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Froh sein, Arbeit zu haben?

Japp, Ausrede. Dann mochten die mich nich wegen meiner hässlichen Männerfresse, jedenfall hab ich hier ungezählte Absagen von GaLabaubetrieben, die mich alle nicht wollten.
Fühle dich bitte nicht angegriffen, ich habe wörtlich gesagt, dass es nach einer Ausrede klingt, nicht, dass es unbedingt so sein muss. Außerdem muss es nicht an deiner "hässlichen Männerfresse" (ich zitiere hier nur dich, dieser Ausdruck stammt nicht von mir, denn ich würde solche beleidigenden Worte nicht benutzen) liegen, sonder vll haben die generell im Moment wenig Stellen zu vergeben, oder es war einfach ein anderer Bewerber besser als du. Da muss man nicht damit argumentieren, dass du eine Frau oder "hässlich" bist. Ich hoffe auch, dass du dich selber nicht so siehst :(

Natürlich kann man innerhalb der EU auswandern und Geld oder andere Leistungen bekommen, das ist ja auch nur legitim, das Problem war nur, dass die junge Frau dort einen anderen Beruf nachgegangen ist. (hab meinen Post nochmal gelesen und vergessen das zu erwähnen). Dann ist die Sache natürlich anders, denn dass ist erschleichen von Leistungen.

Und dass das Amt nix gemacht hat, weil wegen *never change a running System* klingt ein wenig so, als hättest du Nelias Beitrag nicht gelesen: die haben einfach nicht die Ressourcen dazu. Wahrscheinlich hatten die die Dame ewig auf dem Schirm, aber dazu noch unzählige andere, die sie erstmal abklären mussten.
Ich hab schon einen Überblick über dieses Thema ud habe alle Beiträge gelesen, du hast mich einfach nur missverstanden: "never change a running system" war auch eher sarkastisch gemeint, als wirklich ernst, denn warum das Amt dagegen nichts unternommen hat, weiß ich nicht. Vll sind die Akten vom Tisch gefallen oder es waren zu wenig Leute, um sie zu bearbeiten, keine Ahnung.

@Kageko
Als hohle Floskel habe ich es nicht kennengelernt, denn meine Personalchefin verriet mir, dass Frauen einfach gerne in handwerklichen Berufen gesehen sind, weil sie umsichtiger arbeiten, nicht so risikofreudig sind und oftmals positiv für das Arbeitsklima auffallen. Dasselbe habe ich nun auch schon in dem Tischlereibetrieb eines Freundes gehört.

Aber prinzipiell würde ich mich davor hüten, nur weil jemand 100 Absagen zu 100 Bewerbungen erhalten hat, das als faule Ausrede zu bezeichnen. Manchmal ist die Situation einfach … Mist.
Ich glaube kaum, dass von 100 Bewerbungen alle Absagen kamen, nur aufgrund dessen, dass man eine Frau ist. Entschuldigung, aber das klingt doch sehr dramatisch. Das vll ein paar wirklich keine Frauen im Betrieb haben wollen, kann ja tatsächlich stimmen, aber doch nicht alle auf einmal.
Ich denke daher, dass es immer Menschen gibt, die arbeiten wollen, aber einfach die A.-Karte gezogen haben. Warum sollten solche Leute bestraft werden, nur weil sich manche meinen, auf die soziale Hängematte legen zu müssen?
Ich habe auch nichts dergleichen behauptet und weiß gerade nicht, was du meinst. Inwiefern bestaft?

(ich habe langsam das Gefühl, dass es sich hochschaukelt und wollte nur mal nachfragen, ob sich hier jemand angegriffen fühlt?)

@Kilala

Mit bestraft meine ich: Wenn Leute keine Leistung erhalten, weil jemand sie “für faule und engstirnige Leute, die nie etwas in ihrem Leben gemacht haben und es auch wahrscheinlich nie tun werden” hält. Das Amt hat nicht die Kapazitäten, um 6 Millionen Arbeitslose rund um die Uhr zu überwachen. Eine Reformation des Systems müsste also irgendwie 6 Millionen Bürger überwachen können, um diesem Missbrauch des Sozialsystems vorzubeugen.

“Hohle Floskel” ist es natürlich nicht, wenn eine Personalchefin dir etwas verrät. Da, glaube ich, zieht auch ein bisschen Solidarität mit Frauen. Allerdings denke ich nicht, dass man das pauschal für die gesamte (Handwerker-)Berufswelt behaupten kann.

