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Kindersicherheit auf Spielplätzen und Eltern

Ich sehs wie die meisten… Solider Mittelweg. Eibe aufm Spielplatz muss nicht unbedingt sein und etwas Polsterung (Rindenmulch oder eben diese Kunststoffböden) unterm Klettergerüst schadet auch nicht, aber man sollte es eben im Auge behalten wie das Verhältnis von Risiko und Einschränkung ist.
Keine Eiben ist ne irrelevante Einschränkung, gar keine wie auch immer potentiell gefährlichen Pflanzen… Ehm ja.

Zur Frage wie man drauf reagieren sollte… Nicht mehr Aufheben drum machen als nötig? Wenn nix ernstliches passiert ist und das Kind auch nicht furchtbar erschüttert wirkt, kann mans auch mal einfach so hinnehmen. Man lernt aus seinen Erfahrungen. Liegt dann eben an der Reaktion der Eltern, ob das Kind einfach lernt, dass Rosenbüsche pieksen, wenn man nicht vorsichtig ist oder dass ne kleine Schramme etwas ganz furchtbar Schlimmes ist.
Ich hab zumindest schon einige Kinder erlebt, die so wirkten, als hätten ihre Eltern ihnen eine Angst vorm Leben eingetrichtert. Der Cousin meines Ex-Freund etwa traute sich nur mit Mama zusammen auf Wasserrutschen im Schwimmbad, weil die ja so wild und gefährlich waren… Der war da 12 ö_ö

Es wär allerdings naiv zu denken, dass solche Trends ganz neu sind. Sowas gabs auch schon als ich jung war. Gut, 20 Jahre her… Das ist keine Ewigkeit, aber zumindest fast eine Generation.
Ich erinner mich etwa an eine Geburtstagsfeier, bei der schon auf der Einladung vermerkt wurde, dass wir rausgehen wollen und daher etwas ältere, robuste Kleidung angezogen werden soll. Eine Mutter - ausgerechnet eine Kindergärtnerin! - schickte ihre Tochter dennoch in Kleidchen und Lackschuhen her und war ganz überrascht, dass die nicht mehr ganz so adrett aussah, als sie sie zurück bekam.
Oder dass Kinder mal unter Aufsicht Feuerwerk zünden durften (meine Schwester hat am 30.12. Geburtstag, da bot sich das an). Oder Bastelaktionen, bei denen man sich einsauen konnte.
Ooooh und erst die Gesichter der Mütter, als mein Vater meine Schwester mitm Motorrad ausm Kindergarten abholte!
Den Kindergarten hatten unsere Eltern übrigens genau deswegen ausgewählt, weil er direkt am Wald war und von zwei recht rustikalen Niederländerinnen geleitet wurde, die solche Ansichten vertraten, wie dass Kinder auf Bäume klettern dürfen sollten (solang sie solide und mit Rindenmulch abgesichert sind) und auch bei schlechtem Wetter draußen spielen sollten (mit Matschhose, Gummistiefeln und Regenjacke halt). Ist ja keine Selbstverständlichkeit.

In der Grundschule gabs dann zum Beispiel auch mal ne Mutter, die einen riesigen Aufstand machte und sich bei der Lehrerin beschwerte, weil ein anderer Junge ihrem Sohn beim Duschen nach dem Schwimmunterricht die Dusche auf kalt drehte! Wohlgemerkt, es war kein dauerhaftes Mobben oder so, sondern wirklich nur der eine Vorfall, ein kleiner Streich. Ein achtjähriger Junge bekommt kaltes Wasser ab - Katastrophe!
Will nicht wissen, was da los gewesen wär, wenn er aufm Schulbusch mal an nen Rosenbusch geraten wär.

Ich beziehe mich mal nur auf die Ausgangsfrage.

