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Umweltbewusstes Leben - was tust DU?

(Ich bin nicht sicher, ob das hier am richtigen Platz ist - also bitte verschieben, wenn ich falsch liege)

Hallöle ihr Lieben! :)

Heutzutage zählt zum guten Ruf einer Firma, dass sie in irgendeiner Weise “grün” ist, sich quasi für die Umwelt einsetzt.
Und wenn sie eben nur recyceltes Papier für ihren Bürokratenalltag benutzt.
Auch in den Medien oder Supermärkten werden Umweltthemen vermehrt aufgegriffen - leider nicht immer im positiven Sinn. So nutzt man beispielsweise die Farbe Grün als Symbol für guten Umgang mit sich und der Welt - soweit ich weiß, möchte McDoof aus diesem Grund auch allmählich von der traditionellen Rot-Gelb-Kombi zu Grün-Gelb umschwenken.
Aber nun zum eigentlichen.

Mich interessiert, wie ihr ganz persönlich mit diesem Thema umgeht und es vielleicht für euch umsetzt. Um euch ein paar Anregungen zu geben, hier ein paar Fragen:

  1. Was haltet ihr von den “Bio”-Produkten in den Supermärkten? Lug und Trug - oder bringt es der Umwelt wirklich mehr?
  2. Achtet ihr beim Einkaufen auf bestimmte Faktoren, um die Umwelt zu schonen? (Tier, Mensch, Ressourcen, Klima, etc.)
  3. Wie geht euer Umfeld mit diesem Thema um?
  4. Gibt es Medien, die euch die Augen geöffnet haben oder - ganz im Gegenteil - davon überzeugt haben, dass ihr richtig lebt, so wie ihr lebt? (Artikel, Dokumentation, Werbungen, etc. - gern mit Links)

Also dann, ich gespannt auf eure Meinungen! :)

Ein wichtiges Thema heutzutage nick

Von den als Bio gekennzeichneten Produkten halte ich, in den normalen Läden, eigentlich nichts. Heute wird doch munter deklariert, ohne dass der Verbraucher oft Bescheid weiß. Ich gebe auch zu, dass ich mich allgemein eher von dem Bio-Boom distanziert halte. Über das vorherrschende System an meiner Schule und in meiner Ausbildungszeit auf dem Bauernhof kam ich mit der etwas “krasseren” Form des Bio zusammen: Demeter. Dort werden, im Gegensatz zu Bio, keine Dünge- und Spritzmittel der chemischen Art verwendet; es ist sogar von den Richtlinien her verboten. Es wird nur der tiereigene Mist zum Spritzen und Düngen verwendet, außerdem wird auf die Mondzyklen geachtet. Auch werden die Tiere anders behandelt. Die Kühe und Hühner haben täglich Freigang (ich will das hier aber nicht verallgemeinern, weil ich nicht weiß, wie das auf anderen Höfen gehandhabt wird) und könne sich frei und fröhlich bewegen und ihr Futter selbst suchen - was mir persönlich sehr gut gefällt, weil ich mir für jedes Tier diese Freiheit wünschen würde.
Manch einer mag das für dummes Zeug halten - jedem das seine - aber ich glaub schon, dass da was dran ist. Dementsprechend fallen bei den Demeter-Landwirten die Ernten geringer aus, die Kühe geben eben keine 25l pro Melkgang usw. Das wiederum macht die Waren noch teurer, als Bio-Produkte und meist werden sie nur in Läden wie dem Reformhaus, dem dritte Welt Laden oder allgemeinen Bio-Läden angeboten.
Wie dem auch sei, das soll keine Proklamation werden und ich gehöre auch nicht zu den Leuten die sich das kaufen, weil es eben teurer ist, als “normale” Produkte. Jedenfalls bekam ich während meiner Ausbildung einen recht fundierten Einblick darüber ;)

Ansonsten bekam ich einiges, was mich zum umweltschützerischen Denken antreibt, vom Greenpeace-Magazin. Ja gut, die übertreibend auch oft mit irgendwelchen extremen Maßnahmen, aber die meisten Artikel, waren für mich doch augenöffnend und antreibend =)

Mein persönlicher Beitrag ist, dass ich z.B. Eier von Freilandhühnern aus der Umgebung kaufe, ebenso versuche ich bei der Milch den richtigen Griff zu machen. Ich verwende seit Jahren Einkaufstaschen aus Stoff, oder einen Klappkorb, weil ich die Plastikdinger einfach hasse wie die Pest. Ich versuche bei Dingen wie Wasser, Strom und Papier so sparsam als möglich zu sein, auch wenn das hier gesparte Wasser nicht in Afrika landet - aber ich versuche gleichsam damit auch meinen Geldbeutel zu schonen ;)
Ich zähle auch mein Dasein als Vegetarierin ein bisschen dazu - auch wenn ich das eher aus Mitleid zu den Tieren mache und nicht aus Umweltgründen. Aber die Bullensteaks die ich nicht esse, vermindern vielleicht ein wenig die Methangaserzeugung. Und wenn nicht… dann ist es wenigstens meine Einbildung und streichelt ein wenig mein Ego ;)

  1. Was haltet ihr von den “Bio”-Produkten in den Supermärkten? Lug und Trug - oder bringt es der Umwelt wirklich mehr?

Ich kaufe vor allem regional und saisonal, d.h. Fleisch aus der Region(wenig, aber dafür dann gut!) und Erdbeeren nicht im Winter. Nur so als Beispiele. Ich halte das für deutlich wichtiger als Bio. Manche Lebensmittel kaufe ich aber in Bioqualität(nach Möglichkeit mit Demetersiegel), weil es da einen deutlichen Qualitätsunterschied gibt, Mozzarella zB.
Dinge die es bei uns nicht natürlich gibt wie zB Kaffee oder Kakao(;D) kaufe ich gern Faire Trade.

  1. Achtet ihr beim Einkaufen auf bestimmte Faktoren, um die Umwelt zu schonen? (Tier, Mensch, Ressourcen, Klima, etc.)

Ich gehe zu Fuß und nehme immer meine eigene Einkaufstüte mit.

