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Aquarell

Wenn du dir die Gansai Tambi Farben holst kauf besser noch eine kleine Mischpalette dazu, wenn du sowas nicht schon hast. Im Kasten ist nämlich keine beinhaltet.
Die Farben sind übrigens deckender als die europäischen Farben.

@Cynea: Das stimmt allerdings. Aber direkt mit den europäischen Aquarellfarben vergleichen würde ich sie trotzdem nicht. Ich vergleiche auch die Kremer Aquarellfarben ungerne mit anderen. Die haben beide ihren eigenen Charme und können wegen ihrer Verarbeitung auch anders eingesetzt werden.
Ich habe eine Karte von kiwinyo (https://www.kakao-karten.de/karten/267284?album=1910), die mit den Gansai Farben gemalt wurde und zumindest in dieser Art der Anwendung erinnern sie mich etwas mehr an Gouache (die lustigerweise auch Gummi Arabicum als Bindemittel haben, aber keine Aquarellfarben sind XD).
Ich will mich hier jetzt nicht über Begrifflichkeiten streiten, aber ich finde schon, dass es merkliche Unterschiede gibt zu den Aquarellfarben, die bei uns heimisch sind. Z.B. die Deckfähigkeit. Ich habe schon Leute auf YouTube gesehen, die das bemängelt haben, dabei ist das bei den Farben durchaus gewollt.

An den Gansai Tambi find ich eben toll, dass man je nach Menge des Wasser die Deckkraft anpassen kann. Kräftig sind sie allemal. Ich finde sie als Ergänzung zu anderen Aquarellfarben eigentlich ganz gut. Aber jedem das Seine. Manche mögens, manche eben nicht.

@firecloud
Warum nennst du die kremer Aquarellfarben im gleichen Atemzug wie die gansai tambi als unvergleichbar zu anderen Aquarellfarben ?

Kremer benutzt Gummi arabicum als bindemittel(mit Honig/Glycerin) wie die meisten anderen Aquarellfarben Hersteller.
Herstellerunterschiede gibt es natürlich immer, aber das ist auch so wenn man zB Mijello mit Schmincke vergleicht.

Ich mag die Gansai Tambi ganz gerne und sehe das mit der Deckkraft ähnlich wie Octi.

Ich find witzig, dass so viele Leute den Unterschied bei Aquarellfarben bei deckend oder nicht deckend machen - es gibt genügend Farben auch bei westlichem Aquarell, die deckend sind. Und auch bei den Gansai Tambi gibt es einige Farben, die weniger deckend sind als andere.

Aber ja, die Gansai Tambi verhalten sich etwas anders, man muss sich da erst mal etwas umgewöhnen, wenn man mit ihnen arbeiten will und bisher nur westliche Aquarellfarben hatte und da die speziellen Aquqarelltechniken verwendet und nicht einfach nur rumgemalt hat. Ich mag sie ganz gerne und verwende sie aber ehrlich gesagt wie herkömmliche Aquarellfarben (bzw… male halt rum :'D.

@Arvensis: Ich habe sie als Beispiel genannt, weil sie anders sind und auch auf der Herstellerseite sowohl als Aquarell, als auch als Gouache bezeichnet werden. (Außerdem kann man die Farben nach dem Trocknen verwischen, was mir auch noch bei keiner anderen Marke passiert ist.)
Aber ich benutze sie sehr gerne, nur muss ich mit ihnen einfach anders Malen, weil sie eben anders sind. Und deshalb habe ich sie einfach als Beispiel genannt. Wie Nelia eben geschrieben hat muss man sich bei den Gansai Tambi auch erst mal umgewöhnen, weshalb ich sie als Vergleichsobjekt ganz passend fand.

Und für die, die sich wundern warum so viele Leute bei lasierend und deckend einen klaren Strich machen: https://de.wikipedia.org/wiki/Aquarell
Auf Wikipedia werden Aquarellfarben als lasierend bezeichnet. In einem Aquarellkurs meinte auch mal die Leiterin (die Kunst studiert hatte und mit Aquarellen ihren Lebensunterhalt verdient hat), dass das Aquarellweis eigentlich Gouach wäre, weil es deckend ist. Das scheint also eine verbreitete Definition zu sein, die auch mir beigebracht wurde. Deshalb unterscheide ich hier.
Aber wie gesagt, ich will mich eigentlich nicht über Begrifflichkeiten streiten. Dabei kommt sowieso nichts raus. Zumal auch viel Mist als Aquarellfarben verkauft wird, was überhaupt nicht mit Aquarell zu vergleichen ist, und trotzdem gabs noch keine Rechtsklagen. Sprich: Der Begriff ist nicht geschützt und darf deshalb großzügig angewendet werden.