Um meinen Standpunkt zu verstehen, hier ein kurzer Ausflug: Ich bin eins von diesen dreck-und draußen-Kindern. Wenn wir nicht dreckig und teilweise zerfetzt, aufgeschürft nach Hause kamen, muss irgendwas schief gelaufen sein. Wir haben gelernt, was Schwerkraft ist, wenn wir von Bäumen gefallen sind, haben nicht öfter als Nötig in Brennesseln gepackt oder sind durch Brombeersträucher gekrochen.
Seit ich vor ein paar Jahren im Zuge der Ausbildung das Jahr im Kindergarten gearbeitet habe, habe ich leider traurige Einblicke in die, IN MEINEN AUGEN, überfürsorgliche Helikopter-Erziehung bekommen.
Wir (Erzieher, Aufsichtspersonen, also Praktis), wurden teilweise schon zur Sau gemacht, wenn die Robuste Kleidung für draußen DRECKIG wurde. Hatte das Kind eine Schramme, wurde ein Aufriss gemacht.

Daher der Schwenk zur Ausgangsfrage:
ich finde es traurig und höchst bedenklich, dass Kinder heutzutage so in Watte gepackt werden und die Reaktion wie im beschriebenen Beispiel lächerlich. Das klingt nach einem reinen Machtspiel, einmal den dicken max markieren und Hauptsache sein Recht bekommen.
Wenn da Rosen wachsen, ist es eben so. Müssen Kinder halt lernen, dass sie weh tun und dass man sowieso Respekt vor der Umwelt zu zeigen hat, ergo Angucken ja, Anfassen nein.

Solche No-Danger-Areas finde ich bedenklich, weil sich das ausbreitet und wir in bestimmten Regionen eh schon das Problem haben, dass die Bebauung immer mehr Grün verdrängt. Dass Kinder eh schon keine Berührung mehr zu Natur haben.
Eigentlich ist es schon traurig genug, dass diese rechtlichen Möglichkeiten eh so einfach auszuloten sind.
Auf den Straßen liegen andere Sachen herum, an denen dann gern mal geleckt wird, was gefährlicher ist.

Oh, so viel schöne Meinungen!!! Ich hab alle Vorredner-Beiträge gelesen. :)
Ich fühle mich hier wie zu Hause :)

Zum Thema: ja, aufklären und ein nächstes Mal schlichtweg das “Hinlangen an die Dornen” vorbeugen.

Ich führe meine Kinder vom Spielplatz weg, wenn so überfürsorgliche Eltern daherkommen. Ehrlich! DAS macht mir Angst!!!

Wenn mir mein Sohn (zum Situationszeitpunkt <2J alt) von einer kleinen Kletterwand (1,3 Meter hoch?) zuruft, dass er nicht vor und nicht zurückkommt, schaue ich mir das nur erst an. Dann frage ich, ob er denn selbst hoch ist. - Klar. - Bitte, dann komm wieder runter. - Ok.
Mein Sohn ist “runtergerutscht”. (Auch ein Ausweg!/Problemlösung!)
Ich habe gefragt, ob er sich verletzt hat oder sonst was los war, Angst, Unsicherheit, zu Hoch. - Ne.
Mein Kleiner ist dann munter wieder hoch und runter und hoch… Selbstsicher. Natürlich ist er auch oft gefallen, aber wieder aufgestanden.

Gleiche Situation, gleicher Tag, ein 4-Jähriger. (Hat bestimmt auch meinen Sohn beim Hilferufen gesehen.) Geht in den KiGa, war mit Mami und Papi am Spielplatz). Kind schreit um Hilfe, Papa guckt hin, schaut zu Mama “Er schreit nach dir!”, Mami springt auf, rennt zur Kletrerwand und bemuttert und schmiert Zucker auf die Ohren bla bla, holt das Kind aufm Arm und knuddelt es bis es nicht mehr das “ich-weine-Gesicht macht”.

Ich dachte nur: Zum Glück hat mein Kleiner gerade den Busch (gefährlich? Kein Plan) erkundet und trockene Stöcke abgebrochen/geholt.

