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Hintergrundkataloge

Aus Bakuman irgendwann mal gelernt: Es gibt Hintergrundkataloge ^_^

Nun finde ich extrem wenig darüber im Internet. Oder ich bin mal wieder zu doof zum suchen. In/auf Deutsch/Deutschland scheint es so was ja nicht zu geben. Aber in Japan?

Hat jemand ein paar mehr Infos darüber? Besitzt jemand von euch eins dieser Bücher? Weiß jemand vielleicht sogar, wo man die hier von Deutschland aus bestellen kann? Vielleicht sogar ohne Japanisch zu können?

Und wie findet ihr die Idee, die dahintersteckt? Ich denke zur Anregung könnten die ja ganz cool sein. Aber ich hab gehört, da draus wird auch direkt abgezeichnet und die Bilder erscheinen dann sogar genauso in Mangas. Irgendwie finde ich das nicht okay, weil der Manga dann ja nicht wirklich vom jeweiligen Zeichner stammt. Oder wird das in den Mangas angegeben, dass die Hintergrundbilder aus diesen Katalogen kommen?

Also wenn ich das richtig verstehe, dann ist solch ein Hintergrundkatalog eine Sammlung von Landschaften, Umgebungen, etc., die man als Hintergründe verwenden könnte, z. B. Also ne Stadtansicht, ein Foto von einer Straße, etc. Mal eine Frage: Warum stellst du dir so etwas nicht selbst zusammen? Aus Fotos die du machst oder aus Bildern, die du aus Zeitschriften (die eh sonst weggeworfen würden) ausschneidest? Das erscheint mir zumindest eine günstigere Version dieser doch ziemlich coolen Idee! Und es ist auch individueller. :-)

Zu der Sache mit dem Abzeichnen: Finde ich nicht schlimm. Wirklich nicht. Wenn man bedenkt, dass an einem Manga neben dem Zeichner, dessen Name prominent auf dem Cover prangt, noch viele andere Zeichner beteiligt sind die nicht erwähnt werden (mit wenigen Ausnahmen), könnte man auch aus dieser Warte an dem Prinzip zweifeln. ;-)
Wenn reale Orte abgezeichnet und in Manga verwendet werden finde ich das nicht schlimm. Ich fänd es sogar ziemlich cool, diese Orte in einem Manga wieder zu erkennen, z.B. wenn ich durch einen Band blättere und auch einmal eine Szene auf der Friedrichstraße in Berlin stattfindet. Fänd ich echt witzig! Man könnte sich einen Spaß machen und versuchen, diese Orte in seiner Umgebung zu finden (also wenn man weiß, dass das aus der Stadt stammt in der man wohnt). In einem Manga, Hikaru no Go, hat der Zeichner sogar den japanischen Go-Verband in Tokio besucht, das Wohnheim in dem die Profischüler die nicht aus Tokio kommen leben und andere reale Orte rund um das Go-Spiel, um sie so exakt wie möglich im Manga + Anime abzubilden. Fand ich (und nicht nur ich) genial.
Abzeichnen hat hier auf der Seite einen echt schlechten Ruf. Aber wenn ich mir die Zeichner so angucke, die tolle Tierbilder in Aquarell, Farbstift etc. machen: Die zeichnen doch fast immer auch “nur” ab. Trotzdem sind die Bilder toll und für mich genauso Original wie ein ausgedachtes Bild, denn egal ob abgezeichnet oder nicht: der Künstler bringt immer auch etwas von sich selbst in das Bild - ob beabsichtigt oder nicht.

