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Journalismus: Zeitungen und Magazine

In letzten Jahren immer mehr ein umkämpftes Thema, denn angeblich ist das gedruckte Wort tot. Die junge Generation interessiert sich wenig für das Zeitgeschehen und eine Zeitung nimmt sie schon gar nicht mehr in die Hand.

Ich war bis vor ein oder zwei Jahren zweifellos mit dieser Beschreibung sehr gut getroffen, ich hab keine Nachrichten gesehen, keine Zeitung gelesen und auch sonst mir keine besondere Mühe gegeben mich darüber zu informieren was auf der Welt so passiert. Zeitpungspapier war mir einfach als nützliches Bastelmaterial sympathisch, aber da hörte meine Beschäftigung damit auch schon auf.
Im Zuge meines Studiums wurde uns aber von vielen Professoren immer wieder ans Herz gelegt regelmäßig die aktuellen Medien zu konsumieren, nicht nur um wichtige Nachrichten zu erhalten, sondern auch die Art und Entwicklung von diesen Medien zu erfahren. Irgendwann habe ich mich also aufgerafft und ein kleines, günstiges Abo der Welt-Kompakt bestellt und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes Gefühl ist die wichtigen Schlagzeilen zumindest mal gesehen zu haben, auch der Artikel nicht interessant genug zum durchlesen ist. Der tägliche Rhythmus war ein bisschen viel (obwohl die Welt-Kompakt nur Wochentags erscheint), also sehe ich gerade ob ich nicht mit einem wöchentlichen Blatt besser auskomme. Auch das immer noch unhandliche Format hat mich etwas gestört, das Lesen ohne Tisch ist relativ schwer gewesen, vor allem wenn man dem Mitfahrer auf der Bahn seine Zeitung nicht direkt ins Gesicht halten will.
Ich habe mir heute ein überraschend günstiges Abo der “Times” bestellt (80 Ausgaben für 50€), was neben dem handlicheren Magazin-Format auch mehr schöne Bilder bietet. :P

Wie seht ihr das mit aktuellem Zeitgeschehen? Ist es eine Bereicherung des persönlichen Lebens oder kann es uns vollkommen egal sein, was der Rest der Welt macht und denkt? Ist man als mündiger Bürger verpflichtet sich zu informieren und zu bilden? Darf man seine Meinung verbreiten, auch wenn man keine 20-seitigen Berichte von drei verschiedenen Redaktionen dazu gelesen hat? Ist es heutzutage überhaupt noch nötig gedruckte Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen oder reicht da die Online-Redaktion? Und würdet ihr für diese Online-Angebote auch bezahlen?

Als ich noch studiert habe, wurden wir allesamt dazu angehalten, uns täglich über das Geschehen in der Welt zu informieren. Also habe ich eine Tageszeitung abonniert. Ich habe dann versucht sie auf dem einstündigen Weg zur Hochschule zu lesen. Was sich jedoch als schwierig gestaltete, weil die Zeitung eigentlich selten schon da war, wenn ich gehen musste, und andererseits… Es hat eine ganze Weile gebraucht, bis ich eine Technik entwickelt habe, bei der mir die Zeitung
-nicht auseinanderfällt beim Blättern
-das Ding kompakter und damit lesbarer wurde
-mein Sitznachbar keine Zeitung im Gesicht hatte
-ich beim Umblättern niemanden rabiat meinen Ellenbogen in die Seite geboxt habe. Das machen viel zu viele und ich find das nicht toll. Und wenn ich mit meinen 162 da hock neben nem 2m-Menschen, dann geht der Ellenbogen halt auch mal gern Richtung Gesicht.
Allerdings hab ich die Zeitung nach einem Jahr wieder gekündigt (und werde heute noch, 4 Jahre später, vom Verlag genervt, ich soll doch wieder abonnieren, weil sie sind ja so toll und so). Ich habe einfach festgestellt, dass ich die Nachrichten besser aufnehmen kann, wenn man mir eine Vorauswahl runterbetet aka ich hab mir dann einfach die Tagesschau auf den Öffentlich-Rechtlichen Sendern angesehen. Davon abgesehen, habe ich die News so einfach schon früher. Die Zeitungen werden ja bis zu einer bestimmten Deadline gedruckt und dann sind u.U. frischere Geschehnisse noch nicht dabei.

