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Freundschaft vs. Religion?!

Ich habe seit gestern ein ernsthaftes Problem.

Einer meiner besten Freunde ist streng katholisch. Nun…ich kann mir keinen besseren Kumpel vorstellen. Er trägt jeden seiner guten (!) Freunde echt auf Händen. Er ist IMMER da, wenn man ihn braucht.

Aber gestern haben wir, er, noch eine Freundin und ich uns über ganz allgemeine Dinge unterhalten. Wir sind alle recht locker, was das Versautet angeht xD Also wir erzählen oft und gern darüber (nur zum Spaß) und unser lieber “Keusch-bis-zur-Ehe” Freund redet fleißig mit. Auch nur zum Spaß? Manchmal nervt es uns sogar…wir wissen ja, dass er damit eigentlich noch nichtmal etwas am Hut hat, aber trotzdem redet er relativ ungehemmt.
Ich habe mir auch schon länger gedacht, dass seine Einstellung zu Homosexualität wahrscheinlich weniger schön ist, aber ich sage immer: Jeder darf die Religion ausleben, die er gerne möchte, solange er es niemandem aufzwingt. Das tut er auch nicht. aber gestern kamen wir eben auf das Thema Homosexualität und er sagte eiskalt: "Homosexualitä ist für mich falsch. Mh…wo hab ich das nur schonmal gehört? Ach ja. Von einer streng religiösen, russisch orthodoxen Frau mittleren Alters. FALSCH. Dann kam noch so ein Satz: “Ich respektiere viel, aber bei Homosexualität hört bei mir die Toleranz auf. Aber ich habe immer noch Achtung vor den Menschen.” Ahhh ja…Achtung also…
schluck dass es so krass ist, hätte ich nicht gedacht. Was richtet Religion denn nur an?! Ich kann es nicht fassen…
es spukt mir die ganze Zeit im Kopf herum. Mein ach so guter Freund…also irgendwie bin ich im Moment nur wütend auf ihn. Aber ich glaube nicht, dass das nur für den Moment ist. Ich glaube, das hat in unserer Freundschaft einen bleibenden Knick hinterlassen…ich hasse Ausländerhass, Schwulen- und Lesbenhass, Behindertenfeindlichkeit und all solche anderen Ausgeburten der…Hölle? Mh…ja für mich ist es das. Wieso sind dann die ach so tollen, strengst religiösen Menschen so? q_q ich kann es einfach nicht begreifen und ich bin zutiefst enttäuscht…ich weiß nicht, ob ich ihm noch so unbeschwert gegenübertreten kann wie bisher. Ich kenne schließlich genügend Schwule und Lesben. Sogar einer meiner zukünftigen Schwager ist schwul. Und? Er ist toll!

Ich bin gerade total aufgewühlt, weil ich nicht weiß, was ich jetzt von ihm halten soll. Ansonsten ist er doch echt so ein netter Kerl .__. Und seit ca. 4 Jahren sind wir jetzt schon beste Freunde. Also Antworten wie: “Vergiss den Depp!” kann ich leider nicht beherzigen :/ Dafür ist er ein zu fester Bestandteil unserer Clique. Ich muss ihn ja zum Glück nicht heiraten :püh: Aber ich werde ihn in Zukunft wohl ganz deutlich spüren lassen, dass das bei mir eine ganz starke Abneigung auslöst -.-’’

Was meint ihr dazu? Ist euch schonmal etwas ähnliches passiert? Sei es jetzt Ablehnung von Homosexualität oder ein anderes Thema. Hat euch irgendeine Form von Religion schonmal so negativ geprägt?

Ich freu mich auf eure Meinungen.

Das ist natürlich ziemlich hart… Aber ich denke, dass die Einstelllung etwas überzogen ist (seinerseits). Vielleicht kannst du, wenn er das noch mal so zum Ausdruck bringen sollte fragen, wieso er denn so strikt ist. Lass dich dann auch nicht davon abschrecken, wenn er sagt Gott würde das sagen, sondern versuch auf seiner Basis mit ihm zu diskutieren (z.B. Gott liebt doch jeden Menschen, blabla) und frag ihn auch, wo es in der Bibel stehen soll. Ich denke nicht, dass du dadurch viel ändern kannst, aber zumindest macht ihm das deutlich, dass du nur für die Homosexualität bist, weil du gegen die Religion bist (es gibt Menschen die sowas glauben…) und auch, dass du dich irgendwo ein Stück weit auch wirklich dafür interessierst.
Ich finde deswegen solltest du die Freundschaft ganz sicher nicht beenden, aber ich denke das darüber zu reden helfen könnte.

