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Panelaufteilung in Comic und Manga

Ich will man einen Thread zu diesem Thema eröffnen, weil ich noch keine drüber gefunden hab.

Speziell ist meine Frage: Muss das denn alles immer so durcheinander sein?
Klar, mit Panels kann man einiges darstellen und das Lesetempo beeinflussen, aber kann man das nicht auch von den Zeichnungen abhängig machen? Manche Zeichnungen sehe ich mir länger an, andere überfliege ich mehr, ich würde es besser finden, wenn man das, was einige über die Panels ausdrücken mehr in die Zeichnungen einbauen würde.

Wie wichtig ist euch die Panelaufteilung wenn ihr einen Manga/Comic lest? Findet ihr gerade Panels langweilig?

Mich persönlich nervt das manchmal richtig, dass ich erst suchen muss, wo es weiter geht, ich habs lieber gerade und geordnet. Da kann ich mich viel besser auf die Geschichte konzentrieren. Bei vielen Mangas komm ich wegen der seltsamen Panelaufteilungen oft gar nicht richtig rein. Besonders Dinge, die über die Panelränder hinaus gezeichnet werden mag ich nicht so gerne. Und ich hab da auch lieber einen weißen Balken dazwischen, als dass ein Panel gleich neben einem anderen beginnt. Verzierungen außerhalb der Panels finde ich hingegen wieder schön, so lange sie sich nicht mit den Bilder mischen.
Mir ist aufgefallen, dass die Einteilung von Comics viel ordentlicher ist und ich diese auch viel besser lesen kann, während bei Mangas eher sehr schiefe Panels und teilweise auch keine Klaren Trennungen der einzelnen Bilder verwendet werden.

Für meinen eigenen Comic hab ich mir überlegt, dass alle Panels gleich aussehen sollten, gerade und gleich groß, auf jeder Seite 4 Stück. Ich möchte, dass man sich mehr auf die Zeichnungen und die Story konzentriert. Denkt ihr, dass man damit von den Verlagen abgelehnt wird?

Ich persönlich würde das jetzt erstmal Stil abhängig machen und nicht direkt sagen, dass “durcheinander” wirkende Panels direkt auf den Mangastil zu beziehen sind.
Es gibt durchaus auch viele Mangas, die sehr geordnet vorgehen. Gerade in den Shonen-Mangas sind die Panels sehr “geordnet” und die Bilder bleiben oft im Panel-Rahmen.
Bei Shojo-Mangas und Mischformen habe ich diese besonderen Panelanordnungen öfter gesehen.
Mich persönlich stört das ganz und gar nicht, ich würde das sehr gerne auch so können.
Ich empfinde diese Anordnungen als sehr praktisch wenn es um den Lesefluss des Lesers geht, da die Panels diesen lenken und, wie du schon angesprochen hast, das Lesetempo beeinflussen.
Das kann einen Manga durchaus sehr spannend gestalten, selbst wenn die Handlung an einigen Stellen an sich nicht so spannend ist oder führt eben dazu, dass die zwar wichtigen Stellen die den Leser in die Handlung einführen aber nicht so spannend sind schneller voran gehen als jetzt zum Beispiel romantische Szenen am Meer, die ja doch eher langsam gelesen werden sollten.

In der Comic-Szene habe ich eigentlich auch noch nie wirklich das Schema-X gesehen…da gibt es durchaus auch sehr ungeordnete Panelanordnungen oder gar solche, wo die Charakter eben außerhalb des Panels selbst stehen.
Erst letztens ist mir der neue Batman Comic im Heft-Format in die Hand gefallen…auch da sieht man das sehr deutlich.

Was deine eigene Comic-Planung angeht:
Ich würde nicht sagen, dass eine sehr geordnete Panelührung abschreckend auf einen Verlag wirken kann.
Solange deine Bilder wirklich überzeugen, der Lesefluss gut ist, man die Handlung versteht und die Dynamik an den richtigen Stellen rübergebracht werden kann, sollte das kein Problem sein.
Wie schon gesagt würde ich das eher auf den eigenen Stil des Zeichners beziehen wie gut oder weniger gut eine bestimmte Panelführung rüberkommt. Da muss jeder den Stil finden, der zu ihm passt und auf andere entsprechend gut wirkt.

Ich finde die Panelaufteilung schon sehr wichtig. Immer gleiche Panels in der selben Größe und Anordnung würden mich auf Dauer einfach langweilen und wahrscheinlich auch vom Weiterlesen abhalten. Es müssen ja nicht immer schräge oder überlappende Panels sein, aber so ein bisschen Abwechslung wäre schon ganz schön.

Im Normalfall sollte die Panelaufteilung einen Manga/Comic ja auch unterstützen und nicht von der Geschichte ablenken, wie du beschrieben hast. Wenn sie das dann doch tut, ist es für mich eher ein schlecht gepanelter (gibts das Wort?) Manga, was man dann aber nicht automatisch auf alle übertragen kann.

Und wie kiwinyo schon schrieb, sind die Panels in Shonen-Mangas ja meistens “geordneter” als in Shojo-Mangas. Ein Grund weshalb ich lieber Shonen lese, einfach weil ich das Paneling dort ansprechender finde, da es relativ geordnet aber trotzdem noch dynamisch und spannend ist.

