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Brown-/ Blackfacing

Wenn ich allein aufgrund meiner Hautfarbe eine Rassistin bin kann ich damit leben und es ist mir dann ehrlich gesagt auch total egal.
Dann sind es alle anderen Menschen unabhängig ihrer Hautfarbe auch.

Auf der einen Seite versucht ihr einen auf "farbenblind" zu machen, wollt aber weiterhin eure Gesichter braun anmalen und Federn in die Haare stecken. Leute, Hautfarbe ist für Betroffene SEHR real. Passend dazu blinkte dieser Artikel heute auf meiner Timeline auf:

Der Satz ist so pauschalisiert und hat einfach mal NICHTS mit dem zu tun, was hier irgendjemand geschrieben hat.
Hättest du das durchgelesen wäre dir vielleicht auch aufgefallen, dass die meisten das Thema des Artikels nicht gerade mit Wohlwollen auffassen würden.

Die beiden anderen verlinkten Seiten sind schon beim ersten Überfliegen so einseitig und unkritisch, dass ich mir das Schach spielen mit einer Taube nun einfach mal spare.

Achja, für meine Unterlagen: Bist du eigentlich nicht-weiß?

Ich glaube, hier unterliegst du leider einem drastischen Irrtum: ich weiß GANZ genau, wie real und dramatisch Rassismus ist. Dass man in der Öffentlichkeit locker mal als “Negerhure” angepöbelt wird, wenn man es wagt, mit einem dunkelhäutigen Mann was trinken zu gehen. (Ja, genau das ist mir schon passiert.) Dass dunkelhäutige Kollegen auch im akademischen Umfeld gern mal für Putzpersonal gehalten werden. Dass sie in Restaurants nicht anständig bedient werden. Dass ein guter Bekannter standardmäßig Päckchen mit Petersilie dabei hat, für die A*löcher, die versuchen, bei ihm Drogen zu kaufen. Passiert alles täglich…

…aber GENAU DESWEGEN habe ich ein massives Problem damit, den Rassismus-Begriff so weit zu verwässern, dass plötzlich auch Dinge darunter fallen, bei denen man mit Fug und Recht sagen kann, Leute, nun regt euch mal nicht so auf. (Und bei denen sich eben auch wirklich nur eine ganz bestimmte Sorte politischer Aktivisten aufregt.)

Sorry, aber jep, wenn sich jemand ernsthaft davon verletzt fühlt, wenn sich z.B. ein kleines Mädchen als Tiana verkleidet, oder eben eine Cosplayerin einen Charakter mit anderer Hautfarbe cosplayt, dann ist mir das in der Tat scheißegal. Da ist für mich die Grenze der Lächerlichkeit schlichtweg überschritten - und das hat nichts, aber auch GAR NICHTS damit zu tun, dass ich es toll fände, dass in den USA Schwarze mal eben locker auf der Straße abgeknallt werden können, ohne dass das für die Täter irgendwelche Konsequenzen hat. Besten Dank. Und nein, die Bedürfnisse von Menschen mit anderer Hautfarbe sind mir weder mehr noch weniger wichtig als die Bedürfnisse von Leuten, die die gleiche Hautfarbe haben wie ich. Allerdings hilft es wohl kaum gegen Rassismus, irgendwelche harmlosen Cosplayer anzupöbeln.

Was die “Standing Rock”-Sache angeht, bin ich mir übrigens nicht sicher, ob man das wirklich als Beispiel für Rassismus sehen kann oder eher als Beispiel für die Allmacht von “Big Oil”. Die Erfahrung zeigt, dass weiße Farmer üblicherweise in solchen Fällen genau so chancenlos sind. Den Ölkonzernen sind nicht nur die Dakota-Ureinwohner piepegal, sondern alle anderen Leute ebenfalls. Die Ureinwohner sind natürlich schwerer betroffen, weil sie auf das Land angewiesen sind und weil dort ihre heiligen Stätten liegen - “Rassismus” wäre die Angelegenheit allerdings nur, wenn man davon ausgehen könnte, dass die Pipeline nicht gebaut würde, wenn Weiße davon betroffen wären. Was nach allen Erfahrungen mit der Ölindustrie nicht anzunehmen ist. Also ein schlechtes Beispiel! (Aber natürlich ein Paradebeispiel für allgemeine Skrupellosigkeit, wenn es um Geld geht.)

Ich habe mir übrigens die von dir verlinkten Artikel gerne und interessiert durchgelesen. Der zweite gibt eine mMn sehr spannende Definition von CA:

“A deeper understanding of cultural appropriation also refers to a particular power dynamic in which members of a dominant culture take elements from a culture of people who have been systematically oppressed by that dominant group.”

