Ich lese zur Zeit immer wieder Artikel darüber, dass immer mehr Menschen krank werden auf Grund ihres Jobs und ich merke langsam auch, dass ich nicht mehr so gerne zur Arbeit komme wie am Anfang, weil sich durch den stetigen Zuwachs an neuen Mitarbeitern (ich arbeite in nem recht jungen Unternehmen) das Klima immer mehr dahin entwickelt, wo auch Großkonzerne sind. Ich arbeite in nem Callcenter (inbound), das ist eh schon nicht unbedingt ein Traumjob für Vollzeit, aber gut man arrangiert sich. Was mich aber echt nervt ist diese Aussage “sei froh, dass du nen Job hast”. Was aber wenn der Job einen krank macht? Soll man dann immer noch froh sein? Wie steht ihr der ganzen Debatte gegenüber? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
Ich denke, wenn der Job einen krank macht sollte man sich wirklich was anderes suchen. Man lebt nicht um zu arbeiten, sondern man arbeitet um zu leben. Wenn es einem besonders schlecht geht, sollte man nicht mal warten bis man einen anderen Job gefunden hat.
Ich sehe das auch wie Delight, allerdings sollte man dann schon nach alternativen suchen finde ich. Man will ja nich plötzlich ohne jegliche Mittel dastehen. Und dem Staat auf der Tasche liegen ist auch nicht sonderlich toll. Klar gibt es dann fälle, wo man kaum arbeit findet etc. aber ich glaube wenn es einem echt so schlecht geht, dann sollte man auch mal in betracht ziehen weiter entfernt was zu suchen. Vielleicht hilft es aber auch schon wenn man dem Chef einige Verbessrungsvorschläge macht. Am ende sollte auch diesem das wohlergehen der Arbeiter am Herzen liegen. Und wenn wirklich alles nicht mehr Hilft und man richtig Krank wird, dann ist ja keinem Geholfen. Ich kenne viele Fälle von Burn-out und das ist alles nicht sehr toll! :püh: Die meisten haben jetzt auf dauer Beschwerden bzw. sind so richtig Krank geworden!!! (z.b. ein ehemaliger Leichtathlet der nun schon 3 Katheter gesetzt bekommen hat.)
Burn-Out ist eine Modeerkrankung, weil es sich besser anhört als Depression.
Letzteres setzt man gerne mal mit “Verlierertum” gleich.
Nun ja, bei mir ist es andersherum ich bekomme durch Krankheit keinen Job. Wenn die AG schon die Worte Asthma, Neurodermitis, Rheuma und Bipolare affektive Störung hören sind diese schon abgeschreckt.
Ich bewerbe mich und kann die Absagen mittlerweile als Tapetenersatz verwenden, obwohl ich motiviert und voller Tatendrang bin.
Dennoch habe ich den Traum von der Arbeit noch lange nicht aufgegeben, mein sehnlichster Wunsch ist es täglich zur Arbeit gehen und meine Steuern zahlen zu können.
Ja, ich wäre froh (glücklich darüber) Arbeit zu haben. :)
Ich denke man sollte in der Tat froh sein, wenn man einen Job hat, aber ich bin auch der Meinung, dass es einem Spaß machen muss.
Mein erlernter Beruf war industrielle Buchbinderin und das hat mir total Spaß gemacht, aber aus gesundheitlichen Gründen (Rückenbeschwerden) kann ich es nicht weitermachen und mache deswegen eine Umschulung zu einem Bürojob. Dem stehe ich immer noch etwas skeptisch gegenüber, weil ich eigentlich ein praktischer/handwerklicher Typ bin und eher weniger ein Büromensch, der lästige Telefonate erledigen muss ^^" Ich frage mich auch, ob ich das - lerntechnisch - alles packe und ob es mir dann auch wirklich Spaß macht… =/ Das zeigt mir hoffentlich das Praktikum, denn ich will nicht weitere zwei Jahre meines Lebens damit verschwenden einen Job zu lernen, der mir dann keinen Spaß macht.
Zumal das Betriebsklima eine große Rolle spielt. Das war z.B. in meinem ehemaligen Betrieb einfach super! Meine Kollegen/Kolleginnen waren alle so nett und es war einfach eine Einheit ;^; Klar, die anderen Abteilungen stichelten immer mal wieder, weil jede sich für die beste und wichtigste hält, aber sowas kommt vor.
