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Brown-/ Blackfacing

Das Thema ist wohl nicht mehr ganz so neu.

Blackface ist eine Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die in den Minstrel Shows des 18. und 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten populär wurde. Dabei malten sich weiße Darsteller das Gesicht dunkel an und spielten einen Schwarzen. Die Darstellung schwarzer Menschen durch dunkel geschminkte weiße Menschen wird als Blackfacing bezeichnet.

Speziell in der Cosplayszene wird dieses Thema diskutiert. Einige finden es ok da es eben eine Möglichkeit ist dem Charakter besonders nahe zu kommen auch wenn man nicht die dunkle Haut hat bzw sich nicht stundenlang unter ein Solarium legen will (und sich dabei vielleicht noch einen Hautkrebs einfängt). Andere fühlen sich beleidigt oder halten es schlicht und einfach für Rassismus.

Ich persönliche ziehe da eine genaue Grenze.
Sich dunkel zu schminken um sich über solche Menschen lustig zu machen indem man z.B. Stereotypen darstellt, überzieht oder diese komplett lächerlich macht oder als dumm darstellt finde ich falsch und sollte unterbunden werden.
Wenn jemand für ein Cosplay einen Charakter originalgetreu darstellen will und dieser eben dunklere Haut hat finde ich es ok solange es eben incharakter ist, der Cosplayer sich also so verhält und auf Fotos zu sehen ist wie der Chara es auch tun würde.

Leider sind mir die letzten Tage ein paar unschöne Sachen passiert. Das heißt nicht wirklich mir sondern jemanden den ich kenne. Es hat mich schockiert, dass diese Person von wildfremden Menschen (die sich hinter der Anonymität Internet verstecken) als Rassistin bezeichnet wurde und aufs übelste beleidigt.
Genau geht es um dieses Instagramfoto von @downpourin_
http://i260.photobucket.com/albums/ii31/puppet_princess/downpourin_zpsznzfvtqn.jpg

Hierbei handelt es sich um ein Testfoto welches sie gemacht hat um den Charakter Phichit aus Yuri on Ice darzustellen.
Ich persönlich sehe keinen Grund warum es als rassistische Handlung deklariert wird da sie meiner Meinung nach nicht mal wirklich dunkel (wie zB Afroamerikaner) ist. Für mich ist es mehr eine Art Sonnenbräune die jemand durch längeren Aufenthalt in der Sonne auch bekommen würde ohne die Intension nach einer farbigen Person aussehen zu wollen. Wie man es salopp sagen würde: Ein bisschen Farbe bekommen.
Aber sie wurde von mehreren Personen wüst beschimpft, man unterstellte ihr Rassismus obwohl sie erklärte dass sie den Chara liebt und eben darum authentisch darstellen wollte. Die Aussage dass sie als Asiatin im Sommer manchmal auch so aussieht es bedingt durch die Jahreszeit aber gerade nicht tut ließ man genauso wenig gelten wie dass Cosplay eine darstellende Kunst ist.
Auch tut sie in dem Foto nichts um den Charakter oder eine Ethnie lächerlich zu machen. es ist eben ein Selfie

Vielleicht sehe ich das ja auch zu locker aber ich finde die Leute übertreiben mit ihrem Geschrei nach Rassismus.
Wenn dann sind sie selbst nicht besser, denn sie schränken downpourin_ auf ihre Hautfarbe ein, dass gefälligst niemand seine Hautfarbe zu ändern hat und sie den Charakter einfach so cosplayen könnte. Das ist auch eine Möglichkeit es zu umgehen aber ich persönlich finde dass man einige Charas entweder nicht erkennt oder ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeit verloren ginge… Barett aus FF7 zB oder Candela aus PokémonGo

Es wird allen gesagt ihr könnt cosplayen was ihr wollt und wenn das einige machen finden sie was um es ihnen zu verbieten…

Ah, wie lächerlich. :D Ich bin sicher, hätte sich deine Freundin da NICHT geschminkt, wäre ihr von den gleichen Political-Correctness-Fanatikern “whitewashing” vorgeworfen worden. Manchen Leuten kann man es einfach nicht recht machen. schulternzuck

Wohlgemerkt: beim ursprünglichen “Blackfacing” ging es ja nicht einfach darum, sich als dunkelhäutiger Mensch zu verkleiden, sondern gerade gezielt darum, die entsprechende Bevölkerungsgruppe verächtlich zu machen, indem man rassistische Stereotype pflegt und den Charakteren lächerliche Dialoge und peinliche Akzente/Sprachfehler verpasst. Dass DAS absolut nicht okay ist, ich denke, da sind wir uns alle einig. Aber mit der Situation beim Cosplay (wo der Cosplayer ja einen Charakter darstellt, den er toll findet) hat das halt absolut nichts zu tun.

Les auch manchmal auf US-Tumblrs mit, wo das Thema gern mal kursiert (genau wie “cultural approbation”, was auch so ein Reizthema ist). Bin daher also schon damit vertraut.

Muss dir aber ganz genau da zustimmen: Die Grenze ist, ob man sich lustig macht oder nicht. Sich dunkel zu schminken, weil n Char halt nen eher dunkleren Teint hat und man den akkurat darstellen will, find ich genauso in Ordnung, wie sich bspw. braune Linsen ein- und ne schwarzhaarige Perücke aufzusetzen um den Char eben genauer zu treffen.
Wenn jetzt hingegen jemand anfängt, sich wie ne Karikatur zu schminken (diese grausigen Pluster-Lippen!) oder bspw. lispelt (wie das gern mal Asiaten unterstellt wird), ohne dass es eine konkrete Vorlage dafür gibt, dann isses beleidigend.

Find aber auch ehrlich gesagt, dass manche Leute (gerad aus den USA) etwas arg in der SJW-Schiene übertreiben und gern auch mal wirklich positives Verhalten verteufeln. Das geht dann gern mal zu dem Punkt, dass man keine Fremdprachen mehr lernen darf, weil man damit ja versucht, die Kultur eines anderen Landes zu rauben oder so x.x
Solche Leute kann man einfach nur ignorieren, erklären hilft leider ziemlich genau nie etwas, die sehen das oft nur als Bestätigung wie ignorant und rassistisch du bist :/

Ganz ehrlich? Ich habe das Foto zuerst gesehen und dachte mir, ok, was hat das mit dem Thema zu tun? Musste wohl nachlesen. Denn ich empfinde den Teint als sehr natürlich, nachgeholfene Bräune sieht ja häufig viel künstlicher aus bzw. blackfacing ist ja bewusst lächerlich und unnatürlich.

