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Flüchtlinge? Nein, Menschen!

Das Thema besetzt seit Wochen Platz eins der Nachrichten-Charts und viele haben ihre eigene Meinung zu dem Thema.

Wie denkst du?

Fast täglich hört man in den Nachrichten: Hier ist eine Turnhalle niedergebrannt, dort ein zum Umbau freigegebenes Gebäude. Alle diese Gebäude sind für Flüchtlinge gewesen. Es haben vielleicht auch schon Flüchtlinge darin gelebt.
Das Wort “Neonazi” wurde noch nie so häufig in den Medien in den Mund genommen, wie in den vergangen Wochen. Besorgte Bürger…?

Meine Meinung zu dem Ganzen?
Ganz klar. Wir sind Europas reichstes Land. Wir haben (noch) die Mittel für Menschen in Not da zu sein. Wir können helfen, wir wollen helfen, wie man oft genug gesehen hat. Erst diese Woche mit jubelnden Menschen an Münchens Bahnhof.
Erst gestern habe ich einen wirklich rührenden Bericht gesehen. Ja, Galileo ist nicht mehr das was es mal war, aber Harro hat gestern mal wieder bewiesen, dass sie es doch noch können! Hier der Link zum Beitrag: http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/2015245-unterwegs-mit-fluechtlingen-clip

Ich weiß nicht, was diese Menschen durchgemacht haben. Was sie auf ihrem Weg zurücklassen mussten. Ob sie alle vor dem Krieg (oder wie man es so schön in meiner Branche nennt “Spannungs- und Verteidigungsfall”) fliehen oder ob sie aus wirtschaftlichen Gründen fliehen. Die Menschen, die wirklich um ihr Leben fürchten müssen, die verfolgt werden, genau diese Menschen brauchen Hilfe.

Der große Strom aus kriegsbedrohten Ländern ist groß. Aber nicht erst seit ein paar Wochen passiert das.

Am Ende des Berichts von Galileo sieht man einige afrikanische, junge Männer. Sie haben es geschafft. Sie sind in Rosenheim angekommen und fragen schon fasst verzweifelt, wo sie denn nun sind? In welchem Land. Als sie “Deutschland” hörten, sah man die Anspannung förmlich von ihnen abfallen. Sie hatten es geschafft. Sie fragten auch gleich nach dem Ort, wo sie jetzt seien. Wie nennt sich der Ort? Interesse, Zuversicht, Hoffnung.

Wie denkt ihr darüber. Ich möchte euch nicht zu viel vorneweg nehmen und schreibe deshalb eher etwas oberflächlich.
Ich bin auf eure Antworten gespannt.

Ich finde, dass ist ein ganz heißes und schwieriges Thema und prinzipiell halte ich mich nach Möglichkeit aus eben solchen Diskussionen raus, weil ich hierbei eine minimal bis keine Toleranzschwelle bei “braunen” Aussagen habe. Ich habe ein massives Problem mit Hetze, Rassismus und “besorgten Bürgern”, die ihre Sätze mit “Ich bin keine Nazi, aber…” beginnen und leider kommen eben genau solche Diskussionsbeiträge so gut wie immer irgendwann.

Kein Mensch ist illegal und sollte es m.M.n. auch niemals sein. Jeder hat das Recht auf ein Leben in Würde, auf Frieden, darauf ohne Angst zu leben und jeder sollte das Recht haben, seinen Lebensort selber zu wählen und Menschen die flüchten müssen, die Ihre Heimat verlassen, nicht weil Sie es so knorke finden alles zurück zu lassen, mit unsicheren Schlauchbooten übers Meer zu schippern, tausende von Kilometern über Autobahnen zu laufen, um dann in Turnhallen und Zeltstädten untergebracht zu werden, sondern weil dort Krieg herrscht, weil Sie Angst um Ihr Leben und um Ihre Familien haben, diese Menschen sollten wir mit noch offeneren Armen empfangen, sollten Ihnen eine Hand reichen um die Angst vielleicht ein wenig zu mildern, sollten zeigen, dass wir verdammt nochmal alle gleich sind.

