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Arbeitsmaterial säubern und pflegen

Hallo KaKAOler,

mir geht es darum, eine Anlaufstelle für Fragen zu starten, in welchen es um das säubern und die Pflege von unseren “Arbeitsmaterialien” geht.

Ich würde gerne mal meine Pinsel alle schön sauber machen. Ich habe auch eine Pinselseife von Boesner mit der ich nicht ganz so stark verschmutzte Pinsel, wie vom Aquarell oder Pastel, super sauber bekomme. Aber Pinsel, mit denen ich mit Acryl gearbeitet habe, bekomme ich nicht so richtig sauber. Leider habe ich mir auch welche mit Klebstoff und Lack versaut.

Gibt es einen Trick, ein Hausmittelchen (Haushaltsbenzin?), wie ich die alle wieder hinbekomme, oder ist hier wirklich nur “wegwerfen und neue kaufen!” der beste Rat? Was kann ich machen, dass es gar nicht erst dazu kommt, dass sie so verkleben und “verkrusten”? Worauf muss ich achten, wenn ich die Pinsel reinige - fließendes Wasser oder stehend, warm oder nicht, die Spitze kneten oder nur drüberstreifen etc. pp.? Und wie lagere ich sie zum Trocknen am Besten?

Ich hab einen Wassertankpinsel, in dessen Spitze auch noch “Farbreste” drinn sind. Die Färben zwar nicht ab, aber sie stören mich trotzdem ein bischen. Was könnte ich da machen?

Ich frage mich noch, wie ich wohl Zeichenfedern am Besten pflege und putze. Eigentlich habe ich mir angewöhnt, für eine Farbe nur eine Feder zu benutzen, aber das kann ich mit nicht merken. xD Also möchte ich am liebsten immer alle Federn sauber, dass ich in alle Farben kann, ohne, dass etwas abfärbt. Eine Feder, die ist verklebt mit weißer Tusche. Die mag ich nicht sondern, rauswerfen wäre ne denkbare alternative, aber vielleicht bekommt man sie wieder sauber.

Zuletzt: Gibt es irgendwelche Pflegetipps? Echthaarpinsel regelmäßig mit Haarspülung behandeln? Okay, das war ein Witz. xD Aber wer weis, ob es da nicht Tricks gibt?

Mal zu Farben: Was tun, wenn meine Aquarellnäpfchen dreckig geworden sind, weil ich zB mit anderer Farbe rein bin. Früher als Kind habe ich meinen Wasserfarbkasten immer ins Bad geschleppt und unter fließend Wasser die Farben augespült. xD Das ist natürlich absolute Verschwendung, vor allem bei so teuren, hochwertigen Aquarellfarben. Aber was tun? Mein Chinasweiß ist in dem Fall mein sorgenkind, in dem sich hellblau eingesetzt hat.
Ihr seht, Fragen über Fragen …

Federn reinige ich, wenn cih sie frisch benutzt habe, mit einem feuchten Zipfel Microfaser-Brillenputztuch. Mit der trockenen Seite wird die Feder dann nochmal abgewischt, damit nix rostet.

Was die Pinsel betrifft, schließe ich mich deinen Fragen an. Grad die verfärbten Borsten/Haare beim Wassertankpinsel finde ich nicht so berauschend.

Hi,

also zumindest bei Echthaar kannst wirklich Spülung nehmen ^^
Aber um Himmels willen Silikonfreie. Das verschließt sonst die Poren oder wie das bei Haaren heißt und legt sich wie nen Film drauf… Dann perlt das Wasser leichter ab und auf Dauer nehmen die weniger Wasser auf…
Pinsel aus echthaar die mit Gedöns verklebt sind, kann man versuchen mit Reiniger je nach Verklebung zu bearbeiten. Danach gut auswaschen und Spülung drauf. Besser versuchen auszuwaschen und zu retten als direkt weghauen…

