Das untere Vorlagenfoto habe ich aus verschiedenen Fotos in Photoshop zusammengesetzt (Hauserwand links, Häuserwand rechts, Strasse, Person, Eiffeltrum, Laternen)
Und zum vergleich hier ein paar nicht abgezeichneten, da sieht man, dass ich da noch nicht so viel übung habe.
Meine persönliche Meinung, die nicht notwendigerweise von anderen geteilt ist:
Beim Pferd finde ich es ok sich relativ genau an Fotoreferenzen zu halten, weil wie vorher schon gesagt sonst niemand weiß wie es auszusehen hätte. Ich würde die Referenz aber auf jeden Fall speichern (inklusive Quelle, also von wem das Foto ist) und verlinken. Wenn das Foto von dir selbst ist wäre das viel weniger nötig. Wenn du richtig ehrlich und transparent sein willst, kannst du es trotzdem erwähnen.
Bei dem zusammengesetzten Bild:
Auch Architektur ist ein Fall, wo mMn viel Referenz eigentlich ermutigt werden sollte. Durch das Zusammensetzen hast du die kompositorische kreative Eigenarbeiten ja geleistet, da würde ich gar nichts daran aussetzen. Andere hier würden evtl sich den Zwischenschritt in Photoshop und ausdrucken sparen und einfach die verschiedenen Ausgangsbilder anschauen und je nachdem bei welchem Teil der Zeichnung man gerade ist den Teil als Referenz heranziehen. Aber ich finde durch den Zwischenschritt geht kein bisschen „Eigenleistung“ verloren. Ich würde da auch absolut nichts dagegen sagen. Ich würde allerdings bei der Frau das Referenzbild evtl angeben. Die genauen Referenzen für die Fassaden und den Eiffelturm zu zeigen finde ich unnötig.
Dann werd ich mir wohl mal die mühe machen, alle referenzen, die nich von mir selbst sind, rauszusuchen und zu verlinken, obwohl ich es manchmal schöner finde, wenn man das Original nicht als Vergleich hat.
Bei der Maxi-Karte vom Märchen Tischlein deck dich finde ich sieht man gut was passiert, wenn Leute so dafür zu schnecke gemacht werden wenn sie Referenzen verwenden. Es ist hilfreich und eigentlich NÖTIG Referenzen für Posen und Faltenwürfe und Bäume und Perspektiven heranzuziehen und zusammenzusetzen. Je mehr einzelne Referenzen, desto „okayer“ wird es hier allgemein befunden.
Wenn du z.B. eine Referenz pro Person hast und quasi jede Pose einzeln aussuchst und dann zusammensetzt würden es die meisten Leiter und Tauschpartner wohl akzeptieren. Wenn du mehrere Referenzen pro Pose heranziehst (Handhaltung von einem, Beine von einem anderen, etc) dann wärst du bestimmt 100% im grünen Bereich. Wenn du alle Menschen genau so wie sie zusammenstehen und interagieren von einer einzigen Referenz hernimmst und nur den Tisch und den Baum von einer anderen, kann ich mir vorstellen, dass es dir hier von manchen Leitern und Tauschpartnern angekreidet wird.
Und ich glaube, genau dieser Unterschied an „schöner wenn man das Original nicht zum Vergleich hat“ ist der Grund warum es für wichtig gehalten wird das Original zu zeigen. Dass Leute nicht „hinters Licht geführt“ werden, was eigentlich deine Leistung von diesem Bild ist.
Das ist vlt zu vergleichen mit einem selbst gekochten Essen. XD Wenn man ein halbfertiges Gericht hernimmt und aufbereitet schmeckt es womöglich besser, vor allem wenn man nicht so gut kochen kann, aber die bekochte Person würde sich evtl betrogen fühlen, wenn du das fertige Essen dann als „hab ich gemacht“ darstellt, auch wenn es eigentlich genau genommen keine Lüge ist. Es geht hier also echt nicht um rechtliche Unterscheidungen zu Copyright oder so, sondern um „Etiketten“.