Die Entwicklung die wir mit ansehen, dass Hetze und Rassismus immer öfter mit einem Lächeln geduldet, ja sogar begrüßt wird, diese Entwicklung macht mir persönlich einfach nur Angst. Es darf einfach nicht sein, dass Diskriminierung, Gewalt und Fremdenhass zur Normalität wird. Ja mir ist durchaus bewusst, dass genug Menschen in unserem Land auch nicht viel haben, aber wir Deutschen jammern auf echt ganz hohem Niveau.

Ich für meinen Teil, bin aktiv in der Flüchtlingshilfe hier bei uns in Dortmund dabei und werde das auch weiterhin tun, solange es Menschen gibt, die diese Hilfe benötigen.

refugees welcome - no one is illegal!!

Ja, du hast da vollkommen Recht. Es ist und bleibt ein heißes Thema, deswegen möchte ich diese Plattform hier nutzen und diskutieren.

Ich finde es großartig, dass du - auch noch persönlich - in der Flüchtlingshilfe mitmachst und hilfst und deine Einstellung kann ich nur zu 100 % unterschreiben.
Gerade deine angesprochene Angst vor der “Legalisierung des Fremdenhasses” (ich drücks jetzt einfach mal so aus) kann ich voll und ganz nachvollziehen. Diese Angst habe ich auch.
Wir hatten alle Geschichte in der Schule und müssten eigentlich wissen, wie schnell sich etwas ausbreitet… schreckliche Dinge, da ist eine in Brand gesteckte Flüchtlingsunterkunft noch das harmloseste.

Mich machen diese Entwicklungen wirklich traurig. In einem Online-Beitrag habe ich von den Demonstranten gelesen, die sich vor einem Flüchtlingsheim niedergelassen hatten. Parolen des Hasses und Angriffe auf Polizisten.

Ein kleiner Junge, der mit seinem größeren Bruder und seinem Vater dort untergebracht ist, hatte auf eine Frage des Reporters gesagt: “Wir sind weg vom Krieg und hier ist auch Krieg.” In einem anderen Beitrag habe ich gesehen, wie ein freiwilliger Helfer (könnte auch jemand von der Feuerwehr/Rotes Kreuz oä. gewesen sein) unter Tränen sagte: “Ich habe gerade ein Kind gesehen. Viele haben ja noch ein paar Dinge mitgenommen, aber dieses Kind trug keine Schuhe und die Füße waren wund gelaufen.”

Bilder, die unvorstellbar grausam sind.

Meine Meinung: Wir sollten die Menschen “Willkommen” heißen. Ihnen helfen, soweit es geht.

Natürlich gibt es auch die andere Seite. Ich sehe es tagtäglich. Ich arbeite in der Bundeswehr und habe Studierende, die ich betreuen muss. Sie teilen sich seit einigen Monaten eine ehemalige US-Kaserne mit Asylbewerbern. Woher sie kommen, kann man nicht nachvollziehen. Höchstwahrscheinlich sind mehr als die Hälfte davon keine “Kriegsflüchtlinge”. Meine weiblichen Studierenden haben Angst. Männlich Studierende wurden schon aufgefordert die Mädchen in ihren Gruppen zum Beischlaf zu ihnen zu schicken.

Ausnahmen! Das sind Ausnahmen!!!

Danke Suriel für deinen Beitrag.
In diesem Sinne: refugees welcome

Ich denke, dass eine vernünftige Berichterstattung in den Medien hilfreich wäre. Man hört immer nur wie viele Tausend Flüchtlinge dieses Jahr erwartet werden und es erscheint einem wie eine gigantisch große, bedrohliche Zahl. Der normale Bürger, der nur mal eben die Nachrichten einschaltet und nicht weiter nachliest, denkt: “Oh nein, wir werden überrannt und es gibt nichts was wir tun können um uns zu schützen!!”

Was ich wirklich gerne mal in den Nachrichten hören würde, wären Zahlen, mit denen man wirklich etwas anfangen kann. Es gibt ja nicht nur die Anzahl der Flüchtlinge, sondern auch Wirtschaftskraft in Deutschland. Wenn man wenigstens mal versuchen würde konkret auszurechnen, was genau eine bestimmte Anzahl an Flüchtlingen für den einzelnen Bewohner in Deutschland bedeutet, dann wäre das Bild nicht so bedrohlich und jeder Einzelne könnte sich darauf einstellen. Es ist natürlich schwer, exakt vorher zu sagen welche Auswirkungen die Flüchtlingszahlen haben, aber die Medien könnten es wenigstens mal versuchen :/ Ich denke, was die meisten Leute bewegt, wäre die Frage: Heißt das jetzt, dass ich mehr Steuern zahlen muss, dass ich schlechtere Chancen habe eine billige Wohnung zu finden, oder dass wir demnächst mehr Muslime als Christen in Deutschland haben? Das sind Fragen, die die Medien mal konkret beantworten könnten, denn wahrscheinlich würde die Antwort beruhigend ausfallen…

