Die beste Reli-Lehrerin, die ich hatte, war lesbisch. Und katholische Religionslehrerin. Die konnte einem wirklich erklären, warum sie bei dem Verein bleibt. Wollte sie nämlich heiraten, würde sie ihren Job verlieren, da die katholischen Lehrlizenzen vom Vatikan vergeben werden.
Das alte Testament ist für Christen egtl nach der Lehre Jesu eh weitgehend obsolet, wie Argendriel sagt. Und ich bin da mit ihr einer Meinung: die Kirche vorzuschieben, ist bigott. Man kann jeden Sonntag in die Kirche, dem Verein mit Absicht angehören und es TROTZDEM besser wissen. Entweder, man bringt die Einstellung schon selber mit oder nicht. Das kann die Kirche nicht mehr so in die Köpfe zementieren.
Danke für diese Infos. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass sie stimmen xD das ist doch echt mal ein super Argument und da schließe ich mich dir auch sofort an!! Das merke ich mir auch für eine etwaige Konversation mit meinem Problemkind. Ändern kann ich seine Einstellung wahrscheinlich eh nicht, aber wie schon gesagt wurde, vllt denkt er dann wenigstens mal drüber nach.
und nochmal zur Kirche:
ich hab auch immer an den Schulgottesdiensten teilgenommen ^^ Der fand auch immer in einer evangelischen Kirche statt mit evangelischem Pfarrer. Ich kann jetzt nicht viel dazu sagen, ob der Gottesdienst mit katholischem Hintergrund weniger schön gewesen wäre.
Das ist es ja aber grade. die Gottesdienste WAREN schön! Singen, ein paar nette Worte, eine Predigt, gemeinsames Gebet (was ja doch irgendwie ein Zusammengehörigkeitsgefühl hervorruft), kurze theaterstücke ber Nächstenliebe usw. Aber was steckt dahinter? Manche Menschen sind einfach zu extrem.
Wie ich schon sagte, ich meine zu wissen, dass mein Kumpel keinem"normalen" katholischen Verein angehört ^^
der kirche angehören…
ich bin bis zum konfirmanden unterricht JEDEN sonntag in die kirche gegangen, hab mich da wohl behütet gefühlt und auch wirklich gerne zugehört,
da ich in italien sehr viele liebe bekannte habe und mir da die einstellung zur religion bei denen, die ich kenne sehr gefällt.
bis zu dem einen tag, als mein lieber ortspfarrer zu mir sagte:
das ist nur ein job, ich kriege mein geld dafür, ich könnte genauso auf den bau gehen… aber nun ist das nun mal mein job. ???
und das war noch das harmloseste , von dem was er sagte, seitdem ist der für mich echt gestorben.
Ach ja und würde ich ihm beispielsweise sagen, dass “Gott sagt es so!” oder “So stehts in der Bibel!” für mich kein wirksames Argument ist, würde er dennoch darauf beharren. einen streng Gläubigen kann man wohl schlecht mit dem Argument “Aber Gott sagt das doch gar nicht” oder “Den gibt es NICHT!!” überzeugen.
Das würde mit getrennten Wegen enden. Oder einem schwer gestörten Verhältnis. Ich will ihm seinen Glauben ja auch nicht ausreden, jedem das Seine, aber die Einstellung Homosexuellen gegenüber ist einfach unverzeihlich.
Wie gerne würde ich ihm einfach diesen Thread hier zeigen x’D aber das würde unsere Freundschaft zerstören. Das ist echt eine Zwickmühle .__.
Wie gesagt, ich kann dich zwar verstehen, aber ich denke immer noch, dass man Freunden, an denen einem was liegt auch Meinungen lassen muss, die man selber nicht so gut findet. Du wirst ihn eh nicht überzeugen. Also weise ihn bei Gelegenheit drauf hin, dass du seine Einstellung zu dem Thema untragbar findest und versuche, ihn trotzdem zu akzeptieren.
