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Geschlechterrollen und Labels? - Nicht jeder will sich festlegen

Holla, da kann man gefährliche Sachen raus lesen. Das kann man doch jetzt nicht so unkommentiert im Raum stehen lassen. ^^;

Rassismus und Sexismus existieren ja aber nun mal trotzdem, daher haben betreffende Personen wahrscheinlich in ihrem Leben bis zu dem Zeitpunkt nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten gehabt wie besagte weiße Männer. Wenn man im Leben nicht gegen extra Hürden kämpfen muss und in einer Familie groß wird, die genug Geld hat um einen teuren Unibesuch zu bezahlen bzw. leichter einen Kredit abbezahlen kann, dann ist es kein Wunder, dass man einen Vorteil gegenüber Menschen hat, die nicht in solche Verhältnisse geboren wurden. Dann hat man natürlich auch einen Vorteil bei Bewerbungen. (Ist jetzt natürlich sehr vereinfacht ausgedrückt.)

Für mich zeigt die Studie dann eher die mangelnde Chancengleichheit auf und ist ansonsten ja nicht unbedingt aussagekräftig. ^^; (Und ich fänds da jetzt verdammt gefährlich da raus zu interpretieren, dass Weiße oder Männer oder beides jetzt generell besser sind. :flushed:)
Vor allem wenn man sich anguckt wie das Bildungssystem der USA so funktioniert. Ohne dich massiv zu verschulden kommst du ja als Normalsterblicher nicht wirklich an eine vernünftige Uni und da ist es jetzt kein Wunder, dass nicht Weiße, welche systematisch diskriminiert wurden und noch werden oft weniger für ihre Kinder ermöglichen können. Zumal die Ausbildung als zweiter Weg ja so in den USA nicht existiert.

Hast du zufällig den Link zur Studie?

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Finde das passt hier auch gut hinein.

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@Bonsai
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr genau, wo ich über die Studie gelesen habe. Bei Spiegel oder Heise, glaub ich. Ist auch schon über ein Jahr her. Ich weiß auch nicht mehr obs ne offizielle Studie einer Universität oder so war oder eine Eigenstudie eines Konzerns. Jedenfalls ging es wohl darum ein faireres Ergebnis bei der Auswertung von Bewerbungen durch eine KI zu erzielen.
Ein großer Faktor war bei der (unfairen) Auswertung wohl die Entfernung vom Wohnort zum Arbeitsplatz. Leute mit mehr Geld, also meist Weiße, lebten weiter im Zentrum und ärmere, oft Schwarze, eher außerhalb. Auch die Mitgliedschaft in irgendwelchen Clubs oder Vereinen, die in den USA ja oft hoch angesehen werden, haben eine entscheidende Rolle gespielt. Die KI hatte als Grundlage eben nur angenommene und abgelehnte Bewerbungen bekommen, die zuvor, unter Einbeziehung von Geschlecht und Hautfarbe/Herkunft von Menschen ausgewertet wurden. Zwar hatte man diese Infos rausgenommen, aber Wohnort und Hobbies ließen trotzdem noch indirekt darauf schließen. Und die KI hat dann einfach Schlüsse gezogen wie “Bewerber, die näher am Arbeitsplatz wohnen werden bevorzugt, Leute, die dieses und jenes Hobby haben oder in irgendwelchen Frauen-Vereinen Mitglied sind, sind weniger geeignet, etc…”
Das Experiment wurde daraufhin abgebrochen und die Leute, die das geleitet haben, haben beschlossen die KI höchstens unterstützend zur Bewerberauswahl hinzu zu ziehen.

Den genauen Artikel hab ich jetzt leider nicht mehr gefunden, aber der hier bringt die Problematik mit den KIs ziemlich genau auf den Punkt:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kuenstliche-intelligenz-der-algorithmus-ist-ein-rassist-a-1111707.htmlhttp://www.spiegel.de/netzwelt/web/kuenstliche-intelligenz-der-algorithmus-ist-ein-rassist-a-1111707.html
Eine KI kann nur mit dem arbeiten, was sie vom Menschen bekommt und wenn die Daten schon unfair gegenüber Randgruppen sind kann die KI natürlich auch nur unfaire Entscheidungen treffen.

[Edit]
Ha, ich hab das mit den Außenbezirken gefunden!


