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Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexe

Der sicherste Weg ins Unglücklichsein ist das Vergleichen

  • mit anderen
  • mit Kunstwerken, die man bereits erschaffen hat
  • mit Kunstwerken, die man noch erschaffen will

Bei welcher Aussage findest Du Dich wieder:

  1. Ich will die Beste sein!
  2. Ich will besser sein!
  3. Ich will gut sein!

Die Beste sein zu wollen (gilt auch für männliche Realcharaktere wie mich) dauert immer nur kurz; denn die Schlange vorm Siegertreppchen ist sehr sehr lang. frustration guaranteed!
Besser sein zu wollen bedeutet, wesentlich mehr Zeit darauf zu verwenden, andere Kunstwerke zu betrachten, als die eigenen in den Blick zu nehmen. Und: Bin ich besser, bist Du automatisch…
Gut sein zu wollen… Wie wär’s damit…?

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig nach Doc Psycho, ist es aber nur so weit, wie Ihr Eure Selbstzweifel als ein psychologisches (=pathologisches?) Phonemän betrachtet.

Wir alle hier sind Künstler. Aber was ist Kunst? Wie macht man sie?

Ich habe meine Antwort auf die Frage bei Michael Ende gefunden:

  • Die Ballade vom Seiltänzer Felix Fliegenbeil
  • Erzählung: “Unter einem schwarzen Himmel liegt ein unbewohnbares Land…”, dort die Passage vom Seiltänzer

Ich werd grad wieder von ihnen zerfressen, dabei messe ich mich nichtmal an anderen, sondern schaue nur auf meine Sachen- und ich bin unglücklich damit.
Die Messe hat durchaus damit zu tun, da ich nun nicht mehr in meinem dunklen Kämmerchen rumdödel, wo mich eh keiner sieht, sondern ich muss mich tatsächlich raustrauen und für das was ich mache geradestehen.
4 Tage werde ich tatsächlich mal nach dem bewertet, was ich mache und nicht so sehr danach, wer ich bin. Die Leute kennen mich ja nicht, sie sehen nur meine Sachen- und ich fange an, mich zu fragen, ob ich so für das was ich mache geradestehen kann und will, oder ob ich mir die ganze Zeit was vorgemacht habe und mich nich lieber irendwo verkriechen sollte bis alles vorbei ist.
Vielleicht spricht auch echt nur die Ermüdung der letzten durchgemachten Wochen und ein gewisser Likeschwund ( wobei ich da nicht so viel drauf geb, wie man manchmal denken mag) auf Facebook.
Aber temporär bin ich mehr unglücklich mit mir und meinen Werken als zufrieden und hinterfrage mich nurnoch.
Wenn die Messe rum ist, werd ich höchstens noch meinen Comic und vereinzelte Bilder machen, ich bin erstmal so satt und unglücklich mit meinem Kram,dass ich ne lange Pause brauch.

Ich habe hier ein Magazin herumfliegen das nennt sich Comickers Art und genau auf das was hier im Thread zu finden ist steht auf dort drinnen.
Es ist vollkommen okay mit seinen eigenen Werken die man eben gezeichnet hat unzufrieden zu sein, das ist bei allen guten Künstlern so. Zudem hilft es manchmal eigene Werke anzusehen die man z.b. vor einem Jahr gemacht hat um seine eigene Entwicklung zu sehen. Viele gute Zeichner haben jahrelange Übung hinter sich oder sind eben Genies (solls auch geben).
Und nur weil man selbst damit unzufrieden ist muss es noch lange nicht heißen das andere keinen Gefallen daran finden ;)

Zudem sollte man seine aktuellen grenzen kennen, fängst du ein Bild oder eine Skizze an und merkst zwischendurch das du damit nicht voran kommst, dann leg die einfach mal weg. Habe ich so gemacht neulich.

Ich habe aus Final Fantasy 8 ein Fanart von Shiva angefangen, ganzer Körper, ich weiß das ich nicht gut bin in Körperproportionen und habe alles ab Schulterabwärts versaut, also habe ich das dann auch erst mal weg gelegt und mache es weiter, wenn ich meine ich bin der Aufgabe gewachsen. In der Zeit mache ich einfach Portraits weiter und Skizziere Körper nur ohne daraus ein vollständiges Bild zu machen, dadurch mache ich das was ich kann einfach weiter und das was ich üben muss wird nebenbei gemacht. Resultat ist das ich dadurch immer was mache womit ich mehr oder weniger zufrieden bin und das übe worin ich schlecht bin.

http://www.kakao-karten.de/karten/182352 ist doch super, und beschreibt genau das was ich eben geschrieben habe. Nur weil es dir nicht gefällt muss es nicht heißen das andere es auch hässlich finden.

