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Ein anderer Blick auf die Anti-Baby-Pille

Hallo,

einige haben es vielleicht in den letzten Wochen und Monaten auf diversen Medienkanälen mitbekommen, dass vermehrt kritische Stimmen gegen die Anti-Baby-Pille auftauchen.
Da ich selbst Betroffen bin und lange Zeit dafür kämpfen musste, dass man mir glaubt und mich hört, möchte ich dieses Thema einfach mal hier in die Runde tragen.
Es gibt (inzwischen, endlich) dutzende Quellen im Internet, daher hier nur Beispielhaft ein paar, die sich mit dem Thema befassen:
http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/todkrank-durch-die-pille-114.html
Aktuelle Reportage zum Thema und Begleitung des Rechtsstreites, ARD


Pillenreport 2015, Auflistung der derzeit in DE vertriebenen Pillen und Angabe der Generation (=Welcher Wirkstoff verwendet wird).

Den Rest möchte ich euch überlassen, da ich auf keinen fall radikal auftreten oder missionieren will.
Ich bin nur wirklich beunruhigt, wenn ich höre, dass junge Mädchen sich die neuen Pillen Problemfrei besorgen, um schönere Haut oder größere Brüste zu bekommen. Da dahinter ein massives, Gewinnorientiertes Unternehmen (damit meine ich nicht den Hersteller der Pillen, sondern das Konstrukt aus Hersteller, Vertrieb, Ärzten, usw). steht, und jeder in der Kette sein Stück vom Kuchen abhaben möchte, arbeiten nicht alle Ärzte so Gewissenhaft, wie sie es sollten.

Und nun zum Teil, warum ich warnen möchte: Mich hätte es 2010 fast umgebracht. Bis heute können sich meine Ärzte nicht erklären, wie ich meine schwere und 3 Wochen verschleppte Lungenembolie überlebt habe. Denn so gering laut Beipackzettel die Chance, zu erkranken (0.01%), so gering auch die Chance zu überleben. Ich wurde beim Arzt nicht aufgeklärt. Ich nahm die Pille zur regulierung meiner Menstruationsprobleme, nicht der Verhütung wegen. Ich hatte ANDERE Nebenwirkungen, ging damit zum Arzt und wurde nach einem kurzen Gespräch wieder weggeschickt.
Damals kannte ich meine Rechte nicht. Heute bin ich klüger.
Damals hielt man ALLES als Auslöser für möglich, einen Zusammenhang mit der Pille wollte lange keiner herstellen.
Dem ganzen folgt ein Rattenschwanz an gesundheitlichen Beschwerden bis heute, aber das erspar ich euch erstmal.

Von daher: Schaut mal in die Liste, ob eure dabei ist. Lasst euch beraten. Besteht auf eine gute Beratung. Seid euch der Nebenwirkung einfach bewusst.

Ich hab davon zum ersten mal vor 6 Jahren oder so gehört… Als es bekannt wurde, war ich schon mehrere Jahre lang auf eines der “Problemmedikamente” eingestellt und man erklärte mir, dass wenn in den Jahren davor keine Probleme gab, es vermutlich risikoreicher sei, mich auf ein neues Medikament umzustellen. Meine Schwester hingegen wurde noch umgestellt, da sie diese Pille erst seit kurzem nahm.

Obwohl meine Pille als problematisch gilt, nehme ich sie bis heute und muss sagen… Ich hatte nie Probleme. Allerdings wurde ich auch über die Risiken informiert und habe eine Familie, die (leider) einige Erfahrung mit Blutgerinnseln hat und da ziemlich auf der Hut ist.

Man muss sich eben bewusst sein, dass die Pille ein Medikament ist und als solches durchaus gravierende Nebenwirkungen haben kann. So etwas allzu leichtfertig zu nehmen ist immer eine schlechte Idee und gerade bei neuen Patienten sollte man jetzt auch vielleicht nicht die als risikoreich bewerteten Marken nehmen. Beratung ist hier halt wichtig, aber das sollte mMn schon immer klar gewesen sein. Es sind halt keine Smarties sondern Hormonpräperate mit allem Drum und Dran.
Persönlich bin ich allerdings ein großer Fan der Pille - für mich die beste Option zur Verhütung und wie gesagt, seit vielen Jahren ohne Nebenwirkungen. Aber das gilt eben nicht für jeden, daher ist das informierte Abwägen so wichtig. Es können eben auch Fälle wie deiner auftreten, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist.

Ich benutze die Pille seit längerem, ich habe kein Problem damit und auch für mich ist sie das beste Mittel zur Verhütung.