Bei der Feder die du eh nicht so mags könnte man es eher mit was schärferem versuchen. Nagellacknetferner oder was man grad da hat. Metal ist nicht so Mimosig wie Haare… und falls es nichts war, kannste berichten ^^

LG Steffi

Zu Pinselpflege hatte ich mal nen ganzen Roman geschrieben, weil ich schon zu oft gefragt worden bin, wie man mit Echthaar-Aquarellpinseln (und speziell Rotmarder-Pinseln) so umgeht, dass sie möglichst lange halten. XD Im Idealfall behalten Pinsel ja mehrere Jahre lang eine schöne Spitze – nur bei falscher Behandlung verkürzt sich die Lebensdauer leider ganz erheblich.

Gehen wir der Einfachheit mal davon aus, du hast dir gerade einen neuen Rotmarderhaar-Rundpinsel für Aquarellmalerei gekauft. Selbstverständlich hast du im Laden darauf geachtet, ein sauber verarbeitetes Exemplar (manche Firmen haben ja leider deutliche Produktionsschwankungen) mit feiner Spitze (im Laden gegens Licht halten und das Exemplar auswählen, das vorne am feinsten zuläuft) zu erwischen. Jetzt bist du zu Hause und möchtest den Pinsel gern zum ersten Mal benutzen.

Du wirst sicher feststellen, dass die Haare mit „so komischem Zeug“ überzogen sind. Das Zeug nennt sich Gummi arabicum und wird vom Hersteller auf neue Pinsel gepackt, erstens damit sich die Schutzkappe aufstecken lässt, ohne Haare einzuklemmen, und zweitens, damit potenzielle Kunden im Laden idealerweise sofort sehen, wie schön fein die Spitze zuläuft. Wo wir gerade bei der Schutzkappe sind: die wird selbstverständlich aufgehoben! Ansonsten wird der zukünftige Transport des Pinsels schwierig. (Ich habe tatsächlich Gummi arabicum vorrätig und benutze eine verdünnte Lösung davon, um meine Pinsel ggf. für den Transport vorzubereiten.) Dieses Zeug muss aber vorsichtig (!) abgewaschen werden! Wenn man den Pinsel in trockenem Zustand einfach zwischen den Fingern zusammendrückt, um die verklebten Haare zu lösen (ich habe das jetzt MEHRFACH bei anderen Leuten gesehen und finde es nach wie vor gruselig) können dabei Haare abbrechen. Bei einem nagelneuen Pinsel wäre das schade. Deswegen: einweichen lassen, dann löst sich das Zeug von selbst.

Was das Einweichen angeht: ich denke, du weißt bereits, dass man einen Pinsel NIE NIE NIEMALS mit den Haaren nach unten in einem Wasserglas stehen lassen darf! Wenn er einmal verbogen ist, kriegt man ihn nie wieder glatt. (Ist nicht so wie bei Synthetikpinseln, die man nur einmal mit fast kochendem Wasser übergießen muss und sie sind wieder wie neu, sogar bei abgeknickten Haaren.) Echthaarpinsel vertragen leider kein heißes Wasser. Zum Einweichen nimmst du also kaltes Wasser und entweder so eine Halterung zum Aufhängen von Pinseln (so was besitze ich selbst nicht, kann also nicht sagen, ob sich die Anschaffung lohnt) oder eine flache Schale, bei der die Pinselspitze nirgends aufliegt. Im Zweifelsfall lieber mal ne Stunde im Wasserbad liegen lassen als an den verklebten Haaren herumzubrechen.

