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Froh sein, Arbeit zu haben?

Natürlich ist die einstellung dem Staat auf der Tasche zu liegen milde gesagt bescheiden. Ich kann das auch in keinster Weise nachvollziehen. Meine Mutter war seit ich fünf Jahre alt war alleinerziehend und musste zwei Kinder groß kriegen und dafür war sie sich für keine Arbeit zu schade. Sie wollte keine Almosen vom Staat (mit denen man mehr schlecht als recht durchkommt), deswegen hat sie sich auf deutsch gesagt den Arsch mit vielen Putzjobs und anderen Teilzeitjobs aufgerissen, nur damit wir es einigermaßen gut hatten.

wenn ich heute also jemanden sehe, der bewusst Geld abgreift und nie etwas dafür tut und sich nebenbei ein schönes Leben macht, dann packt mich immer die Wut über diese Mentalität. Aber das ist auch ein ganz anderes Thema. Diese Leute wollen garnicht arbeiten und bemühen sich noch nicht einmal drum. Wenn man hingegen Probleme im Job hat (egal ob Druck, Mobbing oder sonstiges) dann muss man manchmal Abstriche machen um sich selbst und seine Gesundheit schützen.

Es tut mir leid, dass dein Freund arbeitslos ist, aber er wird sicher wieder was finden, solange er nicht aufgibt (besonders sich selbst) und du ihn unterstützt. Ich würde mich auch nicht gut fühlen, wenn ich nicht arbeiten würde, aber es gibt immer eine Lösung. Manchmal muss man einfach nur zusammenhalten und auch in schwierigen Zeiten für einander da sein.
Ich hoffe ihr schafft das und lasst euch nicht unterkriegen.
Ganz liebe Grüße

Meine Ansicht bezieht sich auch eher auf die willkürliche Kündigung einer Stelle ohne was Neues in Aussicht zu haben, nur weil einem irgendwas nicht in den Kram passt. Aber das liegt vielleicht auch an meiner eigenen Einstellung und der Tatsache, dass ich von meinen Eltern immer vorgelebt bekommen habe, dass es wichtig ist zu arbeiten.
Wenn es entsprechende gesundheitliche Gründe gibt, ist das natürlich was anderes. Wenn man physische oder psychische Leiden hat, die nicht mehr mit der Arbeit zu vereinbaren sind, ist es nicht hilfreich weiter zu machen. Da kann man sich allerdings auch erst mal krankschreiben lassen und zumindest noch ein wenig Zeit schinden und sich was neues suchen, bevor man dann wirklich stattliche Hilfen in Anspruch nimmt - zumal man bei eigener Kündigung bei mArbeitslosengeld eh erst mal in eine Sperre reinfällt, soweit ich weiß, und das wäre doppelt blöde.

Vielen Dank für die netten Worte, Kilala.

Was die Sache mit der Kündigung angeht kann ich dir zustimmen. In der Hinsicht würde man sich selbst auf die Straße setzen. Bei eigener Kündigung bekommt man eine drei monatige Sperre, also schonmal kein Geld zum Überbrücken oder so etwas in der Art. Hinzu kommt auch, dass es ja nicht sicher ist, dass man soforf wieder Arbeit findet. Da hab ich was fehlgedeutet. Indem Fall würde ich auch jedem raten nicht allzu vorschnell zu kündigen.

Nur wenn es eben absolut nicht mehr geht, dann muss man in den sauren Apfel beißen und hoffen, dass man dann auf die Hilfe vom Partner, Familie und Freunden bauen kann.

Generell bin ich auch der Überzeugung, dass jeder, der kann, auch arbeiten sollte. Und ehrlich gesagt finde ich es schöner, mir mein Geld ehrlich zu erarbeiten. Die Zufriedenheit, dass ich mir es hart erarbeitet habe ist enorm und allein diese Tatsache freut mich, auch wenn es mal ein ganz beschissener Tag auf der Arbeit war.