Aus eigener Erfahrung. Da kannst du kaum was anderes sagen außer „Augen zu und durch“. Und üben, üben und noch mehr üben .
Ich bin ähnlich in kakao eingestiegen. Ich hab früher eigentlich nur abgezeichnet (und ich behaupte mal, dass ich da echt gut drin war), hab dann festgestellt, dass das hier einfach nicht erwünscht ist und musste dann halt „neu lernen“ und ja, da kam teilweise echt Murks raus und ja, das ist Mist wenn dann vielleicht die Erwartungen von dem einen oder anderen tauschpartner enttäuscht werden, aber ich glaube „schützen“ kannst du dich davor gar nicht, außer du bietest keinerlei wuschtäusche mehr an, solange bis die „frei“ gezeichneten Karten auf einem ähnlich guten Niveau sind wie die abgezeichneten.
Oder du löschst alle abgezeichneten Karten aus der Galerie um keine falschen Hoffnungen zu wecken
Aber ich kann dir auch versprechen, wenn man irgendwann durch die erste schlimme Phase durch ist, wird es wieder besser und irgendwann können sich dann auch die nicht abgezeichneten Karten sehen lassen.
Ich hab mittlerweile aber tatsächlich so gut wie alle alten Karten aus meiner Galerie gelöscht, weil ich gar nicht will, dass irgendjemand auf die Idee kommt, dass er genau sowas haben will, wie ich vor 5 Jahren oder so gemalt hab.
Macht’s für mich deutlich einfacher.
Und bis dahin würde ich halt empfehlen möglichst viele Referenzen zu verwenden und nicht alles völlig planlos aus dem Kopf zu malen, dann wird die „Lücke“ zwischen abgezeichneten und nicht abgezeichneten Bildern nicht ganz so schlimm. (Da sein wird sie aber trotzdem, das kannst du gar nicht verhindern, so blöd es auch ist)
Ah okay, für mich würde das Pferd oben tatsächlich als abgezeichnet zählen. Auch wenn Tiere schwer sind, kann man mit mehreren Quellen arbeiten. Hab zwar kein Tierbeispiel zur Hand aber vielleicht hilft dir ein Einblick in meine Arbeitsweise, wie ich Referenzen handhabe.
Für diese Adaptions Karte habe ich zB viele Referenzen genutzt, da sie viele Elemente enthält, welche ich natürlich nicht auswendig weiß. Architektur von alten Gruften, Mohn, feminine Gesichter, welche nach unten schauen, Mode aus einen anderen Zeitalter, etc.
Ich google die ganzen Sachen und zeichne teilweise sogar Bilder 1 zu 1 ab um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Dieses Wissen wiederum lasse ich in die letztendliche Skizze einfließen. Von Händen mache ich die Fotos immer selbst, diese werden dann auch oft eher “abgezeichnet”, was aber bei so einem kleinen Detail eines Bildes kaum stört.
Bei Tieren nehme ich auch viele Vorlagen und zeichne diese grob ab um ein Gefühl zu entwickeln. Meist finde ich nichteinmal genau die Pose, welche ich mir vorher ausgedacht hatte, aber ich stückel mir das endgültige Tier dann zusammen. Das man zwar nicht immer Perfekt aussehen, aber mir istves lieber so rum, als ein Hauptmotiv was den Großteil des Bildes ausmacht, abzumalen.
Wenns jetzt nur ne Minikatze im HG ist, welche man eh erst auf dem 3. Blick sieht, kann es schon sein, dass ich einfach ein Foto meiner Katze als 1 zu 1 Referenz nehme.
Kommt darauf an, wie viele und in welcher Art. Einfach Foto A für den HG zu nehmen und Foto B für den VG, wäre mir definitiv zu wenig kreative Eigenleistung.
Aber einfach so pauschal davon sprechen ohne Beispiele ist auch nicht einfach, deshalb sage ich in meinen Aktionen auch immer, dass man mir die Referenzen und die Skizze zeigen soll, wenn man sich unsicher ist, und ich sage dann, ob es okay ist, oder nicht.