Mich hat die Religion auch schon negativ geprägt. Bzw.nicht die Religion, sondern eher ihre Anhänger. Zum einen sehe ich dank den Geschichtsdokus (und vielleicht auch meinen Eltern) die Christen und ihre Taten tielweise als fragwürdig an (da eher die hartliner) und zum anderen bin ich mal mit einer muslimischen Freundin aus meinem damaligen Kunstkurs aneinander geraten. Na gut mehrfach. Wir hatten zwei muslimische Damen bei uns am Tisch sitzen. Beide waren unglaublich nett, doch die eine… Sagen wir mal, hatte sehr verstörende Ansichten.
Einmal sagte sie, die Evolution sei schon allein deshalb unsinn, weil Affen dreckig sind und wir Menschen uns nicht mit unserem eigenen Kot bewerfen und viel zivilisierter und schlauer sind, deswegen ginge eine Verwandschaft schon gar nicht und das andere mal hat sie zum besten gegeben, dass wenn sie nicht muslimischen Glaubens wäre, sie uns alle wie Dreck behandeln würde. Ganz grob, das genaue “Gespräch” hab ich leider nicht mehr im Kopf, nur noch, dass die zweite Muslimin, eine christlich getaufte Freundin (fragt mich nicht ob kath. oder evan. ich weiß es nicht) und ich und sehr drüber aufgeregt haben. Sie ging sogar soweit zu behaupten, wenn sie nicht gläuig wäre, dann würde sie sicher nicht mit uns reden, weil sie dann besseres zu tun hätt. Irgendwie hab ich unsere Freundschaft da auch ganz anders gesehen, als wären wir ihr nicht gut genug. Den restlichen Tag war ich dann auch einfach nur noch angepisst.

hmm, eine echt doofe situation, aber cih sage da immer leben und leben lassen. wenn es für ihn so in ordnung ist, soll er so leben, aber wenn er weiß, dass du eine andere einstellung dazu hast, soll er dich auch in ruhe lassen und nicht versuchen, dich zu bekehren.
ich lebe selber in sehr starken extremen, habe so ziemlich alle phasen durchgemacht, die man so haben kann, mein bester freund ist gesichtstätowiert und auf der anderen seite kenne ich auch sehr viele prüde, streng religiöse menschen.
homosexuelle kenn ich auch massenhaft und das ist auch etwas, wo sich dein freund auf ziemlich dünnem eis bewegt, gerade heutzutage, wenn man sich überlegt wie viele es inzwischen gibt, die es offen ausleben (aber noch wie viele mehr, die das nicht machen) und außerdem: guck dir doch mal die ganze katholische kirchen-belegschaft an, verteufeln homosexualität und nehmen sich dann die armen kleinen messdiener vor…
außerdem, was will er machen, wenn er mal irgendwann kinder hat und die werden homosexuell??? das verändert den menschen als solchen doch nicht, ein lieber freund von mir hatte das auch vor kurzem für sich herausgefunden udn ich freue mich für ihn, er ist seit dem nur noch an strahlen und glücklich. ich klann trotzdem noch mit ihm spaß haben, umherziehen und sonst was, deswegen ist er ja niemand anderes geworden. nur müssen wir uns jetzt immer streiten, weil wir so ziemlich den gleichen männergeschmack haben… grrrrr
oh mann, was hab ich da jetzt für nen zusammenhangslosen text geschrieben… die arbeit ist schuld… eine ähnliche anekdote aus meinem leben:
ich gehe durch die stadt und auf einmal springt mich ein, mit kunstblut beschmierter typ, nur in unterhose bekleidet an und schreit: “Du mörder!!! fleischessen tötet!”
also schrei ich zurück: “So, jetzt pass mal auf, du a*schkrampe, ich bin wahrscheinlich schon länger vegetarier als du! und welches recht hast du, die leute so intollerant zu behandeln und selber immer nach tolleranz zu schreien???” und was war, ich war seit 12jahren veggie, der seit 2jahren… ha!!!

ach ja: stichwort bibel, leider steht es wirklich drinnen, im 2.buch mose glaub ich, da steht zwei seiten lang, was verboten ist (sprich: frau mit frau, mann mit mann, mann mit tier… echt ein interessantes buch, nur zu empfehlen mal zu lesen… )

Liebe INyappy,
erst mal tut es mir leid dass du mit deinem guten Freund in solche Unstimmigkeiten geraten bist, das ist sehr schade!!!
Ich kann deinen Groll auf ihn sehr gut nachvollziehen, da ich was Homosexualität, Nationalität usw. der gleichen Ansicht bin wie du.
Für mich ist es völlig egal welche Sexualität ein Mensch auslebt, welcher Nationalität er angehört, wie er aussieht oder ob er eine Behinderung hat.