Womit ich aber auch ein Problem habe, ist das sie zu leichtfertig rausgegeben wird. Die Pille ist ein Hormonpräparat und verändert den Körper wenn man mit ihr anfängt, aber auch wenn man sie absetzt. In meiner Schulzeit kannte ich Mädchen, die sich die Pille verschrieben liesen, weil sie meinten, sie nehmen dann ab, oder ihre Brüste werden größer. Es gab bei mir in der Klasse geradezu einen Hype, der mich schockiert hat. Denn auch Abnehmen ist eine Nebenwirkung und diese sollte eigentlich verhindert werden, indem man eine Pille nimmt, die sich für den Körper eignet. Und beim besten Willen verstehe ich keinen Arzt, der aus solchen Gründen die Pille an ein pubertierendes Mädchen verschreibt. Ich fühle mich jedenfalls bei meiner Ärztin gut aufgehoben. Sie informiert sich bei jedem Besuch über mein Befinden und fragt mich, ob sie irgendwas geändert hat / ich irgendwelche Symptome habe.

Taku, sagen die Farben in der Tabelle eigentlich noch was anderes aus, als welcher Inhaltsstoff drinne ist? Orange und grün wirken so wie schlecht und gut auf mich. Aber sonst steht ja auch keine Erkärung mehr dazu dabei.
Ah ich sehe gerade, es geht um das Trombose-Risiko.
Da kann ich aber auch noch mal, auf meine damaligen Mitschülerinnen zurück greifen. Viele von ihnen habe natürlich die der späteren Generationen genommen, da diese auch am häufigsten ausgegeben werden. Allerdings gabs damals auch einen Menge Mädels die auch geraucht haben. Liefen sie damit nicht eigentlich ins offene Messer? Da frage ich mich schon wieder, zu welchen Ärzten sie alle gegangen sind.

Habe mal nach den Nebenwirkungen gegoogelt…
Zu den noch als harmlos geltenden Begleiterscheinungen gehören: Kopfschmerzen, Depressionen, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Übelkeit etc.
Nicht ganz so häufig, aber umso schwerwiegender: Thrombosen, Lungenarterienembolien, Gelbsucht, hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Netzhautthrombosen, Krebs, Leberschaden, Diabetes, Unfruchtbarkeit usw.

Die Pille als “Schönheitsprodukt” zu bezeichnen…fast schon zynisch…aber eigentlich auch nicht verwunderlich bei der kriminellen Energie der Pharmaindustrie. Ich finde es mehr als erschreckend, dass Millionen Frauen und Mädchen dieses Gift tagtäglich unbekümmert schlucken.
Es ist ein Skandal das die Pille zunehmend als Lifestyle Produkt von den Herstellern vermarktet wird und die Medikamente wie Bonbons geworben werden, nur um junge Mädchen mit “kosmetischen Nebenwirkungen” zum Kauf zu animieren. Es ist mehr als unverantwortlich, auch von den Eltern, wenn man bereits 11 jährigen dieses gefährliche Zeug sorglos verschreibt.

Hey ich blicke da so schnell nicht durch und bin zu wenig im Thema drin, was bedeutet diese Tabelle mit den roten und grünen Marken etc?

Finde ich sehr gut, das es so einen Faden gibt!

Ich habe aus vielen der kritischen Gründe die Pille schließlich abgesetzt und werde dafür in meinem Freundeskreis ziemlich oft belächelt (besonders von der Pillen/Rauchen Fraktion, die am dringensten zuhören müsste).

Die Probleme schleichen sich ein! Ich habe seit ich 16 bin die Pille fast durchgehend genommen, ursprünglich wegen meiner (für pubertierende normale) Hautprobleme. Das Ende vom Lied war das ich mit Mitte 20 hust “Libidolos” war hust und emotional irgendwie… Gleichgültig war? Ich war nie wirklich fröhlich, obwohl ich früher ganz anders war… Aggressive und Traurige Stimmungen waren allerdings schon da. Mein armer Freund sag ich nur. Die letzten zwei Jahre habe ich die Pille übrigens im Langzeitzyklus genommen… Laut Frauenarzt gar kein Problem, aber damit wurde alles nur schlimmer.
Einige meiner Freundinnen haben arge Probleme mit der Durchblutung und Krampfadern bekommen, der Zug ist zum Glück an mir vorbei gegangen, ich hab dafür Gewichtsprobleme und Wassereinlagerungen gehabt.