Wie @Wuestenpfeil schon gesagt hat: Augen zu und durch und viel üben. Je mehr nicht-abgezeichnete Motive in deiner Galerie sind, desto mehr Vergleichsmaterial haben Tauschpartner und Aktionsleiter und je mehr Übung du im frei zeichnen hast, desto bester wird dort auch dein technischer Skill.
Ich denke, eines der Probleme beim Menschen abzeichnen ist, dass es hier (gerade im Fanart-Bereich) viel öfter passiert, dass gezeichnete Bilder statt Fotos als Vorlage genommen werden. Und ich bin hier ganz ehrlich: ich bin bei einem Foto als Referenz viel weniger streng, als wenn ein gezeichnetes Bild genommen wird (und es ist meiner Meinung nach auf aus der Perspektive des lernens und korrekte Anatomie sehens viel hilfreicher).
Würde ich auch ganz klar als abgezeichnet sehen. Das Pferd ist deutlich sichtbar 1 zu 1 übernommen und auch der HG ist so ähnlich, dass ich ganz ehrlich angenommen hätte, dass er auch abgezeichnet ist. Und wenn ihr ehrlich bin ist das hinzufügen eines Hornes für mich nicht einmal annähernd genug kreative Eigenleistung für eine STA.
Das Architekturbild wäre für mich tatsächlich ein Grenzfall, bei dem ich nicht sicher bin, wie ich ihn in einer STA handhaben würde. Wobei ich mich auch hier denke ich unwohl damit fühlen würde, eine Karte zuzulassen, die nur aus abgezeichneten Elementen zusammengesetzt ist, aber hier muss ich noch ein bisschen darüber grübeln, und versuchen, meine Gedanken auszuformulieren.
Das ist mir tatsächlich sehr wichtig. Alles andere würde ich entweder als unfair den Originalkünstlern gegenüber (wenn das Bild als “abgezeichnet” markiert ist) oder als Täuschungsversuch (wenn es nicht als “abgezeichnet” markiert ist) empfinden.
Mein Arbeitsprozess für Sachen, die ich noch nicht gut kann (wenn ich die Geduld dafür habe hust) ist übrigens nicht so unähnlich wie der von @2330nm. Ich nehme mein Skizzenbuch her, zeichne ein paar Fotos ab, spiele dort mit Skizzen herum und nehme im Endeffekt dann meine eigenen Skizzen aus dem Skizzenbuch als Referenz.
Die einzige Ausnahme (wo ich dann auch Referenzverwendung deutlich lockerer sehe) ist die Darstellung real existierender Orte. Der Big Ben ist nun mal der Big Ben, man findet aus so ziemlich jeder Perspektive Fotos von ihm auf Google und er sieht so aus, wie er aussieht. Wenn ich also den Big Ben zeichnen will, dann wird er zwangsläufig ziemlich nah an Foto-Referenzen sein.
Aber wenn ich einfach ein Bild irgendeines Turmes zeichnen will, dann verstehe ich durchaus, dass man sich ein paar Türme als Referenz hernimmt um zu üben, Türme zu zeichnen und zu verstehen, wie so ein Turm konstruiert ist, aber ich würde dann erwarten, dass man sich den endgültigen Turm trotzdem selbst konstruiert.