  1. Wie geht euer Umfeld mit diesem Thema um?

Die denken genauso.

  1. Gibt es Medien, die euch die Augen geöffnet haben oder - ganz im Gegenteil - davon überzeugt haben, dass ihr richtig lebt, so wie ihr lebt? (Artikel, Dokumentation, Werbungen, etc. - gern mit Links)

Nein, man sollte sich schon selbst Gedanken machen und sein Konsumverhalten reflektieren.

  1. Nein, “Bio”-Produkte sind umwelttechnisch kompletter Unsinn. Sollte man Wert auf Klimaschutz legen, bringt es zum Beispiel viel mehr, “normale” Äpfel zu kaufen, aber dafür welche zu nehmen, die aus der eigenen Umgebung stammen. Leute, die aus Neuseeland eingeflogene Bio-Äpfel kaufen, haben mMn einfach nicht mehr alle Tassen im Schrank… Solche Aktionen sind kontraproduktiv. Und auch für die Umwelt ist Bio-Landwirtschaft nicht zwangsläufig besser. Was viele nicht wissen: im Bio-Landbau sind einige hochgiftige, fürs Grundwasser ziemlich schädliche und entsprechend umstrittene Mittel (zum Beispiel Kupferdünger statt Phosphatdünger - ich meine, WTF? W-T-F? Wer kommt auf die Idee, Kupfersulfat auf den Acker zu kippen und das auch noch “Bio” zu nennen? Das ist Sondermüll!) erlaubt und werden gnadenlos eingesetzt. Die einzigen Bio-Produkte, die ich kaufe, sind Fleisch und Milchprodukte (erstens schmeckt es deutlich besser und zweitens ging es den Viechern zumindest mit etwas Glück nicht ganz so mies). Aber bei pflanzlicher Nahrung tut man weder sich selbst noch der Umwelt einen Gefallen, wenn man zu “Bio”-Zeugs greift.

  2. Ja doch, ich achte darauf. Ich boykottiere Erdöl-Produkte, wo immer es geht. Soll heißen: ich gehe zu Fuß einkaufen, vermeide Plastik (hundertprozentig ist das natürlich unmöglich, aber man kann das ja minimieren) und kaufe, wenn möglich, regionale Produkte.

  3. Mit den meisten Leuten rede ich nicht über das Thema, von daher weiß ich es nicht. ^^ Aber zumindest die Leute von der Uni halten das stillschweigend ähnlich… Man kann nicht einerseits Vorlesungen über Erdölförderung und -verarbeitung anhören und andererseits nach Uni-Schluss mutwillig Plastikmüll produzieren. Das bringen die meisten einfach nicht fertig. XDD

  4. Artikel in den Massenmedien zu dem Thema versuche ich zu vermeiden - die sind wahnsinnig frustrierend. Wirklich neutrale Berichterstattung zu dem Thema existiert nicht. Die Industrie-Seite agiert hochgradig kriminell, und die Möchtegern-Umweltschützer-Seite argumentiert so hochgradig naturwissenschaftlich ahnungslos, dass man einmal kräftig draufhauen möchte (selbst wenn man mit den Idealen an sich durchaus übereinstimmt)… Da auch die Journalisten üblicherweise keine tiefergehende Ahnung von Geowissenschaften haben, ist das, was herauskommt, quasi zwangsläufig totaler Murks, der beim Lesen/Anschauen körperliche Schmerzen bereitet.

  1. Was haltet ihr von den “Bio”-Produkten in den Supermärkten? Lug und Trug - oder bringt es der Umwelt wirklich mehr?
    Im Supermarkt, weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Wenn das Bio-Programm angeboten wird, weil man ein Zeichen setzen will, ist das eigentlich in Ordnung, aber es ist halt nicht alles Bio, wo Bio drauf steht, ich achte immer darauf, dass die Produkte von anerkannten Produzenten kommt wie Demeter oder Bioland( das gleiche wie Demeter, nur ohne Mond-Hokuspokus^^))), das bekomme ich aber besser bei uns im Bioladen

  2. Achtet ihr beim Einkaufen auf bestimmte Faktoren, um die Umwelt zu schonen? (Tier, Mensch, Ressourcen, Klima, etc.)
    Unser Auto haben wir nach Co2-Ausstoß gekauft, ich kaufe generell viel im Bioladen und achte darauf, dass ich Produkte kaufe, die möglichst aus der Nähe kommen, wir haben auch zwei Lieblings-Bauernhöfe, die schöne Hofläden haben.
    Wir leben auch überwiegend vegetarisch, manche von uns (8 Personen-Haushalt!) sogar vegan, essen aber mit, wenn wir wo eingeladen sind…
    Wenn ich niccht so übergewichtig wäre, würde ich mir auch Klamotten von Hess-Natur kaufen, weil die wirklich fair umgehen mit den Rohstoff-Erzeugern, dazu schreiben, aus welchem Land z.B. die Baumwolle kommt, aber das ist mir leider alles zu eng. Das Zeug ist teuer, aber nicht soo modeabhängig und von der Qualität sehr haltbar und langlebig (wichtig bei Baumwolle, weil die Erzeugung so irre viel Wasser verbraucht)

  3. Wie geht euer Umfeld mit diesem Thema um?
    Umfeld ist jetzt ein weiter Begriff, unsere Kinder haben einiges übernommen, anderes geht, weil sie halt alle noch studieren bis auf einen, nicht, weil es zu teuer ist, aber sie haben ein Bewusstsein dafür entwickelt… hoffe ich xD

  4. Gibt es Medien, die euch die Augen geöffnet haben oder - ganz im Gegenteil - davon überzeugt haben, dass ihr richtig lebt, so wie ihr lebt? (Artikel, Dokumentation, Werbungen, etc. - gern mit Links)
    Die Bibel und das Greenpeace-Magazin

  1. Was haltet ihr von den “Bio”-Produkten in den Supermärkten? Lug und Trug - oder bringt es der Umwelt wirklich mehr?

Bio ist auf jeden Fall ein toller Ansatz und da ist es mir erstmal egal, von wo es kommt. Allerdings sehe ich es wie Eller, Bio ist ja schön und gut, aber wenn ich im Winter Bio-Bananen aus Gottweißwo im Laden liegen sehe, werde ich auch stutzig.
Dennoch, auch von einigen Ausnahmen abgesehen denke ich schon, dass man der Kennzeichnung vertrauen kann. Man darf sich nur keine Illusionen von glücklichen Hühnern auf der Blumenwiese und den Tomatenfeldern vor der eigenen Stadt machen. Bio hat zwar bessere Standards als konventionelle Produktion, aber dennoch ist es weit davon entfernt, artgerecht zu sein. Und gerade bei Tieren sind die Bio-Beschränkungen eigentlich immer noch bedenklich.