Generell finde ich aber schade, dass eher über Dinge berichtet wird, die schlecht in der Welt und hierzulande sind.
Ich glaub, wenn irgendwas gut läuft, interessiert das einfach keinen O.o

Und eigentlich bin ich auch ein Mensch, den zB. solche Sachen, dass z.B. ein Touri ein Wandbild in Luxor verschandelt hat, nur bedingt interessieren. Es hat auf mich hier einfach keine Auswirkung. (Ich bin da zugegebenermaßen Egozentrisch.)
Als jedoch die schlimmen Hochwasser waren, bei denen auch Verwandte betroffen waren, oder dieses schreckliche Unglück in Fukushima, habe ich mich informiert, einfach weil es betrifft. Im TV und im Internet.
Und Wirtschaft ist eigentlich auch interessant, aber seit längerer Zeit hört man da ja nix gutes mehr.

Es ist schon wichtig, sich im Groben auf dem Laufenden zu halten, was Dinge betrifft, die um einen herum passieren. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich z.B. mit der alljährlichen Info will, dass irgendwo in den USA mal wieder die Uraltstromleitungen/-spannwerke wegen des Wintereinbruchs zerstört wurden und nun ganze Landstriche ohne Strom sind, und jedes Jahr denk ich mir aufs neue, dann flickt den sch*** net immer, sondern saniert es mal richtig.
Und ich glaube auch nicht, dass man so viele verschiedene Artikel gelesen haben sollte zu einem Thema wie möglich, bevor man mitreden “darf”. Jeder Mensch sollte eigentlich in der Lage sein, aus einer Meldung die Infos zu entnehmen, die er brauch, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Nur wenn die erste Quelle nicht genug Infos bietet, wär ein wenig Recherche manchmal von Vorteil, um sich selbst Peinlichkeiten zu ersparen.

Eine Zeit lang habe ich auch die Onlinedienste diverser Printmedien genutzt, um mich über innerdeutsche Geschehnisse auf dem Laufenden zu halten. Allerdings waren das bisher immer die Kostenlosen Angebote. Und ich gebs ehrlich zu, ich sehe es irgendwo nicht ein, für eine Info zu zahlen, wenn ich sie woanders (auch in gekürzter Form) umsonst lesen kann.

Generell stör mich an (Tages)Zeitungen einfach dieses sperrige Format. Wäre unsere Tageszeitung handlicher, würde ich es mir möglicherweise nochmals anders überlegen, aber ich hab auch nicht so recht die Zeit mir die Zeitung durchzulesen.
Wir bekommen hier auch ein Wochenblatt, in dem regionale Neuigkeiten zusammengefasst werden, aber die überflieg ich nur, wenn überhaupt.

Ja, das sperrige Format ist wirklich ein riesengroßer Minuspunkt bei Zeitungen. Ich hab schon extra die Welt “kompakt” bestellt, weil sie ja nur halb so groß ist, aber zum auseinanderfalten und umblättern immer noch ein kleiner Kraftakt.

Was die allgemeine Relevanz und auch Qualität der Neuigkeiten angeht gibt es ja auch viele Verschwörungstheorien, die mehr oder minder sogar berechtigt sind mMn. Only bad news are good news heißt es ja so schön, katastrophen haben einen viel höheren Informationswert, was eben ein allgemein pessimistisches Weltbild vermittelt.

Ich bin aber allgemein nicht interessiert genug, um aktiv auf die Suche zu gehen (und einen Fernsehen habe ich auch nicht), daher finde ich es für mich die beste Lösung, wenn ich Nachrichten geliefert bekomme und dann so lange mit mir rumtrage, bis mir langweilig genug ist drin zu lesen. XD Die Methode hat bisher auch sehr gut funktioniert.

