kakao-karten.de Forum

Aquarell

Hm, das Zimmer dunkler machen schon probiert?
Als ich meinen Leuchttisch bekommen habe, hab ich bis 600g probiert und selbst da konnt ich noch durchpausen und was erkennen. Und jetzt im Sommer hab ich schon gemerkt, dass die zu helle Umgebung das ganze ein wenig erschwert ;D

Edit: Gefunden: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=507994885912073&set=pb.342930035751893.-2207520000.1376036179.&type=3&theater

@Eller und Watanudon:
Danke fĂŒr eure Antworten auf meine Fragen!

@Eller
Habe mir gleich mal das Rubinrot von Schmincke zugelegt, das mir laut deiner Beschreibung am interessantesten als Ersatz fĂŒr’s Schmincke Alizarin-Karmesin schien. Trifft den Farbton freilich nicht ganz (was ja auch völlig klar und okay innerhalb der gleichen Herstellersteller-Serie ist^^), ist aber eine schicke Magenta-artige Farbe, mit der sich sicher ebenso viel anfangen lĂ€sst.
Zudem habe ich mir noch das W&N Perylene Maroon besorgt
 das ist schon sehr arg brĂ€unlicher. Ist nicht wirklich ein Alizarin-Karmesin-Ersatz fĂŒr mich. Macht aber nix, die Farbe gefĂ€llt mir trotzdem, habe ich eben einen zusĂ€tzlichen tollen Rotbraun-Ton, den ich bisher nicht hatte.
Vielleicht schaue ich dann mal, ob ich noch irgendwie die empfohlene Daniel Smith Farbe finde (da komme ich wahrscheinlich um Internetbestellung nicht rum, oder?) und/oder probiere den Talens van Gogh-Billiggeheimtipp aus. Ich schnuppere ja eh gern mal in neue Farbenmarken rein
 Du kennst nicht noch zufÀllig eine Alizarin-Karmesin-Entsprechung dieser frisch von dir getesteten Mijello Mission Gold?^^
Danke fĂŒr die ausfĂŒhrlichen Tipps!

@Watanudon
Sennelier im boesner-Laden
 vielen, vielen Dank fĂŒr den Hinweis! Da werde ich nĂ€chste Woche gleich mal vorbeischauen und die Augen offen halten.

Beim Schmincke Rubinrot kommt es sehr auf die Dicke des Farbauftrags an! In einer krĂ€ftigen Schicht ist der Ton tatsĂ€chlich magenta-artig, aber in dĂŒnnen Lasuren hat die Farbe tatsĂ€chlich die gleichen leicht blĂ€ulichen Untertöne wie Alizarin
 Ich persönlich finde das sehr interessant, und fĂŒr meine Zwecke ist das Rubinrot deswegen auch eine gute “Basisfarbe”. (Ich verbrauche grĂ¶ĂŸere Mengen davon
 hĂŒstel Obwohl ich in meinen Bildern de facto so gut wie keine reinen Magentatöne habe.) Wobei man sich an den Farbumschlag eventuell anfangs erst einmal gewöhnen muss. Falls du Schmincke “Dunkelrot” besitzen solltest, wĂ€ren Mischungen damit ĂŒbrigens auch interessant zur Alizarin-Imitation!
Das “Perylene Maroon” von W&N hat EXAKT den Alizarin-Ton, nur eben in geringerer SĂ€ttigung. XD Ja, es wirkt braun. In Haut-Mischungen etc. ist es aber tatsĂ€chlich nicht von Alizarin zu unterscheiden, auch wenn man das erst nicht so erwartet, wenn man die Farbe “pur” sieht.
Daniel Smith mĂŒsstest du tatsĂ€chlich online bestellen. Easy Aquarell fĂŒhrt die im Sortiment, ansonsten wĂŒsste ich auch nicht, wo du sie herkriegst. Die sind leider schwer zu beschaffen.
Bei den Mijello-Farben habe ich leider NICHT das Gesamtsortiment vorliegen. ^^ Ich hatte da bisher ganz bewusst nur wenige Tuben zum Ausprobieren bestellt und habe dabei die Pigmente genommen, die ich normalerweise am meisten verbrauche. Nach einem Alizarin-Farbton habe ich bei denen noch nicht gesucht. :3 Wobei ich mir allerdings bald noch mehr Farben von denen bestellen will.

Aha, interessant
 dann sollte ich wohl erst mal noch ein bisschen weiter mit Lasuren und Mischungen spielen. Zugegebenermaßen habe ich die Farbe bisher nur sehr grob ausprobiert d.h. tatsĂ€chlich ziemlich pur aus der Tube, mit wenig Wasser und ungemischt auf’s Papier geklatscht. Dann bin ich mal gespannt, was weitere Tests ergeben. Es sind beides jedenfalls so oder so sehr schöne Farben, die mir Ă€ußerst gefallen.
Tja, und dann bin ich einfach mal auf deine weiteren Mijello Tests gespannt (gibt’s eventuell bald mal 'ne KAKAO damit zu sehen?^^)
 Und falls du dabei zufĂ€llig ĂŒber eine Alizarin-Karmesin Ă€hnliche Farbe stolpern solltest, freu ich mich ĂŒber einen Hinweis von dir.
Danke nochmals fĂŒr die weiteren Antworten/AusfĂŒhrungen!

Ich bin gerade dabei, die Mijello-Farben komplett in mein Standardsortiment zu integrieren und auszutesten, wie sie sich in Kombination mit meinen Lieblingsfarben anderer Hersteller verhalten. ^^ Ich werde mir auch definitiv noch mehr Farben aus der Reihe bestellen. Also ja, da wird es demnÀchst Karten zu sehen geben. (Allerdings ist fraglich, ob sich die Farben dann wirklich am Bildschirm beurteilen lassen. XD)

In der Zwischenzeit mal der nĂ€chste Farbtest. Diesmal getestet: Sennelier l’Aquarelle , also Farben, die hier auch schon hĂ€ufiger diskutiert wurden. Die Farben gibt es in NĂ€pfchen und in Tuben, allerdings liegt mir nur ein einziges NĂ€pfchen (TannengrĂŒn) vor, die restlichen gestesteten Farben sind alle aus der Tube.