Aber ich hab gehört, da draus wird auch direkt abgezeichnet und die Bilder erscheinen dann sogar genauso in Mangas. Irgendwie finde ich das nicht okay, weil der Manga dann ja nicht wirklich vom jeweiligen Zeichner stammt. Oder wird das in den Mangas angegeben, dass die Hintergrundbilder aus diesen Katalogen kommen?
Von Hintergrundkatalogen höre ich gerade zum allerersten Mal. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass sowas nicht angegeben wird, weil es ja ein wenig so ist wie Hintergrund-Rasterfolie: Da würde auch keiner meckern, wenn man sie in den Hintegrund klebt, weil sie speziell dafür verkauft wurde, oder? (Ist nur eine Theorie, bitte verlasst euch nicht darauf, dass das stimmt!)

Ich besitze ein japanisches Buch mit Posenfotos, das vermutlich etwas Ähnliches ist wie so ein Hintergrundkatalog. Das Buch ist voller Fotos von einer Frau im Kimono beim Sitzen, Knien, Stehen, Rumlaufen etc. Da ich kein Japanisch kann, habe ich keine Ahnung, ob man die Bilder abzeichnen und das Ergebnis veröffentlichen darf, ich habe mir das Buch nur vor ein paar Jahren zu Übungszwecken gekauft - auf der Frankfurter Buchmesse, falls das weiter hilft ^^ Da gab es einen Stand mit solchen Büchern aus Japan.

Vielleicht ist das aus einer Zeit vor dem Internet? Seit Google Bildersuche, Stockphotos, Pinterest und Fotocommunitys ist die Referenzsuche ja deutlich einfacher geworden und macht solche Kataloge eigentlich überflüssig.

Bei mir auf Arbeit (Verlag) existiert ein riesiger, fetter Wälzer voller Clipart-Thumbnails, den man sich wohl in den 90ern oder so mal zugelegt hat. Das ist nach Themem sortiert und dazu gibt es eine Menge an CDs mit den entsprechenden Grafiken, so dass man zu eigentlich jedem Anlass einen Fundus aus frei verwendbarem Bildmaterial hat. Das wird zwar inzwischen nicht wirklich verwendet (weil man eben sieht, was sich in 20 Jahren getan hat xD), aber so an sich war das damals sicher keine schlechte Sache.
Es gibt auch ein Bildarchiv mit Fotos für eventuelle Anzeigen und ähnliches… klar, dank Internet gibt eine große Auswahl an verfügbaren Bildern, aber da muss man immer sehen, ob und wie man die verwenden darf. Und wenn es schnell gehen muss und kein großer Aufwand betrieben werden soll, greift man eben auf seine Sammlung zurück.

Beim Comic/Mangazeichnen ist das sicher nicht anders… natürlich kann man sich sämtliche Orte selbst ausdenken, aber das dauert und sieht nachher vielleicht gar nicht mal so überzeugend aus, und die Zeit hat man als Profi bestimmt nicht.
Von daher ist es doch nur schlau, sich eine gut strukturierte Sammlung an Referenzen zusammenzusuchen.
Ich sehe da absolut kein Problem und auch keine mangelnde Eigenleistung, wenn man sich beim Zeichnen an Fotos orientiert, weil man es ja immer nach den eigenen Bedürfnissen/Vorstellungen neu interpretiert… und wie playgo schon sagte, selbst wenn sich dann jemand denkt “das sieht ja aus wie bei mir um die Ecke”, ist das doch nichts Negatives.

In gedruckter Form habe ich so etwas aber auch noch nicht gesehen, vielleicht gibt es das nur in Japan und/oder es stirbt allmählich aus, weil die digitalen Möglichkeiten vielfältiger und effizienter (nimmt keinen Platz im Bücherregal weg, und man kann nach Stichworten suchen und findet schneller was) sind.

