spielplätzen und Co. angepflanzt werden, aber sich aufregen, weil sich ein Kind an einer Dorne gepiekst hat? Das löst bei mir nur facepalm aus.

Wenn ich mir sowas durchlesen muss, kommt’s mir echt hoch. Manche Eltern von heute sind sowas von strunzstupide. Wenn ich bedenke, was ich mir früher von meinen Eltern anhören musste, wenn irgendwas “passiert” war… Die Lieblingssprüche meines Vaters, wenn ich hingefallen war, waren 1. “Is de Boem noch ganz?” (ob der Boden noch intakt ist) und “De Aasch is zum drufffolle do!” (Der Hintern ist zum Drauffallen da). Und von meiner Mutter gab es Ähnliches zu hören z.B. “Dreck butzt de Mae!” (Dreck putzt den Magen!), wenn der Schnuller, der Keks, das Brötchen auf dem Fußboden gelandet ist, oder “Haste de Aasch gewäsch kriegt?” (Bist du nass geworden?), wenn man pitschnass vom Regen nach Hause kam. Und sowieso: “Bis de Oma bist, is alles widder gudd.”

Ich war ein typisches Landkind. Mit Sandalen durch den Sumpf stiefeln, auf Bäume klettern, Barfuss über die Wiesen (und in Brennnesseln, Disteln und Wespen) laufen, Ameisen sammeln, mit Holzspänen spielen und die ganzen anderen “Gefahren” austesten.
Von meiner Mutter hab ich viel über essbare und nicht essbare Beeren gelernt, weil wir immer welche für Marmelade"breche" (sammeln) gewesen sind. Alles andere war mehr oder weniger Erfahrung.

Wenn ich mir das heute anschaue… Mütter, die sich aufregen, dass die unteren Ränder der Pulloverärmel ihres Kindes leicht feucht sind oder Väter, die ihre Söhne zusammen falten, sie sollen aufhören zu flennen und ihren Mann stehen. Da wundert es mich nicht, dass die gesamte Gesellschaft verkorkst ist.

Auch diese stupide In-Watte-Packerei mit Desinfektionsmittel hier und reine Bio-Lebensmittel da. Kein Wunder, dass es die berühmten Zivilisationskrankheiten wie Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten gibt. Die Kinder haben ja nicht mal die Gelegenheit, Antikörper gegen irgendwas zu bilden.

Fazit: Gefahren lauern immer und überall und die einzigen Mittel dagegen sind Aufklärung und Erfahrung. Und wir müssen unseren Kindern erlauben, eigene Erfahrungen zu machen, denn nur so entstehen selbstbewusste und intelligente Menschen.

Also ich hab das Thema schon einmal gewälzt, weil ich eine Hecke einpflanzen wollte und irgendwie unterm Strich nur herausgefunden habe, das so gut wie fast alle Heckenpflanzen, vor allem die immergrünen, in irgendeiner Art etwas giftig sind.

Nun steht die Tuja fröhlich da und wächst vor sich hin. Unser Sohn hat noch nie irgendwie Interesse daran gezeigt, daran zu spielen, was abzutreißen oder etwas in den Mund zu nehmen.

Ich glaube Kinder haben einen natürlichen Instinkt, der sie vor Gefahren bewahrt. Aber wenn man anfängt in der modernden Zeit das Kind von einfach allem abzuschotten, was irgendwie gerfählich ist… dann geht dieser Instinkt verloren.

Wir haben sogar einen Ölofen und unser Sohn hat mitbekommen, dass es heiß ist. Er hat sogar das Feuer schon mal gesehen und ist noch nie dahin.

Ich bin dafür, das Kinder auch ihre Erfahrungen machen dürfen. Wenn sie sich dabei nicht wirklich ernsthaft verletzen, dann soll es so sein. In der Krippe wird mir sogar oft genug gesagt, dass er motorisch schon sehr gut entwickelt ist und Höhe und seinen Körper schon sehr gut einschätzen kann beim klettern. Ich hab ihn einfach immer machen lassen.