FARBSORTIMENT: Note 3
Es fehlen im Sortiment einige der beliebtesten, lichtechtesten und in der Literatur am hĂ€ufigsten empfohlenen Pigmente. Sennelier ist der EINZIGE mir bekannte Hersteller professioneller Aquarellfarben, der kein reines PG7 im Sortiment hat! Überhaupt sind fast alle GrĂŒntöne irgendwelche Fertigmischungen - als Ein-Pigment-Farben sind nur zwei GrĂŒnpigmente (PG36 und PG17) erhĂ€ltlich. Überhaupt ist ein erschreckend hoher Anteil an Fertigmischungen aus mehreren Pigmenten im Sortiment. Das ist zwar im Zweifelsfall in der Herstellung billiger, kostet aber Leuchtkraft. Also im Grunde ist das vollkommen indiskutabel. Ich gebe hier nur eine “passable” Note, weil dafĂŒr die Auswahl an Erdtönen sehr gut ist (ich brauche zwar keine, aber wers mag
) und weil einige sehr seltene/exotische Pigmente im Sortiment sind, die man von anderen Herstellern teilweise gar nicht bekommt. Sprich: einige der Farben lassen sich nicht von der Konkurrenz ersetzen.

FARBINTENSITÄT: durchwachsen
Ich kann hier keine einheitliche Note geben, weil die Leuchtkraft der Farben sehr weit auseinandergeht, von 1+++ (unĂŒbertroffen leuchtstark) bis 6 (indiskutabel stumpf). Viele der angesprochenen Fertigmischungen sehen auf dem Papier einfach nach gar nichts aus, jedenfalls nicht nach KĂŒnstlerfarben in ProfiqualitĂ€t. Allerdings sind im Sortiment, gerade bei den Rottönen, einige extrem leuchtende, wunderschöne Farben dabei, die ich nur mit “sehr, sehr gut” bewerten kann.
Persönliche Empfehlung: “French Vermilion”, leuchtendstes Aquarellrot in meinem Besitz, und nebenbei Pigment PR242, das es von anderen Firmen nicht gibt! Zu erwĂ€hnen ist auch noch “Rose Dore Madder Lake”, eine interessante Farbe (Lacerta, hinhören!), die den Versuch unternimmt, Krapplack durch das lichtechtere Pigment PR255 zu ersetzen.
Leider wirkt es so, als hĂ€tte die fĂŒrs Sortiment verantwortliche Person der Firma Sennelier ein Faible fĂŒr Rottöne, aber der Rest ist ihr sch***egal. seufz Die Blautöne sind fast ausnahmslos stumpfer und deckender als die jeweils entsprechenden Pigmente von anderen Herstellern. Die GrĂŒntöne sind, wie bereits erwĂ€hnt, fast ausschließlich recht stumpf erscheinende Fertigmischungen.

VERARBEITUNG UND MALVERHALTEN: Note 1—
Auf den ersten Blick ist in der Hinsicht alles ganz einwandfrei: starke Pigmentierung (sowohl bei den Tuben als auch bei dem einen NĂ€pfchen in meinem Besitz), schnelle Anlösbarkeit, gute Verteilung des Bindemittels, sehr gutes Fließverhalten. Die Farben sind sehr angenehm in der Verarbeitung. Allerdings habe ich eine kleine Warnung fĂŒr Leute, die Farben gerne dick auftragen (deswegen auch das fette Minus): Das Bindemittel der Farben ist auf Honig-Basis, daher trocknen die Farben ab einer gewissen Schichtdicke nicht mehr richtig! Wer die Farben in Gouache-Dicke auftrĂ€gt, hat am Ende ein klebriges, ewig feuchtes Bild. Da muss ich damk meiner Arbeitsweise schon höllisch aufpassen
 FĂŒr Leute mit dĂŒnnerem Farbauftrag ist das allerdings kein Mangel, deswegen wollte ich auch keine schlechtere Note geben.

TRANSPARENZ: Note 1
Die Farben, die laut Pigmentbezeichnung transparent sein sollten, sind es auch. Kein Problem in dieser Hinsicht.

DEKLARATION: Note 1
Die Farbnamen sind grĂ¶ĂŸtenteils nicht sehr aussagekrĂ€ftig, aber die Außenfarben der Tuben stimmen weitestgehend mit der Farbe des Inhalts ĂŒberein und es steht immer in lesbarer GrĂ¶ĂŸe dabei, um welches Pigment es sich handelt, wie transparent es ist und welches ASTM-Rating es hat. Die Angaben stimmen sogar mit den Angaben im Katalog ĂŒberein. XD (SOLLTE selbstverstĂ€ndlich sein, ist es aber nicht
) Lediglich bei sehr alten Farbtafeln muss man aufpassen, weil Sennelier irgendwann im letzten Jahrzehnt die Zusammensetzung einiger Farben verĂ€ndert hat - aber das gilt ja auch fĂŒr andere Hersteller.

LICHTECHTHEIT: oh-oh?
Sennelier hat einige von Natur aus flĂŒchtige Pigmente im Sortiment, diese sind aber auch entsprechend gekennzeichnet, also kein Problem. Mehr Sorgen macht mir die Tatsache, dass gleich mehrere (!) an sich zuverlĂ€ssige, seriöse Quellen unabhĂ€ngig voneinander bei ihren Tests ĂŒber Lichtechtheitsprobleme auch bei Farben, die laut Pigmentgehalt und Deklaration eigentlich sehr lichtecht sein sollten, berichten. (Eventuell dank des doch recht ungewöhnlichen Bindemittels?) Leider habe ich die Farben noch nicht so lange, dass ich eine Gelegenheit zu eigenen Tests gehabt hĂ€tte. Das hole ich allerdings nach - ich will es wissen.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS: nicht allgemein bewertbar
Bei den weitaus meisten Sennelier-Aquarellfarben wĂŒrde ich zu einem deutlichen “HĂ€nde weg” tendieren - es handelt sich um sehr teure Farben, die grĂ¶ĂŸtenteils aber nicht mit anderen Profifarben konkurrieren können, sowohl wegen ihrer teilweise sehr geringen Leuchtkraft als auch wegen der unklaren Lichtechtheit. EINIGE der Farben (gerade im Rot-Bereich) fallen fĂŒr mich in die Kategorie “unbezahlbar”, sprich, die wĂŒrde ich wohl auch (zĂ€hneknirschend) kaufen, wenn sie 10 mal so teuer wĂ€ren
 (Im Ernst: ne Tube “French Vermilion” wĂ€re mir im Notfall tatsĂ€chlich auch nen Hunderter wert, wenn ich dringend ein wirklich leuchtendes Rot brauche.) Der Großteil des Sortiments ist jedoch nach meinem Empfinden entschieden ĂŒberteuert. Da bekommt man bei Mijello, Schmincke oder W&N weitaus bessere Ware fĂŒr weniger Geld. FĂŒr mich kommen die Sennelier-Farben also nur als ErgĂ€nzung in Frage, nicht als Basis-Sortiment. Man merkt leider, dass die Firma auf Öl und Acryl spezialisiert ist (die entsprechenden Farben gehören zu den besten auf dem Markt!) und die Aquarell-Linie bei ihnen eher ein “Nebenprodukt” ist.