Kleine Anmerkung zwecks Sperre nach Kündigung…

Wenn ihr beweisen könnt das der Job unzumutbar war/ist gibt es keine Sperre .
Darunter können viele Sachen fallen (Mobbing, Körperliche Probleme, zu lange Fahrwege, keine Bezahlung, Arbeit die nicht im Vertrag steht etc)
am besten alles bestätigen lassen von Kollegen, Ärzten etc

Ich finde es etwas schade wie schnell hier geurteilt wird. Ihr steckt nur in eurer eigenen Haut und könnt nur für euch und eure Grenzen sprechen, nicht für andere. Ich würde nicht auf die Idee kommen, jmd. zu raten, einen Job weiter zu machen oder nicht. Selbst wenn seine Probleme auf/ mit der Arbeit für mich nach Kinkerlitzchen klingen, kann ich trotzdem nicht den Leidensdruck des anderen runter spielen. Noch das, was er sich vom Leben wünscht. Ich finde es wichtiger, bei solchen Entscheidungen beratend zur Seite zu stehen und gemeinsam Vor- und Nachteile verschiedener Entscheidungen durchzuspielen – für was sich der Betroffene aber am Ende entscheidet, liegt bei ihm, da würde ich ihm nicht reinreden wollen.

Was meinen Weg angeht: Ich habe studiert und abgebrochen, weil ich dem Leistungsdruck nicht gewachsen war. Ich hatte mir das Studium als etwas vorgestellt, das den Menschen bildet und nicht als Notensammelei mit Deadline. Nachdem ich mich hatte exmatrikulieren lassen, war ich natürlich fertig. Einerseits war ich froh für mich die Bremse gezogen zu haben, andererseits musste ich natürlich damit klar kommen, dass ich meine eigenen Ansprüche an mich selbst nicht erfüllt hatte.
Da tat es dann auch ganz gut a) auf eine Betreuerin beim Arbeitsamt gestoßen zu sein, die genau das erkannte und mir sagte, ich solle erstmal selbst wieder mit mir klar kommen und b) ich durch die “Arbeitslosigkeit” die Zeit dazu hatte. Problematisch wurde es nur als man mir eine andere Arbeitsvermittlerin vor die Nase setzte, die allen Ernstes von mir verlangte, dass ich Bewerbungen für Minijobs schreibe, nach dem ich eh schon meinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hatte und die Ausbildung in drei Monaten beginnen sollte; alles mit den Worten: “Ja aber Frau K., sie wollen doch auch mal Geld verdienen.” Ich bin mir nicht sicher, ob mir da das Gesicht entgleiste; da die Vermittlerin allerdings plötzlich nervös wirkte, nehme ich das an. xD Gesagt hatte ich allerdings nichts dazu, will mir ja nichts anhängen lassen.
Der Punkt mit dem Arbeitsamt ist auch, dass die Arbeitslosigkeit nicht das Problem ist. Jedenfalls nicht für mich, ich habe mir meine Beschäftigungen schon gesucht. Was mich nur wurmte, war, dass mir der Kontakt mit Menschen fehlte und ich doch gern etwas mehr Geld gehabt hätte (hab ALGII bekommen). Anstrengend an der Arbeitslosigkeit ist allerdings, dass einem von Seiten des Amtes immer so viel Druck gemacht wird und ich manchmal den Eindruck hatte, dass ich ziemlich viel geben musste, um nur sehr wenig zurück zu bekommen. Ich habe im Monat sicherlich 30 Bewerbungen geschrieben und bekam dann trotzdem durch die Blume zu hören, dass es nicht reiche. Davon abgesehen, dass ich unpassende Vermittlungsvorschläge bekam. Bis auf den einen, der mir meine Ausbildungsstelle bescherte. <3 Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

Summa summarum: Ich verurteile “Arbeitslosigkeit” als Zwischenschritt nicht; man kann es gut nutzen, um sich umzuorientieren, ohne dabei auf der Straße leben zu müssen. Gerade in Deutschland. Auch wenn man kein ALGI bekommt – ALGII steht einem immer zu solange man hilfsbedürftig ist. Auch, wenn man gar nicht arbeitslos ist!
Dafür muss man aber ein starkes Nervenfell mitbringen, um sich von Regelungen und Pflichten, die der Staat einem stellt, nicht irre machen zu lassen. Und man darf sich nicht auf den Staat dahingehend verlassen, dass der wüsste, was für einen gut ist. (Ich habe auch Bewerbungen an Stellen geschrieben, bei denen ich wusste, dass sie mich nicht nehmen, weil ich zu überqualifiziert bin oder nicht rein passe.) Freiheit kostet halt.