Umd die Uhrzeit habe ich nicht mehr wirklich Lust auszuschweifen, weil uferlos, aber zum Thema Rassismus wie aber auch anderen Reizthemen muss eins gesagt sein: je häufiger und reflexartiger ein Begriff von vermeintlich Betroffenen benutzt wird, umso mehr geht der ursprüngliche Sinn verloren. Was dazu führt, dass das Thema nicht mehr ernstgenommen wird. Und die Wichtigkeit der Sache verloren geht. Gilt auch für andere Dinge, Antisemitisumus, Antiislamismus etc. Viele nehmen Feministinnen ja auch nicht mehr ernst deswegen, da treibts ja auch sehr merkwürdige Blüten…

Ja Rassismus ist schlimm und darf in einer aufgeklärten Gesellschaft keinen Platz finden(und bitte in jede Richtung alle Ethnien betreffend, jeder kann Rassist sein, wenn er die entsprechende Denkweise hat). Aber besonders hier in dieser Cosplaydebatte sieht man deutlich, wie diese Überreiztheit zum Thema einfach nur noch lächerlich ist. Sprichwörtlich können soiche Leute nur noch schwarz weiß sehen. Da ist gar kein Wille mehr da, sachlich unterscheiden und diskutieren zu wollen. Ich kann es einfach nicht mehr ernst nehmen.

Blackfacing finde ich wirklich dämlich, insbesondere wenn man das aus den USA sieht, wo das Thema noch einmal eine ganz andere Tragweite hat. Ich finde auch Zwarte Piet aus den Niederlanden nicht lustig. Oder hier in Deutschland, Kaya Yanar mit seiner Inderparodie, auch nicht komisch, obwohl vermutlich nicht bewusst herablassend, aber trotzdem mit Geschmäckle.

Ein bissl wirr alles, aber ich bin langsam müde und hoffe das man versteht, was ich meine. :’) Ich hoffe, falls es zu einer Debatte kommt, dass die sachlich abläuft.

Fakt ist: andere Kulturen und Hautfarben sind kein Kostüm. Wenn du dein Gesicht schminkst mit dem Ziel, eine andere Ethnie darzustellen, die nicht weiß ist, ist es rassistisch. Dann doch lieber basic bleiben und Gefühle nicht verletzen.

Btw ist “Political Correctness” ein rechter Kampfbegriff.

Plastic, magst du bitte konkret erläutern warum das rassistisch sei, offensichtlich verstehen es einige nicht.
Laut der definition ist das ja einteilung in rassen mit wertezzordnung. Das kann ich in vorgestellter cosplayschminke nicht erkennen.

Zuerst einmal… Bei dem Originalbeispiel (wenn ich den Post richtig versteh) ging es ja eh um eine Asiatin, die diesen Teint durchaus von Natur aus hat… Aber eben nur im Sommer und daher zu anderen Jahreszeiten etwas nachhilft.
Das “eine andere Ethnie darzustellen, die nicht weiß ist” ist also eher unpassend… Es ist eine Asiatin, die sich als leicht gebräunter Asiate schminkt.
Viel eher dürfte sie sich ja deiner Erklärung nach ja nicht “europäischer” schminken. Bin aber ziemlich sicher, dass keiner da was gegen sagen würde - schließlich tun das jede Menge Asiaten jeden Tag und auch wenn viele es fragwürdig finden… Bisher hab ich nicht gehört, dass es rassistisch sei.
Ebenso würde mich interessieren, warum ausgerechnet Hautfarbe, eines der willkürlichsten, wechselhaftesten Aussehensmerkmale überhaupt, der kritische Punkt sein soll. Warum ist es deiner Meinung nach in Ordnung, Perücken und Kontaktlinsen zu tragen, auch wenn diese in der eigenen “Ethnie” (obwohl Ethnien eigentlich nicht unbedingt im Aussehen beschränkt sind) eigentlich gar nicht vorkommt?
Das ist wirklich eine ernsthafte Frage, ich versteh diese Gewichtung nicht.

“Gefühle nicht verletzten” ist auch so ne Sache… Ich habs eigentlich bisher nur von Leuten gehört, die gar nicht selbst betroffen sind. Die so “beschützten” Leute schienen oft eher irritiert, warum jemand so ein Aufheben um so banale Dinge macht, die sie teils sogar selbst eher positiv fanden.
Sorry, aber mir fällts gerad echt schwer, mir nen Thailänder vorzustellen, der sagt “Ich hab gar kein Problem damit, dass ein Charakter meiner Nationalität in nem Anime vorkommt, in dem luftig bekleidete Typen auf Schlittschuhen rumtänzeln… Aber dass eine Cosplayerin etwas dunkleres Make-Up getragen hat, um diesen einen Charakter darzustellen, das verletzt meine Gefühle ernstlich!”
Genau wie ichs auch ziemlich schwer vorzustellen fände, dass jemand sich ernstlich gekränkt fühlt, wenn ein japanischer Cosplayer sich für Annie Leonhardt eher blass schminkt und die Nase betont. Zumindest fühl ich mich da kein bisschen verletzt, sondern würd es vermutlich eher als Bemühung, den Charakter besonders exakt darzustellen, zu betrachten.

Ansonsten würd ich aber gern mal anmerken, dass die ganze Rassentheorie (die du ja mit dem Verweis auf “nicht-weiße Ethnien” referenzierst) als veraltet gilt und wissenschaftlich widerlegt ist. Es ist ein fließendes Spektrum, bei man nicht klar in Gruppen unterteilen kann und das auch genetisch gesehen wenig Sinn macht - die Unterschiede sind minimal und innerhalb einer Population weit größer als zwischen ihnen.

Disclaimer: Wenn das hier irgendwo zu unfreundlich oder gar vorwurfsvoll wirkt… Es ist nicht so gemeint. Ich wollte einfach zu ein paar Punkten nachhaken und dabei klar formulieren, auch auf die Gefahr hin dass es vielleicht etwas arg direkt wirken könnte. Aber das ist mir lieber, als rumzudrucksen und womöglich noch Missverständnisse zu provozieren. Letztlich will ich aber wirklich nur verstehen und vielleicht selbst ein paar Denkanstöße geben.

Ohje, im Grundschulalter war ich mal als Prinzessin Jasmin verkleidet - das macht mich dann wohl zur Rassistin. (Weil es “rassistisch” ist, einen Filmcharakter toll zu finden, der dunklere Haut hat als ich, und schwarze Haare… Großes WTF, aber hey. Wird wohl so sein.) Aber weißte was? Wenn das Label so großzügig ausgegeben wird, macht es einem irgendwann nix mehr aus. Genau da sehe ich eben die große Gefahr: Desensibilisierung.

xplasticbrainx, ich bin sicher, dass du es gut meinst, aber ich denke, da tust du deinem berechtigten Anliegen (Anti-Rassismus) schlichtweg keinen Gefallen, wenn du den Begriff so weit verwässerst, dass auch Dinge darunter fallen, die in keiner Weise dazu geeignet sind, Menschen anderen Aussehens oder anderer Kultur herabzuwürdigen. Irgendwann nimmt den Schrei “Rassismus, Rassismus!” niemand mehr ernst, selbst wenn WIRKLICH etwas rassistisch motiviertes passiert. Kennst du die Fabel “Der Hirtenjunge und der Wolf”?