Seit ich die Pille abgesetzt habe bin ich ein ganz anderer Mensch! Ich kann wieder richtig emotional sein und das auch mal wieder im positiven Sinne. Ich bin ausgeglichener, zufriedener, kann wieder richtig lachen und nehme meinen Körper ganz anders wahr. Es gab Zeiten, da hab ich immer gesucht warum ich so bin, wie ich eben mit Pille war… Depressionen? Unzufrieden mit meiner Beziehung? Bis ich schließlich den Tipp bekommen habe was die Pille so anrichtet…
Mein Körper hat bei dem Hormonentzug allerdings ordentlich randaliert xD’ Die ersten zwei Monate sah ich vor allem auf dem Rücken aus wie ein Streuselkuchen und meine Haare wurden nach einem Tag schön fettig, aber so langsam reguliert sich das wieder. Bis zu 1 Jahr kann es dauern, bis der Körper sich wieder umstellt!

Klar, Nachteil ist das man nicht mehr genau steuern kann wann die Periode kommt und ich habe nun auch Beschwerden wie Krämpfe, aber eine Wärmeflasche mit ins Bett und gut ist.

Ich bin jeden Tag aufs neue gespannt und überrascht was mein Körper so macht (Ein Eisprung kann ja zwicken :D ), weil ich ja nie einen echten Zyklus hatte. Aber ich würde nie wieder tauschen! Ich bin wieder Ich und das fühlt sich gut an!

Ich weiß aber auch, das für manche Frauen die Pille aus verschiedenen Gründen Sinn macht… aber bedenkt: Viele Frauenärzte sind seltsamerweise völlig unreflektiert Pillenfans und belächeln es eher, wenn man sich Sorgen wegen der Pille macht. Sucht euch einen, der sich nicht für einen Halbgott und Weiß hält und ernsthaft berät und die Pille nicht wie Bonbons verteilt.

Huh, das ist jetzt ein sehr langer und privater Beitrag geworden, aber bei dem Thema werde ich immer Feuer und Flamme :~D Hoffe keiner nimmt es mir übel :D

Hm, interessant. Mir ist das Thema bisher nicht aufgefallen, gut, dass du es ansprichst. Und die Story aus dem Video bzw. deine Erfahrungen, Taku, erschrecken mich zutiefst. Ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung wie leicht man die Pille heutzutage bekommen kann. Nach dem Thread hier wäre es mir allerdings viel lieber, wenn die gar nicht erst an Teenager ausgegeben werden kann.

Genauso wie Sellicious habe ich sehr früh mit der Pille angefangen, auch so um 16/17 herum (von wegen nicht an Teenager und so). Allerdings weil ich einen Freund hatte und sicher gehen wollte. Zyklusprobleme oder Akne hatte ich vorher nie, nur ein paar Pickelchen auf den Schultern und Rücken, die davon auch weggehen sollten… war so ein Argument im Gespräch mit dem damaligen Frauenarzt …
Allerdings war mir die Pille irgendwann zu teuer und ich habe eine andere verschrieben bekommen. Insgesamt hatte ich seither drei verschiedene Pillen probiert, kriege aber weder die Reihenfolge noch die Namen zusammen. Meine letzte war, glaube ich, die Yasmin. (War zwar auch immer noch teuer, es mir aber wert, weil es für mich die sicherste Verhütung war bzw. noch ist.)
Allerdings habe ich dann doch über die Jahre stärkere Schmerzen während der Periode bekommen. Gleichzeitig war meine Libido nahezu auf Null gesunken. Depressiv war auch immer wieder, allerdings hatte ich depressive Phasen schon vor der Pille und in den letzten acht Jahren lief es nicht immer so glatt wie ich wollte (Studiumabbruch, Hartz IV, lange Suche nach einer Ausbildung). Gerade wegen der Libido hatte mein Freund (Nr. 2) aber auch die Pille im Verdacht. Ich habe mir das Ganze bedacht und die Pille schließlich Dezember 2014 auslaufen lassen (glücklicherweise war da eine Packung gerade zu Ende).
Meine Libido kam nach und nach zurück. Depressive Verstimmungen habe ich immer noch, aber sie sind bei weitem nicht so schlimm, dass so ein Sprung von der Brücke attraktiv erscheint. Anfangs gingen auch die Zyklusbeschwerden auf nahezu Null zurück, stiegen dann aber wieder an und zu Sylvester hatte ich starke Probleme. Meine Frauenärztin diagnostizierte Zysten an den Eierstöcken, die mir zusehends Sorgen bereiten. Die Ärztin will aber abwarten, ob sie nicht von alleine weggehen … Mal sehen, mir graut es schon vor der nächsten Periode, ob die wieder genauso schmerzhaft wird. Ob diese Entwicklung an der Pille liegt, weiß ich nicht, wäre allerdings möglich. Wobei Zysten ziemlich häufig auftreten und nicht per se lebensbedrohlich sind (auch wenn sie es wie vieles andere auch werden können).