Arbeitsuchende sind angeblich ja auch immer gern gesehen. Komisch nur, dass es 6 Millionen Arbeitslose laut Statistik gibt, andererseits aber Billiglöhner aus dem Ausland mit Kusshand empfangen werden. Von daher ist sowas in erster Linie immer eine politische Floskel/Forderung für mich. Vielleicht in 20 Jahren, wenn mehr Frauen in den Berufen gearbeitet und sich mit ihrer Eigenleistung (nicht durch Quoten-Freiplatz!) behauptet haben, ist etwas zur Normalität geworden und nicht einfach nur “gern gesehen”.

Die 100 Bewerbungen waren natürlich eine Übertreibung. Andererseits kenne ich Leute, die tatsächlich 100+ Bewerbungen rausgeschickt haben, auf die gerade mal 5 bis 10 Reaktionen kamen, davon widerum 8 Absagen und 2 Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch. (War jetzt allerdings kein Handwerkerberuf.)

Und je länger man arbeitslos ist und je älter man wird, desto wahrscheinlicher wird es, eine Absage zu bekommen.

Ich kenn das auch… ich bin im Moment auch in so einer absoluten Tiefphase.

Ich studier Grundschullehramt, frag mich immer wieder selbst wie ich denn auf diese Idee kam… es liegt nicht an den Kindern (zumindest nicht vorrangig) sondern an den Umständen:
Dem bayerischen Staat treu untergeben wenn die sagen Hopp, umziehen, dann zieht man um. Als Single ohne Kind… ist man sowieso der letzte Depp der an den AdW abgeschoben wird.
Außerdem komm ich mit meinen Mitstudentinnen nicht klar, mich nerven die ganzen unnötigen Zusatzqualifikationen und der ganze Mist tierisch an.
Dann noch die hohen Erwartungen Abschluss von 1,3 um überhaupt was zu bekommen… und dann noch die abartig hohen Erwartungen die an einen gestellt werden: Hohe Frustrationstoleranz, hohe Belastbarkeit, Arbeit zuerst, Bereitschaft auch noch Abends/Wochenende/Ferien durchzuarbeiten, immer mit voller Motivation dabeizusein… und dann eben noch das geringe Ansehen in der Gesellschaft + die Überidealisierung des Berufs von Seiten anderer.
Man sollte es nur machen wenn man 100% der Zeit, voll motiviert und sich 100% sicher ist, dass man den Job immer lieben wird. Klingt wie eine Sekte.

Daran scheitert es eben bei mir… es ist die Unsicherheit:
Ich weiß nicht ob ich nach 10 Jahren in dem Beruf immer noch glücklich damit bin und was macht man wenn man nicht glücklich damit ist? Lehrer können leider in den meisten Fällen eben nur als Lehrer arbeiten… viele erkranken an Burnout. Ich weiß nicht ob ich wirklich irgendwo im tiefsten bayerischen Hinterland arbeiten möchte. Die Vorstellung Mann, Kind, Haus mit Garten jagt mir Angst ein, weil das etwas ist was ich mir im Moment nicht mal vorstellen will. Seit einem Semester quäl ich mich mit diesen Gedanken und dreh mich immer wieder im Kreis. Immer wieder schlaflose Nächte, depressive Verstimmungen und ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist das durchzuziehen wenn ich schon während dem Studium so krasse Zweifel bekomme.
Nur was dann?

  • Studium abbrechen = Versagen, meine Mutter wirds nicht verstehen von meinem Vater käme sicher nur wieder was über meinen tollen Cousin der Mathe/Physik studiert, gerade seinen Master gemacht hat und nun promoviert… (dafür kann der Typ nichts selbst, nicht mal ohne Mami auf Fragen antworten)
  • Es durchziehen und evtl irgendwann unglücklich werden = Nein ich will nicht mein ganzes Leben damit verschwenden mich zu quälen
  • Vielleicht ist es ja irgendwo anders besser und pfeif auf Verbeamtung und setz mich ins Ausland ab. Deutschlehrer die sämtliche Qualifikationen haben um Deutschunterricht zu erteieln sollen in Asien ja gefragt sein…
  • In die Politik gehen und aufräumen? Die, die meine Werte vertreten haben leider eh nichts zu melden also sinnlos?