Ich gehöre ebenfalls zu der Fraktion, die vor der Anmeldung hier vor allem abgezeichnet hat. Entsprechend schwer ist also auch mir am Anfang gefallen, mir für Kakao Karten eigene Szenen auszudenken und diese dann auch umgesetzt zu bekommen. Aber mein Eindruck: Dadurch, dass ich mich dazu gezwungen habe, komplett eigene Ideen umzusetzen und wie schon @2330nm und @Ariana beschrieben haben ggf. Skizzenbuchseiten mit Übungszeichnungen zu füllen, habe ich in den letzten zwei Jahren viel mehr Fortschritt gehabt als in den ich sage mal fünf Jahren davor (einfach, weil ich beim Abzeichnen irgendwann meinen Stil gefunden habe und mich dann nicht mehr groß vorwärts bewegt habe). Daher meine Meinung: Es lohnt sich, sich darauf einzulassen
Edit: Was mir gerade noch einfällt ist ein Tipp bezüglich Referenzensuche, da wir ja beide gerne Tiermotive mögen: Ich habe festgestellt, dass es sich sehr lohnt, auch mal beispielsweise bei Youtube nach dem Tier zu suchen, dass man zeichnen möchte. Wenn man da ein Video findet, wo das Tier so etwa aus dem Winkel zu sehen ist, den man sich vorstellt, kann man eine ganze Skizzenserie zu dieser Tierart anlegen und versteht somit die Anatomie gleich viel besser. Dann fällt es im Anschluss leichter sich für eine Pose zu entscheiden (denn dann auf einmal ist ein “ich wähle diese Pose, aber mit der Beinhaltung von hier und der Schwanzposition von hier” viel leichter umsetzbar).
Ich kann mich eigentlich nur dem anschließen, was schon erwähnt wurde.
Wenn ich etwas nicht zeichnen kann, dann benutze ich auch selten nur eine Referenz, die ich dann abzeichne, sondern schaue mir mehrere Bilder an, um den Aufbau/die Perspektive zu verstehen (weil die perfekte Ref, die genau dem Bild in meinem Kopf entspricht, findet man eh nie). Daraus bastele mir dann meine eigene Interpretation. Bei @2330nm Skizzen sieht man das ganz gut, dass da das Gesicht einer Frau, die nach unten schaut mehrmals und teilweise aus unterschiedlichen Blickwinkeln gezeichnet und sich so an das Motiv herangetastet wurde.
Was das Abzeichnen-Verbot in STAs angeht, da sollen einfach gleiche Bedingungen für alle geschaffen werden. Ich glaube die meisten wollen ungerne eine Karte erhalten, die komplett auf der Idee von jemand anderen basiert, während man sich selbst was eigenes ausgedacht hat. Da wären wir dann wieder bei der kreativen Eigenleistung.
Ariana ist meines Erachtens nach zum Beispiel eine der strengsten Aktionsleiter*innen und hat glaub ich eine andere Schwelle, wo sich Abzeichnen und Referenz treffen, als ich. Insgesamt sind wir ja ganz unterschiedliche Leitertypen. ;)
Deshalb wollte ich meinen Senf auch dazugeben, für eine weitere Einschätzung. :)
Was immer und bei allen Aktionsleiterinnen gilt: wer sich unsicher ist, darf sich jederzeit im Forum oder per PN melden und Skizze und Referenzen vorzeigen, und sich ne Einschätzung holen, ob das für den/die betreffenden Leiter*in so passt oder als abgezeichnet gilt. :)
Bei dem Einhorn stimme ich den Vorredner*innen zu, das sehe ich auch deutlich als abgezeichnet an. Dass du den Hintergrund verändert hast, fällt mir fast nicht auf, weil das Hintergrundmotiv das gleiche ist. Hättest du da… ein Märchenschloss in den Hintergrund gepackt, oder eine Lichtung, auf der andere Einhörner grasen oder so, dann wäre da schon mehr kreative Eigenleistung zu sehen. Für eine STA wäre mir der abgezeichnete Anteil dann immer noch zu groß, weil der Fokus halt sehr auf dem Pferd/Einhorn liegt, das 1 zu 1 abgezeichnet ist.
Bei dem Paris-Bild würde ich persönlich sagen, da das mehr als 3 verschiedene Vorlagen sind (von denen keine jetzt das Rampenlicht auf sich zieht, während die anderen nebensächlich sind) aus denen du dir das Bild selbst zusammengestellt hast, wäre das für mich okay. Ich sehe die Eigenleistung, die du ins Motiv gesteckt hast.