Übrigens ist es auch sinnvoll, seine Pinsel vor jeder (!) Benutzung einweichen zu lassen, damit sie sich mit sauberem Wasser voll saugen. Das ist wichtig, damit erstens keine Luftbläschen mehr zwischen den Haaren sind (die können den Farbfluss ziemlich stören) und zweitens, weil Pinsel darauf ausgelegt sind, Flüssigkeit aufzusaugen. Und du willst NICHT, dass gelöste Farbe in die Zwinge gesaugt wird! Wenn da erst mal Farbe festtrocknet, kriegst du sie nie wieder raus – und die Farbe drückt die Haare auseinander, so dass du mit dem betreffenden Pinsel nie wieder eine wirklich feine Spitze bekommst. Das wäre tragisch. Aus dem gleichen Grund sollte man auch sein Malwasser regelmäßig wechseln, nicht erst am Ende der Mal-Session.

Jetzt hast du deinen Pinsel in nutzungsbereitem Zustand und möchtest dein Bild malen. Viel Spaß dabei. Ich gehe im Sinne des gesunden Menschenverstands davon aus, dass du zum Anlösen der Farbe im Näpfchen und zum Mischen auf der Palette NICHT ausgerechnet deinen besten Rotmarderpinsel benutzt. Das sind nämlich die Tätigkeiten, bei denen Pinsel sich am meisten abnutzen. Für solche Zwecke gibt es Billig-Synthetikpinsel. Dein guter neuer Pinsel wird natürlich ausschließlich in bereits angelöste Farbe getaucht – und das auch nur bis zur Hälfte der Länge. (NICHT bis zur Zwinge! Wie gesagt: du willst NICHT, dass da Farbe hineingerät!) Du wirst sicher auch gar nicht erst auf die Idee kommen, andere Materialien als Aquarellfarbe (also, sagen wir mal, Rubbelkrepp, Acrylfarbe, öliges Zeug etc.) mit deinem guten Aquarellpinsel aufzutragen – das bedeutet nämlich sofortigen Pinseltod. Für Rubbelkrepp und weiße Acrylfarbe (die wohl am häufigsten verwendeten Hilfsmittel) nimmst du bitte einen Synthetikpinsel. Und was Fett angeht: das geht nie wieder raus. Ölige Medien sind ein Tabu für Aquarellpinsel. Das bedeutet auch, dass du die Pinselhaare ausschließlich mit sauberen Händen anfasst – wenn überhaupt.

Zum Malen selbst gibt es eigentlich nicht viel zu sagen… Dass sich da Pinsel abnutzen liegt einfach in der Natur der Sache. Reibung und so. XD Ich gehe davon aus, dass du deinen Rotmarderpinsel nicht gerade für brutale Schrubb-Techniken benutzt. (Dafür gibt es ja Borstenpinsel.)

Erwähnen möchte ich nur, dass man die feinsten Linien nicht etwa mit einem kleinen Pinsel erzielt, sondern mit einem größeren Pinsel mit feiner Spitze. Das liegt daran, dass kleine Pinsel naturgemäß nicht genug Haare haben, um Farbe zu „speichern“, und somit dazu neigen, alles auf einmal abzugeben. Das Resultat sind dann eben kleine Kleckse bzw. recht unregelmäßige Linien. Die besten Ergebnisse bei allerfeinsten Details (wie z.B. Kratzern auf Metall) erzielt man mMn mit einem halbtrockenen (also nicht mehr tropfend nassen – vorm Malen an einem Taschentuch abstreifen) senkrecht gehaltenen Rundpinsel in der Größe 10. (Ja, groß.) Leider ist das auch ausgerechnet die Technik, die für den meisten Abrieb sorgt, aber das ist leider nicht zu vermeiden. Einen Pinsel, den du speziell für Details nutzt (und ja, es empfiehlt sich, dafür einen Extrapinsel zu haben), wirst du vermutlich auch bei guter Pflege nach ca. einem Jahr ersetzen müssen.

Aber da gibt es einen Trost: ein Pinsel, bei dem die Spitze abgenutzt ist, muss nicht gleich weggeworfen werden. Für flächige Lasurtechniken und Nass-in-Nass-Arbeiten ist er ja noch völlig in Ordnung. Da macht es nichts, wenn ein Pinsel schon etwas abgenutzt ist, solange seine Farbspeicherfähigkeiten nicht beeinträchtigt sind. Auch diese Techniken sorgen natürlich für zusätzlichen Abrieb der Pinselhaare. Das bedeutet: du nimmst dafür ökonomischerweise NICHT deinen nagelneuen Pinsel mit noch perfekter Spitze.

