Eine sehr gute Frage, ich habe gerade ziemlich stark darüber nachgedacht und habe mich gefragt: “Sag mal selbst, hast du irgendwelche Vorbilder? Nach wem oder was richtest du dich, während du durchs Leben gehst?”. Die Antwort ist nicht ganz so einfach. Ich denke, bei mir ist es eher eine Sammlung von idealen Verhaltensweisen und Tugenden, die ich als wichtig erachte, kein bestimmter Mensch. Wenn ich also für mich bestimme “Newt, du bist ein pünktlicher Mensch, der Leuten keinen Ärger macht, indem er überall auf den letzten Drücker erscheint”, dann liegt das nicht daran, dass ich dieses Verhalten bei anderen Menschen oder einem bestimmten Menschen gesehen habe, sondern weil ich für mich herausgefunden habe, dass Pünktlichkeit ein Ideal ist, nach dem ich streben will. Ist jetzt nur ein winziges Beispiel von vielen, aber vielleicht ist klar geworden, was ich meine.
Persönliche habe ich keine Vorbilder und meine Eltern wären wohl die letzten, die ich als Vorbilder nehmen würde.
Ich kenne jemanden, der ist immer optimistisch und lacht viel, während ich selbst eigentlich kaum Lächle bzw fast nie lache. Aber wenn es jemand anderen schlecht geht, kann ich mich dazu aufraffen, zu lächeln und andere aufzubauen, während ich weiß, dass das bei mir selbst nicht funktionieren würde.
Aber es gibt den einen oder anderen Menschen, wo ich mir gerne mal eine Scheibe von Abschneiden würde.
Also ich habe keine Vorbilder. Früher wollte ich gerne das Leben meiner Mutter feiern, aber nachdem ich 19 geworden bin und immer noch nicht verheiratet war musste ich mir wohl oder übel einen eigenen Weg suchen. Gefunden habe ich ihn noch nicht, aber es gibt niemanden in meiner Familie oder sonstiges, dem ich nacheifere, da ich die erste mit Regelrechtem Abitur bin, die erste, die studiert und die erste, die mit 20 noch keinen langfristigen Partner hat. Wenn mich eine Frau ankeift “Was für ein Vorbild sind SIE denn!?” wenn ich zum Beispiel bei Rot über die Straße renn, dann sage ich “Ein schlechtes.” Irgendwer muss schließlich auch das negativ Beispiel sein können.
Als Literatin könnte ich die Schöne Seele von Schiller als Vorbild nennen, allerdings müsste ich da meine komplette Gesinnung ändern. Ich bin nämlich nicht gut und tugendhaft sondern egoistisch, asozial, zynisch, sarkastisch und gemein. Und meistens bin ich das sogar gerne.
In einer idealen Welt würde ich das Leben aus den Harry Potter Romanen leben wollen. Allerdings halte ich Romanfiguren für nicht geeignet, um als Vorbild zu dienen.
Die meisten Menschen kann ich für mich nicht als Vorbild nehmen, weil sie eher etwas haben, was ich NICHT sein will. Ich könnte also höchstens ein Vorbild per Ausschlussverfahren bilden. Hat aber bisher auch nicht so gut geklappt. Meiner Erfahrung nach frustrieren Vorbilder nur, weil man sie nicht erreichen kann. Oder sie enttäuschen, weil man sie erreichen kann. Man sollte sich lieber Menschen suchen, die man übertrumpfen will.
Ich muss sagen, dass ich eigentlich kein vorbild habe. Es gibt auch niemanden mit dem ich gerne mein Leben tauschen würde oder so. Manchmal gehe ich so meinen Gedanken nach und frag mich, ob ich mit der und der Person tauschen würde und denke dann doch “näää, mein leben ist doch geiler” :wiiii:
Klar gibt es Leute, von deren Eigenschaften ich mir gern mal ne Scheibe abschneiden würde, aber davon gibt es viele und ebensoviele Beweggründe oder “Scheiben” die ich gerne hätte. Aber ich kenne keine Wurst auf der Welt, von der ich gerne alle Scheiben hätte, daher hab ich auch kein Vorbild :)
Ich bin ein bisschen verwirrt, weil hier von “jemandes Leben führen wollen” und “jemanden kopieren” gesprochen wird, und wenn man das nicht will, hat man auch kein Vorbild… ist es nicht auch möglich, jemanden zum Vorbild zu haben, von dem man eine oder zwei bestimmte Eigenarten toll findet, aber nicht alles?