War doch nicht der Spiegel hust

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Mir ist zu dem Thema auch noch was eingefallen bzw. habe ich darüber noch mal nachgedacht, wo ich gerade die anderen Nachrichten gelesen habe, die nach meinen geschrieben wurden.
Bitte lest euch meinen Text erst zuende durch, bevor ihr Schlüsse zieht.

Ich glaube das schlimmste Problem ist das Denken der Menschheit, über Frauen, Männer, Menschenrassen etc. Solange Menschen sich von ihrem Denken und somit auch von ihren Vorurteilen beeinflussen lassen, wird es wohl leider immer Geschlechterrollen, Rassismus und Sexismus geben. Die Menschen müssten versuchen umzudenken und all diese Vorurteile aus ihrem Denken streichen. Aber das ist natürlich leichter gesagt als getan. Zum einen kann man ja niemanden irgendein Denken aufzwingen, denn die Gedanken sind frei und jeder Mensch ist sein eigenes Individuum. Wer eben sexistisch oder rassistisch ist und Geschlechterrollen gut findet, wird seine Meinung auch nicht so leicht ändern. Also im Prinzip müsste unsere Menschheit schon freiwillig umdenken wollen, denn man kann ja niemanden eine Denkweise aufzwingen, wie eben schon genannt. Zum anderen ist die Menschheit in ihrer geistigen Entwicklung ziemlich langsam, manche Länder leben gestig immer noch wie im Mittelalter und haben daher immer noch ganz komische Gebräuche und Sitten (obwohl das gar nicht nötig wäre. Selbst wenn ein Land nicht viel Geld und/oder Nahrung hat, kann man sich doch vom geisten Verstand her trotzdem weiterentwickeln, jedenfalls meine Meinung), aber selbst die First World Länder wie beispielswiese die USA, Deutschland unvm. haben gegenüber Rassen und Geschlechtern noch mehr als genug Vorurteile, obwohl es schon weiterentwickelte Länder sind.
Manche haben auch gemeint, dass man mit Gewalt die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen schaffen könnte (das könnte man genau so gut auch bei Rassismus versuchen). Möglich wäre es auf gewisse Weise schon (auch wenn das jetzt ziemlich hart klingt), indem man beispieslweise Gesetzte schafft, die Sexismus und Rassismus verbieten. Ich mein, wir in Deutschland haben ja das Gesetzt, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, aber werden Frauen und Männer trotzdem immer gleich behandelt? Nein, werden sie nicht! Genau so ist es ja auch bei den Menschenrassen, eigentlich ist Rassismus auch nicht wirklich gestattet, aber viele Menschen sind es dennoch. Es ist zwar möglich der Menschheit durch Gesetzte versuchen zu wollen etwas aufzuzwingen, aber viel bringt es nicht, da der geistige Versand und das Denken der Menschen sie dennoch beeinflusst. Und selbst wenn man den Menschen das Recht auf Meinungsfreiheit nehmen würde und ihnen aufzwingen würde, dass sie nicht sexistisch oder rassistisch sein dürfen, würde das nicht viel bringen, weil die Menschen innerlich dennoch ihre Vorurteile hätten und auf eine gewisse Art und Weise würden diese trotzdem immer wieder durchbrechen, wenn auch vielleicht unterbewusst.
Also mein Fazit wäre daraus, dass unsere Menschheit von selbst aus offen dafür sein müsste Änderung zuzulassen und demnach auch von selbst aus ihre Denkweise über Männer, Frauen und Rassen ändern möchte. Ansonsten wird es wohl immer so sein, dass es Vorurteile gibt, dass Menschen rassistisch sowie sexistisch sind und die Geschlechter in Rollen aufteilt.
Und ja ich weiß, dass es stellenweise ziemlich hart klingt, was ich hier geschrieben habe, aber anders kann ich es leider nicht ausdrücken.

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Es ist wirklich irre interessant wie unterschiedlich die Dinge aufgenommen werden teilweise.
Anders als @GruenerTee empfinde ich die feministische Bewegung beispielsweise absolut nicht Männerfeindlich, eben weil in meinen Augen die RICHTIGE Bewegung für die Gleichstellung einsteht, und nicht für die Bevorzugung der Frau.
Natürlich gibt es jetzt Frauen, die unter diesem Label los ziehen und über Männer “herfallen”, aber sie sind für mich sowieso nicht ernstzunehmen.
Es gibt Ungleichheiten auf beiden Seiten, das merkt man prominent bei Berufen und auch Familienalltag immer wieder. Bist du als Papa allein unterwegs mit deinem Kind und willst es wickeln? Gut, vllt wenn man dich auf die Frauentoilette lässt oder du in einer Drogerie Glück hast.
Männer als Erzieher sind zB genau so problematisch wie Frauen als Piloten oder ähnliches.