Meine Tochter (<1J.) hat damals im Sand gebuddelt und den für eklig befunden. - Charakterbedingt - weil ihr zum Zeitpunkt eben alles außer Mami-Milch bäh war (wirklich ALLES). Zum Glück ist sie nun ein normales Kind, dass gern Gemüse und alles andere auch isst XD

Gleicher Spielplatz, Monate später:
Mein Sohn erkundet alles mit anderen Augen, Rutsche wird spannend, er kommt überall hin, Sand wird durch die Gegend geworfen; Meine gescheiterten Erklärungsversuche bla bla bla… Sand im Haar und in den Augen. Was solls. :) Danach wurde eben gebadet XD Yeah, noch mehr Spaß für mich… Wasser (Literweise) vom Boden aufwischen bla bla… zum Spielplatz zurück. Meine Tocher, läuft inzwischen ganz gut und eifert dem Bruder (gern) nach, ab auf die Rutsche (eigentlich noch etwaszu klein für die Höhe), fällt hin, bleibt sitzen/halbliegen, schaut zu mir. Andere Mamis springen geschockt auf, das kleinste Mädchen auf dem Spielplatz ist gefallen und hat sich verletzt. (Als ob ich das nicht schon selbst bemerkt hab.) Gott -.-" Ich hab wahrscheinlich den genervsten Blick aller Zeiten auf meinem Gesicht gehabt. Meine Kleine hat die ganzen fremden Mamis nacheinander ebenfalls geschockt oder erschrocken angeguckt (sowas kennt sie eben nicht, wieso schreien die denn so aufgeregt rum). Mein Töchterchen ist aufgestanden, ist zu mir, hat mich(!) ‘getröstet’, ist dann wieder zur Rutsche und diesmal hat sie die Kletterhindernisse überwunden und die Rutsche bezwungen. Was auch immer sie sich dabei gedacht hat, werde ich nie erfahren, aber die verwunderten Blicke der anderen Mütter waren es echt wert. Ich merk nochmal an, meine Kleine hat nicht mal geweint, sie ist auf ne relativ volle Windel sicher auf den weichen Sand gefallen!

Ich fühl mich als Mami zwischen den anderen (Gleichaltrigen & ca. 10 Jahre älteren Mamis) echt teilweise als Außenseiterin, weil ich eben unsichere Plätze zum Toben toll finde und die “sichersten Spielplätze” zu langweilig, dass ich die Kids dann doch lieber ewiglang durch die Straßen an der Hand “wandern” lasse. Meine Kleinkids starren andere Gleichaltrige wegen Schnuller im Mund an, weil meine sowas nicht mehr brauchen mit 3 und 2 J. “Kinderwägen sind für Babys, ich bin groß!”, gibt meine 2-Jährige von sich und wird von fremden Mamis angestarrt. Ehrlich, wir haben auch noch einen KiWa für unsere Tochter, aber ich zwinge sie nicht hinein, wenn sie selbst laufen möchte.
Rosen haben Dornen, Kinder eben auch xD Und wenns piekst, dann tut es weh. Nur wann ist hier die Frage… wenn manch ein Kind nicht mal ein Foto auf dem Handy angucken darf und nur “im Labor-Spielplatz” gespielt hat… Als Teenie Angst vor den Computern und Orientierungslos im Park, weil plötzlich alle Straßen außer Sicht sind? Aua… -.-"

Stellt bitte wieder Klettergerüste hin, pflanzt Büsche (Wildrosen) für kleine Labyrinthe und grenzt die Spielplätze nicht wie ein Käfig ein… Hinfallen und aufstehen gehört zum Leben dazu, da müssen auch schon Babys lernen, warum dies dann wieder verbieten/verlernen? Um als Erwachnener auf die Nase zu Fallen? T_T" Das tut weh…
Macht es nicht nur für Kinder, sondern auch oder vor allem für die verängstigten überfürsorglichen Eltern XD (die Ihre Kinder mit Knie-, Ellenbogenschonern und Helm auf den Spielplatz schicken - also echt, so bequem???!)

Irgendwer hat die Schilder-Idee gehabt: Stimme ich zu! Ganz tolle Idee, hihi! ;D

Bakuri, wo du es gerade so schön ausführst: ich meine ich war 7 oder 8 als König der Löwen raus kam. Timon und Pumba sitzen im Wald, drehen Steine um und heben morsche Stämme hoch und schlürfen Maden und Käfer.