Wenn angefangen wird das Kind von einfach allem abzuschotten, dann fehlt es dem Erwachsenen später an sehr wichtiger Erfahrung finde ich. Das macht die Personen leichtsinnig, können sich nicht genau einschätzen und provoziert Unfälle.

Ich halte die Reaktion der Eltern ebenfalls für übertrieben und kann mich auch sonst nur all meinen Vorednern anschließen; kleinere Schrammen, blaue Flecken, zerrissene Hosen und matschige Schuhe gehören zum Kindsein dazu. Fällt man einmal vom Baum und tut sich weh macht mans nicht nochmal (ich spreche da aus Erfahrung - ich hab mir mit sieben einen Zahn bei einem Fahrradunfall ausgeschlagen), gabs dazu noch Schelte von den Eltern dann erst recht nicht.
Kann man jetzt aber nicht auf einen Baum klettern weil keiner da ist, weiß man nicht, wie weh das ruterfallen tut. Oder kommen die Eltern auf die Idee, den Besitzer/Pflanzer des Baums zu verklagen verlernt man auch noch den Respekt vorm Wort der Eltern.
Das Schlimme ist, dass das ja nicht beim Spielplatz aufhört, sondern sich bis zum Ende der Schulzeit, womöglich bis in die Ausbildung hineinzieht.
Die Noten passen den Eltern nicht - die Schule wird angerufen und der Lehrer zur Sau gemacht
Das Töchterchen kommt zu spät und der Lehrer hätte gerne eine schriftliche Entschuldigung - die Schule wird angerufen, der Lehrer zur Sau gemacht, die Strafarbeit als vollkommen unzulässig abgetan, eventuell auch noch der Anwalt eingeschaltet
Der Sohnemann kriegt eine Abahnung weil er wärend seiner Lehre was verbockt hat - der Anwalt wird eingeschaltet

Die Kinder fangen an zu erwarten, dass die Eltern sie vor allem “beschützen” oder aus allem raushauen und sind vollkommen unselbstständig. Und wenn die Eltern dann mal nichts mehr tun (können) stehen alle dumm da, weil sie nie gelernt haben, mit Konsequenzen umzugehen. (Das sind dann die Zehntklässerinnen, die heulend auf der Treppe sitzen oder Zehntklässer, die aus Frust irgendwas zerstören, weil sie nicht einsehen können, dass sie eben mal nicht im Recht sind. Und ja; die gibts tatsächlich… live erlebt)

(@Camoure - das klingt ja fast pfälzisch?)

Ich stimme eigentlich allen hier im Großen und Ganzen zu. Ich bin auch zwischen allen möglichen giftigen Pflanzen aufgewachsen da meine Mutter passionierte Hobbygärtnerin ist. Gerade Blauer Eisenhut gab es in Hülle und Fülle.
Den habe ich letztes Jahr in großen Mengen in einem Gartencenter gesehen in dem auch viele Kinder waren - so richtig schön in Greifhöhe für die Kleinen. Da hatte ich dann schon akut die Überlegung dass der Laden alleine nur um auf Nummer sicher zu gehen die Pflanzen lieber eine Etage höher stellen hätte stellen sollen - am Ende werden sie auf Fahrlässigkeit verklagt wenn die Kinder von Kunden da was abrupfen.

Natürlich sollte man jetzt nicht gerade eine Eibe als Spielplatzbepflanzung wählen. Aber wenn man erst mal anfängt, wo hört es dann auf? Selbst die Zweige ungiftiger Pflanzen können sich Kinder beim Spielen ins Auge stechen.

(Thema Eibe: Finde immernoch spannend dass man die Beeren an sich wohl sogar essen kann… solange man die Kerne nicht zerbeißt und wieder ausspuckt. Würde ich zwar vermutlich trotzdem lieber nicht riskieren aber hey.)