  1. Achtet ihr beim Einkaufen auf bestimmte Faktoren, um die Umwelt zu schonen? (Tier, Mensch, Ressourcen, Klima, etc.)

Ich würde gerne mehr auf dem Bauernhof einkaufen, leider habe ich das Problem, dass ich kein Auto habe und mitten in der Stadt wohne. Es ist für mich keine Alternative, diese langen Wege auf mich zu nehmen.
Sonst mache ich es wie ihr: ich bemühe mich schon um Bio, zumindest bei Eiern, Milchprodukten oder manchmal auch Gemüse und Obst. Und ich versuche auch, die Sachen dann zu essen, wenn sie Saison haben. Ich brauche im Januar keine Erdbeeren aus Thailand, ich warte bis Mai oder Juni und kaufe die, die bei uns in der Stadt verkauft werden.
Bio-Fleisch würde mich auch interessieren, allerdings ist es mir einfach zu teuer. An der Stelle muss ich zugeben, dass ich geizig bin. Allerdings kaufe ich seit längerem kein Discounter-Fleisch mehr, sondern gehe nur noch zum Metzger bzw. der Fleischtheke meines Vertrauens in einem etwas hochpreisigeren Supermarkt.
Ich habe nach diversen Berichten und Artikeln mal versucht, meinen Plastikverbrauch einzuschränken. Allerdings ist auch das echt nicht einfach. Ich habe hier ein paar Läden, die zum Beispiel noch Gemüse lose verkaufen, aber selbst im Biomarkt sind die Sachen oft dreimal in Plastik verschweißt… Dazu kommt, dass man hier beispielsweise nirgendwo Milch in Flaschen kaufen kann… Naja, immerhin kaufe ich Joghurt nur noch in Pfandgläsern…
Und wie ihr nehme ich doch fast immer meine Stofftüten mit und habe wie gesagt weder ein Auto noch einen Führerschein. Nicht rein wegen der Umwelt, aber ich habe einfach nie eins gebraucht und habe für mich entschieden, dass dann auch kein Führerschein sein muss. Nur weil alle einen haben.

  1. Wie geht euer Umfeld mit diesem Thema um?

In meiner Familie kümmert sich eigentlich niemand um das Thema.

  1. Gibt es Medien, die euch die Augen geöffnet haben oder - ganz im Gegenteil - davon überzeugt haben, dass ihr richtig lebt, so wie ihr lebt? (Artikel, Dokumentation, Werbungen, etc. - gern mit Links)

Es gibt ja immer wieder irgendwo Meldungen, Berichte oder Bücher dazu, ich suche nicht gezielt danach.
Ich muss dazu erwähnen, dass ich als Bibliothekarin bei meiner Arbeit die Bereiche Ernährung, Kochen und Naturwissenschaften und damit auch Umweltschutz betreue.

Generell ist es einerseits gut, dass es diese Bewegung gibt. Allerdings sollten die Beschränkungen teilweise stärker sein und man sollte solche Sachen wie Bio-Bananen aus Mexiko zumindest mal überdenken.
Leider ist es aber auch so, dass Bio durch den Trend einfach ein Geschäft ist und jeder dran mitverdienen will. Da stecken sicher keine Wohltäter hinter, die wirklich das Beste für den Planeten wollen.
Ich denke auch, dass wir unseren Konsum eher generell überdenken sollten. Bio schön und gut, aber es muss einem klar sein, dass man bei richtig konsequenter Bio-Ernährung auf einiges verzichten müsste. Und dazu ist kaum jemand bereit. Wir sind auch einfach verwöhnt. Das trifft auch auf mich zu, das geb ich offen zu.

Vegetarische oder vegane Ernährung finde ich ebenfalls bedenklich. Von den möglichen Mangelerscheinungen abgesehen finde ich, dass die sich teilweise auch was vormachen. 1. sind auch die verwendeten Produkte nicht frei von Skandalen (Soja) und 2. ist mir aufgefallen, dass speziell Veganer sich gerne auf hochverarbeitete Ersatzprodukte verlassen. Und an der Stelle halte ich ein Ei für natürlicher als irgendeinen zusammengerührten und getrockneten Ei-Ersatz.

Warum? Bananen wachsen in Äquatornähe und reifen wie Kaffee, Kakao und Citrusfrüchte das ganze Jahr, von daher seh ich nicht das Problem.

Mir geht es da vor allem um den Transport und die Energie und Rohstoffe, die dabei verbraucht wird, ob nun Schiff oder Flugzeug.
Davon abgesehen hast du natürlich recht. :)

Dann solltest Du aber, nach Deiner Theorie, gar keine Bananen essen, denn ursprünglich stammen die ja eh nicht von hier und werden eingeflogen - ebenso wie Kaffee und Kakao ist das auch Reiner Luxus.