Für mich zählt einzig und allein der Mensch selbst, sein Charakter, die Art mit der er mir gegenüber tritt.
Das ablehnende Verhalten deines guten Freundes ist für mich einfach unverständlich, leider gibt es aber eine sehr große Menge von Menschen
die seine Ansichten teilen.
Betrifft es einen Fremden ist es mir gleich, solange der/die jenige keine negativen Äußerungen gegenüber bestimmer Personengruppen macht.

Geht es aber um einen Freund wie in deinem Fall, ist da wirklich Redebedarf vorhanden.
Ich selbst habe in meinem Bekanntenkreis auch Leute die spezielle Themen wie z.B. Homosexualität schlicht weg ablehnen.
Ich habe schon viele Diskussionen mit eben diesen Leuten geführt und immer versucht ihnen nahe zu legen wie normal etwas wie
Homosexualität ist. Das ein Schwuler oder eine Lesbe sich in keiner Weiße von den Heterosexuellen unterscheiden, außer das sie eben das
gleiche Geschlecht als Partner vorziehen. Aber das sollte doch jeder selbst für sich entscheiden dürfen.
Keiner hat das Recht jemanden wegen Homosexualität zu verurteilen oder diese Menschen als falsch zu bezeichnen!!!

Unsere Kirche besagt vieles was ich nicht für sonderlich gut heiße, ich frage mich wie soll man sich daran ein Beispiel nehmen, wenn der Papst
selbst Homosexualität als falsch abwertet? Ich kanns leider nicht verstehen, da ich wie gesagt jeden so akzeptiere wie er ist!!!

Um zu deinem Freund zurück zu kommen, wie du schon schreibst ist er selbst sehr katholisch. Ich nehme an genau so wurde er von seinen Eltern erzogen.
An sich trägt er deshalb vllt. gar nicht allein die Schuld an seiner Einstellung. Denn er hat es ja sozusagen so vorgelebt bekommen.

Aber trotzdem rechtfertigt dies sein Verhalten nicht. Ich meine man kann niemandem verbieten eine Meinung über ein bestimmtest Thema zu haben, und solange
er sich nicht in Gegenwart anderer negativ oder abwertent über diese auslässt solls einem egal sein.

Da er aber dein Freund ist und du ihn ja ansonsten wirklich gerne hat würde ich an deiner Stelle auf jeden Fall nochmal das Gespräch mit ihm suchen.
Frag ihn wieso genau er eine Homosexuelle Liebe als falsch empfindet? Frage was er tun würde wenn einmal sein eigenes Kind schwul oder lesbisch werden würde. Würde er sein Kind dann auf die Straße setzen?
Sag ihm das sich das keiner selbst gezielt aussucht, es entwickelt sich einfach so. Einer liebt eben Frauen, ein anderer Männer und ein wieder anderer eben beides. Ich würde auf jeden Fall versuchen ihm das nahe zu legen. Und sollten ihm dann keine Argumente einfallen wieso genau dies falsch sein sollte(wovon ich schlicht weg ausgehe, denn der Grund: “Weil der Papst oder die Kirche es auch als falsch empfindet” zählt nicht, das ist in meinen Augen kein Argument, dann merkt er vllt. selbst wie überaus negativ und unfair seine Einstellung dazu ist.

Denn wenn er so gläubig ist wie er sagt, dann frage ich mich ob er folgendes nicht weiß:" Hat Gott nicht gesagt das er alle Menschen liebt und das man seinen nächsten lieben soll?" Und unter meinen Nächsten zähle ich sowohl Heterosexuelle, Homosexuelle, Deutsch, Italiener, Russen, Chinesen,Türken, Japaner, Spanier und alle anderen Nationalitäten dieser Welt!!!

Schade wäre es natürlich wenn eine Freundschaft auf Grund einer Einstellung zerbricht, daher würde ich nochmal mit ihm sprechen, vllt. am besten alleine.