Ja ich sagte doch, dass ich ihn nicht umkrempeln werde! Wie oft noch? xD Und abschießen kann ich ihn auch nicht!
Ich wollte eigentlich ja eher hören, ob ihr ähnliche Erfahrungen habt ^^ Ihr solltet nicht als meine Seelsorger dienen ^^
Ich hab die Erfahrung auch mit mehr oder weniger engen Freunden gemacht. Ich hab es dann immer so gehandhabt, wie ichs gesagt hab. Damit hab ich sie als Freunde nicht verloren, musste mir die für mich zutiefst falsche Meinung nicht ständig anhören und jeder wusste, woran er war.
ich bin da ein bisschen radikaler:
hab erst jetzt nachschweren schicksalsschlägen wieder ordentlich in meinem freundeskreis saubergemacht.
es tut weh, wenn man angefangen hat, jemandem zu vertrauen, mti einer freundschaft abzuschließen und sich von der person abzuwenden,
andererseits ist das eigenglück wichtiger (auch wenn sich das jetzt nach ner absoluten ego einstellung anhört), aber ich hätte immer so einen fiesen beigeschmack, weiter etwas mit einer person zu unternehmen und könnte so eine aussgae auch nicht vergessen. wenn das letztendlich nicht mehr tragbar ist, ist ein ende mit schrecken besser, als ein schrecken ohne ende.
auch wenn es einem selbst und den menschen, die es betrifft erstmal wehtut.
ansonsten kann ich nur sagen, und das sage ich auch zu anderen bekannten: wir können gerne etwas unternehmen und spaß miteinander haben, aber lass mich mit deiner religion und deinem fleischessen und was weiß ich sonst noch einfach in ruhe!
Das war kein Vorwurf ^^ Ich freu mich ja schon voll, dass sich so viele auch für das Thema zu interessieren scheinen ;) Das ist sehr wichtig.
Und wie gesagt, es hat mich schon ein bisschen bestärkt :) Und ihr habt mich auch überzeugt, dass ich seine Meinung leider Gottes (?!) akzeptieren MUSS, auch wenn die meiner Meinung nach einfach “falsch” ist. Ich sagte grade zu meinem Freund: "Das ist genau so eine ewige Disskussion wie mit Rauchern! Sowohl die Nichtraucher als auch die Raucher sind von ihrer eigenen Meinung überzeugt. Während die Nichtraucher aber auf jeden Fall die stärkeren Argumente haben (gefährdet die Gesundheit des Rauchers, die Umwelt, kostet Unmengen von Geld UND schädigt vor allen Dingen die Passivraucher…die armen KINDER), können die Raucher nichts anderes sagen als “Ja und? Ich machs trotzdem! Ich BRAUCHE DAS”.
Dieses “Argument” ist für mich genau so falsch, wie wenn mein Kumepl zu mir sagt “Das ist so, weil Gott es so sagt.” Es IST kein Argument, sondern ein Irrglaube .__.
Eventuelle Raucher sollen sich jetzt bitte nicht beleidigt fühlen ^^ ich komme selbst aus einer “Raucherfamilie”, wurde in meiner Kindheit zugepestet, aber als ich älter wurde und meine Kopf benutzen konnte, haben meine Mutter und ich einen Kompromiss gefunden. Sie niemals mehr in unserer Wohnung. Und das hält sie auch schon seit Jahreein (Danke Mami <3).
Ich weiß, das ist mehr oder weniger subjektiv, aber in meinen Augen, haben die, die sagen wir mal die vernünftigsten Argumente vorbringen können auch die, die im Recht sind. auf der anderen Seite weiß ich auch, dass Rauchen eine Sucht ist und dass nur unter bestimmten Umständen zu bekämpfen ist. Und genauso ist die Einstellung diese Kumpels. Ja, es kommt natürlich durch die Erziehung, aber die ist mir einfach tu extrem und ich kann nicht anders, als das zu verurteilen (zumindest wenn es um solch Menschenfeindliche Aspekte geht).