Oha super, gleich noch so ein ausfĂŒhrliches Review zu einem Farbentest. Und dann noch ausgerechnet zu den Sennelier, die mich ja auch interessierten
 Dankeschön!
Nachdem ich das so gelesen habe, werde ich wohl eher vorsichtig/zurĂŒckhaltend beim vergnĂŒglichen Einkaufen sein, sollte ich die Sennlier-Aquarellfarben jetzt nĂ€chste Woche wirklich im boesner-Laden entdecken. Werde mich dann eben sehr auf diese empfehlenswerten Rottöne konzentrieren. DafĂŒr interessiere ich mich momentan ja eh am meisten bei meiner Alizarin-Ersatzsuche.

Weiß jemand zudem wie kritisch man das Mischen von den Sennelier- mit den W&N-und Schminckefarben sehen sollte, insbesondere hinsichtlich der Lichtechtheit? Schließlich liegen denen ja unterschiedliche Bindemittel zugrunde und ich meine mich zu erinnern irgendwo mal gehört/gelesen zu haben, dass die angegebene Lichtechtheit nicht mehr garantiert werden kann, wenn man 'ne Farbe mit “fremden” Bestandteilen anderer Farben zusammenbringt. Und wenn die Sennelier eh schon eine unsichere Lichtechtheit aufweisen, frage ich mich, was ich da zu erwarten habe


Lacerta, falls du auf die Farben stoßen solltest, kann ich dir ja mal auflisten, welche ich persönlich richtig gut fand und auch in mein Sortiment integrieren werde:
French Vermilion
Rose Dore Madder Lake

eine erschreckend kurze Liste, ja. XD Das sind halt Töne, die die Konkurrenz nicht hat, also quasi “alternativlos”.
Ansonsten halte ich auch fĂŒr gut benutzbar:
Krapplack Rosa Lake
Sennelier Yellow Light
Yellow Lake
Sennelier Blue
Sennelier Green
Ähm, ja. Wie du siehst, ist die Liste der Farben, die was taugen, sehr warm-lastig. Die genannten kĂŒhlen Farben (Sennelier Blue und Sennelier Green) sehen vollkommen okay aus und ich werde sie mir eventuell auch noch mal kaufen, um sie besser mit den anderen Sennelier-Farben kombinieren zu können (gibt ja ein brauchbares Grundsortiment, zumindest, wenn man keinen großen Wert auf BlaugrĂŒn legt), aber die entsprechenden Töne (=Pigmente) gibt es halt im Zweifelsfall von anderen Anbietern mindestens genauso schön. Man kann sie benutzen - muss man aber nicht. ;)

Keine Ahnung. Normalerweise ist es ja kein Problem, verschiedene Firmen zu mischen, aber ich habe keine chemische Analyse des Sennelier-Bindemittels vorliegen (außer Honig werden ja auch noch andere Bestandteile drin sein) und kann also nicht einschĂ€tzen, welche Probleme beim Mischen mit bestimmten Pigmenten auftreten könnten. Instinktiv wĂŒrde ich versuchen, die Kombination mit anderen Marken falls möglich zu vermeiden.

@Eller - du hattest mal einen billigen Aquarellkasten vorgestellt, ich hab jetzt die letzten 10 Seiten ĂŒberflogen und es nicht entdeckt, wie hieß denn der? Ich glaube es war so ein Angebot auf Amazon oder so

(ich will meinem Bruder einen etwas besseren Malkasten besorgen, die Joker Wasserfarben sind ja grauenhaft, da verliert man ja jeden Spaß am Malen, es ist fast als wĂŒrde man mit buntem Sand ohne Bindemittel malen O___o)

PS: Deine Aquarellfarbenbewertungen sind wie immer super hilfreich :) Vielen Dank ^^

@ Finny: Könnte der von MEYCO gewesen sein, den du meinst
 Keine Ahnung. Ich hab schon öfters Billigzeugs getestet und habe keinen Überblick, was ich hier gepostet hatte und was nicht.


und es gibt gleich die nÀchste Rezension von Stiftung Ellertest! :D

Diesmal getestet: “Daler Rowney Artists’ Watercolour” . Die Farben gibt es in NĂ€pfchen und Tuben, mir liegen aber ausschließlich Tubenfarben vor.

FARBSORTIMENT: Note 1+++
Alle gĂ€ngigen KĂŒnstlerpigmente nach aktuellem Stand der Technik sind vorhanden. Wenn fĂŒr einen Farbton mehrere Pigmente in Frage gekommen wĂ€ren, haben sich die verantwortlichen Personen ausnahmslos fĂŒr die bekanntermaßen lichtechteste und stabilste Variante entschieden. Die Mehrheit sind Ein-Pigment-Farben. ZusĂ€tzlich hat die Firma auch einige seltene, aber sehr schöne Pigmente im Sortiment, was eine insgesamt sehr originelle Auswahl ergibt. Alle Farben der Firma sind lichtecht - es ist kein einziges wirklich flĂŒchtiges Pigment in der Palette, man kann also im Grunde bedenkenlos jede Farbe kaufen ohne auf die Lichtechtheitsskala zu achten
 Keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. (Okay, einige der ganz traditionellen Pigmente wie Aureolin wĂŒrde ich trotzdem eher vermeiden
 Aber ich schĂ€tze, die KANN ein Hersteller nicht ohne grĂ¶ĂŸere Kundenproteste aus dem Sortiment schmeißen, Restauratoren sind ja daauf angewiesen.) Man sieht, dass die Verantwortlichen sich sehr viele Gedanken um die Farbauswahl gemacht haben, das macht einen sehr professionellen Eindruck.

