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Freundschaft vs. Religion?!

Also es ist nicht so, daß die Kirchen nichts täten! :ahh:
Mal abgesehen von den üblichen Sachen für die Gläubigen, wie kirchliche Heirat, Beisetzungen, Taufen, Konfirmation/Kommunion, organisieren sie auch z.B. Örtlichkeiten für Obdachlose, daß die was zu essen kriegen, viele Kindergärten, unterstützen in Krankenhäusern, Altersheime usw.
Sicher tun das auch viele ohne Anhang der Kirche, aber es reicht so schon nicht (alleine der Aspekt Kindergärten… wer schreit nicht schon alles, daß die Plätze nIcht reichen?) und wenn das auch noch weg fiele… Es fällt hier in Deutschland vielleicht nicht ganz so extrem auf, aber es gibt ja nicht nur uns auf diesem Erdball. ;-)

Das ich für die Kirche partei ergreife… ist eigenartig, aber diese Aspekte sind wirklich sinnvoll an der Kirche (und es gibt nicht genügend otto normal-Samariter, um sowas abzufangen, fiele es von jetzt auf sofort weg) und wäre ich gläubig, würde ich meine Kirchensteuer in diesen Bereichen gut angelegt sehen. (jedenfalls wesentlich besser als diese Solidaritätssteuer, die die Politiker uns immer noch aus der Tasche ziehen und die sicherlich noch nie für das verwendet wurden, wofür sie gedacht waren… Û___u)

WORD!! Genau das hab ich gemeint.

@Kageko: Im Koran ist NICHTS klipp und klar, garnichts. Das Buch ist nie in eine moderne Sprache übersetzt worden. Es gibt keinen Konsens, was tatsächlich drinsteht. Das ist, als würdest du die Bibel auf Alt-Hebräisch lesen: Vieles hängt vom Übersetzer ab. Die populäre Stelle im Koran, dass der Mann die Frau bei Ungehorsam zu züchtigen hätte, ist z.B. sehr strittig, das Wort für züchtigen kann man auch mit “ignorieren” übersetzen, dass der Mann nämlich eben NICHT handgreiflich werden, sondern erstmal abwarten soll. Der Koran gibt nicht eine einzige unstrittige Anweisung fürs Leben. Ich kenne gläubige Muslime, die Kopftücher als Pflicht ansehen und solche, die das als dämlich empfinden und als falsche Übersetzung ansehen.

Also, ich bin religiös erzogen und halte mich wirklich für einen sehr toleranten Menschen. Wobei das natürlich auch daran liegen kann, dass ich nicht katholisch bin und meine Eltern obwohl sie Pastoren waren immer sehr liberal waren - ich wurde nie gezwungen, in die Kirche zu gehen oder dergleichen, aber mit der Bibel habe ich mich von klein auf beschäftigt und ich kenne daher einige gute Seiten von Religion.

Ich finde es immer schade, wenn Religion Menschen in eine bestimmte Richtung drängt. Wenn jemand sagt “ich finde Homosexualität falsch”, weil seine Religion das so sagt, ist das ziemlich kurz gedacht. Man kennt keine Schwulen oder Lesben, aber weil die Religion das so sagt, findet man das falsch. Ohne sich da selber Gedanken drüber zu machen. Das macht es den Menschen einfach unglaublich einfach.

Andererseits glaube ich nicht, dass Ideologien oder die Meinung der Leute um einen herum da einen großen Unterschied machen. Ob es jetzt in der Bibel steht (was meines Wissens übrigens nicht explizit der Fall ist), dass Homosexualität böse ist oder ob das die vorherrschende Meinung in der eigenen Familie ist, auch wenn es gar nichts mit Religion zu tun hat - es führt auf jeden Fall dazu, dass jemand eine Meinung darüber vertritt, die auf nichts Handfestem beruht.

Das finde ich schade.

Übringens genau so schade, wie wenn Leute über Religionen herziehen und nur die schlechten Seiten daran sehen.

@IcyCascade

Das ist wohl wahr. Nichtsdestotrotz bin ich nach wie vor der Meinung, dass eine Religion durch ihre Anhänger lebt. Und in der Regel stützt sich eine Religion auf irgendetwas. Im Falle des Islams auf den Koran, im Falle des Christentums auf die Bibel.