Ich sehe leider die Gefahr, dass dadurch, dass der Rassismus-Vorwurf teilweise echt inflationär gebraucht wird, der Vorwurf entsprechend an Kraft verliert, weil er eben irgendwann nicht mehr ernst genommen wird. Dabei gibts in dieser Welt nun doch echt genug Rassismus. Es ist Rassismus, wenn unsere nette Studentengruppe in der halb leeren Pizzeria keinen Tisch kriegt, wenn wir einen Kommilitonen aus Ghana dabeihaben. Es ist auch Rassismus, wenn eine chinesischstämmige Freundin als “Schlitzauge” betitelt wird oder gefragt wird, warum sie denn nicht gut in Mathe ist. Solcher Scheiß passiert täglich, und darüber muss auch gesprochen werden - nur erschwert es eben die Sache, wenn solche Vorfälle sprachlich gleichgesetzt werden mit völlig harmlosen Dingen wie einer Europäerin in Cosplay.

In dem Fall sind übrigens wohl fast alle europäischen Cosplayer (also alle, die keine asiatisch-stämmigen Vorfahren haben) Rassisten… Immerhin SIND fast alle Anime-Charaktere Japaner. Und ein Ziel von Cosplay ist es nun einmal, so auszusehen wie der dargestellte Charakter. schulternzuck Wenn man es so nimmt, dürften tatsächlich nur japanischstämmige Leute cosplayen. Komischerweise habe ich noch nie davon gehört, dass Japaner ernstlich beleidigt sind, wenn sich ein deutsches Mädchen anzieht wie Sailor Moon.

Wobei das mit “Rasse”, oder modern umschrieben “Ethnie”, wie Pseudocreobotra schon anmerkte, ohnehin so ein Ding ist: wissenschaftlich lässt sich die klare Abgrenzung von Ethnien NICHT so belegen. Es gibt lokal gehäufte Phänotypen (z.B. dass Japaner im Durchschnitt etwas dunklere Haut haben als Skandinavier), aber letztendlich ist das ein Spektrum. Gerade die Hautfarbe ist als “Unterscheidungsmerkmal” absolut ungeeignet. Immerhin passt sich die Hautfarbe in nur wenigen Generationen den Umweltbedingungen (also insbesondere der Sonneneinstrahlung) an, weil die menschliche Epigenetik so verdammt flexibel ist.

Natürlich existiert das Phänomen “Rasse” als soziales Konstrukt trotzdem, ansonsten gäbe es ja auch keinen Rassismus. Aber wenn man nun versucht, anhand äußerer Merkmale festzulegen, wer nun eigentlich einen bestimmten Anime-Chara cosplayen “darf” und wer nicht, begäbe man sich argumentativ schnell in gefährliches (und, ja, rassistisches!) Fahrwasser. Immerhin impliziert das, dass man biologische Unterschiede zwischen Ethnien als gegebene Tatsache hinnimmt (was, wie gesagt, nicht haltbar ist - die “Rassentheorie” ist LÄNGST hinreichend widerlegt, so dass ich mich ehrlich gesagt ziemlich wundere, dass sie plötzlich von “anti-rassistischer” Seite bemüht wird!) und, noch schlimmer, daraus Rückschlüsse zieht, was ein Mensch darf oder nicht darf. (Was ist mit dem kleinen arabischstämmigen Mädchen, das Prinzessin Elsa darstellen möchte? “Darf” sie das? Wenn ja: warum dürfte Klein-Eller nicht Prinzessin Jasmin sein? Saubere Begründung bitte!)

Wenn ich Rassistin bin, weil ich (mit meiner natürlich ULTRAWEIßEN Haut) mich dunkler schminke (und dann vll wie eine Spanierin aussehe), bin ich dann eine Sexistin, wenn ich Männerklamotten trage?

Ist für mich wieder so n Thema, wo ich mir wünsche, man müsste nicht drüber Diskutiern, aber gibt ja genug doofe, die es zu einem Politikum machen.
In dem Sinne: Sich über Rassen bösartig lustig machen oder eine Rasse optisch nachempfinden und sie satirisch im Verhalten zu imitieren ist für mich das gleiche und soll jeder für sich entscheiden, ob er’s mag oder nicht oder sich davon angegriffen fühlt oder nicht, ich verstehe da beide Seiten. Mir ist es schlichtweg egal, da mir Rassendiskussionen tierisch auffn Senkel gehen.
Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, dass es vor vielen Jahren so einen Aufschrei gab, als 2 schwarze Schauspieler zwei weiße Frauen gespielt haben (also Gender- UND Raceswap, oh snap!) und diese so unheimlich doof dargestellt haben (Komödie eben)…wobei das Internet da ja auch noch nicht so weit war.

Erst einmal, vielen Dank für die doch vielen Rückmeldungen.
Einige Punkte die ihr angesprochen habt sind neue Denkanstöße wie z.B. blackfacing ist falsch aber whitewashing anscheinend ok; das Wort Rassismus verliert seine Kraft je schwammiger es definiert wird

ich hatte auch bei vielen das Gefühl, sie wussten gar nicht was blackfacing konkret alles beinhaltet oder wie es entstanden ist sondern haben nur irgendwo mal gehört: man malt sich das Gesicht braun/schwarz um wie ein “Schwarzer” auszusehen
und es dann beim nächstbesten passenden Situation rausgehauen um zu zeigen wie aktuell informiert man ist
Blackfacing beinhaltet beides: das übertriebene schminken von stereotypischen Merkmalen und das darüber lustig machen

@xplasticxbrainx
wie Major bin auch ich wirklich interessiert wie du es siehst! mit dir haben wir ja auch jemanden der es von der anderen Seite sieht und beleuchten kann. Warum denkst du soll man keine andere Kultur darstellen dürfen?
wie Eller sagte haben viele von uns als Kind wohl ein Indianerkostüm, chinesisches Kleid oder Ähnliches zu Fasching getragen
bei dem konkreten Beispiel konnten die Leute die es als Rassismus bezeichneten auch kein anderes Argument bringen als “Kultur und Hautfarbe ist kein Kostüm” aber das reicht mir nicht. Ich möchte dich und deine Sicht nicht angreifen, meine Meinung ist eben nur, dass die Kontra Rassismusseite (noch) wesentlich mehr Argumente hat und demnach für mich schwerer wiegt

Eller und Pseudocreobotra sprechen mir da sehr aus der Seele, als ich ihre Beiträge durchgelesen habe war ich die ganze Zeit am zustimmend nicken