Für mich persönlich ist klar, das beide Geschlechter (oder eben alles dazwischen, je nachdem wie und OB man sich einordnen lassen möchte) die gleiche Position belegen sollten und das bedeutet für mich Feminismus.
Aber davon sind wir weit weg.

Ich danke übrigens @Ariana noch rasch, weil ich bisher auch immer dachte, dass diese neutralen Begriffe reine Zeitverschwendung sind bei all den Sachen, die wirklich wichtig sind. Deine Beiträge haben mich ein wenig umdenken lassen und ich werde mich jetzt mit einem anderen Blick noch einmal damit auseinander setzen :)

Ich wäre übrigens auch gegen gemeinsame Kabinen, weil auch ich Hemmung und “Sorge” hätte wegen Männern, die sich evllt dann komisch aufführen könnten.
Damit will ich eigentlich nicht sagen, dass der Mann prinzipiell ein Täter ist, aber bei meinem mangelnden Gefühl an Sicherheit hinterfrage ich natürlich trotzdem meine Einstellung dazu. Ist das von mir sexistisch wenn ich als Frau da Angst hätte?
Ich würde so eine Toilette nutzen, aber mich nicht mehr so wohl fühlen.
Fun-Fact: Beim Babyschwimmen gab es große Wickelumkleiden für alle Mamis mit Babys, und da waren natürlich oft auch die Väter dabei. Witzigerweise war es hier okay für mich und nicht störend, das sowohl sie als auch ich uns da nackig machen “müssen”. Wahrscheinlich weil wir irgendwie ja “im gleichen Boot” waren als Eltern, mit gemeinsamer Aktivität mit den Kindern…XD

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@Muukster: Find ich sehr schön geschrieben. Ich habe auch nicht ganz verstanden, warum manche der Annahme waren, dass Feminismus männerfeindlich ist (abgesehen von den Feministinnen, die nicht mehr für Gleichheit bzw. Gleichberechtigung kämpfen, sondern die Männer fertig machen wollen, was ich aber auch schrecklich finde). Ob Mann oder Frau, wir sind doch alles Menschen und jeder von uns möchte gerecht behandelt werden und zu einer gerechten Behandlung gehört für mich auch eine gleiche Behandlung. Wenn man dem anderen Geschlecht gegenüber nicht gleich behandelt wird, wäre es für mich auch nicht mehr gerecht, denn dann zieht man ja wieder irgendeines der Geschlechter vor und das wäre ja nicht gerecht. Jedenfalls meine Meinung.
Und ja das stimmt, Männer in Frauenberufen werden auch nicht so gerne gesehen, wobei ich aber allgemein das Gefühl habe, dass man Männer in Frauenberufen doch noch mehr anerkennt, als Frauen in Männerberufen. Also das bedeutet, dass wenn beispielsweise ein Mann Friseur, Kosmetiker, Visagist oder der Gleichen werden möchte, dass er dann noch etwas besser angenommen wird, als wenn eine Frau beispielsweise Bauarbeiterin, Mechatronikerin, Autoverkäuferin oder Ähnliches werden möchte. Ich glaube das Problem ist da wieder, dass man dem Mann allgemein noch mehr zutraut als der Frau. Wenn ein Mann ein Frauenberuf machen möchte, kommt es vielen zwar unüblich vor, aber man denkt sich halt, wenn er will, dann soll er es halt versuchen. Bei Frauen hingegen, die einen typischen Männerberuf machen möchten, denkt man sich oft, dass sie ja eine Frau ist und das vermutlich eh nicht schafft, weil sie zu schwach ist oder die Logik nicht dafür hat oder was auch immer. Jedenfalls habe ich da schon meine persönlichen Erfahrungen mit gemacht. Ich wollte eigentlich auch mal einen Männerberuf machen, aber ehe ich mich überhaupt bewerben konnte, wurde ich schon im Vorfeld abgelehnt. Ich wollte mich als Malerin bewerben und habe bei vielen verschiedenen Malerfirmen angerufen, ob ich ein Praktikum bei ihnen machen kann um erst mal schauen, wie der Beruf ist und ob er etwas für mich ist. 30% der Firmen haben mir schon gleich im Vornherein gesagt, dass sie keine Frauen nehmen (also brauchte ich gar nicht erst das Praktikum antreten) und die restlichen Firmen (70%!) haben einfach den Höhrer aufgelegt, nachdem sie hörten, dass eine Frau bei ihnen Praktikum machen möchte, OHNE sich zu verabschieden! Mein Herz war in dem Moment mehr als gebrochen! Ich habe in meinem Freundeskreis ein paar Männer, die Friseur lernen wollten und die haben entgegengesetzt zu mir wiederum eine Chance auf eine Ausbildungsstelle bekommen, obwohl Friseur eigentlich als Frauenberuf gild. Ich fand das alles mega unfair! Ein Mal bin ich glücklicherweise bei einer MALERMEISTERIN gelandet, die eine eigene Malerfirma hatte! Aber sie konnte mich leider nicht als Praktikantin nehmen, da sie selber zu viel unterwegs war und hätte daher keine Zeit für mich gehabt. Nun bin ich Zahntechnikerin geworden, auch ein Beruf, wo es mehr Frauen als Männer gibt, also quasi ein halber Frauenberuf. Ich selber fühle mich ja weder männlich noch weiblich oder wenn beides, von daher tut es mir besonders weh, wenn man mich in die Rolle der Frau drängen möchte. Zwar bin ich äußerlich weiblich, ja, und ich akzeptiere es auch, wenn man mich als “sie” oder “Frau” bezeichnet, aber ich komm mit diesen aufgezwungenen Geschlechterrollen und diesem Denken dahinter leider gar nicht klar ^^".
Das man quasi nur auf Frauentoiletten (oder ab und an auch in Drogerien) die Möglichkeit hat sein Baby zu windeln finde ich auch ungerecht. Zum einen ist es gegenüber den Männern ungerecht, weil sie ja nunmal auch mal alleine mit dem Baby unterwegs sind und zum anderen wird es wieder in Geschlechterrollen gestopft. So nach dem Motto: “Frauen sind ja diejenigen, die auf die Babies bzw. Kinder allgemein aufpassen, daher werden die Windelmöglichkeiten auch nur in den Frauentoiletten untergebracht. Männer haben damit ja eh nichts zu tun bzw. sollen damit auch Nichts zu tun haben.” Eine Frechheit sowas, gegenüber beiden Geschlechtern!