Ich hab davon in einigen anderen Manga schon gehört und was ich noch viel interessanter finde, sind Manga, deren Hintergründe durch Vektorengrafiken(? kann auch was anderes gewesen sein, jedenfalls am PC) entstanden sind (so zB in Magister Negi Magi)
Ich find es auch überhaupt nicht verwerflich sind an Fotos zu orientieren oder an Grafiken, die extra und ausdrücklich für diesen Zweck geschaffen wurden.
Ich vermute, hierzulande wirst du eher schlecht an sowas rankommen, aber ich hab eine Freundin, die sich derzeit für einen Urlaubsaufenthalt in Japan befindet und kann die mal fragen, ob sie in den Läden sowas rumliegen gesehen hat. (Sie selbst ist immer auf der Suche nach Zeichenhilfen und ich gehe davon aus, dass ein Hintergrundkatalog sehr in ihr Interessengebiet fallen würde und entsprechend auch Aufmerksamkeit erhalten würde).

Ansonsten kann man sich ja auch einfach an selbstgeschossenen Fotos bedienen und diese dann entsprechend dem eigenen Zeichenstil anpassen.

JD Ayane hat dazu einige Postings verfasst und arbeitet gerade, wenn ich das richtig verstanden habe, an so einem Buch :)

In vielen der japanischen Referenzbüchern ist ja auch schon eine CD/DVD dabei damit man alles auch digital hat.
Ausserdem behandeln viele auch das Vorgehen, also wie man von einem einfachen Foto richtig zur Zeichnung und dann zur Rasterung kommt und sowas.
Rasterfolie wurde ja schon erwähnt und die verwenden Leute auch für Manga oder Kakaos also finde ich nicht dass fertige Hintergründe da viel anders sind.
Ach und in Manga Studio usw sind so fertige Hintergründe auch dabei für eigene Mangas und was man sonst noch machen möchte.

Kaufen kann man sowas problemlos über Amazon Japan, die Versandkosten sind nicht ohne aber wenn man es hier bei einem Importeur kaufen würde, würde der ja auch um einiges mehr verlangen also gleicht sich das wieder aus.
Direkt in Japan gibt’s die sowieso in vielen Buchläden und Künstlerbedarf wie Tokyu Hands, uvm.

Warum stellst du dir so etwas nicht selbst zusammen?
Gute Idee, mal schaun, ob da was dabei rauskommt, das probier ich mal. Bisher hab ich alles selbst erfunden, also Orte aus meinem Comic in 3D mit Blender und Google Sketch Up grob in Grundformen nachgebaut, dann kann man Referenzscreenshots aus verschiedensten Winkeln machen.

Wär ja echt schade, wenn diese Hintergrundbücher am Aussterben sind, Bücher sind doch viel schöner als das alles am PC zu haben…

@Ermelin
An diese Posen-Bücher musste ich auch gleich denken, als ich von den Hintergrundkatalogen gelesen habe. Es gibt vom “Allpose Book” sogar einen Teil, den man sich runterladen kann, der steht noch auf meiner “noch üben”-Todo Liste :)
http://allpose.com/english/download/

@Nelia
An Vektorgrafiken hab ich noch gar nicht gedacht. Stell ich mir sehr praktisch vor, weil man die Hintergründe dadurch ja belibig in der Größe ändern kann, das spart bei einem Manga bestimmt viel Zeichenzeit.
Wär super, wenn du deine Freundin mal fragst, wenn sie nach Zeichenhilfen sucht, dürfte das ja gut passen.

@Taku
Danke für denk Tipp gleich mal verfolgen bin gespannt, was da rauskommt.

@NamiyaKou
Hast du Links oder Suchbegriffe, unter denen man so was auf Amazon findet?

Ich hab hier was gefunden:
http://de.paperblog.com/material-zum-manga-zeichnen-aus-japan-222797/
Da hat jemand eins aus Japan mitgebracht (nr. 2). Leider hab ich keine Ahnung wie ich man danach suchen könnte, um so was online zu bestellen, kann die Schrift nicht lesen. ^^’

Ich hab mal geschaut, und wenn man beim japanischen Amazon ??? eingibt, scheinen da einige dieser Bücher zu kommen. Scheint auch Bücher zu allen möglichen Themen zu geben, z.B. Schule, usw.