Wie immer sag ich wieder: Lesen hilft. Sofern du dich auf meine Äußerung beziehst.
Denn:

In dem Zusammenhang kann es durchaus dinglich sein sich in der Arbeitslosigkeit zwischen zu parken, aber es ist die Frage, ob man das wirklich will.

Meine Abneigung bezieht sich übrigens auch wesentlich mehr auf die Neigung mancher Menschen völlig inkompatibel zu sein, was Kompromissfindung oder Problemlösung betrifft - da wirft man lieber das Handtuch hin, statt sich um einen Ausweg zu bemühen. (Und ich weiß, dass das bei psychischen und physischen Erkrankungen anders ist!)
Und solche Sätze wie “Das Amt wird mich schon finanzieren” lassen mich Wutpusteln bekommen. Ich weiß, dass du das nicht gesagt hast, ich wollts nur nochmal erwähnt haben.

Es gibt auch viele Menschen.die haben solch eine Panik vor der ARGE und dem Wahnsinn dahinter,die einfach nicht aushalten Geld zu beantragen.Aufgrund von psychischem und seelischem Druck dort überhaupt hinzu gehen.Einfach niemand haben, der ihnen hilft da durch zusteigen und sogar auf dieses Geld verzichten und zb. von Ersparnissen oder auf unfreiwillig auf kosten anderer leben.Und das natürlich viele weitere Probleme mit sicht zieht,seis sozial und persönliches Glück.

Natürlich wollen viele ne Arbeit machen und erlich ihr Geld verdienen,aber nicht wie billiges Arbeitsvieh behandelt zu werden ,bei einem Job der 26 Jahre super funktioniert hat ohne dieses Sytem nun mit Lohnstreichung bei nicht erfolgter Erfolgsquote gedroht wird.Dieses Vorgehen mag für Manager funktionieren,aber sicher nicht für einen kleinen befristet Angestellten Job, wo es auf Freundlichkeit, Sorgfalt ,Zuverlässigkeit,Datenschutz und Improvisations Talent ankommt.Nicht auf Hektik und Überwachungs Kontroll Wahnsinn pers GPS vom Arbeitgeber…

Also ich halte einen Minijob für drei Monate schon für sinnvoll, da du ja selbst gesagt hast, dass du gerne mehr Geld hättest. Aber das war ja auch nicht der Gedanke über den Nelia und ich uns unterhalten haben.
Wir meinten Arbeitslose, die partout nicht arbeiten wollen und sich bewusst von jeglicher Arbeit fernhalten. Für solche Menschen kann ich leider kein Verständnis aufbringen, das tut mir leid, wenn das vielleicht nicht gefällt, aber das ist nun einmal meine Überzeugung.

Was die “Panik” vor dem Papierkrieg angeht, so muss man sich wohl oder übel damit auseinandersetzen. Wer etwas will muss auch was dafür tun, denn geschenkt wird einem nichts. Das ist nunmal die traurige Wahrheit.
Auch hier kann ich meine Erfahrungen einfließen lassen, denn wie schon ein paar Posts weiter oben habe ich erwähnt, dass meine Mutter sehr hart von früh bis spät arbeiten musste und sich dabei vier Bandscheibenvorfälle geholt hat. Nachdem im Alter auch noch hochgradige Osteoporose hinzu kam, mussten die Ärzte ihr mehrere Wirbel versteifen. Nachdem sie nun also ihren Rücken nicht mehr beugen kann und auch nichts schweres mehr heben kann, kann sie ihren erlernten Beruf nicht mehr ausführen und sie musste Erwerbsminderungsrente beantragen. Natürlich wurde der Antrag mehrere Male abgelehnt mit der Begründung, sie könne ja noch 4-6 Stunden am Tag als Packerin arbeiten.
Das zog sich über fast 2 Jahre, in denen sie ständig Einspruch einlegte und pausenlos Papiere und Arteste besorgte. Erst nach dieser Zeit wurde ihr ihre Rente zugestanden.

Ich sehe nicht ein, dass Menschen, die seit ihrem 15 Lebensjahr hart gearbeitet haben und im Alter krank und gebrechlich sind kein Geld bekommen, aber junge gesunde Menschen, die einfach nur keinen Bock haben oder faul sind schon. Bei dem Gedanken könnte ich jedes Mal vor Wut schäumen.
Auch wenn diese “Angst” vorm Amt genannt wird, kann ich das nicht ernst nehmen, denn man muss sich nur mal damit auseinander setzen bzw sich belesen, dann bekommt man, was einem zusteht, auch wenn es lange Zeit dauert.