Ich finds aber klasse, dass es hier doch einige gibt, die sich mit dem Thema mehr auseinandersetzen auf Eller und doublebass zeig =) Bei mir in der Familie schert sich da keine Sau drum - leider wahr. Selbst meinem Mann ist das meiste schnuppe (er hält Bio auch für Betrug), aber immerhin erspart er mir, dass ich für ihn irgendwelche Fleischprodukte zubereiten muss ;) In meinem Freundeskreis wird, wenn überhaupt, der “Öko-Tripp” auch nur fadenscheinig ausgeführt. Da werden einerseits auf dem Markt die teuren Produkte gekauft, weil ja besser und aus der Region (ach ja? Weiß man das immer so sicher?) andererseits fährt man mit dem Auto hin, wo es nur geht ^^"

Streng genommen hast du recht mit den Bananen. :)

Mir ging es aber vor allem drum, dass ein um die halbe Welt geflogenes Obst meiner Meinung nach kein Bio-Produkt sein kann. Und es nicht “bio” ist, rund ums Jahr die volle Produktpalette zu erwarten und zu kaufen (die Bananen sind ja nur ein Beispiel, das gilt auch für Tomaten, Erdbeeren oder sonstwas).

Leider stammen sogar auf dem Markt oder dem Hofladen einige Produkte ganz normal vom Großhandel. Also leider ist es tatsächlich so, dass man auch da getäuscht wird. :/

Exotisches Obst kann nicht “bio” sein, punktum. XD Das gilt aber natürlich nicht nur für Lebensmittel, sondern für jede beliebige Ware, also auch für Kleidung und ganz alltägliche Gebrauchsgegenstände. Leider produzieren auch viele “deutsche” Firmen konsequent im Ausland, was sowohl für die Arbeiter (die gnadenlos ausgebeutet werden - was verdient denn eine Näherin in Bangladesh?) als auch für die Umwelt eine echte Katastrophe ist. Viele Sachen bekommt man gar nicht mehr aus deutscher Produktion, selbst wenn man bereit ist, dafür mehr Geld auszugeben.

Die Frage ist natürlich, wie weit man aus Rücksicht auf die Umwelt geht. Gerade bei Nahrungsmitteln ist das ja ein echter Kompromiss: das, was man hier im Winter an regionalen Produkten bekommt, würde leider ziemlich sicher zu Mangelernährung führen. Früher HABEN sich die Menschen hier ja im Winter von Kohl und Steckrüben ernährt. Nur… gesund war das sicherlich nicht. ;) Die Leute wurden ja auch nicht so alt wie heute. Ich bin mir daher nicht sicher, ob importiertes Obst in allen Fällen nur “Luxus” ist.

Ich denke also durchaus, dass es vertretbar ist, sich im Winter das ein oder andere importierte Produkt zu kaufen. Bloß sollte man sich nicht einbilden, damit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das “Bio”-Etikett ist in dem Fall wirklich nur eine Methode, mehr Geld zu verdienen.

Du fasst es gut zusammen, Eller. :)

Nun denn, also heisst es zurücklehnen und warten, bis die netten Stände mit Spargel und Erdbeeren wieder in der Fußgängerzone stehen. =D

Sicher vom Grundsatz sehr richtig. Beruflich befasse ich mich eben auch mit dem Thema gesunde und umweltentlastende Ernährung und habe da auch das berühmte ‘früher’ mal so ein bisschen recherchiert. Der Umgang mit dem Essen war damals (auf dem Land bis in die Nachkriegszeit hinein, wie ich von meiner Großmutter erfahren durfte) an sich anders. Man wusste, dass den Winter über die Nahrung knapp war und hat das eingeplant. Als große Fastenzeit im Advent bis zur Weihnachtszeit, um die Vorräte zu schonen. Die bestanden übrigens nicht nur aus Steckrüben und Kohl, sondern auch aus Obst und anderem Gemüse (gedörrt, getrocknet, eingelegt, in Mieten kühl gelagert), verschiedenem Getreide und Nüssen. Die feinen Beeren und Berge von Eiern und Salatgemüse gab es sicher nur im Sommer, dafür wurden sie dann aber auch gewürdigt.
Und wenn dann Ende Februar die Vorräte tatsächlich zur Neige gingen kam die zweite große Fastenzeit bis Ostern.

Mit unserer globalen Rundumversorgung und den mittlerweile lachhaft milden Wintern ist das für uns heutzutage natürlich schwer nachzuvollziehen.
Deswegen fasse ich mir derzeit mit schöner Regelmäßigkeit an den Kopf wenn ich nach diesem lausigen kalten März schon seit zwei Wochen Spargelstände sehe. Ich hab da mal nachgefragt, wie das sein kann, dass der angebotene Spargel fast das eineinhalbfache des Vorjahrespreises kostet. Die Anwort war ernüchternd: Die Felder wurden zum Teil abgedeckt und geheizt. Damit pünktlich zum Großhandels-‘Saisonanfang’ der Spargel da ist.

Für mich ist die Antwort auf die Frage nach meinem Beitrag nach umweltbewusstem Verhalten also klar: Ich beobachte, ich vergleiche, ich frage nach und recherchiere, schau mir meine Lieferanten an (von dem Biohof, von dem ich mein Gemüse beziehe, konnt ich mir am Tag der offenen Tür ein gutes Bild machen), kaufe meine Ware regional, nach Saison und möglichst sinnvoll ein und boykottiere, wenn nötig (Schnittblumen aus Afrika, Gemüse aus Israel und Spanien, und dieses Jahr wahrscheinlich auch den Spargel…). Für mich ist es auch wichtig, nicht über Bedarf einzukaufen und meine Mahlzeiten einigermaßen zu planen - auch wenns nicht immer hinhaut.

Allerdings bin ich über eines in der Bio-Branche recht froh: Viele der Bezugsquellen bieten tatsächlich auch Gemüsesorten an, die der konventionelle Anbau nicht bieten kann. Das sind bestimmte Wuchsformen, Färbungen oder generell Gemüse von ‘früher’.