Zu guter Letzt möchte ich mich nochmal den anderen anschließen und betonen: quasi niemand hier findet abzeichnen an sich doof oder verwerflich. Es ist definitiv eine tolle Übung. Ich selbst zeichne aktuell wieder mehr ab, nachdem ich es jahrelang fast gar nicht gemacht habe - mein Skizzenbuch ist voll von abgezeichneten Sachen.
Und ich habe großen Respekt davor, wenn Leute gut abzeichnen können, das ist wirklich ein ganz anderer “Kunst-Muskel” als der für selbst ausgedachte Motive! XD
Aber mir und vielen anderen Userinnen hier in der Community kommt es bei Karten, die ich ertausche oder in Aktionen bekomme halt weniger auf guten Realismus oder technisch saubere Reproduktion an, sondern auf den Stil der Zeichnerinnen.
Ich persönlich will auf einer Tauschkarte nicht sehen, wie exakt du ein Tierfoto abzeichnen kannst, sondern möchte vielmehr sehen, wie du dieses Tier stilisieren würdest, wie du den Gesichtsausdruck rüberbringst, wie du die Formen in deinem Kopf siehst und wie du sie dann aufs Papier bringst. Das ist für mich das spannende. :)
Deshalb finde ich deine Märchen-3er-Maxi charmant, gerade weil sie nicht realistisch ist. Bleib dran und lass dich nicht unterkriegen!
(Ugh, bitte ignoriert die verkackte Formatierung, da waren mal Gender-Sternchen… :/ )
Ich muss mich beim Pferd/Einhorn nun auch den Vorrednern anschließen. Zum Zeitpunkt von meinem ersten Post war das referenzbild noch nicht zu sehen. =)
Also der beste Tipp hier ist das Üben. Wir sind ja alle eigentlich hier, weil uns das Zeichnen Spaß macht. Dranbleiben und alles ergibt sich mit ser Zeit
Ja, das einhorn ist definitiv abgezeichnet. Das war nie meine frage, aber dennoch steckt da für mich viel arbeit drin und ich persönlich würde mich über so eine Karte freuen.
Vielen Dank für eure vielen Ansichten und Meinungen. Ich verstehe euren punkt sehr gut, auch ich finde sowas faszinierend,aber gleichzeitig schätze ich eben auch das gute abzeichnen sehr.Für mich sind es 2 verschiedene vorgehensweisen, die beide gleichermassen respekt und anerkennung verdienen.
Du hast absolut Recht, es sind einfach verschiedene Dinge, die durchaus parallel existieren könnten. Die Kultur hier hat sich irgendwie so etabliert, genauso wie digitale Karten und Fotografien sich hier bisher nicht so durchgesetzt haben, obwohl eigentlich nichts dagegen spricht. Die meisten Leute sammeln es einfach nicht, es ist nicht so gefragt und bei den meisten Aktionen auch ausgeschlossen. ¯_(ツ)_/¯
Du kannst absolut weiter abgezeichnete Karten hochladen, solange sie als solche markiert sind, und zum Tausch anbieten. Be the change you want to see haha
Ja, ich werde auf jedenfall weiter abgezeichnete hochladen, einfach weil ich daran auch sehr freude habe, aber ich werde mich auch weiter in freien motiven üben.
Gegen Fotokarten und digitale Kunst habe ich auch nichts. Ich persönlich fände es ja cool, wenn die auch präsenter werden würde. Vielfalt ist doch etwas schönes und erstrebenswertes :D
Vielleicht eine weitere Perspektive um das mit der Abneigung gegen Abgezeichnetes zu verstehen:
Nach meiner Philosophie ist Kunst eine Möglichkeit, anderen Menschen zu zeigen, wie ich die Welt wahrnehme, wie ich Dinge empfinde und sehe, andere Menschen Gefühle nachempfinden zu lassen, die so nur in mir existieren. Kurz: Leute in meinen Kopf schauen zu lassen, wie es ohne Kunst einfach kaum möglich ist.