In der Zeit als ich Ausbildungssuchend war, hab ich mich von gesellschaftlichen Druck schrecklich in die Enge gedrängt gefühlt. Ich wußte nicht genau wohin ich mit meinem Leben wollte und hörte immer nur wie die Leute sagen “such dir halt ne Ausbildung”. “geh halt arbeiten”. Das hat mich viel kränker gemacht als jede Arbeit die ich je gemacht habe (Abgesehen von einem Praktikum das bei mir starken Stress verursacht hatte und ich mich krank schreiben lassen musste, weil mich allein die Vorstellung dahin zu müssen zum heulen gebracht hat).
Da ich selbst als ich dann wusste wohin ich will immer noch nichts gefunden habe, habe ich mich (und tu es teilweise immernoch) einfach nur wie ein loser gefühlt. Daher kann ich nur sagen ja man sollte froh sein Arbeit zu haben.
Wenn die Arbeit einen nur unglücklich macht und kein Ende in Sicht ist, dann sollte man aber einen Ausweg suchen.
Und ja. Ich habe mir nicht die beste Option ausgesucht, der Druck hat mich dazu bewogen meinen Traumberuf nun auf eine Art und Weise zu lernen wie ich es nie wollte. Weil ich froh bin überhaupt was zu haben.

Ich finde meine allgemeine Einstellungen mit dem Druck übrigens schlecht. Aber das hilft mir auch nicht ihn nicht zu haben.

Ich bin mir nicht sicher ob ich halb an Thema vorbei geredet habe, ich muss schon seit über einer Stunde schlafen aber der Thread sprach mich an.

Der Punkt ist ja nicht, ob das sinnvoll ist, sondern was mich ärgerte war a) die Begründung, weil ich ja eh in drei Monaten mein eigenes Geld verdient habe und der Spruch damals so klang als würde ich nur auf der faulen Haut liegen, wovon bei 30 Bewerbungen im Monat und einem unterschriebenem Ausbildungsvertrag ja auch nicht die Rede sein kann und b) es sowieso zum Scheitern verurteilt war, weil dich niemand nur für drei Monate anstellt, wenn du mehr als stupide Arbeiten machen sollst, weil das Einarbeiten so viel Ressourcen braucht, dass man denjenigen, den man einarbeitet, auch für längere Zeit haben will. Und für stupide Arbeit, die mir dann auch noch aufs ALG2 angerechnet wird und womit ich dann am Ende genauso viel Geld hätte, wollte ich mich gar nicht erst einlassen. Unter Wert muss ich mich auch nicht verkaufen.

Aber das war ja auch nicht der Gedanke über den Nelia und ich uns unterhalten haben. Wir meinten Arbeitslose, die partout nicht arbeiten wollen und sich bewusst von jeglicher Arbeit fernhalten. Für solche Menschen kann ich leider kein Verständnis aufbringen, das tut mir leid, wenn das vielleicht nicht gefällt, aber das ist nun einmal meine Überzeugung

Meine eigene Vergangenheit war auch nicht Teil eurer Unterhaltung. Ich habe es angebracht, um meine Einstellung verständlich zu machen, dass ich es doof finde wie ihr hier euch aufregt. Das soll nicht heißen, dass ich es gut finde, wenn Leute unser Sozialsystem aufs Übelste für ihre eigenen Zwecke ausnutzen – allerdings denke ich, dass das nur der Horror-Klischeefall ist, der selten auftritt, aber immer so sehr propagiert wird, dass ich fast denken könnte, das wird mit Absicht gemacht. Ich finde den Leitgedanken unseres Sozialsystems gut, dass es nicht perfekt ist, liegt auch daran, dass wir alle Menschen sind und ich es nicht verhindern kann, dass immer Leute ausscheren und der Gesellschaft als solches schaden. Ich finde es nur schade, dass hier schon wieder auf diesem Klischeebild rumgeritten wird. Wir stecken nicht in den Leuten drin und was zuerst nach Absicht aussieht, kann sich bei näherer Betrachtung auch als psychisches Problem darstellen, bspw.
Ich mache mir lieber Gedanken um die Leute, die arbeiten wollen, qualifiziert sind, aber kein Arbeitsangebot bekommen, das auf sie und ihre Qualifikationen passt. Das gibt es häufiger als den “Sozialschmarotzer”.