Mit einem hat Wolkenhand sowas von recht: Sich vergleichen ist absolut kontraproduktiv, außerdem ist es “nur” relativ.
Als ich nach dem Abi an die Musikhochschule kam, dachte ich, ich wäre eine tolle Cellistin, aber dann war ich da nur eine Anfängerin und für mich brach eine Welt zusammen, vor lauter Frust habe ich nicht mehr richtig geübt und bin an meinem Berufsziel vorbeigeschlittert. Heute weiß ich, dass die wirklich erfolgreichen nicht nur mehr oder weniger begabt für ihr eigenes Fach sind, sondern dass auch eine gehörige Portion Leidensbereitschaft (davon leitet sich vielleicht auch Leidenschaft ab…), Hingabe und eine besondere Portion Begabung zum Fleiß dazu gehört. Zufriedenheit ist oft Stillstand.
Habe ich früher andere Cellisten mit äußerstem Argwohn betrachtet und war am Boden zerstört, wenn sie besser waren als ich, kann ich mich heute einfach daran freuen, dass ich schöne Musik mit ihnen zusammen machen kann, bzw. mir anhören kann…
Wichtig ist auch zu wissen, dass man mit seinem Problem nicht allein ist, der Zuspruch auf diesen Thread zeigt ja, dass es da eine ganze Menge gibt…
Und für die eher Einsamen: Es gibt Menschen, die Energie gewinnen im Zusammensein mit anderen, und solche, die Energie gewinnen aus dem Alleinsein, und umgekehr Energie verbrauchen.
Ich selber gewinne Energie aus dem Alleinsein und muss mir da Inseln schaffen, manchmal geht das nicht, und dann geht es mir auch schlecht.
Es ist egal, zu welcher Gruppe man gehört, beide sind richtig, man muss nur wissen, wozu man gehört, damit man sein Energie-Konto nicht nur belastet, sondern auch mal wieder auffüllt…
So, genug für jetzt xD!

Ich will die Allerbeste sein!
hust

Ich muss sagen, dass ich momentan durch gewisse Umstände auf einer gewissen anderer Plattform ziemlich egogepusht bin. Allerdings ist das jetzt erst mal ein ziemliches Hoch nach einem derben Tief. Die letzten Wochen waren schwer für mich und ich hab ernsthaft überleg alles an den Nagel zu hängen.
Aber bleiben wir ernsthaft: Gut sein ist schon ein guter Ansatz. Freude dabei zu haben ein besserer! Find ich zumindest.

Hab grad meinen letzten Beitrag gelesen und er ist immernoch aktuell. Ich frag mich grad tatsächlich, ob ich das Ende der Fahnenstange erreicht hab. Ich bin immernoch unglücklich mit meinem eigenen Kram- und das einfach nur gemessen an mir und nicht an anderen.

@erinys
Das klingt ja ziemlich depressiv, dabei finde ich deine Karten sooo toll, allein die Idee mit den Origami-Tierchen ist schon so genial. Dazu kannst du einfach malen! Deine Kompositionen sind was ganz besonderes! Ich freu mich über jede Karte von dir!
Schläfst du genug, bekommst du genug Tageslicht, isst du genug (entschuldige, das sind so typische Gluckenfragen, die ich meinen Kindern auch immer stelle xD, worauf sie dann immer antworten: “Ach, Mama…!”, aber mittlerweile kommt es auch schon vor, dass meine Kinder mir diese Fragen stellen…^^)))
Manchmal sind es tatsächlich so dumme Kleinigkeiten, die einem den Blick trüben.
Hoffentlich kommst du bald raus aus deinem Tief! ich denk an dich!

@erinys
Nimm mal kurz an, du würdest öffentlich ausstellen. Und nimm mal an, von 100 Besuchern deiner Ausstellung (die noch keines deiner Werke gesehen haben) sagen 99 “nett” bis “blöd”, 1 sagt “Kunst!”

Was bist du für eine Sorte Künstler? Die, die mit den 99 SmallTalk macht?
Die, die sich mit dem 1 ehrlich austauscht?
Und bist du in der Lage, vor der Ausstellungseröffnung abzuschätzen, wer diese/r 1 ist?