Eine Freundin von mir ist derzeit wegen Mobbing krankgeschrieben - sowas hab ich früher auch mal erlebt und es gibt nicht’s schlimmeres, wenn man seinen schieß Job einfach machen will und wird von anderen fertig gemacht, egal ob unterschwellig, oder ganz offensichtlich =/
Bei all dem muss man sich nicht wundern, wenn neben Rückenproblemen, psychische Erkrankungen die Volkskrankeit Nr. 1 sind >.>
Also ich finde schon, dass man froh sein sollte Arbeit zu haben. Ich habe keine, werde aber von meinen Eltern finanziell unterstützt und habe keine Geldsorgen. Trotzdem geht es mir nicht gut. Nicht weil ich weiß, dass ich irgendwann auf eigenen Füßen stehen muss, sondern weil ich es will. Es ist ein gutes Gefühl etwas leisten zu können und etwas produktives zu machen. Ich fühle mich einfach… unnötig. So ganz, ohne gar nichts.
Allerdings sollte einem der Beruf schon Spaß machen. Wenn man merkt dass man sich nur quält, sollte man sich nach Alternativen umsehen. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, etwas zu machen, mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Es sollte schon zu mir passen. Und ich WILL einen Beruf, bei dem ich auch Spaß habe.
Außerdem ist man doch auch viel motivierter, wenn es einem bei der Arbeit nicht schlecht geht. Langfristig macht es einen auch kaputt, und das ist nicht Sinn der Sache.
Vielleicht ist meine Sicht auf die Dinge ein wenig naiv und idealistisch, aber ehrlich gesagt glaube ich lieber daran und versuche mich zu verwirklichen, als von Anfang an zu sagen: “Klappt doch eh nicht.”
Ich denke auch, dass du dich auf jeden Fall mal nach Alternativen umschauen solltest. Klar, einen Job zu haben ist toll, und die Arbeitslosen beneiden einen da auch, aber trotzdem: Wenn es dir nicht gut geht in deiner Arbeit und du dich unwohl fühlst , dann solltest du damit aufhören. Denn du musst immer überlegen, dass du nicht nur heute und morgen noch arbeiten musst, sondern noch sehr viele Jahre. Und auf Dauer zermürbt dich das Ganze vollständig.
Sei nicht froh, dass du eine Arbeit hast, sondern sei froh, dass du die Chance hast, deine Arbeit selbst zu wählen.
Ich rate dir wirklich: Hör auf damit, du machst dich nur kaputt!
Ich wünsch dir alles Gute~
Ich bin auch der Meinung, dass man sich eine Arbeit suchen sollte, die einem auch Spaß macht. Was bringt es dir, wenn du Arbeit hast, dich aber unwohl damit fühlst, du darin nicht aufblühen kannst, und jeden Tag dich dorthin quälst.
Ich hab keine Arbeit, es nervt mich, ich such schon, schreib (wirklich) genug Bewerbungen. Manchmal kriegt man vom Amt zu hören, man solle sich auf alles bewerben, aber ich denk mir, was soll das? Ich mag zum Beispiel nicht im Callcenter arbeiten, ich mag telefonieren nicht, ich kann keine Sachen anpreisen, Punkt. Ich möchte gerne wieder arbeiten, gerne auch da wo ich zuletzt gearbeitet hab (McDonalds :D), aber mich für Stellen bewerben, wo ich von vorne herein weiß, dass ich das nicht machen will, find ich nicht so toll.
Und sicher ist es gut, Arbeit zu haben. Du machst dich nicht abhängig von jemanden, aber wenn es keinen Spaß macht, man sich da wirklich hinquälen musst, dann sollte man sich nach etwas anderen umschauen.
Keinen Job zu haben kann aber auch krank machen.
Man muss halt immer einen guten Weg finden indem man klar trennt zwischen Beruf und Freizeit - dann geht es auch.
Geld braucht halt jeder und auf Hartz angewiesen zu sein ist auch nicht die Erfüllung.
Man kann sich schon glücklich schätzen einen festen Job zu haben wo das Geld pünktlich kommt.
Aber viele Unternehmen entwickeln sich in eine stressige Richtung. Da ist BurnOut nicht mehr so selten.