Auf dieser Basis hätte ich jetzt gerne, dass du mal erläuterst, inwiefern eine Cosplayerin, die einen japanischen Chara darstellt, da hineinpasst. Es müsste doch eigentlich für Deutsche nach dieser Definition vollkommen unmöglich sein, CA gegenüber Japanern zu begehen. Mir ist jedenfalls historisch keine Epoche bekannt, in der Japaner von Deutschen “systematisch unterdrückt” wurden. o_o

Vielleicht solltest du dich mal fragen, woran das liegt. Nicht nur, dass der klassische “SJW” ebenfalls weiß ist, und sich lediglich anmaßt, die Bedürfnisse der Leute mit anderen Hautfarben quasi besser zu kennen als die Betroffenen selbst (übrigens auch eine Form von bevormundendem Rassismus!), sondern es wird einfach viel zu oft mit billiger Polemik argumentiert oder einfach nur argumentfrei gepöbelt.

Und nein, das bedeutet nicht, dass ich allgemein etwas dagegen hätte, wenn man sich gegen Rassismus einsetzt. Im Gegenteil, ich halte das sogar für bitter nötig. Es ist allerdings kein Zeichen guter Diskussionskultur, einen Standpunkt in den Raum zu werfen, keinerlei abweichende Meinungen ernst zu nehmen oder auf Argumente einzugehen, sondern einfach jeden, der nicht hundertprozentig mit dem eigenen Standpunkt übereinstimmt, als Rassisten abzuqualifizieren und die Debatte damit als gelöst zu betrachten. ;)

Klar ist das Thema komplex und jedem steht seine Meinung zu (genau wie mir eben das Recht, diese Meinung nicht zu teilen und im Zweifelfall auch für reichlich absurd zu halten).

Aber ja, das was mich vermutlich mit am meisten stört, ist dass da gern mal selektiert wird. Bist du “weiß” (auch wenn Eller und ich ja beide schon erwähnt haben, dass die Aufteilung der Menschen in ordentlich getrennte Grüppchen anhand ihrer Hautfarbe - ob man die nun Rasse, Ethnie oder was auch immer nennt - wissenschaftlich gesehen nicht haltbar ist) bist du böse und betrachtest dich als “Ideal” der Menschheit. Wenn nicht, bist du das Opfer auf dem alle rumtrampeln.
Das ist so einfach nicht haltbar. Von jeder Hautfarbe gab und gibt es Menschen, die sich über andere stellen. Verschiedene Kulturen können ganz ähnlich aussehen und vollkommen unterschiedliche Hintergründe haben - ich finde es etwa immer ungemein irritierend, wie sich etwa Leute als “American Asian” deklarieren und dann beklagen, ihre Kultur würde angeeignet. Da frag ich mich nur, welche das bitte sein soll von den hunderten, hochgradig verschiedenen Kulturen in Asien.

Japan etwa hat eine ziemlich aggressive, expansive Vergangenheit und während der Kolonialzeit ziemlich massiv versucht, die koreanische Kultur zu verdrängen. Inklusive Pflicht-Religion und erzwungener Namensänderungen. Und das ist nicht lange her - die Kolonialisierung dauert von 1910 bis 1945. Das Verhältnis ist auch heute nicht ganz unkompliziert.
Oder China, wo die Synchronisation von “Die Geisha” gestoppt und der Film nicht gezeigt wurde, weil es für so viel Aufruhr sorgte, dass chinesische Schauspielerinnen japanische Unterhalterinnen darstellten (wenn auch eher schlecht als recht*). Gerade die Hauptdarstellerin wurde richtig angefeindet für diese Rolle. In Japan gab es auch Proteste, aber soweit ich weiß wurde der Film dennoch gezeigt und es bezog sich immerhin auf ihre eigene Kultur. Auch dort ist das Verhältnis immer noch schwierig, was u.a. auf die Kriegsverbrechen Japans zurück geht, wo etwa chinesische Frauen (und auch andere) in Kriegsbordellen zwangsprostituiert wurden. Oder Menschenversuche. Beides im 2. Weltkrieg.
Das kann man nicht zusammen würfeln und sagen, dass die alle von bösen “Weißen” unterdrückt wurden und werden.

Wer hingegen massiv unterdrückt wurde, waren… Iren. Ja, die, die kaum “weißer” sein könnten. Gibt es übrigens auch ganz viele fiese negative Stereotype, über die sich die Welt amüsiert und die zumindest indirekt als Fest am St. Patrick’s Day zelebriert werden. “Ständig betrunken”, kommt bekannt vor? Und das “typische Aussehen” (keiner der Iren, die ich kenn, sieht tatsächlich so aus) mit roten Haaren und Sommersprossen wird auch häufig für Witze genutzt oder als Anlass für Mobbing genommen.