Dreimal darfst du raten, was wir beim nächsten Waldausflug gemacht haben… :)
Regenwürmer-Wettfangen (“Wer hat den längsten?!”) haben wir eh schon immer gemacht, aber dann auf die Iee gebracht zu werden, dass man die Essen kann… großartig!
Und hey, ich war auch damals schon Allergiker, hat mir nicht groß geschadet, das Krabbelviech. Zum Glück wurde mir schon recht frh gezeigt, dass karamellisierte Heuschrecken für andere Kinder Süßigkeiten sind, Skepsis war also da, aber kein Ekel.
Und det war auch gut so~

Habe mich jetzt durch fats alle Beiträge gelesen, Mädels, ihr seid Vorbildlich… :D
Und ein Beispiel ist mir noch eingefallen:
Wie garantiert man, dass ein Kind nur einmal auf die heiße Herdplatte packt?
Man sagt ihm “es ist heiß, nicht anfassen” und wartet ab… :)
Ähnliches dann für Jungs, Elektrozäune und Weitpinkelwettbewerbe.

Eh, zur Herdplatte… das funktioniert am besten mit zwei Kindern.

Z.B. Klein-Neli mit ihrem kleinen Bruder. Klein Neli hört nicht und darf zwei Wochen lang täglich zum Kinderarzt die Verbrennung versorgen lassen und sorgt dafür, dass der kleine Bruder nicht mal in die Nähe dieses Teufelsdings kommt… hust

Kinder brauchen Dreck und Büsche und Dornen und all das.
Ich hoff unserrn Waldspielplatz gibts noch, bis unser potentieller Nachwuchs da und alt genug ist.

Büsche usw rauszureißen, weil das arme arme Kind ja vor der großen bösen Welt geschützt werden muss… was für ein hirnrissiger Trend. Damit macht man so viel mehr kaputt als man damit gutmacht. …nicht dass man damit was gutmachen würde.
Was für eine bescheuerte Reaktion der Stadt da gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

Man sagt ihm "es ist heiß, nicht anfassen" und wartet ab... :)
40 Sekunden ;) Als ich 2 oder 3 war, hat meine Mutter genau das zu mir gesagt. Ich erinnere mich noch ganz genau daran. Ich wusste nicht, was das Wort "heiß" bedeutet und wollte es ausprobieren. Die Erfahrung war so einprägend, dass ich mich bis heute daran erinnere, wie ich die Bedeutung von "heiß" gelernt habe, in Verbindung mit "Brandblase". XD

Mama bin ich zwar nicht, aber ich war ein glückliches Kind, das seine Grundschulzeit in einem Dorf verbringen durfte. Solange ich um 18 Uhr zuhause war und nicht in den Wald gegangen bin, durfte ich den ganzen Nachmittag mit den anderen Kindern draußen spielen und keiner hat uns beaufsichtigt. Dadurch habe ich mehr praktische Dinge gelernt als durch alles andere. Ich kam aus der Stadt und wusste innerhalb kurzer Zeit, welche Pflanzen giftig sind und weh tun- entweder durch eigene Erfahrung, oder weil die älteren Dorfkinder mir das gesagt haben.
Ich wusste aber auch, welche man essen kann und aus welchen man Matten und Hüte flechten kann und Büsche fanden wir super, um darin ein geheimes Lager zu bauen.

Im Rückblick erinnere ich mich, dass meine Knie permanent aufgeschlagen waren und ich kaum eine Jeans ohne Löcher hatte. Aber wir haben NIE wirklich gefährlichen Mist gebaut, weil es ein ganz natürliches System gab: Die älteren Kinder erklären den Kleineren, wo ernsthafte Gefahren lauern und die Kleinen warnen sich gegenseitig. Unsere Eltern haben nie eingreifen müssen, weil es einfach so geklappt hat.

Das war toll! Ich würde meine Grundschulzeit nicht gegen eine andere tauschen wollen.
Aber ob das heute noch klappt, weiß ich nicht… Das Dorf, in dem wir damals gewohnt haben, ist noch genauso klein wie früher, aber wenn ich mit dem Bus durchfahre, sehe ich nie Kinder alleine draußen.
Demnach fürchte ich auch, dass das System nicht mehr funktioniert, in dem ältere Kinder den Kleinen alles erklärt haben. Wenn ich mal Kinder hätte, würde ich ihnen wünschen, dass sie genauso frei draußen spielen können wie ich früher. Aber ich glaube ich würde etwas schärfer auf sie achten als meine Mutter damals auf mich- leider. ^^" Ist ja keiner mehr da, der die Kleinen warnt.