Hoffe ich konnte dir ein bisschen weiter helfen:) Grüßle Prue

Ich habe das auch schon mehrfach erlebt, allerdings meist nicht hierzulande. Das ist KEINE Frage der Religion, das ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Ich kenn gläubige liberale und intolerante agnostische Menschen. Ich kann diese Meinung auch nicht leiden, aber ich muss ehrlich sagen, dass das Teil der Meinungsfreiheit ist, die in unseren Grundsätzen nunmal verbrieft ist. Solange dein Kumpel niemandem was tut, kann er denken was er will, auch wenns (wie im Falle der Homosexualität) rückschrittlich und dämlich ist. Jeder darf hierzulande seine Meinung haben und ich persönlich finde das extrem wichtig. Auch wenn da mal einer mit ner völlig fehlgeleiteten Meinung daherkommt, er muss das Recht haben, diese frei zu äußern, solange er niemadem damit schadet.

Für dich persönlich würde ich ihm das einfach sagen. Er soll dir deine Meinung auch gönnen. Es ist manchmal gut, diese Meinung besser begründen zu können als dein “Gegner”, wie z.B. indem du darauf hinweist, dass es in jeder Spezies Homosexualität gibt (schwule Schwäne, Pinguine, Pferde), dass es bei der sexuellen Orientierung nicht nur schwarz und weiß, sondern alle Vorlieben dazwischen auch gibt und dass diese (z.T. auch nur temporär) homosexuell orientierten Individuen einen Riesen-Selektionsvorteil bieten. Junge Löwen z.B. interessieren sich lange eher füreinander als für Weibchen, jagen und beschützen für das Rudel aber wie die großen. Kein Mensch, welcher Religion auch immer, kann mir dann noch behaupten, dass schwulsein “falsch” und “nicht von Gott gewollt” ist, wenns bei JEDER Spezies vorkommt. Ich denke, dass man sich Freunde auch über Meinungsunterschiede behalten kann. Aber nur, wenn jeder dem anderen seine Meinung gönnt und sich evtl. auch mal ein Gegenargument anhört.

Damit wär ich echt vorsichtig. Es gibt ein paar Bibelstellen, die bei solchen Gelegenheiten EXTREM gerne als “Beweis” bemüht werden. Wenn das passiert, dann artets in ein richtig hässliches HickHack aus, weil jeder da unterschiedliche Interpretationen reinpackt. Lieber nicht über die Bibel, sondern über den gesunden Menschenverstand argumentieren.

Ich würde diese Diskussion gerne um 2 Fragen erweitern:
1 - Hat dein Freund, von seiner Meinung abgesehen, jemals einen Homosexuellen beleidigt/schlecht behandelt/gemieden/etc?
2 - Hast du ihn mal gefragt, ob er derselben Meinung auch wäre, wenn er nicht religiös wäre?

Nicht, dass ich eure Argumente und Beispiele nicht verstehe, ich könnte auch ein paar eigene mit dazufügen. Aber im ganzen Wahn tolerant zu sein, vergisst man schnell mal, dass jeder eine Meinung haben darf, solange er die nicht anderen aufdrücken will.
Wenn INyappis Freund sagt, er kann Homosexualität nicht nachvollziehen und für ihn ist es einfach nichts, dann ist das in meinen Augen weder eine Beleidigung an irgendwen, noch ein Grund ihm Vorwürfe zu machen. Es ist sein gutes Recht eine Meinung zu haben. Warum darf man das nur, wenn man schwul/lesbisch ist? (überspitzt gesagt)

Edit: ach, ihr wart wieder schneller … ich poste trotzdem :P

Das Problem ist, je nach dem wie streng gläubig er ist, ist da auch nicht mehr viel über den gesunden Menschenverstand zu regeln. Ich meinte auch nicht, dass sie ihn damit überzeugen soll oder anderweitig, sondern halt nur, dass sie zeigt, dass sie sich durchaus dafür interessiert, wo seine Meinung eigentlich her kommt. Die Bibel ist insgesamt sehr schwammig, weil vieles, das die Leute (besonders die Kirche) daraus interpretieren auch ganz anders interpretiert werden kann, sich gegenseitig widerspricht oder auch einfach nicht wiklich belegbar ist. Das ist allerdings bei jeder heiligen Schrift so (zumindest die, aus denen ich schon mal ausschnitte zur verfügung hatte). Die bieten alle sehr viel freiraum für Eigeninterpretation.

Wie gesagt hat diese Einstellung Schwulen gegenüber NICHTS, aber auch garnichts mit dem Glauben oder der Zugehörigkeit zu irgendeiner Kirche zu tun. Religiöse Menschen sind nicht zwingend unvernünftig und “Ungläubige” nicht zwingend tolerant. Das darf man nciht mischen.