Jap, nach einer gewissen Zeit keine Arbeit zu haben ist nicht der Hit. Ich weiß schon gar nich mehr, was ich mit meinem Tag anfangen soll. Meine Freundin geht arbeiten, Schichtdienst, wenn sie weg Ost und ich alles erledigt habe, dann frag ich mich, was ich sonst nochmachen soll. Man wird schnell demotiviert. Wenn dann auch Richtung Bewerbungen nur Absagen kommen, fördert es nicht gerade mehr. Es ist nicht schön,H4 zu beziehen, auch wenn das genauso pünktlich aufm Konto ist (was mir Grad nichts bringt weil ich Überzahlungen zurück zahlen muss x.x) hätte ich nen Job, gäbe es dieses Problem nicht x.x
Sicher sollte man froh sein, einen Job zu haben - aber eben auch einen, mit dem man leben kann. Nicht nur im Sinne von “überleben”, sondern auch im Sinne von “Ich kann die nächsten 30 Jahre meines Lebens damit verbringen”. Nicht jeder Job ist ein Traumjob und nicht jeder Mensch hat die Chance, in seinem Traumjob zu arbeiten. Daher finde ich es wichtig, dass man, wenn man schon nicht DEN Beruf hat, zumindest einen Beruf hat, mit dem man sich arrangieren kann. Aber auch das kann seine Zeit dauern.
Was ich sehr schlimm finde, ist diese Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit. Leute, die Hartz4 bekommen, werden von vielen Leuten (die Arbeit haben) gleichgesetzt mit faulen Assis, die sich vom Staat durchfüttern lassen. Man liest ja zum Beispiel bei vielen Freundschafts- oder Partneranzeigen: “Bloß keine Hartz4-Empfänger”. Dass Arbeitsloser nicht gleich Arbeitsloser ist, wird häufig nicht bedacht. Bin ich asozial, weil ich nach meinem Studium nicht sofort Arbeit gefunden habe und daher auf Unterstützung des Staates angewiesen bin? Soll ich stattdessen lieber darauf verzichten und der “Ehre” wegen hungern? Ich finde, einige Leute sollten da mal ganz schnell von ihrem hohen Ross heruntersteigen.
Sicher, ich möchte gerne eine Arbeit - aber ich werde sicherlich mit einem Uniabschluss nicht putzen gehen, nur um irgendeinen Job zu haben. Die geeignete Stelle zu finden kann unter Umständen dauern, es ist eine wichtige Entscheidung, die mitunter einen großen Teil des zukünftigen Lebens beeinflusst, damit man nicht sagen muss: “Ja, ich habe jetzt halt einen Job, aber ich bin total unglücklich. Hätte ich mal…”
Ich schließe mich auch mal der Diskussion an. Klar kann man froh sein Arbeit zu haben, aber wenn es Arbeit ist, die einem überhaupt keinen Spaß macht?
Ich bin momentan in einer Situation, wo ich mich manchmal frage, wieso tust du dir das überhaupt noch an? Ich bin ausgelernt und habe ein Jahr befristet bekommen. Normalerweise steht mir ein unbefristete Vertrag zu, da ich in einer Interessenvertretung bin. Mich haben sie in Rechnungswesen/Controlling gesteckt, was überhaupt nicht mein Gebiet ist. Gott sei Dank haben die das schnell mitbekommen. Jetzt habe ich ab 01.01. die tollen Aufgaben mich um Büromaterial und das Archiv zu kümmern. Dumm nur, dass ich beim Archiv eine Schulung bräuchte, die Ende März stattfinden soll. Mein Chef aber, dass ich jetzt schon anfange. Ohne Schulung alles ein wenig blöd. Jetzt helfe ich Rechnungen zu pflegen. Und dann kommt irgendwann der Satz: “Es wird keine Planstelle für Sie geben.” Heißt, ab September bin ich weg vom Fenster und da eh Einstellungsstop ist, kann ich meine Zukunft eh in dem Betrieb vergessen. Ich fahre pro Tag zwei Stunden, um auf Arbeit bzw. nach Hause zu kommen. Dann kommt noch dazu, dass gerade so viel geändert wird, dass ich nicht mehr durchblicke. Ich bin froh, dass ich noch weiß, zu wem ich gehöre. Ich bin ganz ehrlich, ich habe einfach keinen Bock mehr, sinnlos acht oder mehr Stunden im Büro zu sitzen. Ich bewerbe mich bereits in meinem Wohnort, aber es gibt keine Stellen, wo meine Qualifikationen ausreichen. Ich habe schon so oft gehört, ich solle froh sein, dass ich Arbeit habe und gutes Geld verdiene. Klar ist das Geld nich verkehrt, das werde ich sicherlich nicht nochmal bekommen, aber lieber verdiene ich weniger, habe weniger Spritkosten und habe dafür Spaß an der Arbeit. Ich würde gerne was im kreativen Bereich machen, aber da sieht es in einer Kleinstadt sehr schlecht aus.