Ich schließe mich den anderen an. Diese Reaktion ist maßlos übertrieben und sowas sorgt nur für verweichlichte Kinder, die überhaupt nicht mit Gefahren umgehen können und sich dann später mal viel schlimmer verletzen können.

Auch ich war ein Landkind, das immer auf jeden Baum geklettert ist und ich lebe auch noch. Bei den giftigen Pflanzen hat es damals auch gereicht, dass mir gesagt wurde, ich soll sie nicht essen. Bei meinem Bruder musste man da schon mehr aufpassen, der hat es nicht geglaubt, wenn er es nicht selbst ausprobiert hat. Aber auch er hat seine Kindheit überlebt, obwohl er Vogelbeeren gegessen, mit Hundehaufen gespielt und im Winter Tischtennisplatten abgeleckt hat und natürlich auch von Bäumen gefallen ist.

Ehrlich gesagt finde ich, dass bei den Spielplätzen schon jetzt häufig übertrieben wird. Bei einigen Spielplätzen, die ich als Kind gerne mochte, ist mir aufgefallen, dass die Klettergerüste verändert wurden. Statt offenen Hängebrücken gibt es nun praktisch Tunnel aus Holz, damit die Kinder nicht mal die kleinste Chance haben runterzufallen. Aber genau dafür waren die offenen Klettergerüste doch da! Damit man runterfallen kann. Dafür ist dann unten der Rindenmulch da. Es ist doch wichtig, dass man auch mal runterfällt, damit man weiß, wie sich das anfühlt und was man falsch gemacht hat. Das sollen die Kinder lieber auf einem Klettergerüst mit 1 m Höhe lernen, als später aus dem Fenster im 5. Stock zu fallen.

Das finde ich gerade sehr interessant, da bei den Spielplätzen in meiner Umgebung gerade genau das Gegenteil stattzufinden scheint. Hier in der Umgebung wurden in letzter Zeit einige Spielplätze abgerissen und neu gebaut (alle auf offenen Wiesen… mit Bäumen… was manche wohl für zu gefährlich halten, was mich gerade etwas plättet) und bei allen bin ich gerade sehr neidisch, dass sie nicht schon so ausgesehen haben, als ich noch jung genug dafür war. Es sind teilweise richtiggehende Klettergärten für Kinder draus geworden.

Ich halte es btw auch sinnlos, Kinder von allem abschirmen zu wollen (ganz zu schweigen von schlicht unmöglich). Auch ich habe meine Kindheit trotz Efeu im Garten überlebt, genau wie mein Bruder. Tujen haben wir auch (ich glaub, die sind auch giftig?). Und als ich einmal doof genug war, beim Spielplatz vom Klettergerüst zu stürzen (ja, es war eigene Doofheit), habe ich mir zwar den Arm gebrochen, aber überlebt habe ich es auch.

Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass man so ein Drama machen könnte darüber, dass sich ein Kind ein paar Kratzer geholt hat oO Das gehört doch irgendwie zur Kindheit… blaue Flecken, Kratzer, aufgeschürfte Knie - ich glaube, dass die meisten halbwegs aktiven Kinder das regelmäßig hatten.

Ein paar grundlegende Sicherheitsmaßnahmen halte ich zwar für wichtig - aber die lustigsten Spielplätze waren immer die, wo man auch runterfallen konnte. Und Pflanzen sind immer schön und solange es nicht gerade hochgiftige sind, denke ich, dass man den meisten Kindern durchaus zutrauen kann, auf ein ‘bleib da weg/iss das nicht’ zu hören.

(Ich sehe übrigens kein großes Problem mit eingezäunten Spielplätzen, vielleicht weil die meisten Zäune, die ich kenne, vielleicht nen Meter hoch sind (oder weniger) und vor allem dazu dienen, eine visuelle Abgrenzung darzustellen und Hunde aus dem Spielplatz draußen zu halten. Es hat auch was, wenn man dem Kind einfach sagen kann ‘bleib innerhalb des Zaunes’.)