Taku, meine Freundin ist in einer ähnlichen Situation, sie ist zB halb Thai (hat also die Veranlagung zu dunkler Haut) aber sie ist weiß wie eine Kalkwand XD und wird auch im Sommer nicht wirklich braun darum schminkt sie sich. nicht wirklich dunkel sondern so mitteleuropäischen Teint. einfach um “gesund” auszusehen

Hollywood hat mit CloudAtlas ja auch einen Film rausgebracht wo Halle Berry, Tom Hanks und Co die Rasse/Ethnie wechseln und einige fand ich nicht gut umgesetzt wie zB Jim Sturgess als Koreaner… er sah eben einfach nach gewollt aber schlecht umgesetzt aus. dennoch war dies kein Grund für mich den Film zu verteufeln, im Gegenteil. einige Schauspieler habe ich in bestimmten Charakteren gar nicht wieder erkannt also großer Respekt an die Maskenbildner

Ich würde gern auch noch meinen Senf dazugeben ^^;;

Zunächst einmal würde ich gern anmerken, dass ich PERSÖNLICH es nicht mag, wenn man sich dunkler schminkt um wie eine andere Ethnie auszusehen. Aber ich kann euch nicht sagen, wieso. Ich habe einfach ein schlechtes Bauchgefühl, wenn ich das sehe (was vielleicht auch von meiner zeitweisen Aktivität in diversen SJW Kreisen kommt, da will ich gar nicht lügen). Vermutlich liegt es daran, dass eben immer automatisch Assoziationen mit Blackfacing (also, dem ursprünglichen, rassistischen Blackfacing) hochkommen. Schließlich weiß man nicht, wie die Person selbst drüber denkt, wenn man nur die Fotos sieht.
Ob es jetzt rassistisch ist wenn ein Cosplayer sich dunkler schminkt oder nicht…darüber will ich gar nicht urteilen. Selbst wenn fände ich es genauso wenig gerechtfertigt diese Person fertig zu machen und zu beschimpfen, wie ich es schon auf diversen Websites gesehen habe.
Es gibt aber natürlich Grenzen. Gott, ich erinnere mich an ein grauenhaftes “Höhlenmensch” Kostüm, das ich als Kind mal getragen hab. Und ja, es sah so abartig rassistisch aus wie der Name vermuten lässt. Uff…

Mit Kleidung finde ich, ist die Sache ein bisschen anders. Es ist eine Sache, wenn man in einer Kultur lebt und die Gewohnheiten und damit auch den Kleidungsstil teilt. Ich war mit einigen Austauschstudenten ein Semester in Indien und fand es da absolut nicht schlimm, eine Kurta zu tragen wie die Inder auch. Aber es war kein Kostüm, weil ich in einem Land und einer Kultur GEWOHNT habe, die so etwas trägt. Es war keine Nachahmung, sondern “the real deal” sozusagen :’)
Die Faschingskostüme, die man hierzulande so sieht (“chinesische” Kleider etc), sind das aber nicht. Sie basieren meist auf Stereotypen und können meiner Meinung nach dazu führen, dass man die Traditionen fremder Kulturen nicht mehr als real oder gleichrangig betrachtet. Ob man jetzt als Hexe oder als “Mexikaner” geht ist ja egal. Fremde Kulturen werden genauso behandelt wie Fabelwesen.
Man trägt ein billiges Polyesterkleid, das im Ansatz aussieht wie traditionelle chinesische Kleidung, ohne etwas von den Traditionen und Gepflogenheiten zu verstehen, die dahinterstehen. Und man trägt es, weil es “fremd” und “anders” ist und deswegen aufregend ist. Es ist ein klarer Fall von dem, was in der Kulturwissenschaft als “Othering” beschrieben wird. "Das sind wir, wir sind das ‘Normale’. Das da sind die ‘Anderen’. " So zu tun, als wäre man einer der “Anderen” ist ganz interessant, weil es eine Grenzüberschreitung darstellt (und die sind immer aufregend), aber am Ende ist es doch nur ein Kostüm, das wir wieder ablegen können und in die “Normalität” zurückkehren.
Währenddessen gibt es Chinesen, die ihre traditionelle Kleidung im Ausland nicht tragen können ohne angefeindet oder zumindest schräg angeguckt zu werden. Weil wir es so gewohnt sind, solche Kleidung nur im Kontext von Verkleidungen zu sehen, dass es für uns wie eine Grenzüberschreitung wirkt, wenn sie jemand ausserhalb von Fasching oder Halloween trägt. Auf einmal ist “anders” gar nicht mehr cool und aufregend.
Abgesehen davon, dass viele Kostüme, die es bei uns gibt, sehr stark auf Stereotypen beruhen und je mehr wir diesen (oftmals schädlichen und schlichtweg inakkuraten) Stereotypen ausgesetzt sind, desto mehr prägen sie sich ein. So funktioniert unser kulturelles Gedächtnis leider nunmal…

Natürlich will ich auf keinen Fall sagen, dass alle Kinder (oder Erwachsenen), die zum Fasching solche Kostüme tragen, Rassisten sind. Die meisten haben nicht mal schlimme Absichten.
Aber ich finde es wichtig (und interessant) zu schauen, welche Strukturen hinter solchem Verhalten stecken. Und ich finde es durchaus richtig, sich darüber Gedanken zu machen. Ob man jetzt zu dem Schluss kommt, dass es okay ist, die Kleidung fremder Kulturen als Kostüm zu tragen oder nicht ist am Ende jedem selbst überlassen. (und ich bin der festen Überzeugung, dass niemand, der nichts Böses im Sinne führt, für so etwas angefeindet werden sollte)

Na ja, ich finde eigentlich, das lässt sich in den meisten Fällen recht eindeutig feststellen, mit etwas gesundem Menschenverstand. Zum Beispiel käme KEIN normaler Mensch auf den Gedanken, ein kleines hellhäutiges Mädchen, das das hübsche grüne Prinzessinenkleid von Tiana tragen will und mit Mamis Schminke nachhilft, ihrem Idol ähnlicher zu sehen, hätte dabei die Absicht, dunkelhäutige Menschen in irgendeiner Form herabzuwürdigen. (Im Gegenteil: eine echte Rassistin, die dunkelhäutige Menschen als minderwertig erachtet, wäre wohl kaum ein Tiana-Fan! Sagt einem doch eigentlich schon die elementare Logik…)

Da muss man schon Hardcore-SJW sein, um sich über so was ernsthaft aufzuregen und es für klassisches “Blackfacing” zu erklären… Also das erfordert mMn schon einiges an böser Absicht, überhaupt diesen Bezug herzustellen. Wenn die Assoziation sogar “automatisch” aufkommt, würde ich das ehrlich gesagt als Anlass nehmen, den eigenen Hysterie-Level kritisch zu hinterfragen.

