kakao-karten.de Forum

365 Days Sketchbook Challenge

Ich bin neulich auf YouTube über die Idee der 365 Tage Skizzenbuch Challenge gestolpert. Also im Prinzip gehts nur darum, dass man ein ganzes Jahr lang durchhält, jeden Tag mindestens eine Seite im Skizzenbuch seiner Wahl zu füllen. Thematisch gibt es keine Vorgaben, aber natürlich findet man im Netz genug Listen bei Bedarf.

Da ich zu jenen gehöre, denen das tägliche bzw. regelmäßige Skizzieren eher schwer fällt, fand ich die Challenge ganz interessant…
Aber was haltet ihr eigentlich davon? Habt ihr davon schon gehört? Macht ihr sowas auch, und wenn ja, postet ihr das irgendwo? Oder ist das für euch sowieso eine Selbstverständlichkeit täglich mit dem Skizzenbuch zu arbeiten?

(Ich hoffe, ich hab das Thema beim Durchstöbern des Forums nicht übersehen…)

Oh, je öfter man zum Skizzieren kommt, desto besser für die eigene Entwicklung als Künstler, zumindest aus meiner Erfahrung. Ich hab immer sehr davon profitiert, am Ball zu bleiben in meinen guten Phasen.

Eine Skizze bis eine Seite Skizzen/Tag für ein Jahr klingt komplett machbar.
Da kommen dann aber wieder viele Variablen des Einzelfalls ins Spiel, obs dann am Ende auch machbar bleibt.

Wenn man es drauf anlegt, dass die Skizzen immer gut aussehen/vorzeigbar/hochladbar sind, wird es unter Umständen sehr stressig werden, da man mit nem viel höheren (Erwartungs-)Druck rangeht.

Eine andere Sache sind dann nochmal die Anforderungen an sich selbst.
Sachen wie: “Ich mache es immer detailliert!!” , “Ich mache immer Hintergründe, sonst ist es ja irgendwie Schummeln/zu einfach!!”, können den Druck/Stress auch nochmal erhöhen.

Aber andererseits kanns tatsächlich auch stressen, wenn es in der Tat “zu einfach” ist, also immer comfort zone. Dann schleichen sich über die Zeit Gedanken ein wie “Was mach ich hier?” “Das bringt mich doch gar nicht weiter!”
…auch wenn es nicht so ist.

Und dann ist noch sowas wie die verfügbare Zeit zum Zeichnen und der Alltagsstress des übrigen Lebens so ein Ding.
Wenn man immer top liefern möchte, aber mal ein Tag kommt, an dem man wahrscheinlich so 10 Minuten hat…da lässt sich Anspruch und Umsetzung wahrscheinlich nur ganz schwer vereinen. Und dann ist die Frage, zu welchen Kompromissen man sich selbst gegenüber bereit ist. Reicht mir dann auch mal ein schnödes Doodle? Gerate ich in Panik, wenn ich mal ne Woche oder 20 Tage nur Doodles mache? Mache ich mir die Mühe, einen Plan zu machen, was ich alles schaffen will und ihn auch immer wieder nachzubessern? Und vergesse ich vor Üben auch ja nicht auch “fertige” Bilder zu erschaffen?

Je nach Künstler sind das alles mehr oder weniger wichtige Fragen, über die man mal nachdenken kann, bevor man die Challenge angeht.
Meiner Meinung nach hilft es sehr, nicht alles teilen zu MÜSSEN (aber wer solls einem schon verbieten? Jeder, wie er mag).

Ich hatte schon einpaar mal Phasen, in denen ich jeden Tag was gemacht hab. Zuletzt hab ich auch den ganzen Oktober im Rahmen einer Challenge jeden Tag was gemacht. Den November habe ich “Zeichnen, wann ich will” ausprobiert…und Überraschung, ich will nie. Ist ja anstrengend und so. Von daher schalte ich nun wieder auf täglich schuftet die Eule zurück, egal wie meine Befindlichkeiten oder mein Widerstand sind.

Ich skizziere fast jeden Tag, weshalb ich mich auch nicht schlecht fühle, wenn ich mal einen Tag auslasse, weil ich krank bin, was anderes vor habe, oder mir einfach mal die Lust fehlt, wenn der Tag lang war.
Solche Challenges sind sicher ne gute Sache, um sich ein paar gute Gewohnheiten zuzulegen, aber wenn man dann mal nicht kann, weil… warum auch immer, fühlt man sich auch leicht schlecht, weil man es nicht hinbekommen hat.
Sicher, man findet immer mal ein paar Minuten für eine kleine Skizze, aber manchmal hat man auch einfach Tage, an denen man vielleicht lieber zockt, mit Freunden Zeit verbringt oder ähnliches und dabei sollte man sich auch nicht schlecht fühlen.
Das ist zumindest meine Meinung zu dieser Sache. Gerade bei solchen langen Challenges, die man dazu auch noch online postet, ist man schnell mal ausgebrannt.
Sinnvoller finde ich es hier ein Skizzenbuch zu nehmen und zu sagen “Bis dann und dann möchte ich es voll haben.”. Da kann man sich die Zeit selbst einteilen und wenn man merkt, dass man mal einen schlechten Tag hat kann man auch mal eine Pause machen und dafür ein andermal mehr daran arbeiten.