Was die Toiletten betrifft, hätte ich eigentlich kein Problem mit Unisex-Toiletten, aber ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn man sowas nicht mag. Selbst wenn man so wie ich wäre und sich weder richtig weiblich noch männlich fühlt, hat man irgendwo doch seine gewissen privaten Bedürfnisse und man möchte einfach nicht, dass einem jemand abspannen könnte, wenn man weiß, dass diese Person dahinter vielleicht irgendwelche sexuellen Gedanken haben könnte. Selbst wenn die Person einen nicht angrabscht oder der Gleichen, ist es einfach unbehaglich. Wenn die Leute nicht diese sexuellen Gedanken haben würden, die einen gewisser Maßen als Frau Angst machen können, wäre es mir sogar völlig egal, ob mich ein Mann anschaut, wärend ich nackig bin. Weil dann wüsste ich ja, dass der bloß mal so guckt, aber keine Hintergedanken dabei hat.

Sorry wegen des langen Textes °XD. Aber deine Nachricht hat mich einfach an so vieles erinnert, da musste ich das einfach mal niederschreiben °XDD.

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@StarChild93

Das sind dann für mich auch schlicht keine Feministinnen wenn sie nur Männer bashen wollen :confused:

Was die Berufe betrifft: Bist du dir da ganz sicher? Gerade mein Beispiel von Mann als Erzieher - viele Eltern wollen es schlicht auch GAR NICHT, weil sie direkt Angst haben vor sexuellen Übergriffen. Das ist extrem traurig und schade, weil ich denke, das ein männliches Vorbild gut und wichtig ist. Gerade wenn heute viele Kinder nur noch bei Mama leben.
Den Männern wird es hier unmöglich gemacht den Beruf auszuführen, wo sie evllt eine Passion drin sehen.

Deine Erfahrung ist natürlich auch sehr bitter :/

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… Männliche Erzieher dürfen in einigen Kitas Tätigkeiten wie wickeln und waschen nicht übernehmen und in der schulischen Ausbildung werden sie systematisch rausgekelt.