Jetzt ist dein Bild fertig. (Gehen wir mal optimistischerweise davon aus, dass es super geworden ist. ^^) Dein Pinsel muss natürlich ausgewaschen werden. Das tust du mit VIEL Wasser, also nicht im Wasserglas (das ohnehin inzwischen völlig verdreckt sein dürfte), sondern unterm laufenden Wasserhahn. Im Idealfall benutzt du zum Auswaschen Pinselseife, die pflegt die Haare und sorgt dafür, dass sie länger elastisch bleiben und die Spitzen nicht so schnell abbrechen. (Manche Leute nehmen zum Auswaschen auch Shampoo und Haarkur, aber ich halte das für keine so gute Idee, weil die meisten dieser Produkte Silikone enthalten, die die Haare umhüllen und die Wasseraufnahmefähigkeit beeinträchtigen. Bei Haaren auf dem Kopf ist das wünschenswert, bei Pinselhaaren aber nicht. Normale Seife und Spülmittel sind ebenfalls ungeeignet, weil sie die Haare angreifen können.) Du löst einfach etwas Pinselseife in deiner (sauberen) Hand und malst mit dem Pinsel ein paar Kreise in deine Handfläche. Danach hältst du den Pinsel zum Abspülen noch einmal unter den Wasserhahn. Um Kalkreste zu vermeiden und die Pinselform zu bewahren nimmst du jetzt ein Taschentuch oder Küchentuch und tupfst den Pinsel von allen Seiten damit ab. Auswringen ist tabu, rubbeln auch – einfach nur die Feuchtigkeit heraussaugen lassen. Danach formst du dann vorsichtig mit deinen (sauberen) Fingern die Spitze nach. (Im Idealfall sieht der Pinsel danach aus wie direkt aus dem Laden.)

Zum Trocknen stellst du den Pinsel mit den Haaren nach oben in ein Glas oder was auch immer du als Pinselhalter benutzt. Sollte das nicht möglich sein (z.B. weil du unterwegs bist), brauchst du jetzt die Plastik-Schutzkappe, die beim Kauf dabei war. Es gibt nämlich einen kleinen Trick, die wieder draufzukriegen, ohne dabei die äußersten Haare einzuklemmen und umzuknicken: vorsichtige langsame Drehbewegungen! Haare, die seitlich abstehen, werden dadurch dank ihrer Elastizität noch dazu gebracht, sich gerade auszurichten. Das funktioniert auch bei trockenen (guten) Pinseln, aber im feuchten Zustand ist es natürlich einfacher, weil weniger Haare abstehen.

Äh, ja, ich glaube, das wars. ^^ Weitere Hinweise zur Ergänzung (oder auch gegenteilige Meinungen) nehme ich natürlich gerne entgegen.

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:ahh: Wow, danke Eller für diese ausführliche Erklärung. Ich fühle mich nuns chrecklich schuldig das ich meine armen wehrlosen Pinsel so mies behandel ^^
Hab ich mal wieder einiges gelernt und vielleicht verzeiht mir der ein oder andere Pinsel ja noch xD

Um auch was zum Thema beizutragen. Meine Zeichenfedern reinige ich mit Copic Cleaner xD ist wahrscheinlich nicht umbedingt das richtige aber klappt hervorragend. Der Alcohol löst die getrocknete Tusche sofort und macht auch vor stark eingetrockneten Stellen keinen Halt.
Da er schnell wieder verdunstet brauche ich mich auch um Rostflecken nicht zu kümmern. Das er die Federn beschädigt wäre mir bisher noch nicht aufgefallen.
Aber fals dies der falsche Weg ist lass ich mich gern eines besseren belehren.

