Ich hab den Thread mal aus, schon allein um mich seelisch und moralisch an den Vorsatz, öfter Urban Sketching zu betreiben, vorzubereiten. Ich muss zugeben, dass ich bei kleinen Wartezeiten im Alltag auch oft das Handy zücke, aber meist shoppe ich nicht sondern Spiele Pokemon Go
oder schreibe Whatsapp…Ich würde das gerne wenigstens teilweise durch Urban sketching ersetzen.
@Major das spürbare schlechte Gewissen kenne ich auch
ich hab bei langen, eingeplanten Wartezeiten, Zug/Wartezimmer auch immer was mit (in Zukunft ein Skizzenbuch, Memo an mich!), eine Zeit lang auch Sticksachen. Gerade beim Arzt hatte ich die Hoffnung, dass ich mit ein paar Omis ins Gespräch komme und vllt sogar Tipps zu Garndicke vs. Richtige Größe von Zählstoff kriege, aber da hat mich keiner angesprochen oder wenigstens interessiert geguckt (dann hätte ich mich sicher getraut selber anzufangen mit: Sticken Sie auch?), wo ich mir dann auch denke, vllt ärgern sie sich, dass sie nicht wenigstens ein Buch mitgenommen haben oder dass sie wegen mir nicht lästern können, dass die jungen Leute nur am Handy hängen xD
Zu den anderen Kommentaren kann ich mich anschließen und vllt einige jüngere Mitglieder beruhigen: nach der Schule wurde das besser
in der weiten Öffentlichkeit und gegenüber einem Erwachsenen trauen sich wahrscheinlich weniger Leute, den Mund aufzumachen. Jugendliche kann man belehren augenroll, denken wohl Erwachsene sowie Jugendliche gleichermaßen…
Einige Sachen kamen beim letzten Mal, als ich in der Öffentlichkeit gezeichnet habe aber auch, am besten war ein eindeutig enttäuschtes “Aha…” als jemand meine gerade erst angefangene Skizzen eines Schneeleoparden sah… dazu muss man sagen, dass sie wenigstens gefragt hat, bevor sie über die Schulter schaute…aber wohl ein beeindruckendes Kunstwerk nach der halben Minute erwartet hatte? Tja, tut mir immer noch Leid, dass ich ihr den Tag versaut habe…
Oder ein ungläubiges “Aha” in folgender Situation:
@Gezeitenfeuer und ich packen Skizzenbücher im Naturkundemuseum aus,
Mann: “Das sind wohl Hausaufgaben?”
Gezeitenfeuer: “Nein, alles rein freiwillig!”
Mann: “Aha…”
Zählt vllt auch in die Kategorie, er konnte wegen uns nicht über die Jugend meckern, obwohl der recht nett war, sowas möchte ich ihm eigentlich nicht unterstellen 
Die besten Zuschauer sind übrigends meiner Meinung nach Kinder…liegt vllt an meinen Beruf, aber bei denen kann ich nicht anders, als mich zu freuen, über alles, was sie sagen, weil es so ehrlich und spontan ist (und da kommt durchaus nicht nur positives a la: Oh wie schön! ) und da zeige ich auch gerne selber mein Werk, wenn sie neugierig gucken und sich offenbar nicht trauen zu fragen und manchmal fange ich dann auch ein Gespräch an oder sage was dazu wie: “Ich zeichne, seit ich so alt bin wie du, deswegen kann ich das jetzt” oder “ich weiß, das muss ich noch üben, ich kann xy besser zeichnen”. Man weiß ja nie, zu was das so inspiriert
Ich erinnere mich auch noch lebhaft an eine junge Frau, die im Zoo Robben gezeichnet hat und sich sichtlich ärgerte, dass sie sich immer bewegten, wenn sie mit einer neuen Skizze angefangen hatte…und ihre groben Skizzen fand ich trotzdem soooooo toll, die waren in meiner Erinnerung gekonnt und dynamisch…diese Szene war echt wichtig für mich, weil ich das erste Mal gesehen habe, dass Leute gezielt üben, um beim zeichnen besser zu werden…und die junge Frau hat sich sicher auch über mein schüchternes Starren und die Kommentare meiner Mum amüsiert: " Die macht bestimmt Hausaufgaben, studiert an der Burg"-unsere örtliche angesehene Kunsthochschule, und das Gespräch mit meiner Mum ging dann bestimmt noch sehr viel peinlicher weiter, was sie alles gehört hat xF