Ich lese seit Jahren regelmäßig Onlinezeitschriften. Ich muss dazu sagen, dass ich kein Geld dafür zahle und auch nicht bereit wäre welches dafür auszugeben.
Ich will dazu aber auch mal eins sagen: Wir leben in einem Sozialstaat der zur “Teilhabe” verpflichtet (!) ist, d.h. jedem Bürger muss Kultur in dieser Form (spricht Nachrichten über Politik und CO.) kostenlos zugänglich gemacht werden. Man könnte ja meinen mit dem Fernsehprogramm wäre es da getan (und für das zahlen wir auch noch GEZ). Wenn ich an die Berichterstattungen von heute denke würde ich aber eher meinen die Öffentlich Rechtlichen sind von der aktuellen Regierung “gekauft” und berichten Alles andere als unabhängig. Leider ist dasselbe auch bei vielen anderen Medien der Fall, egal ob gedruckt, oder digital… Und das ist bei Weitem kein Geheimnis.
Ich finde es sehr schwer mir anhand der Infos die einem zugänglich gemacht werden ein “gerechtes” Bild über Alles zu machen. Ich hab mich eine Zeit lang sehr für Politik interessiert bis zu dem Punkt an dem ich erkannt habe, dass ich a) nichts ändern kann (ich unterschreibe Petitionen und gehe schon immer zur Wahl) und b) die Mehrheit der Deutschen sich bereitwillig verarschen lässt.
Ich les zwar auch heute noch, aber lang nicht mehr so interessiert und intensiv wie früher. Irgendwann war ich nur noch frustriert… und bin es heute.
Bestes Beispiel meine Großeltern. “Wir wählen jetzt die Anti-Euro-Partei!”, “Habt Ihr deren Wahlprogramm mal gelesen? Die gehören verboten und sind Alles andere als sozial o_O.”, “Nö, aber die wollen den Euro net, deshalb.”
Was willst Du da sagen? Und das sind noch zwei von den Paar Leuten die überhaupt wählen gehen. Aus meiner Ausbildungsklasse geht so gut wie keiner und das vor allem, weil sie keine Ahnung vom Tuten und Blasen haben. Anfangs war ich schockiert, mittlerweile resigniere ich nur noch… Tut mir Leid.

Um aufs eigentliche Thema zurückzukommen. Printmedien sollte es geben, allerdings mit mehr (wahrem) Informationsgehalt und in weniger großer Auswahl. Focus, Spiegel und CO. teilen sich täglich 70% ihrer Themen. Muss da jeder seinen eigenen Schmierlappen veröffentlichen? Kann man das nicht in ein Format pressen?
Solange ich die Nachrichten online verfolgen kann werde ich das tun. Zumal sie aktueller sind. Und falls nicht, dann leb ich in meiner eigenen Welt, ganz ohne Nachrichten. So wie es scheinbar die Mehrheit der Deutschen ja heute schon tut (Bild ist von Nachrichten ausgenommen, weil im Gullideckel eingeklemmte Eichhörnchen nichts zur Allgemeinbildung beitragen).

Zeitung ist für mich auch Bastelmaterial.
Nur die Zeitung meines Schwiegervaters lese ich gerne, wenn ich bei ihm bin. Da hab ich genug Platz und Zeit, das riesige Ding irgendwo auszubreiten und er hat den richtigen Riecher für anspruchsvolle Zeitungen.

In der Schule war es auch Aufgabe, jeden Morgen die Zeitung zu lesen. Das sah dann so aus: “Mama, wo ist die Zeitung?” - “Die haben wir seit 3 Jahren nicht mehr.” - “Oh… morgen steh ich wieder später auf.” Und nach der ersten Stunde wurde sowieso nie wieder danach gefragt.
Dann sollten Nachrichten geguckt werden. Natürlich ARD. Damals war noch dieser grauhaarige Mann Sprecher, der so spannend vorlas wie eine Tüte Mehl. Ich schlafe ja schwer ein, aber bei dem sofort. Ging also auch nicht.

Inzwischen lese ich Süddeutsche im Internet und das sogar regelmäßig. Die ersten Themen meistens nur in der Überschrift. Und für das Feine schau ich Fernsehkritik TV XD
Die späteren Themen lese ich dann oft auch mal ganz. Da gibt es dann handfestere Dinge als nur Politik.

Was diesen ganzen Magazinkram angeht: Ich hatte das Sailor Moon Comicheft und die alte Animania. Zwei Burdas und 3 Kochhefte. Und das wars, ich kann mit den Formaten einfach nichts anfangen, vor allem seitdem so viel im Internet steht.