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Halloween vs. Reformationstag

Hallo KaKAOler,

heute ist der 31.10.2012 - in aller Munde scheint heute nur ein Wort zu sein “HALLOWEEN”.
Überall scheint nur von Halloween die Rede zu sein. TV, Radio, Internet, überall hört man vom urspünglich irischen, aber jetzt hauptsächlich aus den USA bekannten Feiertag.

Ich persönlich finde das schrecklich. Wir deutschen haben hier auch einen Feiertag, der - ob man nun Gläubig ist oder nicht, Katolisch, Protestantisch, wie auch immer - in der deutschen Geschichte eine Rolle spielt. Während das übernommene Halloween überhaupt keinen Bezug hat.

Ich habe mit meinem kleinen Bruder (fast 10 Jahre alt) Kürbisse geschnitzt (siehe ein Absatz weiter unten ;)) und ihn gefragt, ob er denn wüsste, was am 31.10. für ein Tag sei. Sofort erklärte er mir von A bis Z und in allen Details den Brauch von Halloween, das Tür zu Tür gehen, die Süßigkeiten, das Vertreiben von Geistern … doch der Name Martin Luther war ihm gänzlich Fremd. Die Frage, ob sie sowas nicht in Religion lernen würden, verneinte er. Das schockte mich. Scheinbar lernen die Kiddies das heute im Religionsunterricht gar nicht, zumal doch jetzt, September/Oktober mMn eine gute Zeit wäre dieses Thema durchzunehmen. Und ich denke, dass 4-Klässler die Thematik auch schon verstehen würden.

Und zum obigen Absatz zurückzukommen - ich schnitze gerne Kürbise, weil mir alles Spaß macht, bei dem man kreativ sein kann und handwerklich arbeitet. Ich mag Gruselgestalten und ich war auch schon auf einer Halloweenparty, auch verkleidet. Ich lerne gerne Bräuche anderer Kulturen kennen. Trotzdem habe ich den Reformationstag nicht vergessen und halte ihn für hundertfach wichtiger als Halloween und finde es - wie gesagt - schlimm, wenn dieser so dermaßen in den Hintergrund rückt.

Und jetzt wollte ich einfach gerne wissen, was ihr dazu sagt.
Findet ihr den zunehmenden “Hype” um Halloween schlimm?
Begeht ihr Halloween selber?
Begeht ihr den Reformationstag auf irgendeine Weise? Das kann von “Ich gehe in die Kirche” bis “Ich bin nicht Gläubig, aber ich weiß, warum” sein.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, wie ich, dass jüngere Leute nicht wissen, was für ein deutscher Feiertag ist?
Was könnten die Gründe dafür sein, dass das Halloween den Reformationstag verdrängt?
Erlebt ihr das bei euch in der Umgebung vielleicht ganz anders?

Unabhängig davon, was ich feiere (nämlich keins von beiden) halte ich die Annahme, Halloween würde den Reformationstag verdrängen, für fraglich - immerhin datiert die Tradition, auf der Halloween basiert, viel weiter zurück. Wenn überhaupt hat der Reformationstag Halloween verdrängt. ;) Dazu kommt, dass der Reformationstag wohl ausschließlich für protestantische Christen von Belang ist.

Mal abgesehen davon, dass ich klingelnde Kinder eher nervig finde, halte ich es für absolut nicht schlimm, Halloween zu feiern. Letztendlich ist das für die Kids einfach eine Spaßveranstaltung ohne religiösen Bezug. Schadet keinem und macht ein paar Leuten Spaß. Also was solls?

Geht man weit in die Geschichte zurück, wurde das ursprüngliche Fest, zu dem Halloween heute wurde, sicher auch in unseren heidnischen Breiten begangen (Stichwort Samhein). Auch das Rübenschnitzen ist hierzulande praktiziert worden, auch wenn durch den Wandel der Zeit und keine Ahnung wieso nun hauptsächlich Kürbisse geschnitzt werden.

An und für sich finde ich es nicht sonderlich schlimm, Halloween zu begehen, egal in welcher Form, mich stört jedoch dabei eines ganz gewaltig - wie bei Weihnachten und anderen (nicht nur chrstlichen) Festen auch geht die eigentliche Bedeutung völlig unter.
Für Kinder stehen bei diesen Festivitäten anscheinend nur noch Geschenke und Süßigkeiten ganz oben auf der Liste.
(Wobei ich zugeben muss, dass mich als Kind beim Martinslauf auch nicht sonderlich gejuckt hat, warum wir es tun, sondern es machte einfach Spaß. Aber der Unterschied war, ich wusste über die Hintergründe einigermaßen bescheid.)

Was mich eigentlich nur etwas stört, sind unsere Nachbarskinder. Man hat ihnen in den letzen Jahren oft genug gesagt, sie sollen bei uns nicht klingeln, wir würden das nicht feiern und auch nichts Süßes verschenken - und jedes Jahr wird aufs neue geklingelt. Und jedes Jahr wieder erzürnte Kindergesichter, weil man selber kein Halloween begeht und nichts süßes für die Kinder da hat. Mich nervt das einfach nur.