Ich habe bisher nur einen einzigen Bericht gelesen, in dem mal nachgerechnet wurde, ob Deutschland sich bei einer Zahl von 800 000 Flüchtlingen dieses Jahr verschulden müsste - nein, wahrscheinlich nicht. Solche Nachrichten sollte man der Bevölkerung aber etwas lauter mitteilen! Das wäre meiner Ansicht nach wichtiger als dramatische Bilder und Angstmache :(

Ich denke mir jedenfalls eines: Ich weiß nicht genug zum Thema um zu beurteilen, ob die Entscheidungen der Politiker richtig oder leichtsinnig sind. Ich als Einzelne kann wahrscheinlich auch gar nicht viel an diesen Entscheidungen ändern, egal ob ich ihnen zustimme oder nicht. Ich kann weder verhindern dass Flüchtlinge herkommen, noch kann ich persönlich die Ursache in ihrem Heimatland abstellen, die dafür sorgt, dass sie flüchten müssen.

Also, was kann ich tun, wenn ich Angst habe?
Erstens: Nachstöbern, ob es irgendwo vernünftige Statistiken gibt und nicht nur Angst-mach-zahlen.
Zweitens: Flüchtlinge kennen lernen und versuchen dazu beizutragen, dass sich Menschen in Deutschland integrieren können.
Die Flüchtlinge kommen ja nicht mit bösen Absichten nach Deutschland. Sie wollen ja gerne hier leben- ausgerechnet in Deutschland. Das heißt, sie sind sicher auch zugänglich dafür, wenn man ihnen erklärt, was man alles beachten muss, um hier problemlos im Alltag durchzukommen.

Ich mit meinem Abschluss als Sozialpädagogin werde diese Woche meinen Unikram fertig machen und ab nächster Woche (sofern es klappt) bis zum Ende der Ferien aktiv helfen. Aber wer das nicht kann, der kann vielleicht schon helfen, indem er zu Flüchtlingen einfach mal nett und hilfsbereit ist, wenn er sie trifft: Einfach mal helfen ein Ticket für öffentliche Verkehrsmittel zu kaufen oder auch einfach nur mal nett nicken, um zu zeigen, dass man die Menschen hier akzeptiert.
Wenn man gemein zu Flüchtlingen ist, werden sie deshalb trotzdem nicht ihre Sachen packen und zurück gehen, dazu haben sie viel zu viel Angst. Stattdessen gäbe es nur Feindschaft mit einer Gruppe Menschen, die ab jetzt vermutlich noch sehr lange in Deutschland sein werden. Da sollte man doch besser von Anfang an respektvoll und hilfsbereit sein, denke ich. Wenn man das nicht ist, kann man auch von der Gegenseite keinen Respekt erwarten und das gäbe nur noch größere Probleme.
In dem Punkt stimme ich Frau Merkel zu: Wir müssen gleich von Anfang an versuchen zu verhindern, dass hier Ghettos mit frustrierten Menschen entstehen.

Und: Klar kosten sie die Gesellschaft Geld. Aber je mehr man ihnen hilft sich zu integrieren (und das kann wie gesagt jeder ein kleines bisschen), desto schneller sind sie in der Lage zu arbeiten und sich selbst zu unterhalten.

Flüchtlingsheime niederzubrennen finde ich dagegen die absolut dümmste Idee überhaupt. Mal abgesehen davon, dass es offensichtlich ein Mordversuch ist: Seinem Heimatland tut man damit auch keinen Gefallen, denn dann muss Deutschland eben neue Unterkünfte bauen und es kostet nur noch mehr Geld - UND man hätte dieses Geld mit Sicherheit benutzen können, um vielen vielen Flüchtlingen die deutsche Sprache und alles Wichtige über das Leben hier beibringen zu können. Nazis die sowas tun, haben offensichtlich ihr Gehirn ausgeschaltet.