Für den Moment hab ich mich dafür entschieden mir erst mal Hilfe zu suchen bei dem netten Beratungsdienst, den es für solche Fälle an der Uni gibt und wenn ich mich soweit wieder gesammelt hab, dass ich bei dem Gedanken daran weder losheulen muss noch dass mir schlecht wird werd ich nochmal zum Arbeitsamt gehen und mich nochmal genau beraten lassen (ich hoffe die sind nett und nicht so halbarschig) Ich glaub wenn ich die Sicherheit habe, dass es noch alternative Beschäftigungsmöglichkeiten gibt und mehr darüber weiß könnte ich es sicher auch wieder positiver sehen. Ich brauch einfach die Sicherheit, dass es noch ein Auffangnetz gibt wenns nicht mehr geht, die Hintertür, durch die man jederzeit raus kann.

Ehrlich gesagt bin ich nicht “froh” einen Job zu haben. Ich verdiene verhältnismäßig wenig. Wenn ich sehe, dass meine faule Schwägerin sich ihren Hintern daheim für das beinahe selbe Geld vom Amt den Hintern platt sitzt ärgere ich mich schlichtweg. Da ich einen guten Schulabschluss und zwei abgeschlossene Berufsaufbildungen habe zeigt mir das Amt einfach nur den Vogel, wenn ich komme und will Geld per Post. Das meine Schwägerin so alt ist wie ich, die gleichen Ausbildungschancen hatte (sich aber wie ein Wurm drum herum gewunden hat) und schlichtweg für ihre grenzenlose Faulheit belohnt wird scheint umgekehrt niemanden zu stören. Mein Job macht mich körperlich kaputt und ist psychisch sehr anstrengend. Sicher will ich eine sinngebende Aufgabe haben, aber mit dem Spruch “Sei froh…” kann ich rein gar nichts anfangen solange eine derart große Ungerechtigkeit im deutschen System herrscht. Ich hatte zum Teil bei einem 40h-Vollzeitjob ein Gehalt weit unter Hartz IV Niveau heraus. Aufstocken konnte ich nicht, weil das Gehalt meines Mannes angerechnet wurde. Das dabei aber meine Arbeit nicht gewürdigt wurde interessiert Null (und das bei großer Verantwortung). Momentan gehts vom Gehalt her, wobei ich immer noch nur die Hälfte meines Mannes verdiene und voraussichtlich in 10 Jahren am Stock gehe. Mal sehen ob ich dann ne Berufsunfähigkeitsrente erhalte, oder ob sie mir nen 1€-Job aufs Auge drücken, den ich mit vermutlich 3 Bandscheibenvorfällen angeblich noch bewältigt kriege. Pah…

@Micchon:
Lass mich mal vermuten…du arbeitest in der Pflege?

@ Taku: Ja, wenn auch als Ergotherapeut. Aber das schließt die Pflege mit ein (und vorher habe ich als Altenpflegfer gearbeitet).

Hab mir sowas schon gedacht. Kam jetzt Ausbildungsbedingt aus dem Sozialen und bin froh, komplett das Feld zu wechseln, Studium miteinbegriffen. Hab die Ausbildung jetzt durchgezogen aber länger hätt ichs nciht ausgehalten.
Blöd nur, wenn der halbe Freundeskreis in der Pflege arbeitet und man förmlich zuschauen kann, wie sie, einer nach dem anderen, zu Grunde gehen.
Bandscheibenvorfall mit 26, aktuellstes Beispiel, und null Rückhalt vom Betrieb.
Ne, da lieber das, was ich noch vor 10 Jahren ausgeschlossen hab: schöner 8-4 Bürojob, finanzielle Absicherung für die Familie und im Alter, kein großes Risiko.

@ Taku: Wäre mir nach der Altenpflegeausbildung auch lieber gewesen, das mit dem Bürojob. Hat mich nur niemand in Ausbildung genommen. Und Studium war finanziell nicht drin. Wäre auch lieber Schreibtischtäter geworden. Mittlerweile gehe ich auf die 30 zu und bin nicht mehr gewillt ein weiteres Mal den Azubi zu mimen. Für die Ergoausbildung habe ich schon 3 Jahre für lau gearbeitet und in der Pflegeausbildung kam auch nur ein Taschengeld rum. Irgendwann reicht es auch mit der finanziellen Abhängigkeit und ständigen Flaute in der Geldbörse, zumal die Position des Lehrlings nicht gerade von Anerkennung geprägt ist -_-°.