Ich bin überrascht, wie schnell dieser Thread Beiträge bekommen hat! :)

Dann möchte ich mich natürlich auch noch mal äußern:

Wie einige von euch schon sagten, so halte auch ich nicht allzu viel von offziellen Bio-Produkten. Bei Fleischwaren macht es vermutlich noch halbwegs Sinn, aber bei Obst und Gemüse…mh. Zumal ich es wirklich wider jeder Logik finde, dass ich im Supermarkt mehr Äpfel aus Hinterbukistan als aus Deutschland finde. Und wenn die dann noch als “Bio” angepriesen werden, fasse ich mir wirklich an den Kopf. Allerdings wusste ich echt noch nichts von diesen Kupferdüngern, die Eller erwähnt hat. Wieder was dazugelernt! Ö__Ö

Ich stehe jedes Mal in der “frischen” Abteilung und suche wie eine blöde nach den wenigen deutschen Erzeugnissen. Da bin ich wirklich konsequent und auch ziemlich dickköpfig. Ich versuche auch, möglichst saisonal einzukaufen, momentan beispielsweise hole ich mir gern die leckeren Pastinaken. Yumm. :) Für mich sind Pastinaken übrigens eine Neuentdeckung - oder eher: Wiederentdeckung. Denn diese Wurzeln waren eigentlich jahrhundertelang ein Grundnahrungsmittel in Deutschland, aber durch Möhren und Kartoffeln nahm ihre Bedeutung ziemlich ab. Darum werden sie leider auch kaum noch angeboten. Aber hauptsache, man kann Möhren aus Israel kaufen. U__U; Ich finde es schlimm, das in unserer Generation kaum noch einer wirklich weiß, wie er sich rein durch die deutschen Gewächse ernähren könnte. Dabei wusste die Generation unserer Großeltern noch so viel darüber. Irgendwie finde ich den Gedanken gruselig, dass dieses Wissen so rapide abnimmt. Zum anderen habe ich mir mal so eine “Was wäre wenn?”-Frage gestellt.

Was wäre, wenn auf einmal durch einen EMP (oder was auch immer) für eine lange Zeit das System zusammenbricht? Wüsste ich dann, woher ich Nahrung fernab von Supermärkten bekomme?

So fing ich an, mich ein bisschen mehr damit zu beschäftigen. Es ist für mich momentan einfach mehr eine Sache, die ich ganz schlicht aus Neugier mache. Ich finde es spannend, so ein paar alte Wissenschätze wiederzuentdecken. Und schaden kann es ja auch nicht, oder? ;) Aus diesem Grund finde ich auch ChibiInkWarriors Beitrag sehr interessant - das damals war noch eine ganz andere Realität. Ich finde es richtig toll, wie die Menschen damals das mit der Nahrung gehandhabt haben. Darum höre ich mir auch gern die Geschichten meiner Oma an - ihre Familie hatte ein eigenes Stück Feld und auch ein paar Schweine, durch die sie immer genügend leckeren Räucherschinken rumhängen hatten. Im Krieg gab es deswegen auch mal ein paar Probleme (weil die Besetzer wohl überprüft haben, was die Haushalte an Essen dahaben - und die Familie meiner Oma dann irgendwie zusehen musste, wie sie den duftenden Schinken verstecken sollten…xD)
Was ich sagen will: mit einem Blick in das “früher” kann man jede Menge über Nahrung lernen - und so nebenbei was für die Umwelt tun. Ich kenne inzwischen sogar Methoden, mit denen man für Menschen eigentlich ungenießbare Waldfrüchte so aufarbeiten kann, dass sie nicht mehr giftig sind und man damit zB. Brot usw. herstellen kann. Auch möchte ich mir irgendwann nochmal ein bisschen das Wissen über die Heilwirkungen von stinknormalen Wiesenpflanzen aneignen. Es ist wirklich kaum zu glauben, wie viele nützliche Dinge sich direkt vor unsere Haustür befinden! ^^

Was Kleidung angeht, muss ich sagen: ich hab selbst noch zu viel von diesen günstigen Klamotten im Schrank. Dieses Problem will ich aber auch noch angehen und darum auf ein paar gute (und eben auch teuere) Stücke sparen, die in Deutschland hergestellt wurden. Ich hoffe einfach mal, dass sie dafür auch ein bisschen langlebiger sind. :P Aber die Arbeitsbedingungen in den meisten Fabriken sind einfach menschenunwürdig und für mich darum nicht länger akzeptabel.

Was Erdölprodukte angeht, versuche ich zwar mein Bestes, aber es gibt echt fast nichts mehr ohne Plastik zu kaufen! Zum Einkaufen nehme ich immer meinen fetten Rucksack mit, da geht ordentlich was rein, ich brauche keine Tüten und beim Laufen wirds durch die Gewichtsverteilung auch nicht schwer. Außerdem kaufe ich als Snacks für zwischendurch öfter mal Sachen im Glas (Saure Gurken, etc.) - obwohl ich bei manchen “umplasteten” Produkten noch keine würdigen Ersatzsachen gefunden hab. Ich habe mir sogar mal ein bisschen Wascherde anstatt Shampoo gekauft - dass Zeug ist 100% natürlich, kann für Haare wie Körper zum “einshamponieren” genommen werden. Allerdings hab ich mich noch nicht dran gewöhnen können und da das Zeug ja auch wieder erst aufwendig importiert werden muss, ist es eh´ keine sinnvolle Lösung. Es gibt also noch viel, was man dazulernen kann. Aber ich denke mir, schon wenn man sich wirklich um ein rücksichtsvolleres Verhalten bemüht, ist das besser als die Folgen seines Handelns permanent auszublenden.

Medien, die mir die Augen geöffnet haben, sie oft Dokus gewesen, wie zB. “Plastic Planet”. Außerdem treiben mich meine eigenen Gedankengänge immer dazu an, solche banalen Sachen zu tun wie eben Pastinaken zu kaufen und zu gucken, wie sie wohl schmecken und zubereitet werden können. :)

Ich versuche auch drauf zu achten, da ich aber mit dem Auto zur Arbeit fahre, geht das nicht hundertprozentig

Ich kaufe kein Biogemüse. Ich finds genau wie eller hirnig wenn das eingeflogen wird, weils bei uns nicht genug Bio gibt…
Aber bei Eiern, etc. schon, das kommt ja auch den Tieren zu gute

Und ich versuche Plastik zu vermeiden. Habe immer mehrere Taschen im Auto. Plastiktüten die mein Freund anschleppt werden mehrfach genutzt, etc.
Aber es ist wirklich überall Plastik… Duschgel, Kekse, Käse

eller, hast du Tipps, dass zu vermeiden?