Als ich einmal eine religiöse Mitstudentin fragte, ob sie glaube, dass die Bibel vollständig sei, wo die Bibel nur eine von irgendeinem Papst getroffene Auswahl religiöser Texte ist. Sie bejahte, denn ansonsten hätte sich doch Gott gemeldet.
Insofern scheint es keine Revelanz zu haben, ob die Grundlage “wissenschaftlichen” Tatsachen entspricht. Moslems vermissen auch keine Koranverse, die angeblich von Ziegen gefressen wurden, bevor Kalif ibn Affan den Koran im wahrsten Sinne des Wortes zusammendichten konnte.

Alles eine Frage der Interpretation. Und irgendeiner sagt eben immer, wie man zu interpretieren hat. Im Fall von Kirchen zum Beispiel Pastoren. Aufgrund von vielfältiger Interpretierbarkeit, die von einigen gerne abgestritten wird, kann man sehr wohl religiös begründet homophil oder homophob sein. Es gibt mit Sicherheit auch religiöse Homosexuelle, die ihre Neigung für falsch halten, weil sie felsenfest GLAUBEN, dass das von ihrem Gott nicht so vorgesehen war. Vielleicht sogar eine Prüfung.

Aus diesem Grund bevorzuge ich auch einen laizistischen Staat, indem sich niemand auf die Aussagen einer womöglich fiktiven Figur stützen kann, um irgendwelche Menschen zu verurteilen, zu benachteiligen oder zu bevorzugen. Oder auf einen Jahrtausend alten (Gesetzes-)Text, “weil’s schon immer so war”.

Tja Homesexualität…
Ich hab nen Freund, der total nett und lustig ist, keiner Fliege was zu Leide tun könnte und mit dem man prima abhängen kann. Der sucht hat in der Stadt ne Wohnung für die Uni gesucht und ist immer das hat echt lange gedauert -- (er hat aber jetzt eine gefungen! :3)
Eigentlich wollte er in eine WG einziehen wo eine andere Freundin von uns weg ist (1 Jahr Japan XD) aber da hatte wohl ein Mitbewohner was dagegen, als er hörte, dass er schwul ist :-( Also hieß es plötzlich kurz vorm Studium: Wohnung suchen! Klingt vl jetzt nicht mehr besonders schlimm, aber damals dachte ich echt, dass das so was von gemein war… Aber ok, wenn der Mitbewohner es nicht unter einem Dach mit ihm aushalten kann… -
__- Echt, Vorurteile haben die Leute!
Mit seinem Vater hat er schon etliche Streite gehabt und kann es deswegen gar nicht abwarten, auszuziehen :-( Sogar enterbt soll er werden, nur weil er schwul ist…

Apropos Religion: Was haltet ihr von diesen Krawallen nach dem Spottfilm über Mohammed? Wo sie die US Botschaft abgefackelt und die deutsche und britische angegriffen haben?
Ich finde es ja auch nicht besonders nett, über fremde Religionen herzuziehen, aber dass es gleich Mord und Totschlag gibt, ist doch echt extrem! Da wollen sie, dass wir hier in Deutschland ihre Religion akzeptieren, Moscheen bauen, extra Muslim-Schulen, Kopftücher und sonstwas zulassen (ich hab ja nichts dagegen)… und wenn irgendein Privatmensch einen Film dreht, flippen Tausende total aus, schimpfen auf die Demokratie und Freiheit und zücken ihre Al Kaida-Flaggen?! WTF?
Ich find manchmal, dass die muslimische Religion extrem fanatisch sein kann.

Bitte verzeiht mir, dass ich dieses Thema nun nochmal hervorhole, aber ich habe die Beiträge sehr interessiert gelesen, da mir das Thema auch persönlich sehr am Herzen liegt, und bin über etwas gestolpert, das ich unbedingt richtig stellen muss.

Ich tippe, dass er Alt-Katholik ist, das sind ziemliche Hardliner.

Nein, das ist nicht richtig. Zumindest, wenn ich richtig verstehe, was du mit “Hardliner” meintest, und da ich auch die Einträge davor gelesen habe, denke ich doch, dass ich das tue.

