@Kiki
Ich meinte mit “gekoppelt” eher den Gegenwert in der Welt außerhalb der Gemeinschaft. Schließlich könnte ich auch ein Skript schreiben, das unsinnige Zahlenreihen in eine Datei schreibt. Obwohl ich diese Rechenleistung investiert habe, will die Datei letztlich niemand haben. Wo ist die Wertschöpfung? Niemand gibt mir etwas dafür, dass ich meinen Rechner laufen lasse. Es ist eher anders herum.
Die Rechenleistung ist eher vergleichbar mit dem Papier, auf dem die Banknoten gedruckt werden, nicht mit dem Brot, das ich mir davon kaufe. Die einzige mir bekannte Ausnahme sind GridCoins, bei denen mit der Rechenleistung nicht nur Coins generiert, sondern auch irgendwelche wissenschaftlichen Projekte mitberechnet werden.
Die BTC gehören zu den 0,5%, sind also die Ausnahme. Versuch mal mit NyanCoin, eMark, HoboNickels, FlappyCoins, SexCoins und den Hunderten anderen Coins etwas zu kaufen.
Na klar, dann kannst du sie günstig wieder zurückkaufen.
Gut. Du kaufst sie also zurück, der Kurs sinkt weiter in den Keller und absolut niemand hat mehr Interesse daran. Folglich bleibst du auf den Coins sitzen. Wenn du das als Erfolg (erfolgreiche Investition) wertest, haben wir unterschiedliche Auffassungen von dem Begriff.
Mit Sammeln meine ich nicht zwangsläufig Mining. Die Leistung meiner Grafikkarte ist zum Beispiel mit ihren 22 khash/s nicht ausreichend, um “lohnend” zu sammeln. Eine andere Möglichkeit ist das Eintauschen/Handeln. Zum Beispiel in Foren und auf Plattformen mit USD/EUR oder auf Plattformen wie Cryptsy, wo man gegen andere Cryptowährungen tauschen kann. Oder in so genannten “Faucets”, also sowas wie Lotterien, kannst du welche sammeln.
Der Sinn der Cryptowährungen ist es doch, ein Zahlungsmittel zu schaffen, was nicht an einen Staat und seine potentiell schwankende Wirtschaft gebunden ist, Stichwort Finanzkrise.
Da hast du natürlich recht. Das sollte der Sinn sein. Momentan ist es aber so, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Manche Programmierer rufen sogar gleich mehrere Währungen ins Leben. Den meisten geht es nicht darum, ein sinnvolles Zahlungsmittel zu schaffen, sondern auf die Tauschplattformen zu kommen und ihre am Anfang gesammelten Coins zum höchstmöglichen Kurs und schnell abzuwerfen. Sie wollen reich werden, aber nicht in ihren eigenen Cryptowährung, sondern in staatlicher Währung.
Daraus ergibt sich natürlich das Problem, dass ein potentieller Handels-Interessent Hunderte von Cryptowährungen zur Auswahl hat. Ständig zwischen den Währungen hin- und herzuwechseln und vor allem so stark von den Kursschwankungen abhängig zu sein, ist für einen ernsthaften Geschäftsführer zu risikobehaftet. Er kann es sich nicht leisten, heute 30 000€ in Coin XY zu investieren, der morgen a) schon völlig wertlos sein könnte oder b) von den Leuten, bei denen er was kaufen will, gar nicht akzeptiert wird.
Die Unabhängigkeit vom Staat und die Dezentralität sind nur etwas wert, wenn du damit auch etwas anfangen kannst.
Als Spekulant hat man an einer solchen Situation eher seine Freude.
Der Vergleich kam, weil USD die Währung in seinem Heimatland ist. Wie misst man eigentlich den "Wert" einer weltlichen Währung? Auch nur durch Vergleich mit anderen, oder?
Mir kann es hier egal sein, wie der Wechselkurs von € zu Dollar steht, wenn ich meine € in Deutschland/Europa ausgebe. Woran messe ich den Wert von 1$/1€? Daran, was ich davon kaufen kann. Für 1€ bekomme ich z.B. 1kg Kartoffeln. Für 3,50€ kann ich mir ein Brot kaufen. 40€ kostet die Internet- und Telefonflatrate. Und so weiter. Es gibt einen Gegenwert im realen Leben. Die Schwankungen nennt man Deflation bzw. Inflation.
Wenn ich 1 BTC besitze, kann ich mir davon momentan ca. 600$ kaufen, je nach Kurs. Ich kann mir davon weder etwas zu essen kaufen, noch meine Miete bezahlen. Ich kann diese 1 BTC aber gegen 1 Million DogeCoins eintauschen. Ich bin dann Millionär. Kann ich mir deswegen ein Haus bauen und ein tolles Auto kaufen? Nein. Ich bin reich an DogeCoins, aber arm an Möglichkeiten.
Oder anders herum: Ich investiere all mein Geld in BTC. Ich bin jetzt “reicher” in BTC als in $. Jedenfalls was die Zahl an sich betrifft. Ich bin nur so lange “reich”, wie ich auf die BTC zugreifen und sie in $ oder € oder sonstwas umtauschen kann. In Währungen, mit denen ich mir etwas kaufen kann.
Mit etwas Pech kaufe ich 1 Mio Cryptocoins für 1000€ und am nächsten Tag sind sie nur noch 1€ wert. Natürlich bin ich nach wie vor Millionär, aber niemand würde mich als reich bezeichnen.