(Und dass hiesige Cosplayer im Normalfall keine Japaner hassen… Lieber Himmel! Da kann man in manchen Fällen eher schon von Rassismus in die andere Richtung sprechen. Wieder ein anderes Problem… XD)

Nebenbei angemerkt: es tut der Bekämpfung von Rassismus KEINEN Gefallen, wenn sich die engagiertesten Verfechter so weit aus dem Fenster lehnen, dass sie sich schlichtweg lächerlich machen. Zum Beispiel hat mir noch nie jemand plausibel erklären können, warum es nun eigentlich eine rassistische Herabwürdigung der Inuit ist, einen bestimmen Typ warmer Jacke als “Anorak” zu bezeichnen (riesiges Drama damals in der Grundschule, ein kleiner Junge wurde dafür nen Tag suspendiert!) - aber keinesfalls eine rassistische Herabwürdigung der Franzosen, wenn man seine Geldbörse “Portemonnaie” nennt.

Moment - warum eigentlich? XD Ich meine, sachlich betrachtet, wenn wir von Steinzeitmenschen sprechen: von denen stammen wir alle gleichermaßen ab. Und die entsprechenden Kulturen und Ethnien existieren in der Form nicht mehr. (Ansonsten, das ist korrekt, könnten sich z.B. Cro-Magnon-Leute rassistisch diskriminiert fühlen. Aber… nope.) Es ist nicht so, als könnte irgendein heutzutage lebendes Volk beanspruchen, den Höhlenmenschen von vor Jahrtausenden genetisch oder kulturell näher zu sein als andere Menschen. Hey, von denen stamme ich auch ab! Im Grunde wären das also nur meine kulturellen Wurzeln, wenn ich im Fellkleid zur Arbeit erscheine. ;)

Da würde ich aber noch glasklar unterscheiden, ob sich jemand “als Mexikaner” anzieht - oder als ein spezifischer Charakter, der nun mal mexikanischer Abstammung ist. Ersteres KANN das klassische, von dir beschriebene “Othering” sein. Kann, aber muss nicht! Zum Beispiel gibt es keinen sachlichen Grund, warum du deine in Indien erworbene Kurta nicht auch in Deutschland tragen solltest. Ich würde allerdings damit übereinstimmen, dass “Indianerkostüme” etc. durchaus eine kritische Angelegenheit sind, weil sie meist eine grobe Karikatur der dargestellten Kulturen sind und teilweise ziemlich respektlos mit dem Kulturgut umgehen. (Eine Verkleidung “als Mexikaner” müsste quasi zwangsläufig auf problematische Klischees zurückgreifen. Eine Verkleidung als “Filmcharakter XY, der aus Mexiko stammt” hingegen nicht - da gibt es ja eine konkrete “Vorlage”.)

Allerdings wäre eine allgemeine Verhaltensregel, nur Kleidung aus dem jeweils eigenen Kulturkreis tragen zu dürfen, mindestens genauso kritisch. Nicht nur, dass die Scharen japanischer Touristinnen, die im Dirndl auf dem Oktoberfest auftauchen, plötzlich eine rassistische Beleidigung begingen (WTF?) und die praktischen Ponchos aus dem H&M verschwinden müssten - es würde Leute zwingen, sich ethnisch zu “outen”. (Und was ziehen dann die Leute an, die Vorfahren aus verschiedenen Kulturkreisen haben? Oder - was durchaus passieren kann - die gar nicht so genau wissen, wo die leiblichen Vorfahren eigentlich genau herkommen?) Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine ethnisch basierte Kleiderordnung im Sinne der Völkerverständigung wäre.

Ernsthaft? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Also dass die Leute hingucken, schon - aber doch wohl eher, weil die Kleidung vom hiesigen Durchschnitt abweicht (und, nebenbei angemerkt, üblicherweise deutlich aufwendiger und hübscher aussieht als Jeans-und-T-Shirt). Traditionelle chinesische Kleidung hier in der Straßenbahn zu sehen wäre auf jeden Fall auffällig. (Gucken würd ich auch - ich interessiere mich nun mal für Mode, und traditionelle chinesische Tracht sieht man nicht jeden Tag. XD) Nur… Anfeindungen? Nun ja - Idioten gibt es immer. seufz Aber ich vermute doch stark, dass die Leute, die in so einem Fall tatsächlich pöbeln würden, auch diejenigen sind, die NIEMALS Kleidung aus einem anderen Kulturkreis anziehen würden - auch nicht an Fasching… Also ich denke, diese Phänomene sollte man nicht vermischen.

Um mal nen Konsens zu finden…
Es gibt viele Sachen, die unangemessen sein koennen und bei denen es im Zweifelsfall ne gute Idee ist, das zu lassen. Aber der Punkt ist eben, dass auch wenn Sachen ueber die persoenliche Komfortzone hinausgehen, niemand dafuer angegriffen werden sollte, wenn er keine schlechten Intentionen hatte.
Und selbst wenn es nur darum geht, die Leute hoeflich darauf hinzuweisen, dass ih Vrerhalten fragwuerdig ist, sollte man sich wirklich kritisch fragen, obs nur das eigene Wohlbefinden ist oder eben wirklich Grenzen des Respekts ueberschritten werden.

Nochmal darueber nachgedacht, was du mit den Faschings- oder auch Halloweenkostuemen aufgebracht hast… Fuer mich ist es auch ein ganz fundamentaler Unterschied, ob man wie im Cosplay eben einen konkreten Charakter darstellen will oder eine ganze Gruppe verallgemeinert, wie es eben oft bei solchen Kostuemen geschieht. Letzteres seh ich deutlich kritischer als ersteres, vor allem weil es eben mangels einer konkreten Vorlage viel staerker auf Stereotype zurueck greift.
Ich find aber, im Zweifelsfall ist es schon ein guter Indikator, es mal auf sich selbst zu uebertragen. Wenn jemand in an Halloween in nem knappen Dirndl-Kostuem rumwuselt und denkt, jetzt stellt er ne authentische deutsche Frau dar - das wuerd mich auch befremden. Spaetestens, wenn man sich dann mal von den kuriosen aber grundsaetzlich recht positiven Klischees abwendet und etwa NS-Klamotten zum Spass anzieht, wuerd es ganz schnell ueber befremden hinaus gehen und ich mich echt unwohl fuehlen. Ein konkreter Charakter hingegen hat ein ganz anderes Gefuehl. Ich denke, das geht vielen so. Wenn jemand sich als Preussen aus Hetalia verkleiden will… Bitte, kratzt mich nicht.
Kritisch hinterfragen warum man etwas tut ist aber eh immer gut - umso mehr, je mehr Seiten man einbezieht.