Ich bin zum Beispiel sehr glücklich darüber, dass ich eine Arbeit habe. Ich verdiene zwar keine Millionen und kann mit meinem Gehalt kein Vermögen machen, aber ich bin trotzdem zufrieden. Außerdem ist es erst der Anfang bei mir. Ich habe vor kurzem mein Astudium abgeschlossen und brauche jetzt Erfahrung ) Und seid ihr mit eurem Job zufrieden?
Jemand, der mir sehr nah steht, hat aus einer ganzen Menge Gründe Burn Out - und nein, das ist nicht dasselbe wie Depression, auch wenn beim Burn Out Syndrom ebenfalls Depression eine Rolle spielt (und behandelt wird). Das war bei dieser Person so schlimm, dass sie an körperlicher Erschöpfung fast gestorben wäre - die Körperfunktionen waren so weit reduziert, dass der Körper fast versagt hätte. (Einlieferung ins Krankenhaus kam dann auch prompt)
Die Person ernährt sich gesund, macht viel Sport, ist viel an der frischen Luft gewesen - es lag also nicht an diesen Faktoren. Aber es lag auch nicht ausschließlich am Job. Die Person gehört aber auch zu den Leuten, die sehr unter Arbeitslosigkeit leiden würde. Die Angst, aufgrund einer mehrmonatigen Krankheit den Job zu verlieren, hat bestimmt dazu beigetragen, zu lange keine Hilfe zu suchen.
Und siehe da - obwohl es ein harter Arbeitgeber ist, der viele Überstunden abverlangt und aufgrund der Marktlage seine Beschäftigten in den letzten Jahren fast halbieren musste - haben sie eine Lösung gefunden und es der Person ermöglicht, die Therapie in Ruhe zu machen und das Arbeitsumfeld so umzugestalten, dass es angenehmer wurde. Mit der Möglichkeit zum Home Office, moderateren Stunden, sinnvoller Arbeitsteilung usw. Warum das vorher nicht von selbst so ging? Wer weiß - vielleicht hat die Person selbst nicht gewusst, was gefehlt hat oder zu viel Angst gehabt, das anzusprechen.
Also ja, die Person ist froh, Arbeit zu haben : )
Ich selbst lebe vom Zeichnen. Ich bekomme mehr Angebote als ich abarbeiten kann. Klingt ja erst mal toll. Sollte also froh sein, Arbeit zu haben - in vielen Fällen ist das aber falsch. Denn einige Angebote sind so schlecht bezahlt, dass ich sie ablehnen muss, weil ich es mir einfach nicht leisten kann, für ein Minus zu arbeiten. Da würde ich in derselben Zeit mit einem Nebenjob (den ich auch noch habe) mehr verdienen. Diese Zeit nutze ich stattdessen, um dem Nebenjob nachzugehen oder besser zu werden und an besser bezahlte Aufträge zu kommen. Ich wäre auch froh, diese Zeit lieber bezahlt im Hauptberuf zu arbeiten, aber ausbeuten lasse ich mich nicht. Manche Anfragen sind auch sehr nett und haben einfach nur ein sehr kleines Budget - ich versuche den Leuten auch entgegen zu kommen, aber wenn’s unter den Lohn geht, den ich brauche, um meine laufenden Kosten zu decken, muss ich ablehnen, so froh ich wäre, diese Arbeit zu haben…
Ich bin sehr froh und glücklich darüber eine Arbeit zu haben und beschäftigt zu sein. Ich weiß es einfach zu schätzen! Das heißt nicht unbedingt, dass ich mit allem zufrieden bin und mir keine weitere und höchere Ziele setze… Ich bin einfach dankbar dafür, was ich jetzt habe. Klar, möchte ich mehr verdienen und mal eine höhere Position haben, aber im Moment ist es auch gut so, wie es ist. Und was ist mit euch?
Arbeit ist sicherlich wichtig für das eigene Befinden, aber nicht alles. Das Selbstwertgefühl sollte nicht nur aus der Arbeit bezogen werden.