Sehe das wie meine Vorredner. :)
Ursprünglich hatte ich mir für 2018 auch vorgenommen, jeden Tag zu zeichnen und dafür nach Skizzenbücher geschaut. Nachdem es aber keins gab, das meinen Ansprüchen genügte und ich auf ein anderes Skizzenbuch ging, dachte ich auch: “Warum nicht einfach sagen, dass du das Ding in einem halben Jahr voll haben willst?” Online posten wollte ich das aber nie, außer vielleicht einmal Durchblättern, wenn es voll ist, auf jeden Fall halt keineswegs jeden Tag wie Styx während ihrer Oktober-Challenge. Da habe ich mich schon gefragt, ob das nicht noch eine zusätzliche Belastung ist, das zu posten. ;) Als wäre es nicht schon schwer genug, überhaupt 600 Seiten in einem Monat vollzukriegen.
(Das Skizzenbuch wollte ich auch aus eigenem Antrieb beginnen, weil ich so viele Dinge nicht kann. Aber hätte ich mir auch denken können, dass es dazu eine Challenge gibt. xD Irgendwie gibt es das zu allem habe ich das Gefühl.)

@ Splitterwerk: Ja, das stimmt, mit der Zeit wird das Posten ein eigener Arbeitsschritt mit eigenen…äh…Belastungspotentialen. Aber es geht schon. Wenn es gehen muss, geht es auch ;)

Ich hab mich innerhalb der Challenge hin und wieder ausgebrannt gefühlt, aber ich muss sagen, ich vermisse das jeden Tag Zeichnen und hab gestern wieder mit kleinen Schritten angefangen. 20 Seiten/Tag…ist aber bisschen viel, würd ich nicht wieder machen wollen bei den Sachen, die ich gerade lernen will. 1-10 Seiten reicht komplett, je nach Tagesform :D

Ein weiterer Vorteil, jeden Tag “was Kleines” ins Skizzenbuch zu zeichnen. Wenn man schon gar keine Lust aufs Zeichnen hat und versucht ist, den Abend mit was anderem zu verbringen…nach einer Skizze ist man wieder ein bisschen drin und man kann sich plötzlich vorstellen, doch einfach noch ein wenig mehr zu machen…

Aber natürlich immer eine Sache der eigenen Prioritäten. Was einem gut tut, ist Gift für den anderen. Aber einfach mal ausprobieren, wer sich dafür interessiert.

Das mit dem Erwartungsdruck beim täglichen Posten kann ich mir wirklich gut vorstellen. Andererseits könnt ich mir aber auch vorstellen, dass das hilfreich sein kann, um wirklich am Ball zu bleiben oder sich nicht selbst zu bescheißen.

Ich denke, es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn man, keine Ahnung, pro Woche zB sich ein Übungsthema wählt und dann am Ende der jeweiligen Woche seine Skizzen postet… Aaach, was weiß ich xD

Die Idee, zu sagen so bis dann will ich das Skizzenbuch voll haben, find ich auch nicht schlecht.

Probier es doch einfach mal aus, IsyLL :)
Die verschiedenen Herangehensweisen. Du könntest die nächste Woche/die nächsten zwei Wochen mal das jeden Tag zeichnen + Posten ausprobieren, dann das “Bis zum Ende der Woche will ich-!!”, dann das “Bis zum Ende der Woche will ich-!!”+ “Und zwar zu diesem Thema- !!” und dann auch mal das “Ich mach das schon, aber ich machs für mich und ihr seht vielleicht mal mein Best off!” :)

Dann kannst du ja vergleichen, womit du 1) (zahlenmäßig/umfangmäßig) am meisten schaffst 2) dich am besten fühlst 3) am zufriedensten mit den Ergebnissen bist. Diese drei Dinge müssen ja nicht unbedingt immer zusammenfallen…

Ach ja und Bonus 4) Was dann am meisten in deine “fertigen” Bilder einfließt (direkte Verbesserung? Verbesserung über Zeit?)…

@Styxcolor: Ja, es ist wirklich vom einzelnen abhängig was am besten funktioniert. Ich hab auch beides ausprobiert und bin zu meinen Schlüssen gekommen.
Dabei habe ich auch festgestellt, dass ich mehr Probleme mit solchen Challenges habe, wenn ich sie online poste, als wenn ich sie für mich selbst mache.
Andere motiviert sowas hingegen ungemein.

Skizzenbücher im Nachhinein zu zeigen ist genau mein Ding XD
Ich schaue mir auch gerne Videos zu fertigen Skizzenbüchern an und freue mich auch, wenn nicht nur das “Best-off”-Zeug gezeigt wird, sondern auch die anderen Sachen. Es ist ungemein beruhigend, wenn man sieht, dass auch andere Mist fabrizieren.

Ja na das werd ich dann wohl echt noch rausfinden müssen, was für mich die richtige Rangehensweise ist :)
Fand ich aber auf jeden Fall interessant, wie ihr das so handhabt ;)

Ich bin auf dein Ergebnis gespannt, IsyLL. Vielleicht kommst du ja auf was ganz anderes?