Hallo ihr Lieben,
ich traue mich jetzt mal, hier einen Thread zu öffnen, weil ich einfach andere kreative Menschen brauche, die eventuell Ähnliches durchgemacht haben und vielleicht einen Tipp für mich haben, oder mir vielleicht einfach nur ein bisschen Mut machen können.
Es tut mir auch leid, wenn das viel wird (das weiß ich aktuell noch nicht), ich hab auch noch gar nicht so wirklich eine Idee, was ich wie formulieren und erzählen möchte, was ich weiß ist, dass ich einfach etwas Austausch brauche und mir was von der Seele schreiben muss.
Ich habe das Zeichnen eigentlich immer gerne gemacht. Nach einer langjährigen Pause hatte ich 2016 wieder angefangen und neuen Mut und neue Freude daran gefunden. Ich bin in meinem kreativen Verhalten auch emotional irgendwie unabhängiger gewesen. Ich hatte das als Fortschritt gesehen.
Heute, habe ich das Gefühl, ist nicht mehr viel davon übrig und ich spiele mehr und mehr mit dem Gedanken, das Zeichnen einfach komplett aufzugeben, zu akzeptieren, dass es einfach nicht “mein” Hobby ist. Aber irgendwie kann ich das nicht. Ich liebe es mit Aquarell zu malen oder einfach nur ein bisschen rumzuscribblen.
Was ist dann das Problem? Der Druck. Der Druck, dass es immer etwas gutes werden muss, was man vorzeigen kann. Die Ideen. Ich finde absolut keine eigenen Ideen mehr. Außer abzeichnen geht kaum noch was mittlerweile. Mein Kopf ist so leer. Jeder Anflug von Idee wird gleich wieder abgetan mit “das kriegst du doch so eh nicht hin.”
Ich war schon immer etwas unsicher, was meine eigenen Zeichnungen anbelangt, das geb ich zu. Als aber dann vor etwa über einem Jahr auf Animexx mehrere Leute meinen Zeichenstil öffentlich unter meinem Blog dermaßen zusammengefaltet haben (“Mordreds Bilder sind nicht gut” O-Ton), richtig zerpflückt und zerfleischt haben (es hieß zwar, man wolle mir nur aufzeigen, wo ich mich “verbessern” kann, aber ich empfand das damals schon als sehr boshaft und verletzend um ehrlich zu sein, vor allem weil das Zeichnen bei mir auch ein unglaublich sensibles Thema ist), habe ich jede Kraft verloren, weiter zu machen. Ich bin leider kein Mensch, der sich völlig frei von der Meinung von anderen machen kann. Aber es ist auch für mich ein Unterschied, ob jemand sagt, er mag meine Bilder nicht, weil persönlicher Geschmack oder “Mordreds Bilder sind nicht gut und jeder der was anderes behauptet hat keinen Geschmack”. Es wurde sogar mehrfach betont, dass meine Bilder “einfach nicht gut” wären. Wie um mir eins reinzuwürgen, obwohl ich eh schon am Boden war.
Seitdem habe ich einfach keine Kraft mehr gefunden, wirklich weiter zu machen, regelmäßig zu zeichnen, jedesmal, wenn ich nur daran dachte, zu zeichnen, hallte der Satz in meinem Kopf “Mordreds Bilder sind nicht gut”, wie ein nicht enden wollendes Mantra.
Auch wenn ein bisschen Gras mittlerweile über die Sache gewachsen ist, kann ich es einfach nicht vergessen.
KAKAO mach ich ja auch schon lang nicht mehr, meine Karten waren in STAs nie besonders beliebt und auch privat hatte ich es nicht besonders leicht, Tauschpartner zu finden. Einen Dämpfer hatte mir auch ehrlich gesagt massiv gegeben, dass ich so viel Mühe in mein Inu Yasha Tarotkartenprojekt gesteckt hatte und keiner wollte mit mir Tauschen außer ein, zwei Freunde. Nach drei Jahren habe ich die Karten dann unter meinen Freunden einfach verschenkt, weil mich das so traurig gemacht hat und ich dann einfach resigniert habe.
Ich habe KAKAO ehrlich gesagt mittlerweile aufgegeben, um Enttäuschungen vorzubeugen. Ich bin aber wegen der ganzen Erinnerungen trotzdem noch hier angemeldet.
Das Zeichnen fehlt mir so sehr und hin- und wieder mache ich auch mal was, aber es passiert leider so oft, wenn ich einen Stift oder Pinsel in die Hand nehme, dass ich gar keine wirkliche Freude mehr daran empfinde, weil ich immer diesen negativen Gedanken dabei habe, das was ich mache, ist einfach nicht gut, ist nichts Besonderes. Ich war als Kind und auch später in meinem frühen Erwachsenenleben immer unsichtbar und habe mir immer gewünscht, wenigstens eine Sache besonders gut zu können. Ich hatte gehofft, das wäre das Zeichnen. Ich dachte, ich entwickele mich weiter, aber irgendwann hatte ich einen Punkt erreicht, wo nur noch Stillstand war. Auf meinem Instagram habe ich nichtmal 200 Follower, obwohl ich seit einigen Jahren den Account habe. Likes bekomme ich vielleicht im Schnitt 20 auf meine Bilder, egal wie sehr ich versuche, den Algorithmus auszutricksen.