Interessantwerweise beschäftige ich mich moment auch mit diesem Thema.
Ich habe die Pille genommen, seit ich 15 bin. ich habe sie damals aus medizinischen Gründen bekommen. ich hatte damals (wie heute) so schlimme Regelschmerzen, dass ich pro Monat 3 Tage in der Schule gefehlt habe. Das scheint wohl in der Familie zu liegen =( Mit der Pille wurde es so weit besser, dass ich deswegen keine Fehltage mehr hatte. Was leider auch bei mir in der Familie liegt sind Schwindelanfälle. Meine Mutter hatte das, bis sie Mitte 20 war. Ich war deswegen schon bei mehreren Ärtzen und die sagten alle sie könnten nichts machen. Lange habe ich mir nicht mehr viele Gedanken darüber gemacht.
Mit 20 hatte ich dann irgendwann die Pille im Verdacht. Als ich meine Frauenärztin darauf angesprochen habe meine sie das könnte nicht sein. Außerdem schien sie nicht sehr erfreut und meinte ich soll aus sie hören, sie ist schließlich Ärztin. (!?) Mit 21 habe ich die Pille dann einfach mal auf eigene Faust abgesetzt. Und es ging mir tatsächlich besser (nach 2 Monaten). Leider kamen damit auch die heftigen Schmerzen zurück. Außerdem kam mein Zyklus wieder zum vorschein, der eher 6 Wochen dauert. (Das hat meinen Freund erstmal erschreckt.) Ich bin also zurück zu meiner Frauenärztin , die mir dann sagte es wäre Zufall. Als ich dann ein Beratungsgespräch zum Thema Verhütung bei ihr hatte meinte sie ich soll doch einfach googeln, was es gibt und ihr dann sagen wofür ich mich entschieden habe.
Mittlerweile habe ich eine andere Frauenärztin und nehme eine andere Pille mit einer anderen Zusammensetzung. Bisher geht es mit damit sehr gut (nach 4 Monaten).

Ich bin (leider) was Medikamente angeht kein unbeschriebenes Blatt was Medikamente angeht. Bei anderen Medikamenten habe ich erlebt wie grade zu Anfang sehr auf Nebenwirkungen geachtet wird. Außerdem wird jedes Mal, wenn ewas krankheitsmäßig passiert, erstmal kritisch hinterfragt, ob es vielleicht am Medikament liegt. Aber wenn man in 3 Monaten 2 mal im Krankenhaus ist, weil man umgekippt ist fragt niemand ob es vielleicht eine Nebenwirkung der Pille ist, wenn sonst nichts anderes festgestellt werden kann.
Ich glaube das wichtigste bei der Sache, dass man sich von Anfang an einen kompetenten Arzt sucht, der die Pille wie ein Medikament behandelt. Denn genau das ist das Problem. Es ist ein Medikament. Es können einige weniger schlimme und schlimme Nebenwirkungen auftreten können. Es gibt viele Frauen, die keine Probleme damit haben , aber auch Fälle, in denen Nebenwirkungen auftreten. Und das sollte den Leuten auch so mitgeteilt werden und mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken.

Entschuldige, ich hab den Thread über die Feiertage/Con ein wenig aus den Augen verloren.

Die Tabelle gibt an, welcher Generation die jeweiligen pillen angehören. Generation gibt jeweils an, welche Wirkstoffe verwendet werden. Unter anderem. Und das ist ja der kritische Punkt :)

Je nachdem, wo du hingehst kommst du in die Praxis, sagst, dass du die Pille willst und kriegst vom Assi ne Packung in die Hand gedrückt.
(Extrembeispiele. Wie bei allem. Und ich möcht nochmal betonen, dass es nicht nur negativbeispiele gibt. Aber wenn man sich als Teenager/junge Frau nur kurz auf das Gespräch vorbereitet, ist es kein großes Problem, an die Pille zu kommen.)

Ich gehöre zu jenen Personen, die noch nie die Pille genommen haben (Verhütung war bisher bei mir noch kein Thema und ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen, dass man die Pille auch für was anderes verwenden kann), und ich muss zugeben, ich hatte bisher keine Ahnung, was für Nebenwirkungen die Pille hat/haben kann. In Biologie haben wir viel über verschiedene Verhütungsmittel gelernt, aber Risiken und Nebenwirkungen waren nicht dabei, was ich persönlich eigentlich schlimm finde.