Ich glaube, man versteh nicht so recht, was ich damit sagen will x’D Sorry, ich werde ein bisschen unkonzentriert^^°
@InkedChaos:
Mal schauen, was die Zukunft bringt. So wie ich mich im Moment fühle, wird das nicht sauber vom Tisch gehen…ich merks grad schon. Wir chatten in Skype, aber ich kann nich anders, als abweisender zu sein, als sonst. So auf die Art “Strafe muss sein” oder so… .__.
mein bester freund oder besser einziger richtiger vertrauter und ich haben uns auch sehr übel in der wolle gehabt wegen nichts (zitat von ihm: du bist der größte fehler meines lebens). wir haben beschlossen, einfach mal etwas abstand zu nehmen, uns mal zwei wochen nicht zu sehen und dann wieder vorsichtig anzufangen. alles braucht seine zeit und wenn euch beiden eure freundschaft wichtiger ist, als eine einstellungssache dann wirds auch wieder…
es wär auch verkehrt im ersten zornigen moment etwas überstürztes zu machen…
Ja so sehe ich das auch^^ Das ist es mir auch nicht wert. aber ich fühle mich dennoch etwas hilflos…
Vllt bietet sich irgendwann mal die Gelegenheit dazu, darüber zu sprechen…in 100 Jahren >_<
Mein Thema wäre also erstmal abgeschlossen, es sei denn, jemand hat noch was ganz Wichtiges auf dem Herzen ^.^
wie gesagt, ihr könnt euch hier über das Thema austoben, wie ihr lustig seid.
eine Frage Off-Topic:
Ist mein Signatzrbanner noch sichtbar? XD Ich seh ihn noch, aber das heißt ja nichts. Ich traue diesen Picture Uploadseiten nicht über den Weg xD
Ich denke schon, dass Homophobie ihren Ursprung in der Religion hat. Eine Religion ist ja erst einmal nichts anderes als ein Gesellschaftsentwurf. Wie haben wir uns zu verhalten? Was haben wir zu denken? Was sind unsere Werte?
Gerade wenn sie traditionsreich, alt und dann auch noch aufgeschrieben steht (“schwarz auf weiß”) stecken manche Menschen im Dilemma zwischen der Tradition, die sie nachlesen können, und den Werten der Jetztzeit, die sich in einem ständigen Wandel befinden. Die haben mit so ziemlich allem ein Problem, das plötzlich aus seinem Nischendasein kommt.
Ich finde es nicht schlimm, eine Religion für seine Meinung zu gebrauchen. Nichts anderes tun wir, wenn wir der Meinung sind, tolerant sein zu müssen. Nur dass unsere “Religion” eben anders heißt. Wir stehen ja nicht alle alleine mit unseren Meinungen dar, sondern tun uns in Grüppchen zusammen, die alle irgendwo schlüssige Argumente für und wider haben.
Mein Freund zum Beispiel hat am Anfang unserer Beziehung (also vor x Jahren) ständig gegen Schwule gewettert und hatte sogar richtig angst vor denen, weil er irgendwie zu glauben schien, dann ihm jeder schwule Kerl sofort an den Hintern wollte. Er stammt aus einem Kulturkreis, in dem die Männlichkeit mit Wodka, Muckis und einem Haufen Weibern gleichgesetzt wird.
Eines schönen Tages ging mein Freund mit einem gemeinsamen Freund von uns joggen. Zu jenem Zeitpunkt hatte letzterer den Entschluss gefasst, sich offiziell vor seinen Freunden zu outen. Tja… Mein Freund ist natürlich aus allen Wolken gefallen, hat mir ganz groß davon berichtet. Seitdem sind Schwulitäten für ihn kein großes Thema mehr, sondern Normalität und damit langweilig.
Ulkigerweise lebt er in einem partitiell katholischen Haushalt, wo Homosexualität schulterzuckend abgetan wird. “Jeder nach seiner Facon”.