Oder Sklavenhandel. Gabs auch auf dem Mittelmeer. Da wurden Europäer entweder von gekaperten Schiffen oder gleich aus ihren Heimatgebieten entführt und nach Nordafrika gebracht. Wobei die Händler nicht nur Araber und Türken waren, sondern bspw. auch Italiener wohl ziemlich eifrig waren, Slawen nach Ägypten zu verkaufen.
Beim bekannteren Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika hingegen wurden die afrikanischen Sklaven in Westafrika von lokalen Sklavenhändlern gekauft, ehe man sie nach Amerika transportierte. Es dürfte schwer sein, dort genaue Fakten zu finden, aber ich vermute mal schwer, dass der Großteil dieser lokalen Händler ziemlich genau der gleichen Ethnie angehörte wie die von ihnen verkauften Menschen. Genau wie es auch in den USA Sklavenhalter verschiedenster Hautfarben gab.
Übrigens war Mauretanien das letzte Land der Welt, das Sklaverei abschaffte - dafür gleich mehrfach seit 1980, zuletzt 2007, und mit konstant wenig Erfolg. Bis heute hat es Schätzungen zufolge den höchsten Anteil von Sklaven an der Gesamtbevölkerung der Welt. Dabei diesen sie zwar den “weißen Mauren”, aber diese sind nach unserem Verständnis ebenso wenig “weiß” wie Wikinger mit dem Beinamen “der Schwarze” Afrikaner waren. Bei den weißen Mauren handelt es sich um eine arabisch-berbischstämmige Volksgruppe.

Viel Text, eine Aussage… Hautfarbe sagt nix aus. Ja, es gibt Einzelpersonen und Gruppierungen, die andere systematisch unterdrücken und auf sie herab sehen und da soll man auch kritisch sein. Aber davon ist vollkommen unabhängig, wie viel Sonne deine Vorfahren ausgesetzt waren und wie sich das auf das Melanin in ihrer Haut ausgewirkt hat.
Im Gegenteil, ich finde es absolut fahrlässig, Leute in so breite Gruppen zusammen zu werfen, nur weil sie durch geographische Nähe eben nen ähnlichen Teint haben und alle Unterschiede, egal wie gravierend, über den Haufen zu bügeln nur weil sie halt irgendwie ähnlich aussehen.
Es mag sein, dass ein Amerikaner, dessen Großeltern aus Japan kamen, heute eine sehr ähnliche Erfahrung wie ein Amerikaner, dessen Großeltern Koreaner oder Chinesen waren, hat, eben weil die meisten Amerikaner vermutlich die Unterschiede gar nicht erkennen können und daher in der Behandlung zusammen werfen. Aber es sind eben beides Amerikaner - deren Lebenswelt einfach eine ganz andere ist als die tatsächlicher Japaner, Koreaner und Chinesen. Ich kann schließlich auch nicht wirklich was zur heutigen Lebenssituation in Russland oder Polen sagen, nur weil Verwandte, die ich bestenfalls in Kleinkindjahren mal getroffen habe, dort aufwuchsen und ich ziemlich genau deren Teint und auch sonst viele Ähnlichkeiten hab.

Entschuldigt bitte den langen Rant, der nur lose auf einen konkreten Beitrag antwortet, aber diese Einstellung “weiß vs. nicht-weiß”, die in manchen Posts rausschimmert geht mir ungemein auf die Nerven, weil sie so viel ignoriert, was man eigentlich nicht ignorieren darf. Schon allein den Fakt, dass “weiß” eben nur in einem recht kleinen Anteil der Länder dieser Welt die dominante Gruppe ist und die zahllosen anderen Länder irgendwie… nicht besser sind.