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@Muukster: Ich selber kenne sogar Männer, die Erzieher sind, aber ich verstehe auch gut, was du meinst. Es ist tatsächlich so, dass es viele Menschen (egal ob männlich oder weiblich) gibt, die Männer nicht gerne in solch einen Beruf sehen wollen, eben weil sie denken, dass die Männer ihren Kindern gegenüber sexuell werden könnten. Das sind aber auch mehr Vorurteile als alles andere, denn die Ausbildung zum Erzieher ist wirklich hart und ich denke nicht, dass ein Mann nur Erzieher lernt um sich letztendlich an den Kindern zu vergreifen °XD. Ich selber sehe es ja genau so, ich wäre auch dafür, dass mehr Männer solch einen Beruf machen, denn sie sind ein guter Gegensatz zu den Frauen und so haben die Kinder eine Frau UND einen Mann als Vorbild und nicht nur die Frauen! Vielleicht liegt es auch nur an meinen Erfahrungen, weswegen ich es so sehe, dass Männer in Frauenberufen dennoch besser aufgenommen werden, als Frauen in Männerberufen.

@Arvensis: WOW, das ist ja echt krass O_O! Das ist ja richtig gemein! Die armen Männer!

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Exakt, und deswegen denke ich, das auch Männer in klassischen Frauenberufen nicht besser dran sind als umgekehrt.

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Zum Thema Männer und Erzieher fällt mir gerade eine Geschichte ein.
Der erste Gitarrelehrer meines Bruders hat sich irgendwann als schwul geoutet und daraufhin seinen Job verloren. Weil man kann es ja nicht riskieren, einen schwulen Mann Burschen unterrichten zu lassen (lustigerweise war es kein Problem, ihn vorher Mädchen unterrichten zu lassen). Es gab auch keinerlei Beschwerden oder sonst was gegen ihn, es war einfach: schwuler Mann - geht nicht.

Er hat später glücklicherweise in einer anderen Musikschule einen Job gefunden, aber ich fand das damals ziemlich übel.

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Der springende Punkt ist einfach nur, daß die typischen Frauenberufe seltener für Männer erstrebenswert sind, da sie ausnahmslos unterbezahlt werden. Während handwerkliche Berufe durchaus gut Geld einbringen können. Gerade in größeren Firmen

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Ich versteh eigentlich gar nicht, warum Frauenberufe so unterbezahlt sind. Es ist ja nicht so, dass Frauenberufe weniger Mühe und/oder Geduld kosten, als die Berufe von Männern O_o. Anstrengend sind Frauenberufe auch, sogar sehr! Auch wenn diese Berufe vielleicht nicht ganz so körperlich anstrengend sind wie Männerberufe, dafür schlagen Frauenberufe enorm auf die Psyche und das ist genau so anstrengend wie körperliche Arbeit, da eine kaputte Psyche den Menschen genau so kaputt macht wie körperliche Belastung.
Selbst wenn eine Frau und ein Mann den selben Beruf machen, verstehe ich nicht, warum Männer besser bezahlt werden als Frauen, jeder gibt sich doch Mühe möglichst gut zu arbeiten und oftmals kenne ich es sogar so, dass Frauen meist motivierter beim Arbeiten sind als Männer (auch durch eigene Erfahrungen). Nur weil Frauen körperlich nicht so stark seien oder sind wie Männer, heißt es ja nicht automatisch, dass sie deswegen schlechtere Arbeit leisten. Man kann sich als Frau ja rein theoretisch auch Muskeln antrainieren, wenn man das denn möchte.

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Das ist auch ein interessanter Punkt, das stimmt. Aber ich denke, ähnlich wie Frauen, die sich dann doch für den Beruf entscheiden, ist der Fakt allein nicht abschreckend

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Ich wollte mich noch einmal äußern mit ein bisschen mehr Bezug (?) zum Anfangspost.

Ich persönlich empfinde die Einteilung in Geschlechter nicht unnötig, aber ich kann auch nicht erklären woran es liegt. Unnötig finde ich aber, alles und jeden immer definieren zu MÜSSEN. Wenn jemand sich nirgends einordnen kann/will, ist das in Ordnung für mich.

Ich selbst bin gerne eine Frau. Vor 10 Jahren war ich in der typischen “bloß kein echtes Mädchen sein”-Phase, da war es mir sehr wichtig zu betonen, wie burschikos ich bin XD
Keine Röcke, bloß keine Kleider, niemals. Mittlerweile mag ich alles ganz gern, um meine feminine Seite raus zu kehren, aber ich muss auch nicht. Auf jeden Fall definiere ich mich natürlich nicht über mein Geschlecht. Das ist ein Teil von mir aber das ist nicht alles.