Ich hatte eine sehr sichere Arbeit. Vollzeit, 3-Schichtsystem, 4 Tage im Monat frei. Ich spreche von der Altenpflege. Menschenunwürdig, sowohl für mich damals, als auch die Bewohner. Mich hat es sehr krank gemacht. Am Tag meines völligen Zusammenbruchs hat mein Mann mich vom Boden gekratzt, zum Arzt geschleppt, der hat mich wieder hochgepäppelt und ich hab im Sinne meiner eigenen physischen, als auch psychischen Gesundheit gekündigt. Ich bereue es keinen Tag! Ich schließe jetzt meine zweite Ausbildung ab. Meine Jobchancen sind im Anschluss nicht so doll. Aber lieber nehme ich ein paar Monate Arbeitslosigkeit in Kauf, als noch einmal einen einzigen Tag meine Seele zu verkaufen.
Fakt ist: Ein geregeltes Leben zu haben, kann das Wohlbefinden steigern. Auch braucht jeder Mensch im Leben Aufgaben, sonst fühlt er sich minderwertig gegenüber anderen.
Fakt sollte aber auch sein: In einem Land wie Deutschland stehen mir alle Möglichkeiten offen, einen Job zu finden, der mir auch gefällt. Klar ist nicht jeder Weg einfach und ab einem gewissen Alter wird es auch schwerer, aber möglich ist alles, ich muss nicht auf Hängen und Würgen meinen schlecht bezahlten Job behalten, in dem ich auch noch mies behandelt werde. Außerdem kann bei uns jeder Hilfe vom Staat bekommen. Ich weiß, viele haben ein Problem damit, als “Sozialschmarotzer” zu gelten, aber das bisschen Geld, dass den Staat ein Hartz4-Empfänger kostet, tut ihm ehrlich gesagt nicht sonderlich weh, denn schließlich hat er dennoch genug Geld um Subventionen zu zahlen und andere meiner Meinung nach “schwachsinnige” Ausgaben.
Aus eigener Erfahrung muss ich sagen: Ich bin ein Mensch, der sich mit anderen Menschen schwer tut. Nicht, weil ich eine besonders kontroverse Meinung habe oder unfreundlich wäre, nein. Ich leide seit Jahren unter meiner Angst vor anderen Menschen, sie erschwert mir vieles. Natürlich wird dies durch die Möglichkeit, im Internet mit anderen zu kommunizieren nicht gerade einfacher, aber das ist ein anderes Thema.
Ich muss sagen, ich bin schon glücklich, dass ich nicht arbeiten MUSS und ich auch die Möglichkeit habe in bestimmten Bereichen von zu Hause aus zu arbeiten, aber im Endeffekt ändert es nichts an meinen Ängsten, also ganz richtig ist es auch nicht.
Allen Menschen die ihren Job hassen kann ich dennoch nur sagen: Versucht mal was Neues. Es ist ein Risiko, ich weiß, aber wenn man es nicht eingeht, kann sich schließlich auch nichts ändern.
“Sei froh, dass du einen Job hast!” ist ein Ausdruck, den ich nicht voll unterstützen kann.
Um das zu erklären muss ich etwas weiter ausholen.
Wie bei vielen jungen Menschen gab es bei mir auch das Problem, dass ich nach dem Abitur nicht wusste, was ich mit mir und meiner Zukunft anfangen sollte. Ich hatte Angstmich auf etwas festzulegen und vll sogar unglücklich zu werden, zum anderen hatte ich auch gleichzeitig Angst, dass ich zu viel herum probiere und mir die Zeit davon läuft.
Nur durch Zufall habe ich einen Artikel in einer Abiturzeitschrift gelesen über den Beruf Nautischer Offizier / Kapitän. Da nun auch viele meiner Familie zur See gefahren sind, wollte ich zumindestens mal herausfinden, was das genau bedeutet. Ein Bekannter, der in einer Reederei arbeitete half mir im Gespräch und erklärte mir alle Vor- und vorallem auch Nachteile.
Da ich mir nicht sicher war, ob es das richtige für mich ist und ob ich überhaupt zur See fahren kann, wollte ich nicht sofort studieren und nach drei Jahren feststellen, dass ich fehl am Platze bin. Also begann ich eine Ausbildung zur Schiffsmechanikerin für drei Jahre und habe diese Ausbildung 2012 abgeschlossen.
Schon nach drei Monaten an Bord gefiel mir der Beruf unheimlich gut und das hat sich ind er Ausbildung verstärkt.