@Eller, Zitat:
Ich denke also durchaus, dass es vertretbar ist, sich im Winter das ein oder andere importierte Produkt zu kaufen. Bloß sollte man sich nicht einbilden, damit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das “Bio”-Etikett ist in dem Fall wirklich nur eine Methode, mehr Geld zu verdienen.

Da bin ich mir jetzt nicht so ganz sicher, es gibt auch in “Exotischen” Anbauländern das Bedürfnis umweltfreundlich zu produzieren, sprich: ohne Ausbeutung der Menschen und des Bodens und mit Blick auf Nachhaltigkeit…und das könnten wir als Verbraucher hier unterstützen, und dafür gibt es ja auch den Handel, die Produktpalette ist ja auch eine echte Bereicherung unseres Speisezettels.
Es wird immer eine Gratwanderung bleiben zwischen Unterstützung (Mehrbezahlung) sinnvoller Maßnahmen und dem Ausgenutzt werden durch windige Zwischenhändler…

Und wenn die Produktion von Unterhosen billiger wird, wenn für die einzelnen Schritte (Weben, Zuschneiden, Zusammennähen) die Teile im Riesenzickzack quer über die Kontinente per Lastwagen gekarrt werden (incl. Diesel), als wenn man alles hier machen lässt, brauchen wir uns eigentlich über nichts mehr zu wundern…

ENDLICH! Oh Gosh, es ist echt anstregend, sich das alles am Händi durchzulesen xD

Ich möchte auch gerne etwas zu den genannten Punkten sagen, das Thema Umweltschutz interessiert mich nämlich sehr. Voran stellen will ich die Frage, welche Medien mich auf die Problematik aufmerksam gemacht haben und, ihr werdet lachen, es war unter anderem und vor allem der Film “Happy Feet”. Später auch die BBC Dokumentation “Blue Planet”.

An dieser Stelle in kleiner Exkurs, ihr könnt diese Passage gern überspringen.
Ich liebe Dokumentationen und habe früh einen guten Blick entwickelt, welche sich sinnvoll mit einem Thema auseinander setzen, und welche eigentlich nur reißerisch gegen die Industrie wettern. Dokumentationen, in denen es explizit um Klima- oder Umweltschutz geht, mag ich nicht besonders. Ein paar habe ich gesehen, einfach um eine Grundlage zu haben, an Hand derer ich mich informieren und orientieren kann, ansonsten mag ich aber lieber solche, die sich mit einem bestimmten Tier oder einem bestimmten Lebensraum beschäftigen und das Thema nur am Rande streifen. Bei der Serie “Blue Planet” handelt die letzte Folge von der Überfischung der Meere. “Happy Feet”, ein dokumentarischer Kinderfilm, der teilweise aus echten Bildern besteht, orientiert sich an der Dokumentation “Die Reise der Pinguine”, die erste Tier-Doku, die als Spielfilm im Kino vermarktet werden konnte. In dem Film, “Happy Feet”, geht es um die Hungersnot der Kaiserpinguine, die von der Überfischung der Meere ausgeht. In “Blue Planet”, wird unter anderem gezeigt, wie sich die Klimaveränderung auf den Golfstrom auswirkt. Alle erwarten, dass es wärmer und wärmer wird, ich dagegen verspreche euch eine neue Eiszeit in Europa. Den Golfstrom kann man sich als eine Art Schlauch im Atlantik vorstellen, der deutlich wärmeres Wasser in deutlich höherer Geschwindigkeit als seine Umgebung bewegt. Er wärmt sich in bestimmten Gegenden auf und kühlt in anderen ab. Er sorgt maßgeblich für das gemäßigte Klima in Mitteleuropa. Wenn es nun stetig wärmer wird, dann reicht der Temperaturunterschied zwischen dem Wasser innerhalb gegenüber dem außerhalb des Stroms nicht mehr aus, um diesen ‘Schlauch’ geschlossen und in seiner Geschwindigkeit zu halten. Er würde also versiegen und kein warmes Wasser mehr an die Küsten Europas bringen. Dann würde der Klimawandel innerhalb weniger Jahrzehnte sich in Europa, vor allem nördlich der Alpen sich rapide in das Gegenteil umschlagen und wir hätten eine neue Eiszeit.
Exkurs zu Ende, ich hoffe, ich habe das ganze einigermaßen richtig und verständlich ausgedrückt.

Man kann meiner Meinung nach Klima- und Umweltschutz nicht von einander trennen. Unser Planet ist ein einzigartiges Phänomen in dem alles von allem abhängt. Schon die kleinste Veränderung kann eine Katastrophe durch eine wahnsinnige Kettenreaktion auslösen. Umweltschutz durch Nahrung und unmittelbares Leben ist ein Tropfen auf den heißen Stein - aber es ist ein wahnsinnig WICHTIGER Tropfen!

Ich persönlich halte … hm … wenig nicht aber … nur geringfügig mehr als wenig von Bio. Die Idee ist toll, aber wie immer scheitert es an der Umsetzung. Der Mensch ist ein egoistisches Tier, wozu sich Mühe machen und ehrlich sein, wenn man genauso gut Lügen und für Faulheit Geld verdienen kann? Die Bio-Richtlinien halte ich im Viehbetrieb für einen netten Ansatz - aber auch 6 Hühner pro Quadratmeter ist einfach zu viel. Hühner sind keine Herdentiere die gerne Kuscheln. Da muss ich sagen, stehe ich voll hinter Bioland, die für jedes Tier zusätzliche Fläche bereitstellen und Aggressoren und panische Tiere sofort ausgliedern. Wenn ich gezwungen bin, im Supermarkt Eier zu kaufen, dann kaufe ich sie von Bioland, oder eben Bio-Eier. “Freilaufende Hühner” bedeutet nämlich 12 Tiere pro Quadratmeter Innenraum-Stallfläche - und das ist einfach bitter. Vor allem, weil den Tieren der natürliche Zyklus zerstört wird, indem ihnen mit künstlichem Licht und UV-Bestrahlung das ganze Jahr Hochsommer vorgegaukelt wird, damit sie mehr legen. “Bodenhaltung” kommt für mich auf keinen Fall in Frage, da die Tiere oft in mehreren Stockwerken á 80 cm Höhe auf dem ‘Boden’ gehalten werden. Hühner können vllt keine großen Strecken fliegen, aber über einen niedrigen Zaun können sie locker und ein bisschen Flattern muss einfach drin sein.
Ich wurde mal gefragt, ob mein Kuchen Vegan sei, ich hab etwas verstört reagiert und meinte “Vegan? Mein Kuchen ist nammal Vegetarisch!” - das ist nämlich die vielleicht etwas dunklere Seite der Medaille - wenn man Tiere so behandelt, wie sie es verdienen, dann hat man nun mal gelegentlich Embryonen im Teig xD