E: Argh, scheinbar kann das Forum die Zeichen nicht anzeigen x0x

@Sockenzombie
Wenn du konkret nach schicken Hintergründen für ein eigenes Comic suchst, kannst du es dir übrigens auch sehr, seeehr einfach machen hust hust ^^°°°
Ich bin ganz durch Zufall draufgestoßen, als ich neulich eine Kurzgeschichte gezeichnet und zum ersten Mal digitale Raster in gimp verwendet habe. Man kann einfach eigene digitale Fotos nehmen, in Gimp den “Zeitungsdruck”-Filter mit bestimmten Einstellungen drüber legen, und schon hat man einen Mangahintergrund, der von Rasterfolie kaum zu unterscheiden ist.
Eigentlich geht sowas ja ein bisschen gegen die “Zeichnerehre”, weil es ja sogar noch weniger Leistung ist als Abzeichnen… aber andererseits sieht das Ergebnis unglaublich aus und verstößt auch nicht gegen Copyrights, wenn man eigene Fotos nimmt ^^" Und ich habe sehr schnell festgestellt, dass es von vielen Zeichnern tatsächlich so gemacht wird- auch in japanischen Mangas findet man solche Hintergründe, die man sofort erkennt wenn man’s weiß ^^°°°
Natürlich macht es Arbeit, draußen herum zu laufen und Orte aus dem richtigen Winkel zu fotografieren, aber wenn man die Fotos mal hat, kann man tolle Sachen machen!

Ein Beispiel für ein eigenes Foto von mir:
https://www.dropbox.com/s/7g10ybm0ori0ad7/zaun.png?dl=0

(P.S.: Keine Sorge, bei meiner Kurzgeschichte neulich habe ich den Trick dann doch nicht verwendet. Nagut, ich gestehe- in einem Panel. Aber da habe ich nur die Struktur eines Gebüschs von einem Foto in den Hintergrund kopiert wie Rasterfolie. Das sieht schon auf den ersten Blick nach Raster aus und nicht nach gezeichnetem Hintergrund ^^)

Pst, Sockenzombie, ich denke könntest dieses Buch hier meinen:
http://www.amazon.com/Draw-Manga-Background-Catalog-Accident/dp/4837302394
Jedenfalls sieht es stark nach dem auf dem Foto aus^^

EDIT:
Da gibst wirklich für jede Situation welche… zum Beispiel “Emergencies”:
http://www.akadot.com/background-catalogue-vol-08-emergencies-p-11041.html

Ja genau, das ist eine ganze Reihe die sogar “Background Catalog” heisst, unterteilt in Scenarien wie halt Schule, Büro, usw…

Hier eine Beispielsuche auf Amazon wenn’s funktioniert XD

Ich verwende gerne Stockfotos als Referenzen wenn ich keine Ideen habe,wie eine Landschaft ihre Eigenschaft und Kilmatische Einflussnahme auf die Natur ist.

Danke für die Links! gleich mal etwas Geld zusammenkratz

@Ermelin
Cooler Effekt! Kann ich mir gut vorstellen, dass das für andere Stile sehr zeitsparend ist.
Für meinen Comic ist das wohl weniger geeignet, den zeichne ich freihand ohne Lineal (die geraden Foto-Linien würden also nicht zum Stil passen) und verwende auch keine Rasterfolien dafür, würd mich mit sowas nicht wohl fühlen. Zudem würde ich mich schwer tun passende Orte zu finden, die ich genauso übernehmen könnte (Genre Scifi und spielt komplett unterwasser) ^^’
Such also hauptsächlich eher nach Ideen und einzelnen Bildelementen, die man etwas umgewandelt miteinbringen könnte.

Hab mir jetzt auch einen Ordner besorgt fürs Refferenzen sammeln. Muss mal die ganzen alten Urlaubsheftchen ausgraben und die ansprechendsten Bildchen ausschneiden.