Erläuterung ein
Du hast bei deinen Skizzen hier immer drei grobe Bereiche:
blau = Berg
grün = Wiese
orange = Bäume
das sieht dann auf die Skizzen bezogen so aus:
Im Vergleich sieht man, dass bei der Murmeltierkarte eben sehr flach und und gerade die Linien gezogen sind.
Bei der anderen Karte sind die Linien nicht gerade, sondern geknickt, teils diagonal, deutlich unterbrochen oder punktuell noch mal an einer Stelle hervorgehoben (damit meine ich den Baum in der Bildmitte, denn dieser hebt sich deutlich vor den Baumreihen im Hintergrund ab)
Noch dazu hat die Karte durch die vielen Bildebenen auch eine Diagonale vom Betrachter aus in das Bild hinein. Der Stein mit der Pflanze in der Bildecke bietet dem Betrachter an, dass er sich quasi mit der rechten Hand drauf abstützt und von dort aus in die entgegengesetzte Richtung wandern lässt und damit bis hin zu den Bergen und dem Himmel der anderen Ecke schweift.
Symmetrie und gerade Linien sind in der Architektur zwar gern gesehen und wenn du zB mal eine Kirche von Innen zeichnen willst, wird das auch als schön und harmonisch empfunden,
aber wenn du Natur zeichnen willst, dann ist meistens das Gegenteil eher der Fall und wird erst durch einen gewissen Grad der Unordnung als harmonisch wahrgenommen.
Ein Beispiel: Du gehst durch einen Wald und dort stehen die Bäume in Reih und Glied und alle sind gleich groß. Du weißt sofort, dass dieser Wald nicht natürlich entstanden ist, sondern angepflanzt wurde.
Wenn du dann allerdings in einen Wald gehst und du siehst lauter unterschiedlich hoher Bäume, wo die Bäume mal hier und mal dort stehen, sodass du keine Reihen erkennen kannst,
dann hast du nicht den Eindruck, dass der Wald angepflanzt wurde. Dabei wäre es rein theoretisch auch möglich, dass dieser Wald künstlich entstanden ist, aber letztendlich zählt der Eindruck des Betrachters.
Übrigens wenn du mal einen Sternhimmel malen willst, dann hilft es dir auch an das geordnete Chaos zu denken.
Bei noch etwas ungeübten Zeichnern oder sogar hin und wieder bei den geübten Zeichnern findest du häufig einen Himmel auf dem die Sterne immer im selben Abstand zueinander haben. Dieses System entsteht aus der menschlichen Natur. Man denkt häufig automatisch “da ist noch zu viel Himmel frei, da muss noch einer hin” oder auch “moment die beiden sind zu nah beieinander, da erkennt man den einen weniger als den anderen”
Mich erinnert das immer ans Plätzchen backen, wenn man versucht den Größtmöglichen Abstand der Plätzchen auf dem Backblech untereinander zu wahren.
Dabei darf der Nachthimmel ruhig mal hier und da einfach schwarz sein und bei zwei Nebeneinanderliegenden Objekten, darf auch der eine den anderen etwas verdecken.
Wenn du mit dem Borstenpinsel oder der Zahnbürste einmal übers Papier spritzt hast du einen wesentlich natürlicher wirkenden Himmel.
— Natürlich gibt es auch Bilder, die harmonisch wirken, obwohl sie genau das Gegenteil darstellen. Aber das ist noch einmal eine Sache für sich. Mit der geordneten Unordnung fährst du prinzipiell erst mal einfacher.
Nun noch mal zurück zur Murmeltierkarte
ich hab noch mal drin rumgeschmiert. aber bitte denk dran, das sind nur kleine Ideen und du bist natürlich nicht dazu gezwungen es so umzusetzen. (vor allem dann nicht, wenn es nicht wirklich begreifbar ist was ich meine ^^°)
ich habe hier im linken Bereich den Wald im Hintergrund herausgenommen.
Stattdessen habe ich oben eine Hochalm, also eine Wiese weit im Hintergrund hinzugefügt und einen zusätzlichen Berg, oder erweiterten Bergfuß vom Berg in der Mitte des Bildes nach vorne links gezogen.
Das orange Gekrakel links sind Bäume, die auf Ebene des Bildmittelgrundes liegen. Damit soll die Verbindung zum Wald rechts hinten wieder geschaffen werden und macht aus der kurzen geraden Linie eine unterbrochene Linie mit leichte Knick nach vorn.
In der rechten Ecke unten habe ich die Wiese unterbrochen und deute hier einen Felsigen Abhang an, wo der ruhige Bach in einen Wasserfall übergeht. Der Wasserfall und die Felsen links und rechts stehen dann im Vordergrund und sind hier wieder schräg angeordnet.
Damit wären wieder mehrere Ebenen deutlich vorhanden.
Mir fällt gerade noch auf, dass du sogar die Murmeltiere anders anordnen könntest indem du das zweite Murmeltier nach vorne zum ersten ziehst und die beiden miteinander agieren lässt.
zB. könnte es geduckter sein und gähnen, oder sich daneben aufrichten um Wache zu halten.
Interaktionen zwischen Tieren erzeugen beim Betrachter ebenfalls Spannung ^^