Rein auf die Kleidung zu reduzieren weicht wohl ein wenig vom urspruenglichen Thema ab, ist aber irgendwie doch ueberraschend aehnlich. Ich erinner mich lebhaft an die Proteste, als ein Museum in Boston den Kimono Wednesday anbot, bei dem Besucher einen Kimono aehlich dem auf einem ausgestellten Monet-Bild anziehen und Fotos machen konnten… Halt so ein Event, wie es sie in Museen oefters gibt, um Besucher staerker zu engagieren. Hatte in Japan grossen Anklang gefunden, als das Bild dorthin ausgeliehen war. Tja, in den USA weniger. Das Museum knickte ein, nachdem man ihm “Orientalismus” vorgeworfen hatte… Was dann wiederum zu kuriosen Szenen fuehrte, bei denen Japaner im Kimono dafuer warben, dass man es doch bitte wieder einfuehren moege, da sie das Konzept klasse fanden, waehrend neben ihnen Nicht-Japaner versuchten, genau das zu verhindern, um die japanische Kultur zu schuetzen.
Ironisch nur, dass man das Bild, das den ganzen Furor ausgeloest hat, auch so interpretieren kann, dass Monet sich ueber die damalige Obsession Europas mit dem sich gerade fuer Handelsbeziehung oeffnenden Japan und dessen Kunst lustig gemacht hat, was von den Protestierenden gekonnt ignoriert wurde.

Anmerkung: Geschrieben ehe Eller postete und dann keine Lust gehabt, alles umzuschreiben um Dopplungen zu vermeiden. Ich hoffe man verzeiht es mir ;)

Und joa, dass Leute bei auffaelliger Kleidung seltsam schaun ist normal. Und viel traditionelle Kleidung ist eben auffaellig im Vergleich zur hiesigen Jeans-T-Shirt-Uniform. Vielleicht ist das nicht immer angenehm und bloede Kommentare gibts auch… Aber das hab ich auch schon als ziemlich “deutsch” aussehendes Maedchen mit etwas ungewoehnlichem Kleidungsgeschmack abbekommen. Und hey… Wenn ich einfach Jeans und T-Shirt tragen wuerd, haette ich wohl auch nie das tolle Erlebnis gehabt, dass Leute einfach auf mich zukommen und sagen, wie gut ihnen das Outfit gefaellt. Vermutlich haette mich aber auch nicht der charmante Glatzkopf mit Springerstiefeln von nebenan als “verdammte Zecke” bezeichnet.
Muss man letztlich selbst entscheiden, ob man bereit ist aufzufallen und beide Arten von Reaktionen zu erhalten.

Aber bei vielen ist es halt so, dass sie nicht deswegen keine traditionelle Kleidung tragen, weil sie negative Reaktionen fuerchten, sondern einfach weil sie keine Lust drauf haben. Auch in Japan und China tragen heutzutage nur noch wenig Menschen traditionelle Kleidung und da kann man es wohl schlecht mit Anfeindungen von Auslaendern erklaeren. Muss man auch einfach mal bedenken, finde ich.

Da muss man schon Hardcore-SJW sein, um sich über so was ernsthaft aufzuregen und es für klassisches "Blackfacing" zu erklären... Also das erfordert mMn schon einiges an böser Absicht, überhaupt diesen Bezug herzustellen. Wenn die Assoziation sogar "automatisch" aufkommt, würde ich das ehrlich gesagt als Anlass nehmen, den eigenen Hysterie-Level kritisch zu hinterfragen.
Ich möchte dich bitten, mir keine Hysterie zu unterstellen. Ich bin durchaus in der Lage, meine eigenen Ansichten zu hinterfragen und habe (im übrigen mit ziemlich viel "ICH denke" "mein persönliches GEFÜHL ist" etc) nur gesagt, was meine Bauchreaktion bei solchen Fotos ist. Das heißt nicht, dass ich nen Anfall kriege, wenn ich sowas sehe. Normalerweise zucke ich nicht mal mit den Schultern. Selbstverständlich ist mir klar, dass ein kleines Mädchen, das sich als Tiana verkleidet kein Rassist ist. Und ich habe nie behauptet, dass es "klassisches" Blackfacing ist, den Unterschied kenne ich nämlich ziemlich gut. Mein Fall sind solche Fotos trotzdem nicht. Wenn du mich trotzdem "hardcore SJW" nennen möchtest, nur weil ich einem passenden Unterthema meinen persönlichen Geschmack erläutert hab, dann bitte.
Moment - warum eigentlich? XD
Weil unser kulturelles Bild vom stereotypen Höhlenmenschen dem vom stereotypen schwarzen "Wilden" sehr nahe ist. Klar sind es unsere kulturellen Wurzeln. Mit Afroperücke, schwarz geschminkt und mit Fellkleid und Keule zu Fasching zu gehen ist trotzdem nicht okay.
Da würde ich aber noch glasklar unterscheiden, ob sich jemand "als Mexikaner" anzieht - oder als ein spezifischer Charakter, der nun mal mexikanischer Abstammung ist.
Jopp, unterschreib ich so. Es ging mir hier weniger ums klassische Cosplay, als um Faschingskostüme, die ja tendenziell eher stereotyp sind. Wenn jetzt der Charakter, den man cosplayen will, selbst auf Stereotypen beruht...naja, dann muss man sich überlegen ob man den wirklich darstellen muss, wenn man dadurch Gefahr läuft, ignoranter rüberzukommen, als man ist. Aber das ist ja ne andere Sache.
Ernsthaft? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Also dass die Leute hingucken, schon - aber doch wohl eher, weil die Kleidung vom hiesigen Durchschnitt abweicht (und, nebenbei angemerkt, üblicherweise deutlich aufwendiger und hübscher aussieht als Jeans-und-T-Shirt). Traditionelle chinesische Kleidung hier in der Straßenbahn zu sehen wäre auf jeden Fall auffällig. (Gucken würd ich auch - ich interessiere mich nun mal für Mode, und traditionelle chinesische Tracht sieht man nicht jeden Tag. XD) Nur... Anfeindungen? Nun ja - Idioten gibt es immer. *seufz* Aber ich vermute doch stark, dass die Leute, die in so einem Fall tatsächlich pöbeln würden, auch diejenigen sind, die NIEMALS Kleidung aus einem anderen Kulturkreis anziehen würden - auch nicht an Fasching... Also ich denke, diese Phänomene sollte man nicht vermischen.

Ich kann nur sagen, dass ich schon einige 1. Hand Kommentare dazu gelesen habe, aber dadurch, dass ich die Links dazu nicht gespeichert hab ist das ebenso aussagekräftig wie dein “Ich glaubs aber nicht”…dementsprechend…

edit: Oh, noch was zu Dirdln, weils mir grad eingefallen ist:
MEINER MEINUNG (!!!) nach ist das Dirndl auf dem Oktoberfest mehr eine Kleiderordnung. Sicher, die Wurzeln sind in der traditionellen Kleidung, aber wenn man von einzelnen Dorfgemeinschaften mal absieht trägt man selbst in Bayern das Dirndl eigentlich nur noch zu Volksfesten (Quelle: 18 Jahre Lebenserfahrung auf dem bayerischen Land).
Andererseits kann ich verstehen, wenn man in Richtung “Traditionelle Kleidung” argumentiert und es nicht cool findet, wenn Japaner das tragen. Ich persönlich finds nicht schlimm, aber ich hab auch keinen so mega-emotionalen Bezug zu meiner bayerischen Heimat.