Oder verstehe ich das Wort “Vorbild” falsch?
Denn ich möchte auch genau mein Leben leben, und ich möchte sicherlich nicht alles so machen wie jemand anderes, geschweige denn genau so sein wie jemand bestimmtes. Aber Vorbilder habe ich trotzdem, zumindest nach meiner Definition, nämlich: Der/die macht etwas / kann etwas / strahlt etwas aus, dass ich ähnlich gut können/machen/ausstrahlen möchte.
In dieser Hinsicht sehe ich zum Beispiel die Leute in meinem Umfeld, die ein Intrument spielen können, regelmäßig üben (!!!) und dann auch noch zu Wettbewerben gehen, als Vorbilder an - nicht, weil ich “so wie er/sie” sein will, sondern weil ich gern musikalischer wäre, mehr Durchhaltevermögen für regelmäßiges Üben von irgendwas hätte, und gern mehr Traute hätte, mich vor einem Publikum zu präsentieren.
Und auch wenn dieser Mensch… keine Ahnung, vielleicht nicht sehr gruppentauglich oder schnell beleidigt oder ne Niete in der Schule ist, ändert das nichts daran, dass ich ihn dann als Vorbild in einer bestimmten Hinsicht habe.
Definiere ich da etwas anders als ihr? fragt in den Raum
Ich denke, es ist nicht unbedingt notwendig ein Vorbild zu haben. Aber man sollte gut differenzieren können zwischen Handlungen bzw. Einstellungen von Personen, die für einen selbst als “richtig” oder eben als “nicht richtig” erscheinen. Wenn man das erst mal kann, dann hat man doch schon extrem viel gewonnen! Nämlich einen gesunden Menschenverstand verbunden mit Empathie für andere und die Umwelt, viel Gelassenheit, Ausgeglichenheit, ein bisschen Bescheidenheit und zu guter Letzt: das daraus resultierende neue Selbstbewusstsein, welches wichtig für die eigene Entfaltung ist und einem hilft “den richtigen Zug zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Gleis” zu nehmen…
Aber generell gilt doch: wenn du selbst im Leben nicht weiter weißt, dann nimm Hilfe an wo sie dir geboten wird. Es können deine Freunde sein, deine Eltern oder auch Anlaufstellen für genau solche Probleme (z.B. Arbeitsamt, Berufswahl-Veranstaltungen, Studienberatungen, etc.).
Aufjedenfall viel Kraft und Zuversicht für alle, die gerade ein wenig im Nebel stehen…Das Tal wird sich mit Sicherheit bald lichten!
prayer at night, ich glaube nicht, dass man ein Vorbild kopieren möchte. Wenn das so wäre, dann wäre mein Hund mein größtes Vorbild xD Schlafen, fressen, kuscheln, spielen, schlafen, schlafen, schlafen …
Ein Vorbild ist jemand, dem man nacheifern möchte. Du möchtest deiner Mutter in ihrer Energie und Lebensfreude nacheifern, also ist sie dein Vorbild. Ich muss sagen, ich beneide dich darum, denn ich Vorbild muss wahrlich motivierend sein. Aber was passiert, wenn dein Vorbild dich wahnsinnig enttäuscht? Wie wirkt sich das auf deine eigene Energie und Leistung aus?
kampfmieze, das ist für mich schwierig einzuschätzen; bislang wurde ich noch nie von jemandem enttäuscht, den ich in einer Hinsicht als Vorbild sehe - zumindest nicht in besagter Hinsicht.
Ich denke, da ich mir meine Vorbilder in meinem engeren Umfeld suche (eben meine Eltern, meine beste Freundin und so), würde bei mir vermutlich eher großes Mitgefühl herrschen als Enttäuschung, wenn derjenige nicht mehr das “bringt”, was ich so bewundere, weil ich aller Wahrscheinlichkeit erfahren würde, was los ist… Das klang verworren.
Was ich meine ist: So ungefähr die einzige Sache, die die Energie meiner Mutter ausbremsen könnte, wäre eine Depression - und da könnte ich nie enttäuscht drüber sein, sondern wäre nur besorgt und voller Mitgefühl, und ich würde mir wünschen, dass sie wieder auf die Beine kommt und sich wieder besser fühlt.