Und nur falls es interessant ist: Die Katholiken sind BEI WEITEM nicht die militantesten. Die Bibelstelle, die ich meine, wird lieber von anderen Gruppierungen zitiert.

naja, also ich habe die “gute nachricht” bibel und da steht wirklich ganz klar
es ist falsch und man belädt sich mit gottes zorn, wenn man menschen gleichen geschlechts liebt und wenn man, aus welchen gründen auch immer seinen körper modifiziert und mit symbolen schmückt und das frauen dazu da sind, um dem mann zu dienen und kinder zu produzieren, da gibts nicht viel interpretierungsmöglichkeiten…
sorry, das hat gar nicht s mehr mit der grundfrage zu tun…

Doch, hats. Wenn du nämlich weißt, unter welchen Umständen das verfasst wurde, dann ändert sich die Bedeutung rasant. Das kann man auch einem gläubigen Menschen erklären. Vorrausgesetzt, der ist nicht doof. Wenn jemand doof ist, machts aber religiösität weder schlimmer noch besser, dann ist derjenige halt doof. Und da das hier nicht der Fall ist, kann man ihm das ja erklären.

hä??? bin verwirrt, hab ja schon was langatmigeres zu der eigentlich frage dieser diskussion geschrieben…
das viel mir gerade nur noch zu dem thema interpretation ein, vieles ist sicher nur über- interpretation, anderes leider nicht, hab so wohl die bibel, als auch den koran gelesen :traurig: engstirnigkeit… am wohlsten fühl ich mich bei buddha und den hindus aufgehoben…

“Hat Gott nicht gesagt das er alle Menschen liebt und das man seinen nächsten lieben soll?” by Prudence.

Ja, das hat mein Freund gestern abend auch gesagt (also mein Freund, nicht der Kumpel).
Leider sehe ich das genau so wie IcyCascade. Ich könnte ihn leider in einer Disskussion nicht schlagen. Er ist sehr sehr stur. Und mit Bibelstellen bräuchte ich ihm gar nicht kommen, weil ich schlichtweg nur ein paar ganz wenige aus dem Oberstufenreligionsunterricht kenne. Ich bin nicht getauft und wurde dementsprechend auch nicht religiös erzogen. Seine Erziehung hingegen ist natürlich streng religiös. Ich sags jetzt einfach: die Famile stammt aus Italien. Und der Katholizismus, den die betreiben, ist auch nicht der “normale”, den die Deutschen in den kleinen Dörfchen so kennen. Ich glaube, jemand hätte mal erwähnt, dass sich das Neo-Katholizismus nennt. Und das scheint echt extrem zu sein. Für mich einfach “außen hui, innen pfui” q_q
Ich verlier ja schon in einer normalen Disskussion immer gegen ihn, denn er räumt seine Fehler immer erst ein, wenn man es ihm klipp und klar bewiesen hat.
Klingt voll doof, ist aber tatsächlich so. Leider muss ich sagen, dass das erst so heftig ist, seit er sein Studium zum Gymnasiallehrer begonnen hat, weil er da teilweise Psychologie mitstudiert…und seit dem nervt er damit total :bleh:

Zu Steeljren’s Fragen:

1.Nein, er hat noch nie jemanden öffentlich beleidigt. Im Gegenteil!! er maht sogar noch Witze drüber. Aber keine, die sich bösartig anhören. Wir hatten in der Schule einen Typen, der war meiner Meinung total Metrosexuell. Aber alle haben zum Spaß gesagt, dass er schwul sei. Und unser Kumpel hat da auch immer mitgemacht, mit Freuden. War aber super gut mit dem “warmen Bruder” befreundet. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Vorneherum macht er Spaß darüber und redet drüber, als wärs das normalste von der Welt, aber hinterum dann solche Gedanken? o_O wth…

  1. Nee, hab ja gestern erst rausgefunden, dass er WIRKLICH diese von mir schon lange befürchtete einstellung hat. Unsere andere Freundin hat ganz schnell das Thema gewechselt, weil sie weiß, dass ich mich sonst glaub vergessen hätte…

Dann hat noch jemand (sorry, weiß grad nicht mehr we) gesagt: “Was macht er, wenn er mal schwule oder lesbische Kinder hat?”. Ja, das haben wir uns auch schon gefragt. Das wird dann wahrscheinlich so sein, dass es heißt: “Du gehörst nicht mehr zur Familia!”. Kann ich mir schon vorstellen…und das, obwohl diese Famile eigentlich total wamrherzig ist und echt…also ich kenne kaum so sympathische Leute -.-’