Wow Eller danke!
Das mit dem Einweichen vor dem Benutzen habe ich noch gar nicht gewusst.
Und mich haben diese eingetrockneten Reste immer sehr gestört und ich hab immer gedacht “Woher kommt der Mist bloß?”. :iik:
Aber ich bin auch etwas geschockt… Ich habe mal an einem AquarellKurs teilgenommen und die Dame hat immer einen auf super mega Profi gemacht aber das was du geschrieben hast, also 80% davon, höre ich gerade zum ersten Mal! :hmpf:
Also Danke für diesen äußerst erleuchtenden Beitrag, bei dem mir klar wurde, dass es kein Wunder ist, dass alle meine Pinsel aussehen wie gefressen und ausgespuckt - hab ja auch fast alles falsch gemacht.
:ups:

@ Amethyst_Angel: Das mit den Zeichenfedern und dem Alkohol ist völlig korrekt, allerdings ist Copic Cleaner mir persönlich dafür zu teuer. Ich nehme Alkohol aus der Apotheke.

@ Adala: Dass jemand ein Profi ist, bedeutet noch lange nicht, dass er mit seinem Material pfleglich umgeht. Im Gegenteil. Bei uns armen Amateuren muss so ein Pinsel doch viel länger halten! Ich persönlich habe zumindest weder die Lust noch das Geld, mir für jedes Bild neue Pinsel zu kaufen. (Wobei ich zugebe, mir alle 10-15 Bilder TATSÄCHLICH einen neuen Pinsel mit frischer Spitze zu kaufen… Trotz aller Pflege, eine gewisse Abnutzung hat man immer.) “Aquarellkurse” können natürlich jedes beliebige Niveau haben, von “hammergeil informativ” bis “halten Sie bitte den Pinsel mit der ausgefransten Seite aufs Papier”. Aber letztendlich geht es dabei nur darum, wie die Bilder am Ende aussehen. Ein oder zwei getötete Pinsel fallen dabei nicht ins Gewicht. Teilweise wird so was sogar bewusst in Kauf genommen, um spezielle Effekte erzielen zu können.

Ich kann auch nur sagen: Wow. Was für eine Flut an Informationen! Ich muss sagen, dass ich mich tatsächlich ein paar mal wiedergefunden habe. Zum Beispiel die neuen Pinsel einfach zu “kneten”, damit die Borsten auseinander gehen. ^^"
Allerdings benutze ich eigentlich fast nur Synthetikpinsel, jedoch kann es nicht schaden, sie so pfleglich zu behandeln wie die genannten Rotmarderhaarpinsel. Das mit dem heißen Wasser wusste ich auch nicht, ein super Tipp! Und wie und mit was ich meine Pinsel jetzt schonend und sauber wasche, weiß ich auch. Gut, dass ich Pinselseife habe.

Das mit dem Alkohol würde ich glatt mal probieren wollen, aber ich … bin echt skeptisch und ein bischen verunsichert, gleich in die Apotheke zu gehen und Alkohol zu verlangen. ^^"

@ Hopes: Im Zweifelsfall geht auch Vodka oder ähnliches. Hauptsache hochprozentig. XD Da müsstest du hinterher bloß gut mit Wasser nachspülen. Aber Apothekenalkohol sollte man sowieso im Haus halten, der gehört doch auch in jedes Erste-Hilfe-Set, als Desinfektionsmittel… o_o

Stimmt der copic cleaner ist etwas teuer aber anderen Alkohol hatte ich nicht da. Außerdem hab ich den nie wirklich benutzt also wieso nicht.
Jetzt hat das Zeug endlich mal nen Sinn bekommen.

Also, ich berichte mal von meinem Test am Freitag.