Zum Thema “SJW als Beleidigung”… So wie ich es kenne, nennen die Leute, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen wollen, dafür aber einen eher ruhigen, konstruktiven Ton bevorzugen eher “Social Justice Activist”, während “Social Justice Warrior” vornehmlich für die Leute verwendet wird, die ziemlich schrill für eher extreme Positionen eintreten, gern auch mit einer Haltung, die alles verdammt was in ihren Augen nicht 100% makellos ist.
Für die meisten Leute, von denen ich weiß dass sie den Begriff kennen, HAT SJW daher de facto eine negative Bedeutung. Das heißt aber keineswegs, dass die Leute allgemein gegen soziale Gerechtigkeit sind. Nur eben dass sie mit dem mit SJW assozierten Vorgehen herzlich wenig anfangen können.

der Artikel zu “Verstehen sie Spaß” ist für mich definitiv kein Spaß. Genau das ist es ja auch was in der ursprünglichen “Blackfacing” Minstrel Show aufgezogen wurde. übertriebene Stereotype (Schlauchbootlippen), ein falscher Akzent bei dem jeder Blinde mit nem Krückstock sehen kann dass es gespielt ist und die Darstellung des aufbrausenden, dummen schwarzen Mannes durch Herrn Cantz. Das sind alle Merkmale des Blackfacing und da stimme ich dir und auch allen die sich beim Sender beschwert und aufgeregt haben zu. Sowas hätte heutzutage gar nicht erst auf Sendung gehen dürfen.

Zum 1. Link bin ich etwas zwiegespalten…
es geht ja vorrangig darum dass man sich keine fremde Kultur aneignen sollte bzw Weiße es zum Sport gemacht haben sich überall zu bedienen aber im Gegenzug niemanden an ihrer Kultur teilhaben lassen wollen.
2 Dinge stoßen mir da negativ auf. 1. es sind immer amerikanische Beispiele, Amerika ist wohl das Land mit der längsten Liste wenn es darum geht andere Ethnien zu unterdrücken und sich an ihnen zu bereichern. Ich WEIß dass es auch andere getan haben aber Amerika scheint da leider das markanteste Beispiel zu sein wenn man sich deren Geschichte so anschaut. Ich gestehe dass ich nicht wirklich gut in Geschichte bin und sicher nicht alle Ereignisse genau nennen oder wiedergeben könnte, aber es ist schon auffällig. Und dementsprechend sind es auch oft in Amerika lebende Menschen die so vehement nach Fehltritten anderer suchen um sie dann an den Pranger zu stellen.
2. die “Stars” nutzen übertriebene Stereotypen um nicht langweilig zu wirken was ich finde schon in Richtung Rassismus geht. aber es handelt sich um “Stars” klar dürfen die sich das genauso wenig erlauben wie du und ich aber diese Menschen leben davon im Gespräch zu sein. Nach dem Motte auch schlechte Werbung ist Werbung. Und mMn liegt da die Gefahr des verwässern des Begriffs Rassismus. Alle sehen diese Videos, einige wenige regen sich nachvollziehbar darüber auf weil betroffen, andere sehen es und steigen aus welchen Gründen auch immer auf den Zug auf ohne wirklich Ahnung davon zu haben aber es geht ja um einen bekannten Star, über den kann man sich das Maul zerreißen und dann fallen Begriffe wie “Blackfacing” “Cultural Appropriation” ohne passendes Hintergrundwissen

Bei Link 2 fühle ich mich aber nur in meiner Sicht bestätigt, dass man es von Fall zu Fall genau beleuchten muss bevor man “Rassismus” und “Blackfacing” schreit.
Ich bin dir übrigens dankbar, dass du diesen Link geteilt hast xplasticxbrainx. ich habe ihn mit großem Interesse gelesen und einiges Neues gelernt. :)

Um Unklarheiten vorweg zu beseitigen: ich bin Vietnamesin mit dementsprechenden äußerlichen Merkmalen, nur nicht so dunkle Haut (ich halte also auch nichts von der “Rassentrennung durch Hautfarbe” drastisch formuliert) und habe mir auch schon dämliche Kommentare anhören müssen. Meist von männlichen weißen Leuten. Ja es tut weh wenn man schon über 20 Jahre in Deutschland lebt, hier zur Schule gegangen ist und sonst eigentlich voll integriert ist und trotzdem Fitschi und Schlitzauge an den Kopf geworfen bekommt. Und nein ich fühle mich nicht rassistisch angegriffen wenn ich weiße Menschen ein vietnamesisches Gewand tragen sehe. Im Gegenteil ich fühle mich geschmeichelt dass andere Kulturen gern wie meine wären. Es gibt eben auch die andere Seite. Interessierte Menschen die ernst gemeinte Fragen stellen. Die einen Urlaub im Land gemacht haben und sich darin verliebt haben. Und diesen Menschen räume ich gern das Recht ein Strohhüte und vietnamesische Sachen zu tragen weil sie im Sommer einfach angenehmer sind. Denn wie Eller auch richtig gesagt hat, rassistische Menschen wollen eh nicht die Kleidung der Menschen tragen die sie als minderwertig ansehen. beim Cosplay finde ich es noch verschärfter. Man muss bedenken dass es vorgegebene Kleidung gibt, manchmal hat man Glück und kann sie sich zusammen kaufen oder muss sie nur minimal ändern. Dann kann man aber auch Pech haben und die Kleidung ist einfach zu abgefahren und der Cosplayer muss in mühevoller Kleinarbeit alles selbst nähen/basteln oder teuer irgendwo kaufen. So oder so verbraucht der Cosplayer viel Geld, Zeit und Nerven und wozu? Um sich über andere Ethnien lustig zu machen? Ich glaube nicht! Sowas hält man nur durch wenn man den Chara den man darstellen will wirklich liebt und dass ist es was mich an dieser grundlosen Blackfacing Beschuldigung stört.