Das heißt, völlig unabhängig von der Arbeitsleistung, die dahinter steht, finde ich ein Bild faszinierender, das im Kopf von jemandem entstanden ist. Dadurch kann ich nachempfinden, wie der-/diejenige die Szene sieht und, wenn er/sie gut ist, vielleicht auch, was dabei gefühlt wurde.
Wenn ich ein schönes Bildchen möchte, drucke ich mir eines aus. Irgendwer hat da irgendwann auch viel Arbeit ins Motiv gesteckt, die ich schätzen kann…
der Reiz an vielen Karten hier ist aber, dass sie quasi das direkte Fenster in den Kopf des anderen sind. Darum ist die „kreative Eigenleistung“ so wichtig, obwohl sie kaum mit echter Arbeit vergleichbar ist.
Die Herangehensweise „das Bild gefällt mir, das zeichne ich ab“ im Verhältnis zu „ich stelle mir ein Bild vor, das ich auf eine bestimmte Art und Weise arrangiere, damit rüberkommt, was ich zeigen möchte“ ist eben schon grundsätzlich anders.
Ich hoffe, diese Erklärung aus meiner Sicht hilft noch ein bisschen weiter beim Verständnis was am Abzeichnen unerwünscht ist und warum Referenzen trotzdem gut sind
Finde ich sehr gut in Worte gefasst. =)
Aber dazu möchte ich die Gegenseite formulieren, dass Kunst immer das ist, was man sagt das es ist. Sonst wäre Fotografie (ohne Bearbeitung und Studio-Inszenierung) auch keine Kunst. Es gibt eben sehr viele verschiedene Anreize für Leute “Kunst” zu machen. Bei Hyperrealismus gehts ja auch nicht unbedingt darum anderen Leuten die eigene Fantasiewelt zu zeigen, sondern vielleicht um “ich kann das” oder “habt ihr euch das schon jemals genauer angeschaut??!” Allein durch die Motivwahl gibt man da ja den Einblick.
Also was “Kunst” ist ist eins, was andere Leute kaufen/tauschen/sehen wollen ist was anderes. Letzten Endes bleibt es jedem ja freigestellt zu machen was sie wollen, es gibt aber eben auch die Konsequenz dass andere drauf reagieren wie sie wollen. ¯_(ツ)_/¯
Bei Fotografie, Realismus u.ä. versucht der Künstler ja sehr wohl, mich die Welt mit seinen Augen sehen zu lassen. Worauf der Fokus liegt, welchen Ausschnitt das Bild zeigt, was scharf ist und was unscharf ist, wie die Belichtung ist… das alles erzeugt ja eine gewisse Stimmung und Botschaft, die rübergebracht werden soll.
Reines „schaut mal, ich kann das“ würde ich eher als Handwerk einstufen, wobei die Grenze zwischen Kunst und Handwerk natürlich schon fließend ist.
Also für mich würde ich sagen was Kunst und was Handwerk ist hängt zu 100% davon ab ob die Person, die das gemacht hat sich selbst als Künstler oder Handwerker versteht. Da würde ich nichmal versuchen irgendwo Grenzen zu ziehen, egal wie fließend X’D
Sorry dass ich dieses Thema nochmal ausgrabe, aber da das in einem anderen Thread mal wiederaufkam das viele abzeichnen als weniger kreativ und somit als schlechte KUnst empfinden und ich mir da jetzt auch schon länger meine Gedanken zu mache, möchte ich diese auch einfach mal teilen.
Auch wenn ich damit vermutlich alleine dastehe, denn ich finde abzeichnen von Fotos oder gar “Plein Air” als total legitim. Aber eben diese Meinung (also dass abzeichnen = böse) hat mich lange lange davon abgehalten überhaupt zu versuchen zu zeichnen. Warum? Ganz einfach: Ich hab Aphantasia, heißt ich sehe keine Bilder in meinem Kopf, ich könnte nichtmal meine Mutter beschreiben, weil ich sie mir nicht vorstellen kann.