Ganz klar, natürlich gibt es immer wieder Menschen, die nicht wissen was Respekt ist und sich benehmen, wie ne offene Hose, da bin ich ganz bei Dir black. Ich denke das Problem dabei ist, was man versucht uns dabei vorzumachen. Wenn ich täglich mit hetzerischen und aufreisserischen Schlagzeilen überhäuft werde, in denen der “böse muslimische Asylant” die “gute deutsche Frau” belästigt hat, dann prägt sich das unbewusst im Unterbewusstsein ein. Die Anzahl solcher Übergriffe und Belästigungen von Nichtmuslimen oder Nichtasylanten ist nämlich kein Stück geringer, der Asylant “verkauft” sich da aber einfach besser.

Wie schon erwähnt, komme ich aus Dortmund und ich lebe hier leider in einer Nazihochburg, wo Hetze und offen gelebter Rassismus bei einigen zum guten Ton gehört. Viele Dortmunder Bürger gehen schon seit Jahren regelmäßig auf die Straßen um gegen das “braune Pack” (sorry für die Ausdrucksweise) zu demonstrieren, oder deren Demonstrationen zu blockieren, aber was mich wirklich stolz macht momentan ist, was hier zur Zeit fast täglich passiert. Seit Sonntag, kommen hier ja ebenfalls Züge aus Ungarn bei uns an und täglich kommen immer mehr Dortmunder, die die Menschen begrüßen und laut und massiv gegen die Dortmunder Naziszene agieren, so das Diese nicht mal den Hauch einer Chance hat, Ihre Hetze an den Mann zu bringen.

Und Dir Ermelin stimme ich auch zu, gerade den Punkt des informierens. Wenn sich mehr Menschen die Mühe machen würden, sich ernsthaft mit der Flüchtlingslage zu befassen, Zahlen recherchieren würden und einfach mal das Hirn einschalten würden, dann gebe es sicherlich bei vielen ein umdenken. Leider ist es aber viel einfacher, erstmal laut Mord und Totschlag mit den anderen Vollpfosten zu brüllen, die sich ebenfalls für den braunen Mob instrumentalisieren lassen.

P.s. Eines meiner Lieblingsargumente besorger Bürger: “Die stehen da mit Ihren Adidasturnschuhen und Ihrem Smartphone, und das nur weil die hier alles in den A… geblasen kriegen”

Scheinbar glauben wirklich einige, dass die flüchtenden Menschen in Ihrem Land in Höhlen am Lagerfeuer gelebt haben. Das viele der Menschen in Ihrer Heimat vielleicht gar nicht so “arm” waren (und natürlich Handys und Schuhe und vielleicht sogar eine Kaffeemaschine besitzen oder besaßen) wie alle meinen, scheint in einigen Köpfen nicht anzukommen.