Ich persönlich würde nicht “Freundschaft kündigen” wegen einer Lappalie wie einer anderen Meinung als die eigene. Wie man an IcyCascades Erläuterung (oder meiner) sieht, löst sich vieles einfach von selbst, wenn Personen mit der Realität konfrontiert werden und feststellen, dass es doch nicht so schlimm ist, wie sie es sich immer ausgemalt haben.
Nur sollte man auf keinen Fall penetrant sein, denn das schürt unter Umständen Hass. Abneigung und Hass sind immer noch zwei verschiedene Dinge.
Also, der Wodka und die Männlichkeit klingen für mich jetzt nicht wirklich nach Religion. O.o
Ich denke, dass Homophobie zu großen Teilen eine Mischung aus Misstrauen dem Fremden gegenüber und Gerüchten sind. Die Leute mögen schlicht und ergerifend die Vorstellung nicht und könnens sicht nicht für sich selber vorstellen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das nichts mit der Religion zu tun hat. Wir haben vor allem instinktiv erstmal Angst, was wir nicht so genau kennen und was sich von uns unterscheidet. Das ist in allen Kulturen dasselbe. Toleranz ist dann die Eigenschaft, die Andersartigkeit anderer Menschen zu akzeptieren und sein eigenes Misstrauen zu überwinden. Das kann man auch dadurch erreichen, dass man Bekannte hat, die man mag und die eben in der einen Eigenschaft anders sind.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht das hauptsächlich religiöse Familien eher homophob sind. Sicher kommt sowas auch anderswo vor, wenn es einfach nicht mit der persönlichen Einstellung zusammenpasst. Klar finden auch einige nicht religiöse Menschen Homosexualität so abstossend das sie sich mit Homosexuellen gar nicht erst näher befassen möchten. Das kann genauso zu Intoleranz führen.
Glücklicherweise ist meine Familie, also meine Eltern, mein Bruder und meine Grossmutter mütterlicherseits sehr tolerant. Im gegensatz zur Familie meines Vaters, zu denen ich daher auch den Kontakt grossteils vollständig abgebrochen habe in dem ich weit weggezogen bin.
Ich komme aus einer katolischen, sehr konservativen ländlichen Kleinstadt. Kann man sich also vorstellen wie so ‘normale’ Leute reagieren wenn plötzlich jemand in der Familie Homosexuell ist. ^^’
Ich hatte schon schwule Kumpels bevor ich selbst wusste das ich Bisexuell bin und die haben sich bei uns im Ort immer recht bedekt gehalten weil man Angst haben musste ausgegrenzt zu werden. Warscheinlich auch ein grund warum ich nichts von Religion halte.
Es ist natürlich sehr schade wenn du dadurch solche Meinungsverschiedenheiten mit deinem guten Freund hast. Ich würde dir auch nicht empfehlen direkt die Freundschaft aufzugeben, allerdings wirst du seine meinung auch nicht ändern können. Wenn er so erzogen ist ist das ziemlich festgefahren, da wirst du kaum eine Chance haben, selbst mit gut geführten Diskussionen nicht.
Ihr könnt nur versuchen die Meinung des jeweils anderen zu akzeptieren und am besten nicht über solche themen zu sprechen. Sonst werdet ihr da sicher immer wieder aneinander geraten.
Meiner Meinung nach sind Religion und Toleranz zwei Dinge die einfach nicht zusammenpassen. Und das beweist auch unsere liebe katholische Kirche nicht nur gegenüber Schwulen und Lesben.
Das sich das jemals ändern wird halte ich für fraglich. Naja. Mein Senf.
Du musst genau lesen, IcyCascade , was ich eingangs und was ich in Bezug auf den KULTURkreis meines Freundes schrieb.
Selbstredend ist Sexualität ein wichtiger Bestandteil von Religion. Frag mal einen kopftuchtragenden Moslem mit, sagen wir mal, vergleichsweise niedrigem Bildungsniveau! Der Koran zeichnet ein ziemlich genaues Bild von Mann und Frau. Die Frau als (ungewollte) Verführerin. Der Mann als notgeiler Hengst, der seinen Blick besser gen Boden richtet, wenn er das Haus verlässt, weil er sonst an jeder Ecke in Sünde verfällt. Einige Frauen scheinen angst zu haben, in den nächsten Busch gezogen zu werden, sobald sie ihr Kopftuch abnehmen und nennen dies durch die Blume als Grund für ihr Kopftuch.