Ich kann Strichmännchen zeichnen oder einfache Motive die ich schon 50x gezeichnet hab, weil ich auswendig gelernt habe wie sowas geht, also wie beim schreiben. Aber ohne Referenzen etwas abzubilden was auch nur annähernd so aussieht wie es soll ist mir einfach nicht möglich. Außer ich zeichne wie gesagt 50x das gleiche Motiv (oder sehr Symbolhaft… also Mandelförmige form Kreis drin = Auge, Kreis mit 2 Dreiecken und Schnurrhaaren = Katze, weil ich weiß ja wie Sachen aussehen, ich sehe sie nur nicht)… das hab ich früher gemacht und bin dann immer nur gefragt/kritisiert worden warum ich immer nur das gleiche male… darum! (Nur wusste ich damals noch nicht, dass es sowas wie aphantasia gibt und das “sich etwas vorstellen” nicht nur ne Redensart ist wie “es regnet Hunde und Katzen”.
Historisch gesehen war abzeichnen auch immer normal. Viele Künstler des westlichen Kanons haben abgezeichnet… voneinander, von griechischen oder römischen Statuen, manche haben sich sogar einfach Sachen von anderen in ihr Bild malen lassen a la “hey du, ich kann keine schlangen, brauch da aber eine und du malst die so schön… mach doch mal” und diese BIlder hängen jetzt im Museum und werden bewundert.
Mein Fazit: wer abzeichnen möchte soll es tun, solange es Vorlagen sind von denen es erlaubt ist. Also entweder Copyright freie Fotos, eigene Fotos, Plein Air etc. Und wenn man weiß dass ein ort abzeichnen nicht mag, Naja dann zeigt man seine Bilder dort halt nicht mehr und sucht sich Leute die da ein bisschen toleranter sind.
Zu Aphantasia: Das haben tatsächlich gar nicht mal wenige Künstler, ich weiß z.B. von einer recht bekannten hauptberuflichen Künstlerin die das ebenfalls hat und habe es selbst eingeschränkt (ich sehe zwar flüchtig Bilder, aber nur sehr kurz/unscharf, sobald ich versuche mich auf etwas zu fokussieren ist es weg).
Ich glaube aber nicht dass das soviel Unterschied macht fürs Zeichnen lernen, auch wenn man Bilder sieht kann man die anfangs nicht so reproduzieren wie sie im echten Leben aussehen weil der Kopf sich gar nicht die ganzen Details so einspeichert - zumindest gehe ich davon aus, wenn man sich die Anatomiefehler anschaut die gerade unerfahrene Künstler so machen. Heißt auch Leute ohne Aphantasia müssen anfangs genauso viel üben und sich an Referenzen usw. orientieren - oder eben genauso Abzeichnen zum Lernen.
Stichpunkt Referenzen: Hier im Thread geht es ja ums direkte Abzeichnen was nicht gern gesehen ist, während Plein Air und Referenzen für die meisten völlig okay sind, daher würde ich die beiden argumentativ etwas trennen. Der Unterschied ist vor allem die Eigenleistung darin verschiedene Referenzen zu kombinieren bzw. bei Plein Air vom dreidimensionalen ins zweidimensionale zu übersetzen und eine passende Perspektive & Bildausschnitt zu wählen, während beim Abzeichnen das ja alles schon durchs Foto vorgegeben ist.
Keiner erwartet dass man 100% alles aus dem Kopf herzaubert, es ist völlig okay sich Referenzen dazuzuholen um zu schauen wie Dinge zb aus bestimmten Blickwinkeln aussehen! Auch sowas wie Gliederpuppen für Anatomie/Posen oder selbst vor dem Spiegel posen und Fotos davon machen kann sehr praktisch sein als Unterstützung und ist sehr weit entfernt von “ich nehme ein bestehendes Foto und zeichne es 1:1 ab”.
Just my two cents zu Aphantasia + Abzeichnen / Referenzen, solange es nicht in STAs/Wunschtauschen mit Regeln/Wünschen dagegen gemacht wird oder man es verheimlicht ist Abzeichnen ja auch gar kein Problem :D