Soviel zu den Legehennen, wie steht es mit Rindfleisch? Ich persönlich bin der Meinung, dass wir für Essen sowieso viel zu WENIG Geld ausgeben. Essen, Erziehung, Altersvorsorge, Gesundheit - meiner Meinung nach sind das die aller höchsten Güter, die wir schützen sollten, sie sollten Wert haben. Aber sie haben keinen Wert. Das finde ich sehr schade. Wir würden viel viel mehr auf das achten, was wir kaufen, und vor allem, was wir wegwerfen, wenn das Zeug wertvoller wäre. Wenn es weh tun würde. Die Menschen essen viel zu viel und viel zu ungesund, einfach weil der ganze Dreck da ist. Fertigpizza, Fertigsuppen, Fertigalles. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Nachdem ich gerade vom Einkaufen kam ( … vor ner Stunde), kann ich direkt berichten, wie ich mit BIO umgehe. Ich muss sagen … es is mir irgendwie wurscht. Ich achte bei meinem Gemüse darauf, dass es aus Deutschland kommt, viel wird bei meinem regionalen Supermarkt sowieso direkt aus der Region bezogen, das unterstütze ich sehr. Allerdings habe ich da früher selbst gearbeitet und kann allen nur den heißen Tipp geben, das Zeug wirklich gut sauber zu machen. Leider ist natürlich wieder alles in Plastik, und wenn man kein abgepacktes Zeug kauft, dann muss man es in Tütchen tun zum wiegen. Sehr nervig. Allerdings weiß ich, dass in München und Bayern die Müllpolitik sehr nachhaltig verfolgt wird. Wir trennen (zu meinem zweiwöchentlichen Leidwesen) sehr sorgfältig und fahren alles in den Wertstoffhof.

Bei Obst halte ich es ähnlich wie die meisten hier, ich versuche auf die Saison zu achten. Ich finde vor allem, wenn man auch im tiefsten Winter Erdbeeren kaufen kann … naja, dann sind sie doch irgendwie nix mehr wert oder? In meinem Garten beobachte ich wie die Johannisbeeren kommen, die Stachelbeeren, der Holunder blüht, mein Mirabellenbaum sich unter der goldenen Last neigt und ich verarbeite jedes Jahr Zentnerweise Äpfel zu Kompott und Apfelkuchen. Am liebsten würd ich noch viel mehr anbauen, aber meine giftigen Pflanzen brauchen so viel Platz :D

Die wichtigste Aufgabe, die wir haben ist nicht mal, gesund einzukaufen, sondern der nächsten Generation das schon mit in die Windeln zu geben. Es ist unglaublich schwer, Erwachsene zu bewusstem Denken umzuerziehen, aber wenn man seinen Kindern von Kleinstkinderalter beibringt, wie der Hase läuft, dann haben wir glaube ich doch eine gewisse Chance zum Erfolg.
Leider habe ich total den Faden verloren, weil ich den Text um kurz nach 9 angefangen habe … morgens.

  1. Ich mag den Bio-Laden bei mir in der Gegend ^^ Er sieht niedlich aus und hat immer tolle Veggie-Produkte.
    Beim Gemüse und Obst mag ich Bio, weil ich den Dünger meist I-Wie Schmeck. (ausser mir tut keiner das… -.-)
    Aber beim Fleisch ist es doch eh egal ob Bio oder nicht, denn glaubt ihr ein BIO-huhn wäre glücklicher darüber Tot zu sein als eines aus käfighaltung? O.o
  2. Hahaha. Sieha 1. Und ich bevorzuge Inland oder wenigstens EU. ((Oh und kauft die “Gute schokolade” (<- voll die Werbung. Aber sie Schmeckt.)))
  3. Gar nicht.
  4. Seht euch einfach ein Video aus einem Schlachthaus an. ^^
  1. Was haltet ihr von den “Bio”-Produkten in den Supermärkten? Lug und Trug - oder bringt es der Umwelt wirklich mehr?
    Ich halte davon nicht mehr als von nicht-Bio-Produkten. Weil mal ehrlich: überall fällt der gleiche saure Regen drauf.
    Gesünder sind sie demnach nicht unbedingt, auch wenn das gern propagiert wird. Und wenn meine Bio-Tomate aus Spanien oder sonst woher verschippert wird, dann frag ich mich, ob die wirklich so viel umweltschonender und “bio” ist wie die Nicht-Bio-Tomate vom Bauernmarkt im Ort…
    Auch was Kleidung betrifft. C&A wirbt mit “Bio-Cotton”, also biologisch einwandfrei hergestellter und verarbeiteter Bauwolle. Ich bin mir nicht sicher, was da genau dahinter steckt. Es klingt gut, die Kleidung fühlt sich auch gut an, aber am Ende sind es dann doch die Näherinnen in Bangladesh, die für einen Hungerlohn arbeiten? Wobe ich mich da auch noch nicht informiert habe.