Bin also etwas verunsichert in die Apotheke gegangen und hab der Dame dort vorgestottert, dass ich gerne Alkohol will fürs Putzen und Desinfizieren. Kein Problem, sie hat mir irgenwas 70%-iges geholt, dessen Preis überraschenf günstig war. 100ml für 2,80 €. Ich habe, ehrlich gesagt, einen viel höheren Preis erwartet. Yay, jedenfalls, dann nach Hause gefahren und dort den Alkohol aus der großen Flasche in einen kleine Pipettenflasche umgefüllt. Er riecht nach Arzt. xD Also wirklich so wie das Zeug, was einem der Arzt vor einer Spritze auf den Arm aufträgt.

Ich habe also meine Federn genommen und auf dem Tisch auf einem Küchentuch ausgebreitet. Auf einem Wattestab (ich weis nicht wie die Dinger heißen, bei uns waren das immer “Ohrenpopler”) habe ich den Alkohol getröpfelt und damit die Feder gereinigt. Die Tusche hat sich sofort angelöst und auch länger eingetrocknete Flecken waren nach ein bischen Bearbeitung sauber. Die eine Feder, die ich nicht mag, habe ich nicht sauber bekommen weil sie so ne komische Form hat und mit immer die Wattestäbchen zerrisen hat. Eine weitere Feder war irgendwie angelaufen und war auch nicht mehr sauber zu bekommen. Aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. :) Am Ende habe ich sie noch gründlich mit Wasser abgespült und auf einem weiteren Küchentuch trocken lassen. Alles prima. :D

Mit einem Tuch hab ich auch noch meine Schreibtischunterlage gesäubert und hab die Acrylfarben-Flecken wegbekommen. Also so zum Putzen für harte Flecken auch prima. xD Und es trocknet eigentlich sofort.

Ah, Apothekenalkohol … gut, den habe ich nicht da. Meine Federn werden nach Benutzung und auch zwischendrin mit einem Küchentuch gründlich abgewischt, und zwar so lange die Tusche noch nicht getrocknet ist. Damit gehen eigentlich so ziemlich alle Farbreste weg, jedenfalls da, wo’s wichtig ist. Ob irgendwo hinten an der Feder noch Farbe ist, ist ja relativ egal, ssobald sie fest eingetrocknet ist. Außer, dass sie vielleicht nervt. Aber gut, ich gebe zu, meine Federn verdammt schlampig zu behandeln, wenn man bedenkt, wie sehr ich sie schätze. Das wichtigste bei Federn ist jedenfalls, dass die Spitze sauber ist und dass die Feder gründlich abgetrocknet wird, sollte man mal nichts anderes als Wasser zum Reinigen haben.

Vielen Dank jedenfalls für die Tipps zur Pinselpflege. Meine armen kleinen Pinsel. Ich rubbel und knete nicht auf den neuen herum, dafür begehe ich genug andere Schandtaten, wie ich jetzt sehe … da muss ich dringend mal was dran ändern.

Achja, zum Thema Näpfe säubern: Die sparsamste Variante ist es sicher nicht, aber nimm doch mal ein feuchtes Küchentuch und reib die Farbe damit sauber. Du musst ja irgendwie diese obere Schicht abkriegen. Bei ganz hartnäckigen Verschmutzungen hilft vielleicht nur, sie vorher mit einem Pinsel unter Wasser zu setzen und anzulösen und das dann mit einem Tuch aufzunehmen … aber meist reicht einmal feucht drüberwischen.

Eller, ich danke dir. Die Tipps zur Pinselsäuberung sind echt spitze. Ich hab mich nie so wirklich an teure Echthaarpinsel rangetraut, weil ich meine billigen schon nicht unter Kontrolle bekommen habe…
Vielleicht versuche ich mich nochmal dran.
Für coole Effekte sind kaputte Pinsel aber immer noch gut zu gebrauchen. Meine alten Schulpinsel habe ich deshalb immer noch.