Als ich eure Beiträge grade so gelesen habe, hätte ich beinahe geheult echt x’D es geht mir grad so nahe .__.
Und im Moment hab ich einen recht kranken Gedanken…ich wünschte, er würde einfach selbst schwul werden -.- Dann würde er sehen, was die Religion für tolle Sachen erzählt :traurig:

EDIT:-----------------------------------------------------------------
Ihr dürft euch auch ruhig über andere Dinge zum Thema Religion etc pp unterhalten ^^ Ihr müsst jetzt nicht alle sagen “Och INyappy, das tut mir aber leid, versuch mal das und das!” ^^ Ihr könnt euch hier gerne über alles zu dem Thema auskotzen. Wenn es um Religion geht, bin ich eh immer sehr angespannt…

Ach ja. Zu der Meinung, dass nicht die Religion “Schuld” an so einer Einstellung sei: ja klar, ich stimme da zu^^ Meine Mutter wurde von meinen Großeltern auch katholisch getauft, aber in unserer Familie ist Homosexualität überhaupt kein Thema. Das ist so, basta.

Und nochmal zu Steeljren :)
“Wenn INyappis Freund sagt, er kann Homosexualität nicht nachvollziehen und für ihn ist es einfach nichts, dann ist das in meinen Augen weder eine Beleidigung an irgendwen, noch ein Grund ihm Vorwürfe zu machen. Es ist sein gutes Recht eine Meinung zu haben. Warum darf man das nur, wenn man schwul/lesbisch ist?”
(sorry, dass ich die Zitatfunktion incht so nutze, aber es geht schneller, wenn ich mir die Sätze rauskopier, als wenn ich alles drumherum löschen würde).
Das Wichtigste hab ich euch noch verschwiegen -.- Ich bin bei dem Thema selbst kein unbeschriebenes Blatt. ich war mal…wie nannten wir es so schön? “Be at the moment”. Es ist schwer zu erklären, ich will mich daran auch nicht lange aufhalten. Aber wenn schonmal eine Person aus Religiösen Gründen gesagt hat “Ihr dürft das nicht! Das ist FALSCH!” und jetzt, wo das alles eigentlich vorbei ist (aber nicht vergessen ^^), kommt wieder einer und sagt: “Das ist FALSCH!”. Klar fühle ich mich da besonders betroffen, auch wenn es mch JETZT eigentlich gar nicht mehr anspricht. Dennoch, wüsste er, was damals passiert ist…dabei hat er mich doch ACH so gern! ^__^ … -.- Das ist genau so, wie wenn jemand etwas nicht gerne isst, es aber trotzdem mitisst, wenn man ihm nicht sagt, das das Zeug in der Suppe mit drin ist. Einfach nur scheinheilig.

Was ER oder seine Eltern für tolle Sachen erzählen, bitte. Das ist WRIKLICH unabhängig von der Religion.

Ich habe einen Freund, der weiß dass er schwul ist, seit er etwa 10 Jahre alt war. Seine Eltern sind polnische Katholiken, also auch vergleichsweise Hardcore. Als ers ihnen gesagt hat, ist seine Mutter in Tränen ausgebrochen und sein Vater war sauer und wollte diskutieren. Das ist 4 Jahre her. Und jetzt? Ist es kein Thema mehr. Seine Eltern haben akzeptiert, dass er das macht, wie ers für richtig hält. Religiös ist eben NICHT zwingend intolerant.

Ich empfinde es als Definition von Toleranz, ihm seine Meinung zu lassen. Aber dass du nicht einverstanden bist, kannst du ihm sagen. Das muss er wohl akzeptieren.

Ich finde es sollte jetzt keine Diskussion untereinander entstehen Leute, der Sinn des Threads war INyappy ja vllt. auch Tips zu geben wie sie mit ihrem
Kumpel umgehen soll.
Keiner wird irgendwie abgewertet, jeder darf auch eine eigene Meinung haben und ja es hat nicht gleich zwingend was mit der Religion zu tun.
In manchen Fällen finde ich aber schon wenn z.B. jemand so argumentiert: Aber Gott sagt…aber in der Bibel steht…usw.

In anderen wiederrum ist es einfach die persönliche Einstellung. Ich selbst bin zwar auch eher der Skeptiker, toleriere aber auch Leute die an eine Religion glauben, viele Menschen in meinem Umkreis tun das und ich würde deren Ansichten auch nie abwerten.