Ich nehme an, dass du dich jetzt explizit auf deren Einstellung zur Homosexualität beziehst. Die Alt-Katholiken haben tatsächlich eine wesentlich homosexuellen-freundlichere offizielle Lehrmeinung als die römisch-katholische Kirche!
Alt-Katholischen Pfarrern ist es sogar freigestellt, ob sie homosexuelle Paare kirchlich segnen wollen oder nicht.

Ich musste das richtig stellen, weil ich die letzten Wochen zu alt-katholischen Gottesdiensten gegangen bin, nachdem ich eben genau Obiges im Internet gelesen hatte. Nachdem ich auch noch las, dass in der Alt-Katholischen Kirche Frauen ebenso wie Männer alle kirchlichen Ämter übernehmen dürfen und bestimmte Dinge, die auch ich ablehne, abgelehnt werden (Stichtwort Unfehlbarkeit des Papstes) bin ich wirklich neugierig geworden.

Ich möchte hier keinesfalls Werbung machen, aber ich habe mich bei den Gottesdiensten sehr sehr wohl gefühlt, die Gemeinde hat mich sofort sehr herzlich aufgenommen, mir wurde extra gesagt, dass ich auch herzlich eingeladen bin, an der Eucharistie teilzunehmen (in der römisch-katholischen Kirche werden alle, die einer anderen Konfession angehören, von der Eucharistie ausgeschlossen!) und die Pfarrerin (!) war auch sehr sympathisch.

Also “Hardliner” sind das ganz ganz sicher nicht.

Ich musste das einfach richtig stellen, weil ich mich lange nicht mehr so wohl gefühlt hatte in der Kirche und es schade wäre, wenn hier ein falsches Bild von den Alt-Katholiken verbreitet werden würde.

Ich denke zum eigentlichen Thema wurde auf jeden Fall schon genug gesagt, eine schöne Seite zum Thema wäre noch
http://www.wouldjesusdiscriminate.org/, wobei einige ihrer Beweise doch etwas an den Haaren herbei gezogen wirken. ;) Trotzdem wird hier sehr deutlich, wie sehr die Aussagen der Bibel von der Interpretation des Individuums abhängen!

Ich hoffe, dass du, INyappi, immernoch mit deinem Freund klarkommst und dass ihr euch wegen dieser Meinungsverschiedenheit nicht auseinander gelebt habt. Ich kann dich aber sehr gut verstehen, da mir im Prinzip genau das Gleiche passiert ist, nur dass meine Freundin immerhin nicht versucht hat, ihre persönliche Einstellung mit Religion zu rechtfertigen.

Um ehrlich zun sein, haben wir seitdem nicht mehr darüber gesprochen. Ich meide das Thema regelrecht.
Ich schweige es quasi tot. Im Prinzip betrifft es ja auch keinen von uns beiden persönlich, aber die gesamte Einstellung an sich widerspricht meinen eigenen Wertvorstellungen…
Ich habe beschlossen, diese Tatsache im alltäglichen Umgang mit ihm auszublenden, aber es wird wohl immer in meinem Hinterkopf bleiben. Doch wenn ich mir in einer Sache sicher bin, dann in der, dass er sich das niemals ausreden lassen wird und für immer diese verquere Ansicht haben wird. Ich hoffe nur, dass später keines seiner Kinder homosexuell sein wird…das wäre das beste für das Kind :/

Ich habe auch Freunde die sehr religiös sind, aber komme damit eigentlich klar.
Zum Thema Homosexsualität stehen aber doch die meisten Religionen mittlerweile nicht mehr so scharf dagegen.
Ich kenne sogar Leute, die echt nach 4 Monaten Partnerschaft aus religiösen Gründen heiraten.

Ein Typ aus meiner Familie war ganze 4 Jahre mit nem Mädel zusammen und die haben immer getrennt geschlafen - wenn man 18 ist finde ich sowas unheimlich krass!
Also Respekt habe ich davor, kann aber dennoch nicht verstehen wie man jemanden heiraten kann mit dem man noch nie zusammen gelebt hat (von anderen Dingen ganz zu schweigen).