Danach habe ich mein Fachhochschulstudium Nautik begonnen und habe es nun schon zwei Jahre mit Mühe und Not ertragen. Und mit ertragen meine ich es sehr negativ. Ich kam mit dem System der Hochschule nicht klar, denn uns wurde vieles vermittelt, was mir in meinem späteren Berufsleben nichts genützt hätte und viele nützliche Dinge wurden vernachlässigt.
Auch musste ich mich durch diverse Fächer quälen, die zu ausschweifend behandelt worden sind und ich habe mich, wie schon gesagt 2 Jahre damit rumgequält. Das aus vielerlei Gründen. Nachdem ich fast in Depressionen wegen dem enormen Druck verfallen bin und mein Gesundheitszustand sich stetig verschlechterte, habe ich nun die Reißleine gezogen und das Studium abgebrochen.
Dennoch werde ich demnächst auf der Fachschule weiter Nautik machen, denn das ist der Beruf, den ich machen möchte und davon möchte ich mich nicht abbringen lassen.
Um nun auf das Thema zu kommen:
Ich habe am eigenem Leib erfahren, wie sehr Druck und unglücklich sein die Psyche und auch die Gesundheit beeinflussen können und würde keinem Raten sich zu etwas zu zwingen. Wenn man wirklich unglücklich ist, ist es ganz egal wieviel Geld man verdient. Aber die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden sollten niemals darunter leiden.
Derzeit sieht es so aus: Ich arbeite und bin bedingt zufrieden dort, soll heißen, Idioten gibts immer, dafür sind die Kollegen allesamt super und auch die Chefin ist wunderbar, auch wenn ich mich manchmal von ihr genervt fühle. Sie ist halt überfürsorglich.
Mein Freund dagegen ist seit Juli letzten Jahres arbeitslos. Ihm fällt das Dach auf den Kopf und wir müssen finanzielle Abstriche machen. Er würde liebend gerne sogar beim Ex-Arbeitsgeber weiterarbeiten, auch wenn er sich dort nicht wohlgefühlt hat, nur damit er wieder einen Sinn für sich hat (nur will ihn der halt nicht zurück, wegen Personalstreichungen, jay). Er denkt auch drüber nach sich zu verselbstständigen, nur um etwas zu tun zu haben. Er fühlt sich nutzlos, und das ist das schlimmste, was einem Menschen passieren kann, finde ich.
Demzufolge sollte man tatsächlich (bedingt) froh sein, wenn man Arbeit hat - allerdings darf man sich mit Unzufriedenheit auf Dauer nicht abfinden.
Ich habe etwas studiert, von dem ich dachte, dass es perfekt für mich ist, quasi der Traumjob - ich habe mich geirrt. Dennoch habe ich mein Studium durchgezogen und mir Arbeit gesucht. Ich hab dann das Glück gehabt eine befristete Stelle zu ergattern, habe jedoch bald feststellen müssen, dass ich mit der Vorgesetzten und dem Aufgabengebiet nur bedingt zurecht komme (bzw. das Aufgabengebiet war genau meines, eine gute Mischung aus Büroarbeit und Kundenkontakt, nur leider waren die Kunden teils etwas arg… heftig, und von der Vorgesetzten will ich nie wieder was hören). Ich habe dann einfach wieder Bewerbungen geschrieben und gehofft, dass es fruchtet - was es auch tat. Ich hatte quasi nichts mehr zu verlieren schlimmer konnte es ja kaum noch werden. In der Tat bin ich froh, dass ich mich entschieden habe wegzugehen. Auch wenn ich an meiner neuen Arbeitsstelle immer wieder Tage hab, an denen ich mir denke, ich hätte gern irgendwas anderes mit meinem Leben angefangen, bin ich doch sehr froh, dass ich hier bin. Ich hätte nämlich auf der anderen Seite vor allem das Problem, dass ich keine Ahnung habe, was ich hätte sonst machen können - ich glaube nämlich, es gibt immer irgendwas, das nicht passt, nur mit einigen Dingen kann man sich halt besser arangieren als mit anderen.
Nur was ich äußerst riskant finde, ist, einen Job zu kündigen ohne einen neuen in Aussicht zu haben. Das produziert nur vermeidbare Arbeitslosigkeit und weiteren Frust.
Und die Ansicht “Der Staat wird mir schon helfen” find ich scheiße. Selbst ist die Frau. Oder der Mann. Jenachdem.