Besonders schockiert mich allerdings, was ich in der Doku, die Taku gepostet hat, gesehen habe und was ich hier gelesen habe, wie nonchalant die Pille ausgegeben wird und vor allem, wie wenig über mögliche Gefahren informiert wird. Und diese sind ja anscheinend nicht eben gering. Was mich persönlich angeht ist die Pille damit wohl für mich aus der Liste der möglichen Verhütungsmittel rausgefallen. Wobei ich zugeben muss, dass die Idee, die Pille zu nehmen mich nie sehr begeistert hat, aber die Nebenwirkungen, die sie haben kann, möchte ich ehrlich gesagt nicht riskieren (auch, wenn die Wahrscheinlichkeit vielleicht nicht hoch ist).

Ich seh das ähnlich wie Ariana.

Wir hatten sogar eine Gesundheitswoche und ein Tagesseminar war über verhütung.
Dort wurde allerdings nur erwähnt: “Klar, die pille hat Nebenwirkungen, aber die sind sooo unwahrscheinlich, außerdem, was im Leben ist ohne Risiko?” Während die meisten meiner Klasse lachten und ihr zustimmten, war ich entsetzt. die Pille in einem Raum voll 30 Mädchen (Mädchengymnasium) so herunterzuspielen, fand ich schrecklich!
Ich habe was von den Nebenwirkungen gehört, aber ich fürchte, wenn man solch eine Beratung von der Gesundheitsberaterin bekommt, wie mein gesamter Jahrgang, (mehr als 90 Mädchen),googelt man als 15/16-jährige gar nicht erst nach, sondern rennt zum Arzt.
Eine front, die einen dann auch nicht aufzuklären scheint.

Mal so meine persönliche Erfahrung dazu:
Ich hab erst mit ende 19 angefangen die Pille zu nehmen, da war ich also shon aus dem ganzen Hormonchaos der Pübertät raus und wieder ein wunderbar ausgeglichener Mensch. Als ich angefangen hab mit der Pille hab ich das Gefühl gehabt (mein Freund auch) das ich nen echt krassen Persönlichkeitswandel abgekriegt hab. Ich bin bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausgebrochen, hatte mehrere depressive Phasen und bin insgesamt sehr emotional insatabil und extrem sicherheitsbedürftig geworden. ich hab nach etwas mehr als einem Jahr die Pille dann wieder abgesetzt und nach drei Monaten war alles wieder halbwegs normal.
Also ich bin absolut kein Fan von zusätzlichen Hormonen für den Körper, wir Frauen sind doch eh schon Hormongebeutelt. Ich werde auf eine alternative zur Spirale umsteigen, die besonders für junge Frauen, die noch nicht schwanger waren geeignet ist. Das ist Hormonfrei und ich muss mir keine Gedanken drüber machen die nächsten Jahre. Außerdem ist diese Kette genauso sicher wie die Pille.
Also ich würde jedem (gerade im Anbetracht von dem, was hier ansonsten im Thread geschrieben wurde) mal drüber nachzudenken, ob es nicht Alternativen gibt. Ich finde es gruselig dem Körper vorzumachen er wäre schwanger, auch angehende Medizinerin.

Sehr interessanter Post.
ich nehme die Pille seit ich so 13 oder 14 bin (bin jetzt fast 19). Ich habe eine Blutgerinnungsstörung, die sich aber nur auf das Menstruationsblut auswirkt (also ich Blute wie sau :'D) und habe dazu eine hormonolle Störung, dass ich sehr sehr lange blute (extremstes: 1 Jahr lang schmierblutung und normale -.-"). Deswegen ist die Pille für mich essentiell. Spriale kommt bis jetzt für mich persönlich einfach noch nicht in Frage.
Es gab eine Zeit, da war ich psychisch sehr instabil, daraufhin haben wir auch einen Pillen wechsel gemacht. Es wurde danach besser, jedoch war ich auch in Behandlung, also weiß nicht, in wie fern die Pille da schuld war. Vor allem weil ich die Pille länger schon genommen hatte. Auch gesundheitlich bin ich top fit.
Ich habe von dem Problem davor schon gehört, aber bis jetzt fällt auch der Frauenärtzin keine andere Lösung für mein Problem ein.

Und nochmal zu der Tabelle: Ich nehme jetzt zum Beipiel die Zoely, die orange ist. Bedeutet dass was schlechtes oder was bedeutet das? :0

Als Taku diesen Thread eröffnet hatte, wusste ich noch nicht, dass ich auch betroffen bin. Inzwischen weiß ich es und ich möchte ein bisschen was dazu schreiben, denn auch ich wäre heute dank der Pille evtl tot.