Letztens las ich in irgendeinem Forum über eine Katholikin, die ihre Rolle bibelkonform hinter dem Herd sah und Sozialhilfe empfing, weil sie ja noch nicht den richtigen Mann gefunden habe, den sie bekochen konnte und der für ihr Auskommen sorgte. Und die Arbeiten, die ihr angeboten wurden, dürfte sie als bibeltreue Christin ja auch nicht ausführen, weil sich das für eine Frau nicht züchtige. Auch diese Denke ist Teil einer Religion und war Teil einer Gesellschaft, aus der die Religion entsprang.
Schau mal nach Israel, was bei den super-orthodoxen Juden abgeht: das Erstrebenswerteste für einen Mann sei es, die jüdischen Heiligen Schriften auswendig zu kennen, eine Frau zu haben und einen Batzen Kinder in die Welt zu setzen. Und das machen dann auch alle mitsamt Backenlocken, weil das ihre Rolle als “guter jüdischer Mann” ist.
Und unsere Homosexuellen in der jüngsten Vergangenheit? Abgesehen von gesellschaftlichen “Pflichten” hatten gewiss nicht wenige vor dem Zorn Gottes Angst und schämten sich für ihre “falschen” Neigungen.
Alles Rollenbilder.
Ich finde schon, dass Religion und Toleranz zusammenpassen könnten, Sen . Die Kirche ist ja erst einmal nur eine Institution, während die Religion erst durch ihre Anhänger lebt und geformt wird. (Die Bibel ist nicht das Christentum.) So gibt es innerhalb von Religionen verschiedene Strömungen. Die einen sind aufgeschlossener, die anderen konservativer. Wieder andere gründen eigene Religionen.
Ich kenne absolut niemanden der durchweg konsequent tolerant ist. Ob gläubig oder nicht. Du etwa?
Auch weiß ich nicht, in welchen “Bildungsgruppen” ihr euch aufhaltet. Dort wo ich mich rumtreibe, ist das Bildungsniveau recht hoch. Und selbst dort hocken tiefgläubige Menschen. Aber ich kenne trotzdem niemanden, der wirklich intolerant gegenüber Homosexuellen ist, auch wenn sie Homosexualität für nichts Gutes halten.
Sicher hat das in gewisser weise auch mit dem Bildungstand zu tun. allerdings kann man das genausowenig pauschalisieren wie alles andere.
Ich bin aufs Gymnasium gegangen in meinem Ort, und da war von Toleranz unter den duraus intelligenten Jugendlichen und deren Eltern (in kleinen Städten hast du meist grossteils Kinder von Ärzten etc auf Gymnasien, die anderen gehen oft freiwillig bis zur 10. auf die Real oder Gesamtschulen) nichts zu sehen.
Inzwischen umgebe ich mich gern mit Leuten mit ‘niedrigerem’ Bildungsstand, denn für meinen Beruf in dem ich arbeite muss man nicht studiert haben. Trotzdem herrscht hier eine unglaubliche Toleranz und Offenheit (nicht nur Homosexuellen gegenüber, sondern allgemein).
Weil ich nicht mehr in einem kleinen, konservativ katholischen Dorf wohne sondern in einer multikulturellen Grossstadt? Warscheinlich. Gehe ich jedenfalls persönlich von aus.
Ich habe auch niemals behauptet das ich allem und jedem gegenüber tolerant bin. Es gibt durchaus Personengruppen die ich verachte. Das allerdings aus gutem Grund, und nicht das jemand jetzt denkt damit wären religiöse oder ethnische Gruppen gemeint. Ich denke da eher an Drogendealer, Mörder und Kinderschänder. Da gibt es dann wirklich keine Toleranz mehr, mit Recht wie ich finde. Aber das gehört hier nicht hin, ist ein anderes Thema.