Für mich als Katholik ist der Reformationstag übrigens zweitrangig. Dennoch weiß ich, warum es ihn gibt und was es damit auf sich hat.

Mir fällt hier im Saarland ehrlich gesagt kein “Hype” um Halloween auf… Es wurde mal in Vorlesungen erwähnt, aber ausschließlich von Anglistik-Dozenten, die aus Amerika kommen. Und auf zwei Disko-Plakaten hab ich mal was gesehen.
Dabei wollte ich mir dieses Jahr einen tollen Halloween-Abend machen, mit ein bisschen Halloween-Süßigkeiten und einem Film. Ab in den ersten Laden, was hab ich gesehen? Weihnachtszeug. Zweiter Laden, selbes Bild… dritter Laden ebenso. Ich finde nirgendwo was für Halloween, noch nicht einmal Deko. Dafür gibt es jetzt schon Süßkram für Weihnachten, der bis zum 24. Dezember mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit schlecht ist und ein Teil davon wahrscheinlich schon viel früher… DAS nenne ich einen Hype…

Und zum Reformationstag kann ich nicht viel sagen… ich weiß, dass es sowas gibt, aber da ich in der Schule sehr früh zu Ethik gewechselt hab, kenne ich mehr Philosophen, als ich was zu irgendeiner Kirche sagen kann mit den Schultern zuck
Ich weiß nur, dass morgen Allerheiligen ist und ich da frei hab ;)

Ich sehe die Sache ähnlich wie HopesDead, ich finde es sehr schade, dass der Reformationstag durch Halloween verdrängt wurde.

Der Grundgedanke bei beiden Festen gefällt mir sehr und von der Seite aus habe ich auch gar nichts gegen Halloween. Was mir aber nun mal bei Halloween sauer aufstößt ist die extreme Kommerzialisierung, die Überflutung mit Halloween in den Geschäften, das Ausbeuten des Halloween-Festes durch die Läden und den “Oh ich krieg was, dann mach ich da mit!”-Gedanken, was meiner Ansicht nach bei Halloween wirklich ziemlich ausgeprägt ist (letztes Jahr standen drei Kiddies bei uns vor der Tür, kaum irgendwie verkleidet und wollten was. Ja, is klar…). Erleb ich hier in Berlin grad wieder, bis 18 Uhr hats schon 2x geklingelt, mal sehen, ob wir wie letztes Jahr auch in zweistelligem Maße belästigt werden. Und ja, das ständige Klingeln sehe ich ganz ehrlich gesagt als Belästigung. Vor allem, wenn ich mich doppelt so lang wie eigentlich normal wäre durch den Feierabendverkehr gequält habe, weil die BVG es nicht gebacken kriegt, ausreichend Beförderungsmöglichkeiten anzubieten und ich einfach froh bin, zu Hause zu sein und meine Ruhe zu haben. Da stehe ich sicher nicht alleine da.

Ich komme ja eigentlich aus dem katholisch geprägten Rheinland und habe im evangelischen Religionsunterricht natürlich sehr wohl und sehr genau die Hintergründe des Reformationstages gelernt. Auch wenn ich nicht sehr gläubig bin und die letzte Kirche vor längerer Zeit von innen gesehen habe (und den Reformationstag auch nicht irgendwie “feiere”), halte ich diesen Tag trotzdem für sehr bedeutsam und bedaure sehr, dass er von solch einem “Kommerzfest” verdrängt wird. Auch, wenn das für unsere heutige konsumgesteuerte Gesellschaft nicht weiter überraschend ist. Zwar erinnere ich mich natürlich auch an die Feiern zu St. Martin (auch, wenn der wieder im Karneval untergegangen ist, 11.11. sei “Dank”… XD), wo man mit der Laterne um die Häuser gezogen ist und gesungen hat, aber auch das seh ich im Halloween nicht. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich aus dem Halloween-Kinderalter schon lange raus war als das hier verbreiteter wurde und dass bei mir zu Hause so ein “fremder” (ist jetzt mal ganz grob gekürzt zitiert) Brauch nie in selbiges gekommen wäre.