FARBINTENSITÄT: Note 1-2
Die IntensitĂ€t der Farben variiert stark. Mir fĂ€llt auf, dass die Phthalo- und Chinacridon-Farben insgesamt ein bisschen schwĂ€cheln. Die sind nicht schlecht, aber auch nicht die besten auf dem Markt. DafĂŒr sind aber einige andere Farben wirklich, wirklich wunderschön und verdienen eine 1+++!
Meine besonderen Empfehlungen:
“Cobalt Blue Deep” - mMn ein Muss. Das ist GENAU die Farbe eines blauen Sommerhimmels - und wirkt dabei klar und leuchtend, nicht trĂŒbe, aber auch nicht quietschig
 Mir ist keine einzige andere Farbe bekannt, die das leistet. Jeder, der ab und zu mal ein echtes “Himmelblau” sucht, BRAUCHT diese Farbe. (Nebenbei angemerkt: das verwendete Pigment PB42 wird auch meines Wissens von keiner anderen Firma angeboten.)
“Viridian” - die fĂŒr mich positive Überraschung des Sortiments. Ich dachte eigentlich, “okay, noch 'ne Variation von PG18”, und habe mir nicht viel davon versprochen, normalerweise benutze ich PG18 nĂ€mlich nur, wenn ich etwas im Ton von PhthalogrĂŒn, nur etwas gedĂ€mpfter, brauche - aber was bei anderen Firmen tatsĂ€chlich nur ein trĂŒbes FlaschengrĂŒn ist, hat hier plötzlich Tiefe und einen ganz eigenen Charakter bekommen.
“Warm Orange” - interessanterweise handelt es sich hier um das gleiche Pigment wie bei “Winsor Orange Red Shade”, aber in offenbar völlig anderer Verarbeitung, jedenfalls haben die Töne keinerlei Ähnlichkeit miteinander, wenn man davon absieht, dass es sich in beiden FĂ€llen um orange handelt. “Warm Orange” ist, wie der Name schon sagt, ein warmer, sonniger Ton, den man zwar eventuell nicht unbedingt braucht (die meisten benutzen ja eher selten orange), der mir aber spontan sympathisch war und den ich nur empfehlen kann.

VERARBEITUNG UND MALVERHALTEN: Note 1(-)
Das kleine Minus dafĂŒr, dass ich in einigen Tuben kleine Luftblasen (und somit weniger Farbe) hatte. Das hat mich ein bisschen geĂ€rgert, an der AbfĂŒlltechnik muss die Firma noch arbeiten. Eine schlechtere Note möchte ich dafĂŒr aber auch nicht geben, weil es ja keinen Einfluss aufs Malverhalten der Farben hat.
Und das Malverhalten ist einwandfrei - allerdings eindeutig auf die BedĂŒrfnisse von Profis und fortgeschrittenen Hobbymalern ausgerichtet.
Die Konsistenz der Farbe ist butterig-flĂŒssig, Ă€hnlich den Sennelier-Farben.
Allerdings ist das Bindemittel der Daler-Farben “normal”, also auf Basis von Gummi Arabicum. Der Kombination mit Farben anderer Hersteller steht also nichts im Wege.
Besonders positiv fĂ€llt auf, dass die Farben auch in sehr dĂŒnnen Schichten ihre IntensitĂ€t behalten und nicht diesig bzw. graustichig erscheinen. Das ermöglicht sehr subtile Nuancen und Farbabstufungen.
Sehr schön ist auch, dass die Farben sich perfekt gleichmĂ€ĂŸig anlösen und auftragen lassen und beim Trocknen keine RĂ€nder bilden - das Fließverhalten ist SEHR angenehm, wohl das beste unter den bisher von mir getesteten Firmen. Selbst große FlĂ€chen werden so quasi automatisch zu einer gleichmĂ€ĂŸigen Farbschicht ohne Flecken.
(Gerade dieses Fließverhalten bedeutet allerdings auch, dass die Farben sich auf dem Papier schnell wieder anlösen, man also bei ĂŒbereinanderglegten Lasuren sehr schnell und mit weichem Pinsel arbeiten MUSS. Prinzipiell gilt das natĂŒrlich auch fĂŒr Farben anderer Hersteller, aber hier fĂ€llt es ganz besonders auf - AnfĂ€nger könnten ein Technikproblem bekommen.)
Die Farben sind nach meinem DafĂŒrhalten auf die professionelle Nutzung hin optimiert, ohne Kompromisse einzugehen, die AnfĂ€ngern das Leben erleichtern. Ich persönlich finde das allerdings nicht schlimm, da die Resultate, die man damit erzielen kann, bei entsprechender Maltechnik eben auch entsprechend prĂ€zise sind.

TRANSPARENZ: Note 1+
Die Farben sind generell ziemlich transparent, in den meisten FĂ€llen sogar transparenter als Farben mit dem gleichen Pigment bei der Konkurrenz. Da die Farben auf Lasurtechnik hin optimiert sind, ist das natĂŒrlich auch nicht weiter erstaunlich. Deckendere Farben sind entsprechend gekennzeichnet - alles kein Problem.

DEKLARATION: Note 3
Sinnvolle Farbnamen, die in den meisten FĂ€llen schon sagen, was drin ist. ZusĂ€tzlich auf der Tube: genaue Pigmentbezeichnung und Angaben zur Transparenz/Deckkraft. Es ist zu erwĂ€hnen, dass auf den Tuben KEINE Angaben zur Lichtechtheit zu finden sind - normalerweise gĂ€be allein schon das eine glatte 6 von mir, allerdings mag ich in diesem Spezialfall nicht so hart sein, weil die Firma, wie erwĂ€hnt, ĂŒberhaupt keine Pigmente verwendet, bei denen die Lichtechtheit in Frage stĂŒnde. Die haben das somit gar nicht nötig. XD (Fun fact: im Katalog stehen dafĂŒr Lichtechtheits-Sternchen, aber keine Pigmentbezeichnungen
 Problematisch fĂŒr Leute, die online bestellen wollen. Mh. Eventuell sollte da doch noch mal jemand drĂŒber nachdenken?)