Und die Kreativität. Früher sprudelte mein Kopf vor Ideen, ich habe echt viele Bilder gemalt, hauptsächlich Fanarts, aber auch KAKAO, weil ich echt Spaß an den STAs hatte.
Mittlerweile habe ich irgendwie keine Motivation mehr, keine Kraft mehr, wenn ich einen Stift in die Hand nehme und was malen will, fällt mir nichts ein und ich werde dann vor dem ganzen Druck, den ich mir mache, nur müde und leg mich dann ungelogen einfach ins Bett, anstatt was zu malen. Das klingt total blöd, das weiß ich auch.
Mittlerweile geht das schon soweit, dass ich mich richtig unglücklich fühle, wenn ich sehe, dass andere mit ihrer Kunst sogar Geld verdienen können. Ich hatte nie die Illusion, selbstständig zu sein mit meinen Bildern, das wollte ich auch nie, aber es wäre schon schön gewesen, sich ab und zu wenisgtens mit dem ein oder anderen Verkauf ein kleines Taschengeldchen dazu verdienen zu können (Zwei Bilder habe ich tatsächlich verkauft, eines davon aber an eine Freundin, die mich eigentlich nur finanziell unterstützen wollte), gerade weil ich wegen meiner Schwerbehinderung/Erkrankung keinen Vollzeitjob mehr machen kann. Ein Etsy Shop hat auch keinen Erfolg gebracht, ich habe nicht ein Bild über Etsy verkauft, die Konkurrenz ist einfach viel zu stark.
Ich habe auch für aufwändigere Bilder überhaupt keine Energie und keine Lust mehr. Dabei bin ich so stolz auf ein paar meiner früheren Bilder und wünsche mir nichts sehnlicher als diesen Kreativitätsstatus und die Farbgewalt wieder zu erreichen, aber mir fällt einfach so gut wie nie etwas ein. Und wenn mir was einfällt, denke ich wieder, ach das wird eh nicht gut und dann lasse ich es und dann drehe ich mich im Kreis in diesem desktruktiven Konstrukt und das macht mich wütend und hilflos, weil auch mein Therapeut scheinbar keine Strategie weiß, wie ich da rauskomme, weil ich ganz allein auf mich gestellt bin mit diesen Gedanken.
Ich wollte seit Jahren den Inktober mitmachen und habe mir jetzt gedacht, ich fange mit Skizzen an um dann wenigstens nicht unter so einen Druck zu geraten, mir jeden Tag etwas ausdenken zu müssen. Aber schon bei den Skizzen gerate ich momentan massiv unter Druck. Ich finde sie langweilig uninspiriert, zu “abgezeichnet” und “es wird eh keiner die Bilder gut finden oder beachten” und gerade der letzte Gedanke stört mich sehr, weil ich den Inktober tatsächlich machen möchte, um mir selbst zu beweisen, dass ich auch mal etwas schaffen und durchziehen kann und nicht immer wieder aufgebe und hinschmeiße.
Aber ich fühle mich jetzt schon unter Druck für jeden Tag ein Bild zu malen und bin sauer, dass es mir nicht gelingt, das alles entspannter zu sehen, Freude dran zu haben, Freude an der Herausforderung.
Letztens habe ich sogar eine Zeichnerin auf Instagram entfolgt, die ich immer sehr geschätzt habe, weil ich es schlichtweg nicht ertragen konnte, zu sehen, wie sie mit ihren Bildern und Ideen Erfolg hat und wie wunderschön und detailliert und märchenhaft ihre Bilder immer waren. Konnte es nicht ertragen, dass andere etwas mit ihren Bildern erreichen und ich nichtmal ein Mindestmaß an Kreativität zustande bekomme, dass ich nicht mal etwas “rumschmieren” kann ohne Druck zu haben. Dieses Problem habe ich leider schon lange. Und es stürzt mich einfach nur in eine richtige heftige Krise, wie kann etwas, das mir so viel bedeutet mich nur so unglücklich machen und verzweifeln lassen? Sollten Dinge, die einem viel bedeuten, nicht eigentlich einem ein Gefühl von Erfüllung geben?
Ich weiß einfach nicht mehr, was ich NOCH tun soll, um mir selbst Gelassenheit und Freude zurück zu bringen. Ich bringe es aber nicht übers Herz, das Zeichnen loszulassen, weil es mich schon seit meiner Kindheit begleitet.
Danke fürs Lesen v.v

) Das klingt jetzt verdammt seltsam. Ich habe es unbewusst gemacht. Ich habe einfach Leute, die ein wenig was mit Zeichnen zu tun haben zu WhatsApp Gruppen eingeladen und aktiv mich mit ihnen unterhalten, über Welt, Materialien, Themen, und was weiß ich was…