Btw. finde ich es immer sehr belustigend, dass die Leute die anderen Blackfacing vorwerfen kein reales Bild von sich haben sondern immer irgendwelche anderen Bilder. Sich also gern hinter der Anonymität verstecken um andere fertig zu machen. Meistens sind es dann wirklich weiße Menschen und ich frage mich dann Warum?! Ich kann und werde solche Leute nicht ernst nehmen. Es ist ein bisschen wie die HardcoreVegetarier Veganer… die erst seit ein paar Monaten vegetarisch/vegan leben und plötzlich alle bekehren wollen. Auf der anderen Seite stehen dann die echten Vegetarier/Veganer die einfach ihr Leben leben und Interessenten an ihrer Art zu leben freundlich teil haben lassen. Diese kleine Gruppe Hardcore Menschen lässt eine größere vernünftige Masse schlecht aussehen und alle Welt schreit: “Ja die Veganer sind doch alle irre mit ihrem kein Fleisch kein Fisch kein tierisches Produkt!!!elfein!!”

EDIT: übrigens wurdn andere Freunde von mir, die downpourin_ verteidigt haben, als Hitler beschimpft weil sie in Deutschland leben und da hat es für mich gereicht, die wollten keine Richtigstellung, es waren einfach nur Trolle und leider hat es eben downpourin_ getroffen

Jep, da stimme ich ebenfalls zu: für mich war dieser Sketch auch absolut nicht witzig. Aber das hat mMn nicht nur damit zu tun, dass da ein weißer Schauspieler schwarz geschminkt wurde. Sondern damit, dass üble Klischees bedient wurden. Der Sketch wäre auch dann noch rassistisch, wenn man für die Rolle einen von Natur aus dunkelhäutigen Schauspieler engagiert hätte! (Und ja, hier drängt sich in der Tat der Vergleich zum klassischen “Blackfacing” auf - eben dadurch, dass der “Schwarze” gezielt als dumm dargestellt wird…) Ich vermute zwar, dass das nicht einmal beabsichtigt war, aber… ähm, nee. Das ist MINDESTENS saublöd vom Sender, dass so was auf Sendung gehen konnte.

Ich denke, GENAU DA liegt das Problem: allein schon die Annahme, Weiße hätten “ihre Kultur” ist extrem amerika-zentristisch. Ich war noch nie in Amerika und kann daher kein Statement aus erster Hand dazu abgeben - aber selbst wenn das in den USA so zutreffen sollte, ist das aus europäischer Perspektive natürlich vollkommen absurd. Die Korrelation “gleiches Aussehen - gleiche Kultur” (und umgekehrt) gibt es hier so nicht. Zwischen mir und, sagen wir mal, einem Franzosen mit exakt gleicher Haut-, Augen- und Haarfarbe bestehen ziemlich sicher größere kulturelle Unterschiede als z.B. zwischen mir und dir. Der Versuch, amerikanische gesellschaftliche Verhältnisse und sich daraus ergebende “Höflichkeitsregeln” eins zu eins nach Deutschland zu übertragen, ist entsprechend zum Scheitern (und, letztendlich, zur Lächerlichkeit) verdammt.

Sehr interessant zu lesen. Ich war eigentlich schon drauf und dran, mich hier aus der Diskussion auszuklinken, weil es schlichtweg sinnlos ist, wenn lauter weiße Personen unter sich versuchen, auszumachen, was nun eigentlich nicht-weiße Leute als rassistisch empfinden. (Empfinden müssen?)