Ich finds jetzt auch irgendwie ziemlich einseitig, wie hier über manche ohne Job geurteilt wird, denn so einfach ists nicht, tatsächlich, je älter man wird.
Als ich noch jünger war hab ich an sich auch immer nen Job gehabt, da waren echt die allerletzten Tätigkeiten dabei, meist durfte ich wieder gehen, bevor meine Probezeit abgelaufen war und der nächste für die Zeit eingestellt. Ich wurde immer unter Tarif bezahlt, weil es hiess, ich hätte den Beruf ja nicht gelernt, beim letzten Job dann wurde ich sogar noch um mein Urlaubsgeld betrogen.
Ich habe denen meine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt und wurde zum Dank halbwegs getreten, ich konnte 2 Monate trotz Arbeit meine Miete nicht zahlen.
Da war ich garnicht froh, Arbeit zu haben und ne bessere Stellung in der Gesellschaft hat mir das auch nicht eingebracht, denn einfach nen Job zu haben reicht nicht, es kommt auch immer darauf an WELCHEN Job man hat.
Dabei gibts ja auch echt nationale Unterschiede. Während man hier al Kindergärtner eher milde belächelt wird ist man in Japan echt ein Superstar.

Ich bin übrigens gelernte Gärtnerin im Fachbereich Friedhofsgartenbau. Ich habs damals gemacht, weil mir der Beruf einfach lag, es machte Spaß und ich hatte ein gutes Arbeitsklima. An sich wollte ich die Ausbildung eigentlich vorrangig, weil damals die Ausbildungszeit mit angerechnet wurde, wenn man später auf eine weiterführende Schule wollte- ich wollte 1 Jahr Schule anhängen, so mein ABI erlangen und dann mit 27 studieren.
Tja…
man änderte die Regelung als ich im 2. Lehrjahr war, man hatte nach beendigung der Lehre nun nurnoch die mittlere Reife- die hatte ich bereits. Zudem darf man eh nicht tagsüber zur FOS oder BOS gehen, weil das Amt einen da nicht mehr fördert- man muss Glück haben einen Arbeitgeber zu finden, der einen erst ab 15h beschäftigt.
Aberndschule ist die einzige Alternative, aber da wo ich wohnte war die unter aller Sau, temporär reformieren sie die Abendschulen knapp jedes Jahr und jedesmal ist dann erstmal absolute Orientierungslosigkeit im Kollegium das Ergebnis.
Also hatte ich nun eine Ausbildung, keinen Führerschein und war komplett orientierungslos. Ich ging zum Amt und die guckten mich nur an:* Ja, gehen sie arbeiten, sie haben doch was gelernt.*
Ich hatte was gelernt, daher werde ich in keinster Weise mehr vom Amt unterstützt, keine Maßnahmen mehr, kein Weiterbildungsangebot, nix. Aber kein Gärtner nimmt mich, da ich keinen Führerschein hab und das Amt zahlt nicht, da mich kein Arbeitgeber erstmal ohne Führerschein einstellen würde- und ich bekomme keinen gut bezahlten Job, bei dem ich mir selber einen Führerschein leisten könnte, da ich ja nur Gärtner gelernt hab.
Ja…
Jetzt bin ich auch noch ü30, da kümmert sich echt keiner mehr darum, dass ich in Arbeit komme. Das Amt nich, und all die Leute bei denen ich mich auf die miesen Jobs bewerbe, die ich früher schon gemacht habe.
Ich habe Klos geputzt bei MC Donalds, war Hausmeister der Stadtbücherei, dicke Mädchen in Hosen für dünne Mädchen stecken bei Pimkie, KIK und bei Takko, Floristin in 3 Floristikbetrieben, Allrounder in einer Werkstatt, Tischlerin, Outbound bei Quelle- ich war mir für nix zu schade, aber ich bekomme nur mies bezahlte Mistjobs, wenn überhaupt und glücklich machen die mich nicht.
Und es ist nicht einfach- als ich noch U25 war, wars tatsächlich recht einfach was zu bekommen, ich bin hingegangen und hatte den Job, aber inzwischen- kannst vergessen.

http://i.imgur.com/eNYmKXe.gif

Meine Muttrer ist übrigens Altenpflegerin, sie wird recht gut bezahlt, aber für den Job den sie macht und auf den wir sicher fast alle mal angewiesen sein werden ist es viel, viel zu wenig. Sie wird an ihren freien Tagen angerufen, ob sie nicht doch arbeitet, sie ist schwer krank, ihr Arbeitgeber weiß das, man sieht es ihr inzwischen auch an, aber vsie wird trotzdem komplett aufgebraucht, weil eben zu wenig Leute, die schlechte Arbeit für das Geld machen wollen- aber keiner zollt meiner Mutter Respekt dafür.