Wie tief aber dieses ganze Kategorisieren auch bei mir verwurzelt ist, wird mir bewusst bei meinem Kind.
Ich habe einen Sohn und mir immer vorgenommen, das ich im Leben nicht irgendwelche Schubladen bedienen möchte. Würde man mich fragen, würde ich behaupten das ich ihn da ganz offen erziehe.
Natürlich darf er spielen, womit er möchte. Aber wenn ich einen Blick in seinen Kleiderschrank werfe, dann entdecke ich überwiegend blaue Sachen.

Klar, viele Dinge bekommt er geschenkt von Familie und ich könnte behaupten, das es in der Jungenabteilung hauptsächlich eben “typische Jungenklamotten” gibt. Aber stimmt das?
Ich kann jedenfalls nicht mit Sicherheit sagen, das ich nicht doch zumindest unbewusst die Rolle erfülle, auch wenn ich mich dagegen sträube und ausspreche.

Wegen dem Thread habe ich auch über seine Interessen nachgedacht. Er ist erst knapp über einem Jahr alt, aber für mich ist klar das er sich sein Hobby aussuchen darf (Sport, Tanzen, Singen, Malen…was immer ihm halt gefällt)
Jetzt aktuell liegen seine Interessen bei Tiere, vielleicht auch weil es eben meine Interessen sind XD
Unter den Tieren hat er Lieblinge, wie Elefant, Zebra, Hai und Tiger.
Welches Tier unterstütze ich besonders? Den Hai. Ich weise ihn hier besonders häufig auf Bilder hin oder kaufe bevorzugt Artikel mit Hai-Motiven, und das nicht, weil ich den Hai aus dem Pool auch am Besten finde. Hätte ich meiner Tochter genau das gleiche Tier so vorgehalten? Ich weiß es nicht :thinking:

Ich will damit eigentlich nur sagen, das ich mich (eigentlich) für aufgeklärt halte und rein vom Kopf her ist das alles für mich kein Thema. Aber ich glaub, unbewusst ist so vieles so tief drin, das man es gar nicht mehr immer so wahr nimmt.

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Dem kann ich nicht unbedingt zustimmen.
Ja Friseurin ist wohl nicht anstrengeder als auf dem Bau, aber so ein Manager hat es körperlich weniger hart als eine Krankenpflegerin

Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, dass ich in solchen Labels und Rollen denke.
Ganz schlimm ist irgendwie das “Der Mann ist der Boss”. (Nicht von der Frequenz, sonder der Konsequenz)
Selbst beim Friseur. Ich hab mich dabei erwischt, wie ich die, die da arbeiten alle so angeschaut hab und später ist mir dann aufgefallen, dass ich irgendwie den Kerl der da war, als den Chef angenommen habe, ohne wirklichen Grund. vielleicht lag es daran, dass er mich an der Kasse beraten hat, aber ich glaube, wenn es eine Frau gewesen wäre, dann wäre ich nicht sofort davon ausgegangen, dass sie die Chefin ist.
Als ich bei ner anderen Friseurin war, bei der nur Frauen waren hab ich nach meinem ersten Besuch niemanden einfach als Chefin angenommen… das gibt mir irgendwie zu denken und ich bin mir auch nicht sicher, was ich dagegen tun soll.

Kennt ihr da vielleicht irgendwie eine Möglichkeit, oder habt ihr da schonmal ähnliches bei euch bemerkt? Dass ihr unbegründet irgendwas angenommen habt? (speziell bei dem Thema jetzt: nur wegen des Geschlechts?)
Wenn ihr nach dem Weg fragt, wen würdet ihr da zum Beispiel lieber fragen?
Ich will die Antwort auch garnicht unbedingt hören, weil in der öffentlichkeit muss man da natürlich was antworten, was nicht sexistisch ist. Aber man kann das denke ich mal für sich beantworten und überlegen.

Ein bisschen hab ich ja schon mitbekommen, viele fühlen sich unwohl mit unisex toiletten, weil sie Angst vor männlichen Spannern haben. Warum ist es nicht so schlimm von einer Frau bespannt (ist das das richtige Wort?) zu werden? Sie kann ja auch sexuelle Hintergedanken haben und euch möglicherweise überwälitgen?
Warum ist es in den Köpfen der meisten noch drin, dass Frauen nicht vergewaltigen können, bzw. warum ist potenziell jeder Mann automatisch tatverdächtiger als eine Frau bei der Sache?