Das mit dem Apothekenalkohol für Federn muss ich mir auch mal merken. Ist ja viel billiger als Reinigungsmittel.
Bisher habe ich einfach immer darauf geachtet, dass ich sie nicht zukrusten lasse und hab sie deshalb während dem Zeichnen oft gesäubert (was auch wegen dem Fluss der Farbe sehr ratsam ist), aber sind sind trotzdem oft Krusten entstanden, die ich teilweise nur schwer wieder mit dem Wattestäbchen abbekommen habe.

Zur Reinigung der Aquarellnäpfchen. Da kann ich mich Teilchenzoo eigentlich nur anschließen. Da hilft es nur die oberste Farbschicht abzuwaschen. Achte aber bei der Küchentuchvariante darauf, dass du auch wirklich was reißfestes nimmst, sonst hast du später überall kleine Fetzen in der Farbe hängen. Das ist auch nicht soo viel besser…
Ich selbst mache sie deshalb nur noch mit dem Pinsel sauber. Dazu löst du die Farbe erst an und gehst dann anschließend nochmal mit einem etwas trockenerem Pinsel drüber und saugst die Farbe auf.
Für diese Variante vergebe ich allerdings keine Garantie.

Auch wenn sich meine Frage nicht um Aquarell dreht denke ich mal, dass sie gut hierher passt. :-)

Und zwar habe ich 2 Druckbleistift 0,3mm, einen von Ecobra und einen von Rotring (Tikky). Der Ecobra ist super und da hab ich keine Probleme mit, aber der Tikky… ich weiß nicht, was ich noch mit dem machen soll. Wenn man die Kappe oben am Stift abschraubt, dann ist doch dieser… “Minenhalter” nenn ich das mal, ich weiß nicht, wie das Metallteil heißt durch das die Minen aus dem Vorratsbehälter kommen.
Jedenfalls dieses Metallteil. Da hat sich bei mir mit den Minen was verklemmt. Also hab ich die Minen rausgepult, ging auch recht einfach. Aber jetzt ist dieses Metallteil, bzw. das Loch in der Mitte “zu”, ich kriege da also keine Minen mehr “durch”… Der Behälter ist leer und das Nachschieben von Oben durch den Stift funktioniert auch nicht mehr. Ich hab schon mit einer Nähnadel versucht, das wieder aufzukriegen, ohne Erfolg.

Hat jemand noch einen Tipp wie ich das Teil noch retten kann? Ich mein, das Ding ist praktisch neuwertig, das wäre ne echte Verschwendung, das wegwerfen zu müssen… :-( Kommt davon, wenn man gutes Material ersetzen will durch etwas, das ein wenig “fancier” aussieht… -_-

Also ich muss sagen, ich hatte mit meinem Tikky noch nie Probleme, habe aber schon von mehreren gehört.

Ich hoffe, du hast etwas technisches Geschick, der Stift muss nämlich komplett auseinander gebaut werden. Konzentriere dich dabei, du musst es ja hinterher wieder richtig zusammen setzen könnt. +tikky suchen geh+
Zuerst schraubst du vorne die Metallene Spitze ab, vorsichtig, damit innen die Miene nicht bricht. Dann betätigst du den Druckmechanismus hinten am Stift so oft, bis die Miene komplett draußen ist. VORSICHT, du musst dabei das graue Plastik Teil festhalten, und etwas Fingerspitzengefühl zeigen, sonst klappt es nicht, weil ja kein Gegendruck mehr da ist. Dann ziehst du das Graue Plastik Ding nach hinten, sodass der Mechanismus geöffnet ist und pustest hinten hinein, es müsste dabei ne Menge Graphitstaub herauskommen. Versuch darauf zu achten, dass du möglichst wenig Feuchtigkeit reinbläßt. Mit einer frischen Miene stößt du dann die Mienenreste aus der Metallspitze heraus.
Jetzt müsste alles wieder sauber sein und du baust zuerst die gelbe Mienenführung wieder in den Stifthalter hinein und schraubst dann die Metallspitze wieder drauf. Am Ende füllst du wieder ein paar Mienen (3-5 maximal) hinein, die Stücke sollten nicht kürzer sein als 2 cm.
Theoretisch sollte er jetzt wieder funktionieren. Ich habe festgestellt, dass der Tikky eigentlich nur HB Minen und härter mag, B sind ihm zu weich, die zerbröseln: (