  • Du bist Altenpflegerin? Ja…ja… ok… das ist doch das, zu dem einen das Amt umschult, oder?* :starr:
    Ich wette, richtig glücklich ist sie auch nicht, aber sie hat eben nichts anderes.

@erinys

Hast du denn schon einmal versucht, dir Geld zu leihen, um deinen Führerschein zu machen und damit ggf. in deinem gelernten Job zu arbeiten oder überhaupt bessere Chancen bei Bewerbungen zu haben?
Geld leihen ist zwar doof, wenn man keine Arbeit hat, aber du würdest ja in deine Zukunft investieren. Oder siehst du eine andere Möglichkeit, um dem Teufelskreis zu entkommen?

(Ich habe übrigens auch keinen Führerschein. Bin mal gespannt, ob mir das eines Tages ein Bein stellt …)

Ich hab schon Schulden, weil ich mir natürlich auch keine Mietkaution und eben 2 Monate keine Miete leisten konnte. Sollte ich das je abgezahlt bekommen denke ich evtl. über neue Schulden nach, wobei es wirklich sehr schwer ist, jemanden zu überzeugen mir 2000 Euronen zu leihen. Als Hartzi bin ich nirgends kreditwürdig, meine Ma bekommt auch nicht genug, sie würds mir sonst sofort leihen- und von Freunden soviel Geld zu leihen ist nie eine gute Idee, dann kann man die Freundschaft meist vergessen. Umschulen oder doch nochmal weiterbilden wäre eher eine Investition in die Zukunft, aber da renn ich wirklich seit Jahren beim Amt gegen eine Wand. Ende dieses Jahres wollte ich mich einfach auf einen neuen Ausbildungsplatz bewerben, aber hätte während des Praktikums von Nichts leben müssen, weil das Praktikum keinen Arbeitsplatz zum Ziel gehabt hätte und ich ja schon ne Ausbildung hab.

Boah ich schon wieder mit dem Recht ^^ also gesetzlich muss eine Bank auch einem Hartzi einen Credit gewähren bis zu 3500€ bzw auch das Amt gibt Credite ;-) einfach ein paar mal nachbohren hilft da…
Kenne sogar eine Freundin die eine spezielle Maßnahme vom Amt machte wo man den Führerschein bezahlt bekam (bis auf die Prüfungsgebühren)

Als ich Geld für meinen Umzug brauchte hat mir die Bank keinen Penny gegeben und ich bin da aus der Bank raus und hab mich wie ne Aussätzige gefühlt.

Ausserdem ist das wieder Glücksspiel: wenn ich jetzt durch die Prüfung falle, mehrmals, oder trotz Führerscheins keinen Job bekomme (grad bei GaLabaubetrieben hast du als Frau nochmal eine extrem verringerte Chance etwas zu bekommen, bist nach deren Meinung weniger belastbar und eh stndig schwanger), dann sitze ich auf den Schulden und begebe mich in die ach so beliebte Schuldenfalle, weil weiter als Hartzi kann ich das nie abbezahlen.

Ich möchte meinen Standpunkt nochmal verdeutlichen, weil einige Menschen das wohl einfach überlesen: Ich für meinen Teil ziehe über niemanden Arbeitsloses her und verurteile auch niemanden, mein eigener Freund ist in der Situation und eine Freundin musste aus Krankheit den Job kündigen und hab deswegen viel mit ihr drüber gesprochen. (Nicht zu vergessen, dass ich mich selbst wegbeworben hatte!)