Aber in dem Fall von INyappys Freund wissen wir das ja nicht. Vielleicht hat es auch gar nichts mit seiner Religion zu tun sondern es ist schlicht weg seine Einstellung. Ein wenig Toleranz würde ich mir da von seiner Seite wünschen, aber wenn er letzten Endes bei seiner Meinung bleibt muss man ihm diese auch gewähren.

Am besten fände ich INyappy wenn ihr beiden euch nochmal ganz in Ruhe zusammen setzt und euch aussprecht, vllt. findet ihr einen guten Weg eure Meinungsverschiedenheiten zu lösen, zumindest so weit das keiner den anderen in irgendeiner Weiße verletzt.
Auf jeden Fall wünsch ich dir das von ganzem Herzen, denn Freunde zu verlieren ist schlimm* —weiß das—*

Um zu verdeutlichen, wie viel die Intolleranz mit dem Glauben zu tun hat:

Die Nordelbische Landeskirche (ev.-luth.) hat einen schwulen Probst.
Das ist das höchste Amt “unserer” Konfession.

Ich habe mich selbst viel mit dem Thema Homosexualität auseinandergesetzt, genauso wie mit dem Thema Homosexualität. Mein Partner studiert evangelische Theologie auf Pfarramt, sprich: Er wird nach seinem Studium als Pastor in den Gemeindedienst gehen. Er hat mehrere homosexuelle Kommilitonen und Dozenten, die sich offen dazu bekennen.
Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es auch unter Katholiken nicht unbedingt anders zugeht (ich weiß, dass ist eine total dämliche Formulierung, aber ich denke, jeder weiß, was ich meine).

Jeder steckt seine Toleranzgrenze anders ab und das ist etwas ganz persönliches. Wenn jemand einen regelrechten Ekel dabei verspürt, während er sich vorstellt, zwei Männer oder zwei Frauen würden intim miteinander wären, dann ist es meiner Meinung nach für diese Person in Ordnung und das muss man genauso tolerieren. Das heißt nicht, dass ich es in Ordnung finde, dass man sich offen feindlich einer Gesellschaftsgruppe entgegenstellt und ich denke auch nicht, dass es gleichzusetzen damit ist.

@ inyappi

hmm, musste grad lächeln, als ich deinen letzten satz gelesen habe, ich lese nämlich gerade ein buch über die menschliche psyche:
oft sind wesenszüge, die wir an anderen als extrem störend oder obszön finden , ein hilferuf unseres innersten, das eigentlich gerne genau das gleiche machen wollen würde, es sich aber aufgrund äußerer einflüsse nicht traut und stattdessen gegen dieser person immer größere abneigung entwickelt…

Omg ihr postet so schnell @.@ Ich geh erstmal hierauf ein.

Ja ich weiß, es ist nicht die RELIGION an sich…aber die Art, wie manche Leute es ausleben. Darauf will ich doch aber auch gar nicht hinaus X’D

“in Tränen ausgebrochen und Vater wollte diskutieren?”. Wie nett. Die Mutter meiner damaligen Freundin wollte sich das Leben nehmen und ihre Vater sagte: “wenn du das machst, bist du nicht mehr meine Tochter”… autsch.

so jetzt les ich weiter ihr Vielschreiber xD <3

Ja, der Vater meinte: “Das kann nicht dein Ernst sein, mach das nicht, wir wollen das nicht.” blablabla. Mein Kumpel ist der toleranteste, entspannteste Mensch, den ich kenne, der meinste nur: Mei, der kapiert das halt nicht, dafür isser zu alt. :wiiii: Er hat sich nicht auf die Diskussion eingelassen und inzwischen ist seine Orientierung kein Thema mehr. Klar, seinem Vater wärs immer noch lieber, wenns anders wär, aber er lässt seinen Sohn auch in Ruhe und nervt ihn nicht mit Moralpredigten. Und seine Mutter ist inzwischen der Ansicht, dass alles in Ordnung ist, solang ihr Sohn gesund und glücklich ist. Auch sie hätts lieber anders, aber das ist nicht schlimm. Sie nehmen es so, wies ist.