@Finny:
hab die auch schon gesucht, hier ist der Amazonlink.
http://www.amazon.de/Aquarell-Farbkasten-mit-Farben-Anf%C3%A4nger/dp/B003J2AFB0/ref=sr_1_34?ie=UTF8&qid=1376386497&sr=8-34&keywords=MEYCO+farben
Hoffentlich geht er ^^

Eller, vielen Dank fĂŒr deine tollen Rezensionen! Die sind immer total super! ^^

Es freut mich, dass es Leute gibt, die meine Rezensionen tatsĂ€chlich lesen! XD Kommentare, ErgĂ€nzungen oder auch völlig anderslautende Meinungen werden natĂŒrlich jederzeit gerne entgegengenommen. (Und ich wĂŒrde mich freuen, wenn auch mal andere Leute hier ausfĂŒhrliche Rezensionen schreiben wĂŒrden!)

Ich hab dann gleich mal den nĂ€chsten Farbtest getippselt. pfeif Diesmal, nach den ganzen teuren Farben der letzten Tage, habe ich mich zur Abwechslung auf ein Produkt gestĂŒrzt, das als Studienaquarellfarbe vermarktet und preiswert angeboten wird: “Talens van Gogh” . Ich muss dazu anmerken, dass es die Farbe zwar sowohl in Tuben als auch in NĂ€pfchen angeboten wird, die NĂ€pfchen aber völlig unbenutzbar sind, was mich lange davon abgeschreckt hat, die Tuben auch nur mit der Kneifzange anzufassen. (Im Ernst: die NĂ€pfchen sind Negativwerbung und machen alles falsch, was man mit Aquarellfarben nur falsch machen kann. Schlechte Anlösbarkeit, sehr unregelmĂ€ĂŸige Pigmentverteilung - einfach unerfreulich.) Letztendlich wurde ich von den Tuben - zumindest einigen - jedoch positiv ĂŒberrascht.

FARBSORTIMENT: Note 4
Bei einem Anbieter von Profifarben wĂ€re es eine glatte 6. Da es sich aber um ein Studiensortiment handelt, das sich an Einsteiger richtet, kann ich noch irgendwie gnĂ€dig sein: man BEKOMMT ja ein Grundsortiment benutzbarer Farben. Leider umfasst das Sortiment nur 40 Farben, von denen die weitaus meisten Fertigmischungen mehrerer Pigmente sind. Außerdem sind ĂŒberproportional viele Erdfarben im Sortiment. Wer Wert auf leuchtende Ein-Pigment-Farbtöne legt, hat insgesamt nur 12 Farben zur Auswahl. Die verwendeten Pigmente sind durchweg preisgĂŒnstig (kein Wunder) aber bewĂ€hrt und fĂŒr kĂŒnstlerische Zwecke sehr gut geeignet. Positiv ist anzumerken, dass alle Farben des Sortiments sehr lichtecht sind - sogar “Krapplack Dunkel” (ja, Originalpigment - ich habe KEINE Ahnung, wie sie das hinbekommen haben, eine lichtechte Variante anzubieten). Wenn man sich damit arrangieren kann, nicht viel Auwahl zu haben (und kein einziges einzelnes Orangepigment zu bekommen), bekommt man somit ein irgendwie vernĂŒnftiges Sortiment, mit dem sich arbeiten lĂ€sst. “Ausreichend” trifft es ganz gut, denke ich.

FARBINTENSITÄT: Note 1-2
Die IntensitĂ€t der Farben schwankt etwas, hat mich aber insgesamt doch positiv ĂŒberrascht. PhthalogrĂŒn und Phthaloblau sind wunderschön und brauchen sich nicht vor der Profi-Konkurrenz (Schmincke Horadam etc.) zu verstecken - bei nur ca. der HĂ€lfte des Preises. Die meisten Farben liegen absolut im normalen Rahmen fĂŒr KĂŒnstlerfarben. (Die meisten anderen “Studienfarben” schlagen sie sowieso um LĂ€ngen
) Das Krapplack ist etwas stumpfer als bei der Konkurrenz, aber da ich nicht weiß, was sie damit anstellen mussten, um die Lichtechtheit zu erhöhen, bin ich mir sicher, dass es sich dabei um einen vernĂŒnftigen Kompromiss handelt. (Letztendlich kommt man an der Farbe einfach nicht vorbei.)

VERARBEITUNG UND MALVERHALTEN: Note 4
Da merkt man leider doch, dass die Firma ein bisschen gespart hat: abgesehen von den als Rohstoff wirklich spottbilligen Phthalo-Pigmenten sind die Farben recht schwach pigmentiert und die Pigmente sind teilweise auch recht grob verarbeitet. Entsprechend braucht man mehr Farbe, um krĂ€ftige Töne zu erzielen. Das Fließverhalten ist mĂ€ĂŸig bis nicht vorhanden: die Farben verteilen sich auch auf angefeuchtetem Papier nicht gut, wenn man nicht mit dem Pinsel nachhilft. FĂŒr Lasur-Techniken extrem störend!

TRANSPARENZ: Note 3
Im normalen Rahmen mit Tendenz zu eher etwas deckenderem Verhalten.

LICHTECHTHEIT: Note 1
SĂ€mtliche Töne des Sortiments sind extrem lichtecht (höchste Stufe), nicht nur laut Eigendeklaration sondern auch laut mehreren Leuten, die das ĂŒberprĂŒft haben.