(Das soll kein Angriff auf Leute sein, die gegen Unisex Toiletten sind - das war eher eine Überleitung, bzw. mein Gedankenanstoß)

Warum gelten Frauen als Einfühlsammer und Männer als Führender?
Und was kann man da - auch ganz persönlich - dagegen tun?

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@MiniDrachin: Ja stimmt, Manager ist tatsächlich nicht so körperlich anstrengend, aber ist der Manager denn tatsächlich so ein typischer Männerberuf? Das ist mir selber noch gar nicht aufgefallen bzw. mir noch gar nicht in den Sinn gekommen. Aber ich schätze das mit dem Manager war auch nur ein Beispiel für Männerberufe, die körperlich nicht so anstrengend sind. Ich bin jedenfalls so oder so dagegen, dass Frauen weniger Geld verdienen als Männer, egal in welchen Beruf auch immer.

Ich kann da @Muukster und dir MiniDrachin auch nur zustimmen, unterbewusst denken viele von uns noch in Labels oder Geschlechterrollen, selbst wenn wir dies eigentlich nicht wollen oder auch nicht bewusst wahrnehmen. Ich schätze vieles ist im Verstand unserer Menschheit schon so stark verankert, dass man einfach von diesem Denken gar nicht mehr richtig loskommt, obwohl man keine Vorurteile haben möchte und auch gar nicht so denken möchte. Denn selbst wenn man rein theoretisch nicht von seinen Eltern zu irgendeine Geschlechterrolle erzogen wird, sieht man es schon als kleines Kind in den Medien, wie Männer und Frauen sein sollen, welche Berufe sie lernen sollen unvm. Und selbst in der Schule werden einen schon indirekt Geschlechterrollen beigebracht, auch wenn nicht bewusst, egal ob von den Lehrern oder den Mitschülern bzw. selbst die eigenen Freunde spielen da auch eine große Rolle. Schon als kleines Kind nimmt man sich Beispiele an der Umwelt und dem Verhalten der Menschen und passt sich dem an, auch oft unbewusst. Daher meinte ich auch in einer meiner Nachrichten, dass die Menschheit versuchen müsste umzudenken, um diese Vorurteile aus ihren Gedanken zu streichen (halt aber nicht aufgezwungen, ist ja klar, die Menschen müssten das schon freiwillig wollen). Und das eben Genannte wäre auch meine Antwort darauf, was man gegen solche Geschlechterrollen-Denkweisen machen kann. Aber sowas ist natürlich viel leichter gesagt als getan, weil die Menschheit schon seid zwei jahrtausenden an sexistische Denkweisen sowie Geschlechterrollen gewohnt ist ^^".

Manchmal erwische ich mich auch dabei, dass ich Männern und Frauen bestimmte Sachen zuspreche. Beispielsweise habe ich auch noch unterbewusst dieses Denken in mir, dass Männer eher noch Triebtäter sein können und Frauen vergewaltigen würden, statt umgekehrt. Aber bei mir hängt es nicht damit zusammen, dass ich dabei automatisch sexistisch denke, sondern weil man so oft in den Medien Berichte ließt, sieht und hört, dass Männer (wieder) eine Frau oder ein Kind vergewaltigt haben. Man hört ja fast gar nicht oder wenn exteeeeem selten davon, dass mal eine Frau einen Mann oder ein Kind vergewaltigt oder sexuell belästigt hat. Daher wird dann automatisch mein Denken auch in die Richtung geprägt, dass Männer die schlimmeren Triebtäter sind, auch wenn ich das gar nicht möchte und auch wenn ich eigentlich weiß, dass die Medien gerne Dinge größer aufziehen, als sie eigentlich sind. Vermutlich gibt es auch so einige weibliche Triebtäter, aber von denen wird ja nicht berichtet, weil die Medien vermutlich die Männer lieber als solches darstellen wollen und die Frauen hingegen als unschuldige, schwache Wesen, die sich ja nicht wussten zu verteidigen gegen diesen ach so bösen Mann (Und dabei war die Wahrheit vielleicht ganz anders. In Wirklichkeit wollte vielleicht die Frau den Mann vergewaltigen, aber weil man einer Frau sowas ja nicht zutrauen würde, haben sie den Mann als Triebtäter dargestellt, könnte ja auch so möglich sein).
Aber so im Allgemeinen denkt man tatsächlich unterbewusst, dass Frauen eher sanfter und liebevoller sind, Männer hingegen schroffer und durchsetzungsfähiger, wie gesagt, weil es einen schon so von ganz klein auf von der Gesellschaft eingeprägt und beigebracht wurde.