Das Thema ist ja wirklich gerade in aller Munde. Und wie du so schön gesagt hast: Es sind Menschen. Und was diese Menschen durch gemacht haben, können wir “verwöhnten” Deutschen uns nicht mal vorstellen. Ich will jetzt auch gar nicht erst versuchen zu beschreiben was die Flüchtlinge durchgemacht haben bis sie letztendlich bei uns in Deutschland ankamen, doch eins ist sicher: So was hat kein Mensch verdient. Ich denke sie haben es mehr als nur verdient hier in Sicherheit leben zu können.
Umso mehr erschreckt (und ärgert!) es mich, dass überall gerade zu mit Rassismus und Diskriminierung erschlagen werden. Was haben diese Menschen einem getan, um sie derart unwürdig und respektlos zu behandeln? Richtig: Gar nichts! Leider wird den Bürgern durch die vielen negativen Schlagzeilen in den Medien das Bild vom gewalttätigen, stehlenden, gefährlichem Asylanten geradezu eingeprügelt. Immer liest man nur von Vergewaltigungen, Diebstahl und Sachbeschädigung. Viele verlieren aus den Augen (oder wollen es einfach nicht wahrhaben), dass es auch unter Deutschen viele “schwarze Schafe” gibt. Es werden täglich unzählbare Straftaten begangen. Wenn aber unter 100 Asylbewerbern einer aus der Reihe fällt, obwohl die 99 anderen freundliche und ehrliche Menschen sind, werden sofort wieder alle verurteilt.
Es ist wirklich erschreckend mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen haben. Erst letztens kam bei uns in der Klasse das Thema auf. Ich war ehrlich geschockt wie diskriminierend meine Mitschüler gegenüber den Flüchtlingen waren. Es wurde kein gutes Haar an ihnen gelassen, von, wie auch Suriel schon gesagt hatte, “verzogenen Spaten mit Smartphones und Markenkleidung” und “mädchenvergewaltigenden Hurensöh***” war die Rede. Ich dachte wirklich, ich sitze im falschen Film. Als ich dann von meinen neuen Nachbarn (Es wohnen seit ein paar Monaten auch 7 Asylanten im Nachbarhaus) erzählte und sagte, dass das alle total freundliche und liebe Menschen sind wurde ich nur schief angeguckt.
Und das stimmt wirklich, sie sind alle super freundlich (freundlicher wie so manch andere Leute die ich kenne) und nett. Zwei von ihnen spielen auch immer mit meinem kleinen Bruder und seinen Freunden Fußball und schenken ihnen Süßigkeiten. Alle grüßen immer supernett und versuchen, wenn auch auf Englisch, ein bisschen Smalltalk zu führen. Deshalb verstehe ich nicht, warum so viele immer nur die ach so gefährlichen Flüchtlinge sehen und nicht einmal versuchen den Menschen selbst kennenzulernen. Ich wohne in einem Dorf auf dem Land und dort sind vor allem die älteren Leute noch sehr rassistisch eingestellt. Ganz nach dem Sprichwort “Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.”. Aber auch mein Opa, der anfangs noch vom Absperren der Garage und vom Haus redete, gibt mittlerweile zu das es ganz liebe Menschen sind und versteht sich super mit ihnen.
Ich finde jeder von den Asylbewerbern hat eine Chance verdient und man sollte ihnen helfen wo man nur kann. Ich meine, den meisten von uns geht es doch so gut, da sollte es selbstverständlich sein, das man Menschen denen es weniger gut geht hilft, egal ob es jetzt Flüchtlinge oder anderweitig Benachteiligte sind. Auch wir haben ihnen unsere alten Fahrräder (Sie mussten jedes Mal zu Fuß in die Stadt laufen, wenn sie einkaufen mussten! Auch bei Minusgraden) und die alte Couch von meiner Uroma geschenkt. Sie haben sich wie die Scheinkönige gefreut und sich tausendmal bedankt.
Wenn man den Spieß umdrehen würde und wir gezwungen wären in ein fremdes Land in dem man keinen kennt und dessen Sprache wir nicht verstehen zu flüchten, weil bei und Krieg herrscht, würde doch auch jeder wollen, dass wir dort gut aufgenommen und behandelt werden. Ich finde in dieser Hinsicht denken viele einfach zu egoistisch.
Man sollte sich einfach viel öfter an die Goldene Regen erinnern und selbstverständlich auch danach handeln. “Was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen.”

Ich finde es toll, dass ihr in der Schule darüber geredet habt.
Ehrlich gesagt finde ich es wichtig, dass auch die Menschen, die den Flüchtlingen gegenüber negativ eingestellt sind, in so einem Rahmen wie z.B. Unterricht ihre Meinung aussprechen dürfen. Dann kann man nämlich drüber reden. Und ich meine jetzt nicht , dass man ihnen sofort entgegen schleudern soll, dass ihre Meinung falsch und böse ist, sondern man sollte auch diejenigen Personen erst einmal mit Respekt behandeln und ausreden lassen, die dafür sind, dass man die Flüchtlinge alle sofort zurück schickt (oder schlimmeres). Wer mir jetzt vehement widersprechen möchte: Bitte erst meinen Post zu Ende lesen!

Wie oben schon erwähnt, denke ich, dass diese negative Meinung aus Sorge entsteht. Wer selber kaum Geld oder Angst um seinen Job hat, hat jetzt natürlich NOCH mehr Angst: Da sind jetzt plötzlich so viele Menschen mehr, die auch Geld und Jobs brauchen und natürlich fürchtet so mancher Deutsche, der sowieso am unteren Rand der Gesellschaft lebt, dass er jetzt noch weiter abstürzt.
Genauso gibt es auch die Menschen, die sich Asylanten als Monster vorstellen. Und Menschen, die Angst davor haben, dass die Muslime in Deutschland die Mehrheit werden und Zustände wie in Afghanistan einführen könnten - oder dass der IS gleich mit importiert wird.