DEKLARATION: Note 1
Alles ordentlich deklariert.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS: Note 1
FĂŒr die Zielgruppe - Aquarell-Einsteiger, die zunĂ€chst nicht viel Geld ausgeben wollen, aber trotzdem hĂŒbsche Farben haben möchten - ist das Angebot optimal. FĂŒr den gĂŒnstigen Preis bekommt man eine Menge geboten, wenn man bedenkt, dass die meisten Konkurrenz-Studienfarben nicht einmal lichtecht sind. Man kann diese Farben bedenkenlos benutzen, wenn man bereit ist, einige AbschlĂ€ge im Malverhalten (die bei AnfĂ€ngern allerdings auch kaum auffallen werden
) in Kauf zu nehmen. (Ansonsten muss man eben viel, viel mehr Geld ausgeben.) Einige der Farben (PhthalogrĂŒn, Phthaloblau, Krapplack dunkel) sind durchaus auch fĂŒr Profis sehr interessant.

Ja die NĂ€pfchen von Talens van Gogh sind grauenvoll 
 es waren mein ersten AquarellnĂ€pfchen und da fand ich die nicht schlecht aber ich weiß auch nicht sie lassen sich schlecht anlösen und die Farben sind auch nicht so der Börner die sind so zart. Der kleine Kasten gammel schon seit 3 Jahren nun bei mir herum und kommt ganz selten zum Einsatz ö.ö

Danke fĂŒr deinen Test zu den van Gogh-Farben, Eller! Ich benutze sie ja mehr oder wengier (eher weniger, liegt aber einfach am Medium) seit lĂ€ngerem und fand sie persönlich eigentlich immer sehr gut. Das aber wahrscheinlich auch nur weil ich
a) Schlimmeres gewöhnt bin. Komme damit sehr viel besser klar als mit diesem furchtbaren Pelikan-Kasten und Ă€hnlichen QualitĂ€ten, wo mir schon die Farben nicht gefallen haben - die sahen immer so stumpf und kĂŒnstlich aus. Damit hab ich in Unwissenheit dieses Medium “gelernt” (also in der Schule Farbe auf dafĂŒr nicht geeignetes Papier geklatscht, weil wir ja lieber Bildbeschreibungen machen sollten anstatt zu lernen, wie man mit den verschiedenen Medien wirklich - grundlegend - umgeht -_- ). Als ich das erste Mal die van Gogh-Farben hatte, hab ich erst mal Augen gemacht, wie die leuchten können
 XD

  b) ich noch nichts qualitativ besseres hatte. Bisher sind das meine hochwertigsten Farben, die ich jemals ausprobiert habe, da ich bei einem Medium, mit dem ich offensichtlich nicht gerade toll umgehen kann, auch nicht so viel Geld ausgeben mag. Allerdings machst du mich doch langsam mal neugierig, andere Marken mal auszuprobieren - wobei ich mich dann erst mal mit dem Medium mehr auseinandersetzen sollte.. ^^;

Daher probiere ich dann wohl, sobald die NĂ€pfchen in ca. 1.000 Jahren mal aufgebraucht sind (bei dem einen Rotton bin ich schon sehr weit XD), doch mal ein Grundsortiment teurerer Farben aus - oder vielleicht komme ich ja auch mit Tuben besser klar
? :-/ Wenn es soweit sein sollte, dann schaue ich mir auf jeden Fall mal deine Tests noch einmal an, die sind wirklich sehr hilfreich. Vielen Dank fĂŒr deine MĂŒhe damit!! :-)

ErgĂ€nzung zu den van Gogh Tubenfarben: Es IST möglich, damit ein komplettes Motiv zu colorieren. Man bekommt wunderschön leuchtende Farben. Allerdings ist das Malverhalten halt nicht das beste. Jetzt habe ich auch Anschauungsmaterial fĂŒr euch: http://www.kakao-karten.de/karten/164388 Komplette Colo mit besagten Farben. Man erkennt daran mMn sowohl die StĂ€rken (schön krĂ€ftig) als auch die SchwĂ€chen (suboptimales Fließverhalten) recht deutlich.

Es freut mich, dass es Leute gibt, die meine Rezensionen tatsĂ€chlich lesen! XD Kommentare, ErgĂ€nzungen oder auch völlig anderslautende Meinungen werden natĂŒrlich jederzeit gerne entgegengenommen. (Und ich wĂŒrde mich freuen, wenn auch mal andere Leute hier ausfĂŒhrliche Rezensionen schreiben wĂŒrden!)

NatĂŒrlich liest die jemand, sind sehr hilfreich!
Dann will ich es auch mal versuchen, aber mit Marken die wohl sowieso jeder kennt^^
Ich hab vor, irgendwann noch einen ausfĂŒhrlicheren Blogartikel ĂŒber sie zu verfassen, aber ich schreib einfach mal, was ich schon hab.

Cotman (Winsor & Newton) - NĂ€pfchen
Von dieser Marke stammen meine ersten Aquarellfarben. Sie weißen eine hohe QualitĂ€t auf, weshalb ich die wohl von Anfang an gewohnt war. Ich besitze 40 1/2 NĂ€pfchen, es gibt also eine große Farbvielfalt, zudem sind sie sehr krĂ€ftig im Auftrag. Was mich ein wenig gestört hat ist, dass einige der Farben anfangs immer wieder aus ihren NĂ€pfchen gefallen sind.
Die Farben lassen sich nach dem Trocknen nur schwer wieder anfeuchten (nach Lacertas Test, ich selbst hab das noch nicht ausprobiert), was einerseits aber gut ist, da man andere Farbschickten drĂŒber legen kann, ohne dass sie verschmiert. Vom Preis her sind sie fĂŒr mich nicht zu schlagen und ich muss mir noch gut ĂŒberlegen, was ich mache wenn sie mir ausgehen, ob ich mir wirklich die teuren Horadam von Schmicke kaufen werde, reizen wĂŒrde es mich ja, ober doch wieder diese hier. Am liebsten hĂ€tt ich aber mal die original Farben von W&M.