  2. Achtet ihr beim Einkaufen auf bestimmte Faktoren, um die Umwelt zu schonen? (Tier, Mensch, Ressourcen, Klima, etc.)
    Ich habe mir vorgenommen weniger Fleisch zu essen, ich habe Haushaltsgeräte mit einer hohen Energieeffizienzklasse zugelegt, weil ich mir einbilde, dass es was bringt, wenn wir alle weniger Energie verbrauchen.
    Wenn ich einkaufen gehe , nehme ich in der Regel Tragekörbe und Taschen von daheim mit. Ist nicht nur Umweltschonender, schont auch den Geldbeutel. Ich würde auch gern mehr zum Einkaufen gehen statt zu fahren, leider wohne ich in einem reinen Wohngebiet und der nächste Laden ist etwas weiter weg und ich hab ehrlich keine Lust meinen ganzen Einkauf ewig in der Gegend rum zu schleppen. Aber wenn ich nur Kleinigkeiten benötige, kaufe ich diese auf dem Heimweg ein und transportiere sie dann per S-Bahn heim.

  3. Wie geht euer Umfeld mit diesem Thema um?
    Ich glaub, vielen ist es relativ egal.

  4. Gibt es Medien, die euch die Augen geöffnet haben oder - ganz im Gegenteil - davon überzeugt haben, dass ihr richtig lebt, so wie ihr lebt? (Artikel, Dokumentation, Werbungen, etc. - gern mit Links)
    Ich kann mich leider an nichts erinnern, das mich an Medien in meiner Haltung stark geprägt hätte. Es ist einfach eine Mischung aus dem, was man eben so mitbekommt, wenn man mal in die Nachrichten usw. reinsieht. Es ist einfach eine Tatsache, dass z.B. die Kuhherden dieser Welt wesentlich mehr Umwelt belastende Gase erzeugen als die herumfahrenden PKW, dass man mit der Menge an Viehfutterproduktion sehr viel mehr Menschen satt bekommen könnte, als es die Schlachttiere später tun. Ich steh dazu Fleisch zu essen, Fleisch ist lecker, ich will drauf nicht komplett verzichten, aber ich glaube es tut niemandem weh, einfach mal wenigstens einen Tag in der Woche kein Fleisch zu verzehren.

Zu Bio sage ich immer “Das ist mir nicht bio genug”.
Die Pflanzen werden trotzdem gespritzt, aber eben nur 6 mal statt 12 mal. Es werden vielleicht andere Spritzmittel verwendet, die dann aber trotzdem so schlimm wie die anderen sind. Viecher haben vielleicht eine Idee mehr Platz, aber diese Idee ist den Viechern zu abstrakt, sodass sie den Platz gar nicht nutzen können. Wenn du den ganzen Tag eingesperrt bist, dann ists dir auch egal, ob du nun 2 oder 3 qm hast. Die anderen gehen dir trotzdem auf den Geist und alles stinkt nach Kacke.
Es gibt Biosachen, die ich kaufe, aber das sind dann Sachen, die es konventionell nicht gibt. Orangen mit essbarer Schale, Johannisbeermarmelade mit 70% Fruchtanteil, Nussmuse, … Man findet mich ziemlich oft im Reformhaus und der Alnaturaecke im DM. Meistens gibts das bei Famila dann alles nicht oder zu teuer oder minderwertiger.

  1. Worauf ich achte:
    Ich selektiere nach Geschmack. Wenn ein Klimakiller beschissen schmeckt, esse ich ihn nicht mehr, schließlich habe ich das nicht nötig. Deswegen esse ich derzeit vegan. Sowas wie Bananen kaufe ich eher selten und wenn dann diese 1 kg Pakete, die wegen brauner Punkte zum geringen preis raus gehen. Containern wäre eigentlich noch besser, aber das trau ich mich nicht alleine.
    Dann schau ich mir an, obs das auch ohne Plastik gibt. Plastiktüten lehne ich grundsätzlich ab (beim klamottenkauf und so) und lasse mir das Zeug auch wieder auspacken, wenns zu schnell in der Tüte landete. Ich hab meine Baumwolltasche dabei, die man um die schulter hängen kann und die man nicht anschwitzt, das ist viel angenehmer.
    Ich habe meinen Drogeriemüllberg schon erheblich reduziert und bin gerade dabei, ihn nochmal um 50% zu schrumpfen. Was ich bis jetzt alles nicht (mehr) habe: Gewichtswasserflaschen, Shampooflaschen, Rasiergel/schaumflaschen, Handflüssigseifegebinde, feuchte Tücher, Makeup entfernerflaschen, Haarcolorationsbuddeln (nur noch eine Plastikpackung für ca. 10 Hennaanwendungen), Badetütchen…
    Meine Liste der Sachen, die man noch gegen sinnvollere Löseungen tauschen kann, ist trotzdem noch lange nicht leer.
    Außerdem nutze ich keine Zewa zum putzen, sondern waschbare Putzlappen. Besonders viele Putzmittel habe ich nicht. Die meisten sind kathegorie “hat irgendwer angeschleppt, brauch ich auf und kaufs nicht wieder”. Ich brauch eigentlich nur Badreiniger, Toilettenreiniger, Spüli und Zauberpaste für die schlimmen fälle.
    Ich bin unmodisch und kauf nicht viele Klamotten. Meistens seh ichs auch gar nicht ein, neues zu kaufen. Das muss letztendlich doch alles in den Schrank passen.

  2. Mein Umfeld geht verschieden damit um. In meiner Altersklasse gibt es viele, die sich auch nach sowas richten und ihre eigenen Strategien damit entwickeln. Es gibt aber auch welche, die das dumm und sinnlos finden. Bis hin zu fast gewaltvollem Unverständnis. Und natürlich die Neutralen, die vergisst man dabei immer. Die “Ich mach mein ding und du machst deines, yooo!”

  3. Medien
    So einiges. Aber letztendlich ist das alles eine diffuse Mischung, schließlich bin ich ja auch selbst ein mündiger Bürger und übe eine Naturwissenschaft aus, die ohne Erdöl sehr problematisch wäre. Natürlich überlegt man sich was wäre, wenn das Edöl aufhört. Was wäre, wenn das CO2, das wir rauspumpen, zu viel wird. Was Nitrobenzol im Fluss anrichtet. Und da stehen am Ende Zahlen und keine politischen Sachen. Da ist die Kuh einfach der größere Klimasünder als das Auto, egal wie das Volk rumkrakehlt, wenn man ihm das sagt.