Momentan wird solchen Menschen, die sich Sorgen machen, sofort entgegen gehalten: " Du Nazi, kein Mensch ist illegal! " oder " Blöde Wutbürger, alles braunes Pack! "
Deshalb werden viele Leute schweigen und gar nicht erst diskutieren wollen. Aber innerlich brodeln sie und irgendwann explodiert es dann. Dann gewinnt vielleicht urplötzlich eine rechte Partei in Deutschland die Mehrheit und keiner will sie gewählt haben…

Ich fände es also gut, wenn man Menschen mit negativen Meinungen keine linken Parolen entgegen wirft, sondern ihre Sorgen ernst nimmt. Wenn man sie anhört, kann man gemeinsam auf die Suche nach wissenschaftlichen Daten und Fakten zum Thema gehen und auf rationaler Basis reden, ohne dass eine Seite die andere beleidigt.
Vielleicht käme dann ja heraus, dass der Deutsche mit dem unsicheren Job keine Angst zu haben braucht weil genug Geld da ist, und dass viele Asylanten liebe und kluge Menschen sind.
Andererseits könnte auch herauskommen, dass bei anhaltendem Flüchtlingsstrom Deutschland die Kosten nicht mehr stämmen kann und die Sicherheit und Stabilität unseres Landes gefährdet wäre. Dann wäre es legitim, dass die Politik den Strom erstmal stoppt und dafür sorgt, dass Sicherheit gewährleistet ist, bevor weitere Flüchtlinge kommen können. (Denn auch Flüchtlingen wird es in Deutschland nicht gut gehen, wenn das Land sich nicht um sie kümmern kann.)
Beide Varianten wären denkbar, aber ich finde man muss bei klarem Verstand bleiben, nur wissenschaftlich belegte Zahlen als Fakt akzeptieren und jedem erlauben auf höfliche Art und Weise seine Sorgen auszusprechen. Nicht mit einem Schild in der Hand, auf dem eine brennende Moschee zu sehen ist, natürlich! Aber wer sich normal mit mir unterhält und seinen Satz beginnt mit. “Ich bin kein Nazi, aber…” … dem würde ich erstmal die Chance geben, seinen Standpunkt zu erklären.

Nett gesagt - aber leider falsch! In den Ländern, in denen die ethnische Herkunft der Vergewaltiger erfasst wird, zeigt sich, dass der Anteil der Einheimischen deutlich niedriger liegt als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Statistik, mal wieder…
Mal ein Link dazu: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung2/Pdf-Anlagen/gewalttaetigkeit-maennliche-muslimische-jugendliche,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf
Ich zitiere: “Vor allem bei Delikten, die der Gewaltkriminalität zugerechnet werden, ist der Anteil Nichtdeutscher überproportional hoch, darunter z.B. Mord und Totschlag sowie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (jeweils 28 Prozent), Raub (27 Prozent), gefährliche und schwere Körperverletzung (23 Prozent), schwerer Diebstahl (23 Prozent) oder auch bei Rauschgiftdelikten (33 Prozent) (BKA 2010, S. 108).”
Der Artikel entnimmt die Statistiken hier: http://www.bka.de/nn_242508/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pksJahrbuecherBis2011/pks2010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/pks2010.pdf dürfte also nazi-unverdächtig sein…

Wohlgemerkt: ich bin - wie auch die meisten hier - der Meinung, dass man Flüchtlingen helfen muss! Allerdings halte ich die rosarote Brille für unangebracht: die guten Absichten gehen zu weit, wenn man anfängt, die Tatsachen zu verbiegen. Und die Einstellung zu Frauen (insbesondere unverschleierten, die ohne Begleitung das Haus verlassen) in manchen Kulturkreisen IST problematisch. ;) Nicht, dass die Einstellung zu Frauen unter Einheimischen vollkommen unproblematisch wäre, aber ich sehe da durchaus einen qualitativen Unterschied.