Auch die anderen Eigenschaften/Leistungen, die ich bewundere, würden (so, wie ich die “Träger” der Eigenschaften kenne) nicht einfach verschwinden ohne einen verdammt guten Grund, und da fällt mir keiner ein, über den ich enttäuscht sein könnte.
…Und wenn ich so drüber nachdenke: Eigentlich könnte mich jemand, der ein Vorbild für mich ist, so sehr enttäuschen, wie er wollte, ohne dass sich meine Einstellung zu der Eigenschaft, die ich anstrebe, ändern würde. Glaube ich.
Denn ich mache das nicht sehr eng an der Person fest… Es ist mehr so, dass ich etwas an einer Person sehe und es so in mein Leben einbringen möchte. Wenn diese Person letztendlich ein Vollidiot ist, ändert das nichts daran, dass ich die Eigenschaft toll finde und für mich übernehmen möchte.
Dass ich meine Mutter jeden Tag sehe und somit täglich mit ihrer Energie Kontakt habe, sorgt allerdings dafür, dass ich mich jeden Tag wieder daran erinnere, dass ich auch so sein möchte. ;)
Meine Mutter war oder ist immer noch mein größter Vorbild in meinem Leben! Sie hat wirklich wunder bewirkt.
Sie gab all meine Geschwister kraft ! Sie glaubte immer an uns ? Die Frau hat wirklich in ihrem Leben gekrampft.
Gegensatz zu unserem Vater drop
I-wie innerlich denke ich immer wieder daran. Ich möchte besser werden . Ich möchte in meinem Leben was erreichen. Sein Vorbild immer noch sich selbst !
Genau so sehe und mache ich das auch. Manchmal sehe ich jemanden, den ich für etwas bewundere und das gibt mir gleichzeitig Motivation, das (was auch immer) auch zu schaffen und auch Hoffnung, weil derjenige es ja auch erreicht hat und es somit nicht ganz unmöglich ist.
Meistens sind das Künstler, die einfach immer weiter gemacht haben. Oder auch Leute aus meinem Umfeld, die einfach so sind, wie sie sein wollen und mit sich zufrieden und glücklich sind - natürlich nicht immer, aber doch ziemlich oft.
Ich glaube auch, dass man oft unbewusst Vorbilder oder Ziele hat. Irgendeinen Grund hat das eigene Handeln ja, auch wenn er nicht besonders tiefgründig ist.
Ob man ohne eine klare Linie orientierungslos ist… hmmm. Ich weiß nicht, ob ich einen roten Faden habe. Meistens sind es kurze Fadenschnipsel mit kurzfristigen Aufgaben, aber eigentlich kommt immer wieder etwas dazu.
Nur manchmal, wenn ich einen totalen Leerlauf habe (das heißt, ich habe nichts zu tun - nichts für die Schule, nichts für jemand anderen, gar nichts), komme ich mir ein bisschen hilflos vor, weil ich kein wirklich langfristiges Ziel zu haben scheine… ich weiß nicht, ob ich nach der Schule nen Studienplatz bekomme und wenn ja, wie ich das finanzieren soll und was ich danach machen soll. Hat das noch was mit Vorbildern zu tun? Na ja, zumindest mit Orientierung.
Aber im Normalfall gibt es immer was, was mich davon ablenkt und mich beschäftigt, so dass ich nicht so weit in die Zukunft denken muss und eher vor mich hin leben kann, ohne mich darum zu kümmern, wie ich sein will…
Denkt ihr oft darüber nach, was ihr jetzt am besten tun solltet, um so wie eurer Vorbild zu werden?
Wow, ich bin ganz überrascht, wie unterschiedlich der Begriff “Vorbild” interpretiert werden kann. Mir selbst kam dabei auch nie in den Sinn, haargenau so zu sein, wie eben diese Person es ist/war. Das würde zumindest bei mir auch gar nicht funktionieren, weil ich 3 oder sogar 4 Vorbilder habe, die einander nicht wirklich ähneln, jedes für sich aber einen Bereich in meinem Leben repräsentieren, in dem ich mich an dieser Person mehr oder weniger frei orientieren will.
Daher zu deiner Frage, Poetic_Criminal: Ja, das passiert. Und das Witzige daran ist, dass mir dann oft in den Sinn kommt, dass ein jeweilig anderes Vorbild es wohl ganz anders machen würde. Ein bisschen wie Engelchen und Teufelchen - im Endeffekt gehe ich dann also irgendwo dazwischen lang und lebe mein ganz eigenes Leben, beeinflusst von meinen Vorbildern.