Ich habe leider ganz oft das Gefühl, dass die lautesten Aktivisten, unabhängig vom Thema (ob es nun Antirassismus, Antisexismus, Tierschutz oder was auch immer ist), ganz häufig Personen sind, die einfach mal die Sau rauslassen wollen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Also, jep, Trolle. Muss schön sein, wenn man sich selbst einreden kann, dass es ja “für die gute Sache” ist - und entsprechend Kritiker mindestens ignorieren, wenn nicht gar anpöbeln darf, weil die ja auf der moralisch falschen Seite stehen! (Allerdings schade, dass es kaum noch möglich ist, sich aktiv für kulturellen Austausch, Gleichberechtigung, Umweltschutz oder andere an sich absolut wünschenswerte Themen zu engagieren, weil diese Typen die entsprechenden Themenbereiche “beschlagnahmen”.)

Ich habe jetztnicht alles gelesen. ^^’ Muss aber auch was dazu sagen.
Ich persönlich finde es nicht Rassistisch sich dunkelhäutig zu schminken um einen Charakter den man mag und den man nicht ins lächerliche stell, dar zu stellen. Problematisch wird es wenn man gezielt sich über diese Gruppe lustig macht.
Aber ich bin eh kein Freund von dem Wort Rassismus. Geht es doch nicht wirlklich um Rasse sondern um Kulturelle unterschiede. Es ist mitlerweile bewiesen, dass der Mensch ob dunkel oder hell, ein und dieselbe Art ist. Es gibt keine unterart. Das einzige was uns unterscheidet sind unseren kulturellen Hintergründe.
Dann sollen wir immer tolleranter werden was andere Kulturen angeht. Aber setzt man sich damit ausseinander wird wieder geschrien: “Rassismus!”
Die Diskussion kommt mir sehr bekannt vor mit der Diskussion von “Dürfen Ausländer Kimonos tragen?”. Man muss erwähnen das die amerikanische Bevölkerung aufschrie: “Das ist rassistisch!” Das sei aneignung einer fremden Kultur und gehöre verboten. Die japanische Bevölkerung war hingegen begeistert, dass sich Ausländer für ihre Tracht interessiert.
Ich finde das dieses Rassismusgeschichte viel zu einseitig ist. Habt ihr schonmal gehört das auf dem Oktoberfest das tragen von Dirndl und Lederhosen von Ausländern rassistisch sei? Also wirklich großes Thema war es nie. Ist es nicht auch rassistisch einem Weißen zu sagen: “Du bist rassistisch!”? Oder überhaupt von Weiß zu sprechen?
Mir ist das ganze ehrlich gesagt zu blöd. Ich bin für kulturelle offenheit. Ich habe mir bisher nie gedanken gemacht ob mein Handeln oder Worte rassistisch wären und bisher bin ich nirgendwo angeeckt.
Wenn jemand sich dunkel schminkt sollte ihm eines klar sein, als “Weißer” sieht es (zu mindestens für mich) immer komisch aus als “Schwarz” Geschminkt zu sein, weil die Gesichtkonturen doch anders sind. Aber das ist auch schon alles. Wenn man nich gezielt die Gruppe provozieren will oder lächerlich machen will, sehe ich kein Problem drin.

Moderne Rechtsextreme versuchen, ihren Rassismus nicht mehr biologistisch, sondern kulturalistisch zu begründen. Statt von "Rasse", sprechen sie lieber von "Volk", "Ethnie" oder "Nation". Sie behaupten, verschiedene Völker hätten unterschiedliche Kulturen entwickelt, die strikt getrennt voneinander und im Innern sauber von fremden Einflüssen gehalten werden müssten (tatsächlich aber haben sich in der gesamten Menschheitsgeschichte unterschiedliche "Kulturen" stets vermischt und gegenseitig beeinflusst). Vordergründig wird keine Ungleichwertigkeit der "Völker" vertreten, sondern lediglich eine "natürliche Verschiedenheit". Dieser Neo-Rassismus wird "Ethnopluralismus" genannt.
Von Netz gegen Nazis, aus "Was ist Rassismus?" ([http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/was-ist-rassismus-0](http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/was-ist-rassismus-0))

Finde es gerade sehr interessant, wie nah manche an jene heran kommen, die eigentlich sehr strikt selbst gegen Rassismus vorgehen wollen und dabei eine sehr breite Interpretation dessen nutzen, was Rassismus alles umfasst und die ihn auch jenen unterstellen, die eine Unterteilung von Menschen in “Rassen” (oder was auch immer man an Ersatzworten nutzt) strikt ablehnen…
Nietzsche hatte eben doch nicht ganz unrecht: “Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.”

Naja ich wollt damit sagen das es absoluter Bullshit ist sich darüber Gedanken zu machen. Oder gar den erhobenen Zeigefinger zu zeigen, wenn nicht gerade jemand mit Absicht jemanden verletzten will.
Statt auf Unterschiede sollte man auf Gemeinsamkeiten achten.