Ermelin, das mit dem Job sehe ich jetzt gar nicht so - welchen Job gefährden diese Leute denn, so ohne Kenntnis der hiesigen Landessprache? Das können ja wohl nur Jobs sein, die ich zumindest gar nicht machen WILL. ;) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-116119624.html “Auf der anderen Seite stehen mehr als 40 Prozent, die Analphabeten oder nie über eine Grundschule hinausgekommen sind.” Tja, also, äh, meinen Job ersetzen die so schnell nicht… Und selbst ein Akademiker dürfte es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, wenn er nur Englisch, aber kein Deutsch spricht.

Mal ganz abgesehen davon, dass jeder einzelne Milliardär, der sein Vermögen in eine Steueroase verschiebt, den Staat mehr kostet als hunderttausend Flüchtlinge. Unter den Umständen halte ich es einfach für zynisch, die Kosten für das Lebensnotwendige (denn mehr bekommen Flüchtlinge nicht) als Argument heranzuziehen, Leuten in Not nicht zu helfen.

Also eine rosarote Brille trage ich schon lange nicht mehr und Tatsachen verbiegen liegt mir sicherlich auch mehr als fern ;). Dann liege ich mit meiner Vermutung falsch, was die Anzahl von Übergriffen betrifft. Völlig in Ordnung und auch gut von Dir belegt Eller. Aber an der Tatsache, dass Übergriffe von nicht Deutschen grundsätzlich durch eher hetzerische Schlagzeilen an das Volk gebracht werden, ändert die Statistik leider trotzdem nichts.

Das Problem bei der Informationsbeschaffung etc. ist meiner Meinung nach, dass ein gerader kleiner Teil der deutschen Bevölkerung eher faul ist. Selbst recherchieren ist mühsam und da wird dann gern auf einschlägige Parolen zurückgegriffen oder Dinge unreflektiert nachgeplappert (das ist besonders im Internet ein aktuell sehr extrem um sich greifendes Problem. Igitt, Faktencheck! Und das funktionniert in jede Richtung - blinde Panikmache ist auch viel gemütlicher als einmal google zu benutzen).

Und jemandem der nicht besonders gut informiert ist und dann zu allem Übel auch noch nur die Bildzeitung als Printquelle hat fällt dann ganz schnell in ein bestimmtes Muster.

Und wenn dann einer aus der Politik “Wir brauchen sozialen Wohnraum für Flüchtlinge” hört denkt sich der ein oder andere sicher “Hoppla, wir haben doch noch nicht mal für die deutsche Bevölkerung ausreichend günstigen Wohnraum, warum bekommen DIE das dann?”. Die Politiker müssen auch ein bisschen aufpassen bei dem was sie sagen - denn auch wenn es noch so gut gemeint ist liefert sowas natürlich rechten Gruppierungen eine wunderbare Vorlage - die machen sich das dann natürlich zu Nutze. Da muss man gar nicht mehr viel aktiv hetzen.

Bei den Gewaltstatistiken müsste man sicher noch mit einbeziehen, dass Gewalt oft mit Armut und niedriger Bildung zu tun hat und dass viele Menschen mit Migrationshintergrund arm sind- also wäre die Ursache eher in Armut und mangelnder Integration zu sehen als in der Herkunft. Ich weiß nicht ob das vom Thema nicht zu weit weg führt, deshalb packe ich es mal in einen Spoiler.

Achtung, zu viel nerdiges Wissen aus meinem Studium

Viele Nichtdeutsche in Deutschland sind Menschen, die man vor einigen Jahrzehnten als Arbeiter angeworben hat, oder deren Nachkommen. Man hat gezielt die Unterschicht angeworben, keine Akademiker, weil man ja Arbeiter für Fabriken wollte. Dabei hat man es leider verpasst, die Leute vernünftig zu integrieren, weil man sie ja nach einigen Jahren wieder nach Hause schicken wollte.
Die Folge ist, dass es viele arme Nichtdeutsche in Deutschland gibt (für genaue Zahlen könnte man im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung nachschauen) und dass deren Kinder auch keine so guten Bildungsabschlüsse erreichen wie deutsche Kinder, weil sie Sprachförderung und andere Integrationsangebote in der Schule bräuchten. Zwar sagt die letzte PISA-Studie, dass Deutschland schon sehr viel besser darin geworden ist, sich auch um diese Kinder zu kümmern, aber es gibt nunmal viele Menschen mit Migrationshintergrund, für die die Reformen im Bildungssystem zu spät kamen und die deshalb einen weniger gut bezahlten Job haben.
Worauf ich hinaus will: Gewalt hängt mit Armut und niedriger Bildung zusammen. Unter den Menschen mit Migrationshintergrund sind überdurchschnittlich viele arme Menschen mit weniger guter Bildung, weil man es verpasst hat sie vernünftig zu integrieren. Wenn von Migranten viele Straftaten begangen werden, dann wahrscheinlich weniger aufgrund ihrer Herkunft, sondern eher aufgrund von Armut und Frust, der aus Armut entsteht.
Bei denjenigen Flüchtlingen, die auf Dauer bleiben dürfen, wird man diesen Fehler hoffentlich nicht wieder machen. So wie es in den Nachrichten klingt, hat die Regierung das wohl diesmal auch erkannt und will sofort in gute Integration investieren.