Aber es ist halt wirklich ein Unterschied, ob man den Job wirklich nicht mehr machen KANN, oder ob man ihn nicht mehr machen WILL, weil deswegen. Uns selbst wenn man den Job nicht mehr machen KANN, halte ich es persönlich (!!) für äußerst riskant(!) den Job sofort zu kündigen (Achtung: Das heißt nicht, dass ich vehement drauf bestehe die Zähne zusammen zu beißen, manchmal machen Jobs so kaputt, dass man die Reißleine ziehen muss!). Natürlich kann man Hilfen beziehen, aber ich für meinen Teil würde das wenn möglich vermeiden wollen.
Was ich sagen möchte ist im Prinzip das: erst mal andere Möglichkeiten wie z.B. Krankschreibung nutzen und noch 6 Wochen Lohnfortzahlung bekommen und parallel einen neuen Job suchen, bevor man sich “freiwillig” in die Arbeitslosigkeit begibt.

Wer sich nicht krankschreiben lassen kann oder will oder sonst wie seinen Job nicht mag, kann gerne kündigen - aber sich hinterher nicht beschweren, dass die auf dem Amt alle so scheiße sind. Das ist nämlich das nächste.
Macht Mal eine Woche lang den Job von wem auf dem Jobcenter (Danke, ich habs 7 Monate versucht) oder denen vom Arbeitsamt (denen man übrigens nach wie vor Stellen und Kapazitäten streicht, wie soll man da angemessen unterstützen?), dann redet man weiter.

TineSlade:
Das Amt MUSS keine Kredite geben. Das liegt im Ermessen des Amtes, und viele leihen nichts.

ich persönlich merke immer wieder wie ein job einen psychisch fertig machen kann… wenn ich nicht aufs Geld angewiesen wäe hätte ich schon längst hingeschmissen. Dann ginge es mir definitiv besser… Job auf kosten der Gesundheit - nein Danke.

Ich möchte noch einmal klar stellen, dass ich NICHT alle Arbeitslosen über einen Kamm schere und auch niemanden dafür verurteile, dass er zur Zeit keine Arbeit hat/findet. Oder dass man die Arbeitslosigkeit als Zwischenschritt oder Übergang benutzt. So etwas in der Art habe ich nie behauptet und entspricht auch nicht meiner Meinung.
Wenn ihr das anders seht, dann habt ihr mich missverstanden.

Meine eigene Vergangenheit war auch nicht Teil eurer Unterhaltung. Ich habe es angebracht, um meine Einstellung verständlich zu machen, dass ich es doof finde wie ihr hier euch aufregt. Das soll nicht heißen, dass ich es gut finde, wenn Leute unser Sozialsystem aufs Übelste für ihre eigenen Zwecke ausnutzen -- allerdings denke ich, dass das nur der Horror-Klischeefall ist, der selten auftritt, aber immer so sehr propagiert wird, dass ich fast denken könnte, das wird mit Absicht gemacht.

Leider ist es kein Extremfall mehr. Und nicht alles “Böse” im Fernsehen muss automatisch von Medien gepusht werden, manchmal stimmt es sogar tatsächlich. Ich habe erst vor kurzem mit einer Sozialberaterin einer Wohnungsgesellschaft gesprochen und auch sie bestätigte, dass diese Situation schon lange kein Sonderfall mehr sei.
Sie nannte mir explizit auch ein Beispiel, bei dem die junge Frau ihre Ausbildung abgebrochen hatte und Hartz beantragte. Bis hier hin ist ja auch noch alles Tutti.

Als die eben gennante Sozialberaterin zu einigen Hausbesuchen bei der jungen Frau erscheinen wollte, war komischerweise nie jemand anzutreffen (das ging über 1/4 Jahr). Die Frau sei immer gerade unterwegs einkaufen oder spazieren etc blabla. Also meldete die Sozialberaterin ihren Verdacht, dass da etwas nicht stimmen würde dem Amt. NIemand interessierte sich dafür, denn:
Never change a running system…"

Nach tatsächlich einem ganzem Jahr wurde das Amt dann doch akktiv, weil die junge Frau sich nicht mehr blicken lies. Im Endeffekt ist die junge Frau nach Spanien ausgewandert, natürlich bezog sie weiterhin illegal(!) Bezüge vom Amt über ein Jahr.
Und laut dieser Sozialberaterin kommt es immer öfter vor, dass die Leute Geld bekommen und dann ihre Wohnung untervermieten und nicht mehr anzutreffen sind.