Hallo kampfmieze,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! Leider bin ich noch nicht ganz schlau geworden: Wie kriege ich jetzt die gelbe Minenführung (danke, das Wort habe ich gesucht!) aus dem Stift rausgebaut…? Ziehen? Drehen? Hab da mehrfach hinten am Stift gedrückt, aber da bewegt sich nichts.
Finde das graue Plastikteil auch nicht von dem du gesprochen hast, ist das das, wo die Minenführung rauskommt? Wenn ich das festhalte passiert jedenfalls nichts… ^^;

Eine Mine ist übrigens nicht mehr zu hören und ich meine eigentlich auch, dass der Stift leer ist (klappert nix im Inneren). Habe bei der gelben Minenführung jetzt auch mal diesen Ring herunter geschoben und versucht, dort eine neue Mine durchzuschieben, aber es klappt nicht, auch mit einer feinen Nähnadel nicht. Zu sehen ist auch nichts mit meinem kleinen Lämpchen hier.

Der Hinweis mit den B-Mienen ist übrigens echt gut, so weiß ich jetzt wenigstens, woran es hier gelegen hat, genau das wollte ich nämlich mit dem Tikky machen und es hat von Anfang an nicht geklappt. Immerhin weiß ich jetzt, dass der Stift nicht Schrott war sondern nur meine Idee… :hehe:

Die gelbe Mienenführung bekommst du durch drehen aus dem Stifthalter heraus. Von vorne kann man nichts hineinschieben, habe ich ebenfalls beobachtet. Eventuell gibt es da irgend eine Art Rückhaltemechanismus. Das graue Plastikteil ist das, was vorne an der Minenführung dran ist. Eventuell hat es bei dir ja eine andere Farbe. Wenn du die Minenführung raus hast, dann ist vorne ein breiteres Stück mit zwei Gewinden. Das größere ist für die Metallspitze des Stiftes, das kleinere ist für den Stifthalter. Zwischen diesem Plastikteil und dem gelben Stück der Minenführung müsste eine Feder sein, die den Mechanismus zum Nachschieben betätigt.
Eventuell steckt noch eine Mine in der Führung bereits im Haltemechanismus drin. Die klappert dann nicht, weil sie fest drin sitzt.
Funktioniert es jetzt? Ansonsten kann ich schauen, ob ich mal ne Photostrecke mach. Oder ich machs vor der Cam und du schaust es dir an?

Bin immer noch zu doof. Ich dreh zwar an der Minenführung, aber es passiert nix. Hab eben noch mal bei “runtergelassenem” Ring und gedrückter Minenführung den Stift kräftig geschüttelt und Tatsache, da kam ein etwas größeres Stück und ein paar Krümel raus, aber funktionieren tut er immer noch nicht.
Ne Fotostrecke oder so wäre wirklich super, wenn du die Zeit entbehren könntest. ^^;

-schaufel-

Leute ich bin gerade etwas Einfalls los. Ich hab gestern bemerkt, dass ich von vielen meiner Pinsel das Röhrchen verloren habe, dass die Spitze beim Transport und bei der Aufbewahrung schützt. Habt ihr eine Idee, was eine brauchbare Alternative dazu darstellt, bzw. wo man vielleicht solche Röhrchen herbekommt, die man sich zuschneiden kann?

Hmm, vielleicht mit unterschiedlich großen Strohhalmen? Ist vielleicht nicht die beste Lösung, aber wenn man sie mit etwas Tesa befestigt, sollten die eigentlich halten.
Zum Kaufen hab ich solche Röhrchen noch nirgendwo gesehen.