Ich habe die Pille jetzt 7 Jahre lang genommen. Eine eher wenig dosierte Standardpille der 3. oder 4. Generation, also auf jeden Fall Teil der Problemgruppe. Genommen habe ich sie zur Verhütung.

Nebenwirkungen hatte ich eigentlich immer nur zwei: Ich habe von Koffein schlimme bohrende Kopfschmerzen bekommen und ich mochte keine Pilze mehr. Naja, dann eben Decaf Kaffee und keine Pilze und gut war.
Gewichtsprobleme, Depressionen, Klumpen in den Adern, all das hatte ich nie.

Irgendwann wurde ich dann doch mal irgendwie seltsam krank. Meine neuen Ohrlöcher heilten einfach nie. Und irgendwie lief es auch nicht so im Leben, ich jammerte den neuen Hausarzt voll. Der stellte eine Schilddrüsenunterfunktion (nur noch halbe Kapazität) und Antikörper fest, also Hashimoto. Tabletten bekommen, alles wieder gut. Und dann wurde es wieder schleichend schlechter, aber auf andere Weise. Ich habe seit einiger Zeit immer wieder kehrende Rückenverspannungen und hab dann mal mit dem Sport begonnen: Laufen. Das ging auch gut. Aber nach einem Jahr und immer wenn ich gut im Training war, passierte irgendwas. Irgendwann saß ich fast heulend beim Arzt “Es zieht an jeder Zelle!” beschrieb ich mein problem. Ich bin nach dem Sport 2-3 Tage vollkommen platt, fühle mich ausgelaugt, fertig mit der Welt und werd einfach so unendlich langsam fit, dass ich mich richtig elend fühle. Etwas finden konnte er nicht. Ich habe dann den Sport reduziert.

Das wurde dann immer weiter schlimm, sodass ich auch keinerlei positive Hormone beim Sport mehr ausgeschüttet habe. Sport war ein elendiger Muss gegen Rückenprobleme. Es tat weh, es laugte einen aus und es nahm einem jedes mal 2-3 Tage lang Lebensenergie vom Feinsten. So sehr, dass ich oftmals auf dem Sofa lag und mich gar nicht so platt machen konnte, wie ich mich fühlte. Langsam versetzte es mich jedes Mal in eine “andere Biochemie”, wie ich es nenne. Lebensfreude war in dem Stadium nicht zu spüren.
Eines Tages war dann wieder Sport auf dem Plan. Ich war bei Schatzi über Weihnachten zu Besuch und wir wollten die 4 km Runde um den See laufen. Zwischen haus und See ist eine Autobahnbrücke. Auf dem Rückweg, ging ich da rüber, schaute runter und war der felsenfesten Überzeugung, endlich die Lösung gefunden zu haben. Ja, ich war wieder in der speziellen Biochemie und das Leben war verdammt noch mal der letzte Rotz. Und der Sprung von der Autobahnbrücke eine wundervolle Erlösung. Sie strahlte geradezu vor Erlösung. Ich ging auf die Begrenzung zu.
Was mich davon abgehalten hatte, weiß ich nicht mehr. Aber ich lebe heute noch, also kann ich nicht gesprungen sein.

Darauf lief ich nicht mehr. Zu gefährlich. Der Zustand ließ sich jedes mal wieder herbeiführen, inzwischen sogar nach sanftem Radfahren.

Auch auf der Arbeit ging alles den Bach herunter, ich war immer weniger belastbar, kam immer weniger klar.
Da passierte es auch, dass ich die Pille nicht mehr weiternehmen konnte, weil der Stress, jedes Mal beim Arzt vorständig zu werden und zu diskutieren, zu viel für mich wurde. Gleichzeitig fand ich eine neue Hausärztin, die Burnout diagnostizierte.

Ich mache zwar jetzt eine Therapie, die ich auch nicht hergeben will, aber jeden Monat geht es mir seit November etwas besser. Jeden Monat merke ich, wie meine Biochemie wieder normal wird. Ich kann sogar wieder Sport machen! Ich komme nicht mehr in die depressive Biochemie rein.
Und auch mit Stress kann ich inzwischen deutlich besser umgehen. Der Grundstress macht mich einfach schonmal biochemisch nicht so fertig und den Reststress kann ich durch die Sachen aus der Therapie in den griff bekommen.