Die Pause… simpel: Pack dein ganzes kakao-Geraffel in einen Karton, schick ihn an Freunde am anderen Ende der Republik mit der Auflage, dass sie ihn frühestens in 4 Wochen wieder an dich zurückschicken dürfen. Und meide die Bastelläden. Erlege dir selbst Strafen für den Fall, dass du unbewusst mit Kuli/Bleistift statt zu schreiben dann doch wieder zeichnest.

Selbstkritik gehört leider wirklich dazu, sonst würde man sich ja auch nicht als Künstler weiterentwickeln. Es ist aber schon sehr wichtig, dass man sich selber auch mal lobt. Sonst kritisiert man sich ja nur und dann macht man sich fertig.

Es gibt immer jemanden, der deinen Stil doof findet. Ich selbst bekomme auch immer von einen oder zwei Mitschülern gesagt,dass ich nicht zeichnen kann. Davon lasse ich mich aber nicht unterkriegen. Es ist mir egal was die sagen, die meinen Stil nicht mögen. Viel wichtiger sind die Meinungen von denen, die meinem Stil mögen. Meine Freunde sagen fast alle, mein Zeichenstil wäre toll und das motiviert mich. Du solltes dich auch nicht davon unterkriegen lassen.

Was das künstlerische angeht, hab ich mittlerweile weniger Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexe…, da mach ich das worauf ich Bock habe, wems nicht passt dem passt es halt nicht …egal ^^
Allerdings beim Rest von meinem Leben frage ich mich oft, ob es das echt wert ist…
Ich meine ich hab mir damals in der Schule den Arsch aufgerissen um dann hier vorm Abgrund zu stehen…?!
Bei uns gab es damals noch die Orientierungsstufe…da hat ich zum Schluss nur einen 3,1 er Durchschnitt, was bedeutete ich bin knapp an einer Realschulempfehlung vorbeigeschlittert…Ich hätte auf die Realschule gehen können, aber um mich zu schützen hat man mich auf die Hauptschule geschickt…Dort war ich allerdings unterfordert und konnte dann auf die Realschule wechseln…dort hab ich den erweiterten Realschulabschluss gemacht und hab mich dann auf dem Gymnasium versucht…allerdings fehlte mir dort gerade in den Naturwissenschaftlichen Fächern einfach mal zu viel Stoff…nun gut ich bin vorher runtergegangen…da ich das einfach nicht mehr konnte… ich habe mir eine Ausbildung gesucht…Bin auch fündig geworden -> gestaltungstechnischer Assistent (Grafikdesign) eine schulische Ausbildung die Geld kostet…hab nebenbei mein Fachabi gemacht und die Ausbildung erfolgreich mit geiler Note abgeschlossen… yay Leben kann los gehen…
Ja Pustekuchen war wohl nix…keiner will einen GTA einstellen…ich suche seit 2011…und nicht nur mir geht es so…

Nun gut um nicht auf dem Schlauch zu stehen arbeite ich im Supermarkt am Vorkassenbäcker …30 Stunden die Woche…Vollzeit ist es leider nicht…eine Vollzeitstelle kriegen ist wie ein sechser im Lotte heut zu Tage …Denoch ist es nahe dran…allerdings verdiehnt man zu wenig…ich gehe die meiste Zeit meines Lebens also arbeiten…es sammeln sich Überstunden an weil wir eigentlich zu wenig Leute sind …das die Sesselpupser aber nicht sehen…wenn ich abends die Spätschicht habe (die dann immer alleine ist) darf ich mich von motzenden Kunden überrennen und teilweise beleidigen lassen, da Kunde ja König ist…Von meinem Gehalt kann ich nicht leben, ich kann mir nicht einmal eine 1-Zimmerwohnung leisten…wohne also immer noch zu Hause…Nun klar kann man zum Amt gehen und einen Zuschuss beantragen…aber ich bin ehrlich ich möchte mit dem Amt so wenig wie möglich zu tun haben…und finde es traurig das man trotz Job der schon fast Vollzeit ist sein Leben nicht finanzieren kann, weil einfach mal die Fixkosten abartig gestiegen sind…zumal ich was anderes gelernt habe und dieser Job nur Notbehelf ist weil er mir so gar keinen Spaß macht, da man für die lieben Kunden oft halt nur ein Stück Dreck und kein Mensch mehr ist…und hier kommt der Punkt mit den Selbstzweifeln…ich bin nicht gut genug…ich sehe nicht gut genug aus…etc. und das zermürbt mich gerade extrem. Die die mich kennen merken das mittlwerweile sehr oft an meinen Stimmungsschwankungen >___> Sry für die Wall of Text …das musste jetzt mal raus >______>