Ich weiß zu dem Thema einiges, weil es teilweise das Thema meiner BA-Arbeit berührt hat, die ich letztes Jahr abgegeben habe. Ich will jetzt nicht jeden meiner Sätze mit einer wissenschaftlichen Quelle belegen, aber falls jemand wissen will woher ich die Infos nehme, kann ich sicher nachschlagen, in welchem Buch ich sie gelesen habe.

Und die Einstellung zu Frauen (insbesondere unverschleierten, die ohne Begleitung das Haus verlassen) in manchen Kulturkreisen IST problematisch. ;)
Das ist leider richtig und ich denke du hast auch recht, dass man die Tatsache nicht ignorieren sollte. Ich kenne auch einen Mann aus dem Kosovo, der so eine... ahem.. problematische Ansicht hat. Ich denke auch da ist das Stichwort: Bessere Integration. Eine türkische Freundin hat mir kürzlich erklärt, dass der Koran nicht ausdrücklich vorschreibt, dass alle Frauen ein Kopftuch tragen sollen, sondern dass sie sich immer so verschleiern sollen, wie es nötig ist, um in der Region, in der sie leben, nicht durch notgeile Männer gefährdet zu sein. Wenn man den Menschen gleich bei ihrer Ankunft erklärt, dass man es in unserer Gesellschaft nicht als erotisch empfindet das unverschleierte Haar einer Frau zu sehen und dass eine Frau hier nicht ehrlos ist, wenn sie kein Kopftuch trägt, dann könnte man gleich von Anfang an Missverständnisse ausräumen ^^" Wie sollen die Menschen das auch wissen, wenn sie in ihrem Heimatland nie etwas über unsere Kultur gelernt haben, wie es ja scheinbar oft der Fall ist..?

In vielen muslimischen Ländern ist das Haar einer verheirateten Frau etwas, das eben nur der Ehemann privat zuhause anschauen kann. Hier in Deutschland wäre das vielleicht vergleichbar damit, dass eine Frau sich nur privat zuhause ihrem Mann mit Reizwäsche zeigen würde.
Wenn wir in ein fremdes Land flüchten würden, wo es total normal ist in Reizwäsche auf der Straße herum zu laufen, würden wir das ja auch erstmal falsch verstehen, wenn es uns nicht erklärt wird ^^" Und selbst dann würde ich erstmal einige Zeit brauchen um mich daran zu gewöhnen.

Ermelin, das mit dem Job sehe ich jetzt gar nicht so - welchen Job gefährden diese Leute denn, so ohne Kenntnis der hiesigen Landessprache? Das können ja wohl nur Jobs sein, die ich zumindest gar nicht machen WILL. ;)
Ich bin verwirrt, auf welchen Teil meines Posts war das denn bezogen? ^^° Ich denke auch nicht, dass Flüchtlinge, die kaum Deutsch und nicht lesen können, eine ernstzunehmende Konkurrenz auf dem Jobmarkt sind. Was ich sagen wollte, ist dass man dazu auf wissenschaftlicher Basis Statistiken erstellen sollte, falls es nicht schon welche gibt. Die könnte man Menschen zeigen, die sich vor Konkurrenz durch Flüchtlinge fürchten - und damit der Panikmache in der Bevölkerung entgegen wirken.
Igitt, Faktencheck! Und das funktionniert in jede Richtung - blinde Panikmache ist auch viel gemütlicher als einmal google zu benutzen
Argendriel, du fasst es perfekt zusammen :)