White Nights - NĂ€pfchen
Von White Nights besitzte ich zwei ganze NÀpfchen aus dem Wanderpaket, einmal Cölinblau und einmal Sepia.
Das blau ist Geschmackssache, die Farbe ist nicht sehr stark, was aber wahrscheinlich am Farbton liegt, ich werde sie wohl nicht mehr verwenden, weil ich nicht wĂŒsste fĂŒr was, meine W&N blaus sind einfach viel krĂ€ftiger. Was mich aber sehr beeindruckt, ist der Sepiaton. Man braucht von ihm wirklich nur minimal etwa auf dem Pinsel und kann die Farbe so variiren mit Wasser wie ich es noch bei keiner anderen Aquarell-NĂ€pfchenfarbe gesehen hab, denn die Farbe ist unglaublich krĂ€ftig. Einziger Nachteil der mir aufgefallen ist: Die Farbe wird körnig, wenn man sie zu sehr verdĂŒnnt, dann bilden sich viele schwarze Punkte. Aber dicker angewendet ist sie perfekt fĂŒr Schatten. An die durchsichtigen NĂ€pfchen musste ich mich erst mal gewohnen, auch sonnst sieht es nach einer billigeren Verarbeitung aus, was natĂŒrlich nichts am Ergebnis Ă€ndert. Der Sepiaton ist auf jedenfall nicht mehr wegzudenken aus meinem Kasten. Vom Preis her fĂŒr AnfĂ€nger auf jeden Fall auszuprobieren, wobei ich das GefĂŒhl hab, dass die FarbqualitĂ€t sich bei verschiedenen Farbtönen sehr unterscheidet.

Schmincke Horadam - NĂ€pfchen
Was mir als erstes auffgefallen ist, ist die Verarbeitung des NĂ€pfchens, die Farbe passt perfekt rein und es sieht wirklich nach einer höheren QualitĂ€t aus als bei W&N oder White Nights. Ich besitze ein ganzes NĂ€pfchen von PhthalogrĂŒn. Anfangs war ich nicht so begeistert von der Farbe, aber mittlerweile hab ich sie doch sehr gerne. Was das malverhalten angeht, kann ich allerdings nicht recht viele Unterschiede zu den W&N Farben feststellen. Ich fĂŒhle mich nur anderst beim Malen, als wĂŒrd ich mehr Geld verpulvern, gleichzeitig aber auch gut weil das NĂ€pfchen etwas edler wirkt. Am Endergebnis kann ich keine Unterschiede zu den Preiswerteren W&N Farben von Cotman feststellen. Sollte jemandem doch was auffallen wĂŒrds mich freuen das zu hören, ich besitze leider nur die eine Farbe und kann nicht all zu viel vergleichen. Einen Nachteil an ihnen muss ich aber noch erwĂ€hnen, die Farbe passt im Gegensatz zu dem WhiteNights NĂ€pfchen nicht in meinen W&N Kasten rein. Wenn ich mir mal mehr davon kaufen sollte, mĂŒssen es halbe NĂ€pfchen sein, die könnten vielleicht reinpassen.

Reeves Water Colour - Tuben
Diese Farben sind meiner Meinung nach einfach gigantisch, ich liebe sie, weil sie heine hohe Deckkraft besitzen (wenn man sie stark verdĂŒnnt natĂŒrlich nicht mehr, aber ich schĂ€tze mal alle Tubenfarben sind so, ich kenn nur keine anderen) Sie sind sehr nĂŒtzlich wenn ich mal etwas ĂŒbermalen will oder helle Akzente auf dunklem Hintergrund setzen mag. Und ihre Farben sind wahnsinnig intensiv. Ich hab keine Ahnung wie viel sie gekostet haben, da ich sie irgendwann mal als Kind geschenkt bekam, sie sind also bestimmt schon um die 10 bis 15 Jahre alt. Was mich sehr an ihnen stört sind die Deckel, die halten nicht richtig. Also man kann sie schon noch dranschrauben, aber die Oberseite geht immer ab, man schraubt also nur noch offene Röhrchen dran. Liegt wohl am Alter der Farben, ist aber nervig, weil die Farben austrocken. Dagegen hab ich mir mit einem Trick beholfen, ich leg einfach Alufolie unter die Deckel, das hat bis jetzt gut gehalten und die Farben bleiben frisch.

Ein kleiner Aufruf, falls jemand an die original Winsor & Newton Aquarellfarben rannkommt (halbe NĂ€pfchen und nicht die Cotman, lasst es mich bitte wissen, ich wĂŒrde die sehr gerne noch testen oder einen Test ĂŒber sie lesen ob sie was taugen!

Edit
Der ausfĂŒhrlichere Test ist mittlerweile fertig:
http://blog.sockenzombie.de/2013/08/23/aquarellfarben-test-wn-schmincke-whitenights/

Da ich es der lieben Eller versprochen habe gibt es jetzt noch einen kurzen Eintrag zu den Daler-Rowney Artists’ Water Colour NĂ€pfchen (kurz ĂŒber mir hat Eller entsprechend zu den Tubenfarben etwas gepostet).

Verpackung
Als ich die NĂ€pfchenverpackungen aus dem Paket geholt habe ist mir zuĂ€chst die schöne Ă€ußere Verpackung aufgefallen, auf der sĂ€mtliche Informationen zur Farbe selbst stehen (Lichtechtheitsangabe, Farbnummer, Farbname, Angabe ob Transparenter oder Opaquer Farbauftrag). ZusĂ€tzlich gibt es an der Ă€ußeren Verpackungen des NĂ€pfchens selbst einen kleinen Sticker auf dem Farbummer und Farbname stehen. Diesen kann man sich schön an die Seite des NĂ€pfchens kleben.
Nachdem ich die NĂ€pfchen aufgepackt habe musste ich aber enttĂ€uscht feststellen, dass die Farbklötzchen wohl nachtrĂ€glich in die NĂ€pfchen gelegt werden und somit teilweise ĂŒberhaupt nicht hineinpassen. So ziemlich alle der von mir bestellten Farben purzelten mir beim Aufpacken entgegen.
Hinzu kommt, dass die FarbklötzchengrĂ¶ĂŸe teilweise stark variiert. Hier war ich ein wenig enttĂ€uscht.

Anlösbarkeit der Farben
Hier muss ich leider auch deutliche AbzĂŒge machen. Die Farben sind teilweise mit einer sehr hartnĂ€ckigen Wachsschicht (? kenne mich da leider nicht so gut aus) ĂŒberzogen. Man muss sie also teilweise erstmal abkratzen um die Farben anlösen zu können. Als ich die erste Farbe anlösen wollte fĂŒhlte es sich dementsprechend so an als wĂŒrde ich meinen Pinsel auf Kunststoff hin und her bewegen. Das ist mir bei den Schmincke Horadam NĂ€pfchen bisher noch nicht passiert.
Nachdem man die Schicht abgelöst hat lassen sich die Farben aber gut anlösen.