Aber die Stadt wegen einem Kratzer durch eine Rose verklagen ist albern. Im Gegenteil, ich würde die Stadt BITTEN, dass ein paar (meinetwegen ungiftige) Büsche angepflanzt werden, am besten mit einem versteckten kleinen Holzhaus darin. Dann könnten die Kinder sich vorstellen, dass das Dornröschens Schloss ist- oder was immer ihnen sonst einfällt.

Was mir gestern Abend aufgefallen ist (ich bin mir nicht sicher, es ist nur ein Gefühl, dass aus persönlicher Beobachtung entstanden ist, mit sehr kleinen Pool an Beobachtungen): gefühlt sind jene Eltern, die am häufigsten Drama machen, wenn dem Kind was passiert (oder sonst was nicht passt), auch die Eltern, die ansonst komplett desinteressiert in der Ecke sitzen und die Kinder machen lassen, was sie wollen (egal, ob es gefährlich sein könnte, verboten ist, oder sonst was).

Als Beispiel Kampfsportturniere (wo die meisten meiner Beobachtungen stattgefunden haben). Dort rennt oft ein Haufen mehr oder minder unbeaufsichtigter Kinder herum (von daher kann man sie auch nicht immer einwandfrei Eltern zuordnen, aber es funktioniert auch ganz gut mit Trainern). Jene Kinder, die man alle halben Stunden von den Matten werfen muss (weil beim Zusehen auf der Kampffläche sitzen halt nicht so toll ist…), die die Wettkampfregeln nicht kennen (und daher brechen) und die vor jedem Kampf erst mal vom anderen Ende der Halle gesammelt werden müssen (während Gegner und Kampfrichter schon auf der Matte stehen und warten), weil sie mal wieder nicht mitbekommen haben, dass sie dran sind (und der Trainer natürlich auch nicht), sind tendenziell auch die, wo Elter/Trainer nachher am meisten Aufstand machen, wenn Kind verloren hat oder gar was passiert ist (und natürlich waren Gegner/Kampfrichter schuld dran).

Ich hoffe, das ist nicht allzu off topic, aber es ist etwas das mir aufgefallen ist. Kann es sein, dass die Eltern, die auf die intelligente Idee kommen, die Stadt zu verklagen, dieselben sind wie die, die nicht auf die Idee kommen, ihr Kind zu beaufsichtigen, die wegsehen, wenn ihr Kind anderen die Spielsachen wegnimmt (u.Ä.) und die generell nur dann Interesse zeigen, wenn dem Kind was passiert? (Oder das Kind gezeigt hat, wie toll es ist, aber Aufpassen ist generell bäh)

!!!
Genau die Beobachtung hab ich letzt auch gemacht, als ich mit der 4-Jährigen eines Freundes aufm Spielplatz war. Desinteresse par excellence, aber wehe der andere haut dann dem anderen die Sandschaufel auf den Kopf oder jjagt sich wer n Spreiß vom Klettergerüst rein…da wird dann erst mal über die Stadt gescholten, die ihre Spielplätze nicht ordentlich wartet. Herrgott, Drama.

Das mit dem “wegnehmen” und “draufhauen” ist eigentlich normal, das muss man halt lernen. Beißen gehört da auch in die Schublade des normalen Kinderverhaltens.
Aber unrecht habt ihr da auch nicht. Teils sind es tatsächlich, auch aus meinen Beobachtungen, meist Eltern, die vor dem “Ereignis” das Kind nicht mal beaufsichtigt haben bzw. Es sich selbst überlassen haben. Hier muss man aber auch sagen, dass diese Kinder nach Aufmerksamkeit verlangten.
Es gibt ja auch Kids, die das eher nicht wollen. ;)

Vielen Dank für eure Antworten ^^
ich war jetzt über ne Woche weg und konnte nur immer wieder lesen, aber am Handy tippen ist doch eher meeeehhhhh <.<

Es beruhigt mich ungemein, dass es eben auch Eltern bzw normale Menschen gibt, die nicht zwingend in meiner Rolle als Planer stecken aber eben doch einen etwas aufgeklärteren Blick auf Sicherheitsbedenken von Eltern haben.
Auch wenn ich bei euren berichten mit den Helikopter Eltern und den “Helikopter-wenn-man-jemanden-zum-verklagen-findet-eltern” (ich weiß nciht wie ich die beschreiben soll, die eigentlich nicht aufpassen und dann erst im richtigen Moment die Anwaltkarte zücken) echt schlucken musste.
Scheint ja leider trotz der Meinungen hier im Forum doch so einige Personen zu geben, bei denen man sich als Spielplatzbetreiber Sorgen machen muss.