Im übrigen mir ist es egal ob jemand einen stereotypen Deutschen zeigt. Genauso ist es mir egal ob jemand sich weiß schminkt oder einen Dirndl/Lederhosen trägt.

Was wirklich ein totales Armutszeugnis ist, solche Idioten wird man leider nie loswerden. :cons:

Unabhängig von deinen Erlebnissen gibt es meiner Ansicht nach auch noch einen Unterschied zwischen Arschlöchern und rassistischen Arschlöchern. Erstere wollen einfach Stunk machen und picken sich dafür Beleidigungen raus, die naheliegend sind und mit dem sie hoffen, denjenigen möglichst effektiv zu verletzen (Beispiel Schulmobbing; Brillenschlange, Fettkloß, Streber, Satansbraut, Hackfresse, etc.). Zweitere richten sich gezielt gegen bestimmte “Gruppen”, die sie wahlweise stumpf und mit Schlagparolen beleidigen oder es geschickt àla besorgte AfD verpacken.
Schöne South Park Folge dazu: http://www.southpark.de/alle-episoden/s04e01-die-lustige-geschichte-uber-ein-verbrechen-aus-hass

Es ist gut, wenn man merkt worum es solchen Leuten eigentlich geht und ich hoffe, ihr lasst euch beide dadurch den Spaß am Cosplay nicht verderben. :) Deutsche als Hitler zu bezeichnen ist so wahnsinnig originell.

Sehr sehr schönes Beispiel! In meinem engeren Familien- und Freundeskreis tummeln sich gut ein Dutzend Vegetarier (oh, fällt mir jetzt erst auf stelle ich fest), bei denen das wunderbar nebenbei läuft. Es ist selbstverständlich, dass ich vegetarisch koche, wenn sie zu Besuch sind, sonst ist das Thema einfach so unwesentlich, dass man es gar nicht wahr nimmt. Gleichzeitig kann man sich mit allen wenn man möchte sehr gut über ihre Intentionen und auch über z.B. die Vor- und Nachteile einer (teil)veganen Ernährung diskutieren.
Auf 10 “normale” Menschen die einfach nur ihr Leben leben kommt dann 1 dummer Fanatiker, der seine stupiden Parolen jedem ins Gesicht haut und damit die 9 anderen in den Dreck zieht.

Dazu passt:

Super Beispiel! Wenn andere Leute meinen, dass sie für alle sprechen müssen und was die Mehrheit eigentlich denkt…
Zum Thema Museum: Can Foreigners wear Kimono? ボストン美術館・着物イベントに批判で中止? - YouTube (inklusive Thema Cosplay)
Aktuell zu Katy Perry: Can Foreigners Wear Kimono? (Japanese Opinion Interview) - YouTube
(leider beides englisch, aber ich glaube trotzdem leicht zu verstehen denke ich)

Ich unterstelle auch mal ganz frech, dass es den meisten Farbigen total egal ist, wenn Weiße z.B. Rasterlocken haben. Aber wenn einem was egal ist, schreit man das halt auch nicht quer durchs Internet oder geht auf die Leute zu und sagt “Hey, mir ist das total egal wie du rumläufst.” ;)

Jeiiiiiiiiiin, also es stimmt schon ein wenig und die Kernaussage passt total, aber es ist vielleicht ein wenig durcheinander gewürfelt.
Der Mensch ist natürlich eine Art (stumpf definiert: wir können fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen). Trotzdem unterscheiden uns nicht NUR kulturelle Hintergründe, wir sind durch die Evolution in bestimmten Punkten auch an unseren Lebensraum unterschiedlich angepasst. Beispiel: Erhöhtes Risiko von Vitamin D Mangel bei Dunkelhäutigen wenn sie zu wenig Sonne abbekommen und passend dazu sind Hellhäutige viel anfälliger für Sonnenbrand.
Der Rassenbegriff ist bei Menschen (allein aus historischer Sicht) angewendet einfach absolut unangebracht und auch sonst nicht wirklich korrekt.
Sehr schön verständlich formuliert von Mark Benecke:
http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/163/thema/ethnische-marker-dna-analyse
Klick mich ich bin ein Google Books Link

Darauf erst mal einen Tee.