Aber immerhin lässt mir mein Beruf (theoretisch) die Option später nochmal in nen anderen Bereich zu wechseln. Mein Traum wäre eine Stelle in ner Psychiatrie. Leider sind derartige Angebote in meiner Gegend allzu rar und wegziehen ist nicht (weil verheiratet). Ich hab nur Angst, dass ich für jeden anderen Fachbereich zu uninteressant werde, umso länger ich mich in nem Altenheim rumschlag XO. Nur bezahlen die vergleichsweise noch am besten in der Region.

Mich macht das Alles eher unglücklich. Manchmal überlege ich echt meine Ehe zu beenden, um wegziehen zu können. Würd ich nie machen, da mein Mann die Liebe meines Lebens ist. Aber die berufliche Situation treibt mich immer wieder zu diesen Gedanken. Das zermürbt mich auf Dauer…

Ich gehe davon aus, dass du mit deinem Mann schon darüber gesprochen hast. Findet er wirklich nicht woanders Arbeit, sodass ihr in eine Gegend ziehen könnt, wo auch du weiter kommst?

@Miccon:
Das is echt ne fiese Zwickmühle. Aber ich finde, die Situation als solches ist kein Trennungsgrund, wenn die Beziehung als solches funktioniert.
Ich lebe z.B. in einem ballungsgebiet für soziale/Pflegeberufe bzw Einrichtungen, auch im psychiatrischen Bereich. (WOL sollte bzw könnte dir ein Begriff sein).
Und so sehr kann niemand an seine Firma gebunden sein, dass es da keinen Ausweg gibt, wenn der Partner woanders eine Perspektive findet :)

kurzer Einwurf: Ich hab beim Land gelernt und habe eine “Treueverpflichtung”, die mich dazu zwingt 5 Jahre nach Ende meiner Ausbildung im Ländle zu bleiben, ob bei einer Kommune oder im Land ist gleich - aber anderes Bundesland ist nicht drin. Es sei denn ich wär scharf drauf meine Anwärterbezüge zurückzuzahlen ^^’
Also doch, so sehr kann man an seinen Brötchengeber gebunden sein.

Diese Treueverpflichtung gibt es nicht nur beim Land, sondern auch bei Firmen. Wenn die einem 5.000 Euro an Fortbildungen “schenken”, möchten die natürlich nicht, das man einen Monat später kündigt. Nun habe ich das Problem nicht, aber in meiner Vorfirma gab es die Konstellation.

Ich meinte eher eine Lebenslange Verpflichtung… :D
Aber stimmt, solche Fesselverträge hatte ich außer Acht gelassen aufgrund des etwas anders gelagerten Diskussionsschwerpuntkes…

Oh, hallo Ihr Lieben. Die Weiterführung der Diskussion ging an mir vorbei.
Nur um die kurze Frage, ob wir nicht woanders hinziehen könnten noch geschwind zu beantworten: Ich habe knapp 3 Jahre mit meinem Mann in einem anderen Bundesland gewohnt. Er ging mir dort förmlich ein. Das möchte ich nicht wieder erleben. Zudem mussten wir lange warten, dass zumindest einer von uns eine unbefristete, gut bezahlte Arbeitsstelle bekommt. Und die hat er bekommen. Dafür bin ich dankbar. Es ist sicher nicht schwer woanders eine Stelle zu bekommen, aber einen Arbeitgeber der einen nicht unter aller Sau bezahlt, oder behandelt schon. Die Erfahrung durften wie beide zur Genüge machen.
Im Moment steht ein Stellenwechsel auch für mich außer Frage, da ich meinen Lebenslauf auch nicht unnötig verlängern will. Solange die Befristung läuft bleibe ich. Wenn sie ausläuft kommt irgendwas anderes…

Ich kenne diesen Zwiespalt auch sehr -
ich wünsche mir auch nichts sehnlicher als einen Job/Ausbildung etc. und würde gerne jetzt und gleich etwas machen.
Aber durch viele Erfahrungen habe ich lernen müssen das “irgendwas” einen WIRKLICH so kaputt machen kann sodass man Krank oder fast sterben kann davon.
Auch wenn es nicht gerade toll ist vom Staat / Eltern leben zu müssen (wobei ich im elterlichen Betrieb dafür tagtäglich aushelfe / mitarbeite!) nehme ich mir die Zeit und Geduld etwas passendes zu finden. Noch einmal unglücklich in eine Sache zu stürzen will ich nicht - zumal ich derzeit deswegen immernoch nicht zu 100% belastbar bin.
Von daher möchte ich einfach sagen: Macht etwas was euch nicht kaputt macht! ;)