Da hatte ich großes Glück, dass ich die zufällig gleich mit abgesetzt habe. In dem Zustand, in dem ich war, hab ich mein Leben kaum mehr auf die Reihe bekommen. Wer weiß, wo das hingeführt hätte, Totalaussetzer auf der Arbeit hatte ich bereits.
Oh, und meine Schilddrüse hat sich auch seitdem etwas geändert. Ja, ich werde immer die schwarzen Löcher behalten, aber ich habe die Dosis seit November halbieren müssen, weil ich einfach nicht mehr so viel Fremdthyroxin brauche. Es ist bekannt, dass Östrogen und Schilddrüse nicht miteinander können (Beipackzettel Thyroxin: Mit Pille braucht man mehr Thyroxin als ohne. Forschung: 10x mehr Frauen haben Schilddrüsenprobleme als Männer.)

Für alle, die hormonell nicht mehr verhüten wollen und die Spirale ablehnen ein wichtiger Buchtipp! Um die Autorin vorher kennenzulernen und ins Buch reinzuschnuppern empfehle ich dieses Video.

Das ist witzig und unterhaltsam geschrieben und man lernt unglaublich viel über den eigenen Körper, was einem letztendlich eine sehr große Hilfe ist, die richtige Methode für sich auszusuchen. Man lernt auch, wo man das bekommt, wer einem dabei helfen kann und dass Frauenärzte / wieso Frauenärzte dabei oft keine Hilfe sind.

Ich habe damit etwas gefunden, das gut zu mir passt und weder hormonell, noch Spirale ist.

@Major:
Danke für den Buch/ Videotipp. Das Video habe ich nun komplett gesehen und fande es sehr interessant. Gerade über die Pille habe ich über diesen Thread hier und über Videos nicht immer nur Gutes gehört. Daher hören sich die Alternativen sehr interessant, aber auch ungewohnt und daher etwas unsicher an.
Ich habe mir mal das Inhaltsverzeichnis ihres Buches Verhüten ohne Hormone angeschaut. Was mich etwas stutzig gemacht hat, war das Kapitel 9 Die andere Hälfte des Himmels. Kosmobiologische Empfängnisplanung usw. hört sich für mich allein vom Wort her nach Astrologie/ Die-Sterne-beeinflussen-unser-Leben-Quatsch an. Und wenn die Autorin dies als ernsthafte Methode zur Verhütung anbringt, muss ich sagen, dass ich ihrem Wissen nicht so vertrauen würde, sollte ich mir das Buch kaufen. Im Video ist sie mir wie eine kompetente Frauenärztin vorgekommen, deshalb habe ich mich so darüber gewundert. Auch ihre Buchempfehlung roter Mond kommt mir vom Inhaltverzeichnis her vor wie ein Buch, dass mir sagt, dass ich bei Vollmond besonders kreativ bin oder so. Und wie gesagt, meiner Meinung nach haben Mondphasen und die Konstellation von Sternen und Planeten herzlich wenig mit meinem persönlichem Alltag zu tun (außer das ich Astronomie sehr faszinierend finde ^^)

Capella, dir ist aber bekannt, dass der Zyklus ohne Einfluss von künstlichem Licht normalerweise so ist, dass bei Neumond Eisprung und bei Vollmond Menstruation ist, oder?
Und dass man um die Tage des Vollmondes keinen Fortschritt beim Abnehmen verzeichnet?
Ebbe und Flut?
Schlechter schlafen bei Vollmond, selbst wenn man das Licht ganz aussperrt?

Der Mond beeinflusst und schon.
Ich hab das Buch tatsächlich nur an den Stellen gelesen, wo es um Barrieremethoden, Kupfer und chemische Methoden geht, zudem das anatomische Drumherum. NFP und sowas hab ich weggelassen. Ich schau mal rein und geb dann Rückmeldung. Mein Kindle hat natürlich wie immer gerade kein Akku XD auflad
Ich bin Chemiker und kann das entsprechend kritisch auswerten.

Klar, Ebbe und Flut werden durch den Mond verursacht. Von den anderen Auswirkungen habe ich noch nicht wirklich gehört/ es als Unsinn abgetan. Das sich mein Schlaf mit dem Mond verändert habe ich so nicht festgestellt, aber auch nicht aktiv beobachtet. Die einzigen Auswirkungen des Mondes auf mich (abgesehen von Ebbe und Flut/ Stabilisierung der Erdachse usw.) ist ja eigentlich nur das Licht und nachts bin ich eigentlich kaum draussen. Daher frage ich mich, wie mich das wenige Licht beeinflussen soll. Wobei ich die Theorie im Internet ganz interessant fand, dass der Mond unsere Vorfahren sehr beeinflusst hat und das ein Überbleibsel ist. Kann natürlich sein, dass ich noch etwas offensichtliches übersehen habe ^^
Ich bin wohl etwas vom Thema abgeschweift :D