Ich kann sehen, woher deine Kritik an dem Wort kommt, aber ich kann genauso gut verstehen, warum man es weiter verwendet. Es ist einfacher und effektiver für ein Phänomen ein existierendes Wort weiter zu verwenden anstatt ein neues zu erfinden. Bedeutungen verändern sich im Lauf der Zeit und manchmal kann man sich am Kopf kratzen, wenn man herausfindet, was ein bestimmtes Wort ursprünglich bedeutet hat, oder wenn man hinter den Wortstamm mancher Begriffe kommt, die nun aber schon gar nichts mehr mit ihrem Ursprung zutun haben. (Viel Spaß bei dem Versuch, Frauen von der Insel Lesbos als lesbische Frauen zu bezeichnen. Stand in unserer Schulausgabe der griechischen Sagen noch drin. Hatte viel Amüsement zur Folge)

Ich muss zugeben, dass ich es schon für wichtig halte, sich Gedanken darüber zu machen. Zumindest wenn es einem wichtig ist, andere Personen oder Personengruppen nicht unabsichtlich zu verletzen.

Anders ausgedrückt: ich bin der Meinung, dass man versuchen sollte, sich die Konsequenzen der eigenen Handlungen und Worte so weit als möglich bewusst zu machen. Natürlich kann man nicht alle Konsequenzen vorraussehen, aber wenn mir jemand sagt, dass Handlung XY rassisstisch ist (oder als rassisstisch empfunden wird), dann kann ich entscheiden, ob es mir wichtiger ist, Handlung XY beizubehalten (unter der Gefahr, dass sie rassistisch ist, ich damit Personen verletze und sie dementsprechend ankommt), oder ob ich die Handlung bleiben lasse, weil es mir wichtiger ist nicht rassisstisch zu sein/als nicht rassisstisch wahrgenommen zu werden. Natürlich kann ich auch entscheiden, dass das nur die Meinung einer Person ist und das nichts zu sagen hat, aber ich halte es für wichtig, zumindest einmal darüber nach zu denken. Dann ist es im Nachhinein wesentlich schwerer zu sagen, dass man doch nicht wissen konnte, dass das jemanden beleidigen würde (siehe der Fernsehsender. Sie haben sich entschieden, dass es wichtiger ist, die Sendung auszustrahlen, als zu respektieren, dass es für eine große Community beleidigend ist und schädliche Stereorypen verbreitet. Sie sollten sich über das Ergebnis nicht wundern.)

Ah… Jein. Aus biologischer Sicht ist natürlich vollkommen korrekt, dass es keine menschlichen “Rassen” gibt. (Lediglich, wie DasClownteil schon anmerkte, ortsübliche Anpassungen an den Lebensraum.) Trotzdem gibt es “Rassismus” - weil sich diese Tatsache eben noch nicht bis hin zu allen Dumpfbacken herumgesprochen hat. Auch jemand, der exakt den gleichen kulturellen Hintergrund hat wie ich, und sich genau so benimmt, kann rassistisch angepöbelt werden, wenn er nun einmal eine andere Hautfarbe hat. Rassismus bezieht sich ja eben nicht unbedingt auf die Kultur, sondern auf den Phänotyp. (Mal grob gesagt: auch wenn es keine verschiedenen menschlichen Rassen gibt, bedeutet das nicht, dass es keine Leute gäbe, die an die Existenz GLAUBEN. Wir können ja auch nicht sagen, es gäbe keinen Sexismus, nur weil wissenschaftlich klar ist, dass Frauen nicht dümmer sind als Männer - ungeachtet der Tatsache, dass die entsprechende Einstellung immer noch rasant verbreitet ist!)

Selbst da würde ich unterscheiden ob mir jemand erklären kann warum diese spezielle Handlung rassistisch ist oder nicht…
konkretes Beispiel zum Verständnis:
Ich male mich rot an, verkleide mich als Indianer und nenne mich Rothaut. Jemand (unabhängig ob indianische Wurzeln oder nicht) und sagt mir das was ich tue ist rassistisch WEIL die Indianer verfolgt und abgeschlachtet wurden und das Wort Redskin daher resultiert dass die Mörder einen Beweis für ihre Taten behalten haben, in dem Fall eben die rote Haut und es für Andere traumatische Gefühle aufwühlt, wie es in einem von plasticbrain genannt wurde, dann ist das für mich nachvollziehbar. Ich würde sofort damit aufhören und mich tausendfach entschuldigen. Wenn ich aber nur zu hören bekomme “sowas macht man nicht weil rassistisch” oder “andere könnten sich beleidigt fühlen” es wird sich IMMER einer aufregen aber wenn es nur deren PERSÖNLICHER GESCHMACK ist warum sollte ich mich dem beugen wenn ich niemanden körperlich verletze oder schade?

Und was haben fiktive Charaktere mit der realen Geschichte zu tun? Warum sollte sich ein fiktiver thailändischer Eiskunstläufer rassistisch behandelt fühlen wenn ihn jemand nachmacht?