Naja, für mich gilt es wohl in Zukunft, dieses “Fest” einfach zu ertragen. Wäre es weniger kommerziell und könnte man es ursprünglicher feiern, dann fänd ich es schon sehr schön und würde vielleicht auch mal nen Kürbis schnitzen, aber so wie es aktuell verbreitet wird, mag ich es ehrlich gesagt gar nicht haben und ich bin froh, wenn der 1.11. anbricht…

Ich sehe es auch eher wie HopesDead. Der Reformationstag ist der einzige eigene Feiertag, der den Protestanten geblieben ist und er wird schon irgendwie verdrängt, zumal er in NRW kein Feiertag ist.
Was mir an Halloween so gar nicht gefällt, ist der Charakter der Erpressung, (der in dem ursprünglichen, heidnischen Brauch durchaus existentieller Natur war): Du gibst mir was oder ich tu dir was. Deshalb sind meine Kinder an Halloween nicht los gezogen und die Kinder, die zu uns kommen, bekommen von uns nur Zahnpasta (von wegen der vielen zahnschädigenden Süßigkeiten, haha), da gucken sie schon ein bisschen irritiert.
Ich habe nichts gegen das Feiern und Kürbis schnitzen, habe auch schon mal einen geschnitzt ( mit einem freundlichen Gesicht^^), aber so manche Halloween-Aktion empfinde ich sogar ein bisschen als bedrohlich.
Es passiert nicht jedes Jahr, aber oft werde ich zum Reformationstag in irgendeine evangelische Kirche zum Musik machen eingeladen und ich denke oft an Luthers Verdienste.
Und ich habe schon Kürbisse als Herbst-Deko benutzt, als Halloween noch unbekannt bei uns war, weil es so hübsche, kleine, lustige und vielfältige Formen gibt. Außerdem essen wir gerne Kürbissuppe… XD

Ich war an Halloween auf einer Halloweenparty,früher bin ich immer gegangen,Aber jetzt ist das ja anders…Natürlich wusste ich,als ich älter wurde,dass Halloween gleichzeitig Rfeormationstag ist…
Aber ich finde schon ein bisschen,dass es verdrängt wird:p
Aber solange man Spaß hat und weiß,wofür der Tag auch da ist,ist es okay finde ich:)

Ich halte von Halloween genauso viel wie vom Vatertag - kommerzialisierte Feste auf evangelische Feiertage zu legen, halte ich für höchst bedenklich. Aber dazu wurde ja von anderen Leuten schon genug geschrieben (außerdem habe ich gerade nicht genug Zeit, mich aufzuregen), deshalb will ich lieber erzählen, was in unserer Gemeinde dieses Jahr am Reformationstag passiert ist:
Die Kinder/Jugendlichen unserer Gemeinde sind mit Kerzen/Lichtern durch die Nachbarschaft gezogen, haben an Haustüren geklingelt und den Hausbesitzern, die die Tür aufgemacht haben, dann Süßigkeiten geschenkt und einen frohen Reformationstag gewünscht. Eine richtig tolle Aktion, die auch viele Leute sehr beeindruckt hat.

@JoeyB
Was für eine Super Idee!
Hört sich mal genial an;)

eigentlich finde ich den “Kampf” der da zwischen den beiden “feierstagen” ausgetragen wird übertrieben.
Okay, Halloween ist älter, hat aber mit unserer (deutschen) Kultur erstmal nichts zu tun, da der Brauch mit den Kürbisen und Co aus Irland stammt. Ich finde die Idee echt nett und hab auch nichts gegen die Kleinen, die nachts um die Häuser ziehen, solange sie eben nichts kaputt machen. Denn das finde ich unter aller S**.
Reformationstag zu feiern ist auch irgendwie komisch. Ist zwar der offizielle “Feiertag”, aber wer feiert denn da? Also da sitz doch keiner zu hause und feiert… man schnitzt eher Kürbisse, verkleidet seine Kidner/Geschwister/ wie auch immer oder läuft mit ihnen draußen rum.
Ich persönlich hab das nie gamcht, ist einfach nicht mein Ding.
Aber eigentlich ist es mir echt egal, was da “gefeiert” wird, solange man sich deswegen nicht dauernd in die Haare kriegt. ~

Erstmal möchte ich sagen dass auch bei uns dieses Fest früher gefeiert wurde.
Falls es jemanden interessiert, das sogenannte Halloween, der Reformationstag oder Samhain, ist ein Fest mit einer sehr langen Tradition. Ursprünglich wurde mit diesem Fest die dunkle Hälfte des Jahres eingeläutet. Die letzte Ernte war eingebracht und man machte sich ans Kerzen ziehen und gedachte seiner Vorfahren.
Unter anderem stellte man Speisen für die Verstorbenen auf, zum einen zum Gedenken zum anderem um die Seelen für den Winter friedvoll zu stimmen. Daher kommt glaube ich auch das “Süße sonst gibts saures!” Da laufen die Kinder in Form von Geistern und Kobolden von Tür zu Tür und man gibt ihnen etwas als Opfer um einen friedlichen Winter zu haben.
Dieses Fest gab es/ gibt es in vielen verschiedenen Formen.
Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen warum man sich aufregt dass dieses Fest den Reformationstag verdrängen würde… wenn jemand die Reformation feiern will, kann er das doch tun. Jeder kann die Feiertage seiner Religion begehen. Ich stellen jedes Samhain eine Schale für meine Ahnen und eine Kerze auf. (Sobald die Kinder nicht mehr klingeln) Toleranz ist das Stichwort :)