Danke Major, dass du mal nachschaust :D

@Capella
Würde mich auch stutzig machen.
Wenn ich von dem Blog der Autorin ausgehe, schreibt die zumindest, dass das " nicht wissenschaftlich als empfehlenswert angesehen " wird.
Ob das nun heißt, dass sie das in -allen- Fällen auch so sieht…weiß ich allerdings nicht.
Ihre Praxis ist in erster Linie auf Naturheilverfahren gebürstet, inklusive Homöopathie. Und paar seltsame Sachen die mir nichts sagen.
Was natürlich nicht heißen muss, dass das, was sie zu den “normalen” Verhütungsmethoden sagt, schlecht ist. (Soviel neues wird das ja auch kaum sein?)
Gibt andersherum mWn natürlich auch viele Guides und Tabellen im Internet.

@Major / Bzgl Mond:
Uhm…sie haben also eine Menge Frauen ohne alles in der Wildnis ausgesetzt, für Monate? Und danach und dabei hatten alle den selben Zyklus? …Und die Kontrollgruppe haben sie ab und zu mal mit Lampen bestrahlt? (Im ernst, da würde mich doch die Methodik interessieren. )
Ich hab das bisher auch nur (kurz) in dem Zusammenhang gehört, dass es eben keine Nachweise dafür gäbe.
Von der Abnehm-Sache dagegen hab ich noch nicht mal gehört. Hast du dazu Links/Quellen? Bin ja neugierig. :'D

@wespenfresser:
Es gibt dazu wohl alte schriften oder sowas, ich hab das nämlich auch schonmal gehört, in einer wissenschaftssendung, ist aber schon länger her (so um die zehn jahre). Deswegen ist der weibliche zyklus wohl auch durchschnittlich 28 tage lang, ein mondzyklus ist genauso lang. Zumindest wurde mir das in der schule damals so beigebracht, internet behauptet grad, das es 29 tage seien.
Daher übrigens auch die idee, das in bestimmten mondphasen mehr kinder geboren werden. Wenn viele frauen denselben zyklusverlauf haben, haben sie natürlich auch denselben errechneten entbindungstermin.
Was dann wohl tatsächlich vorkommt, so haben mir fünf verschiedene hebammen und drei wochenbettschwestern unabhängig voneinander erklärt, das sie in dem monat sehr viele errechnete geburtstermine in derselben woche gehäuft haben (der meiner tochter passte da voll rein xD) und als ich das einer befreundeten hebamme erzählte, hat sie mal alle anfragen die sie bekommen hat sortiert und dabei ebenfalls gewisse häufungen in bestimmten wochen festgestellt.
Kann natürlich jetzt alles zufall sein, fand ich aber trotzdem sehr interessant.

Ich vermute mal deswegen, das es im entsprechenden kapitel schlicht ums ausrechnen der fruchtbaren tage geht und damit man nicht jedes mal neu rechnen muss, koppelt man das an die mondphasen, dann braucht man nur nach der aktuellen mondphase schauen und weiß, wo in etwa man sich im zyklus befindet.

Das man bei vollmond schlechter schläft, halte ich persönlich für unsinn, und glaube, dass das so eine wahrnehmungssache ist. Der mensch sucht halt immer nach mustern und er merkt sich schlechte dinge besser. Ein mensch der schlecht schläft und nachts aufwacht, erinnert sich an den vollmond dabei halt besser als an die anderen mondphasen und hat deswegen das gefühl, bei vollmond schlechter zu schlafen.
So ähnlich, wie man gefühlt auch immer an der langsamsten kasse im laden steht oder immer immer an derselben ampel rot hat. Man kann sich an die momente wo es anders war halt einfach nur nicht so gut erinnern.
Allerdings kenn ich genügend leute, die stein und bein schwören, das sie nur bei vollmond schlecht schlafen, also wer weiß? :3

Quellen hab ich leider nicht.
Ich hab das Ebook und da ist es immer lästig, die quellen nachzuschlagen, zumindest für die Menstruationssache. Das mit dem Abnehmen kann ich wirklich nicht belegen. Das ist aus einem Kurs zur Ernährungsberatung.

Spannend nochmal zur hormonellen Verhütung:

“dass Frauen, die eine Hormonspirale trugen, in Stresssituationen häufig besonders große Mengen des Stresshormons Kortisol ausschütteten.”
Ich glaube, das kann ich sogar direkt spüren. Und es lässt sich derzeit (Pille 1/2 jahr abgesetzt) reproduzieren in gewissen Phasen des MS und PMS, mit Pille dagegen dauerhaft 24/7/365.