Aber es hat ja jeder ein Recht auf seine eigene Ansicht zu dem Thema. :)
Ich will dir gar nicht deine Meinung abstreiten. :)
Ich bin ein Großstadtmensch und Toleranz gegenüber Homosexualität beobachte ich hier natürlich auch bei weniger Gebildeten. Wo viele Denkweisen aufeinanderstoßen, muss ein Umdenken stattfinden, sonst ist ein Zusammenleben gar nicht möglich. In Kuhkäffern haben nun einmal die Alteingesessenen das Sagen, jeder kennt jeden und wer nicht den Normen entspricht, wird sowieso ausgeschlossen. Da muss man nicht einmal homosexuell sein.
Wogegen ich mich aber wehre, ist die Aussage, dass Homophobie nicht ihren Ursprung in Religion (Gesellschaftsnormen) haben könne. Irgendwoher muss ja das “iih” doch kommen. Natürlichen Ursprungs wird es wohl kaum sein, denn es gab Zeiten, da waren schwule Handlungen nocht anerkannt/toleriert (Knabenliebe) und biologische Nachteile haben sich daraus nicht ergeben. Einen Gott, der sich dagegen aussprach, gab es meines Wissens nach im Antiken Griechenland auch nicht.
In den Buchreligionen (im Koran jedenfalls - Bibel und Torah weiß ich grad nicht) spricht sich der Gott gezielt gegen Homosexualität aus. Seltsamerweise genau die Meinung der herrschenden Masse bzw. der religionsstiftenden Gemeinschaft. Jetzt leitet sich daraus natürlich die Frage ab, ob Religion eventuell doch nur eine Farce ist, um die eigene Meinung durchzudrücken. Ich denke aber, dass zumindest die Nachfolger und Konvertiten die Religion und den Glauben ernst nehmen und diesen Idealen folgen und diese zu ihrer Meinung machen. Insofern verbitte ich mir das “Vorschieben von Religion zur Durchsetzung der eigenen Meinung”, denn solch manipulatives Verhalten trifft wohl kaum auf eine breite gläubige Masse zu.
Es sind schließlich meist Einzelpersonen, die Glauben und Gläubiger instrumentalisieren. Ich bezweifle, dass INYappys Kumpel dazugehört.
Im antiken Griechenland herrschte die Überzeugung, daß wahre Liebe nur unter Männern existiere, das stimmt wohl. Für Frauen galt das laut dem Bericht, den ich gesehen hab, wohl nicht ganz so arg. Die Frau war da zum Kinder kriegen. Von daher waren die Griechen zwar in gewisser Weise homophil, dafür aber wohl sexistisch. (In meinen Augen nicht viel besser, aber darum gehts ja nicht.)
Früher wurde ja alles, was in der Bibel stand von Mund zu Mund getragen, weil die Bevölkerung zu größten Teilen gar nicht lesen konnte - und Latein schon gleich gar nicht. In dieser Zeit wurde der Glauben auf eine so derart mMn. abartige Art und Weise dazu missbraucht Menschnemassen zu manipulieren, daß ich schon in der frühen Schulzeit eine Abneigung gegen Kirchen entwickelt habe. Genau wie gegen Diktaturen und andere “Menschen unterdrückende” Institutionen. Sei es nun im kleinen oder im großen Rahmen.
Von daher wage ich die Aussage: Die Religion ist nur der Träger einer Ausgrenzung von Einzelnen aus der Masse, die treibende Kraft sind immer diejenigen, die es ausführen.
Es gibt selbst unter katholischen Priestern angeblich einige, die nichts gegen Homosexualität haben und solche Paare auch trauen würden, wenn sie dürften. ‘Angeblich’ deshalb, weil ich keinen persönlich kenne, sehr wohl aber schon aus einigen Ecken entsprechendes gehört habe. Was beweist, daß es auch in diesem Bereich Leute gibt, die tolerant sind und wo der Mensch und die Gesellschaft mit Einfluss auf den einzelnen Gläubigen und seine Ansicht nimmt.