@CupcakeCherry

Hast du schonmal versucht, dich für ein Grafikdesign-Studium zu bewerben? Bei uns waren/sind so viele GTA-Leute, die im Übrigen alle sagen, dass man damit keinen Job bekommt. (Was auch kein Geheimnis ist.) Dann könntest du ggf. auch BAföG beantragen und dich ganz auf das konzentrieren, was dich interessiert.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass du einfach dein Ding machst und deine Werke im Internet präsent sind. Natürlich gehört auch viel Klinkenputzen dazu, um Fuß zu fassen. Kein Mensch weiß, dass da irgendwo eine tolle Designerin in irgendeiner 1-Zimmer-Wohnung hockt und auf Aufträge wartet. Die GTA-Ausbildung würde ich einfach verschweigen, weil sie immer nach “Ich hab da mal nen Flyer gemacht” klingt. Solange du gute Arbeiten hast, kräht sowieso kein Hahn nach irgendwelchen Zertifikaten. Irgendwelche Noten sagen gar nichts aus. Und in PS und ID Pixel hin- und herzuschieben ist absolut keine Kunst.

Insofern würde ich mir an deiner Stelle keinen Kopf machen, sondern weiter vielleicht an privaten Design-Projekten arbeiten und damit noch einmal vorstellig werden bei einer Agentur. Die Ausbildungsprojekte kannst du in der Regel in die Tonne hauen.

Nun ist ein Halbes Jahr vergangen und ich habe meine Meinung über das was ich im Oktober geschrieben habe etwas geändert. Ich habe in diesem halben Jahr naja schlechte Erfahrungen gemacht. Es gab zwar auch gute aber mehr schlechte. Von falschen Freunden bist hin zu Mobbing. Ich weiß nicht wie viel in knapp 6 Monaten passieren kann, dass man einen Menschen so verletzten und kränken kann, dass dieser Mensch sich komplett verschließt und wirklich eingeschüchtert ist. Manche halten es für ein Scherz und finden es lustig sich in einer Gruppe über jemanden zu amüsieren. Ihn so beleidigen, dass dieser Mensch am liebsten nicht mehr leben will. Es gibt solche Fälle und ich glaube diese sind nicht mal so selten. Ich bin bzw. war auch ein “Opfer” von Mobbern. Auch wenn es für den einen ein Scherz ist, ist für den anderen purer Ernst und er nimmt es persönlich. Aber ehrlich warum mobbt man jemanden? Weil er anders ist? Weil er vllt nicht die neusten Klamotten trägt? Oder einfach nur aus Angst selbst einmal “Opfer” zu werden? Weil man diesen jemand nicht mag? Für mich sind das alles keine Gründe zu mobben. Man muss nicht immer die neusten Klamotten haben um nett zu sein. Ich denke viele beurteilen einem nach dem Aussehen. Aber was bringt das? Für mich zählen die inneren Werte, nicht wie man aussieht.

Ich habe auch ein Mädchen in meiner Klasse, die gehänselt wird. Ich finde sie nett und bin auch mit ihr befreundet. Fast alle mögen sie nicht und sie hat wenig Freunde. Aber warum? Okay sie ist vllt nicht die hübscheste und nicht überschlau aber das ist doch egal! Ich stelle mich auch manchmal ziemlich dumm an. Ich finde sie hat einen tollen Charakter und ist nicht so wie dieses möchtegern Freundinnen. Nur weil sie ein kleines Markel hat, ist sie doch kein Aussenseiter. Ich meine jeder eine Schwäche. Aber an dieser Schwäche muss man arbeiten.

Mein Motto ist: " Wenn jemand ein Problem mit mir hat, darf er es gern behalten. Es ist ja schließlich seins!" Ich mag diesen Spruch. Er steht auf einer Tasse, die ich irgendwo mal gekauft habe. Für mich heißt das soviel wie, es ist mir egal was du über mich denkst. Ich bin ich. Entweder du akzeptierst es oder du musst damit leben. Ich bin zwar nicht immer so stark wie ich es sein will aber ich versuche es. Manchmal scheitre ich. Aber manchmal bin ich erfolgreich. Und wenn ich scheitere weiß ich, ich habe Freunde die mir helfen.

Das ist meine Meinung. Jeder Mensch hat eine Eigene. Keiner sollte sich unterkriegen lassen und sich so behandeln lassen. Aber durch verstecken wird es nicht besser sondern nur noch schlimmer. Reden hilft!