FarbintensitÀt

http://s14.directupload.net/images/130817/ibfukc7i.jpg

(hierbei handelt es sich jeweils nur um eine Farbschicht!)

Die Farben leuchten im Original tatsÀchlich noch ein wenig mehr und sind sehr schön anzusehen. Auch nach dem Trocknungsvorgang verlieren sie nicht ihre IntensitÀt.
Die als deckend deklarierten Farben sind auch wirklich sehr deckend, man sollte sie also bei Bedarf sehr wÀssrig auftragen.
Ansonsten kann man da wirklich nicht meckern. Ich persönlich finde, dass sie mit den Schmincke Horadam durchaus mithalten können und sie, was das Leuchten nach dem Trocknen angeht sogar ĂŒbertreffen.

Malverhalten
Eller hatte ĂŒber die Tubenfarben folgendes berichtet:

Sehr schön ist auch, dass die Farben sich perfekt gleichmĂ€ĂŸig anlösen und auftragen lassen und beim Trocknen keine RĂ€nder bilden - das Fließverhalten ist SEHR angenehm, wohl das beste unter den bisher von mir getesteten Firmen. Selbst große FlĂ€chen werden so quasi automatisch zu einer gleichmĂ€ĂŸigen Farbschicht ohne Flecken.

Das kann ich auch fĂŒr die NĂ€pfchen nur bestĂ€tigen.
Auf dem Foto sieht es nun leider so aus, als wĂ€re der Auftrag der transparenteren Farben nicht sehr gleichmĂ€ĂŸig. Das lag aber am Papier (HahnemĂŒhle Bamboo), das sich erfahrungsgemĂ€ĂŸ gerne mal leicht auflöst wenn es mit viel Wasser in BerĂŒhrung kommt. Auf HahnemĂŒhle Burgund sieht das schon wieder ganz anders aus!^^

Ich kann fĂŒr die Farben definitiv eine Empfehlung aussprechen. Gerade die deckenderen Farben finde ich sehr interessant, da man sie wirklich butterzart und cremig auftragen kann.
Preislich liegen sie etwas ĂŒber den Schmincke Horadam-Farben.

Vielen Dank fĂŒr die ausfĂŒhrliche Rezension der NĂ€pfchen! Da ich wie gesagt nur die Tuben vorliegen habe, hat mich das sehr interessiert. Was ich noch spannend zu erfahren fĂ€nde, ist, ob du unter den Farbtönen schon besondere Lieblinge / Empfehlungen gefunden hast.

Das dĂŒrfte eine Schicht aus reinem Bindemittel (also hauptsĂ€chlich Gummi Arabicum) gewesen sein - passiert leicht bei der Trocknung von im Extrusionsverfahren produzierten NĂ€pfchenfarben, weil beim Trocknen der StrĂ€nge eine Entmischung stattfindet. Bei den Schmincke Horadam, die ins NĂ€pfchen gegossen werden, passiert das so nicht, weil nicht die gesamte Masse auf einmal gegossen wird, sondern immer nur dĂŒnne Schichten, die dann so schnell trocknen, dass sie gleichmĂ€ĂŸig bleiben. So, wie du die Daler-NĂ€pfchen beschreibst, wĂŒrde ich davon ausgehen, dass da einfach StrĂ€nge noch weicher Farbe durch eine DĂŒse gepresst, in StĂŒcke geschnitten und in die NĂ€pfchen gelegt wurden. Durch das große Volumen dĂŒrfte sich die Trockenzeit entsprechend verlĂ€ngert haben
 Ein ganz normaler Nebeneffekt bei dem Verfahren. (Einige Winsor&Newton-NĂ€pfchen haben das gleiche Problem.)

Aber gut zu wissen, dass auch die NĂ€pfchen der Firma eine hohe Leuchtkraft liefern. Das ist nicht selbstverstĂ€ndlich. Übrigens gefĂ€llt mir auch der Farbauftrag sehr gut - und noch viel besser, wenn man bedenkt, dass es auf HahnemĂŒhle Bamboo ist, das ja sonst zu mörderischen TrockenrĂ€ndern und Ă€hnlichen Zicken neigt.

Ah, okay. Das erklĂ€rt das natĂŒrlich.
Ich persönlich finde es etwas unschön, wenn die Farben nicht wirklich in ihrem Napf halten, aber das wird sich ja mit der Zeit Ă€ndern wenn noch feuchte Farbe die Rillen auffĂŒllt. An der QualitĂ€t der Farben Ă€ndert sich dadurch ja nichts.

Was meine Lieblingsfarbtöne angeht tendiere ich momentan sehr zu der Rotpalette. Vor allem “Cadmium Red” und “Alizarin” sind beides sehr schöne Farbtöne. Auch die Farbtöne “Cobalt Blue Deep” (was du ja auch schon empfoheln hattest) und “Oxide of Chromium” sind wundervoll.

Manche Töne gefallen mir von Schmincke ein wenig besser, z.B. “Vandycke Brown”.

Was die Brauntöne angeht, die kann ich nicht beurteilen, ich kaufe mir keine Erdfarben, benutze die eh nicht. XD

“Oxide Of Chromium Green” kann ich aber bestĂ€tigen, das ist echt schön und krĂ€ftig, gar kein Vergleich mit dem gleichen Pigment bei Schmincke (das langweilige “ChromoxidgrĂŒn stumpf”). Ich hatte vergessen, das zu erwĂ€hnen, weil es ohnehin eine Farbe ist, die ich selten bis gar nicht verwende - aber ja, die Farbe ist zu empfehlen, wenn man entsprechende GrĂŒntöne mag.

Was das Kadmiumrot angeht, möchte ich ergĂ€nzen, dass nicht nur die helle, sondern auch die dunkle Variante “Cadmium Red Deep” wirklich hĂŒbsch ist. :)

Hihi, da scheinen meine Lieblingsfarben ja doch recht brauchbar zu sein- ich Mal eig. nur mit denen von D&R, bis auf die Schmincke-ZusatzkÀufe :D