Im Studium noch hatten wir so schöne Beispiele von Kinderspielplätzen bei denen versucht wurde alles natürlich zu gestalten. Da wurden Bachläufe erstellt mit Findlingen wo man drüber hüpfen konnte und das Wasser konnte man sich via Archimedischer Schnecke etc pp hoch in den Matschbereich holen. Da wurden Baumstämme wie Mikadostäbe übereinander geschichtet, Weidentunnel, Kletternetze etc pp…
Ein Satz unserer Dozentin damals lautete “Gefahren, die Kinder einschätzen können, dürfen in Maßen auch auf Spielplätzen vorkommen” damit meinte sie eben diese Beispiele. Wenn ein loser Baumstamm herumliegt, der ein bisschen wackelt, dann besteht die Gefahr runter zu fallen, aber diese Gefahr erkennt ein Kind. Spätestens nach dem ersten Fall. Eine Gefahr die das Kind nicht erkennen könnte, wenn es zb rutschen will und die Kordel sich oben irgendwo zwischen den Brettern verheddert, gehört nicht auf den Spielplatz. (rostige Nägel und gerissene Schaukelketten gehören ebenso dazu, das würde in den Fällen in die Unterhaltspflicht des Spielplatzbetreibers fallen).
Die Einstellung fand ich wunderbar. Genauso wie auch bestimmte Pflanzen angepriesen wurden, die hohen Spielwert haben. Vielleicht kennt jemand noch Knallerbsen, oder den Blasenstrauch, Ahornsamen oder Kastanien.
Im Prinzip ist wirklich alles irgendwo giftig, hart, wirft Laub oder ja auch diese unmöglichen Tiere können sich in die Baumkrone setzen und mal kacken. Sorry, aber diese Aufzählung entnehme ich meiner bisherigen Planererfahrung.
Aber wenn der Spielplatzbetreiber nicht eine etwas ambitionierte Privatperson mit Herz für Kinder ist dann scheinen wir leider das Pech zu haben diese coolen Spielplätze nicht zu bekommen. In den öffentlichen Bereichen sorgt man sich zuerst darum wo die Schuld liegt bevor das Kind verarztet wird.

Eure Erfahrungen, dass Spielplätze eher geschlossener werden als auch eben etwas offener hängt ein bisschen mehr mit den Personen in den Ämtern zusammen, die jeweils ihre eigenen Meinungen dazu vertreten.
Für eine geschlossene Röhre spricht eben die Fallsicherheit, fürs transparente Design mit Hängebrücke spricht die bessere Möglichkeit der Aufsicht.
Da braucht man einfach Glück zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu wohnen.

Letzten Freitag habe ich die Meinung eines Sicherheitsprüfers für Spielplätze gehört, der mir dann doch einen kleinen Aufschwung gegeben hat “Gefahren in bestimmten Maßen sind pädagogisch wertvoll und sogar auf Spielplätzen gewünscht!” Es ging im speziellen Beispiel um die Kante eines Steines, die eben “natürlich” und nur grob mit dem Hammer abgestumpft war. Also so dass man sich nicht dran schneidet. Die Meinung des öffentlichen Vertreters war, dass der Stein abgerundet gehört wegen Verletzungsgefahr.
Wobei ich daneben stand und mich selbst gefragt hab ob die Gefahr nicht grundsätzlich gegeben ist, wenn man sich den Kopf auf einem Stein aufschlägt.

Ich wollte nie Gummizellen für Kinder planen, manchmal habe ich aber das Gefühl dass ich das müsste…
Aber immerhin sehen das ja nicht alle so mit den Spielplätzen und sind wohl auch eher traurig, dass die alten Abenteuerspielplätze so langsam weichen müssen