Ich finde es ja ehrlich gesagt ein wenig schade, dass wir hier gerade nur Frauen sind, die über das Thema diskutieren (jedenfalls ist es mir nicht bewusst, sollte doch ein Mann mit an diesem Thema beteiligt gewesen sein). Denn so hört man leider nur die Seite der Frauen, aber man hört nicht, wie die Männer darüber denken :/.
EDIT: Mir ist natürlich schon klar, dass wir hier auf kk.de viel mehr Frauen als Männer sind und daher bisher noch kein Mann mitdiskutiert hat °|D.

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Prinzipiell möchte ich hier nicht zu allem etwas sagen, nur speziell meine Gefühle wegen den Unisex Toiletten äußern.
Im Grunde genommen habe ich nichts dagegen, So lange es ein abgetrennter Raum ist, in dem nur eine Person auf einmal ist.
Aber ein Raum mit mehreren Kabinen wäre für mich gefühlsmäßig einfach ein No-Go. Ich weiß dass nicht alle Männer gleich Triebtäter sind, trotzdem wäre es mir unangenehm. Das beruht auf persönlichen Erfahrungen die ich gemacht habe. Tatsächlich hatte ich auch schon ein Erlebnis mit einer übergriffigen Frau (die weitaus penetranter war als alle Männer die ich bisher kennen gelernt habe), aber in der Masse waren die Männer einfach das Problem.
Das hat auch nichts damit zu tun welchem Geschlecht ich mich selbst zugehörig fühle.

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Ich glaube auch ein großes Problem ist, dass die akzeptanz als Frau vergewaltigungsopfer zu sein hörher ist, als als Mann.
Was nicht heißen soll, dass es für eine Frau okay ist vergewaltigt zu werden. Viele Vergewaltigungen werden nicht gemeldet oder zugegeben aus Angst vor Gesellschaftlicher ausgrenzung. Aber die dunkelziffer bei Vergewaltigung von Männer ist ziemlich sicher höher als die der Frauen.
Vorallem bei Vergewaltigungen innerhalb eine Partnerschaft sind - wenn ich mich grade nicht vertue - an die 100% vergewaltigte Frauen.
Einfach weil du es als Mann garnicht zugeben darfst, dass deine Partnerin dich vergewaltigt.
Oft haben Männer dann zusätzlich mit “ach das ist doch schön, hab dich nicht so” oder “kann man als Mann überhaupt von einer Frau vergewaltigt werden” zu kämpfen, was der Frau ja quasi “erspart” bleibt.

Daran sind nicht auschließlich die Medien Schuld (aber durchaus auch)

Die - mit Bitterkeit zu “genießende” - positive Seite daran ist immerhin, dass durch dieses Rollebild bei dem Thema Frauen immerhin nicht so leicht auf die Idee kommen Vergewaltigen zu können.
naja.

zum Thema Gender Pay gap hab ich ein informatives Viedeo hier, dass ich empfehlen kann

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@MiniDrachin: Ja, da stimme ich dir zu. Ich denke ja auch nicht, dass nur die Medien an diesem Bild zwischen Mann und Frau schuld sind, was Vergewaltigen betrifft. Das mit den Medien war auch nur ein Beispiel von mir.
Mehr fällt mir zu dem Thema Vergewaltigung dann auch nicht mehr ein, weil du selber auch eigentlich schon alles gesagt hast und ich würde deine Aussage nur wiederholen, wenn ich noch was dazu schreiben würde °xD. Mir tuen in dem Fall nur die Männer leid, dass es bei ihnen nicht anerkannt wird, wenn sie auch mal die Opfer eines sexuellen Übergriffes sind.

Übrigens danke für den Link zu dem Video. Ich habe es mir mal angeschaut und es war sehr interessant sowie spannen. Ich habe mir danach auch noch 2 andere Videos zum Thema Geschlechter von der Person angeschaut. Sie erklärt es wirklich gut, ist aber auch sehr geschult, das merkt man ihr schon an, wenn man sie nur reden hört ^^.

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