Ich hab schon an meinen Eltern gesehen, dass das Leben nicht linear verläuft.
Auch nicht das Arbeitsleben.
Weder mein Vater noch meine Mutter arbeiten in dem Beruf den sie ursprünglich gelernt haben. Und beide sind irgendwie glücklich mit das was sie tun.
Ich hatte nie einen großen Umschwung aber oft genug Zweifel ob das der richtige Weg ist.
Dank Krankheit hab ich erst recht spät meine mittlere Reife gehabt und das auch nur durch Umwege. Vor einem Jahr hab ich meine schulische Ausbildung abgeschlossen und damit auch die Möglichkeit erreicht an einer Hochschule studieren zu dürfen. Nach vielem bewerben und genügend Absagen darf ich, wenn Platz ist, im Oktober anfangen in Vorlesungen zu sitzen.
Ich bin langsam. Hatte genügend Durststrecken und viel Zeit zum zweifeln. Und ich bin noch gar nicht richtig im Berufsleben angekommen.
Aber ich mache das was ich liebe.
Es kostet Kraft zu kämpfen, aber wenn es das ist, was man will ist es ein guter Preis.
Sehr schöner Thread. Ich denke meine ungewöhnliche Lebensgeschichte passt hier ebenfalls sehr gut rein.
Mit 16 habe ich eine Ausbildung zum Konditor gemacht, nachdem ich die technische Schule geschmissen habe. Mir war schon wärend der Ausbildung klar, dass ich diesen Beruf nicht für immer machen möchte.
Nach der Ausbildung bin ich in die Abendschule mein Abi nach holen. Hat beim ersten Anlauf wegen Freundin und Partys nicht geklappt. Beim zweiten Anlauf, ein Jahr später, lief es besser.
Ich bin in eine andere Stadt gezogen um zu studieren, habe nach 6 Monaten das Studium abgebrochen und bin zurück in meine Heimatstadt. Dort habe ich das gleiche Studium noch einmal begonnen (Biologie).
Nach dem 4 Semester hatte ich einige persönliche Probleme (Freundin hat schluss gemacht, wurde aus der Wohnung geschmissen etc.) und wollte mein Studium schmeißen. Damals war ich schon 25 Jahre alt und immer noch in Ausbildung. Habe dank meines Vaters mein Studium durch gezogen und niemals in dem Bereich gearbeitet.
Direkt nach dem Studium habe ich weiter als Kellner gearbeitet und habe mir einiges an Geld zusammen gespart.
Von diesem Geld bin ich nach Südamerika gegangen und wollte mal 1 Jahr nichts tun.
Ich bin dann über Bekannte von tradac in die Finanzwirtschaft gerutscht und habe begonnen einen großen Teil meines Ersparten zu investieren. Hatte ja schließlich genug. War dann aber doch eher schnell pleite und bin zurück nach D.
Dort habe ich eine Umschulung zum Web und Grafikdesign gemacht.
Und hier bin ich nun. Anfang 30, alle möglichen Ausbildungen und immer noch nichts auf die Reihe gebracht. Ich arbeite nun seit 2 Jahren als Freelancer und kann davon eig ganz gut leben. Nach Plan ist das aber alles nicht verlaufen…
Der Titel/Das Thema kommt mir bekannt vor…ich will daran gar nicht denken, aber ich lasse mal meinen Frust raus, vielleicht geht es mir dann besser.
Ich wollte schon so lange ich denken kann, Tierpflegerin werden. Dann habe ich die Ausbildung mit Freude, Fleiß und Motivation angefangen und fertig gemacht. Mitten drin habe ich eine Allergie gegen Tierhaare bekommen, sodass ich fast erstickt bin, wenn ich nicht rechtzeitig in der Klinik wäre. So musste ich meinen Traumberuf aufgeben und was ganz anderes anfangen. Ich bin immer noch traurig deswegen und werde es nicht einfach so vergessen.
Jetzt mache ich eine Umschulung zur Tischlerin, was ein fataler Fehler war.
An sich macht es auch Spaß, aber als Frau hat man weniger Chancen als ein 11 Jähriger Junge, einen Praktikumsplatz bei den normalen Betrieben zu bekommen. Und wie wirkt es sich auf die Arbeitssuche aus, wenn ich fertig bin?
Diskriminierung ist bei dem Beruf groß geschrieben. Da spreche ich aus Erfahrung…