Also einerseits sagt die Hautfarbe nichts über den Menschen und seinen Charakter aus, andererseits setzt du die Hautfarbe quasi einer anderen Kultur gleich, das macht überhaupt keinen Sinn. Einerseits sagt Hautfarbe etc. nichts über einen Menschen aus, andererseits sollen wir uns unseres Aussehens entsprechend verhalten. Das klingt, als müsse ich mich aufgrund meiner Hautfarbe einer bestimmten Kultur zuordnen und als dürften Farbige nicht Lederhose und Dirndl tragen. Oder gilt das nur für Weiße?

Und Fakt ist: Irgendjemand ist IMMER angepisst.
Darf ich überhaupt noch was nicht-Deutsches kochen? Oder mir die Haare färben? :bäh: (Rasterlocken bei weißen, ganz böse!) Darf man überhaupt Charaktere darstellen, die eine andere Haarfarbe haben als man selber?

Ich wollte noch ganz viel schreiben, aber eigentlich würde ich nur Eller wiederholen.

Setzt euren verdammten Menschenverstand ein, dafür habt ihr ihn.

Keine Sorge, das war jetzt nicht auf dich persönlich bezogen, sondern eher auf die regelmäßigen Shitstorms, die solche Vorfälle (wie eben z.B. kleine Tiana-Cosplayerinnen) regelmäßig auslösen. Das ist nämlich schlichtweg a) unnötig und b) verharmlosend, was das Thema “Rassismus” angeht. Es hilft keinem, wenn sich in der Bevölkerung die Ansicht breitmacht, ah, Anti-Rassisten, das sind diese komischen Typen, die bei Tiana-Cosplayerinnen Schnappatmung kriegen. Nur darauf wollte ich hinaus. ^^

Mal ganz abgesehen davon, dass Hautfarbe als ethnisches Unterscheidungsmerkmal nicht taugt… meines Wissens waren die hiesigen Höhlenmenschen nicht einmal dunkelhäutig. o_o Dann wären sie nämlich in der nordeuropäischen Eiszeit ohne Optimal-Ernährungsbedingungen schlichtweg an Vitamin-D-Mangel eingegangen. Selbst wenn sie von einem dunkelhäutigen Stamm, der eingewandert war, abstammten: innerhalb von 100-200 Jahren hätte sich das mit der dunklen Hautfarbe vollkommen erledigt. Wie gesagt, menschliche Epigenetik ist sehr, sehr flexibel. (Übrigens: ich habe eine Hautfarbe, die von der Hautfarbe meiner Eltern drastisch abweicht… Zu einer anderen “Ethnie” gehöre ich trotzdem nicht!)

Also jetzt bin ich ein bisschen verwirrt - weder von der Hautfarbe noch von der Kleidung her haben europäische Höhlenmenschen irgendwas mit stereotypen “schwarzen Wilden” zu tun. Liegt auch auf der Hand: in jüngerer Vergangenheit war Afrika nicht von größeren Eisschilden bedeckt, entsprechend sind mir auch keinerlei afrikanische Trachten bekannt, die auf mehreren übereinander getragenen Fellschichten basieren. (Kaltes Klima mit Schnee etc. gibt es nur im afrikanischen Hochgebirge - die afrikanische “Norm” ist das wohl kaum! Und selbst das ist nicht mit eiszeitlichen Bedingungen in Europa zu vergleichen…) Macht rein geologisch und klimatisch absolut keinen Sinn.

Übrigens: wenn man rein genetisch argumentiert, bin ich wesentlich näher (direkte Abstammung) mit den hiesigen Höhlenmenschen verwandt als ein durchschnittlicher Afrikaner, der mit ihnen nur gemeinsame Vorfahren teilt (wie der gesamte Rest der Menschheit auch). Da würd eher ein Afrikaner, der einen Höhlenmenschen cosplayt, MICH rassistisch beleidigen. XDDD

(Um das exakter darzulegen, müsste ich jetzt meine Vorlesungs-Unterlagen aus “Vor- und Frühgeschichte” rauskramen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, mich als Höhlenmensch verkleiden zu “dürfen”, ohne irgendwen rassistisch zu beleidigen.)

Okay - aber beim Cosplay betrifft es ja meistens japanische Charaktere aus von Japanern geschriebenen, in Japan entstandenen Serien. Da sehe ich die Gefahr eigentlich nicht so wirklich.

Ich habe wie gesagt keinen Zweifel daran, dass es irgendwelche A*löcher gibt, die da herumpöbeln! Nur glaube ich halt nicht, dass das die Klientel ist, die ihren kleinen Töchtern erlauben würde, sich als Tiana zu verkleiden. (Oder auch nur einen Film mit positiv dargestellter, dunkelhäutiger Hauptfigur zu gucken…)

Na ja, dass man “traditionelle Kleidung” fast nur noch zu Volksfesten anzieht, gilt aber nicht nur für Dirndl, sondern zum Beispiel auch für Kimonos. Der Durchschnitts-Japaner trägt so was auch nicht im Alltag. (Allein schon, weil das Zeug verdammt kompliziert anzuziehen und schwer zu waschen ist!) Also da wird es schwierig, darzulegen, warum eine Deutsche im Kimono in irgendeiner Weise “rassistischer” ist als eine Japanerin im Dirndl.

Was ich immer nicht besonders mag ist wenn hierzulande vollkommen unkritisch US-Amerikanische Begriffe, Problematiken und Situationen (und im Rahmen von Argumentationen auch Statistiken) übernommen werden, obwohl die Rahmenbedingungen sich deutlich unterscheiden. Fällt mir immer wieder in den diversen SJW-gefärbten Diskussionen auf und ist in meinen Augen nicht sehr sinnvoll.

Beim Blackface denke ich da besonders an die Sternsingertradition. Gibt es in verschiedenen Formen in Europa seit dem 16. Jahrhundert und somit schon erheblich länger, als die rassistischen Minstrelshows in den USA (und streng genommen auch länger als die USA als Land selbst). Nun heißt es seit ein paar Jahren immer mal wieder, das dunkle Schminken eines der Kinder ist rassistisch und “Blackface” und es darf nicht mehr gemacht werden. Was dabei aber ignoriert wird, ist dass es sich in diesem speziellen Fall eigentlich traditionellerweise um einen sehr gegensätzlichen Grund für das Schminken handelt: Nämlich nicht etwa, sich über dunkelhäutige Menschen lustig zu machen sondern um Menschen verschiedener Hautfarben/Herkunft zu repräsentieren.