Von daher halte ich mich immer an meine Position:
Glaub was du willst, behellige aber sonst keinen damit - besonders nicht mich - anderenfalls komme ich mit unsichtbaren rosa Einhörnern und fliegenden Spaghettimonstern.
Wo ich grad beim FSM bin, fällt mir dazu noch ein, daß man gerade in den USA wunderbar beobachten kann, was manche religiöse Institutionen mehr oder minder erfolgreich versuchen: die Masse ihrer Schäfchen dumm halten, damit sie glauben, was die Führer der jeweiligen Religion durchsetzen wollen.
Es verstehe mich bitte keiner falsch, denn ich lebe nach einer der klügsten Aussagen, die ich kenne: “Jeder nach seiner Facón.” Ich denke jedoch in der modernen Gegenwart hat die Religion als treibende Kraft in der Menge nichts zu suchen. Sie ist eine wunderbare Unterstützung für die Menschen, die ihrer als Stütze bedürfen und ich habe vollsten Respekt vor denjenigen, die um der Hilfe Willen den Weg des Theologen gehen, aber die Rolle als Mitbestimmer sollte ein “Glaube” (glaube im Sinne von allem, was man so glauben kann, nicht im Sinne von Religion) in der heutigen Zeit nicht mehr inne haben. Logik und Vernunftbegabtheit entwickeln sich mittlerweile auch unabhängig von einem Glauben.
Zur ursprünglichen Thematik des Threads: ich würde diesem Menschen ein mal klipp und klar (aber freundlich) sagen, daß ich seine Meinung nicht teile und nie teilen werde und daß das Thema um unser beider Freundschaft willen nicht mehr in eine Diskusion kommen sollte. Mehr kann man da nicht machen. Außer unschöne Konsequenzen ziehen, wenn er das nicht ein sieht.
Eure Äußerungen sind so durchdacht und fundiert, das finde ich echt toll!
Ich hab wirklich nicht viel Fachwissen über Religion, weil ich erstens nicht so erzogen wurde und mich zweitens auch nicht konkret dafür interessiere. Für die Mentalität und die auswirkungen schon, aber ich muss nicht wissen, ws wo in der Bibel steht. Ist aber gut, wenn das jemand weiß xD
Ich sehe das genauso: Wer die Stütze braucht, dem sei der Glaube gegönnt. Aber wer versucht, die Religion als Rechtfertigung seines Fehlverhaltens zu missbrauchen, den kann ich einfach nicht zu 100% verstehen.
Es mag subjektiv sein, aber der gesunde Menschenverstand in mir sagt nunmal: “Frauen müssen sich nicht verschleiern”, “Mädchen dürfen nicht beschnitten werden”, “Homosexuelle dürfen nicht verurteilt werden”, “Lasst die Priester doch einfach alle heiraten, dann müssen sie sich nicht an den kleinen Jungs vergehen” usw.
Es tut mir ja leid, aber solange es Menschen gibt, die die Religion missbrauchen, wäre es mir persönlich lieber, es gäbe keine .. Das lässt sich wiederum nicht mit den Leuten vereinbaren, die wirklich “fromm” sind, aber so viel Negatives, wie daraus entspringt, kann es durch das “Gute” nicht kompensiert werden.
Was leistet die Kirche? Spenden, Seelsorge…ja, das sind Dinge, die mir spontan einfallen, die ich als “gut” empfinde. Das Problem ist nur auch hier wieder: Daszu braucht man keine Kirche! Spenden kann man auch so. Seelische Hilfe kann man sich auch wo anders holen. Und es geht immer so weiter ..
Aber auch ich bin der Meinung, dass es immer auch auf die ART der Religion ankommt. Genau wie im Christentum, gibt es auch im Islam Grupppierungen, die konservativer sind und welche, die mit der Zeit gehen. Allerdings gibt es immer und überall schwarze Schafe .__.