Soll NICHT heißen, dass wir das Sozialsystem abschaffen sollten, das wäre meiner Meinung nach komplett falsch, aber das ganze System braucht eine Reformation, damit die Gelder da ankommen, wo sie gebraucht werden! Und das ist und bleibt meine Meinung. Ich zahle gerne Steuern, wenn ich weiß, dass ich zum Beispiel alleinerziehenden Eltern helfen kann, die keine Zeit haben zu arbeiten und Hartz bekommen müssen, aber nicht für faule und engstirnige Leute, die nie etwas in ihrem Leben gemacht haben und es auch wahrscheinlich nie tun werden.

(grad bei GaLabaubetrieben hast du als Frau nochmal eine extrem verringerte Chance etwas zu bekommen, bist nach deren Meinung weniger belastbar und eh stndig schwanger)
Tut mir leid, aber ich komme selber aus einem Beruf (Schiffsmechanikerin und ich bin 3 Jahre zur See gefahren), der noch eine Männerdomäne ist und in der ich hartkörperlich arbeiten muss und diese Aussage klingt nach einer Ausrede. Es gibt mittlerweile (leider) Frauenquoten, die den Betrieb verpflichten einen gewissen Prozentsatz an Frauen zu beschäftigen. Zumal werden Frauen sehr in handwerklichen Berufen geschätzt, aufgrund vieler Eigenschaften.

Japp, Ausrede.
Dann mochten die mich nich wegen meiner hässlichen Männerfresse, jedenfall hab ich hier ungezählte Absagen von GaLabaubetrieben, die mich alle nicht wollten.

Und theoretisch, hab ich mir sagen lassen, weiß jetzt nichts vom Wahrheitsgehalt, kann man doch nach Spanien oder sonstwo in die EU auswandern und trotzdem weiterhin Leistungen beziehen. Klingt für mich auch nich soo logisch, aber da gab es doch einen populären Fall auf Mallorca und letzt erzählte mir wieder einer von nem Kumpel, der das auch irgendwie in die Wege geleitet bekommen hatte.

Und dass das Amt nix gemacht hat, weil wegen never change a running System klingt ein wenig so, als hättest du Nelias Beitrag nicht gelesen: die haben einfach nicht die Ressourcen dazu. Wahrscheinlich hatten die die Dame ewig auf dem Schirm, aber dazu noch unzählige andere, die sie erstmal abklären mussten.

**@Kilala
**
Diese Frauenquoten gibt es nur in großen Unternehmen, wo die Politik ihre Fittiche im Spiel hat. Kleine Unternehmen sind meines Wissens nach nicht politisch/gesetzlich dazu verpflichtet, nach Geschlechter- und Behindertenquoten ihre Arbeiter einzustellen. Insofern ist das mit dem “Frauen werden in handwerklichen Berufen sehr geschätzt” erstmal nur eine hohle Floskel, die vorzugsweise von Politikern in der Kurz-vor-den-Wahlen-Zeit unters Volk gebracht wird.

Natürlich gibt’s Handwerkerberufe, wo es auch viele Frauen gibt. Zum Beispiel als Porzellanmaler(in).

Aber prinzipiell würde ich mich davor hüten, nur weil jemand 100 Absagen zu 100 Bewerbungen erhalten hat, das als faule Ausrede zu bezeichnen. Manchmal ist die Situation einfach … Mist.

Ich fahre viel Bus. Da gibt’s so einen Typen hier im Ort – ich glaube, er ist Pole, da er einen leichten Akzent hat – den ich oft im Bus sehe. Ich dachte immer, der geht arbeiten.
Jedenfalls erzählte er kürzlich jemand anderem im Bus, dass er ständig von einer Zeitarbeitsfirma/Firma in die nächste flitzen würde, oder zum Arbeitsamt, und wie unglücklich ihn das mache. Jedes Mal würde ihm versprochen, dass er eine Festanstellung bekäme, nur um dann nach Ablauf der Probezeit aussortiert zu werden. Dabei wolle er gern arbeiten und er wüsste einfach nicht, woran es liegt.
Das ist ein junger Mann, vielleicht um die 30.

Da ich ihn öfter sehe und die Leute hier im Ort vom Sehen kenne: Der besagte Typ sieht anständig aus und hockt nicht bei den “Dorf-Alkis” von morgens bis abends mit einem Bierchen hinter dem Netto.

Ich denke daher, dass es immer Menschen gibt, die arbeiten wollen, aber einfach die A.-Karte gezogen haben. Warum sollten solche Leute bestraft werden, nur weil sich manche meinen, auf die soziale Hängematte legen zu müssen?