Ob das noch zeitgemäß ist oder nicht mag dahingestellt sein, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass es mit Blackface besonders auf der Bedeutungsebene rein gar nichts zu tun hat, und sofort “Blackface” zu schreien in meinen Augen recht ignorant ist.

Was das ganze Cultural Appropriation Thema angeht geht mir das in vielen Diskussionen, die ich gesehen habe etwas zu sehr in Richtung “Rassentrennung” und würde, wenn konsequent ausgeführt, zu kultureller Stagnation führen.

Das hatte ich auch schon im Hinterkopf… Gerade als Kind lernt man andere Kulturen, Charaktere, Menschen, Erscheinungsbilder viel besser kennen und verstehen, indem man in sie “hinein schlüpft”.
“Ja Kind, auf dem Bild ist der den du darstellst zwar dunkelhäutig, aber du darfst dich jetzt nicht anmalen. Weil dann würdest du ja tun, als wärst du ein anderer Mensch von woanders her, was du ja auch eigentlich sollst und willst, aber nicht so!”
Ich sehe in solchen Dingen eher negative Auswirkung auf das Zusammenleben und gegenseitige Verständnis “verschiedener” Menschen.

Zu CA finde ich diesen Artikel immer recht nett:

Wer die Website nicht mag (habe dazu auch schon Kritik gehört) und relativ gut englisch kann:

Irgendwie philosophieren hier (wahrscheinlich) Weiße über einen Rassismus, von dem sie keine Ahnung haben, wie ernst und verletzend er ist, weil sie ihn nie kennen gelernt haben. Wenn zum Beispiel nicht-weiße Menschen sagen, dass das nicht okay ist, ihre Kultur als fancy Style zu missbrauchen, dann liegt es nicht an uns zu sagen:“Nö, wir haben aber Bock drauf”.
Auf der einen Seite versucht ihr einen auf “farbenblind” zu machen, wollt aber weiterhin eure Gesichter braun anmalen und Federn in die Haare stecken. Leute, Hautfarbe ist für Betroffene SEHR real. Passend dazu blinkte dieser Artikel heute auf meiner Timeline auf:

Fakt ist: wir sind alle rassistisch. Nicht weil wir böse sind, sondern weil wir in einer Gesellschaft (auf)wachsen, in der es ganz normal scheint dass uns Weißen alles gehört und wir uns nur zu bedienen brauchen. Richtig “Rassist” wird mensch erst, wenn es einem scheiß egal ist, ob das unterdrückte Menschen verletzt. Ihr wollt einen auf “wir sind alle gleich” machen und gleichzeitig behandelt ihr die Bedürfnisse von Rassismus betroffenen Menschen, die unter anderem noch heute auf offener Straße von weißen Polizisten abgeknallt werden dürfen (oder nettes Beispiel, was sich grade zum Thema “Standing Rock” abspielt) für Belangen dritter Klasse. Das ist kacke, Leute, ganz ehrlich. Und das “SJW” als Beleidigung rumgeworfen wird hinterlässt ein sehr flaues Gefühl im Magen.

Ich stimme all jenen zu, die der Meinung sind, dass dieses Thema sehr komplex ist und es keine einfachen Antworten gibt. Und ich stimme zu, dass die Hauptautorität zum Thema Rassissmus jene Gruppen sein sollten, die tatsächlich darunter zu leiden haben.

Ich habe deinen Artikel gelesen, xplastixbrainx (den zweiten) und ich finde ihn sehr interessant. Ich bin definitiv der Meinung, dass die stereotype Darstellungen anderer Kulturen nicht in Ordnung sind (z.B. im Fashing als ‘Mexikaner’, ‘Geisha’ u.Ä. gehen). Allerdings muss ich zugeben, dass auch ich es mit der Darstellung spezieller Charaktere anders sehe. Natürlich sollte man sich auch über den Charakter, den man versucht darzustellen, Gedanken machen, aber unter der Voraussetzung, dass nicht der Charakter selbst schädliche Stereotypen darstellt, sehe ich persönlich (als weiße Person, also ist meine Perspektive wohl sowieso eingeschränkt) nicht so problematisch. Eine der Linien, die in dem Artikel erwähnt wurden, war ja, welche Absichten man mitbringt und ob man einen Weg findet, respektvoll mit dem, was man sich ‘ausgeliehen’ hat, umzugehen. Ich denke nicht, dass es unmöglich ist, einen respektvollen Weg zu finden, auch gerade im Cosplay.

Bei dem Beispiel von kyouya-akai muss ich zugeben, dass ich selbst unter der Annahme, dass Brown-/Blackfacing nie in Ordnung ist, kein Problem sehe. Immerhin könnte die gezeigte Hauptfarbe für eine Person dieser Ethnie komplett natürlich sein, ist es nur für diese eine spezielle Person nicht. Anders ausgedrückt: ich kann verstehen, warum es Personen verletzend finden, wenn sich eine weiße Person durch Schminke schwarze Hautfarbe verleiht, oder wenn eine kaukasische Person, mithilfe von Make-up asiatische Gesichtsmerkmale verleiht. Ich kann es zugegeben nicht recht verstehen, wenn es als verletzend gesehen wird, dass eine Person sich mithilfe von Make-up einen für ihre ‘Ethnie’ ‘natürlichen’ Teint verleiht, der etwas dunkler ist als ihr normaler Teint.

Aber generell halte ich dieses Thema für ziemlich schwierig. Wie geht man damit um, andere Kulturen respektvoll in Medien darzustellen? Ausführliche Recherche ist natürlich ein Muss, aber abgesehen davon? Die einfachste Lösung wäre wohl, nur die eigene Kultur darzustellen, aber damit würde sich wieder das Problem ergeben, dass Kulturen, die nicht als Mainstream (und leider ist das nun einmal weiß/westlich) angesehen werden, zumindest in Mainstream Medien nicht repräsentiert werden. Also ist auch das keine wirkliche Lösung, da sich damit nur ein anderes Problem ergibt.

Ergo: schwieriges Thema, für das es meiner Meinung nach keine ‘einfache’ Lösung gibt. Im Endeffekt halte ich es für den besten Weg, sich intensiv Gedanken darüber zu machen, was man warum tut und welche Effekte das hat oder haben könnte und sich auch mit anderen Perspektiven auseinander zu setzen. Mehr kann eine Einzelperson nicht tun und andere wegen ihrer Entscheidungen oder Überzeugungen zu beleidigen kann zu keiner Lösung führen (das führt nur dazu, dass sich die Fronten festfahren und niemand mehr miteinander redet. Und gerade in dieser Situation ist Dialog unglaublich wichtig).

Ich hoffe, ich bin nicht allzu konfus x’D