So okay EDIT @.@

Zur Religionsfrage:
Ich kenne ebenfalls einen evangelischen Pfarrer, der auch total locker ist und niemals so eine Einstellung teilen würde. Außerdem war unsere katholische (!!) Religionslehrerin von der Seite her auch schwer in Ordnung (was die Pädagogik angeht leider nicht :I). Sie erzählte uns mal, dass sie, als sie mit ihrem Theologiestudium begonnen hatte, ein einschneidendes Elebnis hatte, was sie eigentlich ihres Glaubens beraubte. Sie hat es dann dennoch durchgezogen und war somit am Ende ganz sachlich. Unser Unterricht war auch eher Ethik anstatt klassischer Religionsunterricht ^^

Und ich bin mir zu 99% sicher, dass diese Einstellung einzig und allein von seinem Glauben herrührt. Denn er ist ja auch in anderen Bereichen so streng. Keusch bis zur Ehe. JEDEN Samstagabend in die Kirche, egal, wer Geburtstag hat oder wo sonst noch so was abgeht. Da wird alles stehen und liegen gelassen. Naja…und dann noch so kleine aber sehr eindeutige Äußerungen, gerade im Religionsunterricht, wo sich der großteil der Klasse echt an den Kopf klatschte, weil es einfach mit dem gesunden Menschenverstand nicht zu vereinbaren ist. Ich bin zwar nicht religiös * (sagen wir mal, nicht fromm christlich^^ allerdings sehe ich beispielsweise die 10 Gebote schon als sinnvoll an. Würden sie auch eingehalten werden, wärs noch besser -.-)* , aber das heißt nicht, dass ich nicht doch an eine höhere Macht glaube. Mein einziges Problem: ich brauche dazu keine Kirche und niemanden, der mir vorschreibt, wie und an was ich zu glauben habe. “Liebe deinen nächsten”, jawohl! Ach…aber die Homos lass mal weg…+ andere “Randgruppen”

und wieder will ich es nicht verallgemeinern, ich weiß, dass jeder seine freie Meinung hat und JA solange er es nicht öffentlich kundtut, solls mir egal sein…SOLLTE. Aber ich krieg es nunmal nicht mehr aus dem Kopf. Ich hab ihm auch an den Kopf geworfen, dass ich es “gut” finde.dass er die “Menschen dennoch achtet”. Was auch immer er darunte versteht. Alles andere würde für mich in die Spalte “Nazi” fallen. und das meine ich leider todernst :(
Wie waar das damals? Kategorien, nach denen man die Leute in die Arbeitslager schickte? “Juden, Behinderte, Schwule…?”.
Damit KANN ich mich einfach nicht abfinden. Und obwohl ich immer versuche, beide Seiten zu verstehen, es geht nicht. Nicht bei so etwas.
Ich glaube, ich werde in Zukunft, wenn er jemals wieder so etwas sagen sollte, aber wirklich ein paar der Argumente anbringen, die ihr jetzt genannt habt.
Es hat mir allgemein schon sehr geholfen mich einfach nur darüber auszusprechen .___.’

Ihr könnt den thread auch noch weiter damit vollschreiben :D

Und da hat dein Freund wirklich Glück!! ^^ Wenn es doch nur immer so laufen würde…aber manche Menschen sind einfach so voreingenommen und stur…

Die Sache ist die: Natürlich kann man mit Bibelstellen argumentieren, denn es steht tatsächlich drin (Lev 18,22 und Lev 20,13) Gleichzeitig werden im Alten Testament aber ebensoviele Dinge verboten, an die zu unterlassen heute niemand mehr denken würde bzw. Dinge erlaubt oder sogar explizit vorgeschrieben, die nach heutigem Recht und moralischem Empfinden nicht mehr gelten können (wie beispielsweise Sklavenhandel, das Verbot, Kleider zu tragen die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind etc.). Insofern muss man konsequent sein: Entweder man hält sich an alle alttestamentarischen Regeln oder man ignoriert sie zu Gunsten des geltenden Rechts und Moralvorstellung. Ein alttestamentarisches Gesetzt zu zitieren als Beispiel, dass die Bibel Homosexualität verbietet aber im nächsten Atemzug Salami oder Blutwurst zu essen (der Genuss von Blut ist ebenfalls verboten) oder einer Frau während ihrer Periode die Hand zu schütteln und mit ihr zu sprechen ist heuchlerisch.

Jeder der sich hinter seiner Religion versteckt um seine eigene bigotte Meinung zu rechtfertigen ist sehr arm dran.

Ich denke, in diesem Fall ist es wirklich schwierig - man müsste sich mal mit ihm zusammensetzen und es mal ernsthaft diskutieren, warum er diese Einstellung hat, denn einfach nur zu sagen “die Bibel sagt” ist ein bisschen zu einfach.