Für mich ist die richtige Panelaufteilung eine Kunst, die sicher nicht jeder beherrscht- man denkt immer: ich mal jetzt nen Kasten und dann klopp ich da n Bild rein und fertig ist der Stuhl.
Gleichgroße Panels find ich durchaus ok bei so Comicstrips wie Garfield oder Hägar- es wird eine kurze, stringente Story erzählt die möglichst schnell auf die Pointe hinausläuft- passt.
In Alltagsgeschichten er hat mich verlassen, jetzt geh ich erstmal einkaufen und danach mach ich mir nen Tee ists wohl auch noch in Ordnung, wobei man da z.B. bei er hat mich verlassen die Protagonistin in einem größeren Panel erscheinen lassen kann um ihre Einsamkeit in dem Moment auszudrücken- blabla…
Ich finde eine dynamische und abwechslungsreiche Panelaufteilung schon wichtig, wenn man Stimmungen, Aktionen, Zusammenhänge schön plastisch und nachvollziehbar darstellen möchte.
Will man lediglich eine kürzere Geschichte mit dem Ziel einer Pointe raushauen ist auch gleichgroßes Paneling ok.
Jedenfalls ist das meine rein subjektive Meinung und sicher werden da nicht alle meiner Meinung sein. :)

ich finde geordnete Panels auch ganz schön,weil sie nicht manchmal so durcheinander sind:s
Aber gelichzeitig würden mich die gleich großen Panels auch auf Dauer langweilen…
An Comics kann ich mich gar net erinnern:0
naja,ich finde es gut,dass du meinst,man solle auf die Zeichnungen mehr achten,ich überflieg das meistens auch so und denke auch,dass man die Zeichnungen dann mehr beachtet,nur ich würde es auf Dauer halt auch anstrengend finden…Ein guter Mix aus geordnet und ungeordnet fänden ichirgendwie schön:3(Nix gegen dich)…Aber probier es und gib nicht auf!
Das ist ja nur meine Meinung;)

Tatsache ist: Auch an so etwas scheinbar Banales wie Mangalesen muss man sich erstmal gewöhnen. Ich selber bin aufgewachsen mit den Micky Maus Heften, in denen es relativ statische, in sich geschlossene (aber durchaus verschiedenformige!) Panels gab. Als ich dann angefangen habe, die Sailor Moon Mangas oder “Wish” von Clamp zu lesen, war ich erstmal relativ irritiert, weil das eben eine völlig andere Form der Geschichtserzählung ist.

Da ich darüber (zum Teil) meine Bachelorarbeit geschrieben habe: Das Ganze hat im Grunde etwas damit zu tun, dass sich die Wirkungsabsichten von Mangas und Comics mit der zeit auseinanderentwickelt haben. Um es ganz, ganz grob zu sagen: In der US-amerikanischen Comictradition ist es so, dass großen Wert darauf gelegt wird, möglichst viel Handlung auf eine Seite zu bringen. Das schafft man natürlich am Besten, indem man statische Panels benutzt, statt zig Gesichter, Soundwords und runterregnende Blütenblätter in Großaufnahme möglichst kreativ anzuordnen.
Über japanische Comics, also Mangas, sagt man hingegen, dass sehr viel Wert auf die Empfindungen gelegt wird, die transportiert werden sollen, das “Esoterische”, wie ich es jetzt einfach mal nenne. Da ist es schonmal möglich und sinnvoll, aus dem vorgegebenen Rahmen auszubrechen.

Letztlich ist das alles also keine Frage von “Was ist besser oder schlechter”, sondern einfach eine Frage dessen, wie man seine Geschichte umgesetzt haben will. Deswegen gibt es auch Manga mit statischen Panels und Comics mit vielförmigen offenen Panels.

Mir persönlich gefällt beides, sofern es zur Handlung und den Zeichnungen passt. :)

Wow Newt das war ja jetzt ein super Input.
Echt interesant. :wiiii:

Ich war immer so unentschlossen. Wenn ich dann ne Seite gemacht habe mit statischen Panles hat sich das aber so furchtbar leblos und uninteresant angefühlt aber anders kam es mir dann zu voll und unübersichtlich vor.

Im Endeffekt wird es wie so oft der Mitterlweg sein der das gewünscht Ergebnis bringt. Für mich zumindest. :wiiii:

Nicht zuletzt ist auch die Panelaufteilung eine Sache mit der sich der Zeichner wohl fühlen muss. (Der Leser natürlich auch-keine Frage.)

Ich stimme dem bisher Gesagten voll und ganz zu. Die Panelaufteilung ist meistens ja eher Geschmackssache des Zeichners und auch genreabhängig.

Die kulturellen Unterschiede, die Newt angesprochen hat, finde ich ziemlich interessant. Durch die unterschiedliche Panelaufteilung ergeben sich natürlich unterschiedliche Stilmittel, die sich mit der einen Form besser ausdrücken lassen, als mit der anderen. Was ich persönlich bei einigen Mangas sehr mag, ist die Herauszögerung einer Szene, die quasi dem Slow-Mo in Filmen entspricht. :)

Ich bevorzuge auch den Mittelweg, wie Adala gemeint hat. Schließlich sollte ein Comic/Manga noch lesbar sein und dafür ist eine klare Aufteilung sehr gut. Für mich zählt aber neben den einzelnen Bildern in den Panels noch der Gesamteindruck der kompletten Seite. Die Summe der einzelnen Panels soll wiederum ein eigenes Bild ergeben. Das erreicht man eher, wenn man Überlappungen hat.

Ich denke nicht, dass du mit einer gleichmäßigen Panelaufteilung schlecht ankommst. Wie aber einige vor mir schon gesagt haben, musst du aufpassen, dass es bei einer gleichmäßigen Panelaufteilung schnell langweilig für den Leser werden kann und eher für kurze Comicstrips (oder 4-Koma) geeignet ist. Richte dich also nach deinem Gefühl, dann wird’s gut! :)