Das ist zwar weit verbreitet, aber trotzdem ein Irrglaube - was sich schon anhand der Tatsache nachweisen lässt, dass fast alle der “klassisch” historisch als Aquarell verwendeten Pigmente (Kadmiumgelb, Kadmiumrot, echtes Ultramarin, …) deckend bis halbdeckend sind. ^^
Wirklich “lasierend” sind eigentlich fast nur die modernen organischen Pigmente (Phtalogrün, Phthaloblau, Chinacridonrosa, …), und die gibt es noch gar nicht so lange. “Historische” lasierende Farben gibt es zwar (z.B. echtes Indigo, Alizarinkarmesin, Indischgelb, …), aber es ist nicht so, als hätten sich jemals Künstler dogmatisch auf diese beschränkt. Sprich: wenn man nach der Definition dieser Kursleiterin geht, wäre vor ca. 1970 praktisch kein einziges Aquarell gemalt worden - und das ist GANZ offensichtlicher Bullshit. ;)

Ich glaube nicht, dass sich die Leute damals so viele Gedanken über sowas gemacht haben. Die haben wahrscheinlich einfach gemalt und sich ihrer Möglichkeiten (also an den vorhandenen) Pigmenten erfreut.
Es ist nur schwer etwas gelerntes abzulegen, dass man so verinnerlich hat.
Trotzdem bleibe ich dabei, dass sich Gansai Tambi Farben anders verhalten. Natürlich kann man sie trotzdem als Aquarellfarben bezeichnen, wobei ich mich dann aber frage, ab wann (und wieso) man von Gouache spricht (Gouache auf Acrybasis jetzt mal ausgenommen, da die sich nicht mehr anlösen lässt). Diese Farben kann man ja auch lasierend UND deckend verwenden, wenn man will. Oder macht man da einen Unterschied bei der Pigmentgröße?

Ich hab gelesen, dass die Pigmente Bei Gouache gröber gemahlen sind und außerdem Kreide zur Farbe zugesetzt wird - ich denke, dass das den Unterschied zu Aquarell ausmacht.

Ich hab gelesen, dass die Pigmente Bei Gouache gröber gemahlen sind und außerdem Kreide zur Farbe zugesetzt wird - ich denke, dass das den Unterschied zu Aquarell ausmacht.
Leider ist auch Kreide kein klares Kriterium, einige gute Marken verzichten auf den Zusatz von Kreide und machen die Farben durch besondere Herstellungsmethoden deckender. Meine Gouache-Palette z.B. besteht zu 70% aus MGraham die das hier auf ihrer Website stehen haben: "With no added chalk or white, you’re in control of creating the opacity you want—whether a soft, pearlescent glow or colors that pop with lively radiance."

Ansonsten stimme ich Eller zu - soweit ich es verstanden habe bezieht sich der “richtige” Begriff Aquarell nur auf wasserlösliches Bindemittel, aka beinhaltet auch deckende Farben und Gouache. Im heutigen Sprachgebrauch hat sich das nur so verändert dass man in Gouache (früher auch als Bodycolor bezeichnet) und (eher transparentes) Aquarell unterscheidet und die Grenzen recht fließend sind. Einige der amerikanischen “Watercolor Societies” erlauben auch explizit nur “transparent watercolors” in ihren Ausstellungen während andere auch opake zulassen.

Ich sehe die Verwischbarkeit einiger Kremer-Farben übrigens als qualitätsmindernden Fehler an^^ Konnte einige der Farben mit etwas mehr Bindemittel retten, aber mMn läuft da im Herstellungsprozess der betreffenden Farben was falsch (z.B. Pigmente zu grob gemahlen).

In meinem Landschaftsset der Kremer Aquarellfarben sind einige davon betroffen. Ich habs schon mit Fixierspray für Pastellfarben versucht, aber das hat leider nicht viel geholfen. Beim Versuch Firnis aufzutragen hab ich die Pigmente einfach nur auf dem Papier verteilt… Aber danach hat sich nichts mehr abgelöst :D
Nur wirklich schön sah es leider auch nicht mehr aus.

Wobei natürlich auch “deckende” Pigmente wie, sagen wir mal, Kadmiumgelb, lasierend werden, wenn man sie “aquarellig-dünn” aufträgt. Das gilt auch für Deckweiß. ^^

Die einseitige Ablehnung von Deckweiß im Aquarell habe ich nie verstanden - andere (durchaus nicht unbeliebte) Farben wie z.B. Ocker oder sämtliche Kadmiumrots, Kadmiumgelbs und Kobaltgrüns sind meiner Erfahrung nach sogar noch weitaus deckender (also decken bereits in viel dünneren Schichten als Titanweiß), was im Grunde nur zeigt, dass Dogmatismus eben keiner Logik folgt. (Besagte “watercolor societies” würden vermutlich kein Bild ablehnen, in dem Ocker oder Siena benutzt wurde!)

Jup, ich denke in dem Fall gehts auch hauptsächlich um die Verwendung der Farben mit ihrer vollen Deckkraft - aka keine weißen Highlights am Ende mit Deckweiß, keine Techniken in denen sie deckend verwendet werden.

Indian Red ist ein tolles Beispiel dafür, ich glaub das ist die deckendste Farbe die ich hab :D

Die die nur transparent erlauben find ich auch ziemlich unsinnvoll, gibt aber auch das Gegenteil - “Watercolor” Societies die alle Arten wasserbasierter Medien erlauben, aka auch Acryl/Acryltuschen, Tuschen allgemein, Gouache, Aquarell, wasservermalbare Stifte etc. Das empfinde ich dann eher als “Watermedia” xD

Und dann pack ich die wasserlöslichen Ölfarben meiner Kollegin aus, nehm wasservermalbare Wachsmaler dazu und schon drehen die durch und lösen sich auf. In Wasser, hihihi! :haha:

Die deckendste, die ich habe… mh… vermutlich Turner’s Yellow (W&N). Dicht gefolgt von Schmincke Chromoxidgrün stumpf. Indian Red ist bei mir auf… Platz 5 oder 6, würde ich schätzen. ;)
Aber joah, das sind halt alles Aquarellfarben, ohne jeden vernünftigen Zweifel!

Seltsam, Turners Yellow hab ich auch aber meine Indian Reds sind noch deckender xD vor allem das von DS ist heftig… und es granuliert so hübsch wenn man es verdünnt xD

Tut mir leid, falls das schonmal diskutiert wurde, aber die Suche hat nichts ergeben und ich möchte wirklich nicht 160+ Seiten durchlesen :’)

Folgendes:
Meine ersten Aquarellnäpfchen sind von Winsor&Newton. Ich mische sie auch in der im Kasten integrierten Palette (Kunststoff!).

Mir ist von Anfang an aufgefallen, dass sich die Farben öfters “entmischen”. Beispiel: ich mische mir einen Grauton aus einem Ockerton und einem Ultramarin. Dann male ich kurz damit und meistens, wenn ich wieder zur Palette schaue, sind schon wieder die einzelnen Farben zu erkennen, also und ich muss erneut kurz mit dem Pinsel rühren. Ist das normal? Nach einer Weile scheint es weniger zu werden und vor allem, wenn ich eine gemischte Farbe trocknen lasse und beim nächsten Mal wieder anlösen will, sehen die gemischten Farben im trockenen Zustand auch einheitlich aus. Kann es sein, dass ich einfach nicht lange genug mische? Oder ist es vielleicht die Plastikpalette? Oder liegt es an der Marke? (sehr günstiger Kasten von W&N mit 12 Farben + S/W für 15€).

Das ist normal. Die Farben bestehen ja aus Pigmenten in wässriger Lösung (mit noch Zeugs drin, das hier fürs Prinzip irrelevant ist). Wenn die Pigmente der beiden gemischten Farben sich z.B. in Größe oder Form deutlich unterscheiden, kanns passieren, dass eines im Wasser schneller absinkt als das andere und sich die Farben entsprechend ein bisschen entmischen. Diverse lustige elektrische Effekte kämen auch in Frage, aber vermutlich sind die Pigmente einfach unterschiedlich grob.

Ah ok, es ist also kein Fehler meinerseits ^^ Ich habe echt noch überhaupt keine Ahnung von Aquarellfarben. Kann das ein Zeichen von minderwertiger Qualität sein, also passiert einem das bei teureren Farben nicht so leicht, oder hat man das mit allen Marken? (Nicht, dass es furchtbar schlimm wäre, es interessiert mich nur).

Nope, ist völlig normal und kein Zeichen schlechter Qualität :)

Besonders gut kann man es erkennen wenn man eine granulierende Farbe nimmt (grobe Pigmentpartikel wie Ultramarin) und sie mit einer Farbe mit sehr feinen Pigmentpartikeln mischt, dann separieren sie sich sogar auf dem Papier. Ich mag den Effekt sehr gern, Daniel Smith stellt sogar extra so gemischte Effektfarben her :D
(Beispiel: das Kleid ist so entstanden, sowie Extrembeispiel: das Grün auf dem Swatch vorne ist ein einziger Auftrag einer Farbe die sich extrem in gelb und blau separiert <3)

Wenn du das nicht magst würde ich dir zu einer Palette mit möglichst wenigen granulierenden Farben raten, dann sind die Ergebnisse glatter/uniformer und erinnern mehr an farbige Tusche.

Das Ultramarin feinst von Schmincke granuliert nicht so stark wie das von W&N. Wenn es dich